Woran merkt man, dass es zu Ende ist

    • (1) 13.11.14 - 20:32
      Eine Frau

      Wie lange habt ihr gebraucht, um die Trennung durchzuziehen?

      Wir sind 15 Jahre zusammen, haben ein gemeinsames Kind und Haus, wo noch Schulden drauf sind. Eigentlich weiß ich für mich, dass ich meinen Mann nicht mehr liebe, es ist so viel vorgefallen, es hat sich zwar kein Dritter in unsere Ehe eingemischt, aber mein Mann hat sich über die Jahre so viele respektlose Dinge gelappt.

      Ehetherapie machen wir auch, aber ich für mich sehe keine Perspektive und mag meinen Mann als Menschen und Vater für unser Kind, aber als Partner ist es für mich unvorstellbar für mich, dass wir nochmal zueinander wirklich finden.

      Manchmal erwische ich mich, wie ich hier sitze und denke, das ich so nicht weiter machen kann, dass das nicht mein Leben gewesen ist…

      Und wer hat auch nach einer Ehetherapie nochmal die Kurve zusammen bekommen. Zurzeit ist alles sehr lau und ich fühle mich leer und funktioniere hier mehr oder weniger gut. Es ist ruhig zwischen uns, aber das ist nicht das, was ich mir unter einer Partnerschaft vorgestellt habe. Wir schlafen getrennt, Sexualität spielt sich gesundheitsbedingt seit Jahren nicht mehr richtig ab bei uns (liegt an ihm), was uns zusätzlich belastet.

      Wann ist der Zeitpunkt da, wo man weiß, wohin es genau geht im Leben? Oder ist das normal und man schätzt einfach andere Dinge an dem Partner?

      Liebe Grüße
      Eine Frau

      • Hallo,

        Das klingt nach einer großen Krise für mich. Selbst habe ich eine Trennung hinter mir, bin mit dem Mann aber nach einer Phase der "Selbstfindung" (klingt etwas doof, ich weiß) wieder zusammen gekommen und nun seit Jahren glücklich.

        Ich bin der Überzeugung, dass im Leben immer wieder Momente kommen, in denen man merkt, dass etwas anderes oder Neues dran ist. Die Frage ist, ob man sich dafür trennen muss oder ob man als Paar diesen neuen Weg geht und offen ist für das, was sich verändern könnte. Es kann ja auch für den Partner dadurch etwas positives in Bewegung gesetzt werden. Das müssen beide wollen. Wenn einer der Meinung ist, das war es, dann war es das wohl auch. Sich krampfhaft zu bemühen, etwas funktionieren zu lassen, führt nur zu weiteren Verfestigungen des nicht mehr gewollten Zustandes, denke ich.

        Wie steht denn dein Mann dazu? Geht es ihm ähnlich?
        Und wie geht es dir bei dem Gedanken, du könntest deinen Weg alleine weiter gehen? Was würdest du dann tun? Könntest du das auch MIT deinem Mann?

        Da gibt es ganz viele Fragen, die du DIR selbst beantworten musst, klar.

        Ich glaube nicht, dass man Aussagen über den Zeitpunkt treffen kann, wann etwas Neues dran ist, das ergibt sich bei jedem Menschen zu anderer Zeit, mit anderen Fragestellungen.

        Für dich scheint es jetzt gerade der Zeitpunkt zu sein, etwas zu verändern. Du hast das Gefühl, so kann/darf/soll es nicht mehr weitergehen, also ist JETZT dieser Zeitpunkt.

        Ich wünsche dir viele gute Gedanken und Ideen, die dich beleben und zu positiven Handlungen und Entwicklungen führen!

        Liebe Grüße

        Katja

        • (3) 14.11.14 - 09:08

          Danke Katja für Deine Antwort. Meinen Mann geht es ähnlich, sicherlich genau so schlecht wie mir. Unser gemeinsames Kind verbindet uns und Beide schaffen wir es nicht, uns klar dafür oder dagegen zu entscheiden. Vielleicht gehört das zum Prozess dazu, egal wohin der Weg geht.... Lieben Gruß Eine Frau

      (4) 14.11.14 - 09:44

      Ich denke, solange du diese Situation noch aussitzen kannst, was nicht verwerflich ist bei Kind und verschuldetem Haus, ist es noch nicht soweit zu gehen.
      Du magst ihn als Vater und Freund, als Partner nicht mehr. Wieso macht ihr dann überhaupt noch eine Paartherapie?

