bin ich egoistisch?

    • (1) 22.05.14 - 12:19
      ?egoistin?

      Hallo ihr Lieben,
      ich stehe gerade etwas neben mir und weiß echt nicht, wo mir der Kopf steht. Ich hoffe auf Euren Rat/Meinungen ohne persönlich angegriffen oder verurteilt zu werden.
      Kurz meine Situation:
      Ich (25) bin mit meinem Freund (32) mittlerweile knapp über 2 Jahre zusammen, wir erwarten Ende des Jahres unser erstes gemeinsames Kind. Mein Freund hat bereits ein Kind (ca. 3) aus einer früheren Beziehung.
      Ich bin (nach langer Zeit der Behandlung in einer Kinderwunschklinik) in der 12. schwanger, d. h. es ist jetzt langsam an der Zeit sich darüber Gedanken zu machen, ob eine Nackenfaltenmessung durchgeführt werden sollte oder nicht.
      Ich habe mit meinem Freund gestern Abend über dieses Thema geredet und ihm erklärt, dass ich so langsam mal einen entsprechenden Termin für diese Untersuchung vereinbaren möchte (es muss dazu gesagt werden, dass es - wenn es nach mir ginge - diese Untersuchung nicht durchgeführt werden braucht, da es für mich keinerlei Konsequenzen aus dem Ergebnis nach sich ziehen würde). Sofort stellte er Bedingungen für diesen Termin, was seine Arbeit angeht:

      - es darf an keinem Tag sein an dem er allein auf Arbeit ist oder
      - an dem er Rufbereitschaft hat oder
      - an dem viel zu tun ist oder
      - mitten am Tag, weil er dann nicht einfach von Arbeit wegbleiben kann usw.

      Ich habe ihm daraufhin erklärt, dass ich mir die Termine nicht aussuchen kann. - Versteht er nicht, will er nicht verstehen. Für ihn kein Argument.

      Als ich ihm dann auch noch gesagt habe, dass ich diese Untersuchung für nicht relevant halte, da ich aus dem Ergebnis keinerlei Konsequenzen ziehen werde, ist er plötzlich wahnsinnig wütend geworden und meinte nur, dass er mich in dem Fall definitiv verlässt. Die Entscheidung für ein evtl. behindertes Kind ist schließlich eine Entscheidung fürs Leben und das will er sich nicht versauen. Kurzum: ich soll diese Untersuchung machen lassen und wenn etwas auffällig ist, dann soll das Kind (Zitat) "weg". #schock #schock #schock

      Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte und habe es dann einfach dabei belassen. Mich hat dieser Satz so sehr verletzt, dass ich nachts nicht schlafen konnte und mir seitdem ernsthaft überlege, ob ich auch weiterhin eine gemeinsame Zukunft mit diesem Mann möchte. #kratz

      Ich meine, es ist doch trotz allem MEIN bzw. UNSER Kind - egal ob es jetzt geistig oder körperlich beeinträchtigt ist oder nicht. Es ist doch deswegen genauso liebenswert oder sehe ich das falsch?

      Bin ich egiostisch, wenn das Kind behalten will, auch wenn es behindert ist (z.B. Down-Syndrom)? Ich bin mir durchaus bewusst, dass es dann anders ist, als mit einem nicht behinderten Kind, aber ein Kind nur auf so etwas zu reduzieren finde absolut schrecklich.

      Ich finde keine Worte dafür, wie ich mich gerade fühle. Allein die Tatsache zu wissen, dass er in einer solchen Situation einfach abhaut sagt doch schon viel über den Charakter eines Menschen aus oder? Ich hätte ihn nie so eingeschätzt und ich bin mehr als verletzt darüber.

      Ich weiß nicht, was ich jetzt von Euch hören/lesen will. Vllt ein paar aufbauende Worte?

      Ich bin mir mittlerweile allerdings auch sehr sicher, dass ich auf dieser Basis eine Beziehung mit ihm definitiv nicht weiterführen kann und will.

