fast nur noch Streit, Stress und Abwertung

    • (1) 19.11.14 - 21:54
      soratlos

      Hallo,

      ich hoffe sehr auf Rat, weil ich einfach nicht den Schritt zur Trennung gehen kann.

      Mein Mann und ich streiten fast nur noch. Er wirft mir vor, dass ich zu viele Dinge habe und es dadurch unordentlich aussieht.

      Ich werfe ihm vor, dass ich zu wenig Unterstützung von ihm habe. Jeden Tag kümmere ich mich allein um die Kinder, arbeite 30 Stunden pro Woche, kaufe ein und mache die Wäsche. Er steht nie früh auf - ist selbstständig - und nimmt auch selten an den gemeinsamen Mahlzeiten teil.

      Ich gehe gegen 23 uhr ins Bett und stehe 5.30 auf. Wenn die Kinder gegen 20.30 schlafen, mache ich noch Hausarbeit.
      Er versteht nicht, dass ich darüber frustriert bin. Im Gegenteil, er wertet mich ständig ab, kritisiert mich, beschimpft mich. Vor allem weil es eben unordentlich ist teilweise. Sehe ich ein, aber wann soll ich das noch machen? Wir haben eine Putzfrau, die zum Glück einmal die Woche kommt.

      Kritisiere ich meinen Mann beschimpt er mich mit " Arschloch" oder anderen noch schlimmeren Ausdrücken.
      Wir verdienen beide ungefähr gleich viel, leben aber in seinem Haus.
      Ich habe irgendwie Angst vor dem Schritt der Trennung, will den Kindern nicht den Garten nehmen. Andererseits bekommen sie den ständigen Stress ja auch mit.

      Was würdet ihr mir raten? Paarberatung haben wir schon einige Male versucht, aber entweder passten die Therapeuten nicht oder die FolgeTermine waren in so weitem Abstand, dass wir es gelassen haben. :-(

      Er sagt auch oft: " zieh doch endlich aus".
      Wenn er etwas mit den Kindern macht, ist es sehr schön und die Kinder lieben ihn auch. Aber er will sich nicht ändern, wirft mir immer vor, dass es nur an mir liegt, ich kreische ihn an - das stimmt teilweise auch, aber einfach nur, weil ich mich so oft im Stich gelassen fühle....

      Danke für jeden konstruktiven Input!

      • Wenns mal so weit gekommen ist, wird es schwer, da wieder rauszukommen.
        Ich sage nur: "Arschoch". Wenn das die Art ist, wie ihr miteinander sprecht, ist doch alles schon den Bach runter.
        Auf so einer Basis ist ein liebevoller Umgang fast nicht mehr möglich.
        Das allererste wäre, auszumachen, dass ihr in Zukunft auf solche Kraftausdrücke verzichten wollt. Schon allein der Kinder wegen - ob mit oder ohne Trennung. Und dann solltet ihr besprechen, ob ihr noch zusammenbleiben wollt.
        Ist die Antwort ein Ja, dann solltet ihr beide Schritte aufeinander zu gehen.
        Meine Mutter ist auch so ein "Horter". Mein Vater erträgt es seit Jahren. Nicht ohne ab und zu einen spitzen Kommentar loszulassen. Das geht auch echt nicht anders, denn es ist wirklich schlimm. Viele Menschen nehmen Dinge, die sie horten, als Ausgleich für emotionale Leere.
        Vielleicht ist das bei dir auch so. Was nicht unbedingt deinem Mann geschuldet sein muss, denn vielleicht war die schon vorher da.
        Dass er nicht gern zuhause ist und mit dir was unternimmt, liegt möglicherweise auch daran, dass du nicht ernst nimmst,dass er sich im häuslichen Chaos nicht wohlfühlt.
        Es gibt so Menschen. Das sollte man auch nicht persönlich nehmen.
        Könntet ihr nicht versuchen, Schritte aufeinanderzuzugehen?
        Er gibt etwas auf, wofür du etwas aufgibst und so weiter?

        • (3) 19.11.14 - 22:23

          Danke für diesen wirklich netten Beitrag!

          Ja, drei "Frauen" haben schon einige Dinge, aber wir haben SEHR wenig Schränke. Dadurch sieht es unordentlicher als nötig aus. Er will aber auch keine anschaffen.
          Mit Schritt für Schritt ist gut, nur soll ich ja alle Schritte gehen......
          Und er ist eigentlich fast immer Zuhause, aber dann im Keller oder seinem Büro.

