Was ist Unterschicht? Mein Partner sagt.....

    • (1) 20.09.14 - 15:21
      unten, oben, wo bin ich

      ....er hat mich aus der Unterschicht nach oben geholt.

      Es stimmt. Als wir uns kennenlernten, war ich ziemlich unten. Abiturientin mit Führerschein. Studienabbrecherin, Aushilfsjobs in Kantinen und Autobahnraststätten, eine Zeitlang habe ich über Erotikportale Sex für Geld angeboten. Ich habe oft und zu viel getrunken und mir keine Zukunft vorgestellt weil die Gegenwart so scheußlich war.

      Als ich meinen Freund kennenlernte war ich echt im Dreck. Er aber stand genau am anderen Ende der Hierarchie. Er war beruflich erfolgreich, hatte ein Haus, zwei Autos, fuhr dreimal im Jahr in Urlaub. Sein Leben hatte eine Ordnung, er hatte nicht nur ein für mich fantastisches Einkommen sondern auch Vermögen.

      Ich habe mich damals wie heute so oft gefragt, was er von mir will. Er ist alles und ich bin nichts und habe nichts. Als dann unsere Tochter zur Welt kam, hatte ich endlich wieder eine richtige Aufgabe und eine Berechtigung, wenn ihr wisst, was ich meine.

      Leider fingen vor einem Jahr die Probleme in unserer Beziehung an. Mein Freund hatte eine Affäre aufgrund dessen ich unsere Hochzeit, die für Ende des Jahres geplant war, platzen ließ und mir Bedenkzeit erbeten habe.

      Er bemühte sich sehr wieder Vertrauen aufzubauen, ich dagegen konnte mich nicht entscheiden, Vertrauen ja oder nein. So geht das hin und her und ich habe seit dem nur 3 oder 4 mal mit ihm geschlafen. Zärtlichkeiten sind auch sehr sparsam.

      Gestern ist es dann im Streit eskaliert. Im Laufe dieser sehr heftigen Auseinandersetzung, bei der wir uns beide nichts geschenkt haben, sagte er dann, dass er mich doch aus dem ganzen Dreck geholt hat und ich ihm alles zu verdanken habe. Er hat mich erst zu dem gemacht, was ich bin, sagte er.

      Er hat Recht, ohne ihn stehe ich mit nichts da. Wir sind nicht verheiratet, er muss nur für unsere 6 -jährige Tochter zahlen. Ich denke immer noch an seine Worte, er bezeichnete mich als Geschöpf aus der Unterschicht und genau dahin würde ich zurückkehren.

      Ich habe ihn gefragt, was Unterschicht denn für ihn bedeutet. Ich habe es weniger leicht gehabt und habe auch manches selbst verschuldet. Nur weil man nichts oder wenig hat, ist man Unterschicht. Ich habe mich nie wirklich zur Unterschicht gezählt. Jedenfalls nicht dauerhaft.

      Er will dass ich ihm verzeihe und wir neu anfangen aber mit solchen Worten hat er bei mir viel mehr das Gegenteil erreicht, Die Distanz ist nun noch größer.

      Irgendwie bin ich ratlos. Aus materiellen Gründen bei ihm bleiben obwohl ich nicht einmal weiß ob ich ihn noch liebe oder ob ich ihn jemals wirklich geliebt habe. Es ist schwer. ich möchte unserer Tochter auch nicht ein Leben in Sicherheit verbauen nur weil ich zu egoistisch bin und ihm wegen einer kleinen Affäre nicht vergeben kann.

      Momentan bin ich sehr durcheinander. Mein Freund ist für eine Woche auf Geschäftsreise und wünscht eine Entscheidung bei seiner Rückkehr. 7 Tage sind keine lange Zeit um über den weiteren Verlauf seines Lebens zu entscheiden. Ich bin da wirklich hin- und hergerissen.

      Seine Worte haben mich verletzt aber ich weiß nicht wo er recht hat und wo ich Recht habe. Muss ich nicht dankbarer sein und sollte ich nicht schneller verzeihen?

      • Nein, musst du nicht. Was ist denn das für eine Gegenrechnung? Weil er dich aus was auch immer raus geholt hat, musst du auf ewig dankbar sein und dir alles gefallen lassen? Er geht fremd und du musst verzeihen, weil er irgendwann mal so gnädig war, sich mit dir einzulassen?

