Tattoo - mein Körper gehört mir?

    • (1) 03.07.14 - 20:40
      =====

      Guten Abend zusammen.

      Ich hatte eben ein Gespräch mit einer Bekannten, die sich gerne tätowieren lassen würde, sich das aber wegen ihrem Partner nicht traut. Sie hat schon ein kleines und er "verbietet" ihr ein weiteres.

      Ich (selbst tätowiert) kann das nicht begreifen. Klar, wenn der Partner sich HorrorMotive stechen lässt oder den gesamten Körper vollmalt, dann findet man seinen Partner wohl weniger/nicht mehr attraktiv. Wobei ich mich da immer frage: was ist mit Unfällen, Krankheiten, etc - wenn man dadurch unattraktiv wird, verlässt der Partner einen dann auch? Ist es dann wirklich Liebe?

      Oder geht es um die alten Vorurteile? Knast, Unterschicht, Prostitution...das ist doch überholt? Heutzutage ist doch knapp die Hälfte der jungen Leute tätowiert. Selbst meine Oma findet Tattoos nicht schlimm.

      Ich selber habe zum Glück einen Partner, der selbst ein etwas größeres Tattoo hat und meine sogar sexy findet. Aber ich habe das letzte nicht für ihn gemacht und würde es auch nicht tun. Denn: mein Körper gehört mir. Meine Bekannte wirkte wirklich traurig, sie würde "so gerne ein kleines am Fußgelenk, das sieht so hübsch aus" haben und es hätte auch eine Bedeutung, aber "der xy möchte das einfach nicht, was soll ich also machen". Ich kann das nicht begreifen. Wenn ich unbedingt eins haben möchte und mein Partner dagegen wäre, würd ich es wohl trotzdem machen. Denn wie gesagt: mein Körper gehört mir. Ich kann auch nicht begreifen, wie man so etwas verbieten kann!

      Ich verstehe solche Partnerschaften nicht. Klar möchte man für den anderen attraktiv sein, aber man muss doch in erster Linie mit sich selbst glücklich sein?! Wie seht ihr das?

      • (2) 03.07.14 - 21:04

        Kommt wohl auch stark darauf an, wie man das kommuniziert.

        "Ich finde Tattoos unsexy, aber wenn Du unbedingt willst.." ist eine andere Nummer als "Ich verlass Dich, wenn Du Dich stechen lässt!", oder?

        Wenn Deine Bekannte sich ihrem Partner so unterordnet ist das übrigens nicht seine, sondern ihre Entscheidung. Dann setzt sie eben die Priorität "Partner > Tattoo" und das darf sie auch.

        Musst Du nicht verstehen, aber in den meisten Partnerschaften muss man gewisse Prioritäten (ganz allgemein) setzen, das darf aber jeder selbst entscheiden.

        Im großen und ganzen hast du eh recht. Mein Körper gehört mir! Ein bisschen Kompromissbereitschaft bei großen und grauslichen Themen ist schon ok.

        bei deiner Bekannten würde ich mich aber eher ein paar andere Dinge fragen: wie läuft die Beziehung sonst so? Ist er eher der Typ der gerne bestimmt und sie lässt sich unterbuttern? Und das Tattoo ist nur grade der aktuelle Aufhänger?

        LG

        Also ich hab auch 5 Tattoos und das 6. ist in Planung. Von daher muss ich sagen versteh ich es auch nicht. Mein Mann selbst ist absolut kein FAN von Tattoos und das finde ich voll OK. Er akzeptiert sie bei mir aber. Wobei ich sagen muss ich würde mir auch nichts sagen lassen. Aaaaaaaaber hätte er absolut ein Problem damit würde ich zumindest versuchen einen Mittelweg zu finden. Denn wir führen schließlich eine Partnerschaft die auch ein Geben und Nehmen ist und ein Miteinander. Von daher kann man dann eine Lösung finden. Wobei meine auch nicht alle so arg sichtbar sind. Und im Fall deiner Freundin ist es ja wirklich was schönes und es sieht nicht jeder. Von daher gibt's vielleicht einen Mittelweg für die beiden. Nur, wie ist der Mann sonst so? Eher Dominant?

