Arbeitslos - ich gehe kaputt :-(

    • (1) 28.05.14 - 13:39
      frustrationpur

      Hallo,

      ich würde gern anonym schreiben (daher bitte nicht verschieben), weil ich mich ziemlich schäme, aber irgendwie habe ich das Bedürfnis, mich ein wenig auszuweinen. Vielleicht versteht mich hier jemand.

      Ich bin seit 6 Monaten arbeitslos und das geht mir sehr an die Nieren. Bereits vorher war ich ein paar Monate freigestellt, in dieser Zeit habe ich jedoch meinen Mann unterstützt und mich um den "Stau" zuhause gekümmert. Wir haben Kinder und arbeiten eigentlich beide Vollzeit. Jetzt bin ich zuhause und gehe kaputt daran.

      Ich bin sehr gut ausgebildet, Studium, Zusatzqualifikationen. Bei den Kindern bin ich nur kurz ausgestiegen, die Betreuung ist gesichert, trotzdem gab es einen gehörigen Karriereknick. Aus betrieblichen Gründen musste ich gehen (teils auch freiwillig, weil meine Abteilung aufgelöst wurde). Und ich hätte nie gedacht, dass es so lange dauert, einen neuen Job zu finden.

      Es gibt nicht viele Stellen in der Region, auf die mein Profil passt. Auf die wenigen, die es gab (ca. 30 bis jetzt), habe ich mich beworben. Bei 10 davon bin ich eingeladen worden, hatte teilweise bis zu 3 Gespräche, bin dafür bis ins Ausland gefahren (Muttergesellschaft). Ich hatte also in 6 Monaten nun ca. 20-25 Gespräche, persönlich, telefonisch, meist sitzen mir 5-6 Männer gegenüber. Und jedes Mal bin ich in der letzten Runde ausgeschieden. Jedes verdammte Mal.

      Die Gründe sind sehr vielfältig, teilweise verstehe ich diese sogar. Andererseits waren es meist Dinge, die man auch vorher hätte wissen können. Vielfach hat man mir abgesagt, weil mein Studienfach z.B. nicht zu Stelle passte (steht im Lebenslauf), weil ich nicht flexibel genug sein könnte (wg. der Kinder), weil ich zu dominant bin (als Projektleiter wäre es nicht schlecht, wenn man sich durchsetzen kann), weil man Zweifel an meiner Kundenorientierung hat (toughe Frau und islamischer Kunde beißt sich).

      Ich habe selber schon Leute eingestellt und ich weiß, dass sich die Menschen sicherlich ihre Gedanken gemacht haben und im Grunde weiß ich auch, dass die Hauptkritik wohl meine Person, meine Art selbst ist. Denn es gibt kaum andere Gründe, wenn man im 2./ 3. Gespräch plötzlich nicht mehr überzeugt. Aber bisher hatte ich nie Probleme mit meiner Art, ich bin ein ganz normaler Typ, nett, fröhlich, ja, auch durchsetzungsfähig, aber nicht aggressiv.

      Ich habe bereits alle Beziehungen angespitzt, dass ich suche, ich suche in einem Radius von 70 km, ich bin bei allen Personalverleihern und Recruitern gelistet... NICHTS.

      Also sitze ich Tag für Tag zuhause und werde immer depressiver. Suche Stellen, schreibe Bewerbungen. Ich gebe in meiner Freizeit Kurse und versuche, auf dem neusten Stand zu bleiben, aber ehrlich gesagt bin ich eigentlich nur noch ein nervliches Wrack.

      Ich verliere immer mehr die Kontrolle über mein Leben, kann morgens nicht mehr aufstehen. Mich plagen Geldsorgen (wir sind auf mein Gehalt durchaus angewiesen), Zukunftsängste und ich sorge mich um meinen Mann, der nun die ganze finanzielle Last alleine trägt.

      Ich kann wirklich nicht verstehen, dass jemand so etwas freiwillig macht. Ich bin kurz davor, mich WEIT unter Wert zu verkaufen - einfach nur, um wieder eine sinnvolle Beschäftigung zu haben. Haushalt, Garten... das ist nichts für mich. Noch eine weitere Tonne Wäsche und ich erhänge mich (ich mache auch sonst die Wäsche, aber eben nebenbei und nicht als Hauptaufgabe...).

      Kann mich jemand verstehen? Wie komme ich da nur wieder raus?

      • Ich kann dich richtig gut verstehen!

        Da du in Schwarz schreibst, kann ich dir keine PN schreiben. Aber wenn du trotzdem Interesse an einem Austausch hast, melde du dich doch bei mir per PN.

