Abstriche bei Partnersuche um so älter man wird...

    • (1) 02.12.14 - 17:33
      patchworkglück

      Hi,
      habe seit einigen Monaten eine neue Beziehung, der erste Mann im Haus seit der Trennung vom Kindsvater vor drei Jahren.
      Der erste Mann, bei dem ich mir sicher war, dass ich ihn den Kindern vorstellen möchte um eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.
      Damit habe ich nach dem Kennen lernen vier Monate gewartet, habe auch vorher die rosane Brille abgesetzt.
      Meine zwei Kinder mögen den Neuen sehr, natürlich mit altersgemäßen Rivalitäten ("das bleibt aber meine Mami"), trotzdem sehr harmonisch- er kann mit beiden Kindern gut umgehen.
      Jetzt haben wir zusammen den ersten Urlaub verbracht und ich frage mich, ob ich mit allem so klarkomme auf die Dauer.
      Ich war jetzt so lange meine Freiheit gewöhnt.
      Jetzt würde der neue Alltag so aussehen, dass da wieder einer ist, der ein warmes Essen erwartet und sich ein wenig bedienen läßt, bzw. dem ich einiges hinterher räumen muss damit meine Ordnung bestehen bleibt wie ich es mag.
      Er spielt mit meinem Sohn Spielekonsole und ich lese Zeitung.
      Er schläft gerne früh, ich spät.
      Er hat einen anderen Humor als ich.
      Ich lese viel, er schaut viel Filme.
      Sonntagsfrühstück zu viert ist für mich so unreal und irgendwie stressig.
      Zeit zu zweit ist wegen der kids selten, auch das belastet mich.
      Wohl alles normal, aber verlange ich zu viel, wenn ich Zweifel habe, ob das klappen kann.
      Obwohl ich ihn sehr lieb gewonnen habe, würde ich ihn am Liebsten öfters am WE rausschmeißen um meine Ruhe wieder zu haben und alles selbst zu entscheiden.
      Bin ich zu retten?
      Muss ich einiges einfach so annehmen, um eine Beziehung zu führen? Oder ist das schon Beziehungsunfähigkeit?

      • Hi,
        zunächst finde ich nicht, dass Du lange alleine warst. Drei Jahre seit der letzten Trennung nach einer Beziehung aus der offensichtlich Kinder hervorgegangen sind, finde ich aus persönlicher Erfahrung eher kurz. Vielleicht bist Du auch noch nicht wieder wirklich offen. Sich einen Partner zu wünschen und sich auf einen Partner wirklich einlassen zu können, sind zwei verschiedene Dinge.

        Wohnt Ihr denn bereits zusammen? Und wieso entspricht Du seinen unausgesprochenen Erwartungen, ohne das klärende Gespräch zu suchen. Das ist doch irgendwie ungesund für die Beziehung. Sprichst Du überhaupt offen über Deine Vorstellungen und Bedürfnisse? Die Art wie sich eine Beziehung gestaltet, ist ja letztlich Verhandlungssache zwischen den Partnern.

        Viele Grüße,

        die Landmaus

        • (3) 02.12.14 - 18:16
          geht mir genauso

          Kann ich voll nachvollziehen. Hatte bis vor einem Jahr auch wieder eine Beziehung, hat nur 2 Jahre gehalten. Kinder sind schon lange aus dem Haus und ich war vorher einige Jahre allein. Ich bin froh jetzt wieder allein zu sein. Wahrscheinlich liegt es daran das ich oftmals Spätdienst habe. Früh lange schlafen, keiner nervt, keiner schnarscht alles in Ruhe. Lesen, relaxen, telefonieren, hingehen wo man will, zurückkommen wann man will. Alles bleibt so wie es ist und wenn ich abends heimkomme ist Feierabend, keiner will was, einfach Füße hoch oder noch Freunde besuchen, langes telefonieren, Hobbys usw. Vielleicht liegt es auch daran das ich den ganzen Tag mit Menschen arbeite und abends meine Ruhe brauche. Manchmal denke ich ich bin nicht ganz normal weil jeder nach einer Beziehung strebt. Ich fühle mich wohl allein auch wenn ich allein in Urlaub fahre oder fliege vermisse ich nichts.

