Mutter sein ohne Vater?

    • (1) 26.07.14 - 15:18
      unsicher...

      Guten Tag zusammen...ich weiß, es gehört nicht in diese Kategorie, aber hier kann ich anonym schreiben...bin unsicher und brauche neutrale Meinungen. Hoffentlich werde ich nicht zu sehr angegriffen.

      Ich bin fast 30 Jahre alt und bisher verlief mein Leben nach Plan. Ich habe ein gutes Abitur gemacht, dann eine Ausbildung mit begleitendem Studium und habe eine gute Position in meinem Beruf. Nur mit der Liebe hat es nicht geklappt. Ich hatte zwei ernste Partnerschaften, bei denen ich mir gemeinsame Kinder vorstellen konnte - nun bin ich seit fast zwei Jahren Single. Mir läuft die Zeit davon, denn ich wollte immer relativ jung Mutter werden. Berufsbedingt musste ich meinen Wunsch ignorieren, aber jetzt habe ich diesbezüglich alles geregelt und wäre bereit. Es fehlt nur, wie gesagt, der passende Mann.

      Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, das einfach alleine durchzuziehen. Eine Samenspende käme für mich nicht in Frage, aber ich habe gelegentlich Sex mit einem netten, gut aussehenden Mann. Wir begegnen uns im Alltag nicht, nur für schöne Stunden zu zweit, und ich überlege, mich von ihm schwängern zu lassen. Nein, nicht mit Steinen schmeißen! Ich will ihm kein Kind unterjubeln und auch keinen Unterhalt. Ich würde ihm einfach nichts davon erzählen, mich zurückziehen, und so würde er nie erfahren, dass er Vater ist.

      Irgendwie habe ich aber moralische Bedenken, einem Mann sein Kind und einem Kind seinen Vater vorzuenthalten. Anderseits gibt es so viele alleinerziehende Mamas, die das wirklich super hinbekommen, und wo der Vater keinen Kontakt zu den Kindern hat, obwohl er von ihnen weiß oder sie sogar geplant und gewünscht waren. Wäre mein Weg da wirklich so verkehrt?

      Je näher mein 30. Geburtstag kommt, umso mehr Gedanken mache ich mir darüber. Ich bin aber einfach unsicher und mich interessieren eure Meinungen und vielleicht zeigt ihr mir neue Aspekte.

      Danke.

      • <<<<<Ich will ihm kein Kind unterjubeln und auch keinen Unterhalt. Ich würde ihm einfach nichts davon erzählen, mich zurückziehen, und so würde er nie erfahren, dass er Vater ist.<<<<<<

        <<<<<<Irgendwie habe ich aber moralische Bedenken, einem Mann sein Kind und einem Kind seinen Vater vorzuenthalten.<<<<<<<<<

        Versetz dich mal in die Lage des ungeborenen Kindes.

        Klar, es gibt Väter die sich nicht kümmern. (wie mein Vater - hat sich auch nie gekümmert) Aber ich wusste immer, wer mein Vater ist. Ich weiß, dass es da noch weitere Familienmitglieder (Cousins, Cousinen, Onkel, Tanten usw.) gibt. Auch wenn keinerlei Kontakt besteht, aber ich weiß, es gibt halt irgendwo noch Menschen, mit denen ich verwandt bin.

        Ich denke, dass das für dein Kind sehr sehr "doof" sein wird, wenn in der Geburtsurkunde "Vater unbekannt" steht. Du enthälts dem Kind eine halbe Familie (eben auch Großeltern, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen)

        Und wenn das Kind später herausfindet, dass du seinen Vater nur als Samenspender benutzt hast.... Also ich wäre tierisch sauer auf meine Mutter.

        Finde ich ganz furchtbar #contra

        1-> Geb doch erst mal eine Kontaktanzeige auf oder such im Internet in den Singlebörsen. Suche nach einem geeigneten Partner! #pro

        Meine Arbeitskollegin hat ihren Mann auch über´s Internet kennen gelernt, sie sind glücklich und haben eine Tochter. #verliebt

        2-> du bist erst 30. Habe mein erstes Kind mit 31 bekommen. Freundin mit 38 Jahren. #cool

        3-> das Kind hat ein recht auf seinen Vater. Warum soll es drunter leiden weil du gerade nicht klar denken kannst??? #augen

        4-> du willst keine Samenspende aber mir dem armen Typen willst du ja genau das abziehen. Er weiß ja von nichts! #schock

        Das sind die Dinge die mir gerade spontan einfallen. Ich denk aber gerne noch mal drüber nach..... #winke

        Ich fände es sehr unfair dem Vater gegenüber und vorallem dem Kind.

