Gedankenverloren nach Kaiserschnitt

Hallo ihr Lieben,

im Moment weiß ich gar nicht wohin mit mir.

Ich kann meine Gedanken nicht sortieren und weiß selbst nicht so wirklich,  was ich erwarte... .

Ich habe Ende April per ungeplanten Kaiserschnitt nach 10 Tagen Übertragung,  3 Tagen Einleitung und 20h Wehen entbunden.

Ich habe es in diesen 4 Monaten nicht geschafft die Geburt für mich anschließen zu können. #heul

Ich denke immer wieder daran, und frage mich nach dem "Warum ist es ein Kaiserschnitt geworden?!"

Ich bin wütend, auf mich selbst,  enttäuscht und sooo unendlich verletzt,  ohne das ich wirklich weiß warum.

Jedes Mal wenn ich mein Kind anschaue,  kommt es wieder hoch,  ich muss weinen, weil ich ihn nicht nackt auf meine Brust bekommen habe, weil ich ihn nicht in Empfang nehmen konnte... .

Ich habe mehrfach mit meinem Partner darüber zu reden, aber er versteht den Ernst der Lage irgendwie nicht.

Seine Worte waren "Hauptsache dem Kleinen geht es gut und Andere trifft es noch schlimmer"... .

Natürlich ist es mit das Wichtigste,  dass es dem Baby gut geht, auch wenn ich weiß,  was er von der Geburt "davon getragen" hat, aber was bedeutet,  dass es andere schlimmer trifft?

Seitdem ich das 3x zuhören bekommen habe, kann ich mich meinem Partner nicht mehr anvertrauen, ich habe das Gefühl,  dass er es sowieso nicht verstehen will.

Habt ihr einen Tip, wie ich es ihm näher bringen könnte?

LG

Kannst Du nicht mit Deiner Hebamme darüber sprechen? Oder wende Dich mal an Profamilia...nicht dass das noch zu Depressionen kommt.

Hallo,
Hast du eine Hebamme der du dich anvertrauen kannst? Die Frau meines Cousins ging es glaub ähnlich. Sie hat mit ihrer Hebamme die Geburt und Situation noch mal aufgearbeitet.

Dein Mann ist froh das es dir und eurem kleinen Wunder gut geht. Es gibt ja auch Geburten wo es Dramen wie Tod und lebenslange Folgen ende eines eigentlich schönen Ereignisses sind.

Ihr seid gesund und fit. Also genießt eure Zeit! #liebdrueck

Hallo,

ich kann dir gut nachfühlen, so lief meine erste Geburt auch. Die zweite sogar noch schlimmer ...
Bei 3. Kind war es dann ein geplanter Kaiserschnitt, das war dann schon etwas besser, auch wenn ich es nie so wollte, ging aber nicht anders.

Erst mein 4. Kaiserschnitt hat mir auf sehr traurige Weise gezeigt, dass er auch Rettung in letzter Sekunde sein kann, denn wenn die Ärzte damals nicht minutenschnell gehandelt hätten, wäre ich heute nicht mehr hier. Meinem kleinen Engel konnten sie nicht mehr helfen ... So komisch es klingt, danach konnte ich meinen Frieden mit den ersten schlimm empfundenen Kaiserschnitten machen, denn ich war einfach nur dankbar überlebt zu haben und bei meinen Kindern bleiben zu können, auch wenn ich mein geliebtes Baby verloren hatte ...

Der 5. Kaiserschnitt war dann eine ganz andere Erfahrung. Den machte meine Freundin und es war wirklich schön, weil das ganze Team der gyn. Station mich noch von dem schrecklichen Erlebnis davor kannte und alle sich bemühten dass ich einmal eine wirklich schöne Erinnerung an eine Geburt haben konnte.

Ich denke über dein schlechtes Gefühl mit dem Kaiserschnitt solltest du mit einer Hebamme, Ärztin oder Therapeutin sprechen. Männer, auch wenn sie noch so besorgt und verständnisvoll sind, können glaube ich wirklich nicht diese Ohnmacht und diese Traurigkeit und auch Wut nachempfinden, die man als Frau nach so einem Erlebnis evtl. hat. Für sie ist ja das wichtigste dass alles gut ging. Was da bei uns innerlich noch mitschwingt können sie glaube ich nicht mal erahnen. Vielleicht überlegst du auch mal was die Alternative zu dem KS gewesen wäre ... Vermutlich konnten die Ärzte ja nicht anders ...

