Wochenendehe, Distanz, Unabhängigkeit, Alltag

    • (1) 09.10.14 - 21:14
      anonymeWochenendEhefrau

      Guten Abend,

      mein Mann und ich sind seit sieben Jahren verheiratet, haben zwei Kinder im Alter von neune und vier (geistige Behinderung) Jahren, ich arbeite halbtags am Nachmittag.

      Mein Mann hatte vor einigen Jahren im Außendienst gearbeitet, war oft am Wochenende unterwegs auf Veranstaltungen und Meetings. Dort wurde über Zahlen, Daten, Fakten gesprochen und viele spaßige Dinge unternommen. Das ist 3,5 Jahre her und damals bin ich völlig neidisch auf die tollen Unternehmungen gewesen und hatte Sorge, mein Mann könnte "Blödsinn" machen. Die Kommunikation hat damals so gut wie gar nicht geklappt. Oft sagte er, er würde sich melden, tat es dann aber nicht oder völlig unpassend. Telefonate wurden abrupt beendet wenn Kollegen hinzu kamen.

      Die Firma ging pleite, mein Mann ging einem normalen Job nach, ich ging arbeiten wenn er nach Hause kam.

      Jetzt ist mein Mann bei der Bundeswehr tätig, hat noch einen Springerdienstposten und wir sehen uns nur an den Wochenenden. Täglich telefonieren möchte er nicht. Wir schreiben täglich, wie heute fast jeder hat, über WhatsApp. Ich sehe, dass er dort ab und an online ist, diese Zeit dann aber nicht nutzt, um Kontakt zu mir/uns aufzunehmen. Vor einigen Jahren wäre ich wieder neidisch auf die Person gewesen, der er seine kurze Zeit zum Schreiben widmet. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass ich alles etwas realistischer sehe.

      Was mich nun verwundert ist, ich freue mich nicht wie verrückt auf das Wochenende, wenn mein Mann Heim kommt. Ich stehe dem fast emotionslos gegenüber.

      Irgendwie hat man sein Leben in der Woche so gut geordnet und fühlt diese Ordnung und den Ablauf fast schon gestört. Ich stecke seit Monaten mit unserem jüngsten Kind in der Diagnostik und bin fast täglich mit ihm unterwegs. Das war aber auch schon zu der Zeit so, als mein Mann noch zivil berufstätig war. Es ist also auch nicht so, dass ich mich am Wochenende auf Entlastung freuen kann.

      Ist das die absolute Unabhängigkeit? Es gibt hier doch bestimmt noch mehr Paare die so einen Prozess durchleben !?
      Ich mache mir natürlich Sorgen, ob ich mich gerade emotional entfernen. Diese Wochenendehe wird die nächsten zwei Jahre auch deft. so bestehen bleiben, erst dann kann mein Mann eine Versetzung beantragen-und ob das dann klappt steht in den Sternen.

      Mir tut es auch irgendwo total leid so sprechen (schreiben) zu müssen, aber dies entspricht den momentanen Gefühlen.

      • Hi,

        Zitat :"Ich mache mir natürlich Sorgen, ob ich mich gerade emotional entfernen."

        Nicht Du entfernst Dich, sondern IHR.

        Ich würde es niemals akzeptieren, wenn mein Mann unterwegs ist (ich bezeichne mich selber als Alleinerziehende unter der Woche;-)) das er NICHT anruft.

        Meiner ruft morgens an, wenn wir beim Frühstücken sind, im Laufe des Tages , in der Regel am Abend wenn die Kinder ins Bett gehen und wenn er ins Bett geht.

        Sicherlich gibt es Tage, wo es mal nicht so paßt, aber das sind Ausnahmen.

        Und ja, er legt auch schnell auf, wenn ein dringender Anruf kommt aber das ist OK für mich.
        Sicherlich schreibt er auch mal schnell einen Zweizeiler und es ist lieb gemeint aber nur#zitter
        Die Telefonate sind auch nicht stundenlang;-) und keiner kann mir sagen, dass man die Zeit nicht hat.

        Es bedeutet für Euch Arbeit, sich wieder richtig anzunähern und es auch bewußt zu machen.

        Redet miteinander! Eine Wochenendbeziehung ist nicht einfach und muß gehegt und gepflegt werden. Habt ihr die Möglichkeit am Wochenende wegzugehen? Was besonderes machen, um raus zu kommen?

        LG
        Lisa

        So hart es ist, Zeit ist die deutlichste Währung um auszusagen, was einem Menschen wirklich wichtig ist. Sicher gibt es gewisse Sachzwänge, und dennoch: wer wirklich will schafft sich die Freiräume für gemeinsam verbrachte Zeit. Insofern glaube ich wie du, dass ihr euch beide sehr weit voneinander entfernt habt. Dein Text klingt für mich so, als hättest du dich innerlich damit abgefunden, und ich bin mir gar nicht sicher, ob du wirklich eine Änderung herbeisehnst oder dich in diesem Nebeneinander ganz gut eingelebt hast.

        Das einzige, was du meiner Meinung nach tun kannst ist deinem Mann in Ruhe und ohne Vorwurf zu erzählen, wie du fühlst. Und ihm gut zuhören, was er dir über sich erzählt. "Zwiegespräche" (gibt auch ein Buch darüber) sind eine zarte Möglichkeit sich als Paar wieder anzunähern.

