Reaktion meiner Tochter - bin sehr traurig

    • (1) 27.11.14 - 20:57
      Traurige Mutter

      Es muss in schwarz sein.Mir ist das unangenehm. Wir haben Schulden. Weil wir im Eigenheim wohnen. Das ist ja noch ziemlich normal. Aber jetzt ist vieles anders gelaufen als geplant und wir müssen wirklich haushalten. Wir versuchen das den Kindern nicht anmerken zu lassen. Aber zum Beispiel konnten wir dieses Jahr keinen großen Urlaub machen und auch keine Ausflüge (ausser Spielplatz, das kostet ja nichts)
      Aber heute kam meine Tochter zu mir, ich habe gearbeitet (von zu Hause aus, ist mein 2.Job), sie hat zuvor im Zimmer gespielt. Sie ist Ende Oktober 8 Jahre alt geworden aber glaubt noch an das Christkind.

      Sie kam zu mir und sagte:
      "Mama,ich wünsche mir vom Christkind kein Spielzeug. Ich habe ja genug. Ich wünsche mir einfach Geld, das gebe ich euch, dann könnt ihr ein paar Rechnungen bezahlen!"
      Mir standen die Tränen in den Augen.

      Wie soll ich jetzt reagieren?
      Ich hätte nie gedacht dass sie das so mitbekommt :( :(
      Wie hättet ihr reagiert?
      Ich habe ihr gesagt, sie soll sich keine Sorgen machen und sich ein schönes Spielzeug überlegen, was sie auf ihren Wunschzettel schreibt.

      • Wenn mich das Eigenheim so sehr an meine Grenzen bräche, dass meine achtjährige Tochter das in diesem Maße mitbekommt, dann würde ich mir über diese Entscheidung mal ein paar grundlegende Gedanken machen.

        Gibt's noch einen Weg zurück, waren die Träume vielleicht eine Nummer zu groß?

        Für viele wird das Eigenheim irgendwann zur fixen Idee, für nicht wenige mittelfristig zum größten Alptraum.

        Ich würde sie in den Arm nehmen, mich bei ihr bedanken und ihr sagen, dass ich ganz stolz auf ihre Reaktion bin - ein tolles Mädchen hast Du da!#pro

        Dann würde ich ihr kindgerecht die Situation erklären und ihr sagen, dass sie natürlich etwas zu Weihnachten bekommt.

        (4) 27.11.14 - 21:11

        Es liegt nicht am Eigenheim, die Finanzierung hätte super gepasst ....

        Aber manchmal passieren Dinge im Leben, die man nicht vorhersehen kann und die werfen alles durcheinander :(

        • (5) 28.11.14 - 07:42

          hi,

          sawas kenne ich leider auch.

          am 01.05.12 ins traumhaus gezogen und ende oktober´12 der unfall meines mannes...
          er brach sich einen brustwirbel und wurde mehrfach operiert #schmoll.

          naja, bis dann das ganze krankengeld usw richtig ausgezahlt wurde, verging auch eine geldknappezeit.
          besonders zu weihnachten... da hatte die tante von der kk doch nur 1 tag berechnet, anstelle des ganzen monats und es wurde erst januar wieder "verbessert".

          du hast eine tolle tochter!
          besprich es in aller ruhe mit ihr.

          lg

      Hallo,

      das klingt wirklich sehr rührend.
      Ich denke mal, deine kleine Tochter hat alles richtig gemacht. Sie merkt, daß ihr etwas in Schwierigkeiten steckt. Du solltest aber kein schlechtes Gewissen haben. Denn eine schwierige Lage kann in jeder Familie mal vorkommen und da zählt an erster Stelle, dass man zusammen hält und das hat eure Tochter damit bewiesen. Sie hat für ihr Leben gelernt, dass die Familie immer zusammen halten muss, egal ob nun in guten oder in schlechten Zeiten.
      Manchmal staunt man, was die Kleinen schon alles drauf haben, nicht wahr?
      Doch insgesamt muss ich jetzt mal einschätzen, das ihr jedoch nicht unter Armut leidet, ihr legt eben euer Geld in andere Sachen an. Das solltest du ihr zu verstehen geben, denn ein Haus ist auch Luxus. Ein Kind kann allerdings diesen geschaffenen Wert noch nicht einschätzen. Sie muss eben auch lernen, sich deswegen einzuschränken.