Wende dich an deine Hebamme, evtl. ist es auch eine postnatale Depression bei dir, dann empfindet man das auch nochmal schlimmer.

Alles Liebe, Tina

Dein Partner ist der falsche Ansprechpartner. Du hast ein - übrigens sehr typisches und weit verbreitetes - Trauma erlitten und dabei kann er Dir nicht helfen. Das ist keine böse Absicht, aber Du merkst ja, er reagiert nicht "angemessen".

Du kannst hier http://www.kaiserschnitt-netzwerk.de erst einmal reinlesen und wirst merken: Du kannst auch Hilfe bekommen UND sie steht Dir zu. Wenn Lesen Dir im ersten Schritt hilft, gibt es hier auch eine Bücherliste, vielleicht spricht Dich da auch etwas an.
Und sicherlich wird dort auch die Paarsituation besprochen.

Reicht Dir das dann immer noch nicht, weil es Dich zu sehr beschäftigt, dann kannst Du weitere Hilfe über Hebammen (einfach anrufen und nachfragen) oder Deinen Frauenarzt bekommen.

Oh, du hast einen Link zu mehr, super.

Dann weiss ich jetzt auch, wo ich mal nachsehen kann, danke!

#danke

Hallo,

Vielen lieben Dank für den Link, da werde ich sicher mal reinschauen.

Hallo Muschelsee,

zuerst zur Frage, wie du es deinem Mann näher bringen kannst warum dich das so beschäftigt. Du kannst versuchen, ihm deine Gefühle zu schildern, leider ist es für einen Mann nicht immer einfach solche Gedanken nachzuvollziehen. Mit dem Satz "dem Kleinen geht es gut und andere trifft es viel schlimmer" will er dich sicher nicht verletzen. Ich denke, das ist einfach das, was für IHN wichtig ist. Ein Mann erlebt Schwangerschaft und Geburt aus einer ganz anderen Perspektive. Versuche, ihm das nicht übel zu nehmen.

Ich möchte dir gern erzählen was ich erlebt habe, denn mir ging es ähnlich wie dir.

Meine erste Schwangerschaft was lang ersehnt und ich stellte mir die Geburt wirklich detailliert vor: Geburtshaus oder ambulante Geburt, selbstredend ohne Kaiserschnitt, alles so natürlich wie möglich! In der 25. Ssw bekam ich Blutungen und ging ins Kh. Meine Kleine wurde nur 3 Stunden später per Kaiserschnitt geholt, wog nur 760 Gramm und wir warteten 6 Monate auf den Entlassungstag.

Immer wenn ich eine Frau mit einem Neugeborenen sah, oder eine Schwangere mit riesengroßer Babykugel, überkam mich tiefer Hass auf mich selbst, all das fehlte. Gleichzeitig war ich unendlich traurig. Warum ich? Warum nicht die Schwangere die ich letztens ketterauchend vor der Kinderklinik gesehen habe? Ich konnte einfach keine Verbindung herstellen zwischen dem Baby das in meinem Bauch gewesen ist und dem Baby, das da so klein und hilflos im Inkubator lag. Mein Freund hat übrigens dasselbe gesagt wie dein Mann. Ich hab es nicht verstanden.

Meine zweite Schwangerschaft war auch nicht besser, sie endete in der 20. Ssw mit einer stillen Geburt. Diesmal hatte ich meine natürliche Geburt, aber kein lebendes Baby.

Durch die stille Geburt habe ich eine Sache sehr schmerzlich gelernt: es ist egal, wie ein Mensch zur Welt kommt, Hauptsache er lebt. Und wenn auch noch so klein mit Beatmung und allem Trara.

