Wieso ist die Geliebte "schuld"?

    • (1) 06.07.14 - 21:12

      Guten Abend zusammen!

      Beim Lesen hier fällt mir immer wieder auf, dass es einige User gibt, die einer Frau, die mit einem verheirateten/vergebenen Mann etwas anfängt, zumindest eine Teilschuld geben. Das verstehe ich nicht. Denn wenn die Frau keine Bindung zu der betrogenen Ehefrau/Freundin hat, hintergeht sie doch niemanden?

      Ob die Geliebte jetzt unwissend war oder es ihr egal war, ob sie verliebt ist oder sie einfach nur Spaß haben will - das spielt für mich persönlich in der Wertung keine Rolle. Macht das für euch einen Unterschied? Welche Verantwortung hat eine ungebundene Frau der Partnerin des Mannes, mit dem sie sexuellen Kontakt hat, gegenüber? Ich habe auch oft das Gefühl, dass die Geliebte als Schlampe betrachtet wird, während ein Mann, der eine Affäre mit einer vergebenen Frau anfängt, gar nicht weiter bewertet wird. Wie kann das sein?

      Dass die Betrogene selber sauer auf die Geliebte ist, kann ich nachvollziehen, da sie emotional in einer Ausnahmesituation ist, aber als Außenstehender ist die Sachlage doch klar: derjenige, der seinen Partner betrügt, ist in der Verantwortung. Oder?!

      Vielleicht können mir die Leute, die anderer Meinung sind, diese näher erläutern? (wenn es geht, ohne mich anzugreifen, weil ich es anders sehe)

      Liebe Grüße, Truly

      • Ich will mich hier nicht unbedingt auf eine Seite schlagen, aber ich versuch es mal.

        Gesellschaftlich ist es halt nicht anerkannt, dass jemand mit jemanden der sich in einer Beziehung oder gar Ehe befindet eine Beziehung, welcher Art auch immer eingeht.

        Früher gab es da entsprechende Paragraphen zu, im Christentum ist es in den 10 Geboten festgehalten.

        Mittlerweile begeht man natürlich keinen Rechtsbruch mehr, aber die moralische Frage bleibt natürlich bestehen.

        Das muss natürlich jeder für sich entscheiden. Trotzdem ist es doch nicht weiter verwunderlich, wenn es Menschen gibt, nach deren moralischen Vorstellungen es nicht in Ordnung ist eine Beziehung mit jemanden einzugehen, der anderweitig gebunden ist.

        Ich persönlich sehe das nicht so strikt. da kommt es auf den Einzelfall an.

        Trotzdem finde ich gerade viele Geschichten hier bei Urbia auch moralisch verwerflich. Da muss es dann der Mann der besten Freundin sein, oder der Kollege, der gerade Vater geworden ist. Und als Antwort kommt dann, dass man halt nichts gegen seine Gefühle machen kann. Doch! Kann man! Man kann auch durchaus mal den Kopf einschalten!

        Daher verstehe ich Hedda schon, wenn sie mittlerweile etwas gereizter reagiert.

        Wobei das natürlich nicht bedeutet, dass das Verhalten des Mannes in diesem Fall in Ordnung ist, ganz und gar nicht.

        • (3) 06.07.14 - 22:25

          ""Und als Antwort kommt dann, dass man halt nichts gegen seine Gefühle machen kann."

          Ich erinnere mich mit Grausen an die Frau, die sich erblödete, vor mir (damals sechs) und meiner Mutter (OK, dass meine Mutter mich zu so einer Konfrontation mitschleifte, sei mal dahin gestellt...) zu tröten "Aber ich LIIIiiEBE Ihren Mann!".

          *wuerg*

          Mit einem verheirateten Mann, der noch in der Ehewohnung lebt (= da ist noch keine Trennung nach außen sichtbar) ins Bett zu hüpfen, gehört sich einfach nicht. Punkt.

          • (4) 07.07.14 - 09:36

            Die Kinder zu so etwas mitzunehmen, war seinerzeit noch total okay...
            Es sollte halt mehr Nachdruck verleihen und "der Eindringling" (was ist die weibliche Form von Eindringling oder ueberhaupt jeglichem -ling??) sollte sehen, dass sie im Begriff war dem Kind den Vater zu nehmen...

