Wie geht ihr damit um? Mangelnde Liebe, Leidenschaft, Zärtlichkeit...

    • (1) 23.09.14 - 12:37
      *ungeliebt*

      Hey ihr lieben,

      ich brauch dringend mal ein paar Denkanstöße...

      Erstmal das Grundgerüst:

      Ich bin mit meinem Partner seit mittlerweile 11 Jahren zusammen. Wir haben 3 Kinder - einen 9jährigen Sohn und 2jährige Zwillinge #verliebt
      Wir gehen beide arbeiten, unser großer geht logischer Weise in die Schule und die Twins in die Kita. Mein Partner geht morgens um halb sechs aus dem Haus. Dann stehe ich auf, mach mich für die Arbeit fertig, mach die Pausenbrote und mach die Kinder für den Tag startklar, fahre sie zur Schule/Kita und fahr dann selbst zur Arbeit. Nach der Arbeit hole ich die Zwillinge ab, der große ist dann schon allein zh. 2x in der Woche hetze ich dann wieder los um den großen zum Fussballtraining zu fahren, die Minis immer mit on board. In der Regel bin ich mit den kleinen um halb 5 / 5 zu Hause und fange mit dem Abendprogramm an (duschen, Abendbrot usw.) Mein Partner kommt um halb 6 und steigt dann aber sofort in alles was zu tun ist ein. Ohne wenn und aber.

      Nun zum Problem:

      Unser Familienalltag ist ordentlich anstrengend und somit bleibt quasi keine Zeit mehr für uns als Paar. Und leider holt mich inzwischen auch stark die Erkenntnis ein, dass wir eigentlich überhaupt keins mehr sind. Wir sind Eltern und Freunde...mit gelegentlichem Sex...aber ein Paar? Nein ich glaub das sind wir nicht mehr. Und gerade frage ich mich, ob wir je eines waren... oh je, das lässt tief blicken.
      Mein Partner ist in vielen Hinsichten sicher das was sich ganz viele Frauen wünschen. Er ist ein fantastischer Papa, er macht im Haushalt wahnsinnig viel, kümmert sich um den Einkauf und entlastet mich durch all das natürlich sehr. ABER er kann leider wenig bis keine Gefühle zeigen, geschweige denn über ernste Themen reden. Ich bin sehr nähe- und kuschelbedürftig. Er ist das ganze Gegenteil. Abends auf der Couch liest er eher die Sportbild als mich mal in seine Arme zu ziehen. Wenn wir unterwegs sind könnte unser Umfeld glatt denken wir wären Kumpels... und wie gern würd ich das Gefühl vermittelt bekommen "hey schaut her, dass ist meine Frau", einfach dieses stolz sein auf den Partner, ihn als Partner zu haben. Ich möchte gern Händchen halten, möchte plötzlich leidenschaftlich geküsst werden, möchte umarmt werden... ich möchte gesagt bekommen dass ich heut besonders hübsch aussehe, dass es schön ist meine Nähe zu spüren, dass er glücklich ist, weil ich da bin oder einfach mal das er mich liebt... Aber all das sind Sachen die er nicht kann, nicht brauch. Ich weiß dass er das nicht mit Absicht macht, er ist eben einfach anders. In diesem Punkt haben wir eine grundverschiedene Wellenlänge. Aber ich will nicht jahrelang immer der gebende Part sein, immer die Nähe suchen müssen, die ich so dringend brauche... Ich will ihn aber auch nicht ändern und ihm sagen er soll mich in Zukunft bitte 3x tägl. in den Arm nehmen, denn ich merk doch ob er mich in den Arm nimmt weil er weiß das ich das brauche oder weil er es tut, weil er das Bedürfnis danach hat.
      Er zeigt mir seine Liebe eben anders, dass weiß ich. Aber mir fehlt der Rest so sehr. Und wenn dann jemand anders kommt und einem Honig ums Maul schmiert, dann wird es gefährlich.