      Er hat mir vorhin via SMS mitgeteilt, dass ich mir alles nochmal überlegen soll und er mich jetzt ersteinmal ein paar Tage nicht sehen will. Er geht wirklich davon aus, dass ich meine Meinung ändere - was ich natürlich nicht tun werde und er sicherlich auch nicht.

      Ich bin grad einfach nur.... #heul

      • bin ich egoistisch weil ich ein behindertes Kind abtreiben lassen würde?
        Mir wäre das zuviel Verantwortung ein Leben lang und ich sehe es bei einer Freundin die ständig angst haben muss dass ihr Sohn stirbt weil er wieder Atemaussetzer hat ( er ist 7 )
        Das würd ich mir nicht antun und ein Mann DARF genauso empfinden.
        DU darfst dich aber genauso dafür entscheiden und genau deshalb würde ich den Termin sausen lassen an deiner Stelle

      Puh - ihm ist aber schon klar, dass es außer Down auch 10000 andere Dinge gibt, die ein Kind theoretisch haben könnte, und auf die die Nackenfaltenmessung keine Rückschlüsse zuläßt?

      Generell sollte man natürlich gemeinsam als Paar drüber reden, wie man zu Pränataldiagnostik etc. steht. Aber so, wie Du schon die Terminfrage beschreibst, ist eindeutig ER hier der Egoist.

      Ich würde die Untersuchung sein lassen, wenn Du sie nicht willst und wenn sie nur zu Streß führen könnte zwischen euch.

    • Sorry aber sag deinem Deppen von Freund mal: Meine Nackenfaltenmessung war damals normal und inzwischen hab ich trotzdem ein schwerbehindertes Kind dank Autismus. Und diese Behinderung sieht man nicht mal richtig aber sie beeinträchtigt ein Kind trotzdem massiv! Tja vielleicht hätte ich mein Kind dann auch abschieben wollen. DUmmerweise war das Balg schon fast 5 als ich die Diagnose bekam.
      :-[:-[:-[:-[:-[

      Gruß Ela

      PS: Das war nicht an dich gerichtet, denn deinen Schrecken über so eine Reaktion kann ich verstehen

        • Hallo Noxa. Ich weiß nicht wieso dir die Worte fehlen, denn du solltest eigentlich die Ironie aus meinem Beitrag rausgelesen haben angesichts der widerlichen Äußerung die der Freund der Posterin gemacht hat. DAnn würdest du auch verstehen wie ich das meine. Denn ich liebe mein Kind auch wenn es anders ist. Aber lies den Beitrag vielleicht nochmal und sonst sag mir was du nicht verstehst.

          Ela

          • Ela, geschriebene Ironie ist meist schwer zu verstehen. Und ich habe mir dahingehend deinen Beitrag sogar mehrfach durchgelesen.

            Aber gut, dass du es aufgeklärt hast!

            • Hallo Noxa,

              freut mich das wir uns doch wieder vertragen haben. Denn das war schon ziemlich krass ausgedrückt von mir das weiß ich auch und daher war für mich schon klar das es Ironie ist. Aber gut wir könnten es ja klären. Fakt ist das ich Leute verurteile die gleich so sprechen wie der Freund der Posterin. Denn was würde er denn machen wenn es ihm so ginge wie mir? Würde er das Kind dann gleich in den Keller sperren oder sich trennen? Wie würde er dem Kind erklären wieso er es nicht mehr lieb hat? Das Kind hätte sich sein SChicksal schließlich auch nicht ausgesucht wie ich finde.

              Und ich liebe mein Kind scheißegal ob es behindert ist oder nicht. Mal abgesehen davon sieht man einem Autisten seine Behinderung nicht mal an. Ich hab damit genug zu kämpfen aber das ist mir egal. Ich bin der Meinung mein Kind hat mich stärker gemacht.

              Liebe Grüße Ela#winke

    (10) 22.05.14 - 12:40

    bei euch fehlt einfach die Kommunikation.

