Heiratsantrag abgelehnt - Hat die Beziehung trotzdem noch eine Chance?

    • (1) 23.07.14 - 13:39
      NoBride

      Hallo,

      ich bin seit mittlerweile 8 Jahren mit meinem Traummann zusammen und wir haben zusammen das süßeste Kind der Welt, teilen viele Interessen, geben uns viel Freiraum, sind beide erfolgreich im Job und haben tolle Freunde und Familien.

      Das Thema Heirat kam immer mal wieder auf den Tisch, entweder indem unser Umfeld uns darauf angesprochen hat oder weil er erwähnt hat, dass er gerne heiraten möchte, weil man eben heiratet und das Leben zu zweit eben so läuft. Er ist nicht gläubig, sodass es "nur" eine standesamtliche Hochzeit wäre.

      Ich allerdings glaube nicht an die Ehe und möchte definitv nicht heiraten. Es ist nicht nur so, dass es mir nicht wichtig ist, sondern für mich ist meine Beziehung etwas so persönliches, dass ich den Staat nicht mit einbeziehen möchte - aber ich fange schon wieder an mich zu rechtfertigen. Hochzeit, nein Danke und Punkt.

      Nun sind in letzter Zeit aber einige Dinge zusammengekommen. Erst bucht mein Freund eine Woche Urlaub auf Korsika und für das Kind eine Woche bei Oma und Opa. Dann fragt mich eine gute gemeinsame Freundin nach einem Stadtbummel und es zieht sie währenddesse immer mal wieder zum Juwelier "Der Ring ist schön ODER???" und drängt mich schon fast dazu, einige Ringe in einem Modeschmuckladen zu probieren "Der ist doch toll. PASST DER?Hast du eher S oder M?" Als nächstes muss unbedingt jetzt noch eine neue Kamera her. Aber diesmal etwas vernünftiges. Und zu guter letzt wissen plötzlich sogar meine Eltern von dem Urlaub, bevor ich es ihnen erzählt habe. "Na, schon am packen?".

      So. Tja. Bilde ich mir nur ein, dass das ganz schön viele komische Zufälle auf einmal sind oder seht ihr das auch so?

      Kann ich 'nein' sagen und habe trotzdem die Chance, die Beziehung weiterführen zu können?

      Muss ich jetzt 'ja' sagen, obwohl ich vorher mehrmals laut und deutlich gesagt habe, dass ich nicht heiraten möchte?

      Soll ich ihn auf meine Sorge ansprechen oder abwarten, was passiert?

      Ging es irgendjemandem mal ähnlich? Hat womöglich eine von euch schon einmal 'Nein' gesagt, ohne die Beziehung beenden zu wollen?

      Danke für jede Antwort!#zitter

      • Guten Tag :-)

        Ich war in exakt der gleichen Situation. Nur damals noch ohne Kind. Aber schon jahrelang liiert. Meine Haltung zum Thema "Heiraten" war reichlich bekannt.
        Auf einer grossen Familienfeier fragte er mich dann trotzdem vor verasammelter Mannschaft.

        Völlig verdutzt und überrumpelt sagte ich "Nein!". Und ich würde es immer wieder so tun. Denn ich finde es vom Partner sehr unfair, einen in die Öffentlichkeit zu zerren, um Druck auszuüben.

        Die Beziehung hielt trotzdem noch paar Jahre und ging später aus anderen Gründen auseinander.

        Wenn er dich fragt, würde ich ehrlich sein. Auch wenn danach erstmal der Haussegen schief hängt. Aber er kennt deine Haltung. Es sollte ihm klar sein, dass dr Schuss auch nach hinten los gehen kann.

        Gruss
        agostea

        • (3) 23.07.14 - 14:00

          Hallo,

          vielen Dank für deine Antwort!

          Vor "versammelter Mannschaft" ist ja ein absoluter Horror! Das finde ich auch sehr, sehr unfair.

          Aber ich stimme dir vollkommen ja, ehrlich sein ist wohl die Devise.

