Schwiegervater wird immer verrückter, mein armer Mann

    • (1) 10.12.14 - 15:07
      Berenike43

      Hallo,

      mein Schwiegervater hat sich vor einiger Zeit mit uns gestritten, weil wir ihn nicht so umsorgt haben, wie er es sich vorgestellt hatte. Ich stand nahe am Burnout und konnte nicht mal meinen Mann ertragen, ganz zu schweigen von irgendwelchen liebevollen Umsorgungen des Schwiegervaters. Er wusste das auch, wollte es aber nicht zur Kenntnis nehmen. Nach einem "kümmer dich um eine Therapie" war die Sache für ihn durch. Mein Mann hatte irgendwann auch keine Kraft mehr, er musste schließlich für den Rest der Familie (haben zwei kleine Kinder) die Normalität aufrecht erhalten.

      Nun bekommen wir ständig Briefe vom Schwiegervater, in denen er immer ausfallender wird. Er schreibt seitenweise auf, was wir wann wo gesagt haben. Das wird dann analysiert und im Ergebnis sind wir böse. Einmal haben wir geantwortet, aber das war keine gute Idee. Wir hatten ganz neutral geschrieben, dass wir nicht nachvollziehen können, was er da schreibt. Seine Antwort darauf war zehnmal so lang, wir haben sie nur überflogen, so wirr war das alles. Mein Mann antwortet nicht mehr, es hat ja keinen Zweck.

      Zum Glück haben wir ihm NIE ein böses Wort gesagt, darauf bin ich wirklich stolz. Aber seine Wahrnehmung der Welt wird immer verquerer und ich weiß mir keinen Rat mehr.

      Nun steht Weihnachten vor der Tür und ich frage mich, was wir tun sollen. Ich ertrage seine Anwesenheit ehrlich gesagt nicht mehr, habe auch Angst vor verbalen Attacken. Beim Geburtstag der Schwiegermutter letzten Monat hat er sich zusammengerissen, aber es war schrecklich. Meine Schwiegermutter soll von den bösen Briefen nichts wissen, mein Schwiegervater möchte sie "schützen" (haha und wer schützt uns?), da sie mal Depressionen hatte. Von meinem Burnout hat sie bisher auch noch nichts erfahren, da sie nur mit sich beschäftigt war.

      Würdet ihr die Farce aufrecht erhalten? Auf der einen Seite böse Briefe und dann so tun, als wäre nichts? Ein Gespräch scheint mir sinnlos, das hatten wir im Sommer mal versucht. Alles, was ich gesagt habe, hat er anschließend in einem Gesprächsprotokoll (unfassbar eigentlich) zusammengetragen und böse kommentiert an uns weitergeleitet. Seit dem lehne ich Gespräche mit ihm ab.

      Aber mein Mann tut mir so leid. Er würde ja gern mit Bruder und Mutter feiern, aber was machen wir mit dem Schwiegervater? Hat einer eine Idee für eine Diagnose? Wird das noch schlimmer?

      Grüße

      • (2) 10.12.14 - 15:13

        Am liebsten würde ich die Bombe mal platzen lassen und seine Briefe der Schwiegermutter und dem Bruder zum lesen geben. Mit dem Hinweis, dass mein Burnout langsam besser wird (habe ein Vierteljahr nicht gearbeitet), ich aber dank der ständigen Attacken nicht zur Ruhe komme.

        Mich nervt es, dass er sich als arme Wurst hinstellt, wir aber niemandem sagen sollen, was er sich erlaubt und außerdem geleugnet wird, dass ich krank war. Das wollte ich am Anfang selbst so (also den Bruder rauslasen, der wohnt weit weg und die Schwiegermutter auch, da selber krank). Inzwischen halte ich das aber für einen Fehler. Denn eigentlich schütze ich doch den Schwiegervater damit - oder?

        Dann wieder sage ich mir, dass doch Weihnachten ist und die Schwiegermutter und der Bruder es nun auch nicht verdient haben, dass ich ihnen das Fest zerstöre. Aber wie irre muss man sein, kurz vor Weihnachten neunseitige Hassbriefe zu versenden und dann zu glauben, wir setzen uns ganz brav an einen Tisch?

        Ich weiß echt nicht mehr, was richtig ist.

        • Hallo,

          zunächst mal würde ich ihm diese Briefe, die noch kommen, ungeöffnet zurück schicken.

          Das klingt ja schon richtig bösartig, was er da macht.

