Partner ist auf Kur und meldet sich nicht

    • (1) 29.05.14 - 10:26

      Hallo an Alle, die sich Zeit für mein Thema nehmen,

      Ich habe bereits ein wenig im Internet nach Erfahrungen zu diesem Thema gesucht, aber ich wollte ganz gerne Meinungen zu eben meiner Situation einholen.

      Mein Partner und ich sind nun seit 6 Jahren zusammen. Seit 5 1/2 Jahren leben wir auch in einer gemeinsamen Wohnung (dies als Randinfo).

      Seit ca. 3 Jahren kämpft mein Partner mit Depressionen; zuerst lediglich als depressive Verstimmungen ausgelegt, da immer mal wieder Besserungen aber auch Verschlechterungen auftraten. Seit diesem Jahr wurde ihm eine Depression von Seitens der Ärzte bescheinigt. Er bekam die Empfehlung in eine entsprechende Klinik für sechs Wochen zu gehen.

      Kurz zu den Gründen der Depression:
      Anmerk. Von mir: Ich bin hier ja Außenstehende und kann nur aufgrund von Gesprächen mit dem Partner versuchen mir ein Bild zu machen bzw.die evt. Gründe herauszufindenden.

      1. Übermäßige berufliche Unzufriedenheit
      2. Familiäre Differenzen /Sorge wg. seiner Mutter
      3. Antriebslosigkeit was das Privat-, und auch Liebesleben angeht

      Punkt Nr. 3 betrifft mich sehr stark;allerdings stehen wir beide sehr hilflos da. Ich möchte ihm keinen Druck machen, aber natürlich verzweifel ich ein wenig daran, da wir z.b seit über einem Jahr kein Liebesleben haben. Allerdings jede andere etwaige körperliche Zuneigung ist ihm sehr wichtig. (Kuscheln, Küssen etc).

      so nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen:
      Heute ist mein Partner seit Zehn Tagen weg und bis auf eine SMS am Ankunftstag habe Ich nichts mehr von ihm gehört. Das ganze Wochenende nicht; gar nichts. Am Wochenende und an Feiertagen (wie heute) ist theraphiefreie zeit;aber er meldet sich überhaupt nicht. Der Abschied war emotional; habe ihm gesagt er soll erstmal ankommen und sich auf die Therapie einlassen und sich bei Gelegenheit melden.

      Lt.Klinikwebsite dürfen die Patienten außerhalb der Therapie Besuch empfangen;das will er nun vermutlich nicht.

      Könnt ihr mir sagen, ob dies normal bei dieser Erkrankung ist oder aber muss ich mich auf was einstellen?

      Ich hab nun noch 4 Wochen vor mir und weiß wirklich nicht wie ich mit der jetzigen Situation umgehen soll. Verleugne ich was, wenn ich mich nicht mit dem Umstand befasse, dass er anscheinend keinen Kontakt zu mir will. Oder bin ich vorschnell wenn ich mich (zwangsläufig) mit dem Thema Trennung auseinander setze(n) (muss)?

      Gestern habe ich versucht ihn anzurufen , es hat ein paar mal geklingelt bevor die ansage kam, dass er nicht erreichbar ist. Also musste er sein Handy wohl nicht ausschalten und abgeben. Was mir die Situation nicht leichter macht.

      so ist leider viel text, aber vielleicht hat jmd. Erfahrungen mit dem Thema und kann mir helfen.

      dafür bereits vielen lieben dank!

      • Hallo,

        ich selbst habe Depressionen, eine Angststörung und eine Persönlichkeitsstörung. Also kann ichh dir aus Erfahrung berichten. Bei dem dritten Grund, den du für seine Depressionen angeführt hast, handelt es sich um ein Symptom. Ich war so antriebslos, dass ich am Ende nicht mehr aufgestanden bin.

        Um aber zu deinem Problem zu kommen. Meist finden die Patienten erst in der Klinik heraus, was das eigentliche Problem ist und woher die Depressionen kommen. Es werden Sachen aufgewühlt, die erst mal verbreitet werden müssen. Ich war schon zwei Mal in der Klinik und war nach Therspieende am Nachmittag total erschöpft. Da hätte ich nicht noch telefonieren wollen. Sinn des Aufenthaltes ist es auch, je nach Patient endlich mal Abstand von Allem zu bekommen. So sieht man alles klarer. Das ist sicher nicht gegen dich persönlich gerichtet.