          So ein Mist :-(

          • Ich finde, es geht nur ehrlich.

            Ich habe damals im nachhinein auch überlegt, ob es für ihn nicht "schonender" gewesen wäre, wenn ich öffentlich "ja" gesagt hätte...und nachher, wenn wir alleine gewesen wären, dann gestanden hätte, dass ich nicht möchte.

            Aber wie doof ist das denn?! Er hätte sich den ganzen Abend gefreut wie ein Brötchen, die anderen Leute wären auch aus dem Häusschen gewesen und ich wäre mir wie ein Heuchler vorgekommen. Ausserdem bin ich eine zu ehrliche Haut, mir merkste das an, wenn was nicht stimmt.

            Und - ich fand das von ihm echt scheisse damals. Einige Wochen vorher kam nämlich das Thema auf den Tisch und ich war wirklich sehr deutlich mit meiner Ablehnung. Es war also noch ziemlich aktuell unser Gespräch! Er hätte es also wissen müssen, wie ich reagiere.

            Und deshalb unterstelle ich ihm bis Heute, hat er mich bewusst vor dutzenden von Leuten gefragt, weil er nie damit gerechnet hätte, dass ich in so einer öffentlichen Situation "kneife". Nun ja. Dann muss mans Echo tragen wie ein Mann.

            Und so sehe ich das bei euch auch.

      Vielleicht ist er ja nun der Meinung, dass diese Beziehung lang genug so gelaufen ist. Vielleicht bedeutet ihm die Ehe ja mehr als dir.
      Ein Nein beim Heiratsantrag bedeutet eigentlich das Aus der Beziehung.

        • Hallo,

          bei mir war das 2x der Fall.

          Ich habe die Heiratsanträge (von zwei verschiedenen Männern) abgelehnt, weil ich mich damals noch zu jung fühlte.

          Die beiden sind mit anderen Frauen verheiratet.

          Andersherum finde ich 8 Jahre schon extrem lange.

          Wenn mein Ex oder mein Mann 8 Jahre abgewartet hätten und nicht gefragt hätten, dann wäre ich weg gewesen.

          Mein Ex hat nach 6 Monaten gefragt, mein Mann nach 2 Monaten.

          Wobei ich beide Male nicht nein gesagt habe, sondern mir eine Bedenkzeit erbeten habe.

          GLG

          • <<Mein Ex hat nach 6 Monaten gefragt, mein Mann nach 2 Monaten<<

            Das finde ich widerum befremdlich. Eine so weitreichende Entscheidung nach wenigen Monaten zu treffen....ne. Halte ich für wahnsinnig *gg*

            Warum nicht nach 8 Jahren? Oft sind die Lebensumstände einfach nicht gegeben, um zu heiraten. Aus welchen Gründen auch immer. Und Jahre gehen schnell ins Land.

            Eine Beziehung dann aufzugeben, nur weil der Mann mit seiner Fragerei "nicht aus dem Pott" kam, finde ich oberflächlich.

            Wenn man liebt, fordert man nichts.

            Gruss
            agostea

            • Clementi ist sehr altbacken.

              Sie scheint was im Kopf zu haben, sitzt aber wie eine Desperate Housewife in ihrem Münchener Vorortschloss und hat nur Urbia und ihre Tochter.

              Sie tut mir manchmal leid. Ein erfülltes Leben sieht für mich anders aus.

              • Ja, den Eindruck gewinne ich auch immer wieder, wenn ich sie lese.

                Ist ja ok, jeder Jeck ist anders. Mich wunderts nur, weil so alt ist sie ja noch gar nicht...Jedenfalls gehe ich mit ihr wenig bis gar nicht konform. Egal, bei welchem Thema.

          (11) 23.07.14 - 16:25

          <<<Mein Ex hat nach 6 Monaten gefragt, mein Mann nach 2 Monaten.<<

          Hätte ich beides als viel zu früh nicht ernstgenommen.