        #winke

        (3) 28.05.14 - 14:05

        Hallo,

        es ist ein blöder Rat, aber: Lasse den Kopf nicht hängen.
        Ich glaube nicht, dass der Grund immer in deiner Person liegt. Es ist nur so, dass kein Unternehmen mehr die wahren Gründe nennt, seit es das Anti-Diskriminierungsgesetz gibt. Der Bewerber könnte ja klagen, wenn er einen konkreten Grund für die Absage weiß...

        Ich suche momentan auch, allerdings aus ungekündigter Stellung; also eigentlich ohne Stress.

        Studium (Ingenieur, die sollen ja sooo gesucht sein), breite Auslandserfahrung, 3 Kinder und bis auf 2x ein Jahr Elternzeit immer Vollzeit gearbeitet, bei logischen Karriereschritten. Ich finde eigentlich, ich habe alles richtig gemacht. Und weißt du was: ich finde auch nichts.

        Ich hatte schon mehrere zweite Gespräche, in denen die Personaler versucht haben, mich auf das Gehaltsniveau zu drücken, was ich vor 10 Jahren mal hatte. Oder es kommen auf einmal Argumente, dass mir Erfahrung fehlt in Vertrieb oder so - dabei war aus der Stellenanzeige überhaupt nicht ersichtlich, dass das wichtig sein könnte.

        Ich glaube mittlerweile: so lange die noch einen kinderlosen Mann als Bewerber haben, wird der das Rennen machen. Frauen haben die A-Karte, ist so!
        Ich habe mir gerade eine Bewerbungspause verordnet, weil ich es neben der Arbeit her nicht mehr packe, und mir auch langsam der Urlaub knapp wird wegen der Einladungen zum Gespräch.

        Wäre es für dich eine Möglichkeit, einen Headhunter aktiv zu beauftragen, dass die dich platzieren? Dann arbeitest du evt. die ersten 1-2 Monate für dessen Erfolgsprämie, aber immerhin wärest du wieder im Job.

        Ich wünsche dir alles Gute

        Ich denke, du musst aufpassen, dass du dich nicht in die falsche Richtung verirrst. Klar spielt bei der Jobvergabe auch Sympathie oder Antipathie eine Rolle, aber dass dich jemand weniger sympathischer findet als denjenigen, der den Job am Ende bekommt, ist etwas, was du nicht beeinflussen kannst.

        Deshalb solltest du vorsichtig sein, die Situation, so unschön sie auch gerade für dich ist, darf nicht dein Selbstbewusstsein ankratzen, oder dich zu der Fehlannahme bringen, dass irgendwas mit dir verkehrt sein muss. Das ist eine Schlussfolgerung, die du ziehst, die aber nicht stimmen muss. In dem Punkt muss sich bei dir dringend etwas ändern, sollte ein Umdenken erfolgen. Nicht "mit mir ist etwas falsch, deshalb kriege ich keinen Job", sondern "ich habe jetzt eine Durststrecke, die wird auch irgendwann vorüber gehen".

        Dich selbst niedermachen raubt dir nur Energie, die du besser investieren könntest, zum Beispiel, einen vernünftigen Plan B zu entwickeln, der deinen Fähigkeiten auch entspricht.

        • (5) 28.05.14 - 16:39
          frustrationspur

          Danke dir für den gut gemeinten Rat. Wahrscheinlich hätte ich das auch gesagt. In der Situation selbst ist das jedoch gar nicht so einfach.

          Plan B ist eine schwierige Sache. Eine neue Ausbildung kommt eigentlich nicht in Frage (Zeit, Kosten, Sinn...). Ich engagiere mich ohnehin ehrenamtlich, traue mich jedoch nicht, dies weiter auszudehnen, denn ich sehe überhaupt keine Zukunftschancen für mich in dem Bereich und ich könnte diese Verpflichtungen niemals aufrecht erhalten, wenn ich doch einen Job finden sollte. Es wäre reichlich unfair, etwas aufzubauen und die Beteiligten dann im Regen stehen zu lassen.

          An eine Weiterqualifikation mag ich derzeit nicht denken. Zum einen fehlt mir das Geld, zum anderen bin ich bereits recht gut qualifiziert. Nach Angaben mehrerer Personalvermittler, Headhunter und Berater ist dies in einer ländlichen Region eher hinderlich. Ein Umzug wäre nur für mich allein, nicht als Familie möglich, denn sonst hätten wir gar kein Einkommen mehr, mein Mann ist hier gebunden. Zudem ist hier eben unser Netzwerk, welches eine qualitativ hochwertige und zuverlässige Betreuung der Kinder sicher stellt.

