Egotrip des Partners-fühle mich leer und ums Leben betrogen

    • (1) 05.07.14 - 17:52

      Hallo,
      ich bin mal wieder an einem Punkt, wo ich am liebsten meine beiden Kinder (5 und 10) nehmen würde und mit ihnen allein weiter machen würde.
      Mein Mann lebt nur für sich und seine Arbeit, für mich tut er praktisch gar nichts. Um die Kinder (Bringen, Abholen, Hobbys, Anschaffungen, Arztermine, Schulisches) kümmere nur ich mich ebenso wie um Einkäufe, Urlaube, soziale Kontakte und den Haushalt.
      Zu zweit unternehmen wir nur etwas, wenn ich mich vorher um Babysitter kümmere, von ihmkommt da nichts.Telefonieren oder Kontakte knüpfen kann er nur im Business, Babysitterin anrufen oder die Oma bitten "kann" er nicht.

      Um die Kinder kümmere ich mich zu 100% in der Woche, am WE fast das gleiche. Zu UNternehmungen zu viert kommt er nur mit, wenn er mal 1-2h Zeit nimmt, ansonsten wird das WE für seine Arbeit, die Werkstatt oder sein I Phone genutzt.
      Mit beiden Kinder allein (also so dass ich mal frei hatte) hat er sich nur mal ´ne halbe Stunde gekümmert, wenn sie im Haus waren. Ansonsten ist die Initiative gleich null.
      Die Kinder sind toll, machen Spaß, aber ich möchte auch mal einen Funken Gleichberechtigung spüren. Jede Diskussion darüber, dass er bitte mal was mit den Kindern oder der Familie machen solte, endet in der Frage, wer denn von uns das geld zum Leben verdient.

      Wie kann ich mein Leben ein kleines bißchen verbessern? Am liebsten würde ich, wie gesagt, allein mit den Kindern irgendwo leben, dann müsste ich zwar alles allein machen. Abgesehen vom Finanziellen wäre das auch machbar, denn ich bin ja so gesehen schon alleinerziehend.
      Hat jemand den Schritt gemacht, was sagt ihr?

      Bin am Ende..
      B.

      • Hi,
        ach, wenn's blöd läuft, wirst du hier auf vollstes Verständnis für deinen Mann treffen. Denn wer die Kohle ranschafft, hat einen Freifahrtschein und ist von den väterlichen Pflichten entbunden#schein
        Von meiner Seite aber hast du vollstes Verständnis dafür, dass dich diese Situation zermürbt.

        Kannst du nicht mehr zurück in deinen alten Beruf, für den Fall, dass es auf eine Trennung hinausläuft?

        Vlg tina

        • Nein, ich sitze komplett in der Falle, da ich leider seit den 10 Jahren nur Teilzeitjob machen konnte, da ich ja niemals irgendwelche Früh-, Spät oder sonstige geregelte Arbeitszeiten schaffen konnte.
          Die KiTa öffnet um halb 8, die Schule endet, wenn man Pech hat, um 11h40. Da bleibt zum Arbeiten kaum Zeit, es täe mir in erster Linie für die Kinder leid, die dann eine Mutter hätte, die nur noch arbeiten würde, während sie in Betreuungen bis 16h 30 stecken würden. Da würde der Große in der Schule noch abrutschen, und der Kleine in die Schule nächstes Jahr nicht toll starten. Ich habe nun nur den Plan, hier im Haus zu sein und nur noch Aktionen zu dritt zu starten und ihn nur noch zu ignorieren, soweit es geht.
          Genug zu tun habe ich allemal, und Urlaube, in denen ich dieses Verhalten anschauen muss, brauche ich eh nicht wirklich.
          Ich weiß leider sonst keine praktikable Lösung...meine Familie ist leider auch zu weit weg von uns; sonst wäre ich schon längst weg.

