Arbeitslosigkeit, Existenzangst und Co.

    • (1) 11.12.14 - 14:30
      dasliebegeld

      Hallo,

      eigentlich passt der Beitrag thematisch nicht hierher aber ich wollte ihn gern anonym verfassen. Grundproblem ist die Arbeitslosigkeit meines Partners. Seit einem Jahr ist er nun auf Jobsuche, das letzte Arbeitslosengeld kam Ende November. Wir hätten Harz4 beantragen müssen, schieben das allerdings vor uns her.
      Problem ist einfach, das dann mein Elterngeld und das Kindergeld angerechnet werden. Zusätzlich ist unsere Wohnung für drei Personen zu groß und zu teuer. Wir haben einfach nicht damit gerechnet, das es mal so weit bergab geht.

      Kürzlich hatte er zwei Vorstellungsgespräche, von einem Unternehmen kam gerade die Absage rein. #schmoll

      Die Branche ist einfach schwierig, das wissen wir aber es muss ja weitergehen. Nur wie? Ich habe schon meine Arbeitgeber kontaktiert ob ich meine Elterzeit quasi rückgängig machen kann. Geht natürlich nicht, da schon eine Vertretung eingestellt ist. Abgesehen davon wäre mein Verdienst auch zu gering um drei Personen zu ernähren.

      Mein Partner bewirbt sich schon länger auf völlig absurde Stellen (absurd weil total Branchenfern, keine Erfahrung etc.), aber selbst da hagelt es nur Absagen wegen Überqualifizierung oder mangelnder Berufserfahrung in dem Bereich.

      Noch leben wir von Erspartem aber viel ist das nicht, wir knapsen ordentlich.

      Vg
      dasliebegeld

      • Du kannst während der Elternzeit Teilzeit als Nebentätigkeit arbeiten. Dein Arbeitgeber muss dem schriftlich zustimmen, dann ginge das. Ich glaube, da gibt es eine Stundenbegrenzung, mach dich mal schlau. Dann suchst du nach einem Job, während er sich um euer Kind kümmert und weiter nach Arbeit sucht. Das wäre immerhin besser als nur vom Ersparten zu leben, oder?

        Alles Gute und toi toi toi, dass es mit dem anderen Job bei deinem Mann noch klappt.

        • Der Kleine Haken ist nur das das Einkommen aus der Nebentätigkeit auf das Elterngeld angerechnet wird, und zwar wie folgt (das ist nicht ganz einfach):

          Angenommen sie hat früher 2000€ / Monat verdient. Jetzt arbeitet sie Teilzeit und verdient 900€ / Monat.
          Diese 900€ werden jetzt von den früheren 2000€ abgezogen - und sie bekommt nur noch Elterngeld auf die verbleibenden 1100€.

          Mal ein paar Zahlen: Wenn sie bisher 1245.83€ Elterngeld bekommt, wären es fortan nur 715,00€

          Sie hat durch den Job also effektiv 369,17€ mehr.

          Und nicht vergessen: Man sollte diese Änderung direkt der Melden - sonst kommt dann plötzlich die Große Rückzahlungsforderung!

      2 Dinge verstehe ich nicht:

      1. Du bist in Elternzeit, hast also einen Job. Warum arbeitest Du also nicht in Vollzeit und Dein Mann bleibt zu Hause?

      2. Warum beantragt ihr nicht Harz 4? Selbst wenn etwas angerechnet wird, ist der Endbetrag doch sicher höher als ganz ohne? Aus der Wohnung werdet ihr nicht gleich geschmissen - wenn überhaupt - da gibt es eine Übergangszeit. Informiert euch doch mal besser.

      • Sie schrieb ja, ihr Arbeitgeber würde sie jetzt nicht zurücknehmen, da es schon eine Vertretung für sie gibt, die eingestellt wurde.
        Aber ich denke auch, wenigstens sollte sie Teilzeit arbeiten gehen, einfach damit sie nicht all ihr Erspartes aufbrauchen jetzt.

      • (7) 11.12.14 - 15:24

        Wie bereits erwähnt, kann ich nicht in meinen alten Job zurück und einen neuen zu finden ist schwierig. Zumal, wie gesagt, mein Gehalt nicht ausreichen würde.