      Ausserdem habe ich eigentlich die Meinung, lieber den Kindern auch mal Enthaltsamkeit beizubringen. Denn dann haben sie es im Leben leichter.
      Somit haben sie gelernt, auch mit weniger zu leben und trotzdem zu sparen. Umgekehrt wäre es für manchen eine Katastrophe, er könnte es nicht.

      LG Lotta

    • Ihr gesagt, dass das ganz lieb ist, wenn sie an euch denkt und helfen will. Aber sie trotzdem ihr Spielzeug aufschreiben soll.

      So eine Situation ist nicht leicht. Ich weiß das - bin selbst auch mittendrin *seufz*

      Hi,
      sei stolz auf Dich, alles richtig gemacht!!!

      Wir hatten auch sovieles anders geplant. Wir haushalten ohne Ende, wegen dieser blöden DHH von meinem Mann. Die hat er in die Ehe gebracht, ich hatte auch schon angefangen zu bauen. Wir wohnen in meinem Haus, zwar abbezahlt, aber noch kompl. Aussenanlage zu machen und Reibeputz im Treppenhaus.

      DHH ist zwar vermietet. Miete deckt aber den monatl. Abtrag nicht. Mieter verursachen nur Kosten und seine Eltern babbeln uns dumm und dämlich.

      Am 25. Oktober 2013 fing der ganze große Mist an und heute noch so ein i-Tüpfelchen von den Mietern. Mein Mann die Ruhe in Person hat seinen Eltern mal den Marsch geblasen, bzgl. der DHH, die hängen nämlich mit drin. Und nein, es ist keine Altersvorsorge, es ist unser Grab.

      Wenn wir im Dezember Null auf Null rausgehen, war es ein super Jahr. Haben zwar nichts gespart, aber es ging auch nichts großes kaputt.

      Auch für Euch und uns kommen wieder bessere Zeiten und für mich der tollste Arbeitsplatz der Welt, auf unserer Verbandsgemeinde - Bitte Daumen drücken !!! Noch läuft die Bewerbung. Nehme aber auch die Pfarrsekretärin.

      Alles Gute !!

      Claudia

      Hallo,

      sei nicht traurig, das schadet deiner Tochter überhaupt nicht, eher im Gegenteil.

      Ich hab mit meinem Sohn eine zeitlang ziemlich "arm" gelebt. Geschadet hat ihm das nicht im geringsten. Er war zwar noch ziemlich klein, trotzdem war ich sehr offen und habe ihm oft erklärt, dass wir für dieses oder jenes im Moment kein Geld haben.

      ich dagegen bin im relativen Wohlstand gross geworden. Geld war bei uns kein Thema. Meine Eltern haben sich nicht damit profiliert, es war einfach nur da. Mit 18 habe ich einen ansehnlichen Betrag bekommen, der dann mit 20 flöten war. Ich hatte kein Gespür für Geld und Jahre gebraucht bis ich es erlent habe.

      Als mein Sohn 5 war habe ich meinen jetztigen Mann kennengelernt, kurz danach bin ich ins Berufsleben eingestiegen. Jetzt geht es uns relativ gut, wir leben nicht im Luxus, aber über Dinge wie Weihnachtsgeschenke etc. müssen wir uns keine Gedanken machen. Trotzdem kennt mein Sohn den Wert des Geldes immer noch. Alle wundern sich, dass er so ein genügsames Kind ist. Er quengelt nicht, schaut immer auf die Preise und sieht ein, dass 4 Euro zu viel sind für ein Snickers am Flughafen. ;-)

      Gut möglich, dass deine Tochter trotzdem leidet, dann aber hauptsächlich weil sie spürt wie traurig du bist. Man kann da mit Sicherheit geteilter Meinung sein, aber wie gesagt, ich war immer ehrlich und habe es auch nicht als schlimm empfunden, dass er das mitbekommen hat. Schlimmer wäre es gewesen, er hätte meine Traurigkeit gespürt und dann ( wie Kinder es oft machen) sich die Schuld daran gegeben.

