Partner hat sich so verändert :-(

    • (1) 19.07.14 - 16:59
      Shoppingqueenxx

      Hallo,

      Ich (27) habe vor zwei Jahren im Urlaub einen Mann (42) kennen gelernt. Er hat mir auf Anhieb total gut gefallen. Seine Optik, seine Art, sein Beruf - ich fand ihn von Anfang an klasse. Er mich auch.

      Wir führten ein Jahr lang eine Fernbeziehung (5oo km) und verbrachten jedes Wochenende und jeden Urlaub gemeinsam, es war wunderschön. Nach einem Jahr bat er mich zu ihm zu ziehen. Er konnte sich beruflich nicht versetzen lassen und hatte keine Lust mehr auf Fernbeziehung. Ich war eher kritisch und hätte meine Freiheit lieber behalten. Ich hatte kurz bevor ich ihn kennen gelernt hatte eine langjährige Beziehung beendet und wollte erstmal alleine wohnen.

      Letztendlich habe ich aber doch zugestimmt, weil ich natürlich gern bei ihm sein wollte. Ich fühlte mich in meiner alten Umgebung sehr wohl, der neuen kann ich nicht soviel abgewinnen.

      Das erste halbe Jahr verlief wie die voran gegangen Zeit - einfach schön. Aber seit Anfang des Jahres ist der Wurm drin.

      Es kommt mir so vor, als hätte er sein wirkliches ICH bis jetz zurückgehalten und wird erst jetzt wieder er selbst. Er kritisiert ständig an mir herum, obwohl ich nichts anders mache als sonst.

      Ich bin zum Beispiel keine Vorzeigehausfrau. Ich mache zwar die Wäsche, ich bügel, ich staubsauge jeden Tag nach der Arbeit, aber weder staube ich ständig ab oder putze jede Woche die Fenster, noch koche ich. ich ernähre mich vegetarisch und überwiegend roh, weil ich mich damit wohlfühle. Als wir uns kennen gelernt haben hat er seinen Fleischkonsum sofort von selbst drastisch reduziert auf einmal die Woche. Mittlerweile isst er wieder täglich Fleisch und beschwert sich dass ich nicht koche. Aber er wusste doch wie ich mich ernähre und dass mir das wichtig ist? Und nein, ich werde nicht ihm zuliebe Fleisch zubereiten, das stimmt nicht mit meinen Wertvorstellungen überein. Außerdem hat er immer betont wie gern er kocht. Jetzt beschwert er sich, dass es gar kein richtiges Eheleben sei wenn man abends nicht zusammen warm isst. He??? Ich will nicht warm essen, davon werd ich fett und krieg Bauchweh.

      Ein weiterer Streitpunkt ist mein Hund. Der haart und gräbt im Garten. Also darf er nicht in den Garten, weil das Wichtigste im Leben ist ein gepflegter Garten den man nicht nutzen darf. Im Gegenzug beschwert er sich weil ich mich nicht an der Gartenpflege beteilige. Wozu denn, wenn wir nicht rein dürfen? Was vermisse ich meinen alten Löchergarten.

      Wenn ich abends noch was für die Arbeit tun muss (habe teilweise Homeoffice) stört er mich ständig. Er scheint nicht zu verstehen, dass es trotzdem Arbeit ist, auch wenn ich es von zuhause machen muss. Er wirft mir dann vor unsere gemeinsame Zeit nicht zu nutzen.

      Wenn ich joggen gehe wirft er mir vor Zeit zu verschwenden, in der ich z.B. Fenster putzen könnte.