    (8) 11.12.14 - 15:06

    Kein Job, kein Geld und kein Harz IV anmelden.....dann scheint es Euch immer noch gut genug zu gehen, wenn ihr die Wohnung, etc. halten könnt.

    Ist Dir Dein Arbitgeber so wichtig? Such Dir ansonsten etwas anderes auf Vollzeit, vielleicht hast Du mehr Chancen. Dein Mann kann ja dann parallel Nebenjob, etc. suchen.

    LG
    Lisa

    • (9) 11.12.14 - 15:29

      Wir kommen noch bis Ende Januar mit erspartem zurecht, danach bleibt uns nur hartz4 übrig.

      Die Wohnung können wir dann nicht mehr halten weil sieht zu groß und teuer ist. Das Amt wird uns raus zwingen, einen Umzug können wir aber auch finanziell nicht stemmen.

      Auf Jobsuche bin ich natürlich auch aber Vollzeitstellen sind rar und der Verdienst reicht auch nicht zum leben für uns 3. aber immerhin wäre es eine zwischenLösung.
      Dazu müsste das aber klappen und derzeit kommen nur absagen wegen dem Kind. Das schreckt viel Arbeitgeber ab.

      • Wie hoch ist denn die Miete? Und wie niedrig wäre dein Einkommen, wenn du eines haben würdest?
        Das Jobcenter wirft euch nicht sofort raus aus eurer Wohnung. Das dauert ein wenig, sowieso muss man ja auch erst einmal eine geeignete Wohnung finden...

        Ihr hättet besser sofort ALG2 beantragen sollen, anstatt jetzt eure letzten €s für die nächsten zwei Monate zu verheizen. Das Ersparte hättet ihr ja eigentlich dafür gebraucht, um ziehen zu können.

        Wie auch immer, ich drücke immer noch die Daumen, dass das letzte Vorstellungsgespräch Früchte trägt.

        UND: Wenn du arbeitest, wenn auch nur in Teilzeit, habt ihr doch immer noch mehr Geld, als wenn du nur das Elterngeld hättest, oder nicht? Denke ich da falsch?#gruebel

        • Wir zahlen inkl. Strom und Gas(Heizung) 870€ an Miete - viel Geld aber mit Job und Elterngeld kein Problem für uns und leider auch in der Region nicht ungewöhnlich.

          Ich habe in meinem letzten Job 1150€ netto verdient und das ist durchaus eine Branchenübliche Bezahlung (Stundenlohn knapp über Mindestlohn).

          Würde ich für 30Std./Woche arbeiten gehen, zusätzlich zum Elterngeld dann hätte ich so ca. 950€ an Einkommen.

          Hartz4 zu beantragen ist für uns die LETZTE Möglichkeit. Alles andere ist uns lieber und ein Umzug kommt eigentlich nicht in Frage (wenn es sich irgendwie vermeiden lässt). Wir hoffen einfach, das mein Partner zum 1.1. einen Job hat und wir dann die ausgegebe Summe wieder ansparen können.

          Derzeit schwirren noch ein paar offene Bewerbungen rum aber der Druck steigt natürlich.

          • Dass es bis zum 1. 1. noch exakt 3 Wochen sind, ist Euch klar und dass nach Antragstellung für ALGII auch eine Bearbeitungszeit anfällt und Ihr mehrere Wochen auf Geld warten müßt?

            Warum bewerbt Ihr Euch nicht beide (das Kind müßt Ihr beide nicht erwähnen in der Bewerbung) und beantragt aber SOFORT auch ALGII und schaut nach günstigeren Wohnungen?

            Gruß,

            W

            • (13) 12.12.14 - 08:45

              Wir warten noch auf 3 Rückmeldungen von potentiellen Arbeitgebern. Alle Jobs sind zum 1.1. zu besetzen.

