Zu hohe Erwartung? Erziehung Ehemann? Deshalb Gezicke?

    • (1) 18.11.14 - 11:38
      JuliamitzweiKids

      Ich habe da ein Problem und würde gerne einen Ausweg finden. Vielleicht hat jemand von euch Ideen und Tipps.

      Wir sind seit sieben Jahren verheiratet und haben zwei Kinder im Alter von neun u. vier Jahren. Leider haben wir in vielen Punkten unterschiedliche Meinungen und ich habe oft das Gefühl, ich würde meinen Mann mit erziehen müssen. Ich finde das ganz schrecklich und ich weiß mein Mann mag es auch nicht. Meine Befürchtung ist, dass es irgendwann, auf welche Art und Weise zum Aus führt. Wir sehen uns nicht regelmäßig und meine Sorge ist auch, dass er empfänglicher für die Damenwelt wird, wenn Zuhause die ständig nörgelnde Ehefrau sitzt und quasi dazu noch das Heimchen am Herd.

      - Umgangston: Oft ist der Umgangston meines Mannes rau, zynisch (ganz schlimm dem großen Kind gegenüber). Wenn ich ihn damit konfrontiere, sagt er, es wäre nicht so. Er bemerkt es nicht oder will es nicht bemerken. Ich bemängel es vor allem um mein Kind zu schützen/unterstützen.

      - Wortwahl: Mein Mann benutzt oft Kraftausdrücke wie Ar***, Schei*** u.s.w. Beispiel: "Sohn komm her, ich muss dir jetzt den Ar*** sauber machen, du hast geschi***". Absolutes No Go! Ich habe schwer damit zu tun es meinem Sohn abzuerziehen. Wenn Papa dann da war kann ich neu anfangen. Dies bemängel ich sofort! Ich habe gesagt, ich werde ein Kasse einführen und bei jedem Kraftausdruck müsse eingezahlt werden ;-)

      - Loyalität: keine Ahnung wie ich es auf den Punkt bringen soll. Aber zu Gunsten meines Mannes kann es schon mal passieren, dass man selber anders hingestellt wird, um sich z.B. die Lorbeeren einzusammeln oder um einfach besser dazustehen. Finde ich unfair und nicht teamfähig!

      - allgemeiner Tagesablauf: mein Mann sitzt gerne mit den Kids vor der Glotze, oft bis zur letzte Minuten, obwohl ein Termin ansteht und wundert sich dann, warum ich gestresst bin. Wenn ich dann dazu komme mich zu richten, macht er Stress. Ohne ihm klare Anweisungen zu geben läuft da selten etwas, was dazu beiträgt, eher loszukommen oder die Zeit stressfreier zu gestalten. Unterwegs ärgert er sich dann wenn Sachen fehlen ob fragt mich, ob ich es nicht eingesteckt hätte. Meistens koche ich...und habe auch anschließend die ganze Arbeit. Meinem Mann ist es relativ egal. Selbst wenn ich alles stehen und liegen lasse juckt es ihn nicht, er ist ja so gut wie nie da.

      Partner involvieren: Informationen über Arbeitszeiten, wichtige Termine, sonstiges Relevantes kommt selten von ihm, sondern durch Zufall oder gezieltes Fragen heraus. Wenn er unterwegs ist, ist es schwierig "normalen" Kontakt zu ihm zu haben. Es ist wirklich nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn". Mich nervt das tierisch. Ich möchte, auch wenn wir uns nur selten sehen, ein Teil seines Lebens sein und nicht die, die Zuhause die Kinder hütet und mit der man Sex hat, wenn man sich denn dann mal sieht. In der Realität mache ich natürlich mehr: Haushalt, Kids, Halbtagsjob, Garten und viele viele Termine :-p

      So, wie komme ich aus dem ständigen Nörgeln heraus? Einfach Abstand zu allem gewinnen? Nur noch mich bei anstehenden Terminen fertig machen? Abwasch bis zu seinem nächsten Besuch stehen lassen (wo ist der "Kotzurbini?)? Sollte ich mich in seiner Abwesenheit einfach mal nicht mehr melden und abwarten bis er darauf kommt, da war ja noch was? Wie begründe ich das dann?
      Was meint ihr?

      • Er wird ja irgendwie schon immer so gewesen sein.
        Von daher wirst du seine Beratungsresistenz nicht wirklich durchbrechen können - schon gar nicht, durch Nörgelei.

        Entweder, du findest dich mit seiner Art ab und machst dein Ding, oder du Trennst dich. So einfach ist das.

        Gruss
        agostea

        Ich habe da eine ziemlich klare Haltung.