          Ich habe übrigens bisher bei keiner Stelle gegen eine Frau "verloren". Ausschließlich gegen Männer. 50% der Stellen, für die ich mich beworben habe, sind bis heute unbesetzt. Sehr seltsam.

          Es ist schwer, dass die Absagen nicht am Ego kratzen. Wenn ich jedoch bis in 3-4 Monaten keinen Job habe, werden wir relativ drastische Schritte unternehmen müssen (Haus verkaufen, Auto verkaufen etc.). Und Einstellungsprozesse dauern lange.

          Mich kränken auch einfach die mitleidigen und teilweise hämischen Blicke. Ich war nie eingebildet, weil ich gut ausgebildet bin, aber es ist hier recht ungewöhnlich und man argwöhnt relativ schnell. Einige Frauen reden jetzt ziemlich abschätzig hinter meinem Rücken, das verletzt mich sehr (mir ist es grundsätzlich egal, was jemand beruflich macht, ich schätze meine Friseurin z.B. sehr, genauso wie die Arzthelferin o.ä., aber hier auf dem Land hat man es immer kritisch gesehen, dass die Kinder relativ schnell fremdbetreut wurden.).

          Ich bin sehr dünnhäutig geworden und erkenne mich kaum wieder. Den ganzen Tag zuhause sein macht mich trotz Anwesenheit der Kinder, mit denen ich die Zeit natürlich auch genieße, nicht glücklich. Ich war glücklicher, als ich meine Freizeit ganz intensiv mit ihnen genutzt habe. Und sie haben mich auch mehr wert geschätzt. Heute bin ich gern mal nur "Putze" und die Frau, die eben immer hinter ihnen her räumt. Früher war ich ein gern gesehener Spielpartner.

          Man sollte glauben, dass ich jetzt zumindest das Private im Griff habe, aber dem ist nicht so. Ich bin mit der Zeit zuhause überfordert. Wahrscheinlich weil ich es ablehne. Wirklich genießen kann man es eben doch nicht, wenn es nicht freiwillig ist.

      Hallo,

      ich war selbst mal ein halbes Jahr ohne Job - ich kann es Dir nachempfinden. mein Mann war 2 Jahre ohne Job, kenne seine Situation/sein Leiden darunter. Ich kenne den Druck Alleinverdienerin zu sein. Nach heutogen massstäben ist mein Mann von vorneherein zu als für den Arbeitsmarkt...

      Ich weiß, dass sich das sehr lapidar anhört, aber fatal wäre es, dass Du es absolut persönlich nimmst. Es hilft Dir nicht, die Aufgaben daheim schon beim Aufstehen als die Hölle anzusehen. Das zieht Dich nur weiter runter.

      Du warst nur kurz daheim bei Deinen Kindern und bist schnell wieder in den Beruf zurück? Kannst Du nicht was aus der Mehrzeit mit Deinen Kindern machen?

      Ich drücke Dich#liebdrueck und wüsche Dir #klee
      Du brauchst viel geduld und ein dickes Fell

      LG

    • (7) 28.05.14 - 14:46

      Hallo,

      als ich Deinen Beitrag las, dachte ich, daß es fast meine Geschichte ist.

      Nach dem Studium mit einem guten Abschluss und Zusatzqualifikationen arbeitete ich 2, 3, 4 Jahre lang für unterschiedliche Institutionen. Die Stellen waren befristet oder die Gelder fehlten für eine Festanstellung. Dann folgte die Arbeitslosigkeit. In den ersten Wochen war ich absolut optimistisch, schrieb Bewerbungen und dachte, es würde nur von kurzer Dauer sein, bis ich den nächsten Job bekommen würde. Ich redete mir ein, daß vor Ostern, vor den Sommerferien usw. keiner eingestellt wird, weil der Zeitpunkt ungünstisch wäre. Ich machte eine einwöchige Maßnahme im Bewerbungstraining mit, eine Weiterbildung...und dann kam für mich der Zeitpunkt: immer noch keinen Job.
      Meine Sachbearbeiterin setzte mich unter Druck(ich war arbeitslos ohne Leistungsbezug), wollte mich in die Intensivbetreuung geben. Inzwischen türmten sich die Absagen der 500 Bewerbungen, 30 Bewerbungsgespräch und 2 Probearbeiten. Erst war ich voller Hoffnung, dann total verzweifelt. Während der Probearbeiten wurde mir versichert, daß ich die Arbeit sehr gut machen würde, aber ich wurde nr als Lückenbüßer gebraucht. In diesen Betrieben war es leider gang und gäbe.
      Also setzte ich mich hin und wältze alles, aber auch alles an Jobangeboten, welche in meiner Region angeboten wurde. Schließlich bewarb ich mich auf eine Stelle, die unter meiner Qualifikation war, mich nicht interessierte, aber ich bekam den Job. Vielleicht auch, weil er mich nicht interessierte. ;-) Ich habe die Branche komplett gewechselt, einen neuen Job, der mir inzwischen Spaß macht.