            Heute irgendwie unvorstellbar... :-D

      Ich wurde schon betrogen, kann also durchaus mitreden.

      Ich finde absolut nicht, dass die Geliebte/Affaire eine Mitschuld hat. Der Mensch in einer Beziehung betrügt seinen Partner und zwar ganz freiwillig und selbstständig in den meisten Fällen. Auch zerstört die Affaire auch nicht die Familie; ist ja auch eine gerne gemachter Vorwurf.

      Ich wüsste auch nicht, weshalb man auf die "Andere" sauer sein sollte. Ich war es nicht. Wenn es jetzt eine Freundin gewesen wäre oder eine gute Bekannte, wäre es natürlich emotional eine andere Geschichte gewesen. Aber der Adressat für die Emotionen ist der betrügende Partner.

      Ich bin auch nicht der Meinung, dass eine Frau, die mit einem verheirateten oder liierten Mann eine Affaire eingeht, eine "Schlampe" ist.

      Es gibt so viele Gründe, weshalb Menschen sich zueinander hingezogen fühlen, einander betrügen etc. Das ist zu vielschichtig, um da zu pauschalisieren.

      Ich habe auch schon betrogen und es hat mir sehr leid getan, aber ich hatte meine Gründe.

      LG
      Kate

      (6) 06.07.14 - 21:34

      Hallo,

      ich sehe das ganz einfach:

      Eine Single-Frau ist in meinen Augen keinesfalls verantwortlich für einen potentiellen Fremdgeher oder seine Frau/Freundin. Weder für sein Handeln, noch für sein Denken, noch für sein Leben.
      Er ist nämlich schon alleine groß und trägt die Verantwortung für sich und seine Frau/Freundin.

      Auch sehe ich eine Single-Frau nicht in der Pflicht Bekanntschaften vorher bis ins Detail zu hinterfragen, was ja nötig wäre, wenn man ihr eine Verantwortung zuspräche.

      Für meinen Teil bin ich im vorangegangen Thread über Titulierungen wie "Schlampe" (da per Definition sehr subjektiv und im Sprachgebrauch nicht weniger als ein herabwürdigendes Schimpfwort) sehr erschrocken.

      Grüße

    • (7) 06.07.14 - 22:02

      Ich glaube, dass durch das Verlagern der Aggressionen auf die Geliebte die eigene Ehe gerettet/ erhalten werden soll. Bei realer Betrachtung gebe ich dir nämlich recht. Der Vertrauensbruch liegt zwischen dem Ehepaar, nicht zwischen der Geliebten/ Ehefrau.

      (8) 06.07.14 - 22:08

      Ich habe seit Jahren Affären und gehe diese bewusst nur mit verheirateten Männern ein.Dennoch sehe ich mich absolut nicht als Schlampe, aber es ist in Ordnung für mich wenn Andere das so sehen.
      Allerdings gehen bei mir bestimmte Sachen überhaupt nicht und die wären:

      - Männer aus meinem Umfeld
      - Sex im Ehebett bzw. generell bei ihm Zuhause
      - sich aushalten lassen
      - tiefere Gefühle seinerseits

      Wenn eine Ehefrau dahinter kommt kann ich nachvollziehen das sie sauer ist, aber dennoch zieh ich mir den Schuh nicht an.Es ist eine Sache zwischen dem Ehepaar und ich halte mich da einfach raus.

      • (9) 06.07.14 - 22:17

        Bist du selbst verheiratet?

        Wenn nicht - woher kommt die Präferenz für verheiratete Männer? Weil, es gibt m. E. viele ungebundene Männer, welche Sex haben und keine intensiven Gefühle entwickeln wollen(?). Vermutlich z.B. Viele auf den einschlägigen Portalen, über den du Kontakt aufbaust.

        LG

        • (10) 06.07.14 - 22:40

          Ich denke mal, dass die Chance bei verheirateten Männer recht groß ist, dass sie halt nichts festes suchen und auch nicht von der Affäre erwarten sich zu kümmern, hauswirtschaftlich tätig zu werden und zu repräsentieren.

          Ich kann den reiz durchaus verstehen.

