Ich spiele nicht so gern mit den Kindern - muss ich mich überwinden?

    • (1) 15.11.14 - 09:30
      nichtperfekt

      Hallo,

      den ganzen Tag stehe ich im Dienst der Familie: arbeiten, Kinder (2 und 6) betreuen, einkaufen, putzen, kochen.... Ich hab es einfach satt. Vielleicht habe ich die Kinder auch verwöhnt? Dazu wollte ich euch eigentlich was fragen:

      Gebt ihr den Kindern den ganzen Tag Aufmerksamkeit? Meine beiden quatschen mich wirklich den ganzen Tag zu, ich kann sie nur mit deutlichen Worten mal in ihre Zimmer scheuchen, um kurz durchzuatmen. Doch schon nach 2 Minuten kommt mindestens die Kleine wieder raus "Maaaaamaaa, wo ist mein gelber Teddy?".

      Wahrscheinlich ist das so normal. Ich werde aber wahnsinnig. Wie macht ihr das bloß? Meine Große denkt zudem, meine Lieblingsbeschäftigung wäre es, mit ihr Spiele zu spielen. Spielzeit ist bei uns am Abend, aber sie kapiert es nicht. Heute habe ich sie ehrlich gesagt ein bißchen angebrüllt, weil sie mir schlau genug erscheint, diese Regel nach vielen Jahren mal zu kapieren. Oder waren die wenigen Ausnahmen (es regnet am Nachmittag oder sie ist krank) zu verwirrend?

      Ich bin ständig damit beschäftigt, zwischen all den Haushaltstätigkeiten freundliche Kommentare zu den gerade laufenden Aktivitäten (Verkleidung, Turm gebaut usw.) zu abzugeben. Abgesehen mal von den tausend Fragen pro Minute. Wie haltet ihr das aus?

      Mein Mann ist auf Montage, am Samstag schläft er dann mal aus (ich Sonntag). Er versucht zwar auch, mit den Kindern was zu machen, aber sie rennen aus Gewohnheit immer zu mir. Und schon allein die ständigen Wiederholungen von "zeig das mal dem Papa, frag doch mal den Papa.." machen mich inzwischen aggressiv.

      Hab ich die Kinder verzogen (will heißen: spielen eure Kinder auch mal allein für mindestens 10 Minuten?) oder ist das halt normal? Ich kann keinen klaren Gedanken fassen tagsüber, geschweige denn mal eine Mail verfassen oder ein Formular ausfüllen.

      Während ich diese Zeilen schreibe, kamen die Kinder jeweils mindestens fünfmal hier vorbei, um irgendwelche Infos zu geben oder mich Blödsinn zu fragen. Vielen Dank vorab für den Satz "dann hättest du dir keine Kinder anschaffen sollen". Ich würde mich über hilfreiche Tipps freuen.

      LG Maria

      • Ich fürchte, deine Kinder benehmen sich wie normale Kinder ;) ich glaube nicht, dass es etwas mit Erziehung zu tun hat, ob sich Kinder gut selbst beschäftigen können oder nicht...

        Falls es dich beruhigt: ich kann das sehr gut nachvollziehen und habe da jetzt auch schon ein bißchen angst vor, dass mein Kind mich zu sehr nervt... kommen sie weil ihnen langweilig ist? Zumindest die große kannst du doch auch mit kleineren Aufgaben im Haushalt mit einbeziehen. Und in meinen Augen machen auch Ausnahmen normalerweise keine Regeln kaputt. Lade Freundinnen deiner großen ein. Und schaffe dir freiräume, können Oma oder ein Babysitter nicht mal einspringen?

        Sie werden älter und dann wird es in der Regel besser.#liebdrueck

        Aber auch Kinder können lernen, Grenzen der Eltern zu akzeptieren. Das sollten sie auch lernen, ich kenne Kinder, die denken tatsächlich, Aufgabe der Eltern ist es, IMMER als Spielball zur Verfügung zu stehen...#zitter

        Wenn du also einen Bedarf nach eigener Zeit hast, zieh dich mit deutlichen Worten zurück, fordere dann von deinem (dann anwesenden) Mann ein, dass er VERHINDERT, dass die Kinder gleich wieder bei dir ankommen, sei da konsequent.

        Klar, das geht nur, wenn der Papa auch da ist. Aber da wäre es immerhin ein Anfang, oder?