        Ela

      • Ich liebe Tattoos, sowohl bei mir als auch bei Männern und ich würde mir niemals verbieten lassen mir noch eins stechen zu lassen. Denn ja, mein Körper gehört mir. Da entscheide ich was ich damit anstelle und was nicht. Allerdings mag ich es auch nicht so auffällig, insofern würde ich immer nur kleine Motive an ganz privaten und unauffälligen Stellen machen lassen. Das fanden die Männer eigentlich bisher immer ziemlich sexy.

        Ich würde auch meinem Partner niemals vorschreiben ob er ich tätowiert oder nicht.

        (6) 03.07.14 - 21:34

        Tätowierungen sind heitzutage eine Modeerscheinung. Was nicht heisst, dass es jedermann gut findet auch wenn man sich an den Anblick schon gewöhnt hat (aktuell bei der Fussball-WM ist wohl jeder zweite Spieler tätowiert).

        Letztendlich darf man mit seinem Körper machen, was man möchte. Allerdings muss man auch in Kauf nehmen, dass andere das nicht gutheißen. Denn auch Geschmack ist eine persönliche Sache.

        Ich finde junge Frauen, die sich recht plakativ tätowieren lassen, nicht attraktiv. Nicht weil es nicht sogar sexy aussehen kann, sondern weil diese jungen Frauen etwas sehr leichtfertiges und damit oberflächliches ausstrahlen. Vor allem wenndie Motive auch nur Kopien von dem sind, was ande schon tausendmal vorher haben tätowieren lassen. Z.b. Namen der Kinder oder einen ähnlichen Murks. Dann kommt neben Leichtsinnigkeit und Oberflächlichkeit auch noch Mitläufertum dazu. Mag ich nicht.

        Ganz schlimm in diesem Zusammenhang sind Hausmuttis ab 40 mit dem sog. Arschgeweih. Absolut down under.

        Eine Bekannte von mir, ehemalige Kunststudentin und heute Kuratorin, hat sich vor 25 Jahren Michelangelos Erschaffung des Menschen auf den Rücken tätowieren lassen. Auch als Hommage an einen der bedeutendsten Renaissance-Künstler. Das hat noch irgendwo was....

        Das ist nur meine persönliche Meinung.

      (8) 03.07.14 - 22:05

      >>>Denn wie gesagt: mein Körper gehört mir.<<<

      So selbstbewusst, wie du mit diesem Satz tust, scheinst du nicht zu sein, sonst hättest du nicht in schwarz geschrieben.

      Außerdem hast du gut reden, dein Mann hat ja nichts gegen Tatoos.

      >>>Wobei ich mich da immer frage: was ist mit Unfällen, Krankheiten, etc - wenn man dadurch unattraktiv wird, verlässt der Partner einen dann auch?<<<

      Ich sehe einen Unterschied, ob man sich mit Absicht und für viel Geld für seinen Partner unattraktiv macht oder ob das Schicksal ist.

      (9) 04.07.14 - 00:06

      Hallo

      "verbieten" ist natürlich daneben.
      Ein Mitspracherecht bei nicht notwendigen körperlichen/optischen Eingriffen, Veränderungen würde ich meinem Partner schon zugestehen.
      Wir mögen zum Glück beide keine Tattoos.Der heutige Abend ( Abiball )war mal wieder ein Beispiel dafür, wir hässlich diese großflächigen Dinger bei jungen Mädchen im Abend/Cocktail/Sommerkleid aussehen.Gruselig.Das wollten wir beide nicht beim Partner sehen.
      Ich verbinde mit tätowieren u.a. Autoaggression und sonstige Probleme mit der eigenen Wahrnehmung ,Abgrenzung auf Teufel komm raus.Wahrscheinlich sind viele auch einfach nur Mitläufer und folgen einer Modeströmung.
      Dunkle Male auf der Haut sehen für mich ungesund aus.
      Mein Partner ist z.B. strikt gegen kosmetische Eingriffe und Operationen, insgesamt gegen Aufarbeitungen.Fehlende Mimik oder künstliche Brüste mag er nicht.Mich würde es auch beunruhigen, wenn er ein Anhänger der plastischen Chirurgie wäre.
      Natürlich würde ich im Krankheitsfall (z.B. Brustamputation) , eher nach meinen Bedürfnissen entscheiden.

