Unterstützung vom Partner im Studium?

    • (1) 30.01.15 - 01:09
      Studienleben

      Hallo und schonmal danke für's durchlesen. #winke

      Momentan bin ich sehr unglücklich, weil ich das Gefühl habe, dass mein Freund mich nicht so richtig unterstützt. Ich wäre so dankbar, wenn ich ein paar Meinungen von Aussenstehenden erhalten könnte, denn ich mache im Moment alles mit mir allein aus und habe niemanden zum Reden.

      Zur Situation: Ich bin 27 und habe mich vor kurzem dazu entschlossen nochmal ein Studium zu beginnen. Dieses Studium war schon lange mein großer Wunsch gewesen,aber ich habe erst jetzt einen Platz bekommen. Ich mache mir selber sehr großen Druck, weil ich schon so "alt" bin und erst mit 30 fertig sein werde. Aber es ist nun eben so. Vorher habe ich bereits etwas anderes studiert, aber ich sehe in diesem Studienfach keine richtige Perspektive für mich. Gelernt habe ich einen kaufmännischen Beruf, in dem ich auch eine ganze Weile gearbeitet habe. Erst später kam mir der Gedanke, dass das noch nicht alles gewesen sein kann und dann kam das Studium.

      Nun ist es so, dass mein Freund nicht möchte, dass ich mein Wunschstudium zuende mache. Es gab riesen Krach und er meinte, dass er es aus finanziellen Gründen nicht mitmachen wird, dass ich noch drei Jahre studiere und kein richtiges Geld mit nach Hause bringe. Dazu muss ich sagen, dass ich mir mein Studium komplett selbst finanziere, denn ich gehe nebenher Teilzeit arbeiten. Aber das sind eben nur 800 Euro im Monat. Ich habe schon sooft mit den Gedanken gespielt noch einen weiteren Job anzunehmen, aber ich schaffe das einfach nicht, weil ich in meinem jetzigen Job am WE und abends arbeiten gehe und Vormittags bin ich in der Uni. In den Semesterferien stehen Praktika, Klausuren und Hausarbeiten an. Außerdem erledige ich den Haushalt komplett allein, denn mein Freund hilft mir da sehr wenig. Er arbeitet Vollzeit und verdient durchschnittlich. Ich kann ihn verstehen, denn er bemängelt, dass er das meiste hier zahlt. Er zahlt den größeren Teil der Miete, hat die GEZ-Gebühren für mich mit übernommen sowie die Hausratsversicherung. Miete, Internet&Strom teilen wir uns. Ebenso die Kosten für Einkäufe jeden Monat. Aber große Anschaffungen, wie z.B. die Küche oder die Couch hat er fast komplett allein übernommen, da ich da als Studentin einfach nicht viel beisteuern konnte. Dafür haben uns meine Eltern toll unterstützt, und uns z.B eine Waschmaschine geschenkt oder ich habe letzten Monat z.B. unsere Garderobe allein gekauft und kümmere mich um sämtliche Deko-Artikel, die ja auch nicht gerade wenig kosten, wenn man eine große Wohnung hat. Ich denke also nicht, dass ich ihn finanziell komplett alleine lasse oder mich darauf ausruhen würde, dass er mehr verdient. Wiegesagt, die meißten Kosten haben wir eigentlich gerecht aufgeteilt. Aber es ist dennochTatsache, dass er alles in allem natürlich mehr zahlt.