        Ich hatte als Alleinerziehende Erfolg damit, den Kindern (damals 5 und 7) zu sagen, "Leute, ich bin grad echt am Rand des Abgrunds, ihr müsst mich jetzt wirklich in Ruhe lassen, sonst explodiere ich." Allerdings geht das bei 2jährigen Kindern eher noch nicht. Da muss du noch ein wenig aushalten, denke ich.

        Dir also weiterhin zähe Nerven und einen Mann, der dir mal aktiv die Kinder "klaut", um sie zu beschäftigen.

        Ach, und ich wünsche dir Gleichmut. Ich habe im Lauf der Jahre festgestellt, wenn mich etwas extrem annervt, Lärm, Getobe und Getose, dann hilft nicht, selbst zu brüllen, sondern einfach den Krach und den Trubel sozusagen über mich rollen zu lassen wie eine Welle.

        Einatmen und ausatmen, die Ohren auf Durchzug stellen.

        Das geht nicht immer, aber manchmal, und mich erleichtert es dann ungemein.

        Wir haben mitunter 4-6 Kinder im Haus, wenn die alle mit uns am Essentisch sitzen, bin ich manchmal nur körperlich anwesend, esse und habe mich geistig abgeschottet. Einfach, weil es sonst zu viel wäre für mich, aber so geht es wunderbar. Und nach 3 Minuten Abschottung bin ich total gelassen und kann dem Getose lächelnd zuschauen und es geniessen. Das musste ich aber echt erst lernen (Patchwork).

        Also, Geduld und die eigenen Grenzen ziehen. Respekt beruht ja auf Gegenseitigkeit, Kinder sollten das frühzeitig lernen, dass sich nicht alles um sie dreht. Und sie sollten lernen, dass die Batterien von Eltern auch mal geladen werden müssen.

        L G

        White

        Habe noch keine Erfahrungen mit eigenen Kindern, teile dir aber trotzdem meine Gedanken mit.

        Ich finde Ehrlichkeit eine wichtige Tugend, die gerade im Umgang mit Kindern meistens völlig hinten runter fällt. Ich erlebe so oft Eltern, die ihre Kinder für jeden Pups über den grünen Klee loben und im Gegenzug auch ständig Kinder, die bei jeder Kleinigkeit den Anschein erwecken, als hätten sie gerade bei Günther Jauch die 1-Million-Euro-Frage gelöst. Das bedingt sich ja gegenseitig. Woher soll ein Kind wissen, dass es gerade etwas eher belangloses vollbracht hat, das keinen Erwachsenen wirklich interessiert, wenn es für jede Aktion wie ein Held gefeiert wird? Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie sich selbst über ihre Erfolge freuen können, aber nicht das falsche Gefühl vermittelt bekommen, seine Fähigkeiten würden von allen Erwachsenen grenzenlos bewundert und gerne bejubelt. Das ist für mich ein Grund, warum ich eine Erziehung ohne Lob praktizieren möchte. (hoffe, du hast davon gehört, das ist keine eigene Idee von mir, sondern ein Konzept, das sehr gut zu meinen Vorstellungen passt)

        Gleichzeitig bin ich es aber meinem Kind schuldig, dass ich ihm zuhöre und ihm Feedback gebe. Ich stelle mir z. B. vor, dass ich statt Lob seine eigenen Gefühle in Worte fasse, damit es lernt, das später selbst zu tun. (« Da freust du dich sicher, dass dein Turm so groß geworden ist ») Auch mache ich mich darauf gefasst, unendliche Fragen zu beantworten, das gehört einfach zur Entwicklung des Kindes dazu. Trotzdem darf man sich auch als Mutter Zeit für sich selbst nehmen und muss den Kindern vermitteln, dass sie diese Grenzen der Mutter akzeptieren müssen. Je nach Alter der Kinder eben eine gewisse Zeitspanne, in der die Mutter nicht gestört werden möchte. Das kann man dann individuell mit einem Zeichen versehen, z. B. etwas, das vor der Tür hängt.