      Vielleicht könnt ihr einen Konsenz finden, mit dem ihr beide leben könnt.
      Ich weiß nicht, wie alt du bist, aber ich schätze mal, du möchtest nicht allzu lange warten, um dann irgendwann festzustellen, dass dein Leben gelebt ist.
      So stelle ich mir übigens Ehen vor, die trotz Krisen und Unglücklichsein über Jahrzehnte gehalten haben - Vernunft, Gewohnheit, Pflichtgefühl, Verlustangst von Gütern und sozialer Stellung.
      Da fällt mir ein Spruch ein, den ich mal gelesen und schon als Kind nicht verstanden habe:
      "Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderem Glück! Denn die Liebe, die wir geben, kehrt ins eigene Heim zurück!" ( Ist Bullshit! )

      Wenn du glücklich sein willst, dann sorge auch dafür. Denn niemand sonst für dein eigenes Glück verantwortlich, außer dir!

      Viel Mut und Kraft dafür, dann kommt auch das Glück! ;-)

      • (5) 14.11.14 - 10:33

        Auch Dir Danke für Deine Gedanken, wir machen eine Paartherapie, damit nichts unversucht bleibt, irgendwie ist das Versprechen, was ich mal gegeben habe ernst gemeint und trotz allem stehen mir meine eigenen Gefühle im Wege. Wir sind Mitte 40 und wenn ich was weiß, dann ist es, das ich so eine Ehe niemals führen wollte. Die Paartherapie gibt zudem auch noch mal Gelegenheit in einem geschützten und moderierten Raum ins Gespräch zu gehen und auch wieder dem anderen richtig zuzuhören. Aber trotz allem weiß ich nicht, wie meine Liebe zurückkommen soll, da sind so viele Verletzungen in mir, so viele Worte und Taten, das kriege ich einfach für mich nicht weg. Und Mut und Kraft fehlt mir ein wenig zur Zeit, aber ich arbeite dran, liebe Grüße Eine Frau

        • (6) 14.11.14 - 11:58

          Was hält euch zusammen als Paar, wenn nicht Liebe?

          Ein Versprechen?

          Ich bitte dich .....

          Mein Tipp: Schreib für dich auf, welche Ziele du im Leben noch hast und in welchem Zeitraum du sie erreichen möchtest. Und dann schau, wie sehr dir deine Ehe/ dein Mann/ dein Haus dabei helfen! Setze um, was du kannst ( und notiere dir, ob du es allein geschafft hast oder nicht! )

          Mensch, du bist Mitte vierzig ( Hälfte des Lebens ist rum ) - was willst du?

    Wenn ihr schon in einer Paartherapie seid, ist das doch genau der richtige Anlass, über eine gemeinsame Zukunft zu entscheiden, oder nicht?

    Ich finde es gut, dass ihr euch dazu entschieden habt, euch Hilfe von außen zu holen. aber eine Paartherapie ist nicht von vorneherein darauf angelegt, dass man auf Biegen und Brechen wieder zusammenfindet, sondern ist erstmal offen vom Ergebnis.

    Zumindest kenne ich das so von unserer, wir wurden in einer der ersten Stunden klipp und klar gefragt, wie wir uns entscheiden wollen.

    Sprich also euren Therapeuten (bzw. sie) darauf an, dass du keine Perspektive mehr siehst. Oft bieten die Therapeuten auch einen Trennungsbegleitung an, damit alles "vernünftig" und möglichst schonend (besonders auch für euer Kind) abläuft.

    • (9) 14.11.14 - 15:35

      Ich habe für einige Termine zugesagt, die werde ich auch einhalten. Die Trennungsbegleitung hatte sie uns bereits angeboten, falls wir uns so entscheiden würden, Danke!

Bei mir war es in dem Augenblick klar, als ich dachte, wenn ich das hier noch weiter machen muss, nur einen Tag, dann drehe ich durch.
Ich habe kiloweise abgenommen, nicht weil ich abnehmen wollte, sondern weil es mir so schlecht ging, dass ich nicht mehr gegessen habe. Ihn freute das, weil er fand, "ich würde endlich wieder etwas aus mir machen"...
Ich habe mich von ihm zurückgezogen und er hat es nicht einmal bemerkt. Er fand es hingegen gut, dass ich auch mal etwas allein unternehmen würde, hat aber in meiner Abwesenheit die gesamte Wohnung und Familie ins Chaos gestürzt (dafür brauchte der Mann nur 2 Stunden, die ich auf dem Rad im Wald saß), welches ich dann doch bitte beseitigen sollte, denn schliesslich würde er die Woche über einer wichtigen Arbeit nachgehen...
Und als ich ihm sagte, dass ich glaubte, ihn nicht mehr zu lieben, er möge mir bitte helfen, die Beziehung aufrecht zu erhalten, meine Liebe wieder zu finden, da sagte er, das sei absolut nicht sein Problem, denn er würde mich ja noch lieben. Hilfe sei von ihm nicht zu erwarten.

