Freund kommt mit Fehlgeburt nicht klar (Vorsicht: lang)

    • (1) 29.06.14 - 07:54

      Wir (ich 36, er 35) sind seit 7 1/2 Jahren zusammen, kennen uns seit der Schulzeit. Er wollte eigentlich nie Kinder und nie heiraten, anfangs habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht, war ja alles so frisch, das ändert sich schon, man muß ja mal schauen ob es überhaupt klappt.
      Nach langem Hin und Her, zwischendurch räumliche Trennungen, wieder zusammenkommen, haben wir uns (nach einem Aus im Februar und einer Überlegungsfrist für jeden bis Ende Juni eigentlich) dafür entschieden, doch eine Familie zu gründen. Jeder hatte Zeit darüber nachzudenken, wie er sein Leben gestalten möchte, was er sich vom Leben erwartet.

      Und es funktionierte nach nur 2 Übungszyklen!!!!
      Er freute sich tierisch, war ganz aus dem Häuschen, wir planten, schwärmten, malten uns ein Leben zu dritt aus, waren voller Vorfreude, wobei uns bzw eher mir bewußt war, was alles passieren kann. Er freute sich, aufs "Papa-sein"! So habe ich ihn noch niemals erlebt!!!
      Ich bin/war in der 8.SSW als vergangenen Freitag (27.6.14) beim Sono kein Herzschlag mehr gesehen wurde. Ich hatte nur schmierigen gelblich Ausfluß und wollte das vorm WE nur abklären lassen - dann der Schock!
      Mein Partner war sofort an meiner Seite, wir gingen ins Krhs (ich arbeite dort) und ich kam zur Abrasio, doch meine Gebärmutter weist Anomalien auf (sie ist sehr stark nach vorne geknickt was der Chefarzt selbst noch nie gesehen hatte) und das Vaginalzäpfchen wirkte garnicht. Sie haben die OP abgebrochen, ohne Ausschabung.
      Ich musste eine Nacht drinnen bleiben, und mein Freund war an meiner Seite. Er war sehr erschrocken über alles. Wir redeten, auch über meine Angst, ob er es nach dem Schock denn überhaupt noch mal versuchen wolle - "selbstverständlich" sagte er!!!
      Er war sehr liebevoll, fürsorglich, holte mich gestern ab, versorgte mich, kümmerte sich, sorgte sich.
      Wir hatte Besuch gestern Abend, zum Abschalten und Ablenken, mein Freund trank schon etwas mehr (ich muß dazu sagen, das er eh schon ein Problem mit - oder ohne - Alkohol hat) sagte aber auf meine Frage, ob er denn noch weiter ziehen würde "Nein, ich denke nicht?"

      Pustekuchen!
      Als ich um 4:00 nicht mehr schlafen konnte ging ich ins Wohnzimmer, wo er immer schläft, wenn er was getrunken hat, und die Couch war leer!!!!!!
      Ich war enttäuscht - er wusste, was alles passieren hätte können bei mir, das ich ihn brauche, ihn an meiner Seite wünschte, wir uns gegenseitig Trost und Halte geben wollten. Doch der Alkohol und der Versuch, zu betäuben, zu vergessen, war stärker!
      Er kam erst um 5:00 heim, rotzbesoffen. " Er könne das nicht, er komme damit nicht klar"...etc.

      Wenn er mit dieser Situation nicht zurecht kommt, wie soll er es den schaffen wenn wirklich ein Kind da ist, und es passiert etwas mit ihm/ihr?!
      Wenn es nicht aufhört zu weinen?
      Wenn es sich verletzt?
      Krank wird?

      Wie kann ich mich da auf ihn verlassen?
      Kann ich das?
      Er ist wirklich ein liebenswürdiger Mann, er hat sich so verändert in den letzten Monaten, wir hatten eine Abmachung in der Zeit der SS, das er 1x die Woche weggehen und was trinken kann, aber vor Mitternacht daheim ist, und es funktionierte. Damit hatten wir uns arrangiert. Er trinkt sonst nicht, also muß nicht morgens schon anfangen oder kommt betrunken von der Arbeit oder so. Nur in Gesellschaft, in seiner Runde, seinem Lokal, doch dann kriegt er den Hals nicht voll.