        Meine Mutter hatte übrigens nicht diese Tendenzen des über-den-grünen-Klee-Lobens, wahrscheinlich mutet das für mich deshalb nochmal extra sonderbar an. Sie hatte aber auch keine wohlwollende Art des Umgangs mit mir. So sagte sie mir einmal, als ich so etwa 8 war und ihr etwas längeres aus der Schule erzählte, ob ich denn nicht endlich wieder aufhören könne zu reden. Das war das erste Mal, dass mir so richtig bewusst geworden ist, dass sie mir nicht aus Interesse zuhört, sondern aus Pflichtgefühl. Und in ihrem Tonfall lag so viel Vorwurf, wieso ich dieses Pflichtgefühl denn so über Gebühr strapaziere, dass ich ihr danach fast nie mehr etwas persönliches von mir erzählt habe. Dieses Gefühl möchte ich meinen eigenen Kindern nicht antun. Deswegen ist mir wichtig, dass sie verstehen, dass Mamas auch mal Zeit für sich brauchen, um zu entspannen, sie dann aber zu einem anderen Zeitpunkt sehr gerne wieder die Geschichten ihrer Kinder anhören.

        Aus dem gleichen Grund ist mir auch das Nicht-Loben so wichtig. Die vermeintliche Enttäuschung, die das Kind erfahren könnte, wenn man nicht völlig aus dem Häuschen über den ersten selbst gebauten Turm ist, wird doch noch viel größer, wenn man dem Kind zuerst vermittelt, dass sich jeder Erwachsene nichts schöneres vorstellen kann, als selbst gebaute Türme zu bewundern, gerne auch jede Minute einen, man dann aber plötzlich, z. B. wenn Besuch da ist, die Bombe platzen lässt und dem Kind klar macht, dass es mit einer Lüge groß geworden ist, dass Erwachsene Türme eigentlich nicht bewundern wollen, sondern sich ungestört beim Kaffeetrinken unterhalten wollen.

        • Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich kann da ganz viel unterschreiben. Grundsätzlich "ohne Lob" zu arbeiten bzw zu erziehen ist nicht mein Ding (wobei ich mich von Erziehungsratgebern seither fern halte und nach Bauchgefühl handeln werde) - aber jeden Furz über den grünen Klee loben, das widerstrebt mir und geht gänzlich gegen meine Natur... und ja, Kinder müssen auch mit Frust umgehen lernen umd damit, dass sie nicht immer im Mittelpunkt stehen.

          Hallo,

          ein toller Beitrag.

          Meine Mutter hat uns manchmal auch etwas ruppig angeblöfft a la "Quatsch keine Opern!" oder es kam nur ein genervtes "Jaaaaaaaaaaa!" , wenn wir viel zu erzählen hatten.

          Und das ist natürlich Mist, wenn man so abgebügelt wird.

          Ich bin auch mal genervt, aber dann reiße ich mich schon zusammen und sage meiner Tochter "Süße hör mal, ich möchte hier im Bad bitte mal alleine sein!" oder "Ich muss bitte gerade arbeiten, ich kann jetzt nicht spielen. Wir spielen später, versprochen!"

          Nur übertreibe ich es mit dem Lobe auch nicht.

          Tussi zeigte mir neulich auch ein Blatt, auf das sie mit schwarzem und lila Wachsmalstift einfach nur Krikelkrakel gemalt hat.

          Ich sagte ihr, dass ich da schon viel Schöneres von ihr kenne und dass sie das besser kann.

          Und ja, auch wir (und auch Freunde von uns) haben schon zusammengesessen und als dann ein Kind uns den vierundsiebzigsten Turm zeigen wollte, haben wir auch mal dem Kind erklärt, dass wir Erwachsenen uns gerade unterhalten.

          LG

      (10) 15.11.14 - 10:50

      Hallo!

      Naja, mein Kind hat früh gelernt das ich nicht immer als Spielkamerad zur Verfügung stehe....und sie ist Einzelkind. Sie konnte sich immer gut selber Beschäftigen. Ob das anerzogen ist......ich denke ein wenig schon. Bei uns gab es nie 24 Std. Kinderprogramm. Da gab es diese Erwartung einfach nicht.
      Aber ich finde auch, das man sich mal 'überwinden' sollte sich hin und wieder mit den Kindern zu beschäftigen.
      Kinder brauchen auch Klartext. Wenn ich mit anderen Dingen beschäftigt bin, haben auch Kinder zu warten. Dann kann ich auch sehr direkt werden.