              Das nach der Antragstellung Wochen vergehen, bis Geld fließt ist uns klar. Daher warten wir ja ab ob es überhaupt noch lohnt. Arbeitet mein Mann zum 1.1. wieder lohnt es nämlich nicht. Dann überbrücken wir den einen Monat komplett und Ende Januar käme dann wieder Gehalt rein. Hartz4 wäre innerhalb dieser 4 Wochen sicher noch nicht durch.

              Kommen tatsächlich 3 absagen, gehen wir Anfang Januar sofort zum Amt weil uns nichts anderes übrig bleibt.

              Wenn ich mein Kind nicht erwähne, wir erkläre ich dann Mutterschutz/Elternzeit im Lebenslauf? Natürlich Bewerbe ich mich auch aber rosig sieht es auch da nicht aus.

              Eine günstigere Wohnung könnten wir sicher finden aber die liegen in Stadtteilen, die ich im Dunkeln nicht mehr betrete - da mit Kind hinziehen wäre Horror.

              Und eigentlich wollen wir hier ja auch nicht raus. Wir haben viel Geld (als noch welches da war) in Wohnung und Garten gesteckt.

(14) 11.12.14 - 15:50

du darfst während der elternzeit mit schriftlicher erlaubnis deines arbeitgebers bis zu 30 stunden arbeiten.

sollte das nicht funktionieren, würde ich kündigen und mir umgehend einen neuen (vollzeit-)job suchen, jedenfalls, wenn es in deiner branche einfacher ist als in dem deines mannes.

parallel dazu sollte dein mann über eine weiterbildung/umschulung nachdenken. heutzutage sind auch unbefristete jobs leider nichts mehr für die ewigkeit, da muss man schon sehen, dass man auf dem arbeitsmarkt attraktiv bleibt.

  • (15) 12.12.14 - 08:12

    Eine Weiterbildung hat er bereits gemacht, weitere sind schwierig weil es in der Sparte wenig sinnvolles gibt.
    Einen Computerkurs o.ä. hat mein Mann nicht nötig (von den Fähigkeiten her, meine ich).

    Ich Bewerbe mich parallel zu ihm auch aber wirklich besser sieht es da nicht aus. Insbesondere Vollzeitstellen sind knapp und wenn ich was für 20Std. finde sind wir auch nicht schlauer weil dann kaum was bei rum kommt, finanziell.

(16) 11.12.14 - 17:13

Schau mal hier

http://www.gegen-hartz.de/hartz-iv-wohnung/

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Kann zum zwangweisen Umzug aufgefordert werden?

Rechtlich gesehen dürfen Arbeitslosengeld II nicht zum Umzug in eine kostengünstigere Wohnung gezwungen werden. Da das Jobcenter die unangemessenen Wohnkosten jedoch nur für ein halbes Jahr in voller Höhe übernimmt, bleibt dem Leistungsempfänger häufig keine andere Möglichkeit als sich eine günstigere Unterkunft zu suchen. Denn nach Ablauf der sechs Monate muss er die Kosten, die die Grenze des Betrages für angemessenen Wohnraum überschreiten von seinem ohnehin schmal bemessenen ALG II-Regelsatz bestreiten, falls weder eine Unmöglichkeit noch Unzumutbarkeit zur Senkung der Wohnkosten vorliegt.

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Und ich habe die Tage noch einen Artikel im Stern oder Spiegel gelesen das die Umzugskosten ,wenn mann umziehen müss wegen der Größe, auch übernommen werden.

Ich würde mich zumindest jetzt schon beim Jobcenter melden und wenigstens beraten lassen. Ich glaube es gibt da mittlerweile auch verschieden Hilfsangebote gerade für junge Familien und den wiedereinstieg nach der Elternzeit.
Kopf hoch.

Ich sage mir immer "Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine andere ".

Es scheint euch noch zu gut zu gehen; es gibt auch nebenjobs wie private putzstellen oder putzstellen in großen Büros.... Davon lässt sich zumindest nebenbei noch der Kühlschrank füllen!

Wenn man finanziell in Not ist und einen Anspruch hat, schiebt man es nicht vor sich hin beim Jobcenter entsprechende Anträge zu stellen!!!
Info:
Da ihr bereits in der großen Wohnung sitzt, wird euch das Jobcenter dort auch nicht raus werfen! Es könnte nur sein, dass sie dir miete nur anteilig übernehmen...