      Ich bin grad überfordert, muß mich mit der Trauer über den Verlust des Babys zurechtfinden, daran denken, das ich das Baby noch in mir habe, morgen wieder ins Krhs muß um zu sehen, wie es weiter geht, er ist morgen in der Arbeit, wobei ich gerade darüber froh bin, da er mich so enttäuscht hat. Ich will ihn garnicht dabei haben, da er dafür anscheinend zu labil ist.

      Kann ich mit diesem Mann überhaupt Kinder haben?
      Soll ich das?
      Wir haben viel miteinander durchgemacht und erlebt, das uns verbindet. Ich war so optimistisch, das sich alles endlich zum Guten wendet und wir einen Schritt in unserer gemeinsamen Zukunft weiter nach vorne gehen können und wir eine Familie werden, und er womöglich sein etwas ausschweifendes Leben für sein Kind etwas zurück nimmt.

      Ich weiß, das wieder viele jetzt sagen, ich solle mich trennen oder so, aber ich wollte in erster Linie Dampf ablassen, meiner Enttäuschung Luft machen und vielleicht das eine oder andere nette Wort für mich aufsammeln in dieser schweren Situation.

      Oder bin ich zu ungerecht ihm gegenüber....?

      • Hey,

        also für ihn ist es sicher auch nicht einfach. Aber, in dem Alter müsste man da raus sein, jedes WE auf Juck sein zu müssen. Du schreibst in der Zeit der Schwangerschaft hattet ihr die Abmachung, dass er bis Mitternacht daheim ist und es hat geklappt. Also denke ca vier Mal seitdem Du wusstest schwanger zu sein?
        Warum überhaupt diese Abmachung? Darf er dann weniger? Dann weiß er jetzt schon er muss sich einschränken obwohl ja vorher nichts ungewöhnliches mit dir war!
        Seht das ganze doch in dem Alter entspannter.

        LG

        Hallo und guten Morgen!
        Ich kann Deine Enttäuschung gut verstehen!
        Eine As ist schon schlimm genug und erst recht ,wenn es so kompliziert ist..
        Ich sehe es eher so ,dass DEin Partner ein generelles Alkoholproblem hat,wenn er bei solchen Gelegenheiten grundsätzlich keine grenzen kennt.
        Naja,und bei Problemen bietet sich ja dann der alkohol an.....
        Eigentlich würde ich dir erst mal raten mit einem Kind zu warten ,aber ich kenne das von mir,bei KInderwunsch und erst recht nach eine Fg gibt es dann kein Halten mehr.
        Verabschiede dich von dem Gedanken ,dass er sich für ein KInd ändern wird,die ersten Wochen ja,aber danach...vergiss es!
        Ein Kind bedeuted Stress ,schlaflose Nächte,wenig Zeit......neben dem großen Glück natürlich;-) ! Das ist nicht ironisch gemeint,ich habe sechs davon!
        Ich wünsche dir ,dass es mit einem baby klappt ,so wie du das möchtest und wenn Dein Partner mitzieht,wunderbar! Aber denke darüber nach,dass es auch darauf hinauslaufen kann ,dass Du alleinerziehende Mutter sein wirst .Es geht leider vielen Frauen so ,auch bei guten Partnerschaftsvorzeichen,ist aber kein Beindbruch,selbst ist die Frau!! !
        Ich wünsche Dir alles Gute ,besonders für morgen! Iris

        (4) 29.06.14 - 08:43

        Hallo,

        erst einmal wünsche ich Dir heute viel Kraft und innere Stärke diesen Tag zu überstehen.