      L.G.

    (11) 04.07.14 - 00:38

    Vorab. Ich hab nichts gegen Tattoos. Habe selbst eins.

    Aber mit dem Rest deines Beitrags komm ich nicht klar. Sicher gehört mein Körper mir und ich kann selbstverständlich damit machen was ich will. Ich kann mich wochenlang nicht duschen, mir die Haare grün färben, mir die Zehnägel nicht schneiden und die Zähne nicht putzen. Das alles kann mir niemand verbieten. Aber ich muss selbstverständlich damit rechnen, dass meine Frau dann zumindest auf Abstand geht.

    Ist mir meine persönliche Freiheit dies zu tun soviel wert, dass ich die Belange meines Partners übergehe? Muss meine Partnerin mich sinkend, dreckig und unansehnlich akzeptieren?

    Fazit: Ja, es ist dein Körper und niemand kann dir das verbieten aber man kann vom Partner auch nicht verlangen, dass er das akzeptieren muss.

    VG
    Mateo

    (12) 04.07.14 - 07:26

    In gewisser Weise hast du recht.
    Ich selber finde manche Tattoos ganz schön und hatte auch schon so 2-3 Motive die ich mir stechen lassen wollte. Im Nachhinein bin ich froh doch keins zu haben denn jetzt gefallen sie mir nicht mehr!

    Mein Partner mag Tattoos und Piercings gar nicht und sagt mir das auch offen. Für ihn wäre ich einfach weniger attraktiv mit Tattoo, zu meinem Piercing sagte er anfangs nichts aber man merkt ja mit der zeit ob es dem Partner gefällt oder nicht. Ich hab es dann raus gemacht.

    Für mich ist es irgendwo selbstverständlich auf sowas zu verzichten zumal es nicht mein herzenswunsch ist und er das wirklich teilweise abstoßend findet. Klar kommt es aufs Motiv an und auf die Person. Manchen steht es unheimlich und andere (ich glaube ich gehöre dazu) sind einfach nicht der Typ und es würde seltsam aussehen. So wie "ich will aber kann nicht"

    Hallo,

    ich persönlich kann Tattoos wirklich gar nichts abgewinnen. Nicht, weil das für mich mit Knast, Unterschicht und Prostitution verbunden ist, sondern weil es für mich eine Modeerscheinung ist, die ich nicht schön finde. Es gefällt mir schlicht und ergreifend nicht. Zudem assoziiere ich das irgendwie mit Jugendsünden, die man später bereut und irgendwie auch mit "Teeniekram". Egal wie das Motiv aussieht. Da mag sich jetzt bitte niemand beleidigt fühlen, aber ich würde mir als Erwachsene kein Tattot mehr stechen lassen, mit 16 fand ich das aber ziemlich toll (und ich bin meiner Mutter heute dankbar, dass ich mir kein Tattoo stechen lassen durfte).

    Würde mein Mann mir jetzt erzählen, dass er sich tattowieren lassen möchte, wäre ich ganz und gar nicht davon begeistert. Das würde ich so auch kommunizieren. Natürlich würde ich es ihm nicht verbieten oder ihn gar verlassen, es ist sein Körper, damit hast du schon Recht, aber er müsste damit leben, dass ich es schrecklich finde. Das jemand sich vorsätzlich unatraktiv macht ist auch etwas ganz anderes als ein Unfall oder eine Krankheit.