          Mit dem Bruder würde ich reden und der Mutter zur Not sagen, dass es momentan Meinungsverschiedenheiten mit dem Vater gibt und ihr deshalb dieses Jahr nicht zusammen feiern möchtet.

          Freundlich und bestimmt. Auch wenn sie Depressionen hat.

          LG

      (4) 10.12.14 - 15:16

      moin,

      wir ihr am weihnachten mit ihm ungehen solltet, kann ich euch nicht sagen.

      ich würde aber generell für ihn keine heile welt mehr vorspielen, wenn ihr in der familie seid.

      was seine "tollen" briefe angeht, da hätte ich schon längst einen spuki draufgemacht, mit der aufschrift: "zurück an den absender".
      ich würde mir davon nicht einen einzigen mehr durchlesen und mir dieses giftiege geschreibsel zu nahe kommen lassen.

      lg

    • Na wenn er so auf Briefe steht...dann würde ich eine nette Einladung an die Schwiegermutter und dem Bruder verschicken. Dann ist er an der Reihe mal die Karten offen zu legen!

      Das Weihnachtsfest würde ich mir nicht von so jemanden verderben lassen!

      Oder steckt hinter seinem Verhalten eine ernsthafte Krankheit??

      MfG

      • (6) 10.12.14 - 16:21

        Hallo,

        ja ich vermute, dass er krank ist. Ich kenne ihn über 10 Jahre, da war nie was. Allerdings war es nun das erste Mal, dass wir etwas mehr miteinander zu tun hatten als ein nettes Kaffeetrinken. Und gleich ging es gründlich schief.

        Aber egal was ihm nicht gepasst hat, dieses seitenweise Briefeschreiben mit bösartigen Inhalten scheint mir eine krankhafte Reaktion zu sein. Er kann ja gerne enttäuscht sein oder was auch immer, aber Gesprächsprotokolle und Briefe mit wirrem Inhalt?

        Nach der Diagnose suche ich noch...

    Hallo.

    Alle Briefe würde ich zurück an den Absender schicken.

    Mit ihn an einen Tisch würde ich mich Weihnachten nicht setzen.

    Ihr habt das bislang viel zu lang geduldet, besonders dein mann hätte seinen Vater ordentlich in die Schranken weißen sollen!

    Deine Mutter und der Bruder werden es schon überleben. Statt dessen schweigt ihr euch aus , spielt heile welt und schützt den Vater.

    Ich wäre auf meinen mann sauer das er sich das alles bieten lässt, seine Familie (euch) nicht schützt vor seinem irren vater.

    Einladen würde ich Mutter und bruder zu euch. Auch um mit ihnen endlich mal klartext zu reden.

    Hallo!

    Wenn sich jemand mit steigendem Alter so deutlich verändert sollten dessen Angehörige Bescheid wissen, daher würde ich unbedingt mit Schwiegermutter und Schwager reden - am besten persönlich.

    Ich glaube aber, dass zumindest seine Frau auch schon wunderliche Verhaltensweisen bemerkt hat.

    Nicht dass das einen kranken Hintergrund hat, und langes verleugnen das alles nur schlimmer macht.

    • (9) 10.12.14 - 21:16

      Hallo,

      die Schwiegermutter hatte Depressionen und ist auch im Moment nur mit Medikamenten zu einem halbwegs normalen Leben in der Lage. Ich denke, dass sie viele Dinge nicht so wahrnehmen kann. Aber selbst wenn, würde sie es nicht zugeben. Es ist einfach zu schmerzhaft, so etwas zugeben zu müssen. Und das verstehe ich sehr gut, für mich ist das auch eine Horrorvorstellung, dass ich meinen Mann so erleben müsste oder selbst erkranken würde.

      So wie ich die Familie kenne, wird die Mutter die Sache verleugnen und der Bruder es nicht wahrhaben wollen. Wir wären dann die Bösen, die den Schwiegervater verleumden wollten. Aber man könnte die Briefe ja kommentarlos übergeben. Noch kann ich mich nicht dazu durchringen, weil sich das für mich einfach nicht gehört.

      • Die Briefe sind ja nun nicht eingebildet, die sind ja da. rede wenigstens mit dem Bruder. Vielleicht kann man zu Beginn der Demenz auch noch was machen, um wenigstens den Verlauf zu verlangsamen, und man kann die Wohnung wenigstens so weit sichern, dass er nicht die Küche abfackelt.