Jede Lebenssituation ist natürlich anders, was dem einen hilft, muss für den anderen nicht zwingend funktionieren. Ich habe meine Erlebnisse aufgeschrieben, tausendfach dasselbe, aber es hat mir geholfen. Und ich hatte eine nette Familienbegleiterin bei der Diakonie, bei ihr konnte ich mich nach Herzenslust auskotzen und das tat richtig gut. Denn Freunde und Familie verstehen einen nicht immer zwangsläufig am besten.

Du könntest dir zB ein paar Tage oder eine Woche nehmen und jeden Tag 15-30 Minuten Zeit um deine düsteren Gedanken aufzuschreiben, deine Gefühle zu der Geburt, deine Ängste, einfach alles. Wenn du spürst, dass du dich gedanklich langsam damit anfreunden kannst, dann setz einen bewussten Schlusspunkt indem du die Notitzen wegräumst, verbrennst, einen Luftballon steigen lässt, was auch immer.

Sicherlich wird die Geburt immer wieder in dir hochsteigen, aber dann schau dir dein Baby an, oder drück es fest an dich und sei dankbar, dass es lebt und gesund ist. :-)

Solltest du gar nicht loslassen können, es ist keine Schande zu einem Psychologen zu gehen!

Ich wünsche Dir und deiner Familie eine gute Zeit. <3

"Die Kunst im Lebens besteht darin, zu lernen, im Regen zu tanzen, statt auf die Sonne zu warten."

"Durch die stille Geburt habe ich eine Sache sehr schmerzlich gelernt: es ist egal, wie ein Mensch zur Welt kommt, Hauptsache er lebt. Und wenn auch noch so klein mit Beatmung und allem Trara."

Wahre Worte, danke.

Hi,

ich kann dich verstehen, aber ich kann auch deinen Partner verstehen.

Versuche einfach mit jemand anderem, fachkundigen oder Gleichgesinnten darüber zu sprechen.

Für deinen Partner ist es in Ordnung so wie es ist, er sieht es nicht als dein Versagen an... du wohl eher schon. Aber du solltest froh und dankbar sein, daß dein Partner es nicht so sieht.

Ich denke, du sollst davon ablassen ihm dies "näher bringen zu wollen."

Ich hatte auch eine Kaiserschnittgeburt und weiß noch heute, wie mir mein Kind anfangs fast ein bißchen "fremd" vorkam im Gegensatz zu meinen beiden anderen.

Aber glaub mir: er hat dadurch keine "bleibenden Einbußen" davongetragen.

Du kannst diese ersten Stunden nach der Geburt nicht rückgängig machen, aber d. h. nicht, daß du deswegen nicht ein genauso inniges Verhältnis zu deinem Kind aufbauen kannst.

LG

Hallo,

Lies dir unbedingt mal deine Krankenakte durch. Am besten mit jemanden Fachkundigen, Frauenarzt oder besser Hebamme. Damit du verstehst, dass es nicht anders ging. Sicher wird es deinem Kind zwischenzeitlich schlecht gegangen sein, wenn du den ernst der Lage begreifst, hast du bestimmt ein besseres Gefühl. Ihm/dir, EUCH wurde geholfen, du hast nicht versagt!

Ein Mann, ja, der ist in der Situation wohl selbst überfordert. Schließlich hatte er die 10 Montage Bindung zum Baby gar nicht. Er sieht nur den Säugling und ist froh, dass er endlich gesund und munter auf der Welt ist.

MfG

"Habt ihr einen Tip, wie ich es ihm näher bringen könnte?"
nö. ist es denn wichtig, dass ER es versteht? ich verstehe es auch nicht. ich hatte nie einen kaiserschnitt, aber bei der zwillingsschwangerschaft hätte es fast einen gegeben und ich hätte das vom prinzip her auch nicht schlimm gefunden (habe halb damit gerechnet).

wichtig ist doch vor allem, dass DU damit deine frieden machen kannst. dass DU zufrieden in die zukunft mit einem kind schauen kannst. und da bist du glaube ich mit einer fachperson oder einem forum mit menschen, die ähnliches erlebt haben und einen ausweg gefunden haben, besser bedient.
ich wünsche alles gute!
ks

Hi!

Ich fürchte, wirklich näher bringen bzw verständlich machen wirst du ihm das nicht können! Manche Dinge kann man nur dann verstehen, wenn man sie selbst erlebt hat!