      Nun ja, jedenfalls bin ich jetzt zwiegespalten. Einerseits kann ich ihn ja irgendwo verstehen. Er zahlt mehr und wünscht sich von mir mehr finanzielle Unterstützung. Aber kann er von mir wirklich verlangen, dass ich dafür mein Studium aufgebe? Er stellt es sich so vor, dass ich mir in dem Bereich meines ersten Studiums einen Job suche und mein Wunschstudium an den Nagel hänge, damit ich Geld verdiene. Und mit Sätzen wie "So kann das nicht weiter gehen" oder " Ich mach das nicht noch zwei Jahre mit" setzt er mich so unter Druck, dass er mich fast soweit hat. :-( Es ist ja auch ätzend, fast 30 zu sein und so wenig Geld zu verdienen. Aber es ist ja nicht für immer. Es ist eben eine Durststrecke, die es zu überbrücken gilt, aber er hat da scheinbar gar keine Lust drauf. Mich verletzt das deshalb so sehr, weil er nicht weniger zahlen würde, wenn er alleine als Single eine Wohnung finanzieren müsste. Da wir uns die Miete teilen, muss er nur 450 Euro Miete für eine 80 qm Wohnung in bester Lage, mitten im Grünen, zahlen. Ich studiere doch nicht, um ihn zu ärgern, sondern weil ich nur das Beste für uns will. Ich möchte später mit ihm eine Familie gründen und ich studiere, damit wir uns das später alles leisten können und wir mal über diese Zeit, mit so wenig Geld, lachen können.

      Aber er macht es mir so schwer. :-( Dabei müssen wir eigentlich gar nicht am Hungertuch nagen. Er hat sich letzten Monat ein Auto gekauft und in den Urlaub fliegen wir auch. Außerdem plant er eine Thailandreise fürs nächste Jahr. Das alles ist für ihn seltsamerweise kein Problem.

      Wie seht ihr das? Würden euch eure Partner während eines Studiums/Weiterbildung etc. unterstützen? Oder könnt ihr auch ihn verstehen, dass die monatlichen Kosten ganz genau aufgeteilt werden sollten, sodass keiner mehr zahlen muss?

      Ich denke, wenn er nicht einlenkt, bleibt nur die Trennung. Denn Nein, ich werde mein Studium und meine beruflichen Wünsche nicht einfach über Bord werfen. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, wenn er das nicht akzeptiert...

      • (2) 30.01.15 - 02:02

        Ich kann deinen Freund schon verstehen. Du hast ein Studium absolviert und willst jetzt noch ein Studium anfangen. Ich weiß ja nicht, was du studieren willst, aber was gibt dir die Gewissheit, dass du nach drei Jahren fertig bist? Das kann ja maximal ein Bachelor-Abschluss sein, also nichts Dolles.
        Es ist immer einfacher, wenn beide noch studieren, aber dein Freund geht arbeiten und sieht sein Geld weggehen, während du noch ein Studium anfängst.
        Versteh mich nicht falsch, sich bilden ist immer gut, aber dein Freund sieht es wohl so, dass es auf seine Kosten geht.
        "Ich möchte später mit ihm eine Familie gründen und ich studiere, damit wir uns das später alles leisten können und wir mal über diese Zeit, mit so wenig Geld, lachen können."
        Und das geht mit deinem ersten Studium nicht? Was willst du denn studieren? Warum bist du dir so sicher, dass du dir nach diesem Studium "alles leisten kannst"?

        Hallo, geizige Männer sind nicht zum Heiraten und Kinderkriegen geeignet. Wenn du dann mit 3 Kindern nur Teilzeit oder vielleicht auch gar nicht arbeiten kannst, musst du dir doch ewig das anhören, was du jetzt auch hörst. Es gibt genügend Männer, die gut verdienen und nicht geizig sind. Schau dich besser wieder um, bevor die alle verheiratet sind. LG

        (4) 30.01.15 - 06:51

        Was wäre denn, wenn Dein Freund jetzt auch auf die Idee käme, sich beruflich weiterzuentwickeln, ein Studium anzufangen, die Meisterschule zu besuchen, sich selbstständig zu machen? Würdest Du dann sagen: 'Alles klar Schatz, mach' wonach Dir ist, den Hauptteil der Finanzierung unseres Lebensstandards übernehme nun ich?' Vermutlich nicht, bzw. Du würdest Dir wünschen, das er das mit Dir abspricht. Es hört sich nicht so an, als wäre Dein neues Studium mit Deinem Freund abgesprochen.