          Er sagt, mein Gekreische treibt ihn weg.
          Er kritisiert mich fast ständig, wertet mich ab, nichts mache ich gut genug für ihn.

          Irgendwie ist die Basis weg. Keine Annäherung mehr möglich, so scheint es mir im Moment. Er möchte auch nicht wirklich mit mir reden.

          Aber ich werde deine Vorschläge überdenken, vielleicht ist ja wenigstens ein kleiner Schritt möglich. Danke!

          (4) 19.11.14 - 22:52

          >>>Das allererste wäre, auszumachen, dass ihr in Zukunft auf solche Kraftausdrücke verzichten wollt. <<<

          Das ist doch nur eine Äußerlichkeit und ändert an der inneren Einstellung nichts.

          • (5) 19.11.14 - 23:36

            Und manchmal ändert eine Äußerlichkeit eine Innerlichkeit. Noch nie erlebt?

            • (6) 19.11.14 - 23:46

              Kann ich mir schwer vorstellen.

              Wenn mir in einer Partnerschaft das Wort "Arschloch" und andere über die Lippen kommen, dann ist das eine Einstellung, die eine Respektlosigkeit ohnegleichen beinhaltet.
              Das sagt er eben "meine Rose" und meint: Arschloch (überspitzt ausgedrückt.)

              Wenn so eine Grenze erst mal gefallen ist, ist es schwer, wieder zurückzurudern, falls überhaupt gewollt.

      Wegen nem Garten lässt du dich von so einem als Arschloch bezeichnen? Das Arschloch ist er! Der Typ ist doch das Letzte.

      1. Sichere alle relevanten Dinge. Kontonummern, Daten von evtl. Lebensversicherungen, Bausparverträgen, Einkommensbelege, Steuerbescheide, Immobilienunterlagen etc.

      2. Gehe damit zu einem Anwalt. Und fordere ihn auf, die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Auch wenn es sein Haus ist, ist es gut möglich, dass dir und den Kindern das Haus zugewiesen wird.

      3. Fordere Unterhalt.

      Dem Freundchen würde ich es aber mal so richtig zeigen.

      • (8) 19.11.14 - 22:57

        Danke für die Antwort, aber so weit ist es bei uns nicht. Außerdem verwalte ich die Finanzen. Wenn wir uns trennen, tun wir das mit dem Blick auf das Wohl der Kinder.

        Mit der Abwertung hast du ja recht, ich sollte mir solche Schimpfworte nicht gefallen lassen. Das ist ja auch meine Sorge - kann es sich ändern, wenn die Grenze einmal so weit überschritten ist? Ich glaube daran leider fast nicht mehr. Habe aber bei jedem Moment, der gut ist, immer wieder die Hoffnung, dass es sich ändert, er einsieht, dass man so nicht reagieren kann.... Aber die Hoffnung wird immer wieder zerstört.

    Hallo,

    das mit dem A*schloch geht gar nicht.
    Egal warum, aber soweit darf es in einer Partnerschaft nicht kommen.
    Mach ihm klar, dass Du Dir das nicht bieten lässt.
    Er ist nicht nur Dein Mann, er ist auch Vorbild für seine Kinder.

    Und lass Dir das alles nicht wegen einem Garten gefallen.

    Dann hast Du eben erst mal eine schnucklige Wohnung und gehst in den Park mit den Kids.

    Wenn sich Eure Streitereien nur um den Haushalt drehen, dann sucht Lösungen.

    Lasst eine Putzfrau kommen, gebt die Bügelwäsche weg.

    Entlastet Euch.

    Wenn zu viel Zeug rumsteht, dann überlege mal, ob Du wirklich alles BRAUCHST.
    Ich bin auch eine Modetante und dekoriere gerne, aber wenn mich der Rappel packt, dann miste ich gnadenlos aus.
    Kleinkram und billige Klamotten kommen auf den Flohmarkt.
    Teures Zeug ins ebay.

    Hatte erst neulich einen Riesenrappel und habe meine Taschensammlung aufgelöst.
    Alleine rund 20 Taschen warteten auf ebay auf einen neuen Besitzer.

    Aber es war schön, endlich mal "luftigere" Schränke, nicht mehr so viel Kruscht überall.
    Und etwas Extrageld auf dem Konto. ;-)

    LG

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