Wie kriegt man denn eine rosa Brille zurück..."sorry - lang"

    • (1) 20.07.14 - 23:27
      desperatewarriorqueen

      Mir fällt gerade nichts mehr ein. Meine Ehe ist seit einiger Zeit nicht mehr sehr glücklich und ich habe keine Ahnung wie ich das retten kann.

      Wir haben eine Tochter mit 2 Jahren und sind seit 6 Jahren verheiratet. Wir haben ziemlich viel Arbeit und beide wahrscheinlich einen halben Burn-Out. Es ist aber kein Ende der Arbeit in Sicht. Seit wir so viel Stress haben mit unserer Baustelle hat der Sex sehr nachgelassen. Anfangs war es meine Schuld weil ich gar nicht mehr abschalten und entspannen konnte. Ich habe mich anfangs deshalb auch ziemlich schlecht gefühlt meinem Mann gegenüber. Mittlerweile war er so oft so ekelhaft zu mir dass es kein Wunder ist wenn ich keine Lust habe. Er macht mich sehr oft klein, lässt seine Launen an mir aus und verdirbt mir ständig den Spaß an etwas. Früher war ich in ihn verliebt, dann war er mein bester Freund, dann mein schlimmster Feind der mich nur angegriffen hat und mir das Leben schwer gemacht und inzwischen leben wir immer gleichgültiger nebeneinander her. Ich glaube mein Mann empfindet es als nicht perfekt, aber als nicht so schlimm. Natürlich hätte er gerne mehr Sex. Ich habe mittlerweile besser gelernt wieder zu entspannen aber seine Gemeinheiten mache mich nicht gerade heiß. In den harmonischeren Zeiten leben wir nebeneinander her. Im Moment habe ich die Pille abgesetzt wegen eines zweiten Kindes aber ich weiß nicht ob das jetzt passend wäre wo unsere Ehe in so schlechtem Zustand ist. Später will ich keins mehr - entweder bald oder gar nicht mehr. Falls ich jetzt schwanger werden würde würde ich es aber in jedem Fall lieben wie mein erstes Kind.

      Vor einiger Zeit habe ich zu allem Überfluss eine Bekanntschaft gemacht die mein Herz näher angeht. Es ist gar nichts passiert außer langen Gesprächen und ein paar eher zufälligen Berührungen, möglicherweise findet er mich vollkommen unattraktiv. Er wäre ein ungeeigneter Partner (er ist einiges älter als ich). Mir geht das ziemlich nahe weil er sehr wertvoll und besonders ist für mich. Ich bin nicht anfällig für Schwärmereien. Auch wenn er fühlen würde wie ich wäre dies kein richtiger Zeitpunkt für eine neue Beziehung. Wenn ich den Kontakt zu ihm abbrechen würde würde das meine Ehe nicht retten. Auf jeden Fall macht mir diese Begegnung klar wie schmerzlich mir Dinge fehlen in meiner Ehe.

      Ich habe schon mehrmals versucht mit meinem Mann zu reden und vorgeschlagen dass er zum Psychologen geht oder irgendein Hobby annimmt um glücklicher und ausgeglichener zu werden und Stress abzubauen statt immer alles an mir auszulassen. Das will er nicht. Dann habe ich ihn in der Verzweiflung über einen hässlichen Streit inständig um eine Eheberatung gebeten als ich total am Ende war. Seine Ablehnung war kurz und knapp. Von außen kommt also keine Hilfe.

      Er kämpft nicht und er sieht meine Not nicht. Wenn ich ihm sagen würde dass ich manchmal über Trennung nachdenke bringe ich unter Umständen etwas ins Rollen wozu ich noch nicht bereit bin. Er verzeiht keine Kränkungen. Die Streits lassen nach seit ich gleichgültiger werde und oft einfach weggehe. Ich möchte mich nicht trennen, aber die Aussicht auf ein Leben wie dieses für die nächsten Jahrzehnte deprimiert mich. Wenn wir uns trennen würden würde unsere Tochter sicher sehr darunter leiden und ich weiß nicht wie es finanziell weitergehen sollte weil unser Haus dann verkauft werden müsste, das noch nicht mal fertig ist und sicher nicht leicht verkäuflich wäre. Ich wüsste nicht wo ich dann hin gehen sollte weil ich in eine Sozialwohnung meine Haustiere nicht mitnehmen könnte die ich sehr liebe. Ich weiß auch nicht ob ich mich die nächsten Jahre für meine Familie "opfern" soll oder ob es noch einen Weg gibt unsere Ehe zu retten und die rosa Brille wieder zu bekommen. Wir gehen gleichgültig und bestenfalls ungeschickt freundlich miteinander um. Wir sind uns fremd geworden, das macht mich so traurig.

