Meine Ehe ist am Ende

    • (1) 22.07.14 - 19:49
      nicht aufgeben

      Guten Abend liebe Community,

      ich bin Mitte 30, mit meinem Mann seit 10 Jahren verheiratet, haben 2 Kinder.

      Wir hatten es nie einfach, uns wurden immer Steine in den Weg gelegt, von den eigenen Familien, immer haben wir gekämpft.

      Irgendwann brachen wir den Kontakt zu unseren Widersachern ab und hoffte, es würde ruhiger werden. Dann begann mein Mann zu trinken an, er trinkt täglich nach Feierabend bis zu 5 Flaschen 0,5l Bier. Es häuften sich Streitereien, die immer mehr eskalierten, er wird dann verbal sehr ausfallend, beschimpft mich auf ganz fiese Art, am nächsten Tag tut es immer dann immer wieder leid.

      Ich habe ihm auch immer wieder verziehen, getan als wäre nichts gewesen.

      Aber genau das kann ich jetzt einfach nicht mehr. Die Auseinandersetzungen wurden in den letzten Wochen so extrem, dass er es nicht nur beim verbalen beließ, sondern mich auch einmal geohrfeigt hat. Er hat sich hinterher ehrlich bei mir entschuldigt und versprochen das so etwas nie mehr vorkommen wird. Er ist seitdem auch wirklich sehr bemüht, es gab keinen Streit mehr, er tut wirklich alles für mich, liest mir jeden wünsch von den Augen an. Und wie reagiere ich darauf, ich fühle mich nur noch angeekelt, als er mit mir schlafen wollte, ließ ich es zu, ich habe die ganze Zeit nur gehofft, dass er endlich fertig ist. Hinterher musste ich weinen, weil ich es so schrecklich fand. Er hat es zum Glück nicht gemerkt.

      Vor einer Woche waren wir mit Freunden unterwegs, da wollte mein Mann Arm in Arm mit mir laufen, ich musste mich dieser Situation sofort entziehen, ich habe seine Nähe einfach nicht ertragen. So ist das seit dem letzten Streit immer, ich ertrage seine Nähe nicht und das tut mir so leid, weil er sich wirklich geändert hat und sich so sehr bemüht.

      Eigentlich müsste ich mich trennen, nur das wäre uns beiden gegenüber fair, aber das möchte ich auf keinen Fall. Irgendwie liebe ich ihn ja noch, aber was beim letzten Streit passiert ist, diese schrecklichen Beleidigungen und diese Ohrfeige, haben so viel in mir kaputt gemacht.

      Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich tun soll, ich möchte gerne an unserer Ehe festhalten, daran arbeiten, aber diese Erinnerungen verhindern das irgendwie total.

      Hatte hier jemand schon eine ähnliche Situation und gab es bei euch dann doch noch einen Weg die Ehe zu retten?
      Ich würde mich sehr über Antworten freuen

      • Dein Mann braucht eine Therapie und ihr beide braucht eine Eheberatung.

        Ich glaube nicht, dass ihr beide da ohne Hilfe wieder raus kommt. UND ich glaube auch nicht, dass dein Mann, mit seinem jahrelanger Alkohol(miss)brauch sich einfach mal so, von heute auf morgen ändern KANN.

        Im Moment wird es für ihn ein tiefer Schock sein, da er sämtliche rote Ampeln überfahren hat, die man nur überfahren kann, aber ohne Therapie wird das nicht anhalten.

        Dass er soviel getrunken hat und dann aggresiv wurde, hat ja einen Grund. Und diesen Grund gilt es aufzuarbeiten.

        • (3) 22.07.14 - 20:43
          nicht aufgeben

          Vielen Dank für deine Antwort.

          Eine Therapie hatte er einmal begonnen, ging dann aber nicht mehr hin. Eine Eheberatung wird er auch nicht mitmachen, dass hat er vor Monaten schon gesagt, dagegen stellt er sich komplett.

          Aufgehört zu trinken hat er nicht, aber er ist ruhiger, geht ins Bett, bevor er etwas böses sagt.

          Ich traue dieser Ruhe aber irgendwie auch nicht so recht. Und dann kommt eben auch immer wieder mein Kopf ins Spiel, ich kann das alles einfach nicht vergessen :-/

          • Da sendet er gleich dreimal richtig deutliche Signale aus, dass er sich eben nicht AENDERT, sondern sich VERSTELLT.