(11) 10.12.14 - 19:39

Nicht böse gemeint, aber.. "Würdet ihr die Farce aufrecht erhalten? Auf der einen Seite böse Briefe und dann so tun, als wäre nichts?"...ihr haltet doch eh die Farce aufrecht, indem ihr auch deinen burnout verheimlicht!

Warum dann jetzt nicht auch die Briefe verheimlichen?

Finde das Ganze übrigens komplett albern, von beiden Seiten, die des Schwiegervaters und auch eure. Sorry!

  • (12) 10.12.14 - 19:45

    Ach ja, die Briefe würde ich ungeöffnet sammeln und dem Bruder plus der Schwiegermutter zum lesen geben.

    Und warum man jemanden nichts von einem Burnout erzählen möchte, ist mir schleierhaft. Ihr seid eine Familie, aber scheinbar versteht, vertraut, unterstützt ihr euch alle gegenseitige nicht.

    Der Schwiegermutter wird etwas verschwiegen, der Schwiegervater schreibt euch seltsame Briefe, der Bruder darf von alldem nichts wissen, die Schwiegermutter denkt nur an sich, ihr habt auch nur mit euch zu tun.....seltsam alles.
    Setzt euch zusammen und redet endlich miteinander, ob nun Weihnachten ist oder nicht, ein tolles Fest werdet ihr so oder so nicht haben, es sei denn ihr feiert komplett getrennt.

    • (13) 10.12.14 - 21:11

      Meine Schwiegermutter war suizidgefährdet und so hatten wir beschlossen, sie in den wenigen Besuchsstunden nicht noch mit unseren Problemen zu belasten. Sie fühlte sich ja schon verantwortlich, wenn eins unserer Kinder sich das Knie aufgeschlagen hatte. Wir hatten einfach Angst, dass es ihr noch schlechter geht. Und ich war durchaus noch in der Lage, für einige Stunden eine freundliche Gastgeberin zu sein.

      Dem Bruder meines Mannes wollte ich es nicht erzählen, weil er weit weg wohnt und es keinen Anlass gab (wir hatten uns nicht gesehen in der Zeit), ihm davon zu berichten. So einfach am Telefon "du übrigens...", das klappt nur bei einem wirklich innigen Verhältnis. Haben wir leider nicht, die Sache beschränkt sich auf freundliche Worte und gemeinsames Essen zu den Feiertagen.

      Im Grunde hast du aber recht, hier ist alles nur Schein. Ich glaube, dass meinem Schwiegervater erst bei engerem Kontakt (den hatten wir ja früher nie) aufgefallen ist, dass wir ihn gar nicht so sehr lieben, wie er es gern gehabt hatte. Das hat ihn verletzt und nun schießt er halt gegen uns. Denn er wirft uns nur vor, dass wir "zu kalt" zu ihm waren, mehr ist ja auch nicht passiert. Dazu muss man wissen, dass wir immer freundlich waren, uns aber über ein notwendiges Maß hinaus nicht um ihn bemüht haben. Aber Liebe kann man eben nicht einfordern. Und ER war ja eigentlich (wie ich zu dem Zeitpunkt dachte) nicht krank.

      • (14) 11.12.14 - 15:32

        Ich weiß nicht, vielleicht solltet ihr wirklich so tun, als wenn nichts wäre. Die paar Stunden könnt ihr dann,wie die letzten Jahre, einfach so tun, als wäre alles toll.

        Entweder so oder aber wirklich ein komplett ehrliches Gespräch führen und jeder spricht aus was er denkt, entweder versteht ihr euch danach umso besser, oder ihr seid total verkracht. Allerdings seid ihr dann alle einmal ehrlich gewesen ;-)

Wie alt ist der Schwiegervater? Aggressionen können Anzeichen (müssen aber nicht) einer (beginnenden) Demenzerkrankung sein. Freunde meiner Eltern haben das durch. Die Mutter hat sich auf eines der Kinder eingeschossen, das konnte nichts richtig machen und war nur böse. Bis dann die Krankheit wirklich offensichtlich war (und auch der Arzt im Nachhinein gesagt hat, dass dieses Verhalten leider typisch ist), hat es in der Familie natürlich auch viel viel Streit gegeben.
Ist dein Schwiegervater vielleicht zudem mit dem "beschützen" seiner Frau überfordert?

Ich würde mich mal auch in die Richtung beraten lassen, konkreten Tipp wegen Weihnachten hab ich leider nicht.

LG

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