          • Dein großes Kind ist 10 Jahre alt! Da würde ich aber von meinem verlangen mal 1-2 Stunden allein daheim zu bleiben (und da kann man schon was machen). Ich glaube, du hast ein absolutes Selbstwahrnehmungsproblem - du fühlst dich für alles in der Familie komplett verantwortlich und hast da deinen Mann "rauserzogen". Meiner musste von Anfang an mit ran (ich war da noch in der Uni und nicht immer verfügbar). Meine Kinder (5 und 7) gehen in die Kita und in den Hort. Sie müssen Dinge daheim erledigen und der Große geht mittlerweile alleine zum Training und bleibt auch mal eine Stunde allein (hat Schlüssel) und erledigt dann seine Hausaufgaben oder malt oder spielt Fußball oder... Er ist gut in der Schule (manchmal etwas chaotisch mit seinen Sachen, aber da arbeiten wir dran) und wenn er was vergessen hat, dann muss er vor der Lehrerin gerade stehen - ich fühle mich da nur bedingt für zuständig.

            100% alles allen hinterhertragen und arbeiten gehen funktioniert natürlich nicht, aber Familie bedeutet für mich was anderes.

            d

      Lass ihn sitzen und dann soll er dir halt die Hälfte seines tollen Geldes abdrücken und gut ist´s. Ehrlich gesagt: mit so einem würde ich es niemals aushalten! Mein Mann geht auch viel arbeiten. Aber am Wochenende muss er sich auch mit kümmern.

      Heißt: Er hat immer Winden gewechselt, Flasche gegeben, die Kinder sonntags zum spazieren gehen mitgenommen, damit ich in Ruhe kochen konnte. Er fährt auch schon mal alleine mit ihnen weg. War bei beiden Geburten dabei. Und bei allen U-Untersuchungen. Beim Zahnarzt. Bei Kindergartenveranstaltungen usw.

      Klar kommt es schon mal vor, dass er aus beruflichen Gründen irgendwo nicht teilnehmen kann. Das ist dann halt so und kein Drama. Aber im Großen und Ganzen beteiligt er sich überall. Und natürlich erzähle ich ihm auch täglich, was im Kindergarten los war usw.

      Er kann auch die Kinder baden, Haare waschen usw. Also wenn ich mal ausfalle, kann er sich uneingeschränkt um sie kümmern, wobei er natürlich seine Mutter anrufen würde, damit sie auch hilft, weil das für die Männer ja doch dann leichter ist (Kinder UND Haushalt überfordern meinen Mann halt schon ein wenig. Aber da würde er halt kurzen Prozess machen und entweder Oma bitten oder auswärts Essen besorgen etc.).

      Dein Mann ist echt unmöglich. Tut mir leid, dass man es so sagen muss. Er denkt wohl, dass man mit Geld alles regeln kann. Normal ist dieses Verhalten jedenfalls nicht.

      (6) 05.07.14 - 19:43

      Hi,

      ich entnehme mal, das Du nicht Vollzeit arbeitest aber fein Mann?
      WIE soll er dann die Kinder zu den Hobbys, Arztterminen, etc. fahren? Soll er sich dafür jede Woche Urlaub nehmen?

      Und ob Du oder dein Mann den babysitter anrufst...verstehe das Problem echt nicht. ICH habe mir da noch nie Gedanken drüber gemacht #kratz

      OK, das er sich am Wochenende mehr Zeit nimmt, logisch. Aber wenn die Beziehung nur mit Vorwürfen läuft, dann hat man auch dazu keine Lust mehr.
      Meiner ergeift auch nicht am Wochenende die Initiative, sondern wenn, planen wir zusammen oder ich verplane ihn gleich mit.

      Trenn dich, denn es wird nur besser, wenn Du dann Vollzeit arbeiten kannst und am Abend und Wochenende auch Pausen benötigst und nicht Kinderanimateur sein willst.