Nimm mich als Beispiel: ich hatte auch einen Kaiserschnitt, wegen Komplikationen bei der Geburt. Die Schwangerschaft lief perfekt, Kaiserschnitt habe ich zwar nicht per se abgelehnt, aber nie darüber Gedanken gemacht, sowas passiert ja nur den anderen! Ich war völlig überrascht.

Da saß ich dann also da nach der Geburt....

Was bei mir aber dazu kam: wir haben einen Fall in der sehr nahen Familie, wo es bei der Geburt genau die gleichen Komplikationen gab. Der Unterschied: der Kaiserschnitt wurde zu spät gesetzt, das Baby ist gestorben :-(

Wenn ich also nach meinem Kaiserschnitt dagesessen bin und an eine natürliche Geburt gedacht habe sind mir die Tränen gekommen und weißt du welches Gefühl ich bekommen habe? Nacktes Grauen! Nacktes Grauen bei dem Gedanken an eine vaginale Geburt, und Dankbarkeit für den Kaiserschnitt.

So, warum erzähle ich dir das?

Ich glaube nicht, dass du das wirklich 100% nach f ü h l e n kannst wie ich damals (in einer ähnlichen Situation mit doch anderen Umständen) gefühlt habe (so wie ich bei dir nicht!). Mit-gefühl kann man sicher entwickeln! Aber in die Haut des anderen kann man nicht!

Und das wird auch dein Mann nicht können, ich würde ihm aber durchaus sagen, dass du eine Schulter zum anlehnen brauchst, auch wenn er nicht alles versteht! Und dass er das einfach bitte akzeptieren möge! Und zuhören soll...

für dich such dir bitte darüber hinaus einen guten Beistand der Erfahrung auf dem Gebiet.

Dir alles, alles Gute! Und fühl dich gedrückt!

LG

Hallo,
Ich hatte drei ks bei drei kindern. Keiner der ks war von mir erwünscht. Ich wollte immer spontan entbinden, ging aber jedesmal nicht. 1. ss hoher blasensprung bei 38+0 mit beginnender infektion. 2 ss ungeplant nur 8 monate nach dem 1. ks. Wegen drohender ruptur und beginnendem hellp der nächste ks bei 37+2. 9 jahre später hätte ich gerne spontan entbunden, leider war die narbe an einer stelle der gm nur 1-2 mm dünn, daher zu grosses risiko. Bei 36+6 wurde junior geholt. Klar war ich jedesmal enttäuscht, das es nicht anders ging, genauso dass ich nicht stillen konnte, da ich kaum milchdrüsen angelegt habe. Aber deswegen mir monatelang noch vorwürfe zu machen, kam mir nicht in den sinn. Nachdem ich merkte, sie wurden auf einmal mit der flasche satt und zufriedener, war das für mich grund genug, nicht zu hadern. Und wer weiss, was bei einer normalen geburt hätte schief gehen können (nicht das es muss, aber risiken gibt es ja immer), so wurden sie gesund aus mir herausgeholt. Das war für mich immer die hauptsache.
Versuche dir das zu verinnerlichen!

Lg und alles gute
Conny

Ich kann dich zu 100% verstehen, meine Trauer ist immer noch da, in dieser Hinsicht habe ich in MEINEN Augen schlichtweg versagt: Ich KANN keine Kinder gebären, so wie es die Natur vorgesehen hat.

Das macht mich immer noch sehr traurig, wenn ich eingehend darüber nachdenke. Andererseits denke ich mir, es ist wie es ist, meine Kinder leben, ICH lebe und das ist ein grosses Glück in unserer Situation, also nehme ich es so hin.

Ich als Frau KANN nicht ALLES, das ist so.

Und dennoch bin ich darüber traurig, eben gerade DAS nicht gekonnt zu haben.

