Familienchaos - Burn out? Depression?

    • (1) 16.12.14 - 10:19

      Hallo, hier kurz meine Geschichte:

      ich habe einen Mann, wir lieben uns, alles gut. Wir haben 2 süße Kinder, 5 und 3 (der Kleine ist ein Nervenbündel, der keine Minute still sitzt und zusammen sind die beiden manchmal wie Feuer und Eis). Sie können auch bis aufs Blut streiten. Das zehrt.

      Wir sind vor einem Jahr umgezogen. Raus aus der Stadt. Weil mein Mann eine höhere Position angeboten bekommen hat. Alles gut soweit. Wir haben ein Haus gekauft, das stellte sich als "Katzenklo" heraus. Naiv wie wir waren, haben wir gedacht, das riecht zwar komisch, kriegen wir aber hin. War aber nicht so. Wir hatten unsere Mietwohnung gekündigt und hatten nun einen Monat "Übergangszeit", in der wir umziehen mussten. Das Haus ist eine Stunde von unserer Wohnung weggewesen. Mein Mann hat Minusstunden gemacht, oder ist nach der Arbeit rausgefahren und hat die komplette Bude innerhalb dieses MOnats saniert. Alle Böden raus, die Sockelleisten weg, sogar hier die Seiten des Mauerwerkes weggehakt und neu verputzt, alle Fensterböden erneuert und und und. und wenn ich am WE mit den Kindern kam um zu helfen, war ich verzweifelt, es roch immer noch. Es war der blanke Horror. Wir sind dann in ein halb fertiges Haus eingezogen, seither arbeitet mein Mann was er kann um alles auszubügeln. Er gönnt sich keine Pause. Neuer Garten, Gartenhaus, neuer Keller, neues Dachgeschoss, es fehlen noch die Flure, die Fließen haben wir noch nicht erneuert und und und.... ich fahre jeden Tag 1 STunde mit der Bahn in die Arbeit, bringe vorher die Kids in die KITA und nachmittags wieder heim, Kinder holen, den Hausputz erledigen etc. Die Kinder wollen auch was von uns, manchmal lasse ich alles stehen und liegen und spiele mit ihnen, wenn sie mal nicht streiten. Keine Großeltern in der Nähe. Aber sehr nette Nachbarn, nette Umgebung ...alles gut eigentlich.....
      Aber wenn mir die Sache über den Kopf wächst, weine ich auch mal, dann reiße ich mich wieder zusammen und es geht.

      Mein Mann dagegen kann seit dem Umzug früh nix essen, es steht ihm bis zum Hals, er würgt in der Früh, stresst sich irgendwie hab ich das Gefühl und es geht ihm schlecht. Immer vormittags! Nun rennt er von Arzt zu Arzt macht Tests und war auch schon beim Heilpraktiker.... nix hilft. Meiner Meinung nach steht er kurz vor einem Burn Out, würde ich sagen. Und ich bin darüber zwar traurig, aber auch irgendwie genervt, weil ich das nicht so richtig nachvollziehen kann und es mir selbst so dreckig geht. Jeden Morgen das "Gejammer" (hart gesagt), er ist nun schon öfters krank gewesen und rackert dann aber daheim. Er legt sich nunmal nicht hin und gönnt sich eine Pause. Darüber schimpfe ich dann, es bessert sich nix. Alkohol - hat er schon festgestellt - macht ihn ruhiger! Na super!! ich bin am Verzweifeln. Die Allgemeinärzte sagen, wenn er nach einem Psychologen fragt, "Na, da bekommen Sie dieses Jahr eh keinen Termin mehr, jetzt machen Sie mal eine Woche krank" oder "Jetzt machen wir erst mal Magenspiegelung" ... ich habe langsam angst, dass uns das alles zu viel wird und wir das nicht gebacken kriegen. Ich kann ihn aber nicht auch noch pflegen, weil ich grad selbst schauen muss, dass es mir gut geht. In der Arbeit sagen schon alle, "Wie geht es dir, du siehst so schlecht aus...etc."

      Wohin also? Nervenarzt - Psychater? da muss man auch erst mal einen guten finden... wer zahlt so was? wenn ein Allgemeinarzt keine Überweisung gibt, geht das überhaupt?

      Hat wer Erfahrungen oder Tips!

      LG Sandra

      Dein Mann scheint vollkommen überlastet zu sein, dazu braucht man keinen Psychiater.

      Zu deiner Frage:

      >>>wenn ein Allgemeinarzt keine Überweisung gibt, geht das überhaupt?<<<

      Um einen Psychotherapeuten aufzusuchen, braucht man keine Überweisung, die Krankenkarte reicht. Wenn der Therapeut der Ansicht ist, man braucht eine Therapie, zahlt das die Krankenkasse, wenn man gesetzlich versichert ist.

      Meiner Meinung nach steht er kurz vor einem Burn Out, würde ich sagen. Und ich bin darüber zwar traurig, aber auch irgendwie genervt, weil ich das nicht so richtig nachvollziehen kann und es mir selbst so dreckig geht
      ------

      Entschuldigung.......aber DU hast nur bedingt Verständnis für deinen Mann? Mir fehlen wahrlich die Worte.