          Dazu möchte ich sagen ich hatte eine 20igjährige Ehe, eine vierjährige Beziehung und eine 2jährige Beziehung. Vielleicht denkt man ab 50 anders und will sich niemanden mehr in die Wohnung holen. Hier ist alles chick und das gebe ich auch nie wieder auf und ich ziehe auch niemals woanders ein oder mit jemanden zusammen. Ich könnt mir ne Freundschaft mit jemanden vorstellen der genauso tickt. Vielleicht gibts ja solche Männer. Mal sehen was noch so kommt und wenn nicht ist es auch egal.

          Das bin ich, die keinen Stress hat, Füße oben schöne Musik und Räucherkerzel und mit heißem Tee.

      Bleibt doch in getrennten Wohnungen und nehmt Euch die Zeit für Euch allein, die Ihr braucht.

      Man muss nicht immer zusammen glucken, nur weil man in einer Partnerschaft ist.

    • Ich finde Angst gut, sie bewahrt einen davor, sich gedankenlos in ein Abenteuer zu stürzen.

      Man ist älter, hat Kinder, Verantwortung und evtl. eine Hypothek. Die Zeiten in denen man sich kopfüber in eine neue Beziehung gestürzt hat sind vorbei....

      Je älter man wird, um so deutlicher weiß man was man will.

      Was Du beschreibst, klingt für mich gar nicht so schlecht. Du und er ihr seit gereifte Persönlichkeiten, da muß man keine symbiotische Beziehung führen. Was macht es denn, wenn einer früh und der andere später schlafen geht. Seit wann ist das ein Gradmesser für Emotionen?

      Wichtig ist doch, das Du einen Menschen gefunden hast, der Dich liebt und Dein Leben bereichert, aber nicht zwingend in jeder freien Minute.

      Ich finde es in Ordung, wenn ein Mann ein bisschen verwöhnt wird, solange das nicht einseitig ist. Beispiel: ich koche gerne und probiere gerne neue Rezepte aus. Und er mag es dies zu Essen. Seine Revanche: Er führt mich dafür aus, ins Theater, gute bis sehr gute Restaurants.

      Dafür jedoch mag er Fußball, ich mach in der Zeit was alleine, meist aktiv Sport.

      Wir werden nun zusammenziehen.

      Ja, ich habe da auch Manchetten, aber ich glaube an uns .

      Ja, Liebe braucht Mut, je älter man wird und je mehr Enttäuschungen man erlebt hat, desto mehr.

      Pina

      Hallo,

      ich finde dein Verhalten gar nicht seltsam und dich auch nicht Beziehungsunfähig. Du warst nur 3 Jahre mit den Kids allein und hast dein Leben und deinen Alltag so gestaltet wie du ihn haben wolltest. Da ist dein neuer Freund erst mal ein Störfaktor.

      Auch kannst du dich ja nicht ungehemmt in die neue Beziehung stürzen, schließlich stehn mitten drin noch deine Kinder. Das das störend auf das neue Glück wirkt ist klar. Dieses ganze Patchworkgeflecht kostet Nerven, und die scheinst du im Moment nicht zu haben, auch behagt dir das wieder einem Mann verpflichtet zu sein, und sei es nur das Kochen, gar nicht.

      Kann ich voll verstehen, würde mir in deiner Situation ganz genauso gehen.

      Meine Lösung wäre da ganz einfach. Jeder behält seine Wohnung und seinen Alltag. Wenns passt trifft man sich wenn nicht nicht. Für mehr scheinst du einfach im Moment nicht bereit zu sein.

      Wenn du irgendwan mehr empfindest, als ihn nur lieb gewonnen zu haben, ändert sich auch dein Empfinden was das Zusammenleben betrifft.

      LG

    • Ein schwieriger Punkt ist nach drei Jahren alleine sicher das Gefühl der verlorenen Freiheit. Wieder Rücksicht nehmen müssen etc.