      Heisst dann ja auch, dass sich die Kinder mit euch freuen können, wenn dann mal was da ist. Mein Sohn hat mal so schön gesagt: über Geld kann sich nur jemand richtig freuen, der keins hat. ;-)

      ich hoffe, wirklich, dass ich auch meinen anderen Kindern, ein bisschen Gespür für Geld beibringen kann. Nichts finde ich schlimmer als Kinder, die an Weihnachten mit ellenlangen Wunschzetteln dastehen und keinen Gedanken daran verschwenden auch mal einem anderen eine Freude zu machen,

      (10) 28.11.14 - 09:49

      Sehr traurig, wenn schon soviel auf einer Kinderseele lastet. Daran solltet ihr schnellsten etwas ändern.
      Nimm Deinen Kind die Sorgen, sprecht nicht vor ihr darüber und schaut, dass ihr ab und an mal was unternehmt, was nicht nur Spielplatz ist.

      Und wenn es gar nicht anders geht, dann muss das Eigenheim halt weg.

      • ich halte genau das für falsch. Sie versuchen es von den Kindern fernzuhalten. Aber was ist falsch daran zu erklären, dass es eben kein großen Urlaub gibt, weil momentan wenig Geld da ist. im schlimmsten fall, hatte der Vater einen Unfall und kann nicht arbeiten gehen. ein 8 jähriges Kind ist doch auch nicht dumm.

        Auch wenn man nicht redet spüren die Kinder die Sorgen.

        Streiten allerdings über das Geld sollten sie niemals vor dem Kind.

        • (12) 28.11.14 - 14:28

          Es ist nichts falsch daran, nicht in den Urlaub zu fahren, aber wenn sich eine 8jährige Gedanken macht, dass ihre Eltern Rechnungen nicht bezahlen können, das ist eine ganz andere Sache und gehört nicht in die Gedankenwelt einer 8jährigen.

          • ....ja richtig. Genau deswegen wäre Offenheit und Authenzität besser gewesen. Also dass die Mutter von vornherein zum Kind gesagt hätte "du, wir haben aus dem und dem Grund im Moment nicht so viel Geld, aber wir werden nicht verhungern und für ein paar Weihnachtsgeschenke reicht es". Dass das Kind sich nun solche Sorgen macht, liegt doch an der ganzen Heimlichtuerei. Eine Achtjährige kriegt das doch mit, vielleicht wollte sie mit dem Satz auch, dass die Mutter endlich mal offen mit ihr spricht! Angst gemacht hat ihr da ja nicht sie Situation an sich, sondern dass vornherum immer getan wurde als wäre nichts und sie aber was anderes gespürt hat (sog. Doublebind). LG

      Hi,
      ich halte deinen Beitrag, bzw. den Satz "Sehr traurig, wenn..." für unangemessen pathetisch.

      Wenn ich die TE richtig lese, geht es um Verzicht auf Luxus wg. einer unvorhersehbaren Situation. Nicht schön, aber eine schädliche Belastung für eine Kinderseele kann ich darin nicht erkennen. Das Mädchen ist 8 Jahre alt, ich fände es eher seltsam, wenn sie die Veränderungen, die durch die momentane Geldknappheit entstanden sind, nicht mitbekäme und nicht hinterfragen würde. Da muss sie noch nicht einmal Gespräche mitangehört haben.
      Sie lernt, dass Geld nicht auf Bäumen wächst, und dass man eben verzichten muss, wenn es mal knapp ist.