      Ich möchte Dir Mut machen und als Rat mitgeben von den vorgegebenen Pfaden abzuweichen. Nimm Bewerbungsunterlagen mit und geh direkt zu den Unternehmen. Such nach verwandten Berufsfeldern, manchmal ergibt sich eine Chance. Und gib Dich nicht auf. Zur Not arbeite nebenbei oder ehrenamtlich, damit Du nicht aus dem Rhythmus und unter Leute kommst.

      Alles Gute.

      LG
      Eine Leidensgenossin

      • (8) 28.05.14 - 14:47

        Ersetze ungünstisch durch ungünstig. #schwitz

        (9) 28.05.14 - 16:45

        Vielen Dank für die aufmunternden Worte.

        Ich arbeite bereits nebenbei und ehrenamtlich. Mir macht beides Spaß, beides hat jedoch keine langfristige Perspektive. Und ich kann mich nur halb reinstürzen, schließlich habe ich noch mit den Bewerbungen durchaus viel zu tun.

        Problematisch ist, dass die Gespräche meist gut laufen und ich selten einen Anhaltspunkt oder gar ein ehrliches Feedback bekomme, woran ich scheitere (vermutlich wg. des Anti-Diskriminierungsgesetzes).

        Ich bewerbe mich schon auf alles möglich, aber bei den Jobs, auf die ich nur so halb passe, bekomme ich die Bewerbungen meist postwendend zurück. Es ist aber gut zu hören, dass es auch anders laufen kann.

        Wir werden uns in naher Zukunft Gedanken machen müssen, wie es weitergehen soll, wenn ich aus dem Leistungsbezug heraus falle. Ohne dieses Geld können wir leider nicht "überleben", d.h. wir müssen unser Haus verkaufen. Das ist ein ziemlich drastischer Schritt und ich hoffe inständig, dass wir das vermeiden können (es ist wahrlich ein sehr kleines Haus, es war sehr günstig und wir brauchen es eigentlich dringend für unsere Rente....).

        Trotzdem tut es gut zu hören, dass auch andere zu kämpfen hatten und mich verstehen. Hier gehe ich derzeit durch die Hölle. Wir wohnen ländlich und man lacht hinter meinem Rücken über mich, weil ich "Hoch-Studierte" eben arbeitslos bin, die "ehrlichen Arbeiter" jedoch etwas finden. Mich verletzt das, ich habe nie auf meinem Beruf herum geritten und mir war es auch immer egal, was andere für einen Job haben. Nur ich war für mich eben ehrgeizig, ich selbst wollte für mich mehr. Und bin jetzt kläglich gescheitert. Viele amüsiert das.

    Hallo!

    viele Bewerber werden abgelehnt, weil ein anderer Bewerber einfach ein kleines bisschen besser passt. Da kann der Einzelne gar nichts für, er macht keine Fehler, nur eben ist ein anderer nen Ticken besser, ein paar Euro billiger weil jünger oder er würde vom Alter und Geschlecht her besser ins Team passen.

    Solche gründe darf man aber wegen dem tollen Anti-Diskriminierungsgesetz nicht sagen, also kommen gar keine Gründe mehr.

    Hi,

    wer will ein nervliches Wrack einstellen??? Fahrt in Urlaub, tanke auf und lebe Dein derzeitiges Mama-Leben positiv.

    Sicherlich brauchst du einen Job und das Geld ABER keiner bekommt eine Chance, wenn er eher negativ rüber kommt und gerade beim Vorstellungsgespräch ist es wichtig, in dieser 1. Std. positiv rüber zu kommen!

    Sehr schnell heißt es " die ist jetzt schon überfordert, nur weil sie zu Hause ist wie soll das werden, wenn sie wieder arbeitet?"

    ICH habe bis dato auf keine Stellenanzeige 100% gepaßt und trotzdem habe ich die Stellen bekommen. Warum? Keine Ahnung,#schwitz ich habe mich gut verkauft, konnte positiv überzeugen.

    lisa

    • Dann hattest Du einfach Glück.
      Glaube mir, ich bin selbst Personaler. Es gibt genügend Bewerber, die sehr sympatisch sind und an sich alles richtig gemacht haben im Bewerbungsgespräch und trotzdem nicht genommen werden. Manchmal gibt es eben leider zu viele gute Bewerber für nur eine Position. Da entscheiden Kleinigkeiten, für die die Bewerber teilweise gar nichts können.