      Da solltet ihr genaue Absprachen treffen. Sei es für gemeinsam verbrachte Zeit ("diesen Sonntag nachmittag will ich alleine sein") oder auch für den Alltag ("ich koche heute nicht, es gibt Brote. Wenn du was warmes haben willst musst du selbst an den Herd oder eine Pizza bestellen! ").

      Was mir bei deinem Post ein bisschen abgeht: willst du genau den Mann wirklich? Meistens zumindest? Freust du dich ihn zu sehen? Sehnsucht? Im großen und ganzen eine Bereicherung für dich?
      LG

      Hallo,

      ich würde lieber allein wohnen bleiben!

      Ich für mich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder mit einem Mann zusammen zu leben. Lieber jeder mit seinem Bereich.

      Das ist keine Beziehungsunfähigkeit sondern es ist deine Lebenserfahrung gepaart mit
      deinen Ansprüchen.
      Ab einem bestimmten Alter ist man nur begrenzt flexibel und die Liste der persönlichen
      Unabdingbarkeiten nimmt zu!
      Das erklärt auch warum ja ca. 3/4 neuer Beziehungen nicht dauerhaft halten, besonders
      dann wenn 2 starke, selbstbewußte Partner zusammen treffen.
      Ich höre auch ,aus dem Bekanntenkreis, daß viele mehr Kompromisse machen als früher
      damit die neue Beziehung hält bzw. man zieht erst nach Jahren zusammen (z.B wenn

      die Kinder raus sind).
      Aber getrennt wohnen liegt ja im Trend! Der moderne Mensch ist halt nicht so biegsam!?

      HI,

      das was Du schilderst passiert auch in einer glücklichen Beziehung!!!
      Die Rama-Familie gibt es nur im TV;-)

      OK, mein Mann würde am Abend kein warmes Essen erwarten - hätte er auch bei mir Pech#rofl aber alles andere in Maßen ist doch normal.

      Wir schimpfen immer das die Männer was liegen lassen....wenn ich mich in der Wohnung gerade umschaue....Nähsachen auf dem Tisch, Arbeitskram, Zeitungen auf der Couch, Bügelwäschekorb an der Tür.....für mich normal, mein Mann würde vielleicht auch sagen "kannst Du nicht mal Deinen Kram aufräumen". Der einzige Unterschied ist der, ich würde wild werden, wenn ER anfängt meine Sachen hinterher zu räumen,...daher verzeihe ich es ihm auch, wenn die Kaffeetasse mal stehen bleibt....meine steht genauso mal rum#schein

      Im Großen und Ganzen sollte es aber passen.

      OK, ich bin auch mal froh, wenn mein Mann am Wochenende mit den Kids auf den Sportplatz verduftet und ich Zeit für mich alleine habe.....

      Vielleicht hast Du einfach Anpassungsprobleme, da Du doch recht lange alleine warst und hast einen eingespielten Alltag!

      Viel Glück
      Lisa

      • "Wir schimpfen immer das die Männer was liegen lassen....wenn ich mich in der Wohnung gerade umschaue....Nähsachen auf dem Tisch, Arbeitskram, Zeitungen auf der Couch, Bügelwäschekorb an der Tür.....für mich normal, mein Mann würde vielleicht auch sagen "kannst Du nicht mal Deinen Kram aufräumen". Der einzige Unterschied ist der, ich würde wild werden, wenn ER anfängt meine Sachen hinterher zu räumen,...daher verzeihe ich es ihm auch, wenn die Kaffeetasse mal stehen bleibt....meine steht genauso mal rum"

        Genau diese Denke vermisse ich bei ganz vielen Frauen im Forum. Diese Erwartung, dass der Mann sich bedingungslos den Ansprüchen der Frau zu beugen hat, denn DIE müssen ja richtig sein, sonst hätte die Frau sie ja nicht... gruselig.
        Ich denke dann immer, diese Frauen sehen den Mann eher als Haustier denn als gleichwertigen Partner.

