Mein Freund weint bei Streitereien

    • (1) 29.06.14 - 00:16
      FrauvonHeulsuse

      Hallo,

      ich (28) bin mal wieder genervt von meinem Freund (27). Jedesmal wenn wir streiten, fängt er nach kurzer Zeit schon an zu weinen. Und dabei geht es meistens echt um Kleinigkeiten. Ich sage ihm, wenn mich was stört und er nimmt es sofort als persönlichen Angriff und macht aus einer Mücke einen Elefanten und fühlt sich zutiefst von mir verletzt.#augen

      Ihr müsst jetzt nicht denken, dass ich irgendwie ausfallend werde oder so. Es ist ein ganz normaler Streit aber dann eskaliert es irgendwie und wenn er dann wieder anfängt zu heulen, dann bin ich erst recht genervt.:-[ Wir sind jetzt über ein Jahr zusammen und beim ersten Streit fand ich das noch süß, aber so langsam kann ich ihn nicht mehr ernstnehmen. Wir wollen eigentlich Ende des Jahres zusammenziehen. Nun hab ich aber doch so meine Zweifel, ob das gutgeht.

      Er ist sonst ein wirklich ein toller Mann, aber diese ständige Heulerei macht ihn mir irgendwie madig. Heute war es wieder so und ich bin richtig wütend gewesen und hab ihm gesagt, dass er aufhören soll zu flennen, wie ein Baby und sich mal verhalten wie ein richtiger Mann.
      Oh man, da sind dann alle Dämme gebrochen und ich musste einfach nur noch lachen.#sorry #hicks Ich kam mir vor als wenn ich ein kleines Kind vor mir hätte und keinen Erwachsenen. Er ist beleidigt nach Hause gefahren und ich frage mich zum ersten Mal ernsthaft ob er der Richtige ist?#gruebel

      Oder bin ich einfach nur total gefühlskalt? Ich meine, ich bin nicht so nah am Wasser gebaut und weine auch nicht bei irgendwelchen Schnulzen im Fernsehn. Überhaupt muss erst mal was richtig schlimmes passieren, damit mir die Tränen kommen. Vielleicht sind wir einfach zu unterschiedlich und passen nicht zusammen. Ich weiß einfach nicht. Vielleicht muss ich auch einfach eine Nacht drüber schlafen.

      Was meint ihr dazu?#gruebel

      • (2) 29.06.14 - 00:23

        Bei einem Streit werden seine Kindheitserinnerungen getriggert.

        Offensichtlich ist er als Kind sehr verletzt worden.
        Ich empfehle ihm eine Therapie, Dir viel mehr Verständnis und Feingefühl (Du trittst ja eher noch in die Wunde) oder die Trennung.

        Reflektiere das Ganze mal mehr.

        Alles Gute.

        • (3) 29.06.14 - 00:40

          Hmm, ich weiß nicht. Er ist eigentlich sehr behütet aufgewachsen und hat ein gutes Verhältnis zu seiner Familie.

          • (4) 29.06.14 - 00:43

            Das eine schliesst das andere nicht aus.

            Er kann ja dennoch niht gelernt haben Konflikte zu lösen.

            Oder er wurde mehr kritisiert als er heute weiss.

            Die Ursachen für sein Verhalten liegen m.E. auf jeden Fall in der Kindheit oder Jugend.

          • Ist bei mir nicht anders, trotzdem war meine Kindheit beschissen.

            Das ändert nichts daran, dass ich mir große Mühe gebe, ein anständiges Verhältnis zu meiner Familie aufrecht zu erhalten. Wirtschaftlich hatten wir auch alles, aber an der Liebe hat es einfach arg gefehlt.

            (6) 30.06.14 - 13:21
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            Bin ich auch. Und ich habe auch mittlerweile einen super Kontakt zu meinen Eltern. Aber im Kindes- und Jugendalter war es nicht so leicht, mein Vater konnte und kann mit Kindern und Teenies einfach nicht umgehen. Er duldet keine Widerworte und überhaupt durfte nicht gejammert oder gemault werden... oft gab es auch Schläge, er war einfach überfordert. Seine Eltern waren auch so.

