Ethik in der Partnerschaft - Unterschiede

    • (1) 24.11.14 - 09:52
      Freundin-39

      Hallo,

      ich bin mit meinem Freund nun 1,5 Jahre zusammen. Nun beginne ich mir nach einer Phase, wo man relativ kritiklos miteinander umgeht, mir Gedanken über sein Verhalten zu machen.

      Er ist z.B. ein wirklich typischer Konsument, Hauptsache billig, Hauptsache schmeckt. Wir hatten am Wochenende eine Diskussion über Fleischkonsum. Ich bin, abgesehen davon, dass es auch nicht gesund ist, dagegen jeden Tag Fleisch zu konsumieren. Außerdem möchte ich nur ausgewähltes Fleisch essen, am besten aus Hausschlachtung von einem Bauern/Metzger meines Vertrauens. Mir reicht auch einmal oder zweimal die Woche ein Stück Fleisch zu haben.

      Meinem Freund ist so etwas nach eigenen Worten völlig schnuppe. Er ist aber nicht bereit z.B. für ein Steak 8 oder 10 Euro auszugeben wenn er es für 3 oder 4 Euro beim Discounter bekommt. Ich habe ihm gesagt, dass auch Schlachttiere ein Recht auf ein artgerechtes Leben vor ihrem gewaltsamen Tod haben. Er meinte nur, dass ihm das egal ist, tot ist tot.

      Das war nur ein Beispiel aus unserer gestrigen Diskussion. Er ist auch ansonsten wirklich völlig gefühllos gegenüber der Natur oder Tieren.
      Er redet sich damit raus (in meinen Augen eine Ausrede), dass der ganze Bio-Wahn sowieso nur dazu da ist, uns Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

      Ich habe ihm gesagt, er braucht für mich nicht mehr zu kochen wenn er meint, Fleisch vom Discounter bzw. eben nicht Fleisch von einem vertrauenswürdigen Metzger auf den Tisch zu bringen. Das will ich einfach nicht.

      Er meinte dann, okay, dann kocht eben jeder in Zukunft für sich selbst..

      Ich kann ihn wirklich nicht verstehen. Am Geld kann es nicht liegen, er verdient gut, ich verdiene gut, wir können uns das leisten ein bisschen sorgfältiger einzukaufen. Ich habe das Gefühl, er will einfach nur Kontra geben.

      Nachdem ich heute morgen von ihm weg bin, habe ich mir auf der Fahrt echt Gedanken gemacht ob ich mit ihm den Rest meines Lebens verbringen kann. Natürlich hängt eine Beziehung nicht nur am Konsum aber ich finde seine gefühllose Art in dem Punkt wirklich erschreckend. Er stopft Essen gedankenlos in sich rein.

      Es mag albern klingen aber das war gestern zum ersten Mal, dass ich ihn mit anderen Augen gesehen habe. Er war mir richtig fremd. Wie gesagt bis dahin war eigentlich alles super. Wir wohnen zwar nicht zusammen, sehen uns aber so oft es geht.

      Jetzt frage ich mich wirklich, ist das der Mann, den du willst? Seine ethischen Grundsätze, wenn er welche hat, passen wohl nicht zu meinen.

      Bin ich zu verkopft? Ich weiß es nicht. Mache mir jetzt pausenlos Gedanken.

      Grüße

      • Huhu,

        Kann es sein,daß Du Gründe suchst,um Dich innerlich zu distanzieren,weil es Dir vielleicht zu nah wird?

        Ich mag Tiere auch,und leide auch mit ihnen,leider bin ich auch inkonsequent und kaufe manchmal Fleisch beim Discounter.....15 Euro im Bioladen für zwei kleine hähnchenschnitzel finde ich arg übertrieben.

        Und dass Dein Freund den ganzen Biowahn kritisch sieht,finde ich richtig.

        Wir kaufen aber nur euer aus Freilandhaltung..