Als ich das Wort Trennung vorsichtig und eigentlich auch nur probeweise aussprach (ich hatte eine tierische Angst davor, diesen endgültigen Schritt zu gehen, aber die Beziehung nahm mir immer mehr alle Luft zum Atmen), lachte er laut auf und fragte mich hämisch: "Wer will DICH denn schon noch haben, jetzt, mit Mitte 30 und zwei Kindern an der Backe? Du verlässt mich nicht! Niemals". Mir fielen auf Anhieb drei Männer ein, die mir deutlich zu verstehen gaben (in der Zeit), dass sie mehr als nur eine gute Freundin in mir sahen. Aber das spielte in dem Augenblick keine Rolle, allein seine TrotzReaktion hat mir die Augen geöffnet.
Ja, das hat dann (endlich) gereicht, um zu wissen, dass ich ihn tatsächlich NIE WIEDER würde lieben können.
Lieber wollte ich den Rest meines Lebens allein verbringen, als noch eine Minute länger mit ihm zusammen zu sein. Weil er mich so abwertend sah, dass ich noch dankbar sein müsse, dass ER da sei...

Also habe ich mich in dem Augenblick dann endgültig getrennt. Erst da hat er langsam gemerkt, dass ich das alles ernst meinte (letztlich stellt sich immer mehr heraus, dass er generell ein Problem damit hat, Frauen ernst zu nehmen).
Es war wohl eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Bei ihm wäre ich definitiv komplett kaputt gegangen.

Vom ersten Zweifel bis zur eigentlichen Trennung habe ich gute 2 1/2 Jahre gebraucht. Wir haben im übrigen eine Trennungsberatung in Anspruch genommen, um die Gründe für die Trennung zu klären. Das hat mir sehr geholfen, mich zu formulieren und zu sortieren. Ich würde es jederzeit empfehlen.

L G und dir einen klaren Blick, um zu erkennen, was gut für dich ist.

#liebdrueck

  • (11) 14.11.14 - 15:43

    Liebe White, vielen Dank für diese sehr persönliche Geschichte. Erst seit einigen Tagen kann ich gedanklich mir auch eine Trennung vorstellen, einfach weil ich merke, dass die Paartherapie deutlich zeigt, dass es zu viele Baustellen sind. Ich mag ihn, er ist kein schlechter Mensch und geliebt habe ich ihn auch einmal ganz doll, aber ich habe keinerlei Sicherheit mit ihm, alles was beredet wird, ist morgen nichts mehr wert, als Frau fühle ich mich nicht mehr wert, das ist alles so belastend für mich und ich will ihn auch nicht im Stich lassen, aber ich komme nun an meine Grenzen.

    Das mit der Trennungsberatung würden wir auch machen, es ist ja schon eine lange Zeit, aber ein kleines Fünkchen Hoffnung hab ich immer noch, dass alles sich zum Guten wendet. So starke Probleme haben wir seit einem Jahr, davor eben auch wegen der Respektlosigkeit und Impotenz ein paar Jahre, aber da waren wir trotz allem noch ein Paar, heute streiten wir viel, reden auch viel, aber ich erwische mich immer öfters, wie ich still und leise weine.Danke!!

(12) 14.11.14 - 13:01

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es von dem Moment, in dem man sich erstmals ehrlich selbst eingesteht die Trennung zu wollen bis zur Umsetzung etwas 1-1,5 Jahre dauert wenn kein gravierender Zwischenfall eintritt der es früher beenden lässt.

Vorher will man es ja meist selbst nicht wahr haben und traut sich nicht mal selbst das Wort Trennung für sich alleine zu benutzen.

Ich finde kein Sex mehr, weniger Zärtlichkeit, kein Respekt , keine Gespräche mehr sondern nur noch alltäglich Themen und wenn einem am anderen plötzlich Eigenheiten nerven, dann sind das oft Anzeichen, dass es zu ende geht.