        Sowas ist doch keine Beziehung auf Augenhöhe und wird wahrscheinlich auch nie eine sein.

        Ich finde es unmöglich, dass dein Partner so mit dir spricht. Es mag ja sein, dass er mehr hatte als du. Aber ist er deshalb mehr wert als du? Bist du ein Mensch zweiter Klasse, weil bei dir nicht alles rund gelaufen ist?

        Ich kann dir nicht sagen, ob du dich trennen sollst. Aber ich rate dir, in dich zu gehen und dich zu fragen, was du dir selbst wert bist. Und dich dabei nicht von solchen Gedanken leiten zu lassen, ob du aus der so genannten "Unterschicht" kommst - was immer das sein soll.

        Konntest Du Dich innerhalb der Partnerschaft beruflich weiter entwickeln?
        Eure Tochter ist ja immerhin 6.

        Insgesamt kann man das aber nicht so sagen. Du hast nach dem Abitur (was von Kindern aus der Oberschicht in der Regel erwartet wird) die Kurve nicht bekommt und ein wenig die Orientierung verloren. Das hätte auch ohne ihn mit den Jahren besser und anders laufen können. Vielleicht wärst Du auch von allein wieder auf die Beine gekommen.

        Er versucht, Dich klein zu halten.

      (5) 20.09.14 - 15:49

      Hallo.

      Seine Worte zeige mir ganz deutlich, dass er dich nicht als ebenwürdige Person sieht.
      Du bist für ihn nicht auf gleicher Stufe. Er stellt sich ganz klar damit als was besseres da. Und diese Tatsache ist schonmal echt Respektlos von Ihm.

      Du hast dein Abitur gemacht und bist danach einfach nicht weiter gekommen, na und? Das lässt dich nicht aus einer "Unterschicht" kommen.

      Ich habe auch erst einen Hauptschulabschluss gemacht, danach einen Realschulabschluss und dann noch das Fachabitur. Alles habe ich gerade so hin bekommen, weil mir das Lernen schon immer sehr schwer gefallen ist.
      Zeitweise lebte ich von ein paar Hunder Euro und ass nur Spenden und Dosenfutter.

      Mein Mann hingegen ist sehr Klug und hat studiert. Von Ihm kam noch nie eine respektloses Wort. Im Gegenteil.

      Du musst dir nun wirklich gut überlegen, was du dir für dich wünscht, was du dir selber Wert bist.
      Ich sag dir nur noch eins...das Leben ist viel zu kurz, vergeude es nicht.

      VG, Issi

      Hi.

      Traurig, wie er mit dir umgeht.

      Damals hat er dich "so" kennen - und liebengelernt und heute sollst du ihm die Füße küssen.

      Für mich steht fest: Selbst, wenn ich aus dem letzten Loch gekrochen bin, hat mich mein Partner weder zu betrügen noch darauf hinzuweisen, was ich war und woher ich kam.

      Deinem Freund traue ich weitere Affären zu, erst recht, wenn du ihm verzeihst.

      LG

    • Naja, was heisst Unterschicht oder Oberschicht.

      In jungen Jahren gerade wenn man noch seinen Weg finden muss, ist dann wohl fast jeder Student Unterschicht, wenn man das nur am Geld festmacht.

      Auf der einen Seite kann ich seine Argumentation, gerade im Streit verstehen, dass er der Meinung ist, dich aus einer schlimmen Lage herausgeholt zu haben. Aber wie schon geschrieben, vielleicht hättest du selber die Kurve bekommen, wieder dein Studium aufgenommen oder eine Ausbildung gemacht.

      Und würdest jetzt in der Lage sein, für dich selber sorgen zu können.

      Das ist es nämlich, was mich ziemlich stört, an deinen Beschreibungen. Er stellt sich als dein Retter da. Aber im Grunde ist doch deine Situation, in kompletter finanzieller Abhängigkeit von ihm furchtbar.

      Wenn es ihm darum ginge, dass er Gutes für dich will, hätte er dich nicht einfach nur in ein nettes Häuschen gesetzt, dich zur Mutter seinen Kindes gemacht. Sondern er hätte auch dafür gesorgt, dass du zumindest eine Ausbildung hast und dich in der Richtung unterstützt.