      Überhaupt hat er es sich angewöhnt ständig zu nörgeln. Er meckert mich in letzter Zeit immer wieder zu wie ein zänkisches Weib. Wenn wir dann mal einen kurzen Moment haben, der wieder schön ist haut er irgendwelche übertriebenen Liebesschwüre raus und ärgert sich wenn ich mich darüber nicht freue. Aber was nutzen mir Worte, wenn die Taten etwas anderes sagen? Ich brauch keine Liebesschwüre, ich brauch Liebe. Er beschwert sich auch dass wir aktuell zu wenig Sex haben. Ich steh total auf Sex, aber nicht mit einem Menschen der mir nonstop Vorhaltungen macht.
      Er stellt sich immer so dar als wäre er besonders fürsorglich. Gestern ist er einkaufen gefahren und hat gefragt ob er mir was mitbringen darf. Es ist ja gerade Kirschsaison und ich esse überwiegend Obst und Gemüse und habe ihn gebeten mir Kirschen mitzubringen (ich liebe sie). Sonst nichts. Er kam zurück und hatte allerhand Zeug dabei, aber keine Kirschen. Die wären zu teuer (wtf? Wir sind echt nicht arm). Dafür hat er mir eine Schachtel Eis mitgebracht und sich geärgert dass ich mich nicht freue (soll ich Eis als Snack zwischendurch mampfen oder wie?). Dann hat er ein ziemlich komisches Bild seiner Idealfrau. Also ich denke ich komm den Idealbild schon nahe, aber er will dass sich Frau so nuttig wie möglich aussieht. So als ob sie permanent bereit wäre... Ich kleide mich schon freizügig, aber ich weigere mich den ganzen Tag in High Heels rumzulaufen. Außerdem will ich auch nicht ausschliesslich auf sexuelle Verfügbarkeit reduziert werden.

      Wie kann es sein dass sich ein Mensch in so kurzer Zeit so ändert? Er war früher viel lockerer. Okay, ein sauberer Haushalt war ihm schon wichtig, aber nicht dermaßen übertrieben. Wir hatten viel mehr Spaß, er konnte auch mal fünf grade sein lassen, er ist mit mir joggen gegangen, hat selbst auf seine Ernährung geachtet (mittlerweile hat er sogar etwas zugenommen). Habt ihr sowas schon mal erlebt? Ich bin ehrlich gesagt recht unglücklich und denk schon hin und wieder an Trennung, was mich völlig zurückwerfen würde, weil ich in dieser Umgebung nicht alleine bleiben möchte - ich müsste wieder umziehen, mich beruflich schon wieder umorientieren und natürlich will ich ihn nicht verlieren, weil ich ihn eigentlich ganz anders kennen gelernt habe.

      Wenn ich das Gespräch suche reagiert er verständnislos. Er sieht das ganz anders. Er behandelt mich manchmal wie einen verzogenen Teenager, der sein Zimmer nicht aufräumen will. Ich bin aber erwachsen, steh mit beiden Beinen im Leben und wenn ich mein Zimmer nicht aufräumen will weil ich was Besseres zu tun habe entscheid ich das selbst.

      • "Wie kann es sein dass sich ein Mensch in so kurzer Zeit so ändert? Er war früher viel lockerer. Okay, ein sauberer Haushalt war ihm schon wichtig, aber nicht dermaßen übertrieben. Wir hatten viel mehr Spaß, er konnte auch mal fünf grade sein lassen,..."

        Ich glaube nicht, dass er sich verändert hat. Ihr hattet nur damals eine Wochenendbeziehung. Da sieht man sich nur selten und will diese wenige Zeit so schön wie möglich gestalten, da ist dann putzen etc nicht seine oberste Priorität, im Alltag aber schon.
        Damit bestätigt sich mal wieder, dass eine gute Beziehung den Alltag überstehen muss, um überhaupt erst so genannt werden zu dürfen.

        Ihr seid zu unterschiedlich, auch was die Essgewohnheiten angeht, das führt eben zu Reibungspunkten, die man früher übersehen hat.

        "Wenn ich das Gespräch suche reagiert er verständnislos. Er sieht das ganz anders. Er behandelt mich manchmal wie einen verzogenen Teenager, der sein Zimmer nicht aufräumen will"

        Das könnte am Altersunterschied liegen....

        Insgesamt keine guten Karten für eine dauerhafte Bindung.

        ich finde ihr geratet wegen lauter Kleinigkeitenan einander. Und das schon nach so kurzer Zeit. Kann es sein, dass langsam die rosarote Brille weg ist? Früher habt ihr euch so akzeptiert wie ihr eben seid, weil ihr frisch verliebt wart. Nun ist diese Phase vorbei und euch nerven diese Unterschiede dann doch.