Ich denke, deinem Mann fällt es schwer, das nach zu vollziehen, schliesslich steckt er nicht in deiner Haut. Vielleicht wäre es gut, wenn du mit anderen Frauen sprichst, die mit Kaiserschnitt entbinden mussten (nicht WOLLTEN, da steht ja eine ganz andere Idee dahinter, das bitte nicht wertend sehen, nur denke ich, werden gewollte Kaiserschnitte eher weniger Trauer wachrufen bei den besagten Müttern). Ich weiss gerade nicht, ob es hier eine Gruppe gibt, aber irgendwo wird sich sicher etwas finden lassen.
Wenn du magst, kannst du mich auch per PN anschreiben, ich bin ja auch so eine, nur dass meine Geburten bereits mehr als 9 Jahre und 12 Jahre zurückliegen.

#liebdrueck

L G

White

Hallo White,

danke für deine Worte und deine Schilderung eurer Situation.

Ihr habt alle Recht damit, dass es die Hauptsache ist, dass alles gut ist, wir leben und es uns gut geht.

Ich hatte bei der Geburt jedoch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass es mir oder dem Kind schlecht ginge.

Klar ich war fertig nach den Strapazen der Einleitung, aber ich war bereits bei voller Öffnung des MM von 10cm!!!!!
Dann einen KS zu bekommen, damit hätte ich im Leben niemals gerechnet!

LG

Hallo,

wie du es deinem Mann näher bringen kannst, weiss ich nicht.

Aber ich kann nachvollziehen was dich bewegt. Mir ging es vor 7 Jahren genauso. Es hat 2 Jahre gedauert, bis ich mich einigermassen damit abgefunden habe und erst die Spontangeburt meiner 2 Tochter hat die Wunden einigermassen geheilt.

Und trotzdem sage ich heute noch, meine erste Tochter wurde nicht geboren, sondern raus geschnitten.

Ich weiß aber auch, das der KS sein musste, anders hätten wir beide es vermutlich nicht überlebt, oder zumindest schwer verletzt überlebt.

Theresa

Hallo!#liebdrueck

Den Gedanken Deinem Mann was näherbringen zu wollen vergiss mal ganz schnell.

Das ist von Deinem Mann nicht böse gemeint, für ihn ist auch alles in Ordnung.

Mir ging es nach der Geburt(Kaiserschnitt) meines Sohnes miserabel. Ich habe ab der 24 SSW mit Wehen im Krankenhaus gelegen und dann kam er doch als Frühchen vollendete 32 SSW zur Welt.

4 Jahre habe ich versucht das selbst durchzukommen, habe mir die Schuld gegeben, mit mir gehadert. Dann habe ich mir professionelle Hilfe geholt.

Und das war das Beste was ich tun konnte.

Die Therapeutin hat mir wirklich sehr geholfen.

Such Dir einen Ansprechpartner "von Aussen" der nicht gefühlsmäßig in die Sache verwickelt ist. Dann geht es Dir nach ein paar Gesprächen schnell besser.

Alles Gute

misses_b

Ich hatte auch einen ks. Drei Tage nach Termin. Während der Geburt hatte sich die plazenta abgelöst und ihre und meine herztöne waren arg schlecht.

Und das bei 9 cm und sieben Stunden wehen.

Die Geburt War das furchtbarste für mich, was ich jemals erlebt habe. Ich möchte so etwas niemals mehr durchmachen.

Danach habe ich Anna auf meinen Arm bekommen. Konnte sie kaum halten durch die Narkose und den bauchschnitt. Der ks War nachts. Mein Mann musste nach hause und ich lag alleine in meinem Zimmer und habe Anna über Nacht den Schwestern gegeben. Ich Watt nicht in der Lage mich um sie zu kümmern. Es War alles so surreal.
Ich weiß, dass der ks uns beiden das Leben gerettet hat und ich bin dankbar. Ich habe nicht das Gefühl versagt zu haben.

Aber ich habe definitiv Länger gebraucht Anna so anzunehmen und zu verstehen, dass sie wirklich mein Kind ist. Vielleicht verstehst du was ich meine.

Ich liebe sie sehr und mittlerweile habe ich dieses Gefühl auch nicht mehr. Aber es War schwer für mich.

Ich werde die nächste Geburt geplant ks machen, dass steht für mich fest. Ich möchte nicht wieder so enden unddann unter vollnarkose aufgeschnitten werden!

