Schwiegermutter verwahrlost ....

    • (1) 23.05.14 - 21:45
      Dil-emma

      Guten Abend.

      Hier ist mein Problem, muss allerdings etwas ausholen. Mein Mann kommt aus sozial wirklich schwierigen Verhältnissen. Seine Mutter bewirtschafte gemeinsam mit ihrem Vater einen kleinen, abgelegenen Bauernhof, den man heute problemlos in ein Museum verwandeln könnte - technischer Stand Nachkriegszeit. Die beiden lebten völlig unter dem Existenzminimum (fast Selbstversorger mit riesigem Gemüsegarten).

      Mein Mann war das Produkt eines One-Night-Standes mit einem älteren Mann, der gleich die Flucht ergriff und dann auch verstarb. Irgendwann verstarb auch der Großvater und so entspann sich ein sehr ungesundes Mutter-Sohn-Verhältnis. Mein Mann war 'mal in der Schule, 'mal nicht. Dann begann ein Katz-und-Maus Spiel, er wurde an einer Schule an und wieder abgemeldet, das Jugendamt kam, er zog für einige Monate zu Verwandten, wurde dann erstmal nicht umgemeldet ... und verließ die Schule ohne Abschluss.

      Er hing 10 Jahre lang langzeitarbeitslos daheim herum, hatte zwei Suizidversuche hinter sich. Am Ende des Monats gab es tagelang wirklich Kohlsuppe etc. zu essen, weil kein Geld da war. Ich habe lange überlegt, ob ich mich überhaupt auf so eine Beziehung einlasse, weil es eine wahnsinnige Verantwortung war. Ich habe es unter der Bedingung gemacht, dass er z.B. seinen Schulabschluss nachholt, das hat auch geklappt. Wir leben nun ein spießig-beschauliches Leben in einem Einfamilienhaus, was mein Mann sehr geniest.

      Natürlich gab es mit meiner Schwiegermutter sofort Konflikte, somit kam es erst einmal zu einem totalen Kontaktabbruch. Wir wurden mindestens 1x pro Jahr verklagt, was super nervaufreibend war (so focht sie in mehreren Instanzen das Testament ihres Vaters an, da meinem Mann ein paar der Felder gehören).

      Als wir dann Kinder hatten, sind wir ab und an kurz vorbeigefahren, damit die Kinder die Chance haben, Oma kennenzulernen (und anders herum). Sie lebt in ihrer eigenen kleinen Welt, das Haus voller Katzen und vollgestopft bis in den letzten Winkel, lebt v.a. vom Ertrag ihres Gartens, da sie körperlich nicht mehr so fit ist, den Hof zu bewirtschaften, aber noch jede Menge Tiere hält, die sie von Arbeitern versorgen lassen muss - sie hat irre viele Schulden, jetzt kein Telefon mehr und auch kein Strom (stört sie nach eigener Aussage nicht die Bohne).

      Vor einigen Jahren geriet sie mal in den Fokus einer Sozialbehörde, es kamen dann einige Sozialarbeiter, die ihr halfen, sich von dem gesamten Gerümpel zu trennen und der Tierschutzverein beschlagnahmte die meisten Katzen. Das war aber mehr eine einmalige Aktion. Seitdem lässt sie niemanden mehr auf den Hof ... die Nachbarn ignorieren sie (und umgekehrt), auch da wurden schon Prozesse geführt.

      Nun kam ein Brief vom Anwalt - sie lebt unter dem Existenzminimum in menschenunwürdigen Verhältnissen, völlig verwahrlost und überschuldet und wir sollen bitte monatlich XYZ überweisen. Mein Mann sei ja der einzige Verwandte, sie würde die Landwirtschaft ja auch für ihn weiterführen, falls seine schreckliche Frau ihn endlich verlässt, dass er ein Auskommen hat.