        Alles Gute Euerer Familie,
        doremi

        Ja du hast dich von deinem mann entfernt. Die Hauptschuld sehe ich allerdings bei deinem mann wenn man das so sagen kann. Kinder in die welt setzen konnte er! Dann ein offenbar schönes und unabhängiges leben geführt wo seine Familie NICHT an erster Stelle stand, sonst hätte er nicht "vergessen" sich zu melden. Unzuverlässigkeit ist gift für eine ehe und nicht kompatibel mit einer Familie.

        Und heute? Anstatt sich einen Job zu suchen der es ihm ermöglicht jeden Abend zu seiner Familie nach hause zu kommen, seine kinder zu sehen.... Nö, fernbeziehung scheint für ihn eine bequeme Lösung zu sein und täglich telefonieren? Kein Bock, ist ja NUR seine Familie. Dem tollen Ehemann und Vater würde ich Beine machen! Am we bräuchte der nicht mehr antanzen, wie du merkst, brauchst du ihn eh nicht. Nur balast.

      • Guten Morgen,

        wir führen seit über 10 Jahren eine WE-Ehe und manche Dinge kann ich nachvollziehen, manche nicht.

        Das Du mit den Kindern Deine Routine und Abläufe hast ist normal und auch das Gefühl das "Männe" das gern mal durcheinander bringt mit seiner einen Anwesenheit. Mich stört das nicht schließlich ist dafür mein Mann zu Hause. Klar manchmal find ich auch #augen #klatsch aber das ist doch normal.

        Was heißt den schon wie verrückt auf s Wochenende freuen. Ich tanz hier auch nicht den ganzen Tag durch s Haus weil er heut Abend nach Hause kommt. Wie Du steh ich dem ganzen eher praktisch gegenüber aber wen dann die Tür aufgeht dann ist schon " ein schön das Du endlich wieder da bist Gefühl in mir". Wäre das nicht so würde ich mir Sorgen machen.

        Was für mich ein echtes Problem wäre ist Euer Kommunikation s Verhalten. What s App ist doch keine Gesprächsbasis für eine Ehe.

        Klar wir schreiben auch Kurznachrichten aber mehr so als Info oder mal ein Gedanke zwischendurch.

        Ich würde übrigens nie auf die Idee kommen daran rum zu "mäkeln" das er "online" war uns mir keine Nachricht gesendet hat.

        Ich/ Wir brauchen unsrer abendliches Telefongespräch. Klar ist das mal länger mal kürzer aber das ist für uns beide ein muss. #verliebt

        Das Dein Mann also nicht telefonieren will finde ich schon sehr dreist. Er ist kein Singel sondern Familienvater und eines seiner Kinder ist auch noch krank. Da hat man sich schon mit ein zu bringen.

        Was die schönen Unternehmungen angeht die macht mein Mann auch ab und an mit seinen Kollegen und ja manchmal find ich die Welt dann ziemlich doof weil ich gern mit gegangen wäre. Aber geht nun einmal nicht und fertig.

        Fazit: Ich denke ihr solltet Eure Ehe gründlich überdenken und anfangen miteinander zu reden sonst ist sie in 2 Jahren wirklich im Ar.....

        LG dore

        Hallo,

        mein Mann ist auch unter der Woche viel weg und hat nicht immer Zeit, um SMS zu schreiben oder ist auch mal kurz angebunden.

        Er hat What's App (ich nicht - brauche es ned!), hat iPhone, iPad, Laptop, i-sonstwas....;-)
        Fakt ist bei ihm, dass er unterwegs stets auf allen Kanälen erreichbar sein muss.

        Der eine Kunde schreibt eine lange e-mail mit Excel-Anhängen, jemand anders schreibt flott was via WhatsApp oder SMS weil es nur eine kurze Frage ist, dann wieder ruft einer per Facetime oder Skype auf dem iPad an, um ihm irgendwas per Bildtelefon zu erklären oder zu zeigen....also bei ihm ist dauernd was los #schwitz

        Da kann es auch mal sein, dass ich ihm morgens um 8 Uhr eine liebe SMS schreibe, auf die ich dann erst um 16 Uhr eine Antwort bekomme. Und umgekehrt war es auch schon so, wenn ich einen vollgepackten Tag mit Kindern, Homeoffice, etc hatte. ;-)

        Deswegen nehme ich das mit dem "online sein" nicht so genau.

        Dass bei Dir eine gewisse Routine einkehrt, und Du nicht mehr wie ein kleines Hündchen schwanzwedelnd vor der Tür hockst, bis er nach Hause kommt, ist relativ normal.

        Auch bei Dir.
        Du hast Deinen Job, Deinen Haushalt, die Kinder, das Gerenne wegen der Diagnostik, etc.

        Aber ich freue mich trotzdem, wenn er da ist. Wie hier schon jemand schrieb, es ist so ein kleines Gefühl a la "Schön dass Du da bist!" und dass er gut zu Hause angekommen ist.

        Klar wirft er mir manchmal auch meinen Alltag bzw. meine Pläne dann etwas um, wenn er daheim ist.

        Aber das stört mich nicht, man ist ja flexibel. :-p

        Wichtig ist aber, dass man trotzdem etwas Zeit als Paar miteinander verbringt.
        Das muss nicht bedeuten, dass man jedes Wochenende zwanghaft ausgehen muss oder so.

        Das kann mal ein kleiner Spaziergang mit den Kids sein (besonders schön jetzt im Herbst!), dabei den Fotoapparat mitnehmen, gemeinsame schöne Frühstücke oder man setzt sich zusammen an den Kaffeetisch.

        Sich abends einen Film anschauen und dabei einen Wein trinken.

        Versuche es, denn Du wirst merken, dass diese kleinen Momente gut tun.

        guckst Du: http://www.pinterest.com/pin/463026405411683783/ ;-)

        LG

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