Trennung vom Kindsvater, aber wie?

    • (1) 05.12.14 - 19:44

      Hallo ihr Lieben,

      ich bin momentan nicht so richtig ich selbst. Mir schwirrt soviel im Kopf umher. Und jetzt kurz vor Weihnachten spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, mich von dem Vater meiner sieben Monate alten Tochter zu trennen.
      Zur Vorgeschichte: wir kennen uns jetzt fast zwei Jahre, er geschieden, ich geschieden.
      Mit Kindern sollte es bei ihm und auch bei mir in unseren Ehen nicht klappen. So dachten wir auch nie, dass es bei uns was werden würde, und vor allem so schnell. Ich wünschte mir immer ein Kind, das wusste er und er sich auch, nur dachte er auch, es bliebe ihm verwehrt. Bin nun MItte 30. Ihm wurde damals keine besonders gute Fruchtbarkeit bescheinigt und bei mir war auch ein körperlicher Grund der Auslöser, warum es nicht klappte. Bevor wir jedenfalls zusammenkamen, verging erstmal ein halbes Jahr, in dem ich getestet und geguckt habe, wollte mich nicht kopflos in irgendeine Beziehung werfen, sondern erst schauen, ob es wirklich passt. Sozusagen dieses erste halbe Jahre rosarote Brille umgehen. Und dann im Mai letzten Jahres kamen wir endlich zusammen. Hat lang gedauert, ich hab mit mir gehadert, weil wir so eine tolle Freundschaft hatten und ich Angst hatte, dass diese, wenn die Beziehung scheitert, auch kaputt gehen würde. Aber ich war verliebt! Hatte es mir bis zu diesem Zeitpunkt nur nie bewusst gemacht. Jedenfalls wurde ich durch einen kleinen "Unfall" Anfang August schwanger. Ich hab nicht verhütet (was er wusste) und wir beide waren schon so voll dabei, dass wir dachten, jetzt ists egal, einer von uns hätte erst zum Auto gehen müssen, um Gummis zu holen. Passiert sowieso nix. Tja...schwupps war ich schwanger...natürlich erstmal ungläubig gewesen, unfassbar. Ich war schwanger!!!!! Aber wir waren beide unendlich glücklich. Naja, jedenfalls kam unsere Tochter im Mai diesen Jahres zur Welt. Und da fing es eigentlich so richtig an...ich hatte schon während der Schwangerschaft manches Mal den Gedanken, vielleicht war das alles doch ein Fehler mit ihm. Hab aber immer gedacht, vielleicht wirds nach der Geburt besser. Jetzt jedoch stellt sich immer mehr raus, dass er definitiv der Falsche für mich ist und mich mittlerweile alles nur noch an ihm nervt! Und das liegt nicht an den Hormonen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen und aufhören soll, aufzuzählen, was mich stört, es ist irgendwie alles! Er zieht mich mit seiner negativen Lebenseinstellung sowas von dermaßen runter, noch dazu seine Art, die der eines 70-Jährigen entspricht, ein richtiger Spießer. Und dabei ist er erst Mitte 30! Ein Freund meinte letztens zu mir, er würde neben mir nicht wirklich männlich wirken, ich sei einfach zu stark. Und das stimmt. Ich bin einfach ein zu starker Charakter für ihn. Er braucht ein "graues Mäuschen" (soll jetzt nicht böse klingen), die begeistert zu ihm aufblickt und ihn anhimmelt. Mehr jedenfalls als ich es getan habe. Seine Frau war so Jemand. Er tut manchmal so, als würde ich ohne ihn nicht überleben können.