        Wenn ich ein Haustier will, schnappe ich mir unsere Katzen. Mein Partner ist und bleibt mein Partner. Seine Socken, meine Taschentücher, mein Schal, seine Zeitung. Es ist alles gleichwertig nervig (oder nicht nervig), wenn es herumliegt. #schein

        • cool, Deine Katze saugt die Wohnung....würde mein Mann so haaren, wäre er schon vor der Tür#rofl, Tja, er hat gar keine Chance mehr, so wenig wie er auf dem Kopf noch hat.

          Wer hat denn keine Macken...solange sie noch erträglich sind....
          Wobei....manchen Männer würde ich hier nicht geschenkt bekommen wollen ....
          Wie heißt es so schön, der Deckel paßt so lange auf dem passenden Topf, bis das Wasser drinnen überkocht...

          LG
          Lisa

    Hallo,

    ich denke: ja.

    Man bzw. Frau muss Abstriche machen. Vor allem Frau....... Eigentlich nur Frau.

    Unbestritten ist, dass man bestimmte Einbußen hinnehmen muss oder sollte, will man nicht den Rest seines Lebens alleine bleiben. Das hat natürlich auch mit dem eigenen, je nach Lebensphase, rapide sinkenden Marktwert zu tun. Frauen werden ja nicht einfach älter an Jahren wie Männer sondern es tritt ein Prozess der visuellen Devastierung ein. Dieser Prozess beginnt in etwa ab dem 40. Lebensjahr. Die Kosmetikindustrie mit ihren ungezählten und milliardenschweren Restaurationsprodukten gibt zwar für viel Geld angeblich die Mittel an die Hand, diesen Verfallsprozess zu verlangsamen. Aber erstens haben nicht alle Frauen die finanziellen Mittel, sich diese Produkte leisten zu können und zweitens ist auch ihr Nutzen oft zweifelhaft: Ein kleiner Kratzer über die Wange und oft bröckeln schon die mühsam aufgetragenen Präparats-Schichten und es bietet sich dem Betrachter durch den Riss der unschöne Anblick auf gräulich schimmerndes, schon im Beginn der Verwesung dahinglibberndes Gewebe.

    Das lässt unweigerlich die Schlussfolgerung zu: Will sie noch angeschaut werden, ja, noch jemanden haben, der bereit ist, diese optische Belastung dauerhaft zu ertragen, muss sie diese eklatanten Defizite durch andere Leistungen ein wenig versuchen auszugleichen: Kochkunst, unbedingten Gehorsam, servile Gesten der Begrüßung und bedingungslose Anerkennung des Mannes als Souverän.

    Männer haben den einzigartigen biologischen Vorteil, dass ihre äußere Attraktivität in reziproken Verhältnis zu ihrer zunehmenden Jahreszahl steht. Ihre überproportionale Zunahme an äußerer Attraktivität geht einher mit der Vervollkommnung der geistigen Kapazitäten: Die Folge: Weisheit, Erleuchtung, Erhabenheit.

    Im Grunde, liebe TE, hast Du es doch sehr gut getroffen. Deine innere Renitenz, das Gefühl sich noch gegen das Unausweichliche zu sträuben, wird mit den Jahren vergehen wie Dein Äußeres verkommt und vergeht. Dann wirst Du es zu schätzen wissen, dass Du nicht, wie viele andere namenlose Frauen, die ohne Partner, ein Leben in der grausamen Tristesse ihres eigenen abstoßenden Äußeren fristen müssen, einsam und verloren nur da sitzt und auf Dein Ende wartest.

    Und jetzt hast Du sicher schon Ideen, was Du Deinem Partner heute Abend schönes kochen kannst oder?:-)

    • "Ihre überproportionale Zunahme an äußerer Attraktivität geht einher mit der Vervollkommnung der geistigen Kapazitäten: Die Folge: Weisheit, Erleuchtung, Erhabenheit."

      #rofl #rofl #rofl #rofl #rofl pruuuuuust

      So sei es Erhabener ! #cool

      LG Moni

      PS: Möchtest Du nicht einen Beziehungsratgeber schreiben ? Deine Abhandlungen sind doch zu schade, um nur bei urbia ihr Dasein zu fristen #cool

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