        Ich würde an deiner Stelle deinem Mann eine Sms schreiben, in der steht, dass du hoffst, dass die Therapie gut läuft und ob alles in Ordnung ist. Das wirkt nicht aufdringlich und er kann entscheiden, wann er den Kopf hat zu antworten.

        Liebe Grüße Annika

        • Hallo Annika,

          ich danke Dir für Deine offenen Worte. Sofern man nicht selber davon betroffen ist, fällt es leider schwer, dass Verhalten immer rational nachzuvollziehen. Daher Danke ich Dir von Herzen für Deine ehrliche Antwort!

          Liebe Grüße

      Hallo,

      ich war 6 Wochen in der Klinik (manisch-depressiv und Panikstörung).
      Oft wird man anfangs auch auf Medikemente eingestellt/umgestellt.
      Es ist besonders anfangs sehr sehr schwierig. Neue Eindrücke, viele
      emotionale Phasen, man hat dort ja auch eine Art Unterricht...ich war anfangs gar nicht in der Lage Besuch zu empfangen...
      Lass ihm Zeit und Ruhe. Schreib ihm sonst einen Brief, darüber hatte ich mich immer sehr gefreut :)

      LG Katharina

      • Hallo Katharina,

        Danke für deine Antwort und deine Erfahrungen.

        Ich finde es ehrlich gesagt recht schade, dass man als Art Angehöriger leider nicht einbezogen wird. Das meine ich gar nicht auf die Therapie (die geht nur die betreffende Person was an) sondern vielmehr, dass es von den Kliniken keine (so blöd es klingen mag) Infoblätter für Angehörige gibt, womit man zu rechnen hat oder wie man mit damit umgehen kann. Oder Info-veranstaltungen. Dies ist in meinem nahen Umfeld die zweite person, die mit einer solchen Krankheit zu kämpfen hat. Ich finde es schade, dass man da so allein auf weiter Flur gelassen wird.

        Danke für deine Antwort!

        • Ich würde ihm auch eine sms schicken und fragen ob es ihm gut geht.

          Zeit zu antworten wird er eigentlich haben.

          Bei mir wurde der Partner mit einbezogen. Wir haben auch infomaterial bekommen.

          Sonst frag in der klinik nach, ob die dir etwas schicken können

    Es gibt Kliniken, die in den ersten 2-3 Wochen ein Kontaktverbot verhängen, eben damit der Patient erst mal ankommt und sich auf sich selbst besinnen kann.....

    Agathe

    Ich behaupte, meine Erfahrung würde dich nicht positiv stimmen.

    Hallo!

    So einen ähnlichen Thread gab es hier schon einmal.

    Ich war auch mal auf "Kur" (eigentlich ist es ja ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik, oder). Und ich weiß noch dass da sehr viele neue Eindrücke auf mich einstürmten: Neue Umgebung, neue Menschen, viele Therapien, viele Termine. Ich glaube man ist in der ersten Zeit einfach viel mit sich selbst beschäftigt und ein bisschen in einer "Blase", fast wie von der Außenwelt abgeschirmt. Manchmal ist man auch einfach zu egoistisch, zu faul oder will nicht an die Probleme zu hause erinnert werden.

    Ich finde es auch nicht schön, wenn man sich in 10 Tage nicht einmal meldet, aber unter diesen Umständen würde ich auch nicht gleich den Teufel an die Wand malen und an Trennung denken! Das finde ich schon arg überzogen!

    Manchmal wird einem empfohlen, erst einmal keinen Kontakt zu haben. Es hat ja seinen Sinn, dass der Aufenthalt stationär ist, also dass man völlig aus dem Alltag herausgenommen wird. Obwohl es natürlich netter gewesen wäre, Dich darüber kurz zu informieren. Auch von Besuch wird vielen psychisch belasteten Patienten in der ersten Zeit übrigens eher abgeraten.

    Du hast gezeigt dass Du an ihn denkst indem Du angerufen hast. Und mit "habe ihm gesagt er soll erstmal ankommen und sich auf die Therapie einlassen und sich bei Gelegenheit melden" hast Du ihm ja den Druck genommen, sich melden zu müssen. Das finde ich sehr gut. Vielleicht ist das auch ein Grund für den ausbleibenden Kontakt?

    Ich würde ihm, wenn er sich in den nächsten ein bis zwei Tagen nicht meldet eine SMS schreiben, so in dem Stil: "Hallo! Ich hoffe es geht Dir gut. Wenn Du Lust hast würde ich mich über einen Anruf freuen. Wenn nicht ist das auch in Ordnung. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!"

    #winke

Top Diskussionen anzeigen