      Für mich hätten seine Bemerkungen viel kaputt gemacht und wären der Startschuss daran zu arbeiten eben nicht finanziell abhängig zu sein.

      Unterschicht/Oberschicht, was ist das? Für mich ist das wenn, dann eher eine Charakterfrage, die Äusserungen und das Verhalten deines Freundes gehören für mich in die unterste Schublade. Gut, du sagst ihr habt gestritten und habt euch nichts geschenkt. Insofern ist unklar, ob seine Aussage (mal abgesehen vom Fremdgehen) seine tatsächliche Gesinnung wiederspiegeln oder nur der Wut entsprungen sind. Ob du nicht genau so verletzende Dinge gesagt hast, wissen wir ja nicht.

      Er sieht sich vermutlich als Professor Higgins und dich als Eliza Doolittle aus My fair Lady.

      Eine Option, nicht die feinste, aber wie gesagt eine Option: du heiratest ihn, so oder so. Ob aus Liebe oder aus Berechnung. Wenn er dir nämlich dann den Tritt in den Allerwertesten gibt, oder dich weiterhin betrügt, bist du wenigstens anständig abgesichert.

      Was die Verletzungen und den Betrug anbelangt: verzeihen kann man weder erzwingen noch beschleunigen, und selbst wenn man verzeiht bleiben Wunden, später Narben, die noch viel mehr Zeit zum Heilen brauchen. Wenn ihr zusammen bleiben wollt, müsst ihr euch dem bewusst sein. Vertrauen kommt nicht einfach wieder über Nacht.

      Meine Mutter war allein erziehend, wir hatten praktisch nichts. Bin in der Schule gemobbt worden, weil ich keine Markenkleidung hatte; als ich mit 17 kurz vor dem Selbstmord stand, habe ich die Schule abgebrochen. 400-Euro-Jobs, Aushilfsjobs... bis ich dann mit 21 anfing, mein Abi nach zu machen, auf dem zweiten Bildungsweg. Mit 25 hab ich angefangen zu studieren und gleichzeitig meinen Mann kennen gelernt, einen Ingenieur mit eigenem Haus, riesengroßem Garten und verdammt viel Geld auf der hohen Kante. Mit 30 hab ich meine Diplomarbeit geschrieben und bin gleichzeitig schwanger geworden. Ich arbeite nicht, sondern versorge den Haushalt, helfe meinen Schwiegereltern im Garten und kümmere mich um unsere gemeinsame Tochter.
      Warum ich dir das erzähle?
      Ganz einfach. Ich komme ebenfalls aus der Unterschicht und habe einen Mann geheiratet, der schon immer "gehobene Mittelschicht" war (auch wenn meine Schwiegis und er sich nicht so benehmen - sie sind sehr einfach und herzlich). Ich kenne das Leben in der Unterschicht, und ich weiß, wie es ist, keine Perspektive zu haben und von seinem eigenen Mann (oder Partner) abhängig zu sein. Würde ich jetzt ausziehen, ich stünde ebenfalls mit kaum etwas da. Dennoch: Würde mein Mann einmal so etwas zu mir sagen, wäre die Kacke am Dampfen. Dann gäbe es erst mal eine saftige Ansage: "Wenn du so etwas noch einmal sagst, bist du mich los!" Und genau das würde ich auch einhalten.
      Dir mag es finanziell gut gehen, weil du deinen Freund hast. Dennoch bist du eigenständiges Wesen, das Einiges leistet. Und ich kann dir nur raten: Tu etwas! Hol dein Studium nach. Such dir eigene Arbeit. Mach eine Ausbildung. Mach ein Fernstudium. Irgendwas, damit du zumindest was in der Hand hast, falls es hart auf hart kommt.
      Ich wünsche dir alles Gute!

      Respektiert er dich eigentlich? Wie lange geht das schon so?
      Ela

      Hallo,

      auch wenn es so ist, dass er dich aus der Unterschicht geholt haben soll, war es seine Entscheidung, dir seine Hände zu reichen. Dafür bist du ihm zu nichts verpflichtet. Er hat es aus eigenem Antrieb und freiwillig gemacht. Du kannst ihm dafür dankbar sein, aber er hat nicht das Recht, von dir eine Gegenleistung zu verlangen.