      Geht es irgendjemanden ähnlich? Versteht mich jemand? Wie kann man mit diesen Unterschiedlichen Bedürfnissen umgehen? Kann man es überhaupt?

      Ich danke Euch schonmal fürs Lesen!

      LG

      • (2) 23.09.14 - 13:19

        du weißt wie er ist. das wusstest du schon immer. nur hat es dich nicht gestört. wie war er denn als ihr geheiratet habt? oder als das erste kind kam ? oder, oder, oder. hat sich da je was geändert?

        du kannst mit ihm reden. wünsche aussprechen. aber bevor du das tust, kann du ihn wertschätzen. sagen, dass du eigentlich mit allem zufrieden bist. die manchmal etwas mehr wertschätzung als frau wünscht. das ausformulieren. und vielleicht könnt ihr ja wirklich mal was als paar unternehmen.

        ich denke nur, dass du vermutlich nicht viel ändern kannst. aber zumindest ein bisschen. dass du dich wohler fühlst. aber nicht so weit, dass er sich unwohl fühlt. arbeite mit ich-botschaften und beschreibe alles positiv.

        wenn dir jemand anderes honig ums maul schmiert denk dir einfach: der macht vielleicht das toll. aber würden wir so einen harmonischen alltag haben ? um den beneiden dich bestimmt viele. (ich warte auf die ersten antworten a la "komm von deinem hohen ross runter").

        und (vielleicht ein anderer ansatz) geh mal abends mit freundinnen weg. mach dich hübsch. freu dich über komplimente. vielleich kannst du sogar mal flirten.
        und am ende gehst du heim und freust dich über deinen tollen mann. den dir niemand nehmen kann.

        lg

        • Danke für deine Antwort.

          Als wir zusammen kamen war es natürlich anders. So wie es immer anders ist ganz am Anfang wenn noch Schmetterlinge unterwegs sind...da war das Verlangen nach ständiger Berühgung usw auch bei ihm vorhanden. Er konnte weder Blick noch Hände von mir lassen. Nun ja, nach einem halben Jahr war ich schon schwanger... wir schwebten noch im Frisch-Verliebtseins-Zustand...aber dann sind die Schwangerschaft, die Geburt, das Baby natürlich in den Vordergrund gerutscht.
          Aber ja, richtig - reden, Gefühle in Worte formulieren das konnte er noch nie. Weder positive noch negative. Wir haben in 11 Jahren nie gestritten. Neben Leidenschaft, gezeigter Liebe usw. fehlt mir auch das Kontra, etwas Reibung...
          Ich freu mich wenn er nach Hause kommt, bin gern in seiner Nähe, wir können viel Quatsch machen und zusammen lachen. Ich hab ihn (logisch, nach 11 gemeinsamen Jahren) sehr lieb, möcht ihn auch gar nicht missen. Aber alles in allem fühlt es sich eben eher wie Kumpel oder Bruder an. Nicht aber wie Mann & Frau. Und wir haben schon etliche Gespräche darüber geführt...bei welchen er mich anschaut und mich fragt was er jetzt dazu sagen soll. Oder aber sagt, dass er da eben anders ist und wir das beste draus machen müssen. Und ja, gelegentlich unternehmen wir auch zu zweit als Paar etwas. Aber das Gefühl, dass wir als Paar etwas unternehmen kommt dabei nicht auf...weil die Nähe fehlt. Und wenn es sie dann doch gibt, dann fühlt sie sich so erzwungen, so aufgesetzt an. Ja, im großen und ganzen war er schon immer so - und schlussendlich ist es auch schon jahrelang ein Problem für mich, mit dem ich phasenweise ganz gut zurechtkomme und dann wieder Phasen habe, an denen es mich mürbe macht...wie eben jetzt zur Zeit wieder.