        >> ich studiere, damit wir uns das später alles leisten können
        Nein, deshalb hast Du das Studium nicht angefangen. Es geht bei dem zweiten Studium um Selbstverwirklichung. Das ist völlig ok - allerdings sollten in einer Partnerschaft beide die Chance haben, sich selber zu verwirklichen.

        Ich weiss nicht, was Du gerade studierst - aber es stimmt schon: In 3 Jahren macht man keinen Master. Ich weiss nicht, woher Du die Gewissheit nimmst, danach einen Superjob zu bekommen.

        Grüsse
        BiDi

      • (5) 30.01.15 - 07:44

        Ihr seid weder verheiratet noch habt ihr Kinder, somit ist es sowieso allein DEINE Entscheidung, was Du machst!

        Und wenn Du ihm auch noch den gesamten Haushalt schmeißt, sehe ich nicht, worüber er sich beschwert. Du finanzierst Dich selbst, es ist genug da für Auto und Urlaub - wo ist denn da das Problem?

        Wenn man keine Kinder hat, dann geht alles halbe halbe.

        Ansonsten wäre die Alternative alleine zu wohnen. Ich würde nicht erwarten, dass mich jemand in finazieller Hinsicht unterstützt. Entweder kann ich mir mein Studium alleine leisten oder eben nicht.

        Ich weiß ja nicht, was Du studierts, aber in 3 Jahren fertig wird nun auch nicht ein Studiengang sein, wo Du Dich hinterher dumm und krumm verdienst.

      • (7) 30.01.15 - 09:20

        Ich kann zwar verstehen, dass er dich nicht mitfinanzieren will. Aber da du den kompletten Haushalt alleine machst, ist es wiederum auch fair, wenn er mehr bezahlt.

        Alles in allem würde ich mir gut überlegen, ob so ein Mann später als Vater und evtl. Alleinverdiener wirklich erste Wahl wäre.

        lg thyme

        Hm, ich gehe mal davon aus, dass ihr vorher drüber gesprochen habt, dass du das Studium noch machen möchtest... ich kann das verstehen, auch wenn man eine fertige Ausbildung und schon ein abgeschlossenes Studium nicht ausser acht gelassen werden sollten.

        Aber wenn es für eine schicke Wohnung im Grünen, Urlaube und ein neues Auto reicht, dann find ich das auf ziemlich hohem Niveau gejammert. Und denk dran: falls wirklich Familiengründung auf dem Plan steht wird wahrscheinlich ein Gehalt dann eine Zeit lang wegfallen, wie soll das dann sein?

        (9) 30.01.15 - 09:46

        Ich habe mich ebenfalls erst spät für ein Studium entschieden und bin erst mit 29 fertig geworden. Es war ein BA-Studium (3 Jahre) und einer der nur noch sehr wenigen Studiengänge wo man ein Diplom erhält. Das Studium war sehr anspruchsvoll, mit einem Job nebenbei wäre dies einfach nicht machbar gewesen. Zum Glück haben mich meine Eltern finanziell unterstützt. Meinen Mann habe ich erst kurz vor Abschluss des Studiums kennengelernt.

        Ein Bachelor-Studiengang wäre für mich nie in Frage gekommen! Ich bin Bauingenieur und hätte in dem Bereich was ich machen wollte keine Arbeit gefunden.
        Generell wäre es schwer gewesen einen guten Job zu finden nur mit nem Bachelor, da dieser Abschluss einfach (noch) nicht angesehen wird in der Arbeitswelt.

        Überlege dir gut was du machst, sicher, es ist DEINE Entscheidung, aber die Gedanken die dein Freund hat sind legitim. Du bist mit evtl. 30 fertig, findest bestimmt nicht sofort nen Job, arbeitest 2-3 Jahre maximal, weil dann möchstest du natürlich Kinder haben. Bleibst vielleicht 3 Jahre pro Kind zuhause was wieder weniger Geld bedeutet usw.

        Darf ich fragen was du vorher studiert hast und ob du da bereits einen Abschluss hast?