Erwarte nicht zu viel von deinem Mann. Bei mir haben es selbst Frauen nicht verstanden.

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Antworten.

Ich weiß, dass es einigen Frauen so geht, ganz besonders nach einem ungeplanten Kaiserschnitt, und ich habe nun wirklich nie einen Gedanken daran "verschwendet"... .

Versteht mich bitte nicht falsch, ich liebe unseren Kleinen wirklich über alles, aber seine Geburt ist für mich so weit entfernt, als wäre ich unter diesen Umständen überhaupt nicht richtig anwesend gewesen.
Zu dem Kind damals in meinem Bauch und dem Kind, welches hier neben mir liegt, kann ich keinen Zusammenhang aufbauen, ich hoffe ihr versteht, wie ich das meine.

Es ist auch weniger das Gefühl versagt zu haben, wobei das schon etwas im Hintergrund mitschwingt, sondern eher Wut, Traurigkeit und Enttäuschung darüber nach den Strapazen und Anstrengungen, nicht fertig geworden zu sein.

Es ist als würde was Wichtiges fehlen... .

Genau das meine ich in meinem Text. Dieses Gefühl hatte und habe ich auch.

Ich denke wir müssen lernen damit umzugehen. Besonders schwierig wird es bei mir immer, wenn andere Frauen über ihre tollen Geburten reden ....

Aber ich denke mit der Zeit wird es besser und man wird immer dankbarer für die Rettung in letzter Sekunde. Und je länger die Kinder da sind umso unwichtiger wird die Geburt. Also das Drama. Man wächst ja immer mehr zusammen.

Meine kleine ist sechs Monate und mittlerweile kann ich schon vom Kopf her den Bezug ganz gut herstellen.

Das wird schon. Man darf sich sich nicht allzusehr daran festbeißen. Da Leben geht weiter. Und tatsächlich gibt es immer noch schwierigere Situationen als das was wir durchgemacht haben. Ich bin so obergl7cklich, dass es der kleinen gut geht. Denn das stand auch alles auf der kippe.

Ja, das Gefühl kenne ich. Der Zusammenhang "Ungeborenes - Säugling" bleibt einem verschlossen. Mir auch bei meinem Grossen. Bei der Madame war ich vorbereitet, aber beim Sohn - Pustekuchen. Mein Plan war eine Wassergeburt, wie hoch gegriffen dieser Wunsch war, stellte sich im Lauf der langen Nacht heraus, als ich mit sehr starken Wehen da lag und sich NICHTS tat.

Ich versuche, diese Tatsache, dass es einfach so ist wie es ist, anzunehmen. Mag esoterisch klingen, doof oder abgefahren, aber das ist alles, was ich tun kann: Es war scheisse und das wird es für immer bleiben, aber es ist eben so. Ich werde immer traurig bleiben, darüber, die Geburt nicht zu Ende gebracht haben zu können.

Punktum.
Und damit lebe ich. Mal besser - mal schlechter. Wie ophi schon sagt, Wehmut kommt dann auf, Trauer auch, wenn ich von anderen Frauen höre, wie sie ihre spontanen Geburten erlebt haben.
Es wird über Traumata gesprochen, über einen Verlust, und so erlebe ich das auch.
Nur, bei aller Trauer und Trauma - es ist ein Teil von dem, was mein Leben (und das meiner Kinder) ausmacht.
"Dann ist das so."
Es ist aber immer wieder schwer, mit der eigenen Enttäuschung und Trauer umzugehen, das ist richtig.
Wenn dir dann dein Umfeld sagt "irgendwann ist aber auch mal gut", oder was auch immer.
Oder wenn dir ein Forum sagt "sei doch lieber froh, dass ihr beide gesund seid".
Klar ist frau froh, wenn Kind und Mutter gesund sind!

Und dennoch bleibt die Trauer um das, was nie wieder da sein wird. Eine verstrichene Möglichkeit, etwas komplett Ur-tümliches zu erleben und zu TUN.