        Es gibt auch bioeier aus Bodenhaltung,da sind die Hühner nicht weniger zusammengepfercht als im nicht Bio Gehege....

        Wenn er sonst kein grobschlächtiger ignoranter eisklotz ist,dann würde ich dort einen Kompromiss finden,und wenn ich jemanden liebe,dann arrangiere ich mich damit.

        #tasse

      (4) 24.11.14 - 10:18

      Hallo,

      vorab, mein Freund und ich sind Veganer.

      Wir essen nicht irgendwas, denn wir sind nicht irgendwer!

      Ich finde, ob ein Tier vor seinem Tod "glücklich" war ist völlig egal.
      Tot ist tot.

      Ob du nur 1 Mal in der Woche ein Steak für € 10 isst oder dein Freund in der Woche 7 Steaks à 2 € isst, macht für ein Tier keinen Unterschied, ob es vor seinem Tod artgerecht gehalten wurde oder nicht. Es musste sein Leben lassen, damit ihr es esst.

      Und für deinen Freund...

      Es gibt im Netz zig Videos über Tiere, die unter katastrophalen Umständen vor sich hin vegetieren. Schaut die euch doch beide an.

      Es gibt auch Enthüllungsberichte über unterschiedliche Lebensmittel, wie...
      Hackfleisch wird mit rote Bete Saft getränkt, damit es auch nach Tagen frisch aussieht.

      Diese Skandale betreffen nicht nur Fleischprodukte, keineswegs.
      Man nehme doch einfach ein Glas Pesto, dort werden Sägespäne beigemischt. So schmeckt es auch. Am Besten, man kauft nur Rohprodukte ein und verarbeitet sie zu Gerichten.

      Aber auch bei Rohprodukten ist man nicht immer sicher, wie sie angebaut wurden.
      Z.B. Paprika-Plantagen in der Türkei. Plastikflaschen werden am Boden der Plantage (Halle) verteilt und angezündet, damit Wärme erzeugt wird. Es sind dann keine gelben, roten oder grünen Paprikaschoten. Sie sind schwarz. Nach dem Ernten werden sie abgewaschen und strahlen in ihren schönsten Farben.

      Ich finde man sollte sich generell mehr Gedanken über sein Essen machen.

      Am sichersten wäre man, denke ich, nur, wenn man sein Essen selbst anbaut...
      Aber wer kann das schon.

      Grüsse

      • (5) 24.11.14 - 10:39

        "Ich finde, ob ein Tier vor seinem Tod "glücklich" war ist völlig egal. Tot ist tot."

        Ich finde das nicht egal.

        Ein Tier, dass ohne Aufzuchtmittel, ohne Hormone und ohne jegliche Beeinträchtigung seiner natürlichen Lebensweise in Ruhe seine Schlachtreife erreicht, hatte eine andere Lebensqualität.

        Es ist für mich schon ein Unterscheid ob ein Hähnchen nur ein paar Monate auf einer sehr beengten Fläche, ohne Sonnenlicht, ohne natürliche Umgebung auf seinen Tod wartet oder aber ein Hähnchen vor seiner Schlachtung unter freiem Himmel heranwachsen konnte, mit viel Platz und Auslauf und natürlicher Umgebung und auch mit ein paar Monaten mehr Lebenszeit weil eben keine Wachstumshormone angewendet wurden.

        Ich finde es grundsätzlich nicht schlimm, Fleisch zu essen aber man sollte es eben mit Respekt und mit Sorgfalt machen.

          • (7) 24.11.14 - 10:54

            Sterben muss das Tier sowieso irgendwann. Der Tod ist also unausweichlich.

            Ich respektiere die Entscheidung von Menschen, auf Fleisch zu verzichten und kann damit eigentlich auch besser leben als mit dem hemmungslosen und unreflektierten Konsum von Fleisch.

            • (8) 24.11.14 - 11:15

              Deins stirbt aber eines unnatürlichen Todes oder etwa nicht?

              Aber, bitte, ich will dich nicht missionieren.