          • (12) 23.07.14 - 17:10

            Na super, du nimmst anscheinend auch nur die Leute ernst, die du willst, oder? Mein Mann hat mir den Heiratsantrag gemacht am 2. Tag mein Cousin war wenigstens noch so anständig und hat 14 Tage gewartet ...

            • Wieso? Bejona hat doch Recht. Nach wenigen Tagen/Wochen/Monaten ist eine Beziehung definitiv nicht gefestigt genug, um eine solch wichtige Entscheidung zu treffen. Natürlich kann es trotzdem funktionieren. Aber ich stelle es mir schwer vor.

              Heiratsanträge werden dann mit einer fetten roase Brille gemacht, weil grad am Anfang einer neuen Beziehung laufen die Hormone noch auf Höchsttouren.

              Das läuft nach 3, 4 Jahren dann mal wieder auf einem normalen Niveau. Und dann haste evt den Partner schon wieder satt...*gg*

              • Mmh... mein Cousin ist jetzt 14 Jahre verheiratet. Er selbst hat keine Kinder mit seiner Frau, aber sie hatte 2 Kinder mit in die Ehe gebracht. Eines davon ist im Alter von 20 Jahren verstorben - vor 4 Jahren. Sie sind noch immer verheiratet und (soweit ich es beurteilen kann) glücklich. Eine rosarote Brille hatten die Beiden nie auf. Dazu hatten sie ein viel zu schweres Leben und viel zu harte Rückschläge (besagtes Kind war bereits schwerst mehrfachbehindert auf die Welt gekommen und die Mutter kümmerte sich um das Kind).
                Mein Ex und ich waren 10 Jahre verheiratet und wir haben 2 Kinder. Also deine Theorie ist dürftig. Selbst mit meinem Ex war ich deutlich länger zusammen. Die Frage wäre einfach nur gewesen, ob ich von den 11 Jahren, die ich ihn kannte (Kennenlernen bis Scheidung) einfach nur 1 Jahr als Paar und 10 Jahre als EHEpaar zusammengelebt habe, oder ob die Verteilung anders ist. Und wenn ich wählen darf: Ich nehme da doch lieber die 10 Ehejahre. Das hat mir 2 eheliche Kinder eingebracht (ja, ich bin da vielleicht altmodisch, ist aber nun mal meine Meinung). Und nur weil permanenter Partnerwechsel vielleicht bei manch einem normal ist, nun, bei mir ist es nicht so. Sorry, da bin ich wohl voll altmodisch. Aber so sehr satt hatte ich meinen Ex nie. Und mit wem ich ins Bett gegangen bin, habe ich mir vorher auch angeschaut.

                • Wie gesagt - natürlich kann das funktionieren.

                  Ich hatte mal eine Kollegin, die war 12 Jahre liiert. Dann haben sie geheiratet - und ein Jahr später waren sie geschieden. So kanns auch gehen.

                  Grundsätzlich muss man aber akzeptieren, dass nicht jeder romantisch duchrspült ist und gleich vor Rührung den Verstand vor die Tür setzt, nur weil ein Heiratsantrag gemacht wird.

                  Und ich finde schon, dass Riskiko, an der Ehe zu scheitern, ist höher, wenn man den Partner noch nicht kennt (und den kennst du nach 6 Monaten noch nicht), als wenn man vielleicht schon paar Jährchen Höhen und Tiefen erlebt hat und sich die Beziehung gefestigt hat.

                  <<Und nur weil permanenter Partnerwechsel vielleicht bei manch einem normal ist, nun, bei mir ist es nicht so. <<

                  Warum hebst du das jetzt auf dieses Niveau? Nur weil einer nicht heiraten möchte, zu implizieren, das ein "peramenter Partnerwechsel" stattfindet, ist doch auch Schwachsinn.

                  Abgesehen davon: Ich persönlich würde lieber alle paar Jahre meine Partner wechseln, als ein Leben lang evt. in einer langweiligen, durchschnittlichen oder unglücklichen Ehe auszuharren. Davon mal ab.

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