        Ihr habt keine Kinder und Du hast auch sonst keine Verpflichtungen gegenüber einem Mann, der nicht will, dass Du glücklich wirst. Denn Du zahlst Deinen Teil der Miete, du machst die komplette Hausarbeit - es kann also keine Rede davon sein, dass Du ihm auf der Tasche liegst.

        Woher nimmt er sich das Recht, über Dein Leben zu bestimmen? Würde er Dich finanzieren müssen, könnte ich es noch verstehen.

        (11) 30.01.15 - 09:58

        Vielen Dank für eure Antworten!

        Ich habe vergessen zu schreiben, dass ich gar nicht erwarte nach dem Studium einen Haufen Geld zu verdienen, sondern eben nur mehr als jetzt, sodass ich mich mehr bzw. genauso an den Kosten beteiligen kann.

        Du gibst das Studium auf keinen Fall auf! Und das Dein Freund im Haushalt nicht hilft geht auch nicht, egal wer wie viel Geld einbringt.

        So das mal vorab, denn die Haltung Deines Freundes solltest Du nicht einfach abtun mit dem Hinweis, dass ein Partner gefälligst einem die Selbstverwirklichung ermöglichen soll. Du arbeitest Abends und am Wochenende und den Rest der Zeit verbringst Du an der Uni oder mit lernen (das ist auch notwendig, wenn Du Deinen Traum verwirklichen willst, jedoch verkläre nicht den Blick auf Deine Motivation - das machst Du ausschließlich für Dich und nicht für euch - was wirklich vollkommen OK ist), aber wo bleibt da noch Zeit für Deinen Partner?

        Es kann für Deinen Partner schon so aussehen, dass er momentan nichts weiter ist als Dein "Versorger". Ob das jetzt den Tatsachen entspricht, ist erst einmal irrelevant, es kommt eben darauf an wie er es empfindet. Weiterhin hat er ja auch keine Garantie, dass Du nach dem Studium bei Ihm bleibst. Also er "investiert" jetzt mehr und wenn Du Dein Ziel erreicht hast, bist Du weg. (Was wahrscheinlich gar nicht so abwegig ist.)

        Um seine persönlichen Ziele zu verfolgen und diese auch zu erreichen, muss man eben auch leiden und Opfer bringen, d.h. sollte Dein Partner weiterhin darauf bestehen, dass Du Deine Ziele aufgibst, dann bleibt nur noch der Auszug mit allen Konsequenzen und da solltest Du Dich auch nicht zurückhalten. Denn genauso wenig wie Dein Partner weiß, ob Du bei Ihm bleibst, wenn er in Dich "investiert", genauso wenig weißt Du, ob Ihr weiterhin ein Paar bleibt, wenn Du das Studium jetzt aufgibst. Man gibt persönliche Ziele nicht für andere auf!

        So ist es eben, wenn man sich in unterschiedlichen Lebensphasen befindet.

        Hallo,

        es ist Dein Ding.

        Also mach es.

        Sollte ihm das nicht passen, dann muss er sich halt trennen.

        GLG und alles Gute #klee

        (14) 30.01.15 - 11:14

        Hallo,

        ich habe für derartige Aufrechnerei kein Verständnis. Hier wird und wurde noch nie alles durch 2 geteilt, auch nicht vor der Hochzeit und vor den Kindern. Als wir zusammengezogen sind war klar, dass wir gemeinsam unser Leben finanzieren, alles geht in einen Topf, ohne zu gucken, wer wie viel reinbringt. Wichtig war nur, dass die jeweiligen Dinge finanzierbar waren.

        Du schreibst ja, dass ihr euch dein Studium gemeinsam leisten könnt, ihr also nicht am Hungertuch nagen müsst, nur weil du studierst. In dem Fall hätte mich mein Mann ganz sicher unterstützt. Ebenso würde ich ihn unter diesen Umständen unterstützen. Bildung hat bei mir auch einen ganz anderen Stellewert als ein Urlaub - darauf würden wir fürs Studium sogar verzichten, wenn es sein müsste.