              Du lebst nach deinen Prinzipien, ich nach meinen.

          Und wenn alle Menschen vegan lebten, es gäbe weder Rind noch Huhn, noch Schwein, kein einziges uns Menschen bekanntes Haustier würde hier noch leben.

          Soll meinen, dann hätten sie nicht einmal die Chance des Lebens gehabt. Es gäbe sie schlichtweg nicht.

          Das wäre dann die Alternative. Die vegane Lösung, soiusagen.

          • (10) 24.11.14 - 13:59

            Dazu möchte ich gern diese Sätze von "Vebu" (Vegetarierbund Deutschland) zitieren.
            Das spiegelt meine Meinung wider:

            << Sogenannte Nutztiere, die für unseren Konsum gezüchtet werden, sind nicht weniger empfindsam und damit genauso leidensfähig als ihre in Freiheit lebenden Artgenossen. Diese Tiere werden in ein kurzes, miserables und leidvolles Leben hineingeboren, das schon wieder vorbei ist, ehe es wirklich begonnen hat. Für diese Tiere wäre es ohne Zweifel besser, nie gelebt zu haben. Tieren ein solch unwürdiges und qualvolles Leben zu bereiten, dessen Bestimmung es einzig und allein ist, als Fleisch für unseren Konsum herzuhalten, ist mit Sicherheit kein gutes Werk. >>

      Woher weißt du, dass Bio-Tiere und/oder Tiere vom Metzger ohne jegliche Hormone, etc. groß gezogen werden? Gibt es da nicht Grenzwerte bei Schlachttieren, wodurch ein Einsatz von wachstumsfördernden Mitteln erlaubt ist?

      Woher weißt du, dass die Lebens - und Schlachtumstände von "Bio-Tieren" frei von gesundheitsschädlichen Keimen sind? Wenn man zu manchen Fleischern geht und dort wird innerhalb von einer Minute mein Fleisch UND das Geld der Kundin davor mit ungeschützten Fingern angefasst, wie viele Keime bekommst du dann an deine Finger? Sieht es in der Schlachterei besser aus? Weißt du das?

      Ich bin selbst Fleischesserin. Die Fleischqualität eines Freilandtiers mit Platz ist mit Sicherheit besser, aber ich würde NIE darauf vertrauen, dass das Fleisch - egal woher es kommt - frei von chemischen Präparaten und Keimen ist. NIE!

      • (13) 24.11.14 - 12:35

        Dort, wo ich Fleisch kaufe, weiß ich, dass es das Fleisch ist, dass ich haben möchte.

        Ist allerdings, je nach Sorte auch zwei bis fünfmal so teuer wie im Supermarkt.

        Als Beispiel, ein frisches ganzes Hähnchen kostet ungefähr 10 bis 14 Euro, je nach Gewicht.

Hallo,

zunächst einmal finde ich es nicht dramatisch, wenn dein Freund meint, jeden Tag Fleisch essen zu müssen.
Mein Mann ist auch Fleisch, ich bin Vegetarierin. Da ich aber sein Essen in den allermeisten Fällen zubereite, kaufe ich auch nur beim Metzger bzw. Bio.

Was mir allerdings zu denken gibt, ist deine Aussage:
"Er ist auch ansonsten wirklich völlig gefühllos gegenüber der Natur oder Tieren."