          • (4) 23.09.14 - 13:58

            Ich finde, die positiven Aspekte in deiner Beziehung überwiegen.
            Wenn du allerdings dein Bedürfniss nach Nähe über alles andere stellst, wird sie scheitern.

            Gruss
            agostea

      ich glaub, dir kann mans nur ganz schwer recht machen
      >> Ich will ihn aber auch nicht ändern und ihm sagen er soll mich in Zukunft bitte 3x tägl. in den Arm nehmen, denn ich merk doch ob er mich in den Arm nimmt weil er weiß das ich das brauche oder weil er es tut, weil er das Bedürfnis danach hat.<<
      wieso ist es so schlimm, ihm zu sagen, dass er dich 3 x täglich in den Arm nehmen soll? Wenn er es macht, dann macht er es dir zuLIEBE, weil er weiss, dass du das brauchst, weil ihm daran gelegen ist, dass es dir gut geht.

      Damit änderst du ihn doch nicht. In einer Partnerschaft gehört es dazu, dass man dem anderen sagt, wenn einem was fehlt. Woher soll ers sonst wissen?

      Hallo,

      stört dich das schon immer oder erst in letzter Zeit? War er denn irgendwann einmal anders?

      Mir fällt spontan ein, dass ihr keine Zeit für euch habt und im Alltagstrott gefangen seid.
      Ich weiß nicht, ob es möglich ist, euch wenigstens mal einen Abend allein als Paar zu organisieren. Z. B. ins Kino, schön essen gehen, Therme o. ä. Mal ohne Hetzerei und Kinder. Vielleicht fällt deinem Mann dann wieder auf, was er für eine tolle Frau hat.

      LG

      Nici

      • Hey Nici,

        vielen Dank für deine Antwort. Hatte gerade auf die erste Antwort geantwortet. Vielleicht kannst du da nochmal lesen - dann brauch ichs nicht nochmal tippen. Beantwortet nämlich so ziemlich auch deine Zeilen.

        LG & danke

        • Hallo,

          ja, ich habe deine Antwort weiter oben nun gelesen.

          Im Prinzip beantwortet sie meine Fragen und bestätigt meine Befürchtung in Bezug auf eure Beziehung. Nach einem halben Jahr schon schwanger. In meinen Augen habt ihr euch als Paar nie richtig kennengelernt. Sonst wäre dir seine "Sprachlosigkeit" in Bezug auf Gefühle und seine Unfähigkeit, Zärtlichkeit zu geben, schon viel früher aufgefallen.

          Naja, so ein Kind bzw. dann zwei und drei lassen eben viel partnerschaftliches in den Hintergrund rücken. Und irgendwann macht es beim unzufriedenen Partner (du) Peng und es wird alles in Frage gestellt.
          Im Prinzip sehe ich es wie agostea: du wirst deinen Partner nicht ändern, weil ihr in dieser Sache grundverschieden tickt. Du schreibst ja selbst, dass du auf gezwungene und aufgesetzte Zärtlichkeiten keinen Wert legst. Dein Partner wacht sicherlich nicht morgens auf und ist der Casanova schlechthin, der ab da seine Hände nicht mehr von dir lassen kann.
          Du musst wissen, was du willst. Einen Mann, mit dem du einen super Alltag hast, der dir aber dein großes Verlangen nach Zärtllichkeit und Wärme nicht erfüllen kann. Oder du trennst dich und lernst vielleicht nie wieder einen Mann kennen, mit dem du dich im Alltag so gut verstehst.
          Also ich persönlich wüsste auch nicht, was ich mache.

          Alles Gute

          Nici

    Hallo,

    er war ja schon immer so - Romantik ist einfach nicht so seins.
    Das wirst Du ihm auch nicht anerziehen können.

    Aber Du kannst lernen, mit diesen unterschiedlichen Bedürfnissen umzugehen.