        Ich kann dich also sehr gut verstehen. Ich würde mir überlegen, ob ich mit diesem Mann wirklich eine Familie grünnden will. Was ist, wenn Kinder da sind? Wird dann aufgerechnet, wer mit dem Bezahlen der Windeln dran ist?

        LG

        Hallo,

        versuche dich einmal in deinen Freund hineinzuversetzen.

        Partnerin teilt ihm mit, dass sie ein zweites Studium aufnehmen wird und zukünftig noch weniger finanziell beisteuern kann. Dein Freund verdient durchschnittlich, schreibst du, vermutlich muss er sich den geplanten Urlaub, das Auto und die geplante Thailandreise ganz hart vom Mund absparen. Du wirst tagsüber an der Uni und wahrscheinlich danach bei deinem Teilzeitjob sein. Wo bleibt da Zeit für deinen Partner?

        Ganz ehrlich, dein Wunsch zu studieren, in allen Ehren. Wenn das unbedingt möchtest, zieh das auf jeden Fall durch. Momentan bist du noch ohne Verpflichtungen und ungebunden.

        Allerdings kannst du nicht darauf bauen, dass sich dein Freund in den Jahren deines Studiums nichts leisten kann, weil du eben studierst. Es ist auch sein Leben, seine Lebenszeit. Und ganz ehrlich, ob ihr einmal immer zusammen bleibt, steht doch auch in den Sternen. Nachher hat er dich drei Jahre finanziell unterstützt, sich selbst kaum etwas geleistet, weil von dir finanziell kaum etwas zu erwarten ist, und ihr geht am Ende deines Studiums auseinander... Ich glaube nämlich, das seine Gedanken in diese Richtung gehen. So gesehen, hätte er für nichts und wieder nichts auf alle Annehmlichkeiten verzichtet und hätte hinterher nichts davon. Klar ist das Aufrechnerei, aber dein Freund scheint ja von dieser Sorte zu sein.

        Und sein wir doch mal ganz ehrlich, du wirst im besten Fall gleich nach deinem Studium eine Anstellung finden, wo du etwas mehr verdienst. Dann bist du 30 und die ersten zarten Gedanken an Familiengründung und Kinder keimen auf. Und das obwohl du einige Jahre im Beruf arbeiten solltest, um Berufserfahrung zu machen. Bekommst du davor Kinder ist dein Freund wieder der gute Zahlesel, da du in der Elternzeit logischer Weise kein volles Gehalt bekommst.

        Wenn dein Freund sich querstellt, musst du deinen Weg eben allein gehen.

        Alles Gute

        Nici

        • (16) 30.01.15 - 12:12

          Das ist ja gerade das, was mich so verletzt. Er musste auf diese Dinge wie Urlaub oder Auto eben nicht ewig sparen, sondern konnte sich das immer ganz gut leisten. Er gönnt sich viel und muss nicht wegen mir auf alles verzichten. Im Gegenteil, seine monatlichen Ausgaben wären nicht geringer, würde er alleine leben.

          Ich arbeite nur 20 Stunden die Woche, also auch nicht jeden Tag, sodass wir durchaus die freie Zeit miteinander verbringen.

          Solangsam habe ich das Gefühl, dass wir einfach zu unterschiedliche Lebensplanungen haben. Denn erst letztens teilte er mir mit, dass er auf gar keinen Fall später als mit 30 Vater werden will, also in drei Jahren , genau dann, wenn ich fertig bin. Ich möchte aber nicht direkt nach der Uni Mutter werden, denn wie du schon sagtest, erstmal Berufserfahrung sammeln. Das ist also ebenfalls ein Punkt,an dem die Vorstellungen auseinander klaffen...

          • (17) 30.01.15 - 14:49

            "Denn erst letztens teilte er mir mit, dass er auf gar keinen Fall später als mit 30 Vater werden will, also in drei Jahren , genau dann, wenn ich fertig bin. Ich möchte aber nicht direkt nach der Uni Mutter werden."