            Er bricht die Therapie ab.
            Er trinkt weiter.
            Er lehnt eine Eheberatung ab.

            Und er schleicht sich lieber ins Bett, bevor er doch was boeses sagt (oder gar tut!).
            Und Du?

            Du ekelst Dich vor dem Mann, den Du liebst... Das ist gelinde gesagt totaler Unsinn.

            Du bist abhaengig von diesem Mann. Mehr nicht.
            DU brauchst eine Therapie, um Dich selbst aufzuarbeiten, Deinen eigenen Wert zu erkennen und dann die einzig richtige Folgerung zu ziehen...

            Sorry, aber das hier ist aussichtslos. Er verstellt sich, bis er spuert, dass er Dich wieder in der Spur hat. Bis dahin lebt er seine ignoranz einfach mal etwas abgeschwaecht, bleibt aber seinen oben angefuehrten drei Prinzipien treu...

            Zeit, dass Du aufwachst, denn gut tut Dir das auf Dauer nicht...

            • Auf den Punkt getroffen!

              Barrik

              Ja, leider alles völlig richtig, was Falkster schreibt. Und so schrecklich vorhersehbar für jemanden, der außen steht - für die, die in der Situation stecken leider gar nicht so klar.

              An die TE: suche dir eine Gruppe für Angehörige von Alkoholikern, da gehst du alleine hin und dein Mann braucht das auch erst mal nicht zu wissen.

              Du wirst es nicht schaffen, diese Situation alleine zu verlassen, auch das ist leider eine Tatsache. Aber du musst da nicht alleine durch, es gibt Menschen, die dir helfen können!

          Hey. Ich denke auch, dass professionelle Begleitung der einzige Weg wäre. Dass er sich so dagegen sträubt finde ich sehr schade für Euch und zweifele dadurch auch etwas an seinem unbedingten Willen, Eure Ehe zu retten.

          Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die "Ruhe" anhalten wird. Entweder er verfällt wieder in alte Muster oder er rastet aufgrund deiner Abweisung mal aus.
          Ich möchte dir keinesfalls Angst machen oder deinen Mann (vor-)verurteilen, aber ich finde du solltest dich schützen und auf deine Gefühle hören.

          Ich wünsche dir viel Kraft!
          Alles Gute,
          Maja

          Unter diesen Voraussetzungen wird hier nichts mehr zu retten sein.

          Über kurz oder lang wird er wieder ausrasten und auch wieder zuschlagen. Da kann ich dir jetzt schon Brief und Siegel darauf geben.

          Wie Falkster schon richtig geschrieben hat. Er hat sich nicht geändert sondern er verstellt sich, und zwar so lange, bis sich die Wogen etwas geglättet haben bzw. er sich einigermassen unter Kontrolle hat.

          Aber ohne Therapie, ohne seine Einsicht und den Willen etwas zu ändern, ohne eine Eheberatung - und zwar nicht nur 1 oder 2 Besuche, ist die nächste Eskalation vorprogrammiert.
          Das nächste mal ist es dann nicht nur eine Ohrfeige - denn die Hemmschwelle wird von Mal zu Mal sinken - sondern vielleicht schon ein Faustschlag ins Gesicht, und irgendwann schlägt er dich krankenhausreif.

          Ist es das, was du dir für dein Leben vorstellst?

          Ganz klar, Ultimatum stellen - Therapie oder Trennung.

    Wenn du tatsächlich so blauäugig bist und denkst, dass er sich geändert hat und sich nicht nur verstellt weil er merkt, daß die Kacke jetzt grad echt (mal kurz) am Dampfen ist... tja dann... Die nächste Ohrfeige kommt bestimmt. Oder gleich ein Schlag ins Gesicht. Das verspreche ich dir.

    En Mann, der dich ständig aufs übelste beleidigt, säuft wie ein Loch und dir dann auch noch eine knallt hat nur eins verdient: einen kräftigen und endgültigen Tritt in den Allerwertesten und dann ein deutliches auf nimmer Wiedersehen!!!'