    Pärchen, die dauernd Händchen halten oder turteln, sind auch nicht zwingend glücklicher.
    Ich habe genau diese Erfahrung erst vor wenigen Tagen gemacht.
    Vor einigen Wochen waren wir bei Freunden - die beiden (auch schon länger zusammen) haben die ganze Zeit wie Frischverliebte miteinander geturtelt und geschmust.
    Mein Mann hat nun am Wochenende mit dem Mann telefoniert und dabei erfahren, dass sich die beiden getrennt haben...#schock
    Scheinbar hat es nicht mehr gepasst - da hilft auch die ganze Schnuckelei nichts...;-)

    Und nun sieh mal Euch an:

    Ihr habt einfach viel um die Ohren - ein Schulkind und dann noch Zwillinge.
    Das muss man erst mal stemmen.
    Ihr beide geht arbeiten.
    Und abends hilft Dein Mann mit, statt dass er sich (wie man sonst gerne hier liest) hinterm PC oder dem Smartphone verschanzt oder vorm TV gammelt.
    Und das ist doch prima - bei Euch herrscht Zusammenhalt.#pro

    Er zeigt Dir seine Liebe auf seine etwas andere Art, indem er Dich unterstützt und entlastet. Und das ist mehr wert, als Honig ums Maul geschmiert zu bekommen.
    Händchen halten oder zig Mal "Ich liebe Dich!" sagen, ist keine Kunst.
    Und würde Dir nichts nützen, wenn er z.B. dann nur rumhockt und z.B. Handygames zockt, etc.

    Es ist bei Euch fast wie bei uns.

    Mein Mann ist auch nicht der große Romantiker und Schmusekater.
    Aber er ist ein Kerl, der zu seiner Familie steht und hilft auch überall mit.
    Er liebt es abends, wenn seine Arbeit getan ist und der Haushalt gemacht ist, sich auch einfach mal vor dem TV zu recken und strecken und sich den Ermittlern und Mördern von CSI, etc zu widmen.
    Oder mal einfach mit dem iPad im WWW rumzugurken.

    Ich kuschle mich trotzdem auch mal an ihn ran, er legt dann seinen Arm um mich.
    Oder mein Kopf auf seinem Schoß, wenn wir einen Krimi anschauen, dazu ein Glas Wein.

    Was uns immer wieder gut tut, sind kleine Auszeiten als Paar.
    Wir parken die Kids alle paar Wochen mal bei Freunden oder den Schwiegis und gehen z.B. mal abends essen.
    Ohne "ich hab Hunger!", ohne "Ich will Pommes!", ohne "Mir ist langweilig" oder "Ich will nach Hause!"-Gequengel in der Dauerschleife. ;-)

    Danach noch spazieren, oder ein Stadtbummel, etc.

    Das tut auch mal gut und man bekommt etwas den Kopf frei.
    Und man tritt mal wieder als Mann & Frau auf, nicht als "Papa & Mama".

    Und daneben ist es auch immer wieder schön, wenn Du Dir mal selbst was Gutes tust.
    (Ich hatte es dieses Wochenende - mein Mann war mit unserer Großen und einem Freund auf der Wiesn. Ich blieb derweil aufgrund des Gedrängels mit dem Kleinen (im Kinderwagen) in der Innenstadt. Dort bekam ich spontan die Gelegenheit, mich bei "MAC" mal schminken zu lassen. Der Kleine pennte im Kinderwagen, ich liess mich mal einfach beraten und schminken, bummelte danach durch die Läden, gönnte mir ein paar hübsche Ohrringe - es war eine Wonne!)

    Ich fühlte mich einfach wohl und als ich später meinen Mann traf, war ich herrlich entspannt und vergnügt. Auch wenn wir nicht dauernd Händchen hielten...;-)

    LG

    • Du hast recht, mit allem was du sagst. Die Vernunft in mir sagt mir das auch. Und ich sehe und schätze all die Dinge die er für mich tut...aber dennoch vermisst mein Herz etwas, mal mehr und mal weniger. Aber deine Worte taten sehr gut! Ehrlich gesagt, hatte ich Tränen in den Augen...