            Ich denke, das solltet ihr wirklich klären, wenn es nicht zu tagtäglichen Kämpfen zwischen euch kommen soll. Dein Freund ist wohl unglücklich mit der Situation und deswegen gereizt. Er hätte sich wahrscheinlich gewünscht, dass du in deinem Beruf arbeitest, damit dann in 3-4 Jahren die Familienplanung beginnen kann. Einerseits will er dir das Studium nicht verbieten, andererseits ist er genervt davon, weil wegen deiner "Selbstverwirklichung" seine eigenen Vorstellungen von der nahen Zukunft ins Wasser fallen. Vielleicht stört ihn das viel mehr, als die Tatsache, dass er Hauptverdiener ist. (Wobei es schon ein Stückweit Luxus ist, ohne große Not ein weiteres Studium zu beginnen. Schlussendlich kannst du dir das auch nur leisten, weil er dich mitversorgt. Mit 800€ im Monat würdest du alleine kaum über die Runden kommen.)

            Vielleicht fehlt mir an dieser Stelle das parterschaftliche Gen, aber ich kann deinen Mann schon verstehen. Dabei habe ich selber studiert, als wir geheiratet haben. :-) Aber ich war auch erst 23, es war mein Erststudium und es dauerte auch "nur" noch 1,5 Jahre (Referendariat). Diese Zeit war für unsere Ehe ziemlich belastend, da mich mein Studium fast komplett einnahm. Ich hatte häufig keine Nerven für den restlichen Alltag mit meinem Mann.

            Wenn ich also nach dieser nervenaufreibenden Zeit verkündet hätte, dass ich jetzt ein ganz neues Studium anfangen würde, wäre mein Mann alles andere als "amused" gewesen. Wir beide waren froh, dass das "normale" Leben endlich beginnen konnte.

            Du hast ein Recht deine Träume zu verwirklichen, dein Partner aber auch. Es geht nicht darum, wer im Recht ist, sondern darum, ob eure Wünsche noch irgendwie in Einklang zu bringen sind. Und an dieser Stelle müsstet ihr bald mal ein ehrliches Gespräch führen.

            Grüße
            Luka

      (18) 30.01.15 - 12:55

      Hallo,

      bei mir besteht fast die gleiche Situation. Ich habe 5 Jahr lang studiert und dann 1 Jahr einen Job gesucht. In der Zeit habe ich festgestellt, eigentlich etwas ganz anderes machen zu wollen und habe letzten Oktober ein weiteres BA Studium angefangen. Fertig sein werde ich mich 29.
      Mein Mann unterstützt mich dabei. Wir haben lange darüber geredet. Ich habe nur einen Minijob nebenbei. Das Geld was er verdient und ich werfen wir zusammen in einen Topf.

      Ich denke, dein Freund könnte eventuell neidisch sein weil du dich traust das zu tun und er vielleicht unzufrieden ist.

      Vielleicht reagiert er deshalb so abwertend. So was ist aber schwierig rauszufinden, wenn er nicht darüber reden will oder es vor sich selbst nicht zugeben kann.

      Ich würde an deinem Ziel festhalten und versuchen ihm genauer auf den Zahn zu fühlen.

      Hey,

      ich kann mal versuchen, dir das Ganze aus der anderen Perspektive zu beschreiben. Bei uns ist es nämlich umgekehrt. Mein Freund ist jetzt 29 und hat nochmal ein duales Studium angefangen, vorher hatte er versucht sich selbststndig zu machen, das ist allerdings in die Hose gegangen und er hat sogar ein paar Schulden mit rausgenommen, die er jetzt erstmal abbezahlen musste.
      In all der Zeit und auch jetzt habe ich ihn finanziell unterstützt, es gab zum Beispiel Zeiten, in denen er nicht mal Miete zahlen konnte, so dass ich die komplette Miete übernehmen musste. Das war nicht immer leicht für unsere Beziehung, aber wir haben schon sehr viel tiefergehendes miteinander durchgemacht und ich finde nicht, dass man das Leben nur auf Geld beschränken sollte. Ich selbst arbeite nicht mal, ich studiere auch noch und verdiene keine Unmengen an Geld, es reicht eben gerade so.

