Mein Mann als Nichtraucher

Hallo in die Runde,

langsam komme ich an meine Grenze: Mein Mann hat vor ca 7 Wochen aufgehört zu Rauchen und das nach 16 Jahren der Qualmerei.

Zuerst habe ich mich für ihn gefreut, das er es diesmal so von heute auf morgen aufgeben konnte, aber die letzten 2 Wochen werden zum Spießrutenlauf, weil er so leicht reizbar ist und seither vergeht kaum ein Tag ohne Gezanke zwischen uns.

Anfangs nahm ich sein "Na, wie viele hast du heute wieder gequalmt" mit einem Blick in mein Päckchen Kippen noch mit Humor, mittlerweile nervt es mich nur noch. Genauso we sein "Gehst du schon wieder stinken?!" mit diesem vorwurfsvollen Ton seinerseits, dabei bin ich nun wahrlich kein Kettenraucher und habe reduziert (ganz aufhören ist bei mir noch nicht).

Dazu kommt dann auch, das er vor vier Wochen angefangen hat Kalorien zu zählen (er fühlt sich zu dick) und mir damit ständig in den Ohren liegt, was wie viele Kalorien hat und am Samstag hat er es sogar geschafft mir meine Mini-Tüte Gummibärchen madig zu machen.

Und dann ist seine Reizbarkeit für mich im Moment so schwer abzuschätzen, das ich schon Stress bekomme beim Blick auf die Uhr wenn er bald Feierabend hat und dabei ist es piepegal ob er mit guter Laune von der Arbeit nach Haus kommt, das kann sich innerhalb von Millisekunden ändern.

Beispiel:

Letzte Woche Mittwoch kam er mit super Laune von der Arbeit nach Hause, die genau 10 Minuten anhielt. Stein des Anstoßes war ungespültes Geschirr: Ein Glas, zwei Kaffeetassen, ein Kuchenteller, Messer, Gabel + Kaffeelöffel standen auf der Spüle.

Er hat dann in der Küche gezetert, ich hab mich verkrümelt und das Zimmer unseres Jüngsten fertig gemacht (die Kinder sind zum Glück gerade nicht zu Hause), was ihn aber nicht davon abhielt zu brüllen "Wenn ich die paar Sachen innerhalb von 10 Minuten abwaschen kann, warum bekommst du es nicht auf die Reihe?!"

Ich hab darauf erstmal gar keine Antwort gegeben, das war auch nicht richtig, also kam er zu mir und verlangte eine Antwort.

Ok, ich habe ihm gesagt, das ich dazu nicht mehr kam, weil ich ja morgens unterwegs war in Sachen Schreibtisch fürs Kind + Schulsachen (jüngstes Kind kommt nun in die Schule), Zimmer umgeräumt + gestrichen, Tisch aufgebaut und weiter kam ich auch schon nicht mehr, weil er mir ins Wort fiel, der Abwasch waren 10 Minuten und die hätte ich ja wohl auch gehabt, hätte ich mich beeilt. Das wir zur Zeit nur ein Auto haben und ich ihn wenn ich es brauche morgens auf die Arbeit fahren muss und natürlich auch wieder abholen, interessierte in dem Fall auch nicht mehr.

Der Abend war gelaufen, am nächsten Morgen tat es ihm leid, was aber auch nur bis abends hielt.

Donnerstag als er heim kam, brachte er Salat mit vom Bauern, er legt ihn auf die Arbeitsfläche in der Küche und als ich ihn weg geräumt habe, sagte ich zu mir selbst "Huch, ist der diesmal so dreckig und nass, den leg ich lieber nach draußen" fing mein Göttergatte wieder an zu zetern, was er jetzt schon wieder falsch gemacht hätte und warum ich wieder am maulen wäre. Ich stand da wie ein Schaf bei Gewitter, bis mir überhaupt mal der Groschen gefallen war, aber da war es schon zu spät und er beleidigt abgedampft. Gespräch war nicht mehr möglich.

Das Wochenende war furchtbar, da ging es so weiter, wegen nichts und nochmal nichts, dabei wäre es seit Monaten das erste Wochenende ohne Kinder gewesen und man hätte was daraus machen können, aber nein, ich musste ja die Waschmaschine anschalten als der gnädige Herr duschen gehen wollte und somit hatte er keine Lust mehr auf Kino.

Ab nächste Woche hat er zwei Wochen Urlaub, vielleicht sollte ich mir eine Familienpackung Baldrian zulegen oder wird das nochmal besser?

LG

<< vielleicht sollte ich mir eine Familienpackung Baldrian zulegen >>

Gute Idee

<< oder wird das nochmal besser? >>

Vielleicht wenn du auch aufhörst zu rauchen. Dann wirst du ihn besser verstehen und gelassener reagieren.