            Ich bin trotzdem ein selbstständiger und relativ selbstbewusster Mensch geworden, stehe mit beiden Beinen im Leben und habe meine Meinung, die ich auch vertreten kann... aber ich fühle mich von meinem Mann auch furchtbar schnell persönlich angegriffen, mache dann dicht aus Angst vor Verletzungen und bin unheimlich dramatisch (mit Tränen und allem drum und dran #schwitz) Ich kann einfach nicht anders, es steckt so tief drin, dieses Gefühl dass der geliebte Mensch einen in dem Moment irgendwie abweist oder nicht so "lieb hat" wie sonst... :-(

            Mir hilft, wenn mein Mann im normaler Ton mit mir "streitet", also ist es dann kein Streit in dem Sinne sondern ein Dialog. Eine vernünftige Wortwahl, keine Vorwürfe. Manchmal nimmt er mich in den Arm. Dann klappts auch ohne Geheule :-p

            Du kannst nicht wissen, was da evtl. in seiner Kindheit irgendwelche Spuren hinterlassen hat, oft weiß man das selbst ja nicht mal. Aber guck doch mal ob du, mit diesem Gedanken im Hinterkopf, was an eurer Streitkultur ändern kannst damit es besser klappt.

      (7) 29.06.14 - 00:59

      dass es tiefgründigere Ursachen für sein Verhalten gibt.

      Wie schon erwähnt wurde, er hat wahrscheinlich nie gelernt zu streiten. Oder aber er wurde, trotz gutem Verhältnis zu seinen Eltern, ständig kritisiert o.ä.

      Sprich ihn doch einfach mal darauf an, anstatt ihn auszulachen.

      • (8) 29.06.14 - 01:11

        Ja, das kann schon sein.

        Angesprochen habe ich das schon mehrmals und ich lache ihn auch nicht ständig aus. Es war heute das erste mal, dass ich gemein geworden bin. Aber das war einfach nur noch zum lachen. Da ging es um so einen Furz und er macht so ein Drama und ich stehe hilflos daneben, weil ich mit ihm einfach nicht steiten kann ohne dass es eine Sintflut gibt.

    "Er ist beleidigt nach Hause gefahren und ich frage mich zum ersten Mal ernsthaft ob er der Richtige ist?"

    Ich hoffe, er hat sich ebenfalls gefragt, ob du die Richtige bist. Denn so ein Verhalten (beschimpfen, auslachen) sollte er sich nicht gefallen lassen müssen. Mag ja sein, dass du nicht nah am Wasser gebaut bist, aber deswegen musst du doch nicht gleich so gefühlskalt sein.

    Wenn du dich nciht ändern kannst, passt das wirklich nicht mit euch beiden. Dein Freund wäre ohne dich (wie du momentan bist) besser dran.

    • (10) 29.06.14 - 01:23
      FrauvonHeulsuse

      Ich weiß ja selbst, dass ich mich heute nicht richtig verhalten habe und das tut mir auch leid. Aber weißt du wie das ist, wenn du dir 5 x überlegst, ob du ein "Problem" ansprichst oder nicht, weil du befürchten musst, dass dann wieder die Heulerei losgeht. Es ist ja auch so, dass wir deswegen nie etwas ausdiskutieren können. So kann man doch keine vernünftige Beziehung führen. Ich habe bisher immer Rücksicht genommen und hab ihn auch oft in den Arm genommen, wenn er geweint hat, aber heute ist mir der Kragen geplatzt und mir ist bewusst geworden, dass wir so nie Konflikte austragen können. Er ist dann auch überhaupt nicht bereit zu diskutieren.

      • Du hast nur zwei Möglichkeiten.

        Entweder gehst du mit ihm das Problem an oder ihr geht getrennte Wege.

        Okay, dann versuche ich es mal etwas wohlwollender ;-)

        Ich bin auch SEHR nah am Wasser gebaut. Und ich HASSE es, wenn ich dadurch Nachteile habe, denn ich kann ja nunmal nix dafür, wenn die Tränchen fließen. Ich möchte aber nicht ausgelacht werden oder beleidigt werden. Von einem Gegenüber, dem ich mich verbunden fühle, insbesondere meinem Partner, wünsche ich mir, dass meine Tränen möglichst ignoriert werden und das Gespräch ganz normal weiter geführt wird, evtl. etwas Rücksicht, dass ich kurz nach Luft schnappen muss :-P Ich habe nichts dagegen, auch getröstet zu werden, wenn es in dem Moment passt, aber das ist kein Muss.

