Hilfe! Ich fühle mich ausgenutzt und alleine

    • (1) 29.01.15 - 21:28

      Hallo ihr Lieben,

      Ich hoffe, hier bekomme ich etwas Verständnis und den ein oder anderen Rat.

      Mein Mann und ich sind seit fast fünf Jahren verheiratet. Wir haben zwei Kinder, 4 und fast 3. Mit kleineren Auf und Abs liefs bisher eigentlich gut. Ich liebe ihn und er mich. Zumindest sagt er das.

      Nach dem Tod meines Schwiegervaters begann sozusagen das Unheil.

      Meine Schwägerin, 21, ist körperbehindert und entwicklungsverzögert. Nachdem mein Schwiegervater starb sind wir zu meiner Schwiegermutter und Schwägerin gezogen. Sodass wir ihr im Haushalt und sie uns mit den Kindern helfen kann. Ziemlich bald haben wir angebaut, um im 1. OG eine eigene Wohnung für uns entstehen zu lassen. Leider dauert der Umbau sehr viel länger als wir geplant hatten. Ich bin mit meinen Nerven am Ende.

      Um den Umbau finanzieren zu können müssen wir leider beide voll arbeiten. Meine Schwiegermutter geht nicht arbeiten. Meine Schwägerin ist von 7 bis ca. 16 Uhr bei der Lebenshilfe.

      Nun zum eigentlichen Problem:
      Meine Schwiegermutter macht nichts im Haushalt, außer Geschirr spülen. Ich koche, räume auf, putze, wasche Wäsche und versorge die Kinder. Noch dazu sitzt mein Mann seit ca. 2 Monaten nur noch am Computer und spielt online mit Freunden. Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich fühle mich total ausgenutzt.
      Im Moment habe ich die Grippe und alles bleibt liegen. Ich kann einfach nicht mehr. Mein Mann sagt immer er hilft mir, aber dann sitzt er doch nur wieder am Computer. Wenn ich meine Schwiegermutter drauf anspreche, ist sie beleidigt wie ein kleines Kind. Ohne es böse zu meinen, sie hat wirklich keinen hohen IQ und lässt sich seit Jahren gehen. Sie duscht kaum, geht selten zum Friseur, putzt ihre Zähne nicht... Und das mit 51. Aber abgesehen davon, ich kann einfach nicht mehr und fühle mich alleine und ausgenutzt. Hat evtl. jemand einen Rat für mich?
      Vielen Dank!!

      • (2) 29.01.15 - 21:48

        Zur Ergänzung:

        Als ich meinen Mann heute gefragt habe, ob es heute nichts zu Essen gibt, hat er geantwortet, dass sie ja nicht wüssten was sie kochen sollen. Ich finde es unglaublich, wie unselbständig und bequem die sind. Ich hab mir fest vorgenommen, erstmal nicht mehr zu kochen, wenn ich wieder gesund bin. Ich mach mich kaputt, um es allen recht zu machen, aber nichtmal wenn's mir schlecht geht unterstützen sie mich.

        (3) 29.01.15 - 22:24
        versteh ich nicht

        Wozu braucht eine Frau im Alter deiner Schwiegermutter, die nicht arbeiten geht und den ganzen Tag allein zu Hause ist, Hilfe im Haushalt?
        Ging es da nicht eher um eine billige Kinderbetreuung? Bei einer Frau, wie du sie beschreibst, würde ich meine Kinder nicht lassen.
        Ich werde nie verstehen, wie man zu den Eltern/Schwiegereltern ziehen kann.
        Hast du nicht schon eher bemerkt, wie unselbständig dein Mann ist?
        Zu deiner Frage, ja, du wirst ausgenutzt und es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht.

        Es wird sich aber nichts ändern, wenn du nicht mit der Faust auf den Tisch haust.

        (4) 29.01.15 - 23:08

        Warum tust Du Dir das an?

        Deine Schwiegermutter ist kein alter, kranker gebrechlicher Pflegefall, sondern kann für sich alleine sorgen. Und auch für ihre Tochter sorgen.

        Du findest allemal eine bessere Kinderbetreuung als durch diese Schwiegermutter, und die kann auch wirklich selber Arbeiten gehen während Deine Schwägerin bei der lebenshilfe ist.

        Überleg mal, diese ganze Lebenssituation würde sicher noch 30 Jahre so weiter gehen - Du versorgst den kompletten Haushalt für alle, deine Kinder wachsen mit einer Oma im Haus auf, die so rum läuft, dass sie niemals Freunde mit heim nehmen können ohne vor Scham im Boden zu versinken, und Du gehst irgendwann einfach kaputt.

        Sucht euch woanders eine Wohnung, fertig. Wenn ihr viel Geld in die andere Wohnungsrenovierung gesteckt habt könnt ihr die ja vielleicht vermieten. Aber keinesfalls selber da wohnen. Vielleicht kommt dann auch Dein Mann wieder in Gang, oder ist der schon immer so?