        Ich würde eher sagen: er hat sich nicht so sehr verändert, sondern es kommt jetzt erst raus wie er so im Alltag und nach der großen Verliebtheit einfach ist!

        Passt ihr in diesem Alltag denn überhaupt zusammen? Wollt ihr beide? Könntet ihr euch überhaupt eine zukunft gemeinsam vorstellen?

        Übrigens, jemand der nach grade zwei jahren ständig an mir nörgelt - das wäre mir zuviel...

        LG

      Der Altersunterschied ist zu groß, er wird mit 42 nicht mehr an seinen Prinzipien rütteln.

      Tja, anfangs nimmt man sich noch mehr zurück und geht auf seinen Partner ein und jetzt merkt ihr, wer euer Partner wirklich ist.
      Ihm gefällt nicht wie du bist und dir gefällt nicht wie er ist. Ihr müsst einen Weg finden mit den, für euch, negativen Seiten des anderen umzugehen und ihr müsst Kompromisse machen, sonst gibt es nur noch Streit.

      Eigentlich finde ich eure Situation normal. Ist natürlich krass, dass ihr tatsächlich so unterschiedlich seid, könnte aber auch mit dem Alter deines Partners zu tun haben. Er kann vielleicht schlechter Kompromisse eingehen, weil er in seinen Vorstellungen schon fest gefahren ist. #kratz

      (10) 19.07.14 - 22:56

      Wie es schon geschrieben wurde: ihr müsst eine Basis finden, auf der ihr miteinander reden könnt. Da muss jeder den Anderen mit seinen Bedürfnissen ernst nehmen.

      Was noch interessant zu wissen wäre: Hat er denn schon mal mit eine Frau zusammengelebt? Oder in einer WG ? Hat er gelernt Kompromisse einzugehen? Gerade wenn er die meiste Zeit alleine war hat er nicht gelernt auf Andere zuzugehen, da er es ja auch nie musste.

      Ich bringe mal einen hier gerne verwendeten Tipp (es kann gut helfen): Paarberatung ! Lernt miteinander über eure Bedürfnisse zu kommunizieren, euch gegenseitig wertzuschätzen und Kompromisse zu finden. Das geht letztendlich aber nur, wenn ihr Beide bereit seid.

      Zusammengefasst: Lernt miteinander zu reden !

      lg

      Liest sich, als ob ihr euch perfekt gefunden haettet...

      Ihr beide weicht keinen Deut von dem ab, was ihr jeweils vom anderen erwartet.
      Statt an den eigenen Unzulaenglichkeiten zu arbeiten, beschraenkt ihr euch darauf den anderen zu werten und zu kritisieren und legt so das wichtigste Werkzeug zum gluecklich sein aus der Hand.

      Nicht ER allein hat sich veraendert... sondern IHR seid beide wie sture Boecke.
      Als waere Konfrontation jemals ein valider Loesungsansatz gewesen...
      Dein letzter Satz ist vor diesem Hintergrund ein Widerspruch in sich selbst.

      Als ihr euch nur am Wochenende oder im Urlaub gesehen habt, habt ihr euch vermutlich mit Freude auf den anderen eingestellt, um die gemeinsame Zeit zu geniessen.
      Ich werde nie verstehen, warum Menschen in Beziehungen diesen Grundsatz im Alltag immer wieder ablegen...#augen

      • (12) 20.07.14 - 08:38

        ich meine das nicht böse, aber es ist nicht jeder letztendlich so aufopfernd kompromissbereit wie du.

        du hast mit deiner frau diesen weg gefunden und ich finde das auch für dich/euch gut, weil ihr es anscheindend so wollt.
        natürlich hast du in vielen sachen recht, sehr sogar...viele gehen viel zu wenig aufeinander ein, hören nur sich selber usw....aber irgendwann gibt es doch auch mal ein stopp und man kann nicht immer das deckmäntelchen "liebe" drüber halten wenn einer sich zu sehr verbiegen muss.

        lg :-)

        • (13) 20.07.14 - 09:07

          Frag mal die Buddhisten. Eine ganze Lehre ist auf diesem Prinzip aufgebaut... Das ist mitnichten nur dem Verhaeltnis zwischen mir und meiner Frau entwachsen... ;-)

          Wir sind hier leider in unserer Gesellschaft alle ein wenig zu "verpraegt"...