        Du machst einen Mann absichtlich zum Vater ohne ihm die Möglichkeit einer zu sein. Du sagst, du willst kein Geld von ihm, aber eigentlich hast nicht du das zu bestimmen, denn es ist das Geld deines Kindes. Du hast kein Recht auf seinen Unterhalt zu verzichten. Wenn du einen Samenspender brauchst, dann nimm wenigsten einen, der weiß, dass er einer ist. Das was du planst ist hinterfotzig.

        Dann nimmst du deinem Kind damit von Anfang an viele Möglichkeiten, nimmst ihm die Chance auf eine Familie, nimmst ihm die Chance etwas über seine Wurzeln zu erfahren. Irgendwann wird es wissen wollen, wer sein Vater ist und dann? Sagst du dann, es war ein One Night Stand und du hast nie nachgeforscht, wo die andern 50% deines Kindes herkommen?

        Du bist noch nicht mal 30, hast also noch über 10 Jahre Zeit um in Torschlusspanik zu verfallen. Ein Kind ist nicht etwas, das man auch noch haben muss, um das perfekte Leben zu führen.

        • (5) 26.07.14 - 17:08

          Danke für die Antwort.

          Das Kind hätte ja eine Familie: mich und meine Eltern, Geschwister, etc. Zwar nur eine halbe, aber dafür eine, auf die Verlass ist.

          Ich muss zugeben, dass mir der Gedanke durch eine Kollegin kam. Sie ist älter als ich und wurde mit Mitte 20 ungeplant von ihrer Affäre schwanger. Der Mann war verheiratet und beruflich einige Monate im Jahr in einem anderen Land, wo sie zu der Zeit lebte und mit ihm arbeitete. Sie führten mehrmals einige Wochen im Jahr eine Beziehung und hatten keinen Kontakt bis er wieder da war. Als sie schwanger wurde, entschied sie sich, es ihm nicht zu sagen, zog zurück nach Deutschland zu ihrer Familie und bekam ihr Kind. Der Junge ist mittlerweile 17 Jahre alt, er weiß über die Umstände Bescheid. Sie hat ihm immer gesagt, wenn er älter sei und es dann möchte, könnten sie den Vater gemeinsam suchen. Er hat das Angebot nie angenommen und möchte seinen Vater nicht kennenlernen. Es interessiert ihn einfach nicht. Der Junge ist ein toller Kerl, habe ihn mehrfach erlebt, und war über die Hintergründe überrascht (sowas erzählt man ja nicht am ersten Arbeitstag). Und seitdem ich davon weiß, lässt mich der Gedanke nicht los.

          • Ist ja eine, naja,sagen wir mal "nette" Geschichte. Aber es läuft vielleicht, wenn nicht bestimmt, anders. Du kannst nicht darauf bauen, dass es so wie bei Deiner Kollegin funktioniert.

            Mach es bitte nicht, dem Kind zuliebe...

          • Der Junge ist erst 17, irgendwann kommt bestimmt der Gedanke an den Vater, spätestens wenn er eigene Kinder hat.

            Mit dem, was du vorhast, nimmst du deinem Kind von Anfang an die Möglichkeit eines Vaters. Und ohne Vater fehlt immer etwas. Sicher, es gibt etliche Alleinerziehende, die das super hinbekommen, trotzdem kann man einen Vater nicht einfach so ersetzen. Ein Mann beschäftigt sich mit Kindern einfach anders, spielt andere Spiele, reagiert und handelt anders...
            Gerade war eine Freundin meiner Tochter bei uns, ein echt liebes Kind. Ihr Vater ist gestorben, als sie noch ein Baby war. Ihre Mutter hat das wirklich gut hinbekommen und tut alles für ihre Kinder, trotzdem merkt man immer, wie gern dieses Mädchen doch auch einen Vater hätte, wie sehr ihr die männliche Bezugsperson fehlt...