      Wenn ich Ansprechbar bin, dann darf mich meine Tochter auch immer Fragen, wenn sie etwas möchte. Das ist ganz normal und gehört nunmal dazu. Das da manchmal komische Fragen sind....nuja, da muss man durch. Ebenso das Kinder gerne alles zeigen möchten. In dieser Hinsicht sind deine Kinder einfach Kinder.

      Ich denke du musst lernen den Kindern klare Ansagen zu geben und ihnen zu vermitteln das du eben nicht immer Zeit hast, auch wenn du da bist. Da kannst du ja sagen das du jetzt mal 5 Minuten deine Ruhe brauchst. Das kann man dann immer etwas länger machen. Gib der Großen die Aufgabe sich um ihr Geschwisterchen zu kümmern.
      Ansonsten denke ich, sollte man schon für die Anliegen der Kinder da sein.

      Umso älter die Kinder werden, umso weniger werden sie kommen. Meine Tochter ist 11 Jahre und sie sucht weniger den Kontakt zu mir als noch mit 8 Jahren. Sie werden immer Selbstständiger und dann bist du froh, wenn sie mal nach Rat oder Meinung fragen.

      LG Sonja

      • (11) 15.11.14 - 11:58

        Hallo!

        Ich glaube auch, dass deine Kinder normal sind.

        Und: ich glaube, auch deine Gefühle sind normal.

        Ich habe drei Mädchen - alle sehr kommunikativ. Ich höre ihnen zu, ich tröste sie, ich lache, singe mit ihnen, ich erziehe sie (manchmal mit Erfolg), kuschel mit ihnen, fahre mit Ihnen Fahrrad, ich helfe bei Hausaufgaben, lese vor, beantworte fast alle Fragen, fahre sie durch die Gegend, koche und musiziere mit ihnen - aber ich spiele nicht mir ihnen. Mal ein Gesellschaftsspiel, mal Verstecken oder Fangen, aber das ist es dann auch.
        Ich hasse - und das meine ich wörtlich - Rollenspiele. Ich baue auch nicht gerne Kugelbahnen oder Legowelten auf. Leider bin ich in der Hinsicht nicht mehr Kind genug.

        Aber ich finde, dass ich ihnen genug Mama gebe und dass sie das Spielen selbst erledigen müssen. Ich habe mir lange Zeit ein schlechtes Gewissen gemacht und gedacht - warum kann ich nicht einfach mal mit verstellter Stimme eine Prinzessin imitieren und den diktatorischen Anweisungen meine Tochter folgen. Kann ich nicht, will ich nicht. Inzwischen leben meine Kinder da ganz gut mit - obwohl sie es immer mal wieder versuchen :-)

        Für das Ständig-Ansprechen gilt: feste Zeiten schaffen, in denen du nicht ansprechbar bist. Das sind für meinen Mann und mich 15 Minuten am Nachmittag, an denen wir einen Kaffee trinken und in denen wir die Kinder ignorieren. Das klappt, weil wir es vehement einfordern und weil es regelmässig ist.

        Liebe Grüße,

        Petra

    :-D

    Könnte meine Tochter sein...also die mittlere.
    Ich habe drei Kinder, aber die mittlere (wird jetzt 6) ist wirklich nur am quatschen.
    Heute morgen habe ich ihr dann gesagt, dass es mich überhaupt nicht interessiert, was ihre Puppe an hat und sie bitte endlich mal aufhören soll mich in einer Tour voll zu labern .
    Dann hatte ich kurz ein schlechtes Gewissen, aber das ging schnell wieder weg,
    Die redet wirklich nur - den ganzen Tag! Und sie hat auch immer noch irgendwelche überflüssigen Informationen, die niemanden interessieren und die auch nicht wirklich wichtig sind.

    Ich würde gerne mal eine ganze Woche ALLEINE in den Urlaub fahren - nur ich und meine Bücher :-)
    Danach wäre ich wieder gut erholt, um mich weiter zu texten zu lassen ;-)

    • Hallo Paula,

      Warum machst du das nicht? Das tut sooooo gut und gibt Kraft und Optimismus für lange Zeit! Meinen ersten Urlaub alleine als Mama werde ich nie vergessen!

      Oder eine Mütterkur, nur für dich alleine? Ist was ganz tolles, finde ich.