      DANKE!

      • Nichts zu danken. #herzlich

        Auch wenn es im Moment für Dich so wirkt, als ob nur Du in dieser Hinsicht "gibst" - mach trotzdem so weiter.

        Wenn ihr spazieren geht, dann nimm DU seine Hand oder drücke ihm mal einen Kuss drauf.

        Gestalte Du die schönen Momente weiter.
        Vielleicht lässt er sich ja auch ein wenig inspirieren?
        Eure Kinder werden auch älter und dann habt Ihr irgendwann auch mal mehr Zeit für Euch, für schöne Reisen, schöne Momente, schöne Erinnerungen.

        Es ist vielleicht nicht wirklich die dicke Romantiknummer, aber langfristig gesehen seid Ihr auf einem guten Weg.
        Das Geturtel nimmt bei den meisten mit der Zeit ab, aber ein familiäres Miteinander muss man auch erst einmal hinkriegen.
        Man liest es hier ja oft genug, wenn sich Userinnen beklagen, dass der Haushalt an ihnen hängen bleibt oder der Mann nur rumnullt.

        Und wenn Ihr mal einen Abend für Euch verbringt, dann sage ihm auch ruhig mal, dass Du Dich gerade im Moment mit ihm besonders wohlfühlst, dass es schön ist, dass es Dir gut tut... etc.

        LG

(12) 23.09.14 - 15:05

Hallo

Meiner ist auch nicht der Blumenstrausstyp, und auch mir machte das anfangs recht zu schaffen. Er hat im Alltag aber bewiesen, dass er immer fuer uns da ist, er packt an und tut #verliebt. Unsere Partnerschaft besteht tagsueber nicht aus Haendehalten, sondern aus gemeinsamer Unterstuetzung in der Kindererziehung und im Haushalt.

Wie jemand schon erwaehnt hat, sind die Dauerschmuser nicht unbedingt die Immergluecklichen. Oft ist das alles nur eine Farce. Ich bin mittlerweile auch ueberzeugt, dass ein solch "perfekter" Ehemann (sowie auch die Ehefrau!) nur in Hollywoodfilmen existiert. Sprich, wir bekommen auch immer dieses Bild vorgegaukelt.
Aber wie beim Porno ist auch das romantische Leben in der Realitaet nicht so wie im TV-Kasten!

Wenn sonst alles stimmt bei Euch - und so klingt es - dann nimm Deinen Mann wie er ist, naemlich als den Menschen, der Dich und die Familie liebt und immer fuer Euch da ist.

LG
mindgames

(13) 23.09.14 - 18:37

Alltag ist normal. Die Frage ist, was man damit macht!

Ihr habt keine Zeit als Paar? Dann würde ich eine Babysitterin/Putzfrau-Kombi suchen, die regelmässig ein- bis zwei Mal in der Woche abends kommt, die Kids ins Bett bringt und danach Hausarbeit macht, die keinen Lärm verursacht (z. b. Bügeln) und dann habt ihr Zeit für Euch.

Manchen Frauen ist einfach nicht klar, was sie an einem verlässlichen Partner haben. Dann juckt es in der Hose - argumentiert wird mit fehlender Romantik - und die Familie zerbricht. und dann? Dann ist alles rosarot, bis der Alltag wieder zuschlägt....

Sei doch nicht blöd. Kuck einfach was in dem Mann steckt, der da ist!

Gruß

Manavgat

  • "Manchen Frauen ist einfach nicht klar, was sie an einem verlässlichen Partner haben. Dann juckt es in der Hose - argumentiert wird mit fehlender Romantik - und die Familie zerbricht. und dann? Dann ist alles rosarot, bis der Alltag wieder zuschlägt....

    Sei doch nicht blöd. Kuck einfach was in dem Mann steckt, der da ist!"

    Wunderbar! Alles gesagt!