  • (13) 14.11.14 - 15:46

    Wir reden noch miteinander, aber sowas wie richtige Freude habe ich nicht mehr mit ihm und keinerlei Sexualität mehr. Die wenigen Zärtlichkeiten sind ein Gutemorgenkuss oder eben abends... vielleicht mal eingekuschelt auf der Couch und es ist leider schon so lange so, Danke auch Dir!

Aus meiner Erfahrung meine ich, dass du merken wirst, wann es vorbei ist. So eine Art Tiefpunkt der Beziehung.

Ich persönlich habe tagelang nur noch geheult, war schon in der Psychiatrie zur Anmeldung, als ich gemerkt habe: Ich kann und will nicht mehr. Am selben Abend habe ich ihm eine SMS geschrieben, dass er gehen soll, ich will ihn nicht mehr sehen.

Von diesem Entschluss habe ich mich nicht mehr abbringen lassen und ihn auch nicht bereut. Er war übrigens auch froh darüber, dass ich die Entscheidung getroffen habe.

Bei meinem Ex vor meinem Ex-Mann war es anders: Ich hatte ihn in der Disco bei einem bestimmten Lied (Jack&Diane von John Mellencamp) kennen gelernt.

Nach ein paar Monaten habe ich zufällig rausgefunden, dass er zweigleisig fährt. Wir waren Kaffee trinken und das Lied lief wieder. Der Text passte auch so gut. Ich dachte, gut, das Lied ist gut für den Anfang und den Ende und habe spontan Schluss gemacht. Er wäre nicht der richtige Mann für mich gewesen.

Gibt es keine Möglichkeiten für euer Sexleben (Hilfsmittel, Viagra oder so)? Das kittet eine kaputte Ehe auch manchmal.

Alles Gute für dich!

(16) 14.11.14 - 15:09

Hallo,

ich glaube dein Herz hat schon entschieden, das du dein Weg allein gehen willst! Der Weg der Trennung kann schwer sein!

Ich erzähl mal wie es bei mir war, als ich mich von meinen Ex Mann trennte! Wir waren etwas über 2 Jahre verheiratet als unsere Beziehung immer mehr in die Brüche ging! Wir hatten zwar keine Kinder auf Erden, aber 4#sterne und heute weiß ich ich blieb nur bei ihm wegen den Kinderwunsch!

Wir stritten nur noch, hatten uns kaum noch was zu sagen, ich konnte ihn nicht mal neben mir atmen hören! Aber ich blieb noch ne Zeit bei ihm, in der Hoffnung es wird wieder, wir hatten unsere wohnung gerad neu eingerichtet, ein neues Auto angeschafft usw! Und wie gesagt ich quälte mich nur noch in der Beziehung, aber der Wunsch nach einen erdenkind war so groß!

Irgendwann machte ich eine pro und contra liste und bis auf den Kinderwunsch stand alles bei contra! Ich sagte mir dann, ich hab mein Leben noch vor mir. Will ich ein Leben lang so eine Beziehung führen?

An den wochenende wo wir uns trennten war er bei mein Eltern um zu helfen und ich bei mein Bruder um auf meine Neffen aufzupassen!

Als er Nachmittags nach Hause kam und wir Tv schauten, brodelte alles aus mir raus! er sagte "schatz ich verspreche dir es wird alles besser zwischen uns" ...Ich schaute ihn an und sagte"Da wird nichts mehr besser! zulang warte ich schon darauf!Ich liebe dich nicht mehr! Wir haben unterschiedliche Beziehungsansichten! ich trenne mich!"

Nie hätte ich an dem Nachmittag damit gerechnet, doch ich war erleichtert!

Ich fing nochmal komplett bei 0 an, da er das Auto und fast den gesamten Haushalt behielt!

Aber der Neuanfang tat mir gut! Seit fast 2 Jahren bin ich nun überglücklich in meiner neuen Beziehung und habe den Schritt bis heut nicht bereut!

  • (17) 14.11.14 - 15:51

    Das mit der Liste werde ich machen, es ist schon was anderes, wenn man es dann Schwarz auf Weiß liest.Als ich jünger war, da hab ich nicht lange gezögert, da war ich auch entschlussfreudiger und mutiger, auf jeden Fall, heute verharre ich oft in der Situation. Ich danke Dir für Deine Gedanken und wünsche Dir alles Liebe und viel Glück in der neuen Beziehung!!

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