      Aber ich kenne meinen Freund nun schon lange und weiß, dass er mir alles geben würde, was er hat und es nicht genießt, wenn ich uns mit meinem mikrigen Studentengehalt durchbringe... Aber wir haben vor unser Leben miteinander zu verbringen. Und da wird es wohl immer Zeiten geben, wo einer mal mehr und einer mal weniger verdient. Unser erstes Kind ist zum Beispiel noch in meinem STudium geplant, so dass er uns dann eben finanzieren muss. Es ist ein Geben und ein Nehmen.

      Ich will damit nicht sagen, dass wir uns nie gestritten haben in unseren "armen" Zeiten, aber mein Gott, es ist "nur" Geld. Es gibt so viel wichtigeres im Leben.

      Jedenfalls finde ich es ein Unding, dass er dir dein Studium verbieten möchte. Wenn es dein Traum ist, mache es und wenn ihr eurer Leben gemeinsam verbringen möchtet und er sogar schon von Kindern redet, sollte man sich gegenseitig unterstützen und füreinander da sein.

      Liebe Grüße

      Du wärst ohne ihn besser dran.

      Gruß

      Manavgat

      (21) 30.01.15 - 17:49

      Hi,

      du sagst selbst, er muss mehr zahlen. Wenn er darauf keine Lust mehr hat, werdet ihr die Konsequenzen tragen müssen, ggf bis zur Trennung.

      Möglicherweise hat er einfach Angst, dass er für immer für deine Selbstverwirklichung zahlen muss:
      - jetzt fürs Studium
      - später für die Elternzeit

      - ggf mal wenn die Beziehung mit Kindern scheitert.

      Witzig finde ich in dem Beitrag insgesamt zu lesen, dass hier einige wirklich meinen, dass man sich den Mann danach suchen sollte, wie klaglos er Auszeiten finanziert. Da ist von Gleichberechtigung nicht viel zu sehen. Ich werde meinen Sohn jedenfalls davor warnen, sich eine Frau zu suchen, die gleich erwartet, dass er sich in die Versorgerrolle drängen lässt. Ich hoffe, er gerät an eine Frau, die seinen Anteil am Vatersein so schätzt wie ihren Anteil am Erwerbseinkommen der Familie und für die nicht von vornherein feststeht, dass Elternzeit natürlich für sie reserviert ist.

      Mein Rat für dich: stell dich mal neben dich und frage dich ehrlich, wie viel Verantwortung dein Freund durch deinen Wunsch nach Selbstverwirklichung wirklich übernehmen muss. Oder organisiere es so, dass er nicht drauf zahlt. Selbstverständlich muss er dann eben auch seinen Anteil am Haushalt leisten.

      LG

    (24) 31.01.15 - 00:21

    Ich kann deinen Partner verstehen und finde das Studium in deinem alter sinnfrei.

    Entweder man studiert ordentlich oder garnicht. Was willst du mit einem bachelor und deinen dann 30 Jahren! Du trägst so gut wie nichts zum Familienleben bei und wirst es auch nach dem Studium kaum? Willst du mal kinder? Wenn nicht, ok. Wenn doch dann veebring deine zeit bis zum ersten kind sinnvoller als mit einem Studium.

    Sammle Berufserfahrung sodass du nach dem kind wieder wo einsteigen kannst.

    Was glaubst du wer dich nimmt mit bachelor und keine /kaum Berufserfahrung nach der elternzeit?

    • (25) 31.01.15 - 10:12

      Wo habe ich eigentlich geschrieben, dass ich nur den Bachelor mache? Ich mache paralell zu meinem Erststudium noch den Master. Aber das ist hier ja auch gar nicht das Thema.

      Ich möchte ja noch lange keine Kinder, sondern nach dem Studium erst Berufserfahrung sammeln.

      Ich lasse mir meine Ziele jedenfalls nicht ausreden, weder von meinem Freund noch von sonst jemanden.

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