Naja, das ist schwer zu erklären, ich hoffe, du verstehst, was ich meine.#schwitz

Ich habe zum einen das Gefühl, nicht richtig MUTTER zu sein, weil ich keine spontane Entbindung "leisten" konnte.
Ich sehe aber, dass ich richtige Mutter BIN, denn meine Kinder sind da, gesund, stark, wachsend (anstrengend), ganz normal eben.

Und dennoch fehlt da ein wichtiger Teil.
Andererseits: Gäbe es die Möglichkeit zur Sectio nicht, weder ich, noch meine Kinder wären jetzt (noch) hier, das ist einfach so.

Von daher geben sich Dankbarkeit und Wehmut bei mir immer wieder die Hand.

Sieh das alles als einen Teil deines Lebens, der nun einfach da ist und zwar unabänderbar. Nimm es an, lebe damit und verdränge es nicht.
Und vielleicht hast du doch noch eine Gelegenheit, ein Kind spontan zu entbinden? Ich wünsche es dir von Herzen.

#liebdrueck

L G

White

...ich fühle mit dir, denn ich habe von meinem Freund dieselben Worte gehört.

Ich war eine Stunde schwanger im Krankenhaus, als unsere Tochter geboren wurde.

Was war passiert? Ich bin mit starken Wehen ins Kh. Die große Tochter im Schlepptau, weil sie so sehr geweint hat. Mm 5cm geöffnet. Mir ging es gut. Ich war entspannt und freute mich bei 41+0 endlich Wehen zu spüren.

Mein Freund war gerade los, um die Große weg zu bringen, als die Hebamme die Ärztin holte. Kurz darauf der Oberarzt. Ich war wie im Nebel. Hörte "Herztöne sehr schlecht. Kaiserschnitt wird dringend empfohlen. Alternativ Fruchtblase aufstechen. Besser direkt Ks. Risiken bla bla"

Ich weinte. Bat auf meinen Freund warten zu dürfen. Als er kam weinte ich noch mehr. Ich war verzweifelt. Ich wollte das nicht.

Die Hebamme war ein wahrer Schatz. Spendete Trost. Fragte wie unsere Tochter heißen soll, damit sie sie mit Namen ansprechen kann.

Plötzlich lag ich da. Bekam die Spinalanästhesie und ein paar Minuten später hörte ich ein leises Quaken. Mia war auf der Welt. Genau eine Stunde, nachdem ich das Kh betreten hatte...
Sie wurde mir kurz gezeigt und dann musste sie ins Wärmebettchen. Mein Freund ging mit und der Op-Tisch so gedreht, dass ich sie sehen konnte.
Nach zehn Minuten durfte meine Prinzessin zu mir. Ich war traurig und glücklich zugleich.

Sie war sooooooooo schön.
Im Zimmer zeigte uns die Hebamme einen Blutgeschwulst am Ende der Nabelschnur. Mögliche Ursache?

Der Oberarzt kam und sagte, dass es der richtige Zeitpunkt war. Zwei Stunden später und er hätte weder für ihre Gesundheit noch ihr Leben garantieren können.

Trotzdem fühlte ich mich wie eine Versagerin. Mein Freund konnte es nicht verstehen.

Ich war froh Wehen gespürt zu haben und mit dem Stillen gab es kaum Schwierigkeiten. Das gab mir Trost.

Das Baby, dass ich monatelang in mir trug war geboren. Annehmen konnte ich sie sofort und kaum mehr hergegeben. Trotz der Schmerzen, habe ich Mia weitestgehend allein versorgt.

Wirklich geholfen hat der Geburtsbericht. Der Ks war absolut notwendig. Das Ctg die reinste Katastrophe. Mia hatte versetzt auf die Wehen reagiert. Dann war der Puls sehr hoch, aber flach. Sie hatte, trotz Wehenhemmer, einen plötzlichen Absacker und der Puls blieb anschließend eher niedrig. Die Sauerstoffsättigung lag 4 Minuten nach dem Ks bei 50%. Das Fruchtwasser nicht nur grün, sondern auch dickflüssig.

DAS zu lesen hat mir geholfen Frieden zu finden und nur noch glücklich zu sein.

Vielleicht hilft es dir ja auch nachzulesen weshalb bei dir der Ks nötig war.
Alles Liebe #klee