      (13) 28.05.14 - 22:03
      frustrationpur

      Ach herrje: das hatte ich vermisst - ein paar empathiebefreite Plattitüden. Höre ich ja ach so selten.

      Warum nimmst du an, ich könnte mich nicht verkaufen und hätte eine negative Ausstrahlung? Ich bin keine unerfahrene Praktikantin, sondern seit vielen Jahren Führungskraft und Trainerin. Nimm es mir nicht übel, aber ich bin durchaus in der Lage, meine Gefühlswelt in Gesprächen auszublenden und auf den Punkt zu agieren. Wäre dem nicht so, wäre ich beruflich überhaupt nicht so weit gekommen.

      Genau das ist ja mein Problem. Ich verkaufe mich gut, meine Qualifikationen sind sehr gut. Warum klappt es nicht? Es hilft mir ehrlich gesagt überhaupt nicht, dass es "nur um Kleinigkeiten" geht. Ich würde die Kleinigkeiten gerne kennen, denn bisher hatte ich auch nie Probleme bei der Jobsuche (als ich noch jünger und weniger qualifiziert war seltsamerweise).

      Einen Urlaub kann man sich schwerlich leisten, wenn man kurz davor steht, sein Haus zu verlieren.

      Es ist wunderbar, dass du bisher immer eine Stelle gefunden hast. Und es ist total nett, dass du mir das unter die Nase reibst.

      • sorry, es liest sich hier, das Du fix und fertig bist und eher schon langsam Anzeichen für eine depressive Phase hast - was Du ja selber schreibst#kratz.

        Was ja auch super verständlich ist!!!!

        Sicherlich kann man vieles überspielen aber Dein Gegenüber ist ebenfalls ein Profi und kein Anfänger und kann bei unbewußten Anworten .....evtl. mehr raus hören, als Dir in dieser Situation bewußt/ lieb ist.

        Ich bekomme das Tag täglich mit.....wenn die Zahlen vom Vertieb nicht stimmen, gehen die Kollegen ganz anders zum Kunden. Wenn ein Big Deal eines Kollegen geklappt hat, kippt die Stimmung ins Positive und vieles geht einfacher von der Hand und die Abschlussquote erhöht sich. Spreche ich die Kollegen direkt an....die merken das teils gar nicht, das sie derzeit keine " richtige " positive Stimmung haben, sondern eher aufgesetzt ist. Wollen es gar nicht wahr haben......
        Die Kollegen haben schon viele Mentalseminare gemacht, ein Kollege war sogar Trainer bei Daimler, aber eine längere schlechtere Phase läßt sich bei Profis nicht 100% überspielen, da vieles eine Bauchentscheidung ist und dieser viele Stimmungsschwankungen aufnimmt, die man bewußt gar nicht sendet.

        Daher meinte, das mal eine Auszeit vielleicht gut tut, um aufzutanken und wieder frisch an die Sache zu gehen und evtl. auch andere Ideen zu entwicklen. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäume nicht, das gerade jetzt vielleicht der Zeitpunkt ist, einen anderen Weg einzuschlagen.

        Nichts für ungut aber MEHR war nicht gemeint.

        Lisa

Hallo!

Ich drücke dich virtuell ganz fest und vor allem die Daumen, dass die Suche bald erfolgreich ist!
Ich kann dich sooo gut verstehen, ich war in einer ähnlichen Situation.
Gut qualifiziert, tolle Jobs. Dann 3 Kinder mit jeweils kurzen Elternzeiten. In der dritten Schwangerschaft wurde mein Arbeitgeber "verkauft" und unser Bereich dicht gemacht. Super... Ich habe ein DreiviertelJahr gebraucht, um einen Job zu finden und der ist 300 km von meiner Familie weg. Das heißt, ich bin unter der Woche weg. Inhaltlich ist die Arbeit gut, die Bezahlung deutlich schlechter als vorher aber akzeptabel. Allerdings ist die Stelle befristet (14 Monate), das heißt, der Spaß der Arbeitssuche geht vielleicht bald wieder los.
Vielleicht ist das auch etwas für euch? Den Radius zu erweitern und dann ggf. Aus einer Anstellung heraus in der Umgebung weiter suchen? Ich finde die Situation nicht doll, aber besser als das mir ohne Arbeit die Decke und Existenz auf den Kopf fällt....
Ganz liebe Grüße und nicht aufgeben!!!

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