Psychische Gewalt in der Partnerschaft

    • (1) 19.08.14 - 12:27
      FrauS.

      Hallo liebe Leute,

      vor drei Jahren haben mein Mann und ich uns getrennt. Zuvor waren wir 11 Jahre zusammen und haben in dieser Zeit drei Kinder bekommen. In dieser Zeit hat er mich massiv manipuliert und "klein" gehalten, mich mit mindestens einer Frau jahrelang betrogen usw. Ich möchte allerdings hier gar nicht so sehr ins Detail gehen. Ich bin seit vier Jahren in psychologischer Behandlung und erst da ist mir vieles klar geworden. Fakt ist jedenfalls, dass er mir mit seinem Verhalten jedes positive Gefühl genommen hat, mich von der Außenwelt isoliert hat und ich zum Schluss kurz davor war, mich umzubringen (das ist keine Übertreibung).

      Es hat viel Zeit gebraucht, bis ich mich einigermaßen von ihm abgrenzen konnte und er akzeptieren konnte, dass ich jetzt meine eigenen Entscheidungen treffe. Die Kinder zieht er zum Glück nicht mit in unsere Streitigkeiten rein. Er versucht nicht, sie auf seine Seite zu ziehen, zahlt pünktlich Unterhalt, verbringt regelmäßig Zeit mit Ihnen usw.

      Ich habe die ganze Zeit versucht, für mich einen Haken hinter die ganze Sache zu machen und die Beziehung einfach hinter mir zu lassen. Ich weiß, dass er eine psychische Störung hat (er hat auch eine SEHR bewegte Vergangenheit) und habe irgendwie immer vorausgesetzt, dass ihm nie bewusst war, was er mit seinem Verhalten bei mir angerichtet hat. Allerdings kommen mir immer wieder Zweifel, ob das auch wirklich stimmt. Immer, wenn ich mich mit dem Thema befasse, kann ich bei allem, was an Beispielen aufgeführt wird, nur noch heftig nicken und zustimmen. Als hätte jemand unsere Beziehung dokumentiert und schreibt sie nun zusammenfassend als schlechtes Beispiel im Internet nieder.

      Aber dann heißt es auch immer wieder, dass der "Täter" all dieses mit voller Absicht und Berechnung macht. Ich würde ihm das so eigentlich nicht zutrauen. Andererseits habe ich im Laufe der Zeit immer wieder zufällig irgendwelche Entdeckungen gemacht, wobei dann meißtens ziemlich faustdicke Lügen aufgeflogen sind. Ich hatte dann immer das Gefühl, dass er ein vollkommen fremder Mensch ist. Als wäre er jemand anders... eben nicht der Mann, den ich kenne. Und so kommen mir heute immer wieder Zweifel, ob er mich nicht doch absichtlich so manipuliert hat.

      Ich weiß nicht, ob das für jeden so nachvollziehbar ist. Ich war wirklich vollkommen abhängig von ihm. Ich habe mir ein Leben ohne ihn gar nicht zugetraut. Ich hatte überhaupt kein Selbstbewusstsein mehr, fand mich völlig unattraktiv und wertlos. Ich frage mich heute, wie ich diesen unerträglichen Zustand so lange ausgehalten hab und warum es so lange einfach nicht möglich war, da rauszukommen.

      Aber, um auf mein eigentliches Anliegen zu kommen: Inzwischen lebe ich (zum großen Teil) mein eigenes Leben. Wir versuchen, ein freundschaftliches Verhältnis zu bewahren, weil es ja eigentlich das beste für alle ist. Es hat lange gedauert, bis ich meine Grenzen ziehen konnte, aber es haut ganz gut hin. Wir verstehen uns eigentlich gut.

      Allerdings muss ich sagen, wenn sich rausstellen sollte, dass er mich mit voller Absicht und mit vollem Bewusstsein all die Jahre so behandelt hat, dann würde ich meine Einstellung dazu sofort ändern. Ich würde ihn nicht mehr ins Haus lassen. Die Kinder sollen ihn dann noch sehen, aber ich selber möchte dann wirklich nichts mehr mit ihm zu tun haben.