    Du hast deine Meinung, er hat seine und das kann passieren. Aber ihr musst eine gemeinsame Lösung finden und dafür ist Sturheit nicht das beste Mittel.

    Du freust Dich auf das Kind, gerade auch, weil es lange gedauert hat, schwanger zu werden.
    ABER ein behindertes Kind großzuziehen bedarf sehr viel Kraft und Verantwortung. Je nachdem wie schwer die Behinderung ist, müsst Ihr im Alter u.U. überlegen, was aus ihm werden soll.
    Ich kenne eine Frau, die ihren 19-jährigen Sohn jetzt in eine Pflegeeinrichtung gegeben hat, weil sie einfach nicht mehr konnte.
    Ich finde es schon richtig, wenn man da nicht gleich freudestrahlend JA zu sagt.

    • Keiner verlangt von ihm, freudestrahlend ja zu sagen - es steht ja bislang auch gar keine Behinderung im Raum, sondern nur die Frage nach einer Untersuchung, die Hinweise (!) auf einige wenige (!) Behinderungen geben kann.

      Aber wenn er schon bei der Terminfrage auf "es hat gefällligst alles nach meiner Nase zu gehen" macht, scheint das Partnerschaftsproblem ja über die konkrete Frage "NFM ja oder nein" weit hinauszugehen.

      • Es geht ja darum, dass im Falle einer Behinderung die Meinung der beiden auseinander geht und die TE völlig entsetzt darüber ist, dass ihr Partner in dem Fall dagegen wäre.

        Ich habe versucht, ihr zu sagen, dass er sicherlich seine Gründe dafür hat.

        Mein Mann war auch nicht bei der NFM, er musste arbeiten und das ist ja auch okay.

        • Es wird aber sehr verschärft dadurch, dass er nicht sachlich sagt, ich habe Angst vor der Belastung, die ein behindertes Kind mit sich bringt etc, sondern dass er sie quasi zwingen will zu einer Untersuchung - und im Fall der Fälle einer Entscheidung - die sie nicht will.

          Im Zweifel wird ja mit dem Kind alles o.k. sein, aber wenn jemand schon nicht akzeptieren kann, dass die Arzttermine seiner Partnerin nicht allein nach seinem Terminkalender vergeben werden, dann sehe ich auch mit gesundem Kind einige Probleme auf die beiden zukommen.

          • (15) 22.05.14 - 12:57

            Na aber du weißt ja nicht ob SIE nicht unbedingt will dass er mitkommt und die meisten Angestellten können nicht einfach mal so frei machen.
            Jetzt im Daraus einen Strick zu drehen ist maßlos unfair.
            Dass er in dem anderen Fall nicht sachlich geblieben ist...nun vielleicht Panik?!
            Diese kann ich durchaus nachvollziehen aber natürlich auch ihre Gründe das Kind behalten zu wollen

            • (16) 22.05.14 - 13:02

              Naja, sie jetzt ein paar Tage lang nicht sehen zu wollen klingt aber nicht nach "nur" einem unüberlegten Spruch aus Panik.

              Und wer vor hat, die Partnerin bei Behinderung des Kindes - die ja auch später entstehen bzw. sich später herausstellen kann - zu verlassen, soll ihr das gefälligst VOR einer eventuellen Schwangerschaft mitteilen, dann kann sie entscheiden, ob das der richtige Partner / Vater ist oder nicht ...

              • (17) 22.05.14 - 13:07

                Sowas überlet man sich selten vor einer eventuellen Schwangerschaft.
                Hätte ich alles durchgekaut was passierne kann, hätte ich jetzt einen Hund statt Kinder.
                Vielleicht war sie doch nicht so ruhig und sie haben sich gefetzt, vielleicht hat sie ihm Vorwürfe gemacht, vielleicht denken beide auch nicht nach bevor sie den Mudn aufmachen....wer weiß es wirklich?!

          Ich fürchte, da hast Du wohl recht!!