            Ich will dir nicht zu nahe treten, aber irgendwie wirkst du ein bisschen egoistisch, gerade wenn man auch deine anderen Antworten liest.
            Ein Kind ist nichts, was man mal eben bekommt, weil es jetzt auf der Liste steht.
            Nur weil du, warum auch immer, unbedingt jetzt ein Kind haben möchtest, muss der Wurm ohne Vater aufwachsen, wird einen gutaussehenden, netten Mann für gewisse Stunden ein Kind angehängt?
            Eine Samenbank willst du nicht in Anspruch nehmen, obwohl hier die Spender wenigstens wissen, dass sie spenden und gewisse Reglungen getroffen werden.
            Einen Vater ohne Beziehung aber mit Kontakt zum Kind willst du auch nicht, weil es dann nicht mehr aussschließlich dein Kind wäre, weil du dich dann vielleicht nach jemanden richten müsstest?

            Merkst du was? Ein bisschen viel du, du, du...

      Hallo,
      abgesehen davon, dass es dem Vater/Erzeuger gegenüber höchst unfair ist, schreibe ich als Kind, das adoptiert wurde. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie quälend es ist, wenn man nicht weiss, wo die Wurzeln liegen. Ich habe bis zu meinem 3o. Geburtstag nichts von meinem leiblichen Vater gewußt, kein Foto, nix. Ich habe jeden Tag an ihn gedacht, wer er wohl ist, wie er aussieht, was ich von ihm geerbt habe, ob er überhaupt von meiner Existenz weiss. Es ist sehr sehr quälend, das kannst Du mir glauben.
      Es zieht sich wie ein roter Faden durch jeden Tag des Lebens.
      Tue das Deinem Kind nicht an.

      Es ist purer Egoismus, was Du vorhast. Das ist in meinen Augen unmoralisch. Auch dem Mann gegenüber, dem Du die Chance nimmst, seinen Vaterpflichten oder auch Wünschen nachzukommen.

      Viele Grüße!

      • (9) 26.07.14 - 16:58

        Danke für die Antwort. Solche Gedanken habe ich mir ja auch gemacht. Aber eine Freundin von mir kennt ihren Vater und da ist der Kontakt abgebrochen als sie ca 12 Jahre alt war und sie sagt das gleiche: oft fragt sie sich, was er macht und wie es ihm geht und warum es ihn nicht interessiert, was aus ihr geworden ist. Natürlich könnte sie den Kontakt wieder herstellen, ist jedoch rational der Meinung, dass ihr das nicht gut tun würde und sie mit der jetzigen Situation besser zurecht kommt, als mit dem Kontakt und somit immer wieder enttäuscht werden. Die Frage "was ist schlimmer?" kann man sicherlich nicht beantworten.

        • Tut mir leid, aber ich wüsste, was ich schlimmer fänd. Du nimmst doch deinem Kind die Möglichkeit, zu entscheiden: will ich Kontakt oder nicht. Dass deine Freundin (wie ich übrigens auch) entscheidet, keinen Kontakt zu wollen, ist das IHR Ding. Als Mutter diese Entscheidung zu treffen finde ich nicht ok.

          Ich maße mir an, dir Folgendes ans Herz zu legen, da ich einen ähnlichen Lebenslauf habe wie du: überdenke deine Männerwahl. Höre auf, dich zu "gelegentlichen schönen Stunden" zu treffen und suche dir einen Partner mit ähnlichen Zielen. Ich musste mich auch
          arg hinterfragen, weil ich auch ne zeitlang nur unverbindliche Bekanntschaften hatte, aus Angst vor Verletzung. Dann hab ich meinen Mann kennengelernt: frisch getrennt und mit kleinem Kind, hätte ich mich "früher" nie drauf eingelassen. Ich war zu der Zeit 31. Dieses Jahr bin ich mit 35 Mutter geworden. Das empfinde ich nicht als negativ, im Gegenteil, ich wollte immer, dass mein Kind auch einen liebevollen Papa hat, gerade weil ich den nicht hatte.

          LG! Maja

          • (11) 26.07.14 - 17:25

            Vielen Dank für deine Antwort.