      Wie kann ich rausfinden, was wirklich war bzw. wie gehe ich damit um, wenn ich diese Sache nicht klären kann? Er hat selbst (wen wundert's) natürlich überhaupt kein Interesse, unsere Vergangenheit aufzuarbeiten. Hätten wir keine gemeinsamen Kinder, wäre der Kontakt schon längst nicht mehr vorhanden. Aber da die Kiddies nunmal da sind, möchte ich alles so entspannt und locker wie möglich halten.

      Wer kann mir helfen?

      Viele Grüße
      FrauS.

      übringes, wer nicht weiß, was psychische Gewalt ist, kann das hier erfahren:
      http://http://www.re-empowerment.de/

      • (2) 19.08.14 - 12:28

        Hier nochmal der Link:

        http://www.re-empowerment.de/

        Dakannst Du nicht viel machen ausser das so belassen wie es ist.
        Freu Dich das das so gut klappt zwischen Euch den Kindern wegen.
        Das er darauf keinen Bock hat sich mit dem Thema zu beschäftigen ist so klar wie Kloßbrühe....er müsste dann ja wegen seiner Taten die Konsequenzen tragen...
        Genau DAS will er sicher nicht...
        Warum Du das solange ausgehalten hast ist klar die Hoffnung stirbt zuletzt....
        ABER da Du nun weißt wie er er Dich manipulieren kann solltest Du noch mehr auf der Hut sein das Deine Grenzen die Du ziehst auch nicht verwischt werden...
        Ein Nein ist dann ein Nein und wird nicht durch viel bitten und betteln doch zum ja... Das was man immer wissen will das WARUM ;WIESO; WESHALB wird er Dir nicht sagen können den dazu benötigt man die Einsicht und das Vermögen sich selbst reflektieren zu können.. das ist bei einem solchen Menschen nicht gegeben....denn deren Welt ist perfekt weil sie selbst ja nie Schuld haben....
        Lass gut sein und hake das ab auch wenn es nervt das man seine Fragen nicht beantwortet bekommt...
        Sieh nun nach vorne und nicht mehr zurück....dann wirst merken irgendwann ist das garnicht mehr so wichtig das Warum.......

        • (4) 19.08.14 - 13:32

          Danke für die Antwort :). Das mit dem Grenzen verwischen ist bei mir auch immer wieder ein großes Thema. Ich bin immer sehr wachsam, was sein und auch mein Verhalten betrifft. Habe auch immer Angst, dass ich irgendwann doch wieder unbemerkt in irgendwas verstrickt werde.

          Ich weiß einfach nicht mehr, was für ein Mensch er eigentlich ist. Was war das in den elf Jahren Beziehung? Alles basiert auf Lügen und ich frage mich, ob er eben einfach so ist, ober ob er wissend und billigend in Kauf genommen hat, dass er mich damit zu Grunde gerichtet hat. Vor allem aber frage ich mich, ob er sein Verhalten auch heute noch genau berechnet, um bestimmte für sich zu erreichen und ob ich das dann immer noch nicht durchblicke... aber wahrscheinlich werde ich wohl einfach einen Weg für mich finden müssen, um möglichst unabhängig von ihm meine Entscheidungen zu treffen. Ist nicht immer so leicht, weil wir ja noch die gemeinsame Verantwortung für die Kinder haben. Aber ich bin ja froh, dass ihm ihr Wohlergehen wirklich sehr wichtig ist.

      Ich bin der Meinung, es gehören immer 2 dazu.

      Einer macht und der andere lässt es mit sich machen.

      Fakt ist, er hat Dein Vertrauen maßlos mißbraucht, ob nun geplant oder ob das Ganze sich erst mit der Zeit so entwickelt hat, ist unerheblich.

      • (6) 19.08.14 - 13:36

        Da gebe ich dir vollkommen Recht. Es gehören immer zwei dazu und ich bin die Blöde, die das mitgemacht hat.

        Es geht mir hier aber gar nicht darum, ihm die Schuld komplett zuzuweisen. Für mich ist vor allem wichtig zu erfahren, ob ihm klar war, wie zerstörerisch sein Verhalten ist und ob er einfach billigend in Kauf genommen hat, dass es mir in der ganzen Zeit miserabel ergangen ist. Und ich frage mich auch, ob er jetzt auch noch (bewusst) versucht, mich mittels Manipulation zu bestimmten Dingen zu bewegen, um seinen eigenen Vorteil daraus zu ziehen.