      Dein Mann ist sicherlich schon sooo lange so und wenn er erst seit kurzem so ist, würde ich mir überlegen, warum.

      lisa

      • (7) 05.07.14 - 19:47

        Verstehe ich nicht, was Du mir jetzt raten würdest. Was bringt es mir, in Vollzeit zu arbeiten? Warum sollte ich das tun? Habe jetzt 11 Jahre lang alles getan, war 24h täglich verfügbar, während er nur ausschläft und mich beschimpft, wenn ich ihn seinen Egotrip mal ankreide.
        Natürlich möchte ich auch arbeiten, aber in Vollzeit? Nur wenn sich jemand um die Kinder kümmern würde, dem ich vetraue (Oma)

        • (8) 05.07.14 - 19:55

          d.h., Du willst Dich vom Staat aushalten lassen, weil Du keine Lust hast Vollzeit arbeiten zu gehen? Dein Mann muss für die kids zahlen, wenn er kann, ob er für Dich noch was zahlen muss, kommt drauf an.....aber zum Überleben reicht es sehr oft nicht.

          Kinderbetreuung ist teils gut ausgebaut, das man auch Vollzeit putzen gehen kann, wenn man sonst keine Möglichkeiten hat.

          lisa

    (10) 05.07.14 - 19:55

    Hallo,

    ich kann dich verstehen, mit Deinem Wunsch nach mehr Gleichberechtigung, ebenso mit Deiner Angst vor dem Absprung.

    Denn Du hast schon Recht, wenn Du ab nun allein wärst, ständest Du finanziell nicht so gut da wie vorher. Das hieße für Dich und die Kinder; Abstriche machen. In kulturellen, sozialen, bildungstechnischen Bereichen und den Wohnverhältnissen.

    Oder Du müsstest viel arbeiten gehen um den Standart aufrecht zu erhalten, siehst aber dafür Deine kinder nicht mehr und umgekehrt, bist zu ko für Soziales, Kultur und Bildung.
    Ich bin seit Jahren allein erziehend (leider), habe vor einiger Zeit den beruflichen Wiedereinstieg gewagt und der ging zu Lasten meines Kindes und unserer Beziehung zu
    einander. Finanziell brachte es nicht mehr als Sozialleistungen. Hatte einfach den Wunsch und das Moralische Empfinden, raus aus der Abhängigkeit vom Staat, in ein finanziell selbst organisiertes Leben. Aber der Schuss ging nach hinten los.
    Aus der Erfahrung heraus denke ich; besser die Rollenverteilung die Ihr lebt, als ganz allein. Wenn die Gefühle dann auch noch stimmen, Super!!!
    Also; wie sind Eure Gefühle füreinander? Habt ihr Euer Rollenmodell vorher nicht besprochen?
    Des weiteren; tu mehr für Dich! Besorg einen Babysitter, und triff Dich mit Freunden, geh ins Kino, zur Volkshochschule, ect.. Alleine könntest Du das erstmal nicht.

    Alles Gute

    (11) 05.07.14 - 20:41

    >>... Ich bin mal WIEDER an einem Punkt...<< klingt als waerst Du an dem Punkt schon mindestens einmal gewesen.
    Wie habt ihr die Situation damals geloest?

    (14) 05.07.14 - 21:00

    Dadurch, dass ich in meinem Leben, was parallel exisistiert, wieder Mut gefunden habe, dadurch, dass die Kinder so lieb sind, ich hier so einige Freundinnen habe, deren Kinder auch gute Freunde meiner Kinder sind.
    Es ist ja gar nicht so, dass ich nicht arbeite, nein, ich bin nur dummerweise selbständig tätig (Akademikerin), und mein Einkommen unterliegt starken Schwankungen.
    Vergangenes Jahr habe ich auch so gut verdient, dass ich ein eigenes Auto bekommen konnte, einen wirklich netten Lebensstandard haben konnte und mit dem Kleinen auch allein verreist bin, aber dies Jahr läuft´s so mau, dass ich nicht weiß, ob es ein Trend ist oder ob es nur temporär ist.
    Damit habe ich die Probleme verdrängt. Denke ich dann jedoch wieder über die familiäre Situation nach, kommt mir das Kotzen...okay, aber ich möchte das nicht ewig so machen, da ich es einfach nicht fair finde.