Wäre sein Verhalten die ganze Zeit so gewesen, ok, aber nach 5 Wochen so ein Wandel?

Als bei uns damals der Kinderwunsch aufkam, habe ich aufgehört zu rauchen, ganz klar, er hat weiter geraucht, die erste Zeit war hart, aber ich habe meinen Frust nicht an ihm ausgelassen und ihm permament irgendwas vorgepredigt. Das Einzige worum ich ihn bat, wenn er frisch geraucht hatte, bitte zumindest Hände waschen und ein Pfefferminz in den Mund.

Ich hab ihm nicht einmal an den Kopf gehauen "Ich küsse dich nicht, weil du stinkst" oder das er auf dem Sofa nächtigen soll.

Vielleicht sollte ich mir doch den Baldrian zulegen für die Zeit in der er Urlaub hat.

Ich hab ihm nicht einmal an den Kopf gehauen "Ich küsse dich nicht, weil du stinkst

Habt ihr schon ein Kind ? Enkelmaus Leonie konnte kaum reden, hat sie ihren Eltern schon präsentiert, wenn sie von draußen vom Rauchen kamen "Mama(Papa) 'tiiiiiiinkt - bäh" :-D
Ich sag NICHT, wer ihr das beigebracht hat #schein
LG

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Ich musste gerade grinsen - mein seit 34 Jahren zu mir gehörender Mann hat bestimmt schon 10 x in dieser Zeit aufgehört zu rauchen -und jedesmal war er einfach nur unausstehlich....gereizt usw usw.
Allerdings habe ich mir das nur wenige Tage angehört, Verständnis bekundet usw usw - aber als er sich garkeine Mühe gab hab ich einen Anfall bekommen, dass er seine schlechte Laune gefälligst auf der Arbeit rauslassen soll und ab sofort nicht mehr an mir. Ich war da ziemlich #wolke #wolke. Ich habe es nicht eingesehen, der Prellbock seines Entzugs zu sein - zumal ich nach dem 3.Mal sowieso wusste, dass alles nur vorübergehend ist.
Höre auf Dich zu rechtfertigen für jeden Käse, das hast Du garnicht nötig - sollte er Dich noch einmal anbrüllen (geht ja garnicht !!!) geh einfach weg und sag dabei ruhig "such dir einen anderen Deppen zum anbrüllen, ICH stehe dafür nicht mehr zur Verfügung". Fertig.
Entzugserscheinungen gut und schön, aber man muss nicht zum Familienekel werden dadurch. Meine Tochter hat auch aufgehört - und führte sich nicht so auf - und sie hatte wirklich einiges weggepafft #schwitz
LG Moni

Am Anfang war er ja normal von seinem Verhalten, kam teilweise sogar noch mit mir raus, wenn ich rauchen ging, nur die letzten zwei Wochen sind so ein Graus und Eiertanz.

Wäre es anfangs so gewesen, keine Frage, kenne ich ja von mir selbst, dass das nicht leicht ist, aber jetzt?

Ich hab ihm auch schon gesagt, ich bin nicht sein Depp zum Frust abschieben, er soll Joggen gehen, wenns ihn drückt (Sport macht er ja nun auch), aber nö.

Mit dem Weg gehen hab ich versucht am Wochenende wo ihm ja wieder eine Laus (in Form der Waschmaschine) über den Weg gelaufen ist, bin ich raus in den Garten, kam er hinterher und hat weiter gemotzt.

Ich glaub, ich nehm doch die Familienpackung Baldrian oder geh zu meiner Schwiegermama ;-)

Lach, wenn Du Dich mit Deiner Schwiegermama gut verstehst, dann hol sie doch ins Boot. Sie soll ihrem Ableger mal gehörig den Kopf waschen, dass er aufhören soll zu spinnen.
Würde ich bei meinem Sohn auch sofort tun, wenn er diesbezüglich "auffällig" würde. Denn die Familie darf unter solchen Launen nicht leiden.
LG Moni

Hi,
ohje, du Arme. Ich würde an deiner Stelle schonmal die Internetapotheken nach günstigen Baldrianangeboten durchforsten, Kytta soll auch gut helfen;-)
Was mich wundert ist, dass die Superhausfrauen hier bislang noch nicht in die gleiche Kerbe wie dein Mann gehauen haben, denn so ein Spül ist doch nun wirklich in 10 Minuten erledigt, den Anblick kann man dem armen Kerl doch nun wirklich nicht zumuten#schein
Meiner ist so furchtbar wenn er kränkelt, aber das dauert z.G. nicht so lange an.