        Die Schuldfrage interessiert mich nicht so sehr. Ich weiß, dass ich maßgeblich dazu beigetragen hab #aerger

    Hallo!

    Ist er denn intelligent genug, dass ihm zuzutrauen ist,die Folgen seines Handelns wirklich abzuschätzen?

    Wenn er einfach zu dumm, zu wenig einfühlsam ist um wirklich beurteilen zu können, dass er Dir damit weh tut, kann es sein, dass er es wirklich unabsichtlich gemacht hat. Aber dazu muss er schon ziemlich wenig Empathie und Intelligenz besitzen.

    • (8) 19.08.14 - 13:39

      Er ist schon ein intelligenter Mensch. Aber was seine Einfühlsamkeit betrifft, bin ich mir nicht so sicher, wie weit es damit her ist. Und er ist halt auch selber sehr belastet. Er hat eine sehr schwere Kindheit hinter sich und nie Rückhalt oder Unterstützung erfahren. Ich kann es einfach nicht einschätzen....

      • Es ist auch möglich, dass er einfach keine anderen Beziehungsmuster kennt. Er von Anfang an damit aufgewachsen ist, dass man sich gegenseitig manipuliert, immer nur den eigenen Vorteil im Blick hatte und dabei auch zueinander seelisch grausam war.

        Wenn man aus einem wirklich schwierigen Elternhaus kommt ist es oft schwer, nicht die Beziehung der eigenen Eltern nachzuleben. Das erfordert intensive Arbeit und auch Einsicht, dass man selber eben nicht unfehlbar ist.

        Eine Therapie ist da auch einfach der falsche Rahmen, wenn jemand wirklich psychisch krank ist, dann muss da so viel aufgearbeitet werden, dass oft gar keine Zeit und Kraft mehr bleibt, auch die Beziehungen zu anderen Menschen mit zu bearbeiten.

        Ich denke, er hat bestimmt immer wieder gemerkt, dass es Dir nicht gut geht, aber er wusste auch nicht wie er raus kommen soll. Vielleicht hat er einfach auch nie erlebt, dass andere Menschen ihm einfach so was gutes tun, ohne dass er sie vorher massiv manipulieren musste. Und dachte einfach, es wäre so notwendig und normal.

Ich bin mir sicher, dass sein verhalten in einer Grauzone liegt zwischen unbewussten, destruktiven Coping-Mechanismen und eiskalter Berechnung.

Wer kann schon sagen, ob er insgeheim Phasen der Selbsterkenntnis hatte oder permanent in einer Blase lebt, in der er unantastbar ist? Vermutlich nichtmal er selber.

Begib dich nicht auf die Suche. Das wäre sicher gefährlich für dich. Akzeptiere, dass der Mann als Partner völlig ungeeignet ist und sehr destruktiv ist, ob nun bewusst oder unbewusst, und belasse es dabei.

Die Re-Empowerment-Seite ist als Schutz gedacht. Den Tätern Berechnung zu unterstellen, ist ein wirksames Mittel, das dem Opfer hilft sich abzugrenzen. Das ist wichtig, denn den Opfern wird ja permanent suggeriert, dass sie für das Verhalten des Partners verantwortlich seien. Den Tätern die Verantwortung abzunehmen, indem man ihnen die Möglichkeit gibt, sich hinter "ich mache das nicht mit Absicht, ich kann nichts dafür", ist keine gute Idee. Denn sie tragen eigentlich nie Schuld an irgendwas.

Wen du mich als Laien fragst: Es fällt mir schwer mir vorzustellen, dass solche Täter nicht wenigstens gelegentlich eine Erkenntnis haben. Zumindest Zusammenhänge wie, wenn ich X mache, dann reagiert mein Partner mit Y, sollten sich schon bis ins Bewusstsein durchbrechen. Die Täter sind ja nicht blöde.

  • (11) 19.08.14 - 13:48

    Danke, das klingt eigentlich ganz überzeugend :-D.

    Vom Gefühl her würde ich es auch so einschätzen, dass er dieses Verhaltensmuster einfach so "drin" hatte, aber zwischendurch sein eigenes Verhalten auch immer mal wieder erkannt hat. Nur hat er nie dran gearbeitet, sondern alles für sich gerechtfertigt.