      Das Elend habt ihr euch natürlich ganz naiv selbst eingebrockt. Wohnung gekündigt und ....warum war das Haus kurz vorher weg? Habe ich nicht ganz deinem Text entnehmen können. Man kauft doch ein Haus, hat alles in trockenen Tüchern, macht einen realistischen Zeitplan, wie lange die Renovierung dauern könnte (und selbst das kann manchmal trotz besterPlanung in die Hose gehen, wenn viel in

      Eigenleistung erbracht werden soll und der Bauherr plötzlich mit Bandscheibenvorfall daneben liegt) und erst DANN kündigt man seine Wohnung.

      Selbst professionelle Handwerker würden in 4 Wochen so ein Pensum mal gerade gewuppt bekommen. Dein Mann arbeitet noch nebenher. Kein Wunder, dass er nicht mehr kann. Du hast das normale Pensum, dass du sonst auch ohne Hausumbau zu bewältigen hast. Kinder, Haushalt, Arbeit etc. und hilfst - wenn ich das richtig verstehe - am WE deinem Mann. Er rackert abeum einiges mehr als Du, zudem wird er vermutlich die körperlich schwere Arbeit übernehmen.

      Dein Mann braucht keinen Psychater. Er braucht Ruhe!!!!! Mich wundert es, dass Ärzte und Heilpraktiker nicht nach der Ursache forschen sondern nurdie Symptome behandeln wollen. Mit ein paar Medis ist aber das Elend nicht vom Tisch. Ihrsolltet euch dringend professionelle Hilfe bezüglich des Hauses suchen. Einen Gutachter z. B. Und außerdem muss nicht Gartenhaus, Keller etc. zeitnah fetig sein. Manche Arbeiten kann man schieben und sich dem Wesentlichen widmen.

    • Hallo

      im ersten Augenblick als ich das mit dem "mogendlichen Würgen" und nix durch den Hals bekommen las,

      Deinem Mann läuft die Galle über; es ist ihm zum kotzen; es hängt ihm zum Halse raus.

      Kommt Dir das bekannt vor?
      Ja? Nein?
      Sind alles Sprüche, die schon vor 100 Jahren und mehr gesagt wurden und ein riesengroßes Stück Wahrheit beinhalten.

      Dein Mann kann nicht mehr - über kurz oder lang zwingt ihn diese, sorry, "Bruchbude" in die Knie. Auch so ein Spruch.
      Heute heißt das vornehm "Burn out", ist aber nix anderes, denn die Symptome sprechen für sich: er bekommt nichts runter (es schlägt ihm auf den Magen) , muss würden (es ist zum kotzen / hängt zum Halse raus), zwingt in in die Knie (nix geht mehr, der Totalausfall weil Mann dann wirklich krank ist).

      Überlegt Euch ganz fix, mit welchen wichtigen Dingen Ihr weitermachen wollt. Und die nach und nach in einem realistischen Zeitplan abarbeiten. Mit Pausen.

      Ich bin auch kein Gegner von Psychologen, aber der kann leider an Eurer Situation auch nichts ändern, denn die Arbeit wird er Deinem Mann kaum abnehmen....

      LG und gute Besserung für Deinen Mann

      ...vielen Dank für Eure Antworten.

      Hilfreich ist sowas allemal!! Darüber reden auch.

      Nein nein, ich spiele das von meinem Mann nicht runter! ICH WEIß, dass er der fleißige - überfleißige ist und sich aufarbeitet. Ich bete aber immer schon zu ihm hin, "lass es doch mal", "das machen wir nächstes Jahr", "Leg dich mal hin" - aber er hört nicht! ich glaub, er stellt an sich selbst so viele und hohe Anforderungen, die er in seinen Augen erfüllen muss, dass er nicht anders kann!! und ich kann ihm da nicht helfen. Und dann geht es ihm jeden Tag schlecht und er kann nicht mehr und ich hör mir das an und denke, " dann mach doch einfach mal verdammt noch mal eine Pause" - und das ist das, was mich innerlich so nervt und fertig macht, ob ich will oder nicht!

      Also nicht falsch verstehen.

      Ich bin ja auch froh, dass er sich überhaupt bereit erklärt, sogar zu einem Psychologen zu gehen, damit das ein Ende hat. Er hält es ja selbst kaum aus.

      Und zum Thema "Bruchbude" kann ich nur eines sagen: Ja sicher, Gutachter wäre richtig gewesen, diese Erfahrung haben wir nun gemacht (wie immer zu spät). aber das Haus ist 10 Jahre alt, da hätte man das halt einfach nicht erwartet. Egal ... ich werde also weiter versuchen, ihn dazu zu bewegen, tatsächlich mal alle viere grade sein zu lassen.

      Und nur "mithelfen", ja klar, die meiste Arbeit macht er. Aber man kann auch andere Probleme nicht runterspielen, nur weil es ihm dreckig geht, darf es mir nicht dreckig gehen? Ich arbeite 30 Stunden die Woche, fahre dazu jeden Tag 3 Stunden mit dem Auto, Zug und U-Bahn... habe den Haushalt, die 2 Kinder und noch einen Nebenjob, den ich abends, wenn die Kids im Bett sind, erledige.... da darf auch ich fertig sein.

      LG

      Wieso zieht man in ein Haus, das eine Stunde Arbeitsweg mit sich bringt? Dein armer Mann kann einem leid tun. Aber eingebrockt habt ihr es euch letztlich selbst.

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