    • (15) 05.07.14 - 21:10

      Drei Faktoren, die es ins Gleichgewicht zu bringen gilt.

      Kinderbetreuung, Einkommen, Hausarbeit...

      Alleine wirst Du nicht in der Lage sein, alle drei Faktoren ausreichend zu bedienen.

      Im Moment bringt Dein Mann das Einkommen, also kannst Du Hausarbeit und Kinder stemmen.
      Es gibt nicht wenige Beziehungen, die so funktionieren.

      Willst Du nun von Deinem Mann weg, weil er eigentlich ausser Geld und Noergelei offenbar nix ins Familienleben einbringt, musst Du seinen Beitrag "Einkommen" irgendwie mitstemmen. Das geht nur ueber die eigene Arbeit und Einschnitte bei den beiden anderen Faktoren. Also teilweise Fremdbetreuung, damit Du voll arbeiten kannst, und Abstriche im haeuslichen Standard hinnehmen...

      Loesen laesst sich alles, aber ich vermute fast Du willst einfach zu viel zur selben Zeit... Da steuert man schnell in eine mentale Sackgasse, die dann dazu fuehrt, dass man wie gelaehmt lieber gar nicht aktiv wird...

Nunja, wenn Du keinen Beruf ausübst (Vollzeit arbeitest Du nicht, das hast Du hier geschrieben; arbeitest Du wenigstens TZ?), dann halte ich es für völlig selbstverständlich, dass Du Dich um die Kinder während der Woche kümmerst. Auch bei einer TZ-Stelle ist es ja klar, dass Du den großen Teil der Haushalt- und Kinderversorgung übernimmst.

Zu gleichen Teilen in die Haushalt/Kinderversorgung teilen kann man, wenn beide auch zu gleichen Teilen einem Beruf nachgehen. Und da Deine Kinder ja schon ziemlich "alt" sind, kann ich persönlich nicht nachvollziehen, warum man da nicht auch eine berufliche Tätigkeit ausüben kann. Aber OK, das ist nur meine persönliche Meinung.

Kritisch sehe ich jedoch, dass Du schreibst, Dein Mann kümmert sich auch am WE um nichts bzw. fast nichts. Auch wenn er aufgrund seines Berufes nur einen kleinen Teil übernehmen müßte, so sehe ich schon auch ihn in der Pflicht (und eigentlich sollte es ja auch Spaß machen!), sich am WE um seine Kinder zu kümmern. Und wenn Du dann noch schreibst, dass er Dich beschimpft, dann frage ich mich wirklich, ob er die Ehe nur als Zweckgemeinschaft sieht. Ist es ihm kein Bedürfnis, wenigstens am WE Zeit mit euch zu verbringen? Dass er auch ausschlafen möchte, seinen Hobbys nachgehen möchte, finde ich nachvollziehbar. Gleiches sollte aber auch Dir zustehen!!! Auch Du brauchst mal eine Auszeit!
Habt ihr schonmal direkt und offen darüber gesprochen? Erklär ihm doch mal (ohne Vorwürfe), wie es Dir geht und was Du Dir wünschst. Macht eine feste Zeit in der Woche aus, wo Du nur Zeit für Dich hast. Hast Du denn ein Hobby? Eine Sportgruppe? Einen Sprachkurs etc.? Fordere diese Zeit ein!
Und trefft eine klare Absprache, dass ihr 1x pro Wochenende eine gemeinsame Unternehmung plant, an der er sich auch beteiligt.
Voraussetzung für all das ist, dass zwischen euch überhaupt noch Liebe ist und es sich bei euch lohnt, um die Ehe zu kämpfen. Das konnte ich jetzt aus Deinem Posting so nicht genau herauslesen.

Vielleicht sieht er nach all den Jahren in Dir nur noch das Hausmütterchen. Ich kann Dir nur ans Herz legen (gerade, wenn Du schon an Trennung denkst!), auch etwas für deine berufliche Weiterbildung zu tun! Mach Dich doch nicht so abhängig von (D)einem Mann! Bau Dir auch eine berufliche Zukunft auf. Nur aus finanziellen Erwägungen bei einem Mann zu bleiben, finde ich extrem furchtbar.