Genau das habe ich in jüngeren Jahren mit einem meiner Freunde erlebt. Diese Einstellung konnte ich genau so lang tolerieren bis wir zusammen gezogen sind.
Ich wollte gern ein Haustier (Katze, Hund), er sagte nur "wenn das Vieh hier Dreck macht, schmeiße ich es eigenhändig raus. Denk nicht, dass ich mich darum kümmere". Nach und nach kristallisierten sich im Alltag viele Dinge heraus, über die ich heute noch geschockt bin.
Z. B. war er auch sehr gefühllos gegenüber dem Leid von anderen Menschen. Einmal hatte ein guter Bekannter meiner Eltern einen schweren Autounfall. Nur zur Erklärung, mein damaliger Freund kannte ihn gut, der Bekannte hatte uns bei vielem geholfen. Seine Einschätzung der Situation: "wenn der nicht Auto fahren kann, sollte er es lassen".
Es kamen noch viele Dinge dazu, wo wir rein von der Lebenseinstellung nicht konform gingen. Wir haben uns schlussendlich getrennt, weil ich mit vielen Dingen, die ihn betrafen, einfach nicht klarkam. Aus heutiger Sicht hätten wir nicht einmal zusammen ziehen sollen, aber hinterher ist man immer schlauer.

Muss bei dir ja nicht so sein, aber da ich ein sehr tier- und naturverbundener Mensch bin, hätten bei mir da damals schon die Alarmglocken schrillen müssen.

Dir alles Gute

Nici

  • (15) 24.11.14 - 10:32

    Manchmal denke ich, dass es daran liegt, dass mein Freund Ingenieur ist. Er ist ein sehr technischer Mensch, logisch denkend, sehr rational. Mich beeindruckt das einerseits aber ihm fehlt bei all seinem Zahlenverständnis manchmal die Empathie für manches, was mir wichtig ist.

    Wobei ich es auch wieder nicht logisch finde, jeden Tag Fleisch zu essen weil es eben ungesund ist.

    Ich würde mich freuen wenn er auch mal daran denkt, dass auch Schlachttiere ein Recht auf ein gutes Leben haben bevor sie verarbeitet werden. Aber das scheint nach gestern wohl nicht der Fall zu sein. Gestern ging es für mich auch um den Wert von Leben und die Achtung vor der Natur an sich. Da hatte ich bei ihm echt nicht das Gefühl, dass es für ihn eine Bedeutung hat.

    ich habe übrigens ein Haustier, er nicht. Aber das hätte er auch keine Zeit dafür, was ich dann auch wider vernünftig finde.

(16) 24.11.14 - 10:58

Hallo,

wenn Du Eure Beziehung in Frage stellst, nur weil Dein Freund jeden Tag Fleisch essen will, dann liegt das Problem tiefer.

Und wenn Ihr eh nicht zusammen lebt, ist eine Trennung ja nicht ganz so schwierig.

GLG

(17) 24.11.14 - 10:58

Hallo,

ich finde das eine sehr interessante Frage...

Anscheinend hört bei vielen Männern der Spaß auf, wenn man ihnen ihr Fleisch "wegnehmen" will, wobei du das ja garnicht möchtest.

Für meinen Freund war es zu Anfang unserer Beziehung tatsächlich ein großes Problem, dass ich Vegetarier bin (also auch keinen Fisch esse). Konnte ich selbst kaum nachvollziehen. Ich habe allerdings herausgefunden, wie wichtig ihm gutes Essen und vorallem gemeinsames Essen ist (auch Restaurantbesuche) und dass er dieses in Gefahr sah. Ich habe trotzdem weiter nur vegetarisch für uns gekocht, mit der Bitte, er möchte sich sein Essen entweder selber zubereiten, falls es ihn stören sollte, oder eben separat Fleisch dazu machen.

Mittlerweile, drei Jahre später, findet er es sogar gut, wie viele neue Gerichte und auch Nahrungsmittel er dadurch kennengelernt hat, und dass er bei meinen Gerichten nie das Fleisch vermisst. Seine Bedenken, wir würden das Essen nicht gemeinsam genießen können, haben sich zerstreut.

Wir hatten auch viele Diskussionen über Fleischverzehr, artgerechte Tierhaltung usw. Er hat sich da zuvor kaum Gedanken drüber gemacht und durch mich seine Weltsicht etwas erweitert.