          Uebrigens empfinde ich es nicht als "aufopfernd", da ich nichts aufgebe sondern stattdessen nur an Zufriedenheit gewinne...

          • (14) 20.07.14 - 10:09

            ich brauche keinen buddhisten zu fragen.ich habe mich damit schon jahre vorher befasst bevor der buddhismus für viele zu einer modereligion wurde und ihn auch manch einer angefangen hat zu "benutzen" um sich etwas schön zu reden damit er nicht handeln muss und weiter festhalten kann.

            ansonsten, ja, wir sind in unserer gesellschaft alle ein wenig ( sehr ) "verprägt", leider...und darum finde ich es gut wenn es leute wie dich gibt die einem andere seiten aufzeigen können, letztendlich leichtere...dennoch finde ich, nur bis zu einem gewissen punkt.
            du hast für dich und deine frau den für euch/sie besten weg gefunden.
            du gibst viel, verstehst viel, siehst viel usw...und sie gibt dir für mich ( was ich bisher alles von dir lesen konnte ) wenig, aber für dich anscheinend mit wenig, viel zurück.

            man soll natürlich niemals ein geben und nehmen aufwiegen, auch nicht ansatzweise aber es ist ein leichtes eine vermeintlich gute ehe zu führen wenn man jemanden wie dich an seiner seíte hat.denn letztendlich muss man als mensch den du liebst nur etwas gut erklären und gerecht beibringen, dann klappt das schon nach einigen diskussionen.

            ich weiss, ich bin ein wenig ironisch mit meiner meinung, aber ich denke du kommst damit sehr gut klar ;-)

            letztendlich ist es auch egal wie ich deine ehe anders sehe als du, darum geht es auch nicht.
            das du diese ehe so führst ist für andere gut, denn du kannst anderen sehr viel mitgeben ud vielleicht bleibt bei manch einem ein wenig hängen was ein umdenken bringt und für eine wirklich glückliche beziehung reicht.

            und da ich jetzt weiss das ein ping pong spiel mit dir folgen würde, es aber an meiner meinung nichts ändern wird und nur zeitraubend ist, klinke ich mich mal aus und wünsche dir noch einen schönen ruhigen sonntag.
            außerdem bist du verdammt clever, du machst das schon :-)

            liebe grüße :-)

            • (15) 20.07.14 - 11:59

              Wie witzig! Wann hast du dich denn mit Buddhismus beschäftigt, bevor er Modereligion wurde - mit 10?!
              Sorry, aber ich musste wirklich lachen...Ymmd

              (16) 20.07.14 - 12:38

              Ich geh jetzt einfach mal wohlwollend davon aus, dass Dein erster Absatz nicht auf mich gemuenzt ist...
              Klar ist, dass ich keiner Religion folge, aber ich bin durchaus in der Lage vernuenftige Prinzipien und Systeme zu erkennen und ggfs anzunehmen. Wie so oft im Leben gibt es eben mehr als schwarz und weiss. Nach Deiner Auffassung benutze ich dann wohl eine Modereligion, um meine Faul- oder Traegheit zu rechtfertigen...

              Das steht Dir vollkommen frei.
              Nur ich weiss, dass dies eben Deiner Interpretation der Dinge entspricht, aber nicht unbedingt der Wahrheit. ;-)

              Ich fuehre keine gute Ehe, weil man mir etwas gut genug erklaert haette oder es lange genug diskutiert hat, damit ich mich mit dem zufrieden gebe, was ich bekomme. Ganz im Gegenteil liegt es daran, dass ich mein Glueck eben nicht davon abhaengig mache, was "fuer mich drin ist" in einer Beziehung. Warum sollte ich auch mein Glueck von einer anderen Person abhaengig machen, bzw davon wie sie handelt?