    (15) 23.09.14 - 19:25

    Ja das sagt sich so einfach. Natürlich organisiere ich hier und da meine Mama zum aufpassen, richte Zeit für uns als Paar ein - aber wenn wir etwas unternehmen, wie ich bereits erwähnte, kommt trotzdem nichts von dem auf, was zum Paar sein dazugehört. Da ist eben nichts mit Händchen halten, umarmen küssen... Ich bin doch nicht nur Mutter und Mitbewohnerin - ich bin doch auch Frau! Mit Bedürfnissen. Nach wie vor, auch nach 11 gemeinsamen Jahren. Es ist schwer immer der Liebe hinterherzurennen, immer Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit einfordern zu müssen und Jahr für Jahr das Gefühl zu haben, dass all das dem Partner nicht wichtig ist.

    Vielleicht ist es für euch die Genugtuung einfach nebeneinander herzuleben wie Bruder & Schwester oder Freunde und lediglich Gespräche über Einkauf oder Kinder zu führen. Mir fehlt eben was...

    Ist es so verwerflich sehen, fühlen, spüren zu wollen geliebt zu werden?

    • (16) 23.09.14 - 19:56

      Hallo

      ich vermute wenn du etwas älter wärst, würdest du deine kameradschaftliche Ehe vielleicht etwas positiver sehen.Du bist früh Mutter geworden und wirst diese spezielle Romantik vielleicht nicht oft erlebt haben in jungen Jahren?!
      Letztendlich zählt das Verhalten, seine Taten.
      Wenn die Kinder älter sind, hat man wieder mehr Zeit füreinander.Das hilft dir jetzt nicht.
      Vielleicht fängst du einfach an mehr Paarzeit einzuplanen.

      L.G.

      • (17) 23.09.14 - 20:07

        Auch wenn es mehr Zeit zu zweit gibt, wird sie vermutlich dennoch immer freundschaftlich bleiben... weil mein Partner eben schlichtweg nicht der Typ für Gefühlskrempel und tiefgründige Gespräche ist.

        Es ist einfach Tatsache das wir auf dieser Ebene grundverschieden sind...und mir eben das zu schaffen macht.

        Mein Partner ist eher der weniger selbstbewusste Typ Mann, der sich weder traut positive Empfindungen in Worte zu fassen noch traut er sich mir Grenzen aufzuzeigen. Er ist ein "Ja & Amen-Sager", bloß keine Diskussion aufkommen lassen.

        Für ihn ist alles gut so...es reicht ihm das ich einfach da bin. Mehr Anspruch hat er nicht. Aber ich, ich hätt so gern mehr Tiefgründigkeit...

        • (18) 23.09.14 - 20:16

          Er ist wie er ist.Tiefgründigkeit...........
          Ich verstehe dich schon sehr gut, aber vielleicht gelingt es dir, seine guten Seiten zu sehen und nicht anfällig für andere Männer zu werden.Eine harmonische funktionierende Familie ist auch schon was.

          Erst sinds die Zärtlichkeiten, das in den Arm nehmen, was dir fehlt, jetzt ist es die Tiefgründigkeit. Von vorne rein wiegelst du evtl. positive Veränderung durch die Schaffung von mehr Freiraum ab. Aus einem zupackenden, verlässlichen Partner wird ein Ja-Sager.

          Du steigerst dich gerade in etwas hinein und kehrst eine negative Seite nach der anderen heraus. Und so wirst du allmählich blind für das was du hast.

          Natürlich wäre ein Abenteuer, ein wenig Leidenschaft, etwas Neues, jetzt sicher ganz spannend und beflügelnd. Aber ein solcher Höhenflug wird auch irgendwann auf dem Boden enden, der Alltag krallt sich dich so oder so wieder, schon allein mit so kleinen Kindern. Dann ist es aber zu spät und wertvolles ist verloren.