      Die andere Sache ist, er hat dir die Hand gereicht. Du hast sie dankend angenommen und hast dich selber dazu entschieden, "dem Ganzen" den Rücken zu kehren. Du hättest dich auch dagegen entscheiden können. Ohne deine Entscheidung hätte er dir bis an sein Lebensende seine Hand reichen können.

      Ihr habt dieses also beide in der Hand gehabt. Es war jeweils eure eigene Entscheidung.

      Zum Thema "Recht haben" ein Beispiel:

      Wenn du und dein Partner, ihr euch beide so hinstellt, dass ihr euch direkt anschaut und ihr beide die rechte Hand ausstreckt, wer hat dann Recht, wer zeigt nach rechts?

      Jeder hat von seinem Standpunkt aus Recht. Wenn der eine den anderen verstehen will und umgekehrt, muss er erst einmal in der Lage sein, den Standpunkt des anderen einzunehmen und aus dessen Sicht die Sache betrachten und beurteilen. Das ist nicht so einfach, da man es gewöhnt ist, die Sache lediglich aus der eigenen Sicht zu sehen und zu beurteilen. Und jeder hat auf seine Weise eben "Recht".

      Es gibt da auch schöne Bücher zu diesem Thema (z.B. Willst du normal sein oder glücklich).

      Solange dein Partner von dir erwartet, dass du ihm zu Dank verpflichtet bist, und auch noch die Dreistigkeit hat, dies bei dir einzufordern und dich daran auch noch zu erinnern, lebt ihr nicht gleichberechtigt und auf Augenhöhe zusammen.

      Vielleicht ist auch das hier etwas für dich bzw. euch: http://www.loverevolution.de/

      Die andere Frage, die sich mir gerade aufdrängt ist die: Welches Leben lebst du deiner / eurer Tochter vor? Der Mann ist der Herr im Hause und die Frau ist von ihm (materiell) abhängig und hat zu funktionieren / nach seiner Pfeife zu tanzen? Lebst du deiner Tochter ein Leben vor, dass ihr zeigt, dass Frauen auch selbstbewusst und unabhängig ihren eigenen (!) Weg gehen können und dass es sich lohnt, Frau zu sein, unabhängig und stark zu sein und sein eigenes Leben zu leben?

      Herzlichen Gruß
      ficus

      Hallo,

      Die Frage die sich mir stellt ist die ob er immer so von oben herab mit die spricht oder ob das nur Resultat einer heftigen Auseinandersetzung war.
      Klar, es war respektlos und du solltest auf gar keinen fall nur mit ihn zusammen bleiben nur weil er besser gestellt ist als du (Blei mir siehts im übrigen nicht viel anders aus im Gegenzug zu meinem Mann, vorhalten musste ich mir das aber noch nie lassen).
      Im Streit sagt man aber nunmal manchmal unschöne Dinge die man gar nicht so meint, auch sowas ist bei uns schon passiert.

      Wäre vielleicht eine paartherapie eine Möglichkeit für euch, um neu zu sortieren?
      Er kann nun auch nicht erwarten das in einer Woche wieder alles tutti ist bei euch.
      Ich denke da liegt schon zu viel im Argen bei euch, um einfach wieder zur Normalität zurück zu kehren.

      LG

      (13) 20.09.14 - 19:47

      Hallo,

      Du solltest erstmal für dich klären, welche Erwartungen du an dein Leben hast.
      Willst du beruflich Fuß fassen? Eine Ausbildung absolvieren oder ein Studium?
      Wo siehst du dich, wenn euer Kind 10/11 Jahre alt ist und selbstständiger ist?
      Welche Träume hast du? Welche Ziele?
      Wie heißt der blöde Spruch? "Bring Deine PS auf die Straße!"

      Wie sieht sein Bild von dir aus?
      Vielleicht ist er enttäuscht, weil du bis jetzt eben nicht deine Chance genutzt hast um etwas mehr als die von ihm benannte "Unterschicht" zu werden? Trotz seiner Unterstützung. Vielleicht hast du ihn damit auch verletzt?