    Ich kann das alles so akzeptieren. Mir ist nur wichtig, dass er nicht der Psychopath ist, der von Anfang an nur Boshaftes im Sinn hatte und sein erklärtes Ziel war, mich zu knicken und gefügig zu machen. Alles andere kann ich irgendwie nehmen und hoffentlich draus lernen.

    Ich hab großen Respekt davor, dass sich das alles irgendwann nochmal mit einem anderen Mann wiederholen könnte und ich es nicht bemerke.....

(12) 19.08.14 - 13:41

Hallo,

darf ich fragen, was er für eine psychsiche Störung er hat und ob er damals schon in Behandlung war?

Ich denke du musst probieren diese Gedanken loszulassen. Sei froh, dass er mit den Kindern ein gutes Verhältnis hat und sie nicht manipuliert.

Ich kenne selbst von mir früher, dass ich sehr impulsiv reagiert habe und meinem Partner sehr ungerecht wurde. In dem Moment war ich aber vollkommen neben mir und wusste echt nicht, was ich da sage. Erst als ich mich wieder "beruhigt" hatte wusste ich was ich angestellt hatte. Ich habe mich in Behandlung begeben. Ich wusste, dass ich mich ändern muss und wollte es auch. Seit vielen Jahren bin ich jetzt "symptom frei". Ich habe gelernt anders damit umzugehen.

LG

  • (13) 19.08.14 - 13:52

    Hm, also über die genaue Problematik möchte ich hier lieber nichts schreiben. Er könnte hier theoretisch mitlesen, weil er weiß, dass ich hier angemeldet bin.

    Ich sehe aber zu dir auf jeden Fall ein großen Unterschied. Du siehst immerhin ein, dass es DEIN Fehler war und versuchst nicht, ihm die Schuld für deine Ausraster zu geben.

    Ja, und ich bin auch wirklich heilfroh, dass ihm die Kinder wirklich am Herzen liegen und er da keine Spielchen spielt :-).

    • (14) 19.08.14 - 14:11

      ok kein Problem.

      Ich habe Anfangs danach auch immer meinem Partner die Schuld gegeben. Erst nach dem er sich von mir getrennt hatte, habe ich "nachgedacht". Als wir wieder zusammen waren und ich wieder die Ausraster hatte wusste ich, dass es meine Schuld ist. Nach der Trennung hatte ich das erste Mal einen stationären Aufenthalt (auf meinem Wunsch hin).

      Ich habe an mir gearbeitet und wusste, wenn ich meine Beziehung retten will muss ich meine Vergangenheit aufarbeiten. Habe auch nur wegen meiner Vergangenheit die Therapie gemacht.

      war sehr viel Arbeit und viel Kraft das alles aufzuarbeiten. Aber ich weiß wozu ich das gemacht habe. Bin sehr froh jetzt so leben zu können.

      Ich wünsche dir, dass du mal damit abschliessen kannst. Ich denke öfters nach und schäme mich im Nachhinein, was ich alles meinem Partner angetan habe.

      LG

      • (15) 19.08.14 - 14:41

        Finde ich aber super, dass du so ehrlich zu dir sein kannst :-). Es kostet einen ja auch erstmal Überwindung, sich das einzugestehen und dann auch noch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ging mir ja auch so. Ich hab mich übrigens auch erstmal sehr geschämt, als mir klar wurde, worauf ich mich da eingelassen hab. Ich hab mich unglaublich dumm gefühlt und dann (ganz nach meinem vertrauten Verhaltensmuster) wieder mir die Schuld für alles gegeben .

        Wenn mein Ex sich irgendwann mal so einsichtig zeigt wie du und sich EINMAL für sein Verhalten entschuldigt, dann würde mir das echt sehr helfen.

(16) 19.08.14 - 13:58

Er war aber des öfteren in stationärer und auch ambulanter Behandlung. Aber da ging es dann um ihn allein. Nicht um Beziehungen. Das war immer völlig außen vor.