          Gib deinem Mann und dir Chancen und Zeit, redet miteinander, sprecht über eure Wünsche und darüber, wie ihr euch sie gegenseitig erfüllen könnt. Veränderungen entstehen nicht über Nacht.

          Alles Gute.

          • >>Erst sinds die Zärtlichkeiten, das in den Arm nehmen, was dir fehlt, jetzt ist es die Tiefgründigkeit. Von vorne rein wiegelst du evtl. positive Veränderung durch die Schaffung von mehr Freiraum ab. Aus einem zupackenden, verlässlichen Partner wird ein Ja-Sager.<<
            so wie ich es heraus gelesen hab

            >>ich glaub, dir kann mans nur ganz schwer recht machen<<
            ihr Mann soll eigentlich ein ganz anderer sein. Er passt nicht zu ihrem Bild vom idealen Partner, von dem Menschen, mit dem sie sich als Paar sieht.

            neulich, in einem total bescheuerten Film. Eine schöne Sache kam da. Die beiden mussten sich auf Bitte von der Tochter hin als Krümelmonster und ?keine Ahnung mehr als wem aus der Sesamstraße

            unterhalten.
            Es kam der Spruch an Krümelmonster. Den idealen Keks gibt es nicht. Wenn du einen schönen Keks siehst, beiß rein! = versuchs.

            • " Er passt nicht zu ihrem Bild vom idealen Partner, von dem Menschen, mit dem sie sich als Paar sieht."

              Aber sie hat ihn doch mal geheiratet und 3 Kinder mit ihm. Ich glaube daher nicht, dass immer so war.

              Ich finds auch nicht schlimm, dass sie jetzt mal unzufrieden ist und sich nach Veränderungen sehnt. Schlimm ist nur, finde ich, dass sie nicht gemeinsam mit ihrem Partner wachsen und verändern möchte. Mit ein bißchen Mühe, könnte ihre Partnerschaft nochmal ganz andere Seiten entdecken.

              "Den idealen Keks gibt es nicht. Wenn du einen schönen Keks siehst, beiß rein! = versuchs."

              Der ist gut, den merk ich mir :-D

              • Nein ich hab ihn nicht geheiratet. Wir sind seit 11 Jahren zusammen...nach einem halben Jahr war ich schwanger und ja natürlich, wie ich bereits schrieb, war er nicht immer so wie er jetzt ist, denn logisch, ganz am Anfang war auch er mal verliebt. Aber dann kam eben die Schwangerschaft, die Geburt, unser Sohn...

                Seit wir 3 Jahre zusammen sind, haben wir diese Probleme. Ich bin doch nicht bescheuert und jammer jetzt hier rum ohne je versucht zu haben etwas an meiner / unserer Situation zu ändern! Glaubt mir ich kämpfe seit 8 Jahren, ich rede seit 8 Jahren... aber wir sind einfach grundverschieden was den Anspruch an eine Partnerschaft angeht. Als wir 3 Jahre zusammen waren standen wir vor der Trennung, aber letztlich haben wir an der Beziehung festgehalten. Natürlich wegen dem Kind und der Hoffnung das wir es hinbekommen. Es folgten die Zwillinge und eben viele weitere Jahre, in denen ich mich auf das besonnen hab was ich habe, das wertgeschätzt habe was er mir bietet. Jahre in denen ich die Arschbacken zusammengekniffen habe und auf das verzichtet habe was mir fehlt!

                Und nein, ich will nicht ganz plötzlich all seine Negativseiten zum Vorschein bringen, ich wollte euch lediglich mehr Einblick in unsere Beziehung geben. Euch mehr von meinem Partner zeigen, damit ihr vielleicht ansatzweise verstehen könnt, was mir fehlt. All seine Vorzüge habe ich doch beschrieben, die kehre ich doch nicht ungesehen unter den Tisch. Ich bin nicht blind für das was ich habe!!! Aber mir fehlt eben der emotionale Part sehr... vielleicht bin ich da anders als ihr.