      Um den Druck zu erhöhen werden von ihr Kopien an ihre Verwandtschaft geschickt, zusammen mit der Aussage, dass er ja Alleinerbe sei (sie hat nicht kapiert, dass sie so überschuldet ist, dass niemand irgendwas erbt) und dass sie ihn ja schließlich großgezogen habe. Sie hat heute wohl bei mir in der Arbeit angerufen und versucht, meinem Chef ihr Leid zu klagen ... Ich fürchte, dass das der Anfang ist.

      Wie reagieren wir? Ich habe keine Lust, sie finanziell zu unterstützen. Sie hat eine Rente, sie könnte Hartz 4 beantragen, das Land verpachten, die Tiere (die sie ohnehin nicht versorgen kann) verkaufen, .... Das klingt nun sehr hart, sie hat am Ende des Monats nichts zu essen, weil sie Arbeiter von der Rente bezahlt, Tierfutter, Tierarztrechnungen, ....

      Wir leben auch auf dem Land und sie startet nun eine Kampagne gegen uns - und versucht Druck aufzubauen, dass wir sie unterstützen.

      Ab zum Anwalt.

      Dein Mann ist Unterhaltspflichtig für seine Mutter. Aber ich weiß nicht ab wann das gilt. Also ob sie Tiere weggeben, Arbeiter kündigen, evtl Haus verkaufen muss ehe er zahlen muss.

    (7) 24.05.14 - 08:33

    Also so einfach ist das nicht das dein Mann oder besser gesagt ihr den Unterhalt für sie zahlen müsst.

    Zunächst muss sie erstmal das was sie hat, also Hof, Tiere, Gerätschaften USW. verkaufen. So wie du es schreibst wird da aber nicht allzu viel dabei rum kommen.
    Dann muss sie die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, bedeutet erstmal eine Sozialwohnung und Hartz 4. wenn es dann immer noch nicht reicht, dann müsst erst ihr eingreifen.

    Ich rate euch wirklich das ihr euch mal von einem Anwalt beraten lasst. Ihr müsst ja kein Verfahren gegen sie einreichen, sondern nur mal ein Beratungsgespräch führen. Der zeigt euch ganz genau eure Möglichkeiten.

    Liebe Grüße

    (8) 24.05.14 - 10:49

    Ein bischen erkenne ich da die eigene Verwandtschaft wieder.

    Welchen Betrag möchte sie von euch. Würde es vielleicht helfen, wenn ihr ihr 200 Euro im Monat gebt?

    Ich würde schauen, dass die Tieranzahl nicht Überhand nimmt. Kann man mit ihr reden?

    Vielleicht bekommt ihr es hin, dass die Situation nicht kippt. ich fürchte, dass die Frau niemals in eine Wohnung ziehen wird.

    LG

    (9) 24.05.14 - 10:50

    Ja, würde auch sagen, ab zum Anwalt. Der kann auch ausrechnen, ob dein Mann überhaupt genug Einkommen hat, um seine Mutter finanziell unterstützen zu müssen. Das müsste er aber auch tun, wenn sie Hartz IV beantragt und er genug Geld hat. Da holt sich die Arge einfach das Geld vom unterhaltspflichtigen Verwandten zurück.

    Deshalb, in jedem Fall ab zum Anwalt. Dann genau gucken, was hat sie an Einnahmen (Rente), wo ist das Existenzminimum. Das wird nicht weit auseinanderliegen, denke ich mir. Sie soll den Hof verkaufen. Teilt Ihr auch über Euren Anwalt mit, dass Ihr nicht an dem Erbe interessiert seid und sie mit dem Land machen kann, was sie möchte. Dann kann sie Euch damit auch nicht mehr unter Druck setzen, dass sie das alles schließlich nur für Euch tut.

    Für mich klingt es, als ob die Frau nicht mehr alle Murmeln in der Schüssel hat. Das würde ich auch deinem Chef und allen in Eurem Umfeld genau so sagen, dass sie nicht alle Tassen im Schrank hat, damit keiner auf ihr Gehetze mehr was gibt. Deinen Chef anrufen ist ja echt der Oberhammer!!!

    (10) 24.05.14 - 15:08

    Schon mal an einen gesetzlich bestellten Betreuer nachgedacht ?