(17) 19.08.14 - 14:42
emotionale gewalt

Hallo Frau S.

ich kann dich verstehen, dass du nach dem WARUM fragst. Dein Puzzle ist nicht vollständig. Aber letztendlich würden dir beide Alternativen a) nicht mit Absicht und b) mit Absicht nicht helfen. Ihr müsst für eure Kinder auskommen, aber nicht in Beziehung sein. Versuche eher daran zu arbeiten nicht in einer emotionalen Beziehung mit ihm wieder zu treten, denn das wird letztendlich der Schlüssel sein, um dich aus dieser und zukünftigen gewaltgeprägten Beziehungen emotional zu lösen. Du hast einen großen Schritt schon vollzogen, nämlich dich zu trennen. Das würde mir die Bestätigung geben, dass dein Ex es nicht vollkommen geschafft hat dich zu manipulieren. Eine gewisse Selbstliebe und Selbsterhaltungstrieb ist dir geblieben und daran würde ich ansetzen und mich damit beschäftigen, als nach dem Grund seines Verhaltens zu suchen.

Ich habe mich nun sehr viel eingelesen in diesem Thema. Die Schlagworte sind: passiv-aggressiv, narzistisch, Persönlichkeitsstörung und emotionale Gewalt. Gesund klingt das doch nicht, oder?

Die Persönlichkeitsstörung, als Oberbegriff, ist eine psychische Erkrankung. http://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung

Ohne großes medizinisches Fachwissen: eine psychische Erkrankung sucht sich niemand aus. Gerade die Persönlichkeitsstörung ist geprägt von einem verzerrten Selbst- und Weltbild. Menschen, mit dieser Erkrankung, haben ein massives Problem mit Nähe und Distanz und eine geringe Frustrationstoleranz. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes sind sie eben nicht in der Lage - krankheitsbedingt - empathisch und reflektiert zu sein. Der Wille mag zwar frei sein, anders als bei Psychosen, aber was nutzt ein freier Wille, wenn die Entscheidungen auf falsche Wert-, Norm- und Weltbilder basieren?

Die Frage nach der Absicht (Vorsatz, Schuldfähigkeit) mag bei Gericht wichtig sein, um das Schuld- und Strafmaß zu bestimmen, aber im privaten Bereich hast du immer selbst die Wahl zu entscheiden "will mit umgehen" oder "will ich nichts mehr mit ihm zu tun haben".

<<< Allerdings muss ich sagen, wenn sich rausstellen sollte, dass er mich mit voller Absicht und mit vollem Bewusstsein all die Jahre so behandelt hat, dann würde ich meine Einstellung dazu sofort ändern. Ich würde ihn nicht mehr ins Haus lassen. Die Kinder sollen ihn dann noch sehen, aber ich selber möchte dann wirklich nichts mehr mit ihm zu tun haben.>>>

Ein gesunder!! Mensch würde nie jemanden mit Absicht und mit vollem Bewusstsein über Jahre hinweg so behandeln.

Zum Krankheitsbild gehört aber dazu, dass er denkt nichts falsch gemacht zu haben. Ich kann dir hierzu das Buch "Warum Männer mauern" empfehlen. Das Buch versucht Ratschläge im Umgang mit passiv-aggressiven Männern zu geben, sofern man mit "Ihnen auskommen" möchte. Das scheint auf dich zu zutreffen.

Du kannst stolz auf dich sein, dass du dein Leben wieder in die Hand genommen hast. Verharre nicht in dem, was war, sondern versuche rauszufinden, welches Verhalten von dir dazu beigetragen hat, dass es zu so einer Beziehung kam.

Viele Grüße

  • (18) 19.08.14 - 16:55

    Hm, aber für mich spielt es schon eine Rolle, ob er sich vorsätzlich so verhalten hat, oder nicht. Gerade wenn es um die Frage der Intensität unseres Kontakts geht. Im Moment gehen wir freundschaftlich miteinander um. In mir kommt immer wieder die Frage auf, ob er diese "Freundschaft" als Instrument für irgendwas nutzt, oder es wirklich nur um Freundschaft dabei geht. Und ich frage mich eben auch, wie bewusst er sich über sein Verhalten ist und inwiefern er immer noch ein Interesse daran haben könnte, mich möglicherweise anderweitig für seine Zwecke zu einzusetzen.