Man darf die Leute eben nur nicht missionieren! Wenn die Sprache bei uns auf das Thema kam, habe ich nicht mit meiner Meinung hinterm Berg gehalten. Allerdings rede ich ihm auch nicht rein, wenn er sich "Billigfleisch" aus dem Discounter holt. Denn das kommt eher selten vor.
Er isst lieber Fisch als Fleisch und da achten wir immer drauf, dass die Produkte das MSC-Siegel haben.

Hätte ich einen Partner, dessen Meinung sich von meiner in Punkto Ethik so stark unterscheidet (verantwortungsvoller Umgang mit Tieren, Natur und Umwelt) würde ich mir auch Gedanken machen, ob ich auf Dauer zu diesem Menschen passe. Mir sind Leute, denen das Leid der Tiere egal ist, teilweise suspekt, da können sie sonst noch so nett sein.

Hier kann man übrigens nachlesen, dass Bio nicht viel teurer ist, als herkömmlich produzierte Nahrungsmittel (3%). Vielleicht interessiert das auch deinen Freund:
http://green.wiwo.de/bio-essen-kostet-kaum-mehr-als-konventionelles/

Ist ihm denn artgerechte Haltung generell gleichgültig oder ist er einfach nur nicht ausreichend informiert, wenn es um dieses Thema geht? Ist er sonst eine rücksichtvolle, einfühlsame Person?

LG,
Integral

  • (18) 24.11.14 - 11:08

    Danke für deine ausführliche Antwort.

    Ich weiß nicht genau, wie er wirklich denkt. Es war gestern so eine Mischung aus Gedankenlosigkeit, Faulheit und auch Gefühlslosigkeit. Ist schwer das zu beschreiben.

    Missionieren will ich ihn nicht aber seine Haltung gestern war ein Schnitt für mich wenn du verstehst. So "grob" kannte ich ihn noch nicht. Das Thema kam zwar schon mal auf aber gestern war es eine echte Grundsatzdiskussion.

    Er ist ansonsten ein ganz normaler Mensch denke ich. Okay, er heult nicht bei Schnulzen oder so aber er ist schon ein Mensch mit Gefühlen. Also mir gegenüber kann er schon auch gefühlvoll sein. Vielleicht war ich deswegen gestern auch so erschrocken.

    Ich glaube, seit ich am Überlegen bin, dass es bei solchen Ethik-Fragen schon eine Grundübereinstimmung geben sollte oder Lernbereitschaft wie bei deinem Partner. Gestern war zum Schluss doch richtig motzig und meinte dass er sich sein Leben und seine Art zu leben nicht diktieren lasse. Dabei will ich das gar nicht. Ich möchte nur, dass er Respekt vor der Natur hat und einsieht, dass auch ein Tier Rechte hat und nicht nur ein Ding ist für seine Fresslust.

(19) 24.11.14 - 11:13

Ich würde das mal Unabhängig vom Fleischkonsum betrachten und einfach generell auf die ethischen Grundsätze beziehen.

>Jetzt frage ich mich wirklich, ist das der Mann, den du willst? Seine ethischen Grundsätze, wenn er welche hat, passen wohl nicht zu meinen.

Die Frage ist ja nicht, ob die passen, sondern inwiefern du damit umgehen kannst, dass sie anders sind. Ein Paar wird nie exakt die gleichen ethischen Vorstellungen haben. Jeder muss also irgendwie klarkommen, dass der Partner irgendetwas anders sieht und bis zu einer bestimmten Grenze, ist das ja ok. Eine Grenze gibt es aber sicher immer, nur zieht die jeder woanders - deshalb ist es auch Quatsch hier danach zu fragen, ob zu verkopft bist, wenn es um den Fleischkonsum deines Freundes geht. Der eine wird es schlimm finden und niemals so einen Partner haben wollen und dem anderen ist es total egal. Das hilft dir aber doch nicht weiter...oder meinst du, es fühlt sich für dich besser an, wenn hier z.B. 2/3 der Urbia-User sagen, dass es ok ist und 1/3 nicht?