        Bei deinem Partner scheint es ja nun ganz anders zu sein. Du schreibst ja, dass ihr das Gespräch dann nicht weiterführen könnt und dass er vieles als persönlichen Angriff wertet. Insofern scheinen hier nicht die Tränen das eigentliche Problem zu sein. Ich würde dir also raten, die Tränen einfach komplett zu ignorieren. Dann merkst du schonmal, ob die Ursache eurer Kommunikationsprobleme evtl. bei dir liegt, weil du vielleicht die Tränen thematisiert hast oder aufgrund der Tränen das Gespräch in eine andere Richtung gelenkt hast als du ursprünglich wolltest, oder ob er es ist, der tiefer gehende Kommunikationsschwierigkeiten hat, die über ein "Nah-am-Wasser-gebaut-sein" hinaus gehen.

        Wenn dem so sein sollte, kannst du dort ansetzen, so wie jeder andere es auch tun muss, der mit seinem Partner nicht so wirklich gut kommunizieren kann. Erstmal überprüfen, ob deine eigenen Kommunikationsstrategien okay sind (z.B. Ich-Botschaften anstatt Vorwürfe) und dann versuchen, zu ergründen, was genau der Knackpunkt ist, an dem die Diskussion mit deinem Freund scheitert, also außerhalb der Tränen. Redet er dann einfach nicht mehr weiter? Dann einfach geduldig sein, liebevoll abwarten, bis er sich etwas beruhigt hat und evtl. nochmal nachfragen.

        Du betrachtest das Ganze im Moment so einseitig. "Es gibt einen Streit und wir kommen nicht weiter, weil mein Freund anfängt zu weinen." Das stimmt aber einfach nicht, denn man kann sich auch weinend oder nach dem Weinen streiten. Und man kann auch weinend eine Lösung finen, was sicher noch viel wichtiger ist. Also müsste dein Satz eigentlich lauten: "Es gibt einen Streit und wir kommen nicht weiter, weil mein Freund (der dabei weint) das-und-das tut." Dafür fehlen mir in deinem Thread quasi noch die Informationen, weil du alles so sehr auf das Weinen beschränkst. Das wäre fast so, also würde ich schreiben, ich kann mit meinem Freund nichts ausdiskutieren, weil er dann gleich anfängt zu schwitzen.

        Das ist aber eigentlich gar kein Grund.

        • (13) 29.06.14 - 02:07
          FrauvonHeulsuse

          Ja du hast schon irgendwie recht. Ich glaube das Problem ist, dass ich dann einfach nicht weiterdiskutieren kann, weil ich mit dem, in meinen Augen, übertriebenem Gefühlsausbruch nicht umgehen kann. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum er wegen solchen Kleinigkeiten weinen muss. Und jedesmal wirft mich das total aus der Bahn, wenn er weint.

          Und ich muss zugeben, dass mir schon der Verdacht gekommen ist, das er das extra macht um dem Streit aus dem Weg zu gehen.

          • Ich bin auch jemand, der nah am Wasser gebaut hat. Es ist keine Absicht, wenn die Tränen kullern - auch wenn einige Leute das wohl tatsächlich absichtlich können - sondern nervt mich teilweise selber tierisch. Ich kann's nicht abstellen. Aber es ist möglich, darum zu bitten, mir eben einen Moment Zeit zu geben, damit ich wieder "runter komme". Danach ist normales Reden wieder möglich. Jedenfalls sofern es kein Streit ist, der mit irgendwelchen unfairen Vorwürfen anfängt, wo man selber schon beim Eingangssatz das Gefühl hat, man ist der Verlierer.
            Und ich habe so den leisen Verdacht, dass das vielleicht das Gefühl ist. was bei Deinem Freund ankommt? Du sprichst von streiten und Sachen wegräumen in einem Satz. Habt Ihr denn mal geklärt, sachlich, was jeder jeweils erwartet an z.B. Ordnung? Es kommt auch anders rüber wenn man sagt "boah, hast Du den Mist immer noch nicht weggeräumt?" als wenn man das in einem eher lockeren Tonfall "war da nicht noch was, was Du heute machen wolltest? / ich glaube, das da sollte heute noch weggeräumt werden" anspricht.