    Macht er es nicht vorsätzlich, dann glaube ich, dass er tatsächlich nur an einem guten Verhältnis interessiert ist. Hat er mich aber bewusst so geknickt, kann ich mir schon gut vorstellen, dass er das auch bei anderen so macht. Ich kann es echt nicht einschätzen, ob er das tut. Außerdem finde ich es schon noch eine Spur kaltblütiger, wenn er denn wirklich von Anfang an nur das Brechen meiner Persönlichkeit im Sinn hatte.

    Ein gesunder Mensch würde sich in einer Beziehung nicht so verhalten, aber das ist er ja definitiv nicht. Und auch über meine Rolle in dieser Sache bin ich mir im Klaren.

    Aber ich weiß es sehr zu schätzen, dass er die Kinder nicht in seine Spielchen einbezieht und dass wir uns in dieser Frage wirklich und ohne Manipulation einig sind #schwitz.

    • (19) 19.08.14 - 18:16
      emotionale Gewalt

      Entschuldige, dann hast du mich offensichtlich nicht verstanden. Nein, er hat nicht vorsätzlich gehandelt. Er wollte dich nicht bewusst manipulieren oder dich instrumentalisieren oder deine Persönlichkeit brechen. Er konnte sich nur nicht anders verhalten, weil er es nicht anders kennt?! Und nein, er ist nicht bewusst auf der Suche gewesen nach einer Persönlichkeit, die er brechen kann, weil es sein Lebensziel ist, aber ihr habt euch unbewusst gesucht und gefunden.

      Und ja, es kann sein, dass sich die Freundschaft dahingehend auch wieder entwickeln wird, dass zwischen euch eine Schieflage entsteht. Ein Warnzeichen sollte dir sein, dass du dir bereits viel zu viele Gedanken über ihn machst und ihm somit wieder zuviel Raum und Nähe lässt. Da du die Seite re-empowerment kennst, hast du bestimmt auch gelesen, dass es sich bei dem besagten Typ Mann um Dr. Jekyll und Mr. Hyde handelt. Momentan scheint er sich wieder von der besten Seite zu zeigen. So hat er dich auch damals gewinnen können. Das ist sein Muster, weil er nicht verlieren kann. Es kann sein, dass es wieder kippt, wenn du etwas tust, was ihm nicht gefällt.

      Aber ich schätze, dass dich dein Bauchgefühl wieder daran erinnern wird, ab wann es sich wieder komisch anfühlt. Und dem solltest du vertrauen.

"Wie kann ich rausfinden, was wirklich war bzw. wie gehe ich damit um, wenn ich diese Sache nicht klären kann?"
ich denke, du musst davon ausgehen, dass du die sache nicht klären kannst. auch verschiedenen gründen. a) was "bewusstsein" und "absicht" ist und was nicht, ist im detail gar nicht so einfach zu definieren. noch weniger, ob selbst im fall von "bewusstsein" und "absicht" anderes handeln möglich gewesen wäre für den täter.
b) "was wirklich war" würde bedeuten, dass es eine objektive wahrheit gibt. das wage ich – grad in solchen sozialen krisensituationen – zu bezweifeln. "was war" und "was ist" ist ja immer wahrnehmungs- und interpretationsache.

wie wäre es, wenn du dich darauf konzentrierst, DEINE wahrheit zu finden und deinen umgang damit? ist das möglich?

ich habe mal mit einem mann zusammen gewohnt (WG), von dem mir im nachhinein auch klar wurde, dass der eine totale wahrnehmungsverschiebung hatte, ich vermute mal, koks-bedingt (weiss es aber nicht genau)… nach und nach flogen sachen auf, dass sich mir nur noch die haare gesträubt haben. und auch wenn sich meine wahrnehmung mit ganz vielen anderen menschen, die wir gemeinsam kannten, gedeckt hat, hat ER (also der ehem. mitbewohner) sicher eine ganz andere subjektive wahrheit.

alles gute, ks

  • (21) 19.08.14 - 20:48

    Ja, das stimmt wohl. Die Wahrnehmungen sind natürlich ziemlich unterschiedlich und eine ganz objektive, unwiderruflich einzig wahre Wahrheit gibt es wohl nicht.

    Ich muss das loslassen und versuchen, den Umgang mit ihm immer nur in einem für mich gesunden Maß zuzulassen. #schwitz

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