      LG Katja

(14) 15.11.14 - 12:19

Ich kann dich sehr gut verstehen und habe tiefe bewundung für allein erziehende Mütter (denn das bist du ja im prinzip) mit mehr als 1 kind ;-). Ich glaube, dass dein großes kind mit 6 jahren sehr wohl in der lage ist, sich allein zu beschäftigen. Bei dem 2 - jährigen sieht das anders aus, ds war dann bei uns auch noch rundumbetreuung. Kann aber durchaus sein, dass das 6 - jährige sich durch das kleine angesteckt fühlt und dich daher nicht mal durchatmen lässt. Ich denke, da musst du wirklich noch warten bis das kleine kind älter ist. Gehen die kinder in den Kindergarten?? Hast du eltern/verwandschaft, die dich mal entlasten? Haushaltshilfe? Mit dem papa würde darüber deutlich reden, also dass du mal ruhe brauchst und er sich mal intensiv mit den kindern beschäftigen soll, z.b. regelmäßig am we 2-3 std. allein spielplatz/zoo, whatever.
Meine maus (bin allein erziehend) ist 7 und spielt stundenlang allein, malt, bastelt, baut das ganz zimmer um (sieht dann aus wie rumpelkammer ;)). Das ist wirklich traumhaft, ich bin da wahrscheinlich verwöhnt. Ich muss gestehen, dass wir selten zusammen die typischen kind-spiele spielen. Wir lesen gemeinsam oder machen mal ein gesellschaftsspiel, früher auch mal gepuzzelt, oder im sommer radfahren, in der natur sein... aber mit den schleichtieren oder barbie oder puppenhaus, kaufladen oder so kram... das macht mich latent agressiv, also lass ich es. Dafür hat sie ihre freundinnen ;). Früher hab ich das noch versucht, aber dann hab ich permanent die stimme falsch verstellt beim Rotkäppchen spielen oder nicht richtig geguckt... und die situation musste 1000 mal wiederholt werden. Kennen sicher viele. Uaaah... ohne mich ;)!

Hallo,

also es geht bei mir.
Mal spielen, basteln, Knetmasse, etc ist okay.
Aber meine beschäftigt sich auch gut mit sich selbst - auch weil ich eben Homeoffice arbeite.

Und ja, es gibt manchmal auch diese Momente, wo mir das Dauergeschnassel meiner Tochter auf den Geist geht.
Sie redet dann in einer Tour - normal liebe ich sie für ihre Eloquenz und Redegewandtheit.
Aber dann gibt es eben diese blöden Zeiten:

Mann ist nur auf Achse, ich sehe ihn tagelang nicht.
Dies muss gemacht werden, das muss gemacht werden.
Haus muss geputzt werden, Bügelwäsche will versorgt werden, Chef braucht was, Mann braucht was.

Und dazu unser Sohn, 5 Monate, der auch hier und da mal muckelt.

Und dann stehe ich mal unter der Dusche oder sitze auf dem Pott oder höre im Autoradio mal was interessantes.....nix mit Ruhe, da wird geschnattert, bis mir die Ohren abfallen.

Und ja, dann scheuche ich sie auch mal aus dem Bad, weil ich (verdammt noch mal) auch mal in Ruhe duschen will, oder mich schminken will, ohne "Mama hier!" "Mama da!" "Kann ich auch mal den Lippenstift?" "ich will das iPad!" usw.

Es ist im Moment stressig, aber dann gibt es auch mal wieder Zeiten, die ich gerne mit den Kids verbringe.

Ich denke, es ist schon okay, wenn man die Kinder nicht 24/7 beschäftigt und bespielt.
Mann kommt sonst zu nichts mehr und ein wenig Zeit braucht man auch mal für sich.

Einkaufen erledige ich inzwischen nur noch, wenn mein Mann die Kids daheim betreut oder die Große im Kindergarten ist.
Ich kann mich in Ruhe umschauen und überlegen, was wir brauchen, ob wir dies oder jenes kochen sollen, etc.

Shoppen gehe ich größtenteils im Internet.
Da habe ich Ruhe.

Und deshalb bin ich auch froh, dass ich mir mit meinen Schwiegereltern zum Beispiel keine Grabenkämpfe liefere.