        Manche Paare passen gut in Alltagsdingen zusammen. Das bedeutet aber nicht, dass in Stressmomenten dies auch so ist. Da kann jeder nur so handeln, wie es ihm gegeben ist.

        Er konnte dir in dieser angstbelasteten Situation nicht das geben was du brauchst. Wirst du damit zurecht kommen, dass er in solchen Situationen mit sich selbst sehr viel zu tun hat und für dich keine Energie übrig hat?

        Ist das euer erstes kritisches Moment als Paar?
        Dann lernt ihr euch jetzt richtig kennen. Nimm es als Moment der Wahrheit über die Möglichkeiten, die der andere in sich trägt.

        Bei uns ist das auch so:
        Mein Mann kann mich in kritischen Momenten emotional nicht halten. Er zieht sich zurück - und ich bräuchte Nähe. Sollte wirklich etwas sehr schlimmes mit den Kindern passieren, wird dies recht schnell zu unserer Trennung führen. Das ist uns beiden klar. Aber wird dieser Fall überhaupt irgendwann einmal eintreten? Hoffentlich nicht. Also: Warum sollten wir uns heute trennen?

        "Normale" Lebenskrisen (Beruf etc) haben wir im Griff. Dafür langt der Zusammenhalt.

        Was er trotzdem angehen sollte ist das Alkoholthema.

        Das wird dich (und ein Kind) zerstören. Darüber sollte er nachdenken und schauen, dass er da einen guten Therapieansatz findet.

        Liebe Grüße

      • (5) 29.06.14 - 09:03

        Du vermischt hier einiges.

        Zuerstmal kann dir hier sicher niemand sagen, ob es sinnvoll ist, dass dieser Mann der Vater deiner KInder wird. Nur du kennst ihn über Jahre. Und solange du dich nicht aus reiner torschlusspanik für ihn entschieden hast, würde ich sagen, er war vor zwei Wochen noch gut genug, warum also jetzt nicht mehr?

        Dann, deine Fehlgeburt ist noch nicht mal 48 Stunden her, natürlich ist es für dich schlimm, aber ebenso schlimm ist es doch für deinen Mann. Er hat jetzt ein Leben mit Kind geplant, sich alles aufs Schönste vorgestellt und sind alle Träume von jetzt auf gleich dahin, erstmal.
        Dass er in dem Zustand zu viel trinkt und dann nachts doch noch mal zur Ablenkung um die Häuser zieht würde ich nicht so eng sehen. Er war ja bei dir und ist erst gegangen als er gedacht hat du würdest fest schlafen.
        wenn du gewollt hättest, dass er bleibt, hättest du ihm das deutlich sagen müssen. Offensichtlich hast du ja damit gerechnet, dass er geht.
        Und eigentlich hat das doch auch etwas Rührendes. Es zeigt doch, wie sehr er sich auf das Kind gefreut hat. Etliche Männer berührt so eine Fehlbeburt kaum. Die können gar nicht verstehen, warum Frau ewig trauert. Und das ist dann richtig enttäuschend.

        Das Dritte ist sein Alkoholkonsum. Ich bin ja sicher kein Kind von Traurigkeit, aber von einem 35jährigen Mann würde ich erwarten, dass er auch ohne Abmachung weiß, wann Schluss ist (von ganz wenigen Ausnahmen vielleicht mal abgesehen). Auch diese Couchregelung gibt mir zu denken, offensichtlich kommt es ja doch häufiger vor.
        Also, wenn mich persönlich etwas davon abhalten würde, mit diesem Mann Kinder zu haben, dann wäre es sein Alkoholkonsum, ganz sicher aber nicht sein Verhalten letzte Nacht.

        Er braucht Zeit, um das zu verarbeiten.
        Ihn dann schon im Krankenhaus mit dem nächsten Baby zu konfrontieren, ist vielleicht nicht ganz geschickt.

      • (7) 29.06.14 - 10:41

        Hallo.