      Noch dazu war es so, dass er sich nach der Geburt nicht so richtig um seine Tochter gekümmert hat. Alles blieb an mir hängen. So diese richtig typische Rollenverteilung eben. Frau ist für Baby zuständig. Ich hab ihn mal gefragt, ob es daran liegt, dass er ohne Vater aufgewachsen ist. Aber wenn wir irgendwo waren, musste er ja demonstrieren, dass fürn toller Vater er sei. Waren wir wieder unter uns, war ich wieder allein für alles zuständig. Muss dazu sagen, wir haben von Anfang an nicht zusammengewohnt, sondern auch schon vor ihrer Geburt eine Fernbeziehung geführt. Hatte mich so drauf gefreut, eine kleine tolle Familie zu haben, aber nix. Ich bin nicht nur auf dem Papier alleinerziehend, sondern wirklich! Bin vor kurzem umgezogen, und kurz vor dem Umzug hats dann richtig geknallt, für mich war die Sache eigentlich schon erledigt, er hat gar nicht verstanden, was los sei, es sei doch nie was gewesen! Nur weil ich nicht mehr wolle, sei das doch kein Grund, "wir scheiß Weiber würden immer denken, das ganze Leben sei Spaß und Party. Man müsse auch mal den Arsch zusammenkneifen." Da hab ich ihn dann gefragt, wenn fehlende Liebe keinen Grund für ihn darstellt, was denn dann? Muss ich erst fremdgehen? Hab ihm auch gesagt, dass ich doch nicht aus Zwang mit jemandem zusammen sein möchte. Naja, Ende vom Lied...da sind wir immer noch zusammen. Aber es hat sich wenigstens was dahingehend positiv geändert, dass er sich jetzt viel besser um die Lütte kümmert. Sie himmelt ihn ja auch an und das soll auch so sein. Der Rest ist immer noch so. Ich mag nicht mehr, ich liebe ihn nicht mehr und jeden Tag fällt mir was Neues auf, was mich an ihm nervt. Letztlich besteht das alles nur noch wegen unserer Tochter. Jetzt ist er schon eine Woche bei mir (hab bei meinen Eltern im Haus eine eigene Wohnung) und bin froh, wenn er wieder fährt. Noch dazu ist es so, dass meine Mutter das alles auch schwer belastet, weil sie ja nun auch voll mittendrin ist und auch über die Situation Bescheid weiß und mir jetzt auch schon geraten hat, dass sich was ändern soll, wenn ich ihn nicht mehr liebe, soll ich mich trennen, aber diese schlechte Stimmung findet sie scheiße. Ich will mich auch trennen, dass steht jetzt auch fest, aber wie??? Der Grund, ich liebe ihn nicht mehr und alles an ihm nervt nur noch, versteht er ja nicht. Und die Vorwürfe, die er mir machen wird, kenn ich auch schon zur Genüge. Ich hätte ihn ja nur ausgenutzt, ich hätte ja jetzt alles, was ich immer wollte. Durfte ich mir auch schon anhören. Ich finde das ganz schön frech. Ich kann mir schon vorstellen, wie das ablaufen wird, wieder ein "scheiß Weib", das ihn nur ausgenutzt hat. Er war mit seiner Frau 10 Jahre zusammen, sie hat sich getrennt, aber ich höre nur Schlechtes über sie von ihm. Und so wird er auch über mich reden. Ich habe Angst, dass er irgendwann unsere Lütte bei unseren Streitigkeiten, die ich gar nicht haben will, mit reinzieht. Ich will mich vernünftig und in Frieden trennen, habe aber leider die Befürchtung, dass es von seiner Seite viel Krieg geben wird. Ich will, dass er sich vernünftig um die Lütte hinterher kümmert, sie ist das Wichtigste, aber eben diese Folgen haben mich bis jetzt davon abgehalten, auch wirklich den Weg zu gehen, mich zu trennen. Hat Eine von euch das auch schon mal so in der Art durch? Vielleicht übertreibe ich auch einfach, aber ich kann mir nicht mehr vorstellen, mit einem Mann zusammen zu sein, der mich, egal was er wie tut oder sagt, nur noch nervt!!! Ich will nur, dass er es akzeptiert und wir relativ in Frieden auseinandergehen. Ich will ihm weder was Schlechtes noch will ich ihm oder seiner Mutter die Lütte vorenthalten. Ich will mich einfach nicht mehr ärgern und ich finde es auch schlimm, über ihn so zu denken, wie ich es tue und das macht es für mich eigentlich auch nur noch unmöglich, eine Beziehung mit ihm zu führen.
      Sorry, dass es so lang geworden ist, ich musste mich echt mal befreien von dem ganzen Kram. Hoffe, ihr habt Verständnis und es klang nicht so böse.