            • Die einfachste Loesung waere tatsaechlich, das gar nicht zu thematisieren, sondern schlicht selbst wegzuraeumen, was einen stoert... Dann gaeb es auch keinen Ansatz fuer einen Streit... ;-)

      Müsst ihr denn unbedingt streiten?

      Wie sieht es denn mit ruhigen Problemgesprächen aus, ohne rumschreien? geht das?

      Oder eben gar nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern per Email oder in einem Chat?Finde ich sowieso oft einfacher, weil man sich durchlesen kann was man da abschicken will, und so manchen Fehler ausbügeln kann.

      • (17) 29.06.14 - 02:11

        Ich schreie nicht rum! Es kann schon mal sein, dass ich einen genervten Ton anschlage, aber schreien tu ich nicht.

        Und mal ehrlich, ich kann doch nicht jedes mal ne Email schreiben, wenn er grad sein Zeug nicht weggeräumt hat? Das ist doch lächerlich!

        • Also ihr streitet gar nicht richtig, sondern Du fängst an zu meckern, und schon heult er los?

          Meckern ist dabei ein echtes Problem, oft ein Auftakt zu einem massiven Streit, und sicher keine tolle Angewohnheit. Kannst Du vielleicht daran arbeiten, WIE Du meckerst? Also nicht "DU hast schon wieder deine Socken nicht aufgeräumt, NIE räumst DU DEIN Zeug weg, IMMER muss ich hinter DIR herräumen....." sondern besser "Ich habe gestern erst alles aufgeräumt, machst Du das bitte heute?"

          Ganz oft trifft man beim meckern solche Pauschalen aussagen, die den Partner insgesamt herab würdigen, das muss einfach nicht sein.

          Wenn er so sensibel ist, solltest du echt mal Eire Streitkultur überdenken. Wenn du doch schon weißt, er reagiert auf Unfrieden so, dann kannst du doch deinen Unmut auch versuchen mal so zu formulieren, dass er die Kritik annehmen und umsetzen kann, ohne dabei verletzt zu sein.

          Beispiel: Mein Mann lässt mal wieder seine Socken rumliegen. Ich kann dann meckern: "Maaaaaaaaaann, ewig fliegen deine Socken hier rum, kannst du damit nicht endlich mal aufhören? Das kotzt mich sowas von an!!!" Oder ich kann sagen: "Schatz, tust du mir einen Gefallen und räumst deine Socken hier bitte wieder weg, du weißt doch, dass ich das nicht mag!"

          Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, denn du die zweite Variante wählst, denn dann dürfte er keinen Grund haben zu weinen! Ich streite auch nicht gern, ich heule dann zwar nicht gleich los, aber ich bin dann auch schnell angepisst, wenn ich angemeckert werde statt dass man mich bittet, etwas zu tun.

          Deshalb beobachte dich doch auch mal selbst. Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Frau, die selbst harmoniebedürftig ist, einen Mann zum Weinen bringen würde, wenn ihr was nicht passt! Von daher passt es vielleicht echt nicht mit Euch und er braucht eine sanftmütigere Partnerin, während du mit einem ruppigeren Mann besser bedient bist! Aber dann fang DU nicht am Ende an zu heulen, wenn der DICH dann dauernd anmeckert! :-p ;-)

          Es gibt noch eine ganz andere viel subtilere Loesung, die in meiner Beziehung fuer sehr viel Harmonie und absolute Streitarmut gesorgt hat...

          Meine Frau liess immer Zahnpastatuben, Duschgele, Marmeladenglaeser und was sonst so anfaellt halboffen stehen, was ich furchtbar finde.
          Ich im Gegenzug hatte lange die Angewohnheit meine Socken auf dem Sofa auszuziehen, da ich gerne barfuss laufe zuhause. Die Socken blieben dann schon meist vorm Sofa liegen, was meine Frau wieder nicht so mag...

