Eifersüchtig auf den Sohn vom neuen Partner - weil ich mein Kind vermisse

    • (1) 20.11.14 - 13:49
      falsches Gedankengut

      Hallo zusammen

      Mein Thema passt nicht vollends hierher – aber ich möchte lieber anonym bleiben, weil ich mich schäme für meine Gefühle.
      Und zwar sind es Eifersuchsgefühle. Nicht gegenüber der Ex oder sonst einer Frau, sondern auf den 6 jährigen Sohn meines neuen Partners.
      Ich kann mir denken, wie sich das liest.

      Zu unerer Geschichte: Ich (38) habe selbst einen Sohne (bald 8 Jahre alt) und bin seit einem Monat zu meinem neuen Partner(44 j) aus der Grossstadt aufs Land gezogen. Ich bin mit meinem Partner nun 1 ½ Jahre zusammen.

      Die Entscheidung zum Zusammenzug haben wir diesen Sommer gefällt. Mir gings es in der Stadt und mit dem Stress nervlich immer schlechter. Ich konnte am tiefsten Punkt mich nicht einmal mehr um meinen Sohn kümmern. Aber natürlich, wollten wir auch nicht mehr über 150 km getrennt voneinander sein.

      Als ich noch in der Stadt wohnte, kümmerte ich mich fast 100 % um meinen Sohn nebst Arbeit etc und an Nicht-Papa-Wochenenden, verbrachten wir gemeinsam bei meinem neuen Partner und eben seinem Sohn auf dem Land. Mein Sohn und sein Sohn verstehen sich sehr gut. Solange diese Konstellation war, fand ich es richtig schön mit beiden Kindern, habe das richtig genossen.

      Nun vor meinem Umzug haben der KV (also mein EX) und ich entschieden, dass mein Sohn unter der Woche in seiner Schule in der Grossstadt bleibt, da er da all e seine Freunde hat und es ihm dort gutgeht. Zugegeben, mein Ex – der Papa – will nicht, dass mein Sohn mit mir umzieht. Er will sich nun vollumfänglich um ihn kümmern unter der Woche (halt was ich vorher gemacht habe). Und ich hole meinen Sohn Freitag von der Schule habe und fahre mit ihm in mein neues Heim und bringe ihn Sonntagabens wieder zurück in die Stadt zu seinem Papa .

      Der Sohn von meinem neuen Partner ist jeweils immer eine ganze Woche bei uns – dann eine Woche bei seiner Mutter.

      Nun ergibt sich die Konstellation, dass der Sohn von meinem neuen Partner da ist, aber meiner natürlich nicht Der Kleine kann mich sehr gut leiden und ich ihn bis anhin auch. Aber in dieser Konstellation, merke ich, dass ich damit nicht klar komme. Ich werde eifersüchtig auf die Gespräche, die Liebkosungen, die Raufereien zwischen Papa und Sohn – weil ich mein Kind schmerzlich vermisse.

      Ich ziehe mich dann bewusst zurück und komme mir ausgeschlossen vor, obwohl das nicht stimmt. Ich ziehe mich sogar vor meinem Partner zurück und er weiss nicht warum. Das tut mit besonders lied. Er liebt mich aufrichtig und ich ihn. Er tut alles, um das neue Lebens für alle angenehm zu machen.

      Ich ertappe mich dabei, wie mir alles was der Kleine von sich gibt oder wenn er was von mir will, sofort zuviel wird und ich schauen muss, nicht genervt zu reagieren. Wenn mein Sohn da ist, gibt es diese Gefühle überhaupt nicht, dann spiele ich mit beiden oder mache den Clown und bin happy.

      Ich schäme mich sehr dafür. Aber ich kann mich im Moment nicht dagegen wehren. Reden möchte ich nicht mit meinem Partner darüber, aus Angst, dies könnte die Beziehung gefährden – ich trau mich nicht ihm zu sagen, dass ich in der Dreierkonstellation mit der Anwesenheit seines Sohnes nicht klarkommen. Und dies nur, weil mein eigener nicht da ist.

      Ich wäre sehr dankbar für ein paar Gedanken/Ratschläge. #danke

      Liebe Grüsse

      Von einer mit zuvielen Gedanken

      • Ich halte es für sehr ungut, dass Du Deinen Sohn, der bis dato bei Dir gelebt hat, nicht mitgenommen hast. Kannst Du das nicht rückgängig machen? Wie muss es auf ihn wirken, dass seine Mutter weggezogen ist und ihn nicht mitgenommen hat?

        Das ist wohl das eigentliche Problem und die Auswirkungen verspürst Du, indem Du so reagierst.

        • Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Kinder sowohl bei ihren Müttern und ihren Vätern gut aufgehoben sein können nach einer Trennung, aber in diesem Fall bin ich auch dieser Meinung, das war ein zu krasser CUT hier und das schlechte Gewissen meldet sich hier.