  • Nein, wie schon vorhin beschrieben, arbeite ich ja auch noch in Teilzeit!
    Und: nein, am WE läuft freiweillig von seiner Seite aus nichts; mit uns etwas zu unternehmen, beschneidet nur seine Flexibilität, wie ich oft zu hören bekomme!

    Aber was ich noch gar nicht von eine(r) von Euch gehört habe?
    Wie kann ich ihn dazu bewegen, die Vaterrolle auch tatsächlich nach 11 Jahren mal zu leben?

    • Wie du ihn dazu bewegen kannst, endlich die Vaterrolle zu übernehmen?
      Der Vater meiner Kinder war ganz ähnlich wie der deiner.
      In die Vaterrolle hat er sich erst nach der Trennung eingefunden. Gezwungenermaßen. Er musste sich ja plötzlich alle zwei Wochen allein um sie kümmern... Und da erst hat er gemerkt, dass das Spaß machen kann.

      Und die Kinder waren ganz überrascht, das sie auch mit Papa Spaß haben können!

      Wir haben alle vier von der Trennung profitiert. Ich weiß, das viele Vater nach der Trennung das nicht schaffen, aber lieber den Versuch starten und notfalls ganz allein da stehen, als in dieser Situation zu verharren.
      Mein Ex hat nun die Zeit für sich, die er immer wollte und ab und zu kann er der Superpapa für die Kinder sein... #augen

      Das Problem ist natürlich, dass du im Grunde zu keinen Kompromissen bereit bist. Ich habe nach der Trennung meine Stunden auf 85% aufgestockt (vorher ging ich 75%) und kann so - mit Hilfe des Kindesunterhaltes - unseren Lebensstandart aufrecht erhalten. Ganz ohne staatliche Hilfe.

      Alles Gute,
      Nina

      Ich fürchte, wenn er es 11 Jahre lang nicht getan hat, dann wird er es auch weiterhin nicht tun.
      Zu soetwas kann man auch niemanden überreden oder überzeugen, entweder, er macht es, weil es ihm ein Bedürfnis ist und er es gern tut oder aber, er wird es nie tun.
      Sorry. Überlege in Ruhe, ob Du so weiterleben möchtest.

Ich bin mit so einem Exemplar als Vater groß geworden!!Kein gutes Vorbild! Nur er und seine Hobbies waren ihm wichtig.Meine Mutter hat das einzig Richtige gemacht und sich getrennt.Sie ist Vollzeit arbeiten gegangen und wir waren in der Betreuung.Für uns Kinder war es wie eine Erlösung! Endlich keine frustrierte Mutter mehr zu sehen und gleichzeitig keinen Streit mehr mitzubekommen.Meine Mutter hat sich Jahre später verliebt und mein Stiefvater hat sich sehr um uns gekümmert.Was ich damit sagen will? Deine Kinder werden es überleben, aber was für ein Leben willst du ihnen vorleben?

(21) 05.07.14 - 21:47

ich hatte bis sommer letzten jahres eine ähnliche situation, allerdings habe ich "nur" noch 1 kind, nämlich meinen sohn (meine tochter ist 2012 gestorben) und arbeite 35 stunden, alles weitere ist vergleichbar mit deiner schilderung. von daher kann ich dich gut verstehen, auf so ein leben hatte und habe ich auch keinen bock. ich habe mich dann tatsächlich getrennt (nicht ausschließlich wegen seiner passivität, sondern wegen einer ausgesprochen dämlichen frauengeschichte, die dann das fass zum überlaufen brachte).

ich will dir nichts vormachen: obwohl die trennung längst überfällig gewesen ist, war es kein spaziergang. jetzt, ein jahr später, geht es mir wirklich gut. finanziell komme ich mit meinem gehalt sowie dem unterhalt gut über die runden, aber das war noch mein geringstes problem. ich hab lange daran zu knabbern gehabt, dass wir mit dem, was wir irgendwann mal wollten, gescheitert sind und ich habe, obwohl meine beziehung seit langem wirklich schlecht lief, mit einem überraschend starken gefühl von verlust zu tun gehabt.