Ich saß damals mal mit dem iPad bei meiner Schwiema auf der Veranda - sie fragte mich, was ich denn Schönes da schaue.
Ich meinte, dass ich mal wieder eine Jeans brauche, vielleicht auch mal eine Bluse, und ein paar Tops...
Da meinte sie ganz cool, dass ich "meine Brut" ;-) mal morgen bei ihr lassen soll und ich soll in die Stadt fahren und in Ruhe nach Jeans etc schauen.
Ohne Kinderwagen, ohne Wickeln und Fläschchen und ohne dass die Große dauernd rumquasselt und rumläuft oder "nach Hause" quengelt.

Und es war eine Wonne!!!
Ich konnte bis zum späten Nachmittag in Ruhe shoppen, einen Kaffee trinken, usw.

Mein Schwiegervater machte mit der Großen eine Radtour durch die Apfelhaine, mit anschliessendem Abstecher bei der Eisdiele. ;-)
Und meine Schwiegermutter zuckelte mit dem Kleinen im Kinderwagen durch den Ort, hielt ein paar Schwätzchen mit Freunden und Bekannten und machte es sich am Nachmittag mit dem kleinen Mann, ein paar Illustrierten und einer Tasse Kaffee im Garten gemütlich.

Wäre das für Dich eine Möglichkeit? Dass die Großeltern mit den Kids was machen?

Und inzwischen hat es sich auch etwas gelegt.
Meine Große ist oft mit den Nachbarskindern auf der Straße unterwegs (leben in einer Sackgasse/Spielstrasse mit vielen Garageneinfahrten - da steht von allen Nachbarskindern immer ein halber Fuhrpark herum, Traktoren, Bobbycars, Räder und man hört nur Gelache und Gekreische.

Eine enge Freundin von mir hat inzwischen das Gröbste hinter sich.
Der Sohn ist 11, die Tochter 14.
Sie meint, inzwischen ist es nicht mehr so schlimm wie damals, als die Kinder noch kleiner waren.

Also Kopf hoch, es wird hoffentlich besser.

LG

(16) 15.11.14 - 13:19

mein sohn ist auch 6 und ich kenne diese dauerbeschallung. er kann zwar super allein spielen, aber ohne ton geht das nicht und ich muss zwar nicht selbst die autos von a nach b schieben, aber den tollen stau kommentieren, das regelwidrige überholen missbilligen und was nicht noch alles #augen huup-huuuup, puh.

ich sage ihm gelegentlich, dass ich mich sehr für ihn freue, dass er so viel spaß an den autos hat, dass ich selbst mich dafür aber nicht so brennend interessiere und deshalb gerne jetzt in ruhe meine zeitung lesen möchte. das klappt zumindest für 10 minuten ganz gut. papierkram mache ich, wenn er abends seine fernsehzeit hat oder nachdem er im bett liegt, konzentration ist mir nicht möglich, solange er um mich rumtanzt.

da ich alleinerziehend und vollzeit berufstätig bin, hab ich gar nicht die zeit, jeden tag großartig zu spielen. ich überlasse ihm daher, ob er mir bei irgendwas helfen möchte, was ich zu tun habe oder ob er in der zeit lieber allein spielen möchte. so hat sich mittlerweile auch das gemeinsame badezimmerputzen zum spiel entwickelt, während ich wanne und klo schrubbe, wienert er den großen spiegel wie ein profi und in der zeit denken wir uns lustige wörterketten und anderen quatsch aus. nach dem abendbrot spielen wir ein paar runden uno oder ein brettspiel und im urlaub muss ich bei der hotelauswahl immer bedenken, dass man dort billard spielen können muss, das machen wir dann auch dreimal am tag, aber das war's.

ich kenne es auch aus meiner eigenen kindheit gar nicht anders, mütter sind halt keine spielkameraden, dafür kann er sich jederzeit freunde nach hause einladen.

Hallo Maria,
mir geht es manchmal ähnlich, aber das ist unser Job und das was wir wollten. Natürlich weiß man das alles vorher nicht, aber dennoch habe ich mir diesen Lebensstil ausgesucht. Ich arbeite 20Stunden die Woche und versuche im Anschluss immer für meinen Sohn dazu sein.