          So. Jetzt koennten wir uns ausfuehrlich anmaulen, weil uns das jeweilige Getue vom anderen nicht gefaellt. Was waere die Folge? Widerwillig wird vielleicht das Handeln kurz umgestellt und permanent gaebe es Auseinandersetzungen, weil man wieder in alte Muster zurueckfaellt. Dazu fuehlt man sich persoenlich angegriffen, wenn man staendig auf Versaeumnisse angesprochen wird. Und zuguterletzt sitzt man noch auf seinem Aerger, weil man den Eindruck hat der andere nimmt einem den Aerger nicht ab...

          Wir machen das anders. Derjenige, den etwas stoert, der beseitigt es einfach.
          Ich habe irgendwann angefangen Zahnpastatuben, Duschgele etc einfach selber zuzudrehen und kein Wort drueber zu verlieren... Irgendwann wurde das immer weniger, dass ich selber zudrehen musste.
          Meine Frau hat meine Nachricht verstanden. Mich stoerte das, sie wusste es und weil wir nie drueber gestritten haben oder ueberhaupt solchen Kleinkram thematisieren mussten, hat sie nie Druck verspuert. Und genau deswegen viel es ihr so leicht es am Ende selbst abzustellen. Einfach nur, um mir etwas Gutes zu tun...

          Meine Socken bringe ich mittlerweile selbst in die Waesche. Und wenn ich es doch mal vergesse, dann verschwinden sie auf wundersame Weise wie von selbst... ;-)

          Man kann jetzt natuerlich darauf kommen, dass sich das alles die Waage halten muss, dann geht das. Dazu nur soviel. Wer in einer Beziehung anfaengt aufzurechnen hat schon verloren. Bei uns gibt es zB wesentlich mehr Zahnpastatuben als Socken. ;-) Der Schluessel ist, dass man die Dinge aus Selbstlosigkeit tut. Quasi erwartungsfrei, denn am Ende ist man nur selbst fuer seinen Frieden verantwortlich und sollte sich aus der Abhaengigkeit von den Handlungen des Partners loesen.

          Der grosse Vorteil dieser Art, die sich natuerlich nicht nur auf Socken und Zahnpasta beschraenkt, ist schlicht, dass wir uns nicht mit Kleinkram abgeben, die sich unter Umstaenden zur echten Krise ausweiten und so genuegend Energien gemeinsam uebrig haben, um die echten Aufgaben anzugehen... :-)

          Vielleicht steckt da ja ein wenig drin, was Euch oder Dir zumindest einen Ansatz zum Nachdenken gibt...

Hallo,
ich empfinde deinen Beitrag sehr respektlos und egoistisch deinem Partner gegenüber.
Wieso muss man, um etwas, bei dem man unterschiedlicher Meinung ist, zwingend als Streit auseinander tragen?
Es scheint bei dir an nötigem Feingefühl zu fehlen, um rechtzeitig zu erkennen, wenn dein Partner kurz davor ist zur, wie du schreibst, Heulsuse zu mutieren.
Hast du ihm mal gefragt, was er sich in solchen Momenten von dir wünscht?
Irgend etwas an der Art deiner Kommunikation scheint ihn ja derart zu triggern, dass er so reagiert. Weißt du was es ist? Wenn ja, weißt du, wie du es unterbinden kannst?
In einer Partnerschaft, vor allem jenseits der Pubertät, sollte man auch in der Lage sein, unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen auf Augenhöhe auszutragen, ohe dass es zum Streit kommt.

Ggf.braucht dein Partner einige Sekunden, um sich wieder zu fangen. In denen solltest du ihn nicht auch noch verbal angreifen und seine Lage ausnutzen. Meistens ist es nämlich so, dass man nur auf eine Art und Weise kommunizieren kann. Wenn er weint, ist das in dem Moment seine Art, mit dir zu "sprechen" und dir zu zeigen, dass für ihn eine Grenze überschritten wurde. Dann solltest du dies respektvoll wahrnehmen und entsprechend reagieren, ohne ihn noch weiter zu verletzen.

Meine Kinder haben mich gelehrt, häufiger und auch rechtzeitiger zu erkennen, bevor eine Lage eskaliert und ich noch die Chance habe, gegen zu steuern. Eskliert eine Situation, ist selten nur einer "Schuld". Einer löst was aus, der andere reagiert, i.d.R. steigert sich so eine Situation, sodass sie häufig auch noch beeinflusst werden kann - in beide Richtungen, indem man nochmal ordentlich Öl ins Feuer gießt oder sich und dem Partner eine Auszeit gönnt, Luft holt und danach etwas entspannter an das Thema ran geht.
Worüber streitet ihr eigentlich, bzw. kann es sein, dass ab dem Moment, in dem du erkennst, dass ES bei deinem Partner gleich wieder anfängt, das Streitthema eine Wendung nimmt?