        Ich kann den Partner eh nicht aendern, das kann er nur selber. Gefaellt mir also etwas nicht ist die einzige effiziente Einflussnahme bei mir selbst.
        Meine Sichtweise der Dinge, meine Prioritaeten und auch meine Herangehensweise kann ich beeinflussen. Die eines anderen Menschen? Definitiv nicht.

        Und der schiere Versuch dies zu tun verschaerft normalerweise das Problem nur, denn angesichts meines Misserfolgs werde ich nur noch griesgraemiger und enttaeuschter von meinem Partner, bzw der Projektion dessen, wie ich ihn gern saehe.

        Meine Frau und ich sind uns da zum Glueck sehr aehnlich und koennen uns damit sehr gut arrangieren. Muessen wir auch, da wir grundverschiedene Menschen im Alltag sind. Die Tatsache, dass wir uns allerdings bei den Grundwerten absolut einig sind hilft natuerlich ueber einiges hinwegsehen zu koennen.

        Und bevor jetzt die Ansage kommt "jaaa. Du bist ja auch der Mann..." gleich noch vorneweg, dass ich nach der Arbeit noch die Einkaeufe erledige, den Abwasch meist selber mache (eben weil ich oefters mit dem Abwasch meiner Frau nicht ganz zufrieden bin --> besser selber machen --> keine Verstimmung oder Streit), oft koche, mir viel Zeit fuer die Tochter nehme, Waesche wasche etc.

        Die "Aufgaben" sind da recht gleichmaessig verteilt, wobei wir mit dem Aufrechnen vor langer Zeit abgeschlossen haben, da es eben nichts bringt, ausser Verstimmung...

        In eurer Situation solltest Du Dir als allererstes Gedanken darueber machen, was DU dazu beitragen kannst, die Situation zu entspannen.
        Die Wahrnehmung, dass Dein Mann ja eh nicht zuhoert zeugt ja schon von einer gewissen Resignation. Da weiter wie Don Quixote gegen Windmuehlen zu kaempfen, macht erstmal wenig Sinn...

        Ich wuensche euch viel Erfolg...

        ps: Meine Tochter wird im Dezember 4 Jahre alt und geht auch schon mal "kacken". Da ist nicht wirklich was Schlimmes dran, solange man es im entsprechenden Rahmen so benennt... ;-)

        • (4) 18.11.14 - 13:41

          im prinzip hast du ja recht..

          nur lebst du das ja mit deiner frau recht einseitig, auch wenn du das hier immer anders vermitteln möchtest.ich versuche dir das auch immer zu glauben, aber jedes mal ist das fazit: deine frau hat dich verdammt gut im griff #schein

          und immer unter dem deckmäntelchens von depressionen und so tun als wenn sie dich versteht, einsieht usw.

          deine frau bekommt letztendlich alles durch, egal wie du anfangs gegen etwas bist.mit ein wenig zeit, list, charme und über 10 ecken, halt so wie es gerade gebraucht wird und wie du drauf bist, schafft sie es.

          wird es mal brenzlig und sie weiss, dass sie zu weit gegangen ist, steckt sie auch zurück und du meinst wunders was.

          ist ja auch alles ok, du bist halt so ein guddityp, aber ich schäme mich immer fremd wenn ich lese wie sehr du davon überzeugt bist und jeder weiss, dass du dir eigentlich nur was vormachen möchtest.

          #winke
          ist aber auch ok...ich brauch es ja eigentlich nur nicht zu lesen #rofl#schein

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      Ihr seid zwei komplett unterschiedliche Menschen. Deshalb bringt dich sein Verhalten auf die Palme und umgekehrt.

      Ich sehe es wie Agostea. Entweder ihr arrangiert euch mit euren Charakteren oder eine Trennung ist unausweichlich.

      Einen Menschen wird man nie komplett ändern, außer man bricht seine Willen durch Folter, Gehirnwäsche, ... Aber so ein bisschen formen kann man Menschen trotzdem, wenn man das liebevoll und mit Geduld macht und der Mensch das auch annimmt. Habe ich bei mir selbst auch gemerkt. Aber dafür muss der Mensch wollen. Und da liegt wohl das größte Problem.

      Um"erziehen" wird nichts - das ist ein ganz großer Irrtum, dem viele Frauen da aufsitzen.
      Frauen lassen sich (manchmal leider) eher von einem Mann umerziehen, bzw. tun alles, um ihm alles recht zu machen, als umgekehrt.
      Aber - Du hast ihn doch so kennengelernt ?!?!?!? Ich denke mal, da war er auch nicht viel feiner. Du hast ihn dann so geheiratet und auch Kinder mit ihm bekommen,also muss es auch mehrere Faktoren geben, die Du an ihm liebst.