    Ein Anwalt könnte mir schreiben, was er will - soll sie doch den ganzen Krempel verkaufen, dann hat sie Geld. Anders sähe es aus, würde mich das Sozialamt anschreiben, aber auch hier gilt, erst mal die eigenen Reserven aufbrauchen, dann kommen andere. Ich würde sowieso gleich durchblicken lassen, dass ich das Erbe ausschlagen werde. Ich möchte auch keinen vergammelten Hof und bergeweise Schulden.
    Parallel würde ich sie per Anwalt auffordern, Kontakt zu meinem Chef aber sowas von sofort zu unterlassen genauso euch schlechtzumachen.
    Je klarer, desto besser. Der treusorgende Anwalt kann ja gerne eine Betreuung für die Frau einleiten und die Sozialbehörden einschalten, wenn sie das offensichtlich alles nicht mehr auf die Reihe kriegt. Ich würde mich hier ganz klar so lange abgrenzen, wie nur möglich.
    Sie hat bei ihrem Sohn ja wohl komplett versagt - also ist er auch derzeit für nichts verantwortlich, solange sie nicht bedürftig in einem Altersheim liegt. Dann werden die Karten neu gemischt.
    LG Moni

    (12) 24.05.14 - 19:10

    Ich würde nicht antworten. Der Anwalt wird wissen, dass da keine Aussicht auf Erfolg besteht.

    Gruß

    Manavgat

    (13) 25.05.14 - 09:30

    Danke.

    Mein Mann fühlt sich da moralisch verpflichtet, irgendwas zu machen und ich komm mir wirklich böse vor, wenn ich sage, erst soll sie sich selbst helfen. Böse böse gesagt (ohne die Tiere, die ja eine massive fianzielle Verpflichtung darstellen) könnte sie von einer Montagzahlung Hartz4 ein halbes Jahr leben, da sie ihr Haus kaum verlässt, das meiste, was sie konsumiert, selbst anbaut.

    Sie lebt in einer völligen Parallelwelt und alles ist böse. Das Haus verlässt sie kaum, da sie ja auf den Wanderweg achten muss, letzten Jahr haben angeblich dreimal Wanderer bei ihr eingebrochen und Zucker, Brot, etc. gestolen .... Mein Mann ist auch böse ... schließlich muss man seinen Eltern helfen. Die Welt ist böse ....

    • Nein, seinen Eltern muss man nicht in ausnahmslos allen Fällen helfen, aber sicher nicht. Und meinem Mann würde ich klarmachen, dass erstmal seine eigene Familie kommt. Er weiß doch am besten, wie das ist, wenn sich Kinder vernachlässigt fühlen.....seine Mutter ist für sich selber verantwortlich.
      Ich war auch böse gegenüber meiner Mutter - aber das hab ich wirklich weggesteckt. Denn sie ist in dieser Beziehung in jahrzehntelange Vorleistung getreten .......alles nur ein Echo.
      Setz Dich durch und ignorier den Anwalt. Sonst sehen die in euch Pfründe, die man ausschöpfen kann bis zum Gehtnichtmehr !!!!
      LG Moni

      • (15) 25.05.14 - 20:12

        Ich danke dir. Ja, man kommt sich irgendwie doof vor, dass sie so vor sich hin "gammelt" muss man ja schon fast sagen, aber ich bin auch der Meinung, dass sie nicht mittellos ist, sondern die Mittel, die ihr zur Verfügung stehen, nicht nutzt (so beansprucht sie kein Hartz 4, weil sie auch weiß, dass sie über kurz oder lang dann etwas ihres Grundbesitzes verkaufen muss ...)

        Mir graut davor, wie das weitergeht.

        Vor einigen Jahren (als dort die Sozialarbeiter zu Gange waren) stand im Raum, ob sie irgendwie eingewiesen werden kann ... ein Psychater kam zum Schluss, dass sie zwar nicht "sicherlich nicht normal sei, aber keine Gefahr für sich und andere darstelle"

Top Diskussionen anzeigen