      LG

      • Eigentlich hast du ja schon alles geschrieben. Du hast einen Grund an dem es nichts zu rütteln gibt, fehlende Liebe. Wenn du ihm das so sagst und er den Ernst der Lage erkennt, wird er das auch begreifen. Da ihr nicht verheiratet seid, hast du automatisch das alleinige Sorgerecht. Eine Regelung für die Kleine wird sich finden, Papa sein soll und darf er.

        Trefft euch an einem neutralen Ort ider fahr du zu ihm. Ohne Kind. Und warte nicht mehr.

        ich wünsche dir alles Gute!!!!

        • Kurze Zwischenfrage: Warum soll sie das alleinige Sorgerecht haben, wenn sie nicht verheiratet waren? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich war auch nie verheiratet, mein Ex und ich haben gemeinsames Sorgerecht (bei der Vaterschaftsanerkennung so eingetragen).

          • Wenn die Eltern nicht verheiratet sind, hat die Mutter automatisch das Sorgerecht. Wenn ihr das extra eintragen lasst, ist das etwas anderes. Ich weiß es aber aus unmittelbarer Nähe.

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      Du hast ihm bereits gesagt, dass du ihn nicht mehr liebst - und ihr seid immernoch zusammen? Hm, dann wars wohl nicht deutlich genug. Du merkst ja selbst, dass das so nicht weitergeht. Mach ne ganz klare Ansage. So nimmt er dich ja nicht ernst. Augen zu und durch, das wird doch nur schwieriger, je länger man in so einer Situation verharrt. Sein Kind verliert er ja durch die Trennung nicht. Nimm ihm diese Angst, aber zieh nen klaren Schlussstrich. Das ist ja auch keine Beziehung, in der ein Kind aufwachsen muss.

      Du wirst durchatmen, wenn du die Trennung klar ausgesprochen hat und er wird wissen, woran er ist. SO richtig scheint er es ja nicht zu schnallen. Klar wirst du dann die Böse sein. Aber das kann ja nicht der Grund sein, warum du bei ihm bleibst.

    • Hallo, trenn dich und das so schnell wie möglich. Du hast nur ein Leben! Mach ihm nochmal ganz klar deutlich das es für dich keine gemeinsame Zukunft gibt, er aber seine Tochter sehen kann. Überlege dir was du ihm in der Hinsicht anbieten kannst. Wie stellst du dir den Umgang mit eurer Tochter vor? Gute Absprachen sind das a und o. Wenn ihr euch verabschiedet dann sag ihm bis......(Datum wann er seine Tochter sehen kann). Dann sollte er es verstanden haben.

      Ich wünsche dir viel Erfolg.

      LG

      Ich habe (noch) das alleinige Sorgerecht, haben wir so gemacht, da ich ja sozusagen alleinerziehend bin und uns ja nun auch einige Kilometer trennen und es so einfacher ist wg. irgendwelcher Entscheidungen. Aber das ändert nix daran, dass ich ihn in alles mit einbeziehen würde, was unsere Tochter betrifft. Er soll und darf Vater sein und solange wir uns einig sind, gibts auch keine Probleme mit dem Umgang, der dann wahrscheinlich sowieso nur alle zwei Wochenenden stattfinden wird, so wie seit der Geburt bisher auch. Geht ja auch nicht anders. Nur mit dem Unterschied, dass ich die Lütte dann zu seiner Mutter bringe, die in kurzer Entfernung zu mir wohnt und er dann dort den Umgang pflegen kann. Und seine Mutter darf sie auch sehen, wann sie es will. Ich will da niemandem Steine in den Weg legen, denke aber, es wird noch sehr schwierig mit ihm werden. Ich werde es sehen. Ich danke euch jedenfalls für eure Worte, das bestärkt mich nur noch mehr, dass es wirklich der richtige Weg ist.

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