Anders wäre es, wenn ihr jetzt erst in eine große Wohnung ziehen würdet...
Ihr habt sie aber bereits!
Mit Autos ist es genauso! Solange man keinen Ferrari vor der Tür stehen hat!
Übrigens: es gibt auch so etwas wie Wohngeld, dass man beantragen kann!
Unter Umständen wird euch das Jobcenter sowieso erstmal DAZU auffordern!

Gruß

  • (18) 12.12.14 - 08:18

    Ja, wir sind in finanzieller Not und nein ein Antrag beim Amt ändert das nicht. Durch die Anrechnung von Eltern- und Kindergeld und dadurch, das wir einen großen Teil der Miete selbst tragen müssten, wäre das Plus sehr gering.

    Und für die paar Kröten muss ich dann auf Knien rutschen. Nein danke! Wenn es irgendwie anders geht (zur Not eben durch plündern des Sparbuches) dann versuchen wir es. Im Dezember leben wir ja noch vom letzten Arbeitslosengeld.

    Wir sind immer für uns selbst aufgekommen, haben immer Geld selbst erarbeitet.

    Wir warten noch auf 3 Rückmeldungen von potentiellen Arbeitgebern, alle Jobs wären zum 1.1. zu besetzten.

Geh direkt morgen zum Amt und hört auf euer Erspartes aufzubrauchen. Im schlimmsten fall findet dein partner nen job, er braucht das auto, es geht kaputt, und nichts mehr läuft. Keinjob mehr kein gar ncihts.

es ist scheiße mit aLG2 aber es ist besser als nichts zu essen zu ahben.

Bewerbt euch weiter!

So schnell müsst ihr auch aus eurer wohnung nciht raus. und informier dich doch mal über den örtlichenMietspiegel.

immerhin weiß auch das Amt, dass eine wohnung zu finden zu den presien die das Amt bereit ist zu übernehmen nichtvon heute auf morgen geht.

Aber hört auf euer erspartes zu verballern, weil es euch peinlich ist. Wer weiß was noch alles ansteht!

  • (20) 12.12.14 - 08:26

    Wir sind für unseren Lebensunterhalt immer selbst aufgekommen und jetzt auf einmal anderen auf der Tasche liegen zu müssen fällt uns nicht leicht.
    Mein Mann war 2013 schonmal arbeitslos, hat da aber deutlich schneller einen Job gefunden als jetzt.
    Wir hätten nie gedacht, das es mal so weit kommt! Er hat studiert, ich eine solide Ausbildung gemacht.

    Günstige Wohnungen gibt es hier recht viele, leider. Die liegen in Stadtgebieten, die ich im Dunkeln nicht mehr betrete. Und da mit Kind hinziehen müssen wäre mehr als Horror.

    Wir warten noch auf 3 Rückmeldungen von potentiellen Arbeitgebern. Alle Jobs sind zum 1.1. zu besetzen. Wenn das klappt, müssten wir nur eine Monat überbrücken. Im Dezember leben wir ja noch vom letzten Arbeitslosengeld. Klappt keiner der Jobs bleibt uns Anfang Januar nur der Gang zum Amt. :-(

    Und unser Auto ist tatsächlich etwas altersschwach.#zitter Mein Mann hatte im letzten Job einen Firmenwagen und ich kam mit unserer Karre gut aus.

Hallo,

als mein Mann arbeitslos wurde, bin ich arbeiten gegangen und er hat hat sich us Baby gekümmert. Wäre doch auch eine Option...Ist ja nicht nur der Mann fürs Finanzielle Auskommen zuständig.

Gruß

  • (22) 13.12.14 - 11:05

    Natürlich bin ich auch auf Jobsuche aber einfach ist es nicht. Ich müsste außerdem meinen unbefristeten Arbeitsvertrag kündigen. Zumal mein Gehalt nicht annähernd reicht, um uns 3 zu ernähren.

    Mein Elterngeld ist dann auch weitestgehend weg - daher wäre es deutlich besser wenn er wieder verdienen würde.

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