                Gespräche mit ihm führen - mensch natürlich habe ich das versucht. Aber auch das hatte ich doch bereits geschrieben, dass er eben keine Gefühle in Worte fassen kann, sich nicht traut etwas zu sagen und schlussendlich auch gar nicht versteht was genau ich meine, weil wir scheinbar einfach unterschiedlich ticken. Und wenn ich ihm dann versuche etwas zu erklären was in mir vorgeht, dann sitzt er wie so'n braver Schuljunge vor mir und fragt was er jetzt dazu sagen soll. Aber wenn ich ihm das auch noch sagen muss...dann kann ich auch gleich 'n Monolog halten und brauch kein Gespräch führen.

                Unser Alltag ist stressig, keine Frage. Und es geht auch nicht um sonstwas für Unternehmungen. Es geht mir um genau diesen Alltag. Ein kleines ernstgemeintes "Hey Schatz, schön dich zu sehen" oder "wie war dein Tag", etwas Interesse an mir, ein Kuss, eine Umarmung zwischendurch oder in vielen, vielen Jahren vielleicht auch mal ein "Ich liebe dich"... das kann doch nicht zuviel verlangt sein? Bin ich denn wirklich so anders als ihr alle? Sind meine Ansprüche an einen Mann tatsächlich sooo hoch?

                So langsam fang ich wirklich an zu zweifeln... Ist es der Sinn des Lebens, meines Lebens, sich für die Familie aufzugeben, auf Liebe und Geborgenheit verzichten zu müssen, Hauptsache er bringt prima den Müll raus?

                • Ich finde nicht, dass du an dir zweifeln musst und deine Ansprüche an einem Mann halte ich für völlig normal. Leider scheitert es ja schon bei vielen Männern am Alltag, deswegen hecheln Frauen scheinbar sogar so einem Eisblock wie deinem Mann hinterher. Gruselig, aber es gibt durchaus Männer die beteiligen sich und helfen und geben einem zusätzlich das Gefühl die tollste Frau auf diesem Planeten zu sein. Ich würde weder mit einem Pascha leben wollen, noch mit einem Eisblock.

                  Lass dich nicht verunsichern

                  Dann ist die Krux, dass ihr nicht wirklich Zeit hattet um festzustellen, ob ihr zueinander passt und gleich ins Familienleben geworfen wurdet. Naja, sowas kann man ja verhindern.

                  Ihr habt euch wegen dem Kind zusammen gerauft ... um eins nicht zu verletzten. Jetzt habt ihr 3 und jetzt wärst du zum Schritt der Trennung bereit? Jetzt sinds 4, die leiden werden.

                  Nein, aufopfern ist nicht Sinn des Lebens und du hast deine Entscheidung doch schon getroffen. Nur, weine dann nicht um Vergangenes, wenn beim Neuen der Alltag einkehrt und die ganzen Schwächen des Partners sichtbar werden.

                  Alles Gute.

    Hm - eigentlich siehst du und spürst du schon, dass du sehr geliebt wirst. Das Problem ist, dass es eine andere Art und Weise ist als die, die Du Dir vorstellst.
    Ehrlich gesagt finde ich, dass diese Art der Liebe und Vertrautheit wahrscheinlich beständiger ist, als den (übertrieben) dauerturtelnden Romantiker an seiner Seite zu haben. Natürlich ist nach 11 Jahren alles anders als am Anfang - hey, ihr habt da ganz schön was gewuppt!
    Und ja, ich finde auch, dass du konkret einfordern darfst - und zwar weil dein Mann einfach nicht weiß, was er tun soll.
    Wie wäre es mit einem gemeinsamen Hobby? Einmal did Woche abends Sport, Tanzkurs oder oder - eben nicht nur ab und zu?

    Nur zu einem Romantiker wird dein mann wohl nicht mehr - dafür ist er (gefühlt) einer der engagiertesten und zuverlässigsten Männer, von denen ich hier je gelesen habe!

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