      Vlg tina

      • (15) 28.11.14 - 14:25

        Einen Kind zu vermitteln, dass man sich nicht alles kaufen kann ist etwas anderes als wenn ein Kind Existenzsängste spürt und sein Weihnachtsgeschenkegeld den Eltern anbietet, um Rechnungen zu bezahlen. Sie hat nicht gesagt, damit wir mal in den Urlaub fahren können! Das ist ein sehr großer Unterschied!

        Ein Kind kann mit wenig glücklich sein, aber es sollte keine Ängste haben, dass die Eltern nichts mehr bezahlen können.

Hallo,

Geht es um Urlaub und Ausflüge?

Dann halte ich den Post für frech in Anbetracht richtiger Schicksalsschläge die damit einhergehen das man sich nicht mal mehr die Wurst auf dem Brot leisten kann.

  • (17) 28.11.14 - 14:11

    Du hast Recht. Richtig dekadent finde ich dann immer "verrechnet wegen Eigenheim". Es ist nur gesund und normal dass ein Kind im Grundschulalter lernt, dass man mit dem Geld haushalten muss. Die Reaktion es Kindes resultiert ja wahrscheinlich eher aus dem Theater heraus das die Eltern der Tochter vorspielen. Es geht ja nicht um "bittere Armut", sondern, wie sie selber schreibt, um Ausflüge und Urlaub wegen eines Eigenheims. Beides können sowohl wir als auch die meisten unserer Bekanten sich nicht (regelmäßig) leisten. Und keiner tut vor den Kindern so als seien sie Prinzen und Prinzessinen, die alles haben sollen.

    Gruß und schönes Wochenende!

(18) 28.11.14 - 21:31

Es ist schwer, eine komplexe Situation, die man auch im weltweiten WWW nicht bis ins Detail preisgeben möchte, in wenigen Sätzen für jedermann verständlich zu beschreiben.

Ich bedanke mich bei euch für die Antworten, wenn auch manche schon sehr hart waren.

Es geht nicht nur um Urlaub um Ausflüge. Aber Kleidung nur aus dem Secoond-Hand-Laden klang dann schon zu dramatisch. Auch wenn dem so ist. Sonderangebote. Wenn es nichts im Second Hand gibt, dann nur als Sonderangebot aus dem Discounter oder Supermarkt.

Wir haben anders gelebt vorher, Urlaub und Ausflüge - um auf mein Beispiel zurück zu kommen - waren normal. Auch für unsere Kinder. Natürlich bekommen sie es mit, dass diese jetzt ausfallen.

Wir verheimlichen nichts vor den Kindern. Ich sage ihnen, dass wir zwar weniger Geld haben, aber wir haben genug zu Essen, haben ein warmes Haus und Kleidung zum anziehen.

Nur für Luxus reicht es nicht, Luxus im Sinne von neuer Kleidung aus dem Bekleidungsfachgeschäft, neues Spielzeug, Ausflüge zu SeaWorld und Co, Zirkus, Theater.

Es ist mir bewusst, dass es Familien gibt, denen es wesentlich schlechter geht.

Aber unsere Kinder haben es anders kennen gelernt und haben nun eine Veränderung wahrgenommen.

Ich denke, dass hier auch die Ursache für den Ausspruch meiner Tochter zu suchen ist. Keine Existenzängste. Denn die haben wir so noch nicht und das sage ich ihr kindgerecht immer wieder.

Warum viele uns gleich raten, ohne unsere Situation zu kennen, das Haus zu verkaufen, ist sehr anmaßend, denn dazu müsste man die ganzen Hintergründe kennen und die werde ich im WWW nicht offen legen.

Mein Onkel redet mit seiner Tochter auch 8 über alles. Auch über geld. Diese gibt ihrem Papa zb ihr altes Spielzeug was sie nicht mehr haben will er versteigert es sie bekommt das geld wovon sie sich neues holen kann. Er zahlt immer mit bargeld damit sie sieht das man etwas geben muss um etwas zu bekommen. Und sie erinnert ihn an dinge und fragt ihn ob er alles bezahlt hat. Es ist wichtig kinder auf das wahre leben vorzubereiten

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