Vlg tina

Die Superhausfrauen sind doch nicht hier! Bei denen ist doch alles tutti:-p
Die sind in den anderen Foren und beweihräuchern sich#rofl

LG#winke

Danke für den Beitrag. Hab selber aufgehört zu rauchen seit 5 Wochen und bin auch gereizter als sonst. Mir selber fällt das nicht immer auf, dass muss man mir dann auch sagen. Also ich würde es in einer ruhigen Minute mal ansprechen und ihn auch loben, dass er das angeht. Und das mit dem gesünderen Essen und mehr Sport ist hier auch Thema nachdem ich nicht mehr rauche. Hört sich für mich relativ alles normal an.... OHMMM.

Nachher tut es ihm ja immer leid, aber es zerrt schon an meinem Nervenkostüm, da ich es auch nicht einschätzen kann, was ihn als nächstes auf die Palme bringt.

Ich koche täglich frisch und ausgewogen, ganz selten gibt es bei uns Tüten oder Fertigfutter und ich kann eigentlich nicht behaupten, das er sich seither gesünder ernährt. Er zählt die Kalorien mit einer App, morgens gibts dann ein Käse-Schinken-Croissant als Frühstück, mittags kann ich es nicht sagen und wenn er noch genug übrig hat, haut er sich abends eine TK-Pizza in den Ofen, wenn er Kohldampf schiebt. Ob das so gesund ist und Sinn und Zweck?

Nein sicher nicht, da gebe ich dir recht. Es ist aber schon eine enorme Leistung, die man da vollbringt, klar kannst du dich nicht anmachen lassen für nichts, aber ich merke es zum Beispiel meist auch erst zu spät zur Zeit, wenn ich über das Ziel schieße.

Vielleicht ein wenig Humor von euch beiden?? Ich werde mir die schlechte Laune durch Sport vertreiben ;-). Alles Gute!!

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Rauchen aufzuhören setzt den Körper auf heftigen psychischen Entzug. Der Entzug den der Kopf durchmacht, kann richtig heftig sein, deswegen fange auch viele wieder an.
Das menschliche Unterbewußtsein hat beim Rauchen einiges falsch abgespeichert und der Entzug ist wie ein "heiß geliebten Mensch" zu verlieren.

Wenn dann noch jemand weiter raucht, dass ist der Horror und...es stinkt tatsächlich bestialisch.
Du zeigst Deinem Mann somit jeden Tag dass "Du seinen heißgeliebten Menschen" noch hast und ist doch kalr, dass er gereizt wird!

Wenn ihr beide glücklich sein wollt...geht zur Rauchfreihypnose...4h Sitzung und rauchfrei ohne den Psychoterror des Kopfes. Da wird dem Unterbewußtsein gesagt, dass es das Rauchen falsch gespeichert hat und wie es richtig ist. Man kommt raus und hat das Gefühl NIE geraucht zu haben.
Einzige Voraussetzung, man möchte aufhören.

Ich hab auch geraucht und hätte es nie alleine geschafft...ich bin so glücklich, dass ich den Scheiß los bin.

Es war seine Entscheidung aufzuhören, die ganzen anderen Male waren nur halbherzige Versuche, diesmal scheint er es zu schaffen.

Ich hab es oben schon mal geschrieben, als bei uns der Kinderwunsch kam war klar, das ich nicht mehr rauche, er hat weiter geraucht, das war hart für mich und ich kenne die Situation, zumal damals noch überall geraucht wurde (Wohnung, Auto) und die ganze Verwandschaft qualmt.

Trotzdem habe ich nicht so ein Verhalten an den Tag gelegt und bin ihn wegen nichts angegangen so wie er es momentan mit mir macht.

ihr seid doch erwachsen, oder? Dein Text hört sich an wie eine Sandkastenzankerei zwischen zwei 5-Jährigen.

Nur weil er das Rauchen aufgegeben hat, wäre das für mich keine Entschuldigung für sein Verhalten.

Solch einen Umgangston würde ich mir nicht gefallen lassen.

Respekt und Anstand einander sind die Zauberformel.

Ich bin Ex Raucher, mein Partner raucht.

Es funktioniert wunderbar. Ich mache ihm keine Vorschriften über sein Laster und er läßt mich Klamotten, Dessous,Kosmetika, Schuhe und Handtaschen schoppen soviel ich mag......

Das Leben kann so einfach sein

Pina

Das hätte ich auch gern wieder zurück.

Ich habe mich als ich nicht geraucht habe ja auch nicht so aufgeführt, ich habe keine Ahnung, was die letzten zwei Wochen in ihn gefahren ist.

Mein Vater ist seinerzeit auch radikalen Nichtraucher mutiert.