          • (11) 06.07.14 - 22:53

            Das vermute ich auch. Ich wäre mir sogar sicher, dass es so ist, wenn ein Mann das Geschrieben hätte. Ich verallgemeinere vermutlich zu stark! Nur denke ich, dass eher Frauen die "Problemstelle" sind, da diese, auch wenn sie es nicht wollten, Gefühle entwickeln. Ein verheirateter Mann verlässt nicht überstürzt seine Familie. Ich denke, Frauen sind da tendenziell anders.

            Sie wird ihre eigenen Vorteile aus der Konstellation ziehen. Ein Mann, der nicht im Haushat aktiv wird, ist aus ihrer Sicht kein Vorteil.

            ich habe die Frage letztlich aus dem Grund gestellt, da es mir genauso ging. Deshalb hätte mich ihr Beweggrund interessiert.

            • (12) 06.07.14 - 23:34

              Ich weiss nicht.

              im Fall der TE scheint es so zu sein, dass sie darüber steht.

              sie will nicht, dass der Mann starke Gefühle für sie entwickelt und ich nehme ihr das jetzt mal ab...

        (13) 06.07.14 - 22:44

        Nein, ich bin nicht verheiratet.
        Ein Single konzentriert sich selten auf eine Frau alleine, es geht ihm meist nur um Sex und wenn nicht, dann kommen schnell Besitzansprüche.So ist meine Erfahrung und nicht das was ich möchte.
        Bei einem Ehemann ist es vorwiegend so, dass er nicht nur Sex möchte sondern das ganze Paket.Ihm fehlt die wärme, das Küssen und einfach nur mal wieder unbeschwerten Sex.Ins Kino gehen, Essen, bummeln, sich unterhalten und was es sonst noch gibt.Und das suche ich auch :-)

        Natürlich gibt es auch viele die nur auf schnellen Sex aus sind, aber das möchte ich nicht.

    >>> Es ist eine Sache zwischen dem Ehepaar und ich halte mich da einfach raus. <<<

    Machst Du es Dir damit nicht zu leicht?

    LG

    • Ja, stimmt, ich mache es mir da überwiegend leicht.

      LG

      • Und warum ist das so?
        Ist es Dir wirklich egal ... oder beruhigst Du damit ein doch vorhandenes schlechtes Gewissen?

        Ich möchte wirklich nicht, dass Du das als Angriff verstehst ... mich interessiert das ganz ehrlich. Ich persönlich kann es mir z. B. nicht vorstellen, so indifferent in einer solchen Sache unterwegs zu sein.

        LG

(18) 06.07.14 - 23:32

>>... Es ist eine Sache zwischen dem Ehepaar und ich halte mich da einfach raus. <<

#rofl

Hast Du diesen Satz mal wirken lassen?
Du haeltst Dich ja nun eben genau NICHT raus, sondern gehst mit dem Mann eine Affaere ein...

Denk mal drueber nach. ;-)

  • Natürlich hält sie sich raus. Sie fordert nicht, dass er seine Frau verlassen soll. Was er mit seiner Beziehung anfängt, ist ihr egal.

    Ohne das zu werten: Ich sehe da keine Einmischung.

    • So wie sie aktiv wird haelt sie sich nicht mehr raus. Sich raushalten bedingt Inaktivitaet.

      Hoer bitte mit diesen Haarspaltereien auf. Es ist sonnenklar, was gemeint ist.

      • (21) 07.07.14 - 06:06

        Wenn man es so sieht, ja, dann halte ich mich nicht raus.
        Ich bezog das darauf, wenn die Ehefrau etwas rausbekommt und es kommt deswegen zu Streitereien, dass ich mich nicht verbal einmischen werde.
        Da habe ich gedacht, dass es sonnenklar war was ich gemeint habe.

        • (22) 07.07.14 - 08:15

          Das ist mir schon klar und genau deswegen habe ich das so kommentiert.
          Du redest es Dir selbst schoen.

          Da Du Mitverursacher eines solchen Streits bist, kann man das nicht wirklich als sich raushalten bezeichnen. ;-)

          Diese Erklärung, wie der Satz gemeint war, halte ich für total unglaubwürdig ...

          ... zumal Deine vorangegangenen Antworten zu diesem Satz an mich gar nicht mehr dazu passen.

Zum Ehebruch gehören irgendwie schon 2.

(25) 06.07.14 - 22:47

Das ist keine Frage der Schuld, sondern eine der Moral.
Und da ist die Lage ziemlich eindeutig...

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