Man kann unterschiedliche Meinungen auch in Ruhe und vor allem konstruktiv angehen, es muss nicht immer im Streit enden.

Ihr habt hier beide eine Lernaufgabe, nicht nur dein Partner.
Reflektiere mal deine Art, zu streiten. Vor allem die Sekunden, bevor die Situation umschwenkt und du noch die Möglichkeit einer Einflussnahme hast. Ich persönlich finde z.B. nicht, dass es immer erst krachen muss, um Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg zu räumen oder hervor zu holen.

VG
Ficus

  • Also ich finde es schon ziemlich merkwürdig, dass du und einige andere User hier so tun, als sei es etwas Unnormales, dass man in der Beziehung mal streitet! Streit ist völlig normal und gehört zu jeder Beziehung dazu! Die TE hat nichts von einem außergewöhnlichen Streit mit schreien oder Beleidigungen geschrieben, sondern von normalen Meinungsverschiedenheiten. Sie hat betont, das es sich um Kleinigkeiten handelt! Ganz ehrlich, in einer Beziehung OHNE Meinungsverschiedenheiten würde ich mir echt Gedanken machen! Und ein Erwachsener sollte in der Lage sein, angemessen zu reagieren und mich bei jeder Kleinigkeit in Zränen auszubrechen. Ansonsten besteht da u.U. wirklich Therapiebedarf, allerdings nicht bei der TE!
    Und falls du jetzt mit der unangemessenen Reaktion der TE mit dem Auslachen kommst: sie hat ja schon geschrieben, dass das heute das erste mal war und sie ihn ansonsten getröstet, in den Arm genommen etc. hat. Aber irgendwann würde wohl jedem Partner mal der Geduldsfaden reißen!

    • Es gibt einen zum Teil sehr großen Unterschied, zwischen Streiten und eine Meinungsverschiedenheit haben.
      Eine Meinungsverschiedenheit wurde hier jedoch nicht thematisiert, sondern der Streit und der ist i.d.R. auch heftiger und emotionalee als eine (nur) Meinungsverschiedenheit.
      Eine Meinugsverschiedenheit kann, muss aber nicht zwangsläufig zum Streit führen.

Hi,

im Gegensatz zu den anderen Usern hier, kann ich dich verstehen.

Mir würde es auch gegen den Strich gehen. Ich bin ein Mensch mit dem man über alles reden kann und ich bringe auch viel Verständnis auf, aber sobald jemand auf die Tränendrüse drückt, bin ich restlos überfordert. #schwitz

Ich meine, ich find das schon ok, wenn meine Partnerin mal weint. Ähm, falsch! Das ist natürlich nicht ok. Wenn sie weint, dann ist sie traurig und dann bin ich auch traurig. Was ich meine ist, wenn jemand ständig wegen Kleinigkeiten weint, dann kann ich damit nicht umgehen. Wenn jamand mal weinen muss, weil er einen Grund dazu hat, dann ist das ganz klar ok.

Ich weiß für micht, dass ich nicht mit einer Frau zusammenpassen würde, wenn sie bei jedem Streit in Tränen ausbricht. Das wär mir auf Dauer einfach zu stressig.

VG
Mateo

Guten Morgen!
Also ich kann dich auch soweit verstehen. Denn sicherlich mag es anfangs nett klingen weil der Mensch Gefühle hat die ja bekanntlich nicht jeder Mensch zeigt. Doch wenns irgendwann wegen Hühnerfürzen ist das man ständig weint dann würde ich mich auch wundern. Die Idee das er aus der Kindheit Probleme hat ist vielleicht auch nicht abwegig und möglicherweise würde ich es einfach mal ansprechen. Aber das ist deswegen noch lange kein Grund ständig zu heulen wenn du eindeutig schon sagtest das es nicht böse gemeint ist. DAnn ist auch die Frage ob man hier nicht mal weiter kommt.

Ela

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