      Die laufenden Kraftausdrücke hätte ich mir schon lange verbeten, besonders gegenüber den Kindern, da wäre ich stur wie ein Esel, denn womöglich erzählen die in der Schule, wie es zuhause zugeht. Und wie willst Du "Schul-Ausdrücke" verbieten, wenn es der Vater noch toppt ?
      Aber alles andere......tja - meinem Mann hab ich eigentlich auch immer gesagt, was im Haushalt an Reparaturen anfiel und somit sein Part war - manchmal auch mehrfach. Er hat sehr viel gearbeitet und zuhause - hmmmm, naja..#cool Obwohl ich voll berufstätig war UND ihm auch noch beim Geschäft half, war Kinder, Kochen und Haushalt immer mein Part - maulen zwecklos.
      Dafür hatte ich vollkommen freie Hand in allem, wozu ich Lust hatte und im finanziellen Bereich auch - war auch nicht schlecht.
      Information über Wichtiges wird in einen Kalender eingetragen, der in der Küche hängt, und zwar sofort, wenn es Dir Dein Mann sagt - dann brauchst nicht mehr nachfragen. Wäre natürlich fein, wenn er das auch so macht.
      Aus den Augen, aus dem Sinn---kenne ich auch so, hab ich mich aber nicht darüber aufgeregt, weil sinnlos. :-)
      Lass ihn doch mal warten - warum telefonierst Du hinterher ? Hab ich nie gemacht.
      Da gibts nix zu "begründen" - er kennt die Bedienung seines Telefons ;-)
      Du kannst den Abwasch ruhig stehenlassen, aber dann ärgerst DU Dich mehr als er, oder nicht ? Also wozu das Leben schwer machen.
      Ein paar Zugeständnisse kannst Du ihm vielleicht ja schon entlocken, aber umkrempeln können wirst Du ihn nicht. Und Dauernörgeln nervt nicht nur ihn, sondern Dich mit.
      LG Moni

      Ist ja herzallerliebst, dass Du Deinen Ehemann erziehen willst. Das findet Dein Mann bestimmt ganz toll, wenn Du ihm sagst, wie er sein Leben zu führen hat. Da kommt man doch echt gerne nach Hause...^^

      Diese Gossensprache benutzt er doch nicht erst seit gestern, oder?

      Du kannst ihn nicht ändern - also musst du dich damit abfinden oder trennen.

      Wie oft ist er denn zu Hause?

      Das Problem ist hier nicht dein Nörgeln oder "Gezicke", sondern ein ganz anderes: Euch beiden fehlt die gemeinsame Basis, ihr habt kein gemeinsames Wertesystem. Das zeigt sich in der Sprache, der Einstelllung zur Verantwortung, der Loyalität, wie du das nennst.

      Wie du aus dem Nörgeln rauskommst? In dem Fall würde ich den Gedanken an eine Trennung ernsthaft in Erwägung ziehen. Entweder empfindest du den Gedanken dann befreiend und er hilft dir, Abstand zu gewinnen, oder du merkst, dass da doch mehr ist an deinen Mann, positive Seiten, die du vielleicht jetzt nicht siehst. Und darüber könntet ihr euer Verhältnis dann verbessern.

      Grundlegend ändern kannst du ihn nicht, wenigstens nicht direkt. Nur durch dein Verhalten eine Veränderung bei ihm bewirken, die am Ende aber von ihm kommen muss,

      Hallo

      er kommt zu Besuch?
      Was heisst das ihr seht euch nicht regelmäßig?
      Er ist so gut wie nie da?
      Habt ihr einen gemeinsamen Alltag oder nicht?

      Klingt alles nicht nach einer Partnerschaft auf Augenhöhe.Was ist an deinem Mann liebenswert?
      Diesen Umgangston würde ich meinen Kindern nicht zumuten.

      L.G.

      Hallo,

      solcher Unmut staut sich auf jeden Fall an und muss irgendwann raus...

      ...günstigstenfalls in einem ruhigen Gespräch, wenn die Kids im Bett sind. Dann kann man sich auch mal - ohne direkt in einer der Situationen drinzustecken - gegenseitig erklären, was einem an Erziehung wichtig ist und was daher beim Partner als kontraproduktiv empfunden wird. Vielleicht sind ihm viele Dinge, die bei Dir für Unmut sorgen, gar nicht so bewusst...

      Was die gemeinsame Terminplanung angeht - wir haben dieses Jahr bei Go...le einen gemeinsamen Kalender eingerichtet, zu dem wir beide Zugriff haben und dort unsere und die Termine der Kinder eintragen uns so besser koordinieren können. Für das Handy gibt es eine passende App dazu, so dass man auch von unterwegs Zugriff hat - seither haben wir weniger Kommunikationsfehler dieser Art...vielleicht auch was für Euch?

      LG

      a79

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