    Der Mann deiner Freundin scheint ihr das Tattoo auch gar nicht zu "verbieten". Sie weiß nur, dass es ihm nicht gefällt. "Er möchte das nicht" muss nicht heißen, dass er ihr vorschreibt, was sie mit ihrem Körper macht. Er wird doch wohl seine Meinung dazu äußern dürfen? Was deine Freundin daraus macht ist ganz allein ihre Sache.

    LG

    Ich denke, das siehst du falsch.

    Es ist schon lange nicht mehr verrucht, sich ein Tattoo stechen zu lassen. Schau dich in den höheren Schuljahrgängen um.

    Das ist Mode, keine Individualität mehr. Es ist schon beinahe individuell, wenn ein Mensch KEIN Tattoo hat...
    Also, das mit der Prostitution und dem Knast, das kann man sich vielleicht andichten, es ist aber definitiv vorbei.

    Bis auf meine alten Herren, die mir manchmal erklären, in welchem Knast sie sich vor 50 Jahren was haben stechen lassen.

    Der eine hat sich illegal (das war na klar verboten im Knast, und wurde unter entsetzlichen hygienischen Voraussetzungen dennoch gemacht) eine indische Gottheit tätowieren lassen, dafür kam er zuerst in Isolierungshaft und danach (gleichzeitig) hatte er eine Blutvergiftung, an der fast gestorben wäre.
    DAS war verrucht.

    Heutzutage geht man in ein sauberes Studio, lässt sich am besten noch betäuben und bekommt dann ein sauberes Tattoo.

    Das kann man schön finden oder nicht, das ist eine andere Sache. Nur verrucht, das ist es schon lange nicht mehr, damit muss sich niemand rühmen, der sich HEUTE tätowieren lässt.

    Es ist Körperschmuck, nicht mehr und nicht weniger.

    Genug darauf herumgeritten.

    Dein Vergleich mit dem Unfall hinkt gewaltig.

    Der Freund deiner Freundin mag keine Tattoos am Körper seiner Freundin. Das sagt er ihr auch.
    SIE allein entscheidet, ob sie dennoch eines haben möchte oder nicht. Mit IHRER Entscheidung müssen beide zurecht kommen.
    Da ist weder er der Böse noch sie die Dumme. Und du kannst es nicht beurteilen, weil du nicht in der Situation steckst.

    Wenn er kein Kind will, sie aber doch, kann sie auch sagen, "Mein Körper gehört mir, ich werde jetzt schwanger" - und muss mit den Konsequenzen, die er daraus zieht, leben.

    Fast hinkt dieses Beispiel so sehr wie deines. ;-)

    (15) 04.07.14 - 09:10

    "Klar möchte man für den anderen attraktiv sein, aber man muss doch in erster Linie mit sich selbst glücklich sein?!"

    Natürlich, dann musst Du aber auch akzeptieren, dass der Partner damit nicht mehr glücklich und ggf. bald weg ist.

    • also wenn ein Partner einen verlässt weil man sich ein winziges Tattoo machen lässt, dann denke ich war da vorher schon was im Argen #gruebel

      • Man sieht ja jetzt schon, dass was im Argen liegt. Wenn der Partner partout auf etwas besteht, was der andere partout nicht möchte. Da sollte es ja möglich sein, einen Kompromiss zu finden.

        Immerhin ist es ein Tattoo. Und ich kann verstehen, dass manche sowas nicht am Partner sehen möchten.

      Das kommt ja darauf an wie man zu Tattoos steht. Wenn es jemandem total gegen den Strich geht und er es nicht mag, dann kann ich schon verstehen, dass der Partner das nicht mitmacht.

      Wenn meine Frau jetzt fortan eine Glatze tragen würde, weil sie es schön findet, dann würde ich ernsthaft darüber nachdenken, ob das mit uns passt.

      Verliert sie ihre Haare aufgrund einer Krankheit, ist die Situation natürlich eine andere. In dem Fall stehe ich selbstverständlich zu der Glatze meiner Frau.

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