Ablauf einer Paartherapie?

    • (1) 29.09.14 - 12:57
      Paartherapie

      Hallo,

      ich wollte Fragen wie so eine Paartherapie abläuft.

      Gibt es Einzelgespräche oder ist man immer zusammen?

      Wie oft macht es Anfangs Sinn hinzugehen? Dachte an alle 2 Wochen - oder ist das zu oft?
      Darf ein Therapeut sagen das er in der Beziehung keinen Sinn sieht und zur Trennung raten?

      Ich bin wirklich furchtbar aufgeregt und versuche zwar offen und gelassen an die ganze Sache ran zu gehen, fühle mich aber irgendwie extrem unter Druck.

      liebe Grüsse

      • Hallo,

        ich habe Ehrfahrung damit gemacht und wir hatten ein mal in der Woche einen Termin. Immer zusammen. Wir mussten jede Stunde selbst bezahlen, eine knapp 100€.
        Ich kam auf jeden Fall immer fix und fertig da raus. Und ja, der Therapeut darf einem raten sich zu trennen. Ich habe mich dadurch auch unter Druck gesetzt gefühlt, denn er wollte es, nicht ich, aber eigentlich ist es ziemlich sinnvoll und befreiend. Und man sieht die wirklichen Fehler. #gruebel

        Alles Gute #winke

        • (3) 29.09.14 - 13:44

          Danke für deine Antwort!

          Bei uns ist der Vorschlag von meinem Mann ausgegangen. Ich habe Angst dass wenn es nicht klappt er sich wirklich trennt und ich dann mit den Kindern alleine bleibe.

          Darf man fragen ob es euch geholfen hat?
          1x die Woche würde ich es auch durchziehn.....hauptsache es hilft!!!

          • Wäre ich damals nicht so stur und dumm gewesen, hätte es sehr geholfen.
            Das Gute daran ist, dass man sich nicht immer im Kreis dreht, sondern der Therapeut einem quasi erklärt, was richtig und was falsch ist. Auf der anderen Seite bringt er einem bei, dass alle Gefühle richtig und ernstzunehmen sind. Man lernt rücksichtsvoller zu sein und dem Partner Raum für Gefühle zu geben und nicht zu sagen, "das ist nicht so, also red nicht so einen Scheiß"
            Gefühle kann man eben nicht bestimmen.

            Du hast Angst, wenn es nicht klappt, dass er sich trennt...aber was passiert erst, wenn du dich sperrst?

            Nimm es als Chance wahr und geh ganz offen dort hin. Besprecht es vorher, denn ganz wichtig ist, dass BEIDE den Therapeuten sympathisch und unparteiisch finden!

      Ich kann dir nur erzählen, wie das bei unserer Therapeutin lief:

      Sie bestand grundsätzlich darauf, dass immer beide Partner teilnehmen, da ja auch beide betroffen sind. Nur aus ausdrücklichen Wunsch eines Partners (und mit Genehmigung des anderen) gab es aus besonderem Anlass mal eine Einzelstunde.

      Termine waren bei uns ca 1x im Monat, was wohl auch unserem vollen Terminkalender geschuldet war.

      Ich habe es so erlebt, dass die Therapeutin die einzelnen Stunden auf sich zukommen ließ und geschaut hat, wie es sich so zwischen uns entwickelt - es gab keinen Masterplan.

      "Die eigentliche Arbeit machen Sie, und zwar vor allem auch zwischen den Sitzungen" sagte sie immer.

      Am Anfang ging es um die Definition von Zielen: Was erwarten wir von dieser Therapie? Auch das ließ sie jeden von uns alleine machen, jeder hatte also seine eigene Ziele, wir mussten uns nicht auf gemeinsame einigen.

      Dass der Therapeut konkret zu einer Trennung raten wird, glaube ich eher nicht. Eher wird er euch dazu bringen, dass ihr beide euch darüber klarwerdet, ob die Trennung wirklich die einzige Möglichkeit ist. Aber falls es darauf hinausläuft, ist es - gerade mit Blick auf die Kinder - sicher nicht das schlechteste, wenn der Prozess von einem Dritten moderiert wird.

      Die Aufgabe des Therapeuten ist auch, Druck aus der Sache herauszunehmen. Es geht nie darum, wer "recht hat", sondern darum, den anderen in seiner Sichtweise zu verstehen und zu akzeptieren. Sei also wirklich offen für alles, was kommt!

      • (7) 29.09.14 - 18:46

        Auch dir danke für die Antwort.

        Mensch, bin so nervös :$

        Hallo Winkelmann,
        wie findet man eine gute Paartherapie?
        Ist es besser zu einer Therapeutin zu gehen oder ist Mann oder Frau egal.
        Meine Frau ist nicht so die redefreudige.

        Wenn wir streiten/diskutieren komme ich mir vor als würde ich nur auf sie ein reden, aber von ihr kommt nix, sie hat auch zu oft keine Meinung daazu und benötigt generellt länger um aus sich raus zu kommen. Wohl nicht die besten Voraussetzungen für eine Gesprächstherapie, aber es dürfte der letzte Ausweg sein.

        So geht es nicht mehr weiter!

        • Also mein Vorgehen war so, dass ich zuerst eine Liste aller Therapeuten in der Nähe gemacht habe, die überhaupt in Frage kommen, und zwar mithilfe von Telefonbuch und über die Seiten der Berufsverbände (z.B. http://www.netzwerk-paartherapie.de, http://www.sgst.de). Das waren dann so ca. 20.

          Dann habe ich die vielversprechendsten Kandidaten (10) durchtelefoniert und mich nach Arbeitsweise, Erfahrung und Terminmöglichkeiten erkundigt. Außerdem bekommt man dann schon einen ersten Eindruck von der Person am Telefon.

          Die Favoriten davon habe ich dann mit meiner Frau besprochen und habe sie entscheiden lassen, wer in die Endrunde kommt.

          Am Schluss blieben zwei Therapeuten übrig, zwischen denen wir uns entscheiden wollten. Wir haben bei beiden eine "Probestunde" vereinbart und gesagt, dass noch jemand anderes "im Rennen" ist. Das war für beide okay (auch wenn sie meinten, so gründich hätte das bei ihnen noch niemand gemacht... #schein).

          Tja, und dann hatten wir nach der ersten Probestunde schon das Gefühl, dass wir dort richtig sind, so dass wir der zweiten gleich wieder abgesagt haben.

          Wichtig finde ich bei eurer Konstellation (die ähnlich ist wie bei uns), dass auch deine Frau Vertrauen zum Therapeuten haben muss. Ob Frau oder Mann solltest du darum vielleicht sie entscheiden lassen.

          Und wie sehr sie aus sich rausgeht und sich auf die Sache einlässt, wird sich dann im Laufe der Therapie zeigen... das braucht Zeit und Fingerspitzengefühl.

          Toitoitoi für euch..!

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