        • (5) 30.01.15 - 13:01

          Leider können wir uns keine zusätzliche Betreuung für die Kinder leisten, wir das Darlehen für den An- und Umbau abbezahlen müssen. In eine andere Wohnung ziehen geht auch nicht, weil unsere Wohnung noch lange nicht fertig ist.

          Mein Mann war nicht immer so. Als wir noch eine eigene Wohnung hatten, hat er viel mehr Zeit mit mir und den Kindern verbracht.

          Letztes Jahr im Dezember waren meine Schwiegermutter und Schwägerin zwei Wochen nicht da. Das war so schön. Da hat er zwar auch hin und wieder gespielt, aber weitaus weniger. Wir haben gemeinsam gekocht und Dinge mit den Kindern unternommen. Aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass es super wird, wenn unsere Wohnung fertig ist.

          Ich würde so gerne mal "auf den Tisch hauen". Aber als ich das das letzte Mal gemacht hab, hat meine Schwiegermutter eine Woche nicht mit mir geredet und mich ignoriert, wie ein trotziges Kind eben. Geändert hat sich nichts. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter.

      (6) 30.01.15 - 00:03
      geht selten gut

      Vielleicht hat deine Schwiegermutter nach dem Tod des Schwiegervaters eine Depression und braucht professionelle Hilfe ? Wie war sie denn vorher und warum seid ihr überhaupt bei ihr und Schwägerin eingezogen aus finanziellen Gründen ? Wer betreut die Kinder wenn ihr arbeitet , macht sie da etwas hinbringen , abholen , als Randbetreuung auf die Kinder aufpassen ?

      Krall dir deinen Mann rede mit ihm und tritt ihn damit er dich unterstützt , versucht gemeinsam Hilfe für die Schwiegermutter zu finden wenn alles nicht hilft ausiehen und lebt euer eigenes Leben . Wohnungen lassen sich auch wieder vermieten und andere mieten

    • Tritt deinem Mann mal in den Arsch und sonst machst du nur noch dein Essen und das deiner Kinder. Das gleiche für die Wäsche. Und auf Dauer solltest du dir Gedanken machen was du bereit bist alles zu ertragen.

      Gruß Ela

      • Das hab ich schon so oft versucht. Hab den Eindruck er denkt sich nur "die regt sich schon wieder ab" und nichts ändert sich. Ich würde gerne nur für uns kochen. Aber sobald ich anfange zu kochen und den Tisch decke, kommt meine Schwägerin in die Küche, setzt sich an den Tisch und wartet. Wenn ich ihr sagen würde, dass ich nicht für sie koche, wären die beiden beleidigt wie kleine Kinder. Und wenn man auf so engem Raum zusammen lebt, ist es die Hölle, wenn schlechte (noch schlechtere) Stimmung ist.

        • <<<Und wenn man auf so engem Raum zusammen lebt, ist es die Hölle, wenn schlechte (noch schlechtere) Stimmung ist.>>>

          Ist es das nicht jetzt auch schon?

          Wenn ich von mir selbst ausgehe, komme ich weitaus besser damit klar, wenn Leute um mich herum einen Hals haben, weil sie selbst auch mal den Arsch bewegen müssen, weil ich es nicht eingesehen habe, jedem den Topf hinterher zu tragen, als wenn ich klein beigeben würde, und zwar bei den anderen alles ok ist, ich selbst aber innerlich koche.

          Soll heissen: Dann sind sie eben beleidigt !

          Für den eigenen Seelenfrieden ist eine gesunde Portion Egoismus nötig.....und so wie die anderen drei lernen müssen, mal selbst etwas zu tun, ist DAS etwas, das Du noch lernen musst. :-)

          Alles Gute für Dich.
          Tomm

          • Da hast du schon recht. Ich sollte wirklich mehr an mich denken.

            Gerade habe ich meinen Mann gebeten etwas mit Karotten zu kochen, weil wir noch so viel davon haben. Dann durfte ich mir anhören: warum kaufst du so viel? Ich fress es sowieso nicht. Hab ihm mitgeteilt, dass ich zukünftig nicht mehr koche, dann kann er entscheiden.

            • Ich bewundere Dich für Deine Selbstbeherrschung.....wäre ich an Deiner Stelle gewesen, hätten ihm die Karotten wahrscheinlich in einer Not-OP ellenbogentief aus seinem Rektum entfernt werden müssen.

              • :-D das ist noch gar nichts. Es gibt Situationen da muss ich mich wirklich zusammenreißen. Aber ich möchte nicht, dass meine Kinder sagen, dass Mama und Papa immer nur streiten.

    (13) 30.01.15 - 13:52

    Hallo

    Ich versteh gar nicht, warum Du so ein Problem hast wenn die Beiden Dich ignorieren. Sollen sie doch.

    Ich denke, Deine Schwiegermutter war nie anders, weil der Schwiegervater immer alles gemacht hat. Sie muss einfach nichts machen, jetzt bist Du ja da und wirst es schon erledigen.

    Ich würde auch nach der Genesung konsequent nur noch für die eigene Familie sorgen, zusehen, dass die Wohnung fertig wird und ausziehen.