Und so geblieben. Das hat ihn fast alle Freunde gekostet, da Rauchen in den 80 ern einen wesentlich höheren gesellschaftlichen Stellenwert hatte. Da hat man den Miesepeter eben einfach gemieden.

Pina

Ich stimme einigen anderen Antworten nicht zu.

Psychischer Entzug hin, psychischer Entzug her. Ein erwachsener Mensch, der auf Rauchentzug ist, ich war es 2 mal, mein Partner 1 Mal, sollte trotzdem Herr seiner Erziehung sein und nicht auf alles und jeden losgehen, wie ihm beliebt.

Klingt bald, wie die "typische Schwangerschaft - Hormone" Ausrede.

Dein Mann steht unter Stress, verständlich, ja... Dennoch würde ICH ihm in ruhigem Moment klar machen, was das da mit dir macht, damit er das in Zukunft unterlässt. Ist nämlich überflüssig wie ein Kropf ...

Danke für deine Antwort.

Nach den Antworten hier, habe ich schon angefangen zu denken, ich wäre selbst schuld das er so gereizt ist.

Umgekehrt hatten wir die Situation ja auch schon, ist nicht leicht, das weiß ich, aber das Verhalten in dieser Art und Weise, kenne ich nicht von ihm.

Ich werde nochmal das Gespräch suchen, ansonsten nehm ich doch den Baldrian oder am Besten direkt beides.

Also ich finde auch, den Spülkram könntest du besser im Griff haben.

Gruss
agostea

Da zeigt sich jetzt, was an Stimmung und Energie eigentlich die ganze Zeit unter dem Zigarettenrauch zugequalmt wurde. ;-)

Kenne ich von mir selbst auch. Aber ich war damals Single und nach 1-2 Wochen (nach 23 Jahren 1 Paeckchen pro Tag), war dann auch die Gewohnheit abgegessen, so dass ich in den Situationen, in denen ich normalerweise rauchte komplett stressfrei war.

Die Energie, die Dein Mann jetzt hat, ist wie er normalerweise waere. Dass diese sich negativ aeussert liegt sicherlich zu einem Grossteil auch daran, dass er durch Deine Weiterraucherei staendig mit dem Daemonen, den er gerade ausgetrieben hat, weiter konfrontiert wird.

Wenn Du auch aufgehoert hast, wirst Du merken, dass sich euer beider neugewonnene Energie fuer euch beide eine ganz andere Dynamik bringen wird.

Allerdings solltet ihr dann auch daran arbeiten, dass Dein Mann ab und an mal selber im Haushalt mit anfaesst, damit solche laecherlichen Diskussionen um ungemachten Abwasch erst gar nicht aufkommen. Und Du solltest dringendst aufhoeren, Dich zu rechtfertigen...

Vor vielen Jahren war ich auch mal Sportraucher und pro Tag gingen fast zwei Schachteln drauf. Ich brauchte drei Versuche und erst seit dem vierten Anlauf bin ich nikotinfrei. Das ist jetzt vierzehn Jahre her.

Alle Anläufe fielen unterschiedlich aus: Der erste Entzug verlief ohne jegliche Hilfsmittel und ich war gereizt bis zum Anschlag. Den zweiten Versuch begleitete ich mit Nikotinpflaster und auch das ging eindeutig zu Lasten meiner Nerven und noch mehr zu Lasten meiner Mitmenschen. Der dritte Anlauf unter Begleitung von Allan Carr (http://www.allen-carr.de/nichtraucher-buch) verlief ebenfalls erfolglos und auch bei dieser Methode war ich ständig gereizt.

Erst als ich nach Empfehlung einiger Bekannter einen Heilpraktiker aufsuchte und mittels Akkupunktur und Hypnose vom Nikotin abkam, verlief das Ganze ohne Probleme und ohne Belastung für meine Mitmenschen.

Vielleicht empfiehlst Du Deinem Mann, der sich ja höchstwahrscheinlich nicht wirklich wohl in seinem Nervenkostüm fühlen wird, ebenfalls den Weg zu einem Heilpraktiker.

Ansonsten kann ich Dir sagen, dass es wohl kaum intolerantere Menschen gibt, als ehemalige Raucher. Allerdings kann ich nachvollziehen, dass Dein Mann mit einem komischen Gefühl in Magen-, Lungen- und Kopfgegend Dir als "noch-rauchende-Ehefrau" begegnet. Das ist sicherlich eine Belastung für ihn.

Zu dem Haushaltskram werde ich mich nicht äußern.

Hallo
Meiner hat auch vor kurzem aufgehört , die Laune seitdem - oh Gott und wir haben uns auch nur noch in den Haaren...
Hoffe das wird bald besser - das ist kein Zustand so :(