      Erst wenn am Ende des Gesprächs rauskommt, dass eure neue Beziehung (die ihr nach den Vorkommnissen haben werdet) auf Aufgenhöhe und gleichberechtigt führen wollt, würde ich eine Fortführung der Partnerschaft aus Verbundenheit (oder Liebe) in Erwägung ziehen.

      Natürlich könnte man auch aus materiellen Gründen bleiben. Ob das aber verletzungsfreier sein wird... ich bezweifle das.

      LG
      Samstagabend...

      Zitat:"Im Laufe dieser sehr heftigen Auseinandersetzung, bei der wir uns beide nichts geschenkt haben,"

      Und was hast Du ihn an den Kopf geworfen, wo er am Knabbern ist?

      Lisa

      (15) 20.09.14 - 21:43

      Ganz ehrlich?

      Euer Problem ist doch nicht die Schicht, sondern, dass hier zwei Menschen sehr verletzend miteinander umgehen.

      Ich komme aus dem "Bürgertum" (emotional kaltes Elternhaus, aber alle materiellen Werte stimmten).

      Mein Mann kommt aus einem völligen "Unterschichthaushalt". Mutter wurde schwanger, weil sie den Vater zur Hochzeit erpressen wollte (katholischer Landstrich). Vater durchschaute den Plan, Mutter gab meinen Mann in eine Pflegefamilie. Vater überlegte es sich, Heirat, Hölle auf Erden, häusliche Gewalt. Vater machte sich vom Acker. Mein Mann war alleine mit einer psychisch völlig labilen Mutter, schwänzte Schule und brach dann ab. Als ich ihn kennenlernte, hatte er viele Jahre von Arbeitslosengeld gelebt.

      Als Paar schmeißen wir all das in einen Topf und schauen, wie wir am besten fahren. Er schmeißt den Haushalt (klappt mittlerweile ganz gut), koordiniert die Kinder (alles außer Schule) und arbeitet auf 400€ Basis. Ich arbeite Vollzeit und bin für die Hausaufgaben der Kinder zuständig. So eine Aufrechnung gibt es bei uns nicht, v.a., was sollte ich ihm aufrechnen? Wer weiß, ob ich mich so gut wie er entwickelt hätte, wäre ich das Kind seiner Mutter gewesen.

      Niemand sollte von seinem Partner "nach oben geholt werden". Denn dann hat der eine das Gefühl, dem anderen etwas schuldig zu sein (oder umgekehrt wird ewige Dankbarkeit erwartet, wie bei euch). Das ist nicht gut.

      WIe wäre es, wenn du dich jetzt nicht trennst, sondern dich unabhängig machst? Der Gedanke, von einem Mann "gerettet" worden zu sein, würde bei mir rote Punkte und Brechreiz hervorrufen.

      Du solltest ihm nicht zum dank verpflichtet sein, auf Dankbarkeit sollte man keine Beziehung aufbauen. Daher denke ich, es wäre am besten, du tust etwas für dich selbst. Lerne etwas, studiere etwas, mach etwas.

      Dann hast du eine eigene Basis, auf der du landen kannst, solltest du fallen (oder losgelassen werden).
      Aber klar, ein Bruch ist jetzt zwischen euch. Ob ihr den kitten könnt (und wollt), muss die Zeit zeigen.

      L G

      White

      Mag sein, dass er dir geholfen hat. Ich denke aus Liebe oder etwa nicht? Geld ist nicht alles auf der Welt und sein Vermögen alleine macht aus ihn keinen besseren Menschen! Wenn er das alles so sieht, würde ich von alleine gehen und richtig beruflich durchstarten und ihm zeigen, dass du es auch ohne ihn sehr gut schaffst!

      (18) 21.09.14 - 11:45

      Danke für die Antworten.

      Ich muss noch ergänzen, dass er wirklich sehr großzügig ist. Ich hatte ja am Anfang wirklich so gut wie gar nichts. Er hat mir alles ermöglicht, bis hin zu meinem Fernstudium an einer Privatuni. Ich bewerbe mich seit gut einem Jahr, es ist allerdings sehr schwer in diesem Bereich eine Festanstellung zu finden.