heute verstehen wir uns im wesentlichen ganz gut, er hat eine neue freundin, ich bin allein und will es vorerst auch nicht anders.

ich kann dir nur raten: stell für dich selbst sicher, dass du wirklich, wirklich, wirklich ALLES versucht hast, um deine ehe zu retten. ich wusste das für mich, trotzdem ging es mir damit oft sehr schlecht. ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn ich im nachhinein das gefühl gehabt hätte, da wäre noch ein weg gewesen. mach deinem mann klar, wie du dich fühlst. sag ihm deutlich, wie du eure zukunft siehst und wie seine rolle darin idealerweise aussieht. erkläre ihm, wie unglücklich du mit der aktuellen situation bist und was du dir von ihm wünschst. im zweifel auch mit hilfe eines paartherapeuten. vielleicht ist ihm gar nicht klar, dass deine uhr längst auf 5 vor 12 steht?

(22) 06.07.14 - 09:58

Hi,
deine Kinder sind ja in einem Alter, in denen sie ihre Bedürfnisse und Wünsche äußern und einfordern können. Tun sie das nicht? Wenn doch, wie reagiert dein Mann darauf?

So wie du deine Ehe beschreibst, wenn das natürlich ein einseitiger Einblick ist, funktioniert ihr als Team und Familie ja überhaupt nicht. Er taugt als Vater nicht und du entwickelst, verständlicherweise, darauf einen immer größer werdenden Groll. Nach einem soliden Fundament für eine erfolgreiche Ehe, die halten kann, liest sich das nicht.
Ich kann deine Einstellung, dass du nicht mehr arbeiten möchtest, als du es momentan tust, der Kinder wegen, nachvollziehen. Zumal du es ja wohl auch nicht musst, aus finanzieller Sicht.

Aber es geht auch um deinen "Arsch", d.h. wie kann dir ein Wiedereinstieg in die Vollzeitbeschäftigung, wenn nötig, gelingen und vor allem, wie sieht es mit deiner Altersversorgung aus? Im stern war letztens ein Artikel über die jetzt um die 50-Jährigen Frauen, von denen wohl wahnsinnig viele in die Teilzeitfalle getappt sind, obwohl super ausgebildet. Sie haben ihren Männern den Rücken für die Karriere freigehalten, in dem sie die Familie gewuppt haben. Tja, die Männer haben sich irgendwann verabschiedet. Der Wiedereinstieg gelang nicht, weil zu lange aus dem Beruf draußen und in die Rentenkasse wurde auch nichts einbezahlt. Diese Frauen werden später wohl nicht wirklich von ihrer Rente leben können.
Irgendwie musste ich gleich bei deinem Beitrag daran denken...

Ich würde mich an deiner Stelle mal bei Profamilia oder so beraten lassen. Es gibt ja Möglichkeiten, z.B. Paartherapien, die in solch verfahrenen Ehesituationen hilfreich sein können.

Vlg tina

(23) 06.07.14 - 13:46

Wo ist dein Motiv diesen Mann zu behalten?

Gruß

Manavgat

  • Das Geld!

    Ich kann ihre Argumente nur teilweise nachvollziehen - die Kinder sind 5 und 10 und sie tut so, also ob sie eine 24h Rundumbetreuung nötig hätten. Da hat sie in der Erziehung wohl einiges falsch gemach - sowohl im Bezug auf ihren Mann, als auch bei ihren Kindern. Meine sind jünger und wissen, dass Mama nicht dazu da ist, ihnen 24h alles darzureichen. Papa springt auch ein oder man versucht es erst einmal allein. Ich sage nicht, dass bei uns mit 2 Vollzeitbeschäftigten alles immer super läuft, aber ihr Lebensmodell nebst den Ansprüchen, die sie hat, halte ich für unrealistisch.

    d

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