      Wenn ich mit meinem Mann sprechen würde würde er mein Problem nicht ernst nehmen. Wenn ich ihm erzählen würde dass ich mittlerweile schon an einen anderen Mann denke würde ihn das nicht aufrütteln, sondern er würde mir schon den gedanklichen Seitensprung wahrscheinlich nicht verziehen. Ich bin ratlos wie das weitergehen soll......Weiß jemand Rat? Ich kann mit niemandem reden und hoffe, dass es vernünftige Menschen hier gibt die meine Not sehen und mir wirklich einen Rat geben wollen statt mich nur mit Steinen zu bewerfen...

      • Hallo

        <<<Ich habe schon mehrmals versucht mit meinem Mann zu reden und vorgeschlagen dass er zum Psychologen geht oder irgendein Hobby annimmt um glücklicher und ausgeglichener zu werden und Stress abzubauen statt immer alles an mir auszulassen. Das will er nicht. Dann habe ich ihn in der Verzweiflung über einen hässlichen Streit inständig um eine Eheberatung gebeten als ich total am Ende war. Seine Ablehnung war kurz und knapp. Von außen kommt also keine Hilfe.<<<

        Obwohl du recht ausführlich den Zustand deiner notleidenden Ehe beschrieben hast, fehlt Wesentliches .Warum sollte dein Mann zum Psychologen? Worin bestehen seine Launen, was macht er genau? Ist euer Zusammenleben jetzt konfliktfrei?
        Ohne Verluste ( in deinem Fall Haus, Tiere, finanzielle Nöte ) geht eine Trennung nicht über die Bühne, aber das ist meist der Fall.
        Vielleicht gehst du zwecks Entscheidungsfindung zunächst alleine zu einer Ehe/Familienberatung.
        Deinen Leidensdruck kann ich nicht einschätzen.
        Die Liebe scheint euch abhanden gekommen zu sein.Wenn er es so akzeptiert wirst du handeln müssen.

        L.G.

      Dein Mann lehnt Hilfe von außen komplett ab. Du solltest dann für dich handeln. Suche dir einen Psychotherapeuten, ich kann nicht beurteilen, ob du eine Therapie brauchst, aber du brauchst jemanden, der dein Gedankenwirrwarr ernst nimmt und dir hilft, dich zu sortieren.

      • (6) 21.07.14 - 00:35
        desperatewarriorqueen

        Ich bin jederzeit gerne bereit an mir zu arbeiten, wenn ich dadurch etwas verändern kann. Ich denke bevor ich einen Psychotherapeuten bemühe versuche ich mal eine Beratung zu bekommen wie schon vorgeschlagen wurde.

        Wenn es meiner Familie hilft dass ich alleine weiterkämpfe bin ich gerne bereit dazu. Danke für deine Hilfe!

        • Was schreckt dich ab, einen Psychotherapeuten zu "bemühen"?
          Was denkst du denn, wer dich "beraten" könnte? Warum nicht einen Fachmann heranziehen?
          Gib dich doch nicht mit weniger zufrieden, als mit dem, was jetzt sehr wichtig wäre.

          • (8) 21.07.14 - 01:00
            desperatewarriorqueen

            Ich würde schon zu einem Psychotherapeuten gehen, ich werde nur mal als ersten Schritt bei einer Beratungsstelle anfragen. Ich habe gerade mal herumgestöbert und festgestellt dass die Caritas so etwas anbietet.

            Ich habe folgende Probleme: Kein Geld für eine kostenpflichtige Therapie und keinen Babysitter während dieser Zeit und dass mein Mann bestimmt dagegen eingestellt ist, selbst wenn nur ich da hin gehe.

            Wenn ich ihm erzähle, was die Berater der Caritas sagten wäre er vielleicht bereit doch mal zusammen mit mir etwas zu unternehmen um unsere Probleme in den Griff zu bekommen. Das wird zwar auch seltsam, allein beim Seelenstrip bei einem Fremden zu sitzen, aber still zuschauen wie alles den Bach runtergeht werde ich nicht.

            • Also wendest du dich nicht einen Psychotherapeuten, weil du Angst hast, das nicht bezahlen zu können.
              Das musst du nicht bezahlen, das zahlt die Krankenkasse.

              >>>Wenn ich ihm erzähle, was die Berater der Caritas sagten wäre er vielleicht bereit doch mal zusammen mit mir etwas zu unternehmen um unsere Probleme in den Griff zu bekommen.<<<

              Das glaubst du doch nicht wirklich, oder?

              Zum einen sieht dein Mann das alles gar nicht so problematisch und zum anderen weißt du doch gar nicht, was dir bei so einer Beratungsstelle gesagt wird.