              Letztendlich gaebe ich mich so viel mehr auf, als auf die Art, die Du in meine Beziehung interpretierst... ;-)

              Und was mein Gebahren hier im Forum angeht... Ich kann natuerlich nur davon berichten, was fuer mich funktioniert und was auf meinen Erfahrungen basiert.

              Ob das die Leute annehmen moechten, liegt ganz bei ihnen.
              Ebenso, wie die Entscheidung zur Fehlinterpretation... Aber das kann aus der Ferne durchaus mal passieren... ;-)

    (17) 20.07.14 - 08:54

    Irgendwie bist du ja auch nich besser schon dieser Satz...Ich will nicht warm essen, davon werd ich fett und krieg Bauchweh....irgendwie hast du auch einen knall #augen

    Wenn das schief läuft dann gehören immer zwei dazu und das du nicht ganz einfach bist, kann man hier und da an deinem Text schon rauslesen...
    wenn ich mein Zimmer nicht aufräumen will weil ich was Besseres zu tun habe entscheid ich das selbst...ja das hört sich wirklich an wie so ein kleines trotziges Kind...

    Offensichtlich liebt er dich nicht. Ziehe die Konsequenzen.

    Sieh zu, dass du den Weg zur Tür findest. Der mann will eine Hausmaus, die kostenlos die Arbeit erledigt. Hast du das nötig?

    Gruß

    Manavgat

    Hallo

    es passt nicht.
    Auf Grund der Fernbeziehung stellt sich das halt etwas später raus.
    Außerdem kann man auch nach drei oder vier Jahren noch Überraschungen erleben.

    L.G.

    (21) 20.07.14 - 12:58

    "Wie kann es sein dass sich ein Mensch in so kurzer Zeit so ändert?"

    Hat er nicht, es fällt nur nun die Maske, die er zu Anfang und ganz zu Anfang auch noch leicht über die Ferne hinweg halten konnte.

    Ich habe vor zehn Jahren in einem Streit den Kontakt zu einer Tante (nur 12 Jahre älter ist als ich, also eher eine Schwester), die SEHR frauenbewegt war und sich einige Jahre zuvor von einem psychisch gewalttätigen Mann getrennt hat, ab. Sie warnte mich schon damals, dass all' diese Niggeligkeiten, die mein Mann damals schon zeigte, latent übergriffig seien und dass auch die vermeintlich positiven "Ich kümmere mich um dich"-Entscheidungen über meinen Kopf hinweg im Grunde Macht- und Bestimmerspielchen seien.

    Es waren Kleinigkeiten, das mit deinen Kirschen erinnerte mich daran: Ich wollte ein bestimmtes Shampoo mitgebracht haben (eine bestimmte Marke, kostet dann aber auch 2,50 € statt 0,69 € - ich habe längere Haare und schon vor Jahren bin ich davon ab, Eigenmarken zu nutzen, weil sie mir nicht pflegend genug waren), was brachte er? Eine Eigenmarke, das sei doch sicher genauso gut.

    Auch dieses Jekyll and Hyde-Verhalten - am Anfang "Wow, das ist DER Mann, was ist er doch empathisch und guck, er reduziert sogar seinen Fleischkonsum...." und nun gerade vice versa - das kenne ich zu gut. Manchmal kam es nicht so offensichtlich, aber doch klein, klein und stetig. Bei uns war es zum einen eine vor sich her getragene Großzügigkeit - Essen gehen hier, Parfum da - und inzwischen eine Form von Sparamkeit, Geiz und Geld zusammen Raffen (inkl. mich bereits zweimal fast ein Jahr lang über eine Gehaltserhöhung nicht in Kenntnis setzen, so das ich meinen Kostenanteil - wir zahlen nach Einkommenshöhe gemeinsam in die Haushaltskasse - munter weiter auf Grund der alten Verteilungsberechnung zahlte), die ich nur noch krankhaft finden kann. Hat aber auch etwas mit Macht zu tun. Er rafft auf seiner Seite die - gemeinsam erwirtschafteten - Überschüsse auf die Seite, schiebt Geld auf ein mir verheimlichtes Konto, zahlt seit über einem Jahr jeden verdammten Monat 1.000,- € an seine Mutter. Angeblich Rückzahlung von Geld, das sie ihm vor unserer Ehe und uns während der Ehe geliehen habe - aber das war im Leben nicht so viel, ich bin der festen Überzeugung, sie schiebt das Geld für ihn weiter, denn seit dem ich ihn mit meinem Wissen über sein anderes Konto konfrontierte, zahlt er nichts mehr dahin, sondern es begannen die Zahlungen an seine Mutter.