      Ich glaube schon, dass ich dankbar sein sollte. Ohne ihn wäre ich heute nicht dort, wo ich bin. Eventuell wäre ich auch komplett abgestürzt. Ich hätte nurnnicht gedacht, dass er es so ausdrücken würde.

      Durch seine Gradlinigkeit gibt er mir enormen Halt. Bei ihm ist die Welt immer ganz klar strukturiert. Bei mir und meiner Biographie ist es eher immer ein bisschen chaotisch.

      Finanziell bin ich sicher Unterschicht. Da hat er Recht. Ich würde mich auch freuen wenn ich selbst arbeiten würde und wenigstens einen kleinen Teil des Lebens, dass wir führen, bezahlen kann.

    Ich kann das nachvollziehen wie du dich fühlst .

    Die Frage ist was bewegt ihn dazu , dir solche vorwürfe zu machen bzw dich erinnern von welchen Schicht du ursprünglich kommst ? Kommst du vielleicht undankbar rüber bei deinem freund ? Oder nutzt du die Chancen nicht , was er dir bieten kann ? Sowas würde mich eher interessieren , daß du vielleicht daran arbeiten kann's , als dir zu empfehlen wie manche Leser hier " trenne dich sofort " .

    Egal was die letzte Zeit vorgefallen ist, finde ich nicht in Ordnung , wenn dein freund dir sowas unter die Nase schiebt. Andersrum finde ich aber auch kein trennugsgrund. Fremdgegangen hätte er dir auch , wenn du milionerstochter gewesen wärst.
    Diese Fragen was du dir stellst warum du mit ihm zusammen bist , wegen seinem Vermögen oder wegen liebe , ist ganz normal, daß nur du dir das beantworten kannst.

    Wo ich damals mein Exmann kennenlernte , hatte ich weder Schulabschluss noch Ausbildung . War gerade 17 . Er da gegen erfolgreich und vermögend , wo ich aber er's ganz später erfahren hatte . Ich komme aus konservativ strengen Elternhaus , er modern und gebildet . Das lustige und schöne dabei , ich habe mich weiterentwickelt ( dank an ihm , was er mir für Möglichkeiten gebietet hat ) er ist aber stehengeblieben ( kopftechnisch ) . Wobei er mich auch oft erinnerte , was für Freiheiten ich habe vergleich zu meinem vorheriges Leben , kann ich nicht abstreiten , obwohl fande ich nicht negatives daran weil das die Wahrheit ist . Nach 12 Jahren Ehe , kurz vor der Scheidung , habe ich mir auch die selben Fragen gestellt wie du . Und Ich will ehrlich sein , und würde sagen , das war beides !

    So wie ich daraus lese , er will dich nicht verlieren . Sonst hätte er dir keinen gedenkzeit gegeben .

    Wenn er wieder da ist , führe am besten in entspannter Atmosphäre Gespräch mit ihm , und sag das seine Benehmen dich sehr verletzt hat , und frag ihm warum er dir sowas gesagt hat ?.

    Da wirst du mehr Gewissheit haben , daß du weiter schauen kannst .

    LG !

    Ich würde mich nicht unter Druck setzen lassen wegen dieser von ihm einseitig festgelegten Frist von 7 Tagen. Wenn Du für eine Entscheidung noch mehr Zeit brauchst, wird er auf Deine Entscheidung warten, wenn ihm etwas an Dir liegt. Wäre eine Paartherapie ein Lösung, damit Du sein Fremdgehen verarbeiten lernst? Er scheint überhaupt sehr dominant zu sein und dabei nicht immer Deine Bedürfnisse zu achten. Den Spruch mit der Unterschicht würde ich mir nicht bieten lassen. Außerdem ist eine Abiturientin sicher keine Unterschicht. Da sehe ich eher bildungsferne Bevölkerungsteile.

    Egal, wie Du dich entscheidest, es scheint mir an der zeit zu sein, dass du Dein Leben selbst in die Hand nimmst, einen Beruf erlernst bzw. Dein Studium fortsetzt und abschließt, damit Du erstens stolz sein kannst auf Dich und etwas Begonnenes abschließt, und zweitens, damit Du zukünftig eine in jeder Hinsicht und gerade auch finanziell unabhängige Frau wirst.

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