            Meine Partnerwahl habe ich nach der letzten Trennung hinterfragt und mich ausführlich damit beschäftigt. Ich glaube, dass es für mich keinen passenden Partner gibt bzw mir ist das Risiko zu hoch. Deshalb lebe ich seit einiger Zeit sehr glücklich ohne Mann. Ein Kind hätte ich jedoch trotzdem gerne, ich wollte immer Mutter werden. Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten: entweder warte ich noch ab in der Hoffnung irgendwann "den" Mann zu finden und eine glückliche Partnerschaft mit einem gemeinsamen Kind zu krönen. Dabei läuft mir die Zeit davon und irgendwann bin ich zu alt (zumal ich ja relativ jung Mutter sein möchte). Oder ich gehe die Sache ohne geeigneten Partner an. Da gäbe es die Samenspende, die ich aus nicht erklärbaren Gründen ablehne (ist einfach mein Empfinden), oder eine von beiden gewollte Schwangerschaft ohne Partnerschaft (was ich a) unrealistisch finde und mir b) Sorgen bereitet bzgl der Zukunft) oder aber meine bereits beschriebene Variante....

            • Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich den Deckel noch finde, letztendlich kann es dir auch keiner versprechen, denn es liegt allein an dir. Aufgrund eines zu hohen Risikos, verletzt zu werden, ein Kind geplant (!) ohne Vater aufwachsen zu lassen halte ich dennoch für zu weit gehend, wenn nicht egoistisch. Du bist es gewöhnt, erfolgreich zu sein, und stehst jetzt vor einem Umstand, den du nicht erzwingen kannst. Das zu akzeptieren fällt schwer, das weiß ich aus Erfahrung.

              Nun, letztendlich wirst du selbst entscheiden. Aber bedenke immer, dass du dabei die Rechte von Vater und Kind mit Füßen trittst, um deinen Wunsch zu erfüllen.

              Alles Gute!
              Maja#winke

    (13) 26.07.14 - 16:21

    Hallo,

    dein Gedanke ist durchaus nachvollziehbar. Jedoch würde ich nicht einem Mann das eigene Kind vorenthalten wollen oder ihm eben "ein Kind unterjubeln".

    Für dich kämen folgende Modelle in Frage:

    - du suchst dir einen Partner, der bald Kinder kriegen willst

    - du suchst dir jemanden (längerer Prozess), der auch ein Kind kriegen möchte, ihr regelt vorher wie das Rechtliche mit dem Kind laufen soll (am Besten mit Hilfe eines Anwalts) und ihr zieht in einer Art freundschaftlichem Verhältnis das Kind gemeinsam groß. Vom Prinzip her wäre es also, als wärt ihr alleinerziehend nur ward ihr eben nie zusammen. (Google dir mal das Modell. Das ist inzwischen auch recht beliebt geworden).

    -du suchst dir einen Mann, der ohne Rechte als Samenspender fungieren möchte oder machst das ganz anonym im Ausland

    Ich persönlich würde an deiner Stelle Variante zwei bevorzugen. So hat das Kind trotzdem auch einen Vater.

    lg

    • (14) 26.07.14 - 17:17

      Das zweite Modell klingt ganz interessant. Zumal ich einen homosexuellen Bekannten habe, der einer solchen Einigung sicherlich offen gegenüber stehen würde. Allerdings mache ich mir da große Sorgen, wie das in der Praxis umsetzbar ist. Es wäre dann ja nicht nur mein Kind und ich würde einen "Fremden" sehr stark Teil meines Lebens werden lassen, da ein Kind immer verbindet, Absprachen und Kompromisse erfordert. Der Gedanke gefällt mir nicht.

      Eine Samenspende kommt für mich nicht in Frage; ich finde den Gedanken ekelhaft. Zudem glaube ich, dass ein Kind ebensowenig begeistert von der Variante wäre und genauso sauer wäre. (Weiter oben wurde ja geschrieben, dass man als Kind sauer wäre, wenn man erfährt, wie man entstanden ist) Bei meiner Variante müsste ich es dem Kind ja auch gar nicht sagen...

      • Was ist an einer Samenspende ekelhaft?

        Und was müsstest du dem Kind dann nicht erzählen? Dass es jungfräulich entstanden ist wird es ja wohl kaum glauben. Also mit der Wahrheit rausrücken "Ich hab einen Typen als Samenspender gebraucht und ihm nix davon gesagt. Ist ja egal, dass ich ihn reingelegt habe" Oder willst du gleich mit einer Lüge starten?

        Wenn du unbedingt ein Kind willst, dann machs doch per Samenspende (ist ja nix dabei), der Kerl ist ja auch nix anderes als ein Samenspender für dich. LG

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