    Warum ich erzähle ich das alles (und ich könnte noch viel mehr erzählen)? Es ist alles Teil eines Spielchens, das "Gewalt, Macht, Kontrolle" heißt. Es fing mit diesen Kleinigkeiten an, ähnliche, wie du sie schilderst. Auch das mit den Störungen, wenn man selbst die Zeit gerade nur für sich braucht. Abendelang verkriecht er sich hinter seinen Onlineaktivitäten im Arbeitszimmer - aber wehe ich erwähne, dass ich mir eine Exceltabelle nach Hause geschickt habe, um daran zu arbeiten... Das mit dem Geld - er weiß, dass ich auf Grund von Altlasten (die ihn ja nichts angehen) lange Zeit kaum Spielraum hatte, nachdem mein Kostenanteil an den Haushalts- und Wohnkosten auf sein Konto geflossen und die Raten gezahlt worden waren. Umso mehr kotzt es mich an, dass er verschwieg, dass mein Kostenanteil auf Grund seiner Gehaltserhöhung schon längst hätte verringert werden können. Er tut so, als sei alles, was am Ende des Monats auf seinem Konto bleibt, allein seins. Und möchte nicht sehen, dass auch dann mehr bleibt, wenn mein Sohn und ich AUCH sparsam sind (Lebensmittel, Nebenkosten). Aber was erreicht er damit, warum tut er das? Genau: Ich konnte selbst kein Geld zur Seite tun, so dass ich noch nicht mal Mittel hatte, nötigenfalls hier den Absprung zu wagen. Macht. Finanzielle Macht. Emotionale Macht. Denn wenn er mir zum Beispiel mal etwas bei amazon mitbestellte, ob nun Schuhe oder wie neulich einen Sparpack Deo oder meine Nahrungsergänzung gegen PMS, wenn ich es nicht sofort an ihn überweise, kommt ein gönnerhaftes "ich schreib es auf deinen Deckel". Ein Deckel in Form einer Exceltabelle bei ihm, auf den sogar Slips kommen, die wir für mich bei Aldi kaufen. Auf dem er den Mehrbetrag einträgt, den mein Sohn über dem "Schnitt" bei McDonalds-Rechnungen verursacht. Ich kaufe inzwischen auch etliche Dinge selbst und nicht mehr beim gemeinsamen Einkauf, weil ich der Diskussionen müde bin.

    Mag sein, dass ich die Dinge im Moment enger sehe, aber bei mir klingelten beim Lesen deines Textes alle Alarmglocken. Vielleicht schaffst du es, die Reißleine früher zu ziehen als ich. Bei uns gibt es noch andere Baustellen, aber die mit der Macht und der Kontrolle ist neben einer weiteren sehr verletzenden die größte.

    Mir hat vor einer Weile diese Seite die Augen geöffnet (nicht alles trifft hier so extrem zu, aber vieles, zu vieles, ist eins zu eins beschrieben, als würde uns jemand kennen):

    http://www.re-empowerment.de/haeusliche-gewalt/leben-in-einer-misshandlungsbeziehung/hauptmotiv-macht/macht-einfluss-kontrolle/

    Na, was steht da über die Kontrolle von Zeitmanagement zum Beispiel?

    http://www.re-empowerment.de/haeusliche-gewalt/gewaltformen/psychische-gewalt-ii-typische-verhaltensmuster/

    LG
    o_d

    • (22) 20.07.14 - 14:15

      Diese Links sind zwar sehr interessant und zeigen einen auch manch gute Sicht, aber die Umsetzung der Ratschläge ist meist schwierig und dauert ewig bis das man damit mal mit zumindest einem kleinen Schritt anfängt.