    Entweder kriegt die Schwiegermutter es hin oder nicht. Ihr solltet Euch dann aber schon mal einen Plan B für die Schwägerin zurechtgelegt haben.

    • (14) 30.01.15 - 16:38

      Ich hab mir fest vorgenommen weniger zu machen. Am meisten nervt mich das Kochen, weil wir jeden Tag so spät erst essen. Jetzt wo ich zuhause bin sehe ich es ja: meine Kinder schlafen mittags und Schwiegermutter macht kreuzworträtsel, malt, puzzelt... Mein Mann kocht nach der Arbeit. Die Zeit könnte sie auch zum Kochen nutzen.

      • (15) 30.01.15 - 22:39

        Sagst Du ihr das denn auch zeitnah? Du hast ja gemeint, sie wäre nicht so intelligent. Vielleicht braucht sie jemanden, der ihr sagt was sie machen soll. Mehr einbinden und ihr Aufgaben geben? Ist natürlich nicht einfach bei einer 50jährigen.

        Überleg mal, wie die Ehe war. War der Schwiegervater der dominantere Teil und hat ihr immer gesagt, was sie tun soll? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nach 50 Jahren ganz plötzlich so geworden sein soll, wenn da keine Depression dahintersteckt.

        Ausziehen würde ich trotzdem. Sonst hast Du bald noch mehr zu Betreuende an der Backe.

        • (16) 30.01.15 - 23:35

          Wenn man ihr sagt, dass sie etwas tun soll, tut sie es. Bei meinem Mann immer ohne widerworte. Ihr Mann war sehr dominant. Sogar als er nichts mehr essen konnte, aufgrund seiner Krankheit, hat sie die Lebensmittel gekauft, die er wollte z.B. Es fällt mir nur sehr schwer ihr zu sagen was sie tun soll. Sie widerspricht mir zwar sehr selten, jedoch merke ich, dass es ihr nicht passt. Oft sage ich meinen Mann was sie tun soll und er sagt es ihr. Einen Haushaltsplan aufzustellen, ohne mit der anderen betroffenen Person darüber zu sprechen, ist allerdings sehr schwer.

          • (17) 31.01.15 - 14:54

            Das Verhalten ist also gar nicht so böse gemeint. Sie kannte es nur nicht anders. "Oft sage ich meinen Mann was sie tun soll und er sagt es ihr." Ich fände das albern und würde mir vor den Kopf gestoßen vorkommen. Das hat was von "Prinzessin" - könnte ich auch nur seeeehr schwer akzeptieren.

            Ich glaube, ihr müsst auf jeden Fall lernen miteinander zu sprechen und das ihr alle Erwachsene seid. Sonst wird das nix.

            • (18) 31.01.15 - 15:05

              Ach, was ich eigentlich noch schreiben wollte:

              So wenig intelligent solltest Du Deine Schwiegermutter nicht einschätzen. Wer lange unter dem Pantoffel stand, legt das bestimmte Verhaltensweisen nicht gleich ab.

              Das sie Dir aber schon noch widerspricht, sagt ja eigentlich, dass sie nicht gewillt ist, sich wieder so unterbuttern zu lassen.

              (19) 31.01.15 - 23:48

              Das Problem ist, dass wenn ich mit ihr rede, sie um etwas bitte, sagt sie zwar ja, ihr Blick spricht aber Bände. Ich merke genau, dass es ihr nicht passt. Auch wenn ich nachfrage, sagt sie es wäre okay. Hinter meinem Rücken beschwert sie sich bei meiner schwägerin. Wenn ich sie wiederum darauf anspreche, reagiert sie wie ein trotziges kind, beleidigt mich und ignoriert mich, bis ich mich ihr gegenüber wieder verhalte als wäre nichts gewesen. Deshalb gehe ich solchen Situationen lieber aus dem weg. Ich würde gerne vernünftig mit ihr über alles reden, aber sie fühlt sich sofort angegriffen.

              Ein Beispiel:
              Ich habe meinen Sohn gefragt, ob er am Morgen Zähne geputzt hat. Er sagt nein. Dann meinte ich, dass ich wohl zukünftig mit ihm Zähne putzen müsse. Meine Schwiegermutter saß nebenan in der Küche und murmelt kaum hörbar aber verärgert, dass sie natürlich Zähne geputzt hätten. Natürlich habe ich meinen Sohn gefragt, warum er nicht die Wahrheit sagt. Er hat nur gegrinst. Sie , wieder kaum hörbar: ich mach bald gar nichts mehr. Ich habe dann lediglich gefragt, warum sie sich aufregt. Wenn er mich anlügt, kann sie ja nichts dafür. Zur Antwort bekam ich von ihr nur "Halt's Maul".

              zeugt, finde ich, nicht gerade von hoher Intelligenz. Ich weiß wirklich nicht wie ich mit ihr umgehen soll.

              • (20) 02.02.15 - 20:35

                Ich glaube, Euer größtes Problem ist fehlender Respekt voreinander und Akzeptanz.

                Das Ding ist mittlerweile festgefahren. Probiert, ob es mit den getrennten Wohnungen besser wird. Ich bezweifle es.

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