          (19) 22.05.14 - 15:44

          Ich finde auch der Ton macht hier die Musik. Was macht er denn erst, bei ernsthaften Auseinandersetzungen?

          lg thyme

    Also, seine Terminvorgaben kann ich gut verstehen. Er will Zeit haben an diesem Termin.

    Und ich verstehe gar nicht, warum Du überhaupt diese Untersuchung vornimmst, wenn das Ergebnisse für Dich keine Rolle spielt. Das habe ich bei meiner ersten Schwangerschaft auch nicht getan.

    Bei der zweiten Schwangerschaft dann doch, erstens weil ich älter war, zweitens hätte ich da ein behindertes Kind nicht bekommen. Einfach weil bereits Verantwortung für ein Kind trug, und mir klar war, das ich einem behinderten Kind nicht gerecht werden konnte....
    Dein Freund hat da einfach einen Erfahrungsvorsprung.

    Und ja, ich kann alle Eltern verstehen, die sich gegen ein behindertes Kind entschieden haben. Es ist einfacher, wenn an das Kind noch nicht kennt. Mußt Du später Dein Kind in eine Pflegeeinrichtung geben, weil Du es nicht schaffst, die Familie unter der Behinderung massiv leidest oder Du selbst älter und vielleicht krank wirst, ist es ungleich schwerer bis unmöglich loszulassen.

    Bei Dir schlagen gerade die Hormone hohe Wellen, aber in Fragen wie dieser gibt es kein richtig oder falsch

    Agathe

    • Ich habe die Untersuchungen auch gar nicht gemacht - übrigens gerade weil ich da auch einen Erfahrungsvorsprung habe. 3 behinderte Kinder in der Familie, wo Pränataldiagnostik nichts hätte anzeigen können ...

      • (22) 22.05.14 - 16:54
        Hier immer so...

        Warum lässt du nicht jedem seine eigene Meinung, nur weil du mit einem behinderten Kind keine Probleme hättest, heißt das nicht, dass auch alle anderen damit umgehen können und dieses so locker schaffen würden.
        Ich finde jeder sollte für sich entscheiden, ob er diesen Test macht und wie er dann mit dem Ergebnis umgeht.
        Ich bin ganz ehrlich, ich wüsste auch nicht, wie ich mich entscheiden würde :-(
        Zwei meiner Freundinnen haben behinderte Kinder, es ist wirklich keine leichte Aufgabe, die Geschwisterkinder haben es auch nicht immer einfach, weil sie doch ab und zu zu kurz kommen, auch wenn meine Freundinnen wirklich sehr darauf achten. Auch die Partnerschaft hat bei beiden zu Anfang sehr darunter gelitten, die Männer konnten noch weniger damit umgehen, mittlerweile läuft es bei beiden wieder toll und sie sind ein eingespieltes Team, aber ohne Hilfe von außen läuft es auch nicht.
        Beide Freundinnen lieben ihre Kinder und auch ich könnte es mir ohne sie nicht vorstellen, aber beide sagen auch ganz ehrlich, wenn sie es vorher gewusst hätten, vor allem mit der Erfahrung von heute, wüssten sie nicht, ob sie sich dafür oder dagegen entscheiden würden, auch wenn sich das hart anhört.

        • Wieso lasse ich jemandem seine Meinung nicht?#kratz

          Ich habe lediglich dargestellt, dass MEINE Meinung eben davon geprägt ist, dass ein Großteil der Behinderungen eben NICHT vor der Geburt besteht bzw. nicht diagnostiziert wird.

    Nur weil das Ergebnis in Bezug auf Abtreibung keine Rolle spiel, ist es ja gerade im Falle einer Behinderung sehr sinnvoll vorher zu wissen, was da auf einen zukommt. Gerade Kinder mit Down-Syndrom haben ja gerne mal schwere Herzfehler, die schnell behandelt werden müssen bzw. so schwer sind, dass ein Kaiserschnitt sinnvoller wäre, da eine natürliche Geburt zu antrengend wäre.

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