      Wenn man Probleme mit dem Partner hat, dann deshalb, weil wir sie mit uns selbst haben.
      Und da sollte man vielleicht anfangen, immer bei sich selber ;-)

      Warum lasse ICH mir das gefallen...
      Warum gehe ICH darauf ein...
      Warum erkläre ICH mich immer und immer wieder...
      Warum nehme ICH die Schuld an
      Warum lasse ICH mich für doof verkaufen...
      Warum akzeptiere ICH etwas was umgekehrt nicht akzeptiert wird...
      Warum lasse ICH etwas zu wasich selber nie machen würde...
      Warum gebe ICH klein bei...
      Warum ertrage ICH das alles....
      Warum lasse ich mich ständig auf Diskussionen ein...

      Selbsterkenntnis!
      Und wenn man weiss warum, kann man damit arbeiten und Stärke entwickeln...und lässt solche Spielchen nicht mehr zu.

      • (23) 20.07.14 - 15:18

        "Und wenn man weiss warum, kann man damit arbeiten und Stärke entwickeln...und lässt solche Spielchen nicht mehr zu."

        Eben.

        Und dann geht man.

        Denn: Der andere wird immer weiter seine Spielchen versuchen - das dolle ist: Die Spielchen werden immer heftiger und/oder subtiler, die eigene wiedergewonnene Integrität untergrabender, das wiedererlangte Selbstbewusstsein immer wieder stärker angreifender, zumindest bei uns. Je mehr Stärke man als Partnerin entwickelt, je mehr man sich als Partnerin - vermeintlich oder auch in echt - aus dem Machtbereich "entfernt", umso mehr wird der "Spielchen Spielende" versuchen, die Machtverhältnisse wieder in seinem Sinne herzustellen. Bewusst oder unbewusst.

        Und das ist mir auf die Dauer schlicht: Zu anstrengend. Auch mein Leben ist endlich und ich werde ihn nicht ändern. Vor Jahren passte diese Art Mann vielleicht zu mir wie Arsch auf Eimer, da ich ganz unten war und ich das, was er tut, als "Kümmern" und Stärke empfand. Jetzt, da ich endlich wieder zu meiner früheren Stärke zurück gefunden habe, nicht mehr.

        Zumal langsam aber sicher die Liebe schwindet und ein Stockholm-Syndrom (vermeintliche Liebesgefühle zu dem, der einen "gefangen hält" und die Macht hat) habe ich zum Glück nicht.

        (24) 20.07.14 - 15:22

        "Wenn man Probleme mit dem Partner hat, dann deshalb, weil wir sie mit uns selbst haben.
        Und da sollte man vielleicht anfangen, immer bei sich selber "

        Ein bisschen nervt mich im Übrigen der Unterton, ich könnte genau das nicht getan haben.
        Und auch, dass du quasi davon auszugehen scheinst, ein einfaches "Spielchen nicht mehr Zulassen" könne dazu führen, die Partnerschaft zu erhalten. Das Gegenteil ist oft der Fall und auch diese Lösung kann für den, der geht, die Beste sein. Vielleicht auch für den, der zurück bleibt, vielleicht legt sich ja dann doch mal innerlich ein Schalter um. Allein: Ich glaube nicht dran. Mit seiner Ex gab es ähnliche Probleme wie mit mir.

        (25) 20.07.14 - 15:39

        Die Fragen sind sicherlich zielführend.
        Allerdings braucht es eine Zeit bis man diese Spiele durchschaut.
        Mir ist das in erster Ehe erst nach Jahren gelungen.Ich war weder jung, noch beziehungsunerfahren ,noch sonst irgendwie besonders naiv.
        Natürlich hat es Gründe warum man dies zulässt.Eine Aufarbeitung ist unerlässlich, mir war das erst nach der Trennung möglich.Meist liebt man seinen Partner ja, länger als es gesund ist.
        Allerdings ist dies ein sehr schleichender Prozess und je nach Partner wird äußert geschickt manipuliert.Oft hat man dann schon eine Familie gegründet.
        Glaubst du wirklich man sieht seine Anteile nicht?
        Eine Seite allein kann nichts erreichen.
        Letztendlich hilft nur der Schlussstrich.

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