          • (4) 20.11.14 - 16:31
            falsches Gedankengut

            Hallo und danke dir für deine Antwort

            Die Trennung vom KV ist - zur Infor - schon ein paar Jahre her und ich habe bis anhin mit meinem Sohn (wenn er bei mir war) in einer kleinen Schuhschachtel von Wohnung gewohnt, kaum zahlbar und er hatte nicht mal ein Zimmer für sich. Ich musste nun aus dieser Umgebung raus, da es mir sehr schlecht ging. Ich konnte mich eine Zeitlang auch nicht mehr um mein Kind kümmern.

            Jetzt gehts wieder #festaufwärts, aber jetzt kommt dieser neue Kummer.

            Du hast recht - ich habe enorme Schuldgefühle. Ich hätte meinen Sohn wahnsinnig gerne bei mir.Aber ich habe grosse Skrupel ihn einfach so aus seiner Umgebung wo er aufgewachsen ist, eine Freunde, seine Schule rauszureissen.

            Dazu kommt, dass sein Vater dies NIE zulassen wird. Wir waren nie verheiratet, haben gemeinsames Sorgerecht, was aber nie von einer rechtlichen Instanz geregelt wurde. Ich müsste also vor Gericht gehen, um das alleinige Sorgerecht zu beantragen (darum zu kämpfen).

            Nur das wollte ich eben nie. Der KV ist ein sehr guter Vater und mein Sohn hängt auch sehr an ihm. Ich würde mir da wieder Schuld aufladen. Und Ehrlich gesagt, ich habe auch Angst vor der Reaktion meines EX falls ich tatsächlich vor Gericht gehen würde. Es würde Krieg herrschen.

            Ob dies meinem Sohn zu gute käme??

            Ich weiss im Moment nicht, wie denken:-(....Danke fürs Lesen

            LG

        Echt jetzt? Ich finde das gut so - der Junge ist in seinem Umfeld geblieben und warum sollte der Vater sich nicht um den Jungen kümmern können?

        Aber ich denke, dass die Reaktion der TE durchaus auf einem schlechten Gewissen beruht... die Situation war sicherlich gut durchdacht und reflektiert - aber Gefühle lassen sich nun mal selten bedenken. Ich finde aber schon, dass du (Te) mit deinem Lebensgefährten ddarüber sprechen solltest... und nicht unwichtig bei dem ganzen: wie geht es deinem Sohn mit der ganzen Situation?

        • Ich bin auch der Meinung, dass Mutter oder Vater beide gleichwertig sind und sich der Vater genauso gut kümmern kann.

          Nur, normalerweise wird sowas ja im Rahmen einer Trennung geklärt... zur Mutter oder zum Vater.

          Hier liegt der Fall ja so, dass der Junge bisher bei der Mutter war und nun die Mutter den Sohn zum Vater gibt, damit sie 150 km zu ihrem Freund und dessen Sohn ziehen kann.

          Mag sein, dass der Vater toll ist und es das beste ist, wenn der Junge nicht aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird. Nur so bekommt das für mich auch einen sehr faden Beigeschmack!

          Und das schlechte Gewissen ist hier mehr als nachvollziehbar.

          • Wie gesagt, das schlechte Gewissen der TE kann ich auch verstehen. Aber zb jetzt zurück zu gehen und dann ist "alles wie vorher" - das wird nicht mehr möglich sein. Würde mich 1. wundern, wenn der Vater ihres Sohnes da mitmachen würde und wäre 2. in meinen Augen die noch schlechtere Variante - so Hü und Hott und so.
            Sie hat sich so entschieden - und bei Entscheidungen muss man immer bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Auch die, die einem nicht unbedingt bewusst sind.
            Aber ivh bin auch der Meinung, dass man eine einmal getroffene Regelung was das wohnen und den Umgang betrifft, durchus ändern kann, ohne dass sich das Kind zurück gesetzt fühlt. Und hoffe für alle Beteiligten, dass das in diesem Fall geschehen ist.

            (8) 20.11.14 - 16:39
            falsches Gedankengut

            Hallo hier noch einmal meine Antwort warum die Situation so ist wie sie ist:

            Ich hätte meinen Sohn Auch so gerne unter der Woche hier. Aber ich habe grosse Skrupel ihn einfach so aus seiner Umgebung wo er aufgewachsen ist, eine Freunde, seine Schule rauszureissen.

            Dazu kommt, dass sein Vater dies NIE zulassen wird. Wir waren nie verheiratet, haben gemeinsames Sorgerecht, was aber nie von einer rechtlichen Instanz geregelt wurde. Ich müsste also vor Gericht gehen, um das alleinige Sorgerecht zu beantragen.

            Nur das wollte ich eben nie. Der KV ist ein sehr guter Vater und mein Sohn hängt auch sehr an ihm. Ich würde mir da wieder Schuld aufladen. Und Ehrlich gesagt, ich habe auch Angst vor der Reaktion meines EX falls ich tatsächlich vor Gericht gehen würde. Es würde Krieg herrschen.