    Also ich bin auch fest der Meinung auf Dauer wird dein Mann das nicht durchalten mit seinem positiven VErhalten er doch schon zu tief in seinem Verhalten und der Sucht drin steckte. Nur was passiert dann? Du hoffst noch immer das es vielleicht auf Dauer sein könnte. ABer wenn deine Gefühle wirklich weg sind, wie lange willst du das dann so weiterspielen wenn er dich aneekelt. Männer sind ja bekannt dafür das sie gerne mal jemanden wie Mist behandeln und erst am Ende kapieren das sie wirklich was ändern müssten. Dann aber isses zu spät. Nur mal ehrlich er hatte seine Chance und wenn er sie nicht nutze sorry selbst schuld. Doch wenn du meinst du könntest nochmal was empfinden dann geht zusammen zu einer Beratung aber deinem Mann würde ich zu einem gescheiten Entzug und einer Therapie verdonnern.

    Alles andere käme mir nicht in die Tüte.

    Alles Gute.

    Ela

    (11) 22.07.14 - 21:52

    Hallo,

    das zentrale Porblem bei Euch ist, dass dein Mann alkoholkrank ist. Alkoholismus ist eine sehr ernsthafte Krankheit, die zu einem schmerzhaften und langsamen Tod führt. Die meisten Alkoholiker schaffen es leider nicht trocken zu werden.

    Euer Weg wird grundsätzlich nur auf zwei Wegen gelöst werden.

    Wenn Dein Mann sich weigert einzusehen, dass er krank ist, bzw. wenn die Therapieversuche fehlschlagen, wird er immer burtaler zu Dir und später auch zu den Kindern werden. Es kann sogar für Euch lebensbedrohlich sein. (es gibt zwar Alkoholiker, die es schaffen einigermassen im Rahmen zu bleiben aber von dem was du schreibst zählt dein Mann eher nicht zu dieser Sorte).

    Ich kenne aber auch Familien, wo der Mann es geschafft hat mir der Therapie trocken zu werden. Es hat aber erst dann geklappt als ihn seine Frau aus dem Haus rausgeschmissen hat und er alles verloren hat. Dann hat er eingesehen, dass er ein Problem hat. Jetzt leben sie wieder zusammen als Familie.

    Wende Dich an die Familienberatung oder an eine Organisation, die den Alkoholikern hilft. Denn alleine schafft ihr es wohl nicht.

    Alles Gute.

    Hallo,

    eigentlich will ich das hier nicht schreiben, man wird hier leider sehr schnell angegriffen und gleich als blöd und verantwortungslos dargestellt. ...

    Ich verstehe dich, kann nachfüllen was in dir vorgeht. Man hat sich zusammen was aufgebaut, einander was versprochen (in Guten wie in schlechten Zeiten, in Gesundheit und Krankheit...), es ist nicht einfach alles aufzugeben und von vorne anfangen zu müssen. Am schwersten ist es die Entscheidung, egal wie diese aussieht, zu treffen. Ich wünsche dir viel Kraft um diese DEINE Entscheidung treffen zu können.

    Ich bin in einer ähnlichen Situation, wie du. Ich bin verheiratet habe zwei Kinder und mein Mann trink, ich werde regelmäßig unaussprechlichen beleidigt, handgreiflich ist mein mann noch nicht geworden aber psycho- Terror gehört bei uns leider zur Tagesordnung. Es ist wie Achterbahn fahren, eine zeitlang ist mein mann einfach perfekt liebevoll, rücksichtsvoll, gibt sei bestes und dann... kommt wieder die tiefphase Ich werde aufs übelste beschimpf...

    Ich kann dir gerne mehr erzählen, aber bitte per PN.

    • (13) 22.07.14 - 23:37

      Hallo,
      ich will dich nicht angreifen, nur gerne verstehen, warum du noch mit deinem Mann zusammenlebst? Das ist mir beim Lesen deines Textes nicht klar geworden.

      • Als Außenstehende wird man das nie verstehen, wenn man es nicht selbst miterlebt hat.

        Ich kann jetzt aus Abstand sagen, ich habe den richtigen Schritt getan, war aber auch gute 18 Jahre in diesem Teufelskreis gefangen. Es braucht gewisse Kraft und auch dann Verstand, um da den Bogen raus zu bekommen. Ich kann die TE und auch die Vorschreiberin verstehen, kann aber nur den Tipp geben, den Schritt zu wagen. Es wird auf jeden Fall wieder besser und irgendwann sagt man sich, Ich hab es geschafft und bin so glücklich und stolz drauf.

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