Das blöde ist dann, wenn schon 1,5 Jahre zusammen ist und dann erst merkt, dass da grundsätzlich etwas nicht passt und man nicht tolerieren kann, dass der Partner etwas anders sieht. Falls seine ethischen Grundsätze so schlimm für dich sind, dass du dich trennst, dann überlege dir danach für dich was für ein Weltbild du hast und was wirklich wichtige ethische Grundsätze für dich sind. Klär das beim nächsten mal villeicht ein bisschen eher...

(20) 24.11.14 - 11:35

ich sehe es wie du und eine beziehung mit jemandem, der so komplett andere/gar keine werte hat, wäre für mich langfristig nicht denkbar.

(21) 24.11.14 - 11:55

Hm ich denke viele Männer sind da oft einfach anders als Frauen.

Mein mann hat auch kein Problem Fleisch vom discounter zu essen oder billig eier aus bodenhaltung oder oder.... Hm, interessiert mich nicht so. ICH kaufe ein und ICH koche, folglich kommt das auf dem Tisch was ich für richtig erachte und ihm sschmeckt.

Ansonsten, wenn eure Ansichten soweit auseinander gehen und ihr keinen nenner findet, dann finde ich das problematisch. Wobei, da keinen nenner zu finden ist kindisch und bockig.

Wenn wir gemeinsam einkaufen sind dann weiß mein mann das ich nicht die billig eier haben möchte und packt sie folglich auch nicht in den Wagen.

Hallo!

Ich glaube, man kann Euer Problem von der Frage Fleisch/Nicht Fleisch bzw. Bio oder nicht trennen: Eure Wertvorstellungen gehen weit auseinander und für Dich ist das ein Problem. Fertig aus.

Ihr könntet Euch zusammensetzen und ernsthaft versuchen, Verständnis für die Sichtweise des anderen aufzubringen und schauen, ob und wie eine Beziehung unter diesen Voraussetzungen lebbar ist ODER Ihr stellt fest, dass der Graben zu tief ist und geht getrennte Wege.
Völlig unabhängig davon, wer nun recht hat - das ist ein Thema, an dem man sich echt entzweien kann und das einem das Leben verdammt schwer macht, wenn man es ernst nimmt und keinen gemeinsamen Nenner findet und darauf kommt es an.

Für mich wäre es übrigens auch ein Problem.

Viele Grüße!

  • (23) 24.11.14 - 12:46

    Vielen Dank für dein Verständnis. Du beschreibst das sehr gut. Es geht mir wirklich um etwas Grundsätzliches. ich erwarte noch nicht einmal dass er sich mir anpasst nur weil ich das sage. Mir geht es vielmehr um ein Verständnis, dass man entweder hat oder nicht. Natürlich kann man sich auch annähern. Aber erschrocken über seine Gedankenlosigkeit war ich trotzdem. Das habe ich von ihm so nicht erwartet. Er ist ansonsten ein gebildeter Mensch. Aber bei dem Thema wirkte er richtig abgestumpft.

(24) 24.11.14 - 13:59

Trennung wegen nem banalen Schnitzel...

Die Welt wird dich immer bekloppter.
Wir essen eigentlich jeden Tag Fleisch, mein Mann würde mir was anderes erzählen wenn ich dem Anfange dieses zu streichen.

Wenn er das billig-Fleisch essen will dann kauf es ihm doch meine Güte

  • (25) 24.11.14 - 14:19

    wenn zwei menschen ohne ethische grundsätze aufeinander treffen und miteinander glücklich sind, ist doch alles toll. viel spaß mit euren billigschnitzeln und ein gutes leben weiterhin.

    andere menschen haben möglicherweise einen gewissen anspruch an sich und ihren partner. man muss nicht gleich zum hardcore-veganer in brokkolischuhen werden, aber ein so unreflektierter mann wie der der TE käme mir nicht in die bude oder gar ins bett. das kann man natürlich bekloppt finden, das sagt aber eventuell mehr über einen selbst aus als über die, die man bekloppt findet.

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