            Ob dies meinem Sohn zu gute käme??

            Der Wegzug war nicht einfach eine romantische Entscheidung: Mir ging es sehr schlecht in der alten Umgebung. Ich fange erst jetzt wieder an, mich nervlich langsam zu erholen. Noch dazu, hat die Besitzerin Eigenbedarf angemeldet.

            LG

            • Hallo,

              ich glaube für ein Kind ist es leichter eine veränderte Umgebung zu akzeptieren als den Wechsel der Hauptbezugsperson.

              Schule und Freunde sind noch relativ austauschbar, die Beziehung die ihr beide habt/ hattet gibt es aber so nicht noch einmal.

              Kannst du denn nicht erst mal eine neue Wohnung für dich und dein Kind suchen? Vielleicht fühlt sich dein Ex auch wohler, wenn du nicht gleich mit dem neuen Mann zusammenziehst.

              Lg Luci

              • (10) 21.11.14 - 13:32
                falsches Gedankengut

                Danke sehr!

                Ich bin nun mal bereits mit allem umgezogen. Entweder stehe ich zu meiner neuen Partnerschaft und unserer Entscheidung zusammenzuleben oder ich ziehe wieder aus - ein Riesenchaos für alle Beteiligten, und ich denke für meinen neuen Partner einen Grund käme dies einer Trennung sehr nahe. Er hat sich so für uns alle eingesetzt - auch für meinen Sohn.

                Für meinen Sohn sind Papa und Mama gleichwertige Bezugspersonen. Er hat eine gleichwertige Bindung zu seinem Vater wie zu mir.

                Um meinen Ex mache ich mir nun mal keine Gedanken. Er hat sich in anderen Zeiten auch keine über mich gemacht. MEIN Leben geht ihn nichts an. Zumal wir schon 4 Jahre getrennt leben.

                LG

            Hallo!
            Mir würde auch das Herz brechen, wenn ich meine Kinder nicht sehen oder bei mir hätte!
            Aber als erwachsener muß man über seinen Schatten springen und gucken, was für das Kind (die Kinder) nach einer Trennung das Beste ist.

            Hier geht es um Deinen Sohn. Was ist das beste für IHN? Was möchte er und wo möchte er leben???
            Wurde er gefragt, was er möchte?
            Das wird leider ganz oft (Und ganz besonders gern auch vom Jugendamt) übersehen. Da geht es immer um die Mutter, Den Vater, wer wann wo lebt, welche Rechte wer hat.
            Wo bleiben die KInderrechte?
            Nur mal als Denkanstoß!
            Lg Sportskanone

            • (12) 21.11.14 - 13:25
              falsches Gedankengut

              Danke dir.

              Ich fände es Ehrlich gesagt hart, meinen noch nicht 8-jährigen Sohn zu fragen, wo er denn hin möchte bez. zu wem. Dann muss er sich sozusagen zwischen seinen Elternteilen entscheiden. Und das finde ich sehr hart und brutal und möcht ihm dies ersparen.

              Er liebt Papa wie Mama GLEICHWERTIG.

              LG

    (14) 20.11.14 - 16:22

    Danke für deine Antwort

    Was glaubst du, wie es mir das Herz zerreist. Ich zermartere mir nun tagtäglich den Kopf deswegen.

    Ich hätte meinen Sohn Auch so gerne unter der Woche hier. Aber ich habe grosse Skrupel ihn einfach so aus seiner Umgebung wo er aufgewachsen ist, eine Freunde, seine Schule rauszureissen.

    Dazu kommt, dass sein Vater dies NIE zulassen wird. Wir waren nie verheiratet, haben gemeinsames Sorgerecht, was aber nie von einer rechtlichen Instanz geregelt wurde. Ich müsste also vor Gericht gehen, um das alleinige Sorgerecht zu beantragen.

    Nur das wollte ich eben nie. Der KV ist ein sehr guter Vater und mein Sohn hängt auch sehr an ihm. Ich würde mir da wieder Schuld aufladen. Und Ehrlich gesagt, ich habe auch Angst vor der Reaktion meines EX falls ich tatsächlich vor Gericht gehen würde. Es würde Krieg herrschen.

    Ob dies meinem Sohn zu gute käme??

    Aber ich gehe mit dir ein, dass diese Eifersucht verkappte Schuldgefühle sind. Mir bleibt wohl nur der Therapeut. Ich Weiss Auch nicht, was ich tuen soll. ...:-(

    LG

    • Hm wieso bist du denn überhaupt weg gezogen? Du hast immerhin ein kind. Ich denke die Partnerschaft hätte zweitrangig sein sollen und ihr hättet euch eben nach wie vor nur am we gesehen. Dir war doch bewusst als du dich für den Umzug entschieden hast, das du damit auch dein kind weniger sehen wirst? Es eben "zurücklässt" um das mal hart zu sagen.

Top Diskussionen anzeigen