Er geht in den Kindergarten und wenn er am Nachmittag mit mir malen oder spiele möchte, dann mache ich das. Es ist dann unsere Zeit und die soll er auch bekommen! Der Kleine war doch schon den Vormittag über nicht zu Hause und ich ebenso wenig. Meine Erledigungen versuchen ich irgendwie in die Kindergartenzeit zu legen, klappt auch nicht immer und dann muss er auch mal mit zum einkaufen oder auch mal alleine spielen. Findet er auch nicht toll, aber ich mag meine Hausarbeit auch nicht ;-)

Vielleicht kannst du deine Kinder mit in die Hausarbeit einbinden? Oft stellen Kleinigkeiten die Kleinen schon glücklich und zufrieden. Und was die Spielzeiten angeht, sieh das doch nicht so streng. Man hat ja nicht immer zu einer bestimmten Zeit zu etwas bestimmten Lust #schein

Wir gehen immer viel raus, das tut uns beiden gut. Gerade wenn es anstrengend ist und tausend Fragen kommen. Mein Sohn quatscht und singt den ganzen Tag und manchmal verzweifle ich dann auch, weil ich bekloppt werde. Aber im Grunde ist es schön neugierige und aufgeweckte Kinder zu haben und ich würde es auch nicht anders wollen. Wenn er mal bei seiner Oma ist, fehlt er auch direkt.

Macht ihr Kinderturnen oder Spielgruppe? Vielleicht wollen die beiden auch gefordert werden. Ich kann leider nicht erkennen, ob die beiden in den Kindergarten gehen, wie du arbeitest, ob ihr Unternehmungen macht oder Sport.

Und ganz wichtig, nimm dir auch Zeit für dich und tu etwas was dir gefällt. Keiner ab zu Oma und Opa, Babysitter usw. Ich konnte das auch nie gut, habe aber gemerkt wie wichtig es ist.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.

(18) 15.11.14 - 19:04

Hallo Maria,

gib deine Kinder in eine Kindertagesstätte, suche dir eine Arbeit und genieße die sich daraus ergebende geistige Anregung. Deinen Kindern wird das auch gut tun. Nicht, weil du kene gute Mutter bist, sondern weil ihr momentan etwas zu viel aufeinander hockt.

LG Heike

Hallo

Ich habe bei meinen beiden die "Zimmerstunde" eingeführt.

Als sie keinen Mittagsschlaf mehr machen wollten (so ca. mit 2.5 Jahren, wenn ich mich noch richtig erinnern kann.....) mussten sie die Zeit, die sie vorher verschlafen haben (so ca. von 12.30h / 13.00h bis 14.00h) in ihr Zimmer. Sie mussten nicht schlafen oder sich ins Bett legen, aber entweder Bücher angucken, malen, spielen oder CDs hören. Einzige Bedingung: es musste einigermassen leise sein! Und ich verbat mir die ewigen "Mammmiiiiiis" dazwischen. Fragen mussten warten.
Ich habe auch angefangen, die Uhr zu stellen und punkt 14.00h bimmelte mein Handy, dann kamen sie raus. Hat nach einer gewissen "Eingewöhnungszeit" wunderbar geklappt.

Heute beschäftigen sich beide gut und gerne über Mittag alleine (Macht der Gewohnheit?) in ihren Zimmern, der Kleine malt gern, der Grosse baut Lego oder sonstwas.
Klappt ganz gut! Und ich kann mal eine Stunde durchatmen, aufräumen, die Füsse hochlegen, lesen oder was anderes machen. Gilt bei uns natürlich nur noch an den Wochenenden bzw. in den Ferien.....ansonsten sind ja jetzt beide in der Schule bzw. im Kindergarten.

LG und gute Nerven wünscht
Dani

(20) 16.11.14 - 13:52

Da sagst du was,
kenne ich auch sehr gut,

manchmal kommt sie wirklich alle furzlang und teilt mir unwichtige Ínfos mit.

Ich bin meist nur halb anwesend und tue so als wenn ich zuhöre, sage dann aha oder so.
Manchmal versucht sie zu mir durchzudringen, wenn ich abschalte, dann schreit sie Mama sehr laut bis sie meine Aufmerksamkeit hat.
Manchmal sage ich dann dass sie nicht der Bestimmer is aber manchmal tut es mir auch einfach leid, dass ich so wenig Nerven und Geduld für mein Kind aufbringe.
Is echt schwierig, aber finde das ganz normal was du beschreibst.

#winke

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