        Auch wenn er noch so lieb ist, für mich wäre der mensch zu labil um eine Familie zu gründen. Wobei das thema, das er dauernd immer in sein lokal rennen muss und dann keine grenzem kennt beim trinken, dass Hauptproblem wäre! Mit so jemanden würde ich kein kind haben wollen. Alkohol macht birne hohl. Und gerade Menschen die "saufen" um sich zu "betäuben" sind nicht dafür geeignet kinder zu erhiehen.

        Ich würde einfach mal ein ernstes Gespräch mit ihm führen wobei ich mich nie darauf einlassen würde wie dinge wie "in der Schwangerschaft darf ich einmal die Woche weg gehen" ich wäre keine Frau die solche schwachsinnigen Kompromisse eingeht ;-)

        Alles Gute!

        (8) 29.06.14 - 10:43

        Sry aber mit einem Mann, der seine Probleme im Alkohol ertränken muss anstatt sie zu lösen, das wäre für mich kein Lebenspartner.

        Ein Mann muss für mich auch in schweren Zeiten da sein (können), nicht nur wenns Zuckerbrot gibt.

        Er läuft davon, säuft sich bis zum umfallen weg...naja das ist ja mal ein schönes Gefühl, sich so auf seinen Partner verlassen zu können.

        Tut mir leid, aber ich sehe da ganz vieles, was in eurer Beziehung nicht stimmt:

        "...wir hatten eine Abmachung in der Zeit der SS, das er 1x die Woche weggehen und was trinken kann, aber vor Mitternacht daheim ist,..."

        Solche Regeln stellt eine Mutter für ihren Teenie-Sohn auf, aber bitte doch nicht für seinen Partner ! Wo ist da eine Beziehung auf Augenhöhe??

        "Nur in Gesellschaft, in seiner Runde, seinem Lokal, doch dann kriegt er den Hals nicht voll..."

        Ich trinke auch echt gerne mal ein Glas, oder bei einem gemütlichen Treffen mit Freunden auch mal zwei, oder drei. Aber jemand der "den Hals nicht voll bekommt" und das regelmässig, der hat in meinen Augen ein Alkoholproblem - zumindest ein beginnendes. Dazu passt auch, dass er Probleme wegsaufen will.

        Ist so jemand echt dein Wunschpartner um eine Familie zu gründen??

      (10) 29.06.14 - 19:50

      Ich persönlich würde das jetzt nicht so krass sehen und die Vaterschaft und die Beziehung in frage stellen!!!

      Wie du sagtest hat er sich riesig gefreut und sein Kind ist nun auch zu Sternen gegangen!
      Ja die feine erwachsene Art war es jetzt nicht und das würde ich ihm auch klipp und klar sagen!

      Aber den Tod eines Kindes mit einer Krankheit eines Kindes zu vergleichen finde ich sehr weit hergeholt
      Kannst du dir vorstellen das er um die Häuser zieht wenn du oder euer Kind im kh liegt???
      Glaube eher nicht

      Mein mann ist auch so ein Ausreißer und wir Abmachungen...einfach deshalb weil ich mir ständig sorgen mache um ihn hat mit meiner Vergangenheit zu tun

      Er akzeptiert das und beide sind glücklich damit :-)

      Sag ihm was du stattdessen von ihm erwartet hättest also gleich bleibt bitte zu haus ich brauch dich jetzt!

      Manche Männer riechen das halt nicht und gehen ihren eigenen Gedanken nach

      Lg und alles gute für euch <3

      (11) 01.07.14 - 12:13

      Hallo!

      Es tut mir sehr leid mit eurem Baby. Aber ehrlich gesagt überleg dir gut ob du mit diesem Mann eine Familie gründen willst! Wenn er ein Alkoholproblem hat soll er daran arbeiten. Wie du selber schreibst wie wird er reagieren wenn mal was mit dem Kind ist oder in der Beziehung nicht so läuft? Überleg es dir gut. Lass dir Zeit mit der Entscheidung. Alkohol kann alles kaputt machen.

      lg.g.

Top Diskussionen anzeigen