              Kümmere dich doch erst mal um dich selbst.

              Das mit dem Babysitter ist vorgeschoben, ob du nun zu einer Beratungsstelle gehst oder zu einem Psychotherapeuten, ist doch egal, du brauchst dann einen Babysitter.

              • (10) 21.07.14 - 01:29
                desperatewarriorqueen

                Laut Internet muss man eine Psychotherapie selbst bezahlen sofern keine spezielle Störung (was ich immer das sein mag) vorliegt. Keine Ahnung, ich werd mich da morgen mal schlau machen. Kennst du dich da aus wie sowas abläuft?

                Ich hatte gehofft dass ich meine Tochter zu einem ersten Beratungsgespräch mitnehmen kann.

                Jetzt werd ich mal ins Bett gehen und hoffen dass ich morgen schon etwas in Angriff nehmen kann.

            Die haben da evtl. auch Psychologen bei der Caritas. Dein Kind kannst du nicht mitnehmen, wenn du von deinen Eheproblemen erzählst.

            Es wäre nicht die erste Ehe, die während dem Hausbau zerbricht, der Stress ist enorm. Ihr schafft das, danach wird es wieder besser! Könnt ihr nicht mal zu Zweit ein Wochenende Wellness machen, das ist billiger als eine Scheidung.

            Zu einem Therapeuten kannst du immer gehen, der findet schon eine Diagnose für die Kasse, keine Angst.

            Bitte fang nichts mit einem anderen Mann an, das macht alles nur noch schlimmer. Und bis zum Umzug kann eine Schwangerschaft auch noch warten, das ist doch dann noch mehr Belastung.

            • (12) 21.07.14 - 10:25
              desperatewarriorqueen

              Ich denke ich geh mal zur Caritas und wenn die mir zu einer Therapie raten schaue ich wie ich das geregelt kriege.

              Das mit der Baustelle ich deshalb so schlimm weil wir schon seit Jahren auf der Baustelle wohnen und immer noch nicht fertig sind weil wir alles selbst machen.

Hallo.

Wieso habt ihr solchen Stress? Wegen dem hausbau oder euren Arbeitsstellen?

Ist bei dem hausbau nicht in naher Zukunft land in Sicht?

Du schreibst dein mann macht dich klein. ..Der Respekt ist offenbar verloren gegangen.

Die idee zur Caritas finde ich gut und ich denke schon das du dein kind mitnehmen könntest. Die Leute dort sind es gewohnt das hilfesuchende Mütter vorbei kommen.

Ich glaube mit 2?? Kann sie deinen Gesprächen eh noch nicht so folgen.

  • (14) 21.07.14 - 10:11
    desperatewarriorqueen

    Das habe ich auch gehofft, dass sie das noch nicht versteht wenn ich sie mitnehme. Es ist ja auch für einen guten Zweck.

    Wir haben so viel Stress weil wir seit 5 Jahren auf der Baustelle leben. Es dauert so lange weil wir alles selbst machen. Das zerrt sehr an den Nerven. Ich kümmere mich fast alleine um Haushalt, Kind, Haustiere und Garten und mein Mann hat einen anspruchsvollen Job und die Baustelle. Geld für Handwerker ist keins da und wir können auch nicht ewig rumtrödeln weil unsere Tochter noch kein Kinderzimmer hat und der ewige Baudreck auch mehr als lästig ist.

    Mein Mann macht mich klein weil er selbst einfach am Limit ist. Nur dafür kann ich ja nix :-(

(15) 21.07.14 - 08:27

Hallo,

solche Streßzeiten gibt es in vielen Ehen/Beziehungen. Diese Zeit geht ja hoffentlich vorüber und dann ist es Zeit für euch, wieder nach vorne zu blicken. Darüber zu sprechen, was euch fehlt, worunter ihr in dieser Zeit gelitten habt... usw.

Ich glaube es gehört dazu, solche Zeiten durchzumachen, es bringt nichts, wenn es schwierig wird, alles hinzuwerfen und zu gehen. Im Gegenteil, im Nachhinein sind dies die Situationen die stärken und verbinden.

Du möchtest dich nicht trennen, dennoch würdest du genau dies anscheinend am liebsten zu ihm sagen.

Eins muß dir klar sein: Wenn du keine Trennung willst, dann mußt auch du daran arbeiten! Rede mit deinem Mann ehrlich über deine Gefühle und Ängste - dass ist nunmal für viele Männer nicht immer ganz einfach. Ich glaube, daß es ihm ähnlich geht wie dir, nur zeigt er es dir gegenüber nicht so.

Jetzt auf stur zu schalten und mit Trennung zu drohen macht mehr kaputt als es bringen würde.

LG

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