Wie lange durchhalten ?

    • (1) 08.02.15 - 21:57

      Hallo,
      ich möchte nochmal um Eure Meinungen bitten, weil ich einfach nur traurig und ratlos bin.
      Vor ca. 2 Wochen habe ich meinem Mann gesagt, dass ich die Trennung möchte.
      Wir haben dann viel geredet und bei ihm war von Traurigkeit bis unter Druck setzen alles dabei, weil er es nicht will.
      Eigentlich stand mein Entschluss fest und trotzdem habe ich zugestimmt, dass wir bestimmte Dinge ändern und schauen, ob es besser wird und wir doch noch eine Chance haben.
      Ich weiß nicht genau, warum ich nicht bei meiner Entscheidung geblieben bin, da meine Gefühle für ihn kaum noch da waren.
      Mitleid und Verpflichtung ( wir haben eine Tochter ) kommen wohl am ehesten im Frage.
      Und ich habe mir eingeredet, dass meine Gefühle zurück kommen, wenn wir wieder zusammen etwas unternehmen und uns beide wieder mehr Mühe geben.
      Ich merke, dass er sich Mühe gibt ( das war vor allem in den ersten Tagen danach so.
      Er hat sich um einen Babysitter gekümmert und unsere Tochter schläft jetzt in ihrem Zimmer ( vorher im großen Bett, weil ich an manchen Tagen erst spät von der Arbeit komme )

      Allerdings andere Dinge, die mir sehr wichtig sind, haben sich nicht geändert.
      Wir haben weiterhin keinen Abend zusammen, da er früh schlafen geht.
      Dann bin ich alleine , nachdem ich die Kleine ins Bett gebracht habe.
      Ich habe das Gefühl, es bestätigt sich, dass alles schnell beim Alten ist.
      Wahrscheinlich liegt es an mir, weil ich ihm so keine echte Chance geben kann.
      Ich schaffe es auch einfach nicht, über meinen Schatten zu springen und alles zu versuchen.
      Genauso wenig kriege ich es hin, mich ihm zu öffnen, um meine Gefühle wieder aufbauen zu können.
      Ich habe sooo ein schlechtes Gewissen, dass ich es einfach nicht schaffe und ihm keine echte Chance geben kann.
      Habt Ihr irgendeinen Rat für mich ?
      Beratung wollte mein Mann nicht und ich habe alleine Termine.

      • Hallo Leni,

        vielleicht solltest Du Dir selbst einfach etwas Raum geben, um richtig zu entscheiden. Setz dich nicht unter Druck, verurteil dich nicht. Natürlich machst du es dir nicht leicht. Das spricht doch für dich. Vielleicht sieht alles ganz anders aus, wenn du dir Raum gibst.

        Ich kann nur sagen, dass nach einer Trennung das Sich-alleine-fühlen nicht besser wird. Aber ich weiß auch, dass es nicht schön ist, wenn man mit einem Menschen zusammen ist, denn man nicht liebt.

        Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute.

        LG zara79

        • Danke Dir.
          Ja nach einer Trennung werde ich mich auch alleine fühlen.
          Allerdings bin ich jetzt auch schon sehr lange alleine in unserer Beziehung.
          Ich versuche, mir die Zeit zu geben.
          Es setzt mich nur sehr unter Druck und ich fühle mich wie gelähmt dabei und verhalte mich automatisch so wie vorher und kann nicht auf ihn zugehen

      Manchmal ist es für eine 2. Chance schon zu spät. Dann ist der Zug einfach abgefahren. Vielleicht hättet ihr führer die Reißleine ziehen sollen. Das tut mir für eurer Kind leid, aber dieses Ausharren in einer Beziehung in der man nicht glücklich ist und in der es keine Gefühle mehr gibt, ist auf Dauer für alle eine Zumutung.

      Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

      • Danke für Deine Antwort.
        Ja ich habe auch dieses komische Gefühl, dass es wahrscheinlich zu spät ist bei mir.
        Ich habe in unserer Beziehung schon oft die Dinge, mit denen ich nicht klarkomme klar und deutlich angesprochen.
        Die ersten Jahre hat er auch immer eine echte Chance bekommen, weil meine Gefühle stark waren.
        Nun mit Kind ist alles schlimmer geworden und dadurch auch die Gefühle weniger.
        Ich finde es auch schlimm für meine Tochter und will das eigentlich auch nicht.
        Nur bin ich so unglücklich und bei mir ändert sich gefühlsmäßig, auch wenn ich es versuche, leider nichts.

    Jeder hat seine eigene Leidenslinie, da kann Dir fast keiner helfen.

    Entscheidend sollte Deine Ehrlichkeit Dir selbst gegenüber sein. Bis man sich selbst eingestehen kann, daß ein Traum ausgeträumt oder sogar ein jahrelanger Selbstbetrug gewesen ist, fließt viel Wasser die Elbe runter. Auch wenn Dir Familie, Freunde, Bekannte oder die Urbiagemeinschaft alle erzählen können, was das Beste für Dich wäre..... - entscheidst nur Du, wann Deine Kraft echt nicht mehr reicht. Das wird sehr schmerzhaft werden - für alle Beteiligten.

    Jahrelanges leiden/aushalten/hoffen geht übrigens auf die Gesundheit - nur nebenbei erwähnt.... -

    • Danke
      Ja das es auf die Gesundheit geht, da ist was dran. Merke ich auch.
      Die Entscheidung muss ich selbst treffen und es ist wirklich so, dass es lange dauert, bis die Kraft nicht mehr reicht.

Moin

Manchmal merkt man erst was man verloren hat, wenn es weg ist.

Ich könnte mit dieser "Erwartungshaltung an mich selbst" schlecht umgehen, da MUSS jetzt bald was ganz Großes passieren...sonst...

Da könnten bei mir nicht entspannt Gefühle zurückkommen. Und für Deinen Mann ist es auch belastend, da er aktuell Gas gibt und keine Änderung sichtbar ist, das zermürbt auf Dauer.

Leider kann ich Dir gar keinen richtigen Rat geben, aber ich befürchte einfach, dass das auf Dauer so nicht klappt.

Vielleicht musst Du ihn wirklich erst richtig vermissen um wieder zu fühlen wie sehr Du ihn liebst und er Dir fehlt, ohne diesen Druck, dass sich bald was ändern muss ...

LG#klee

  • Vielen Dank für Deine Antwort.
    Habe auch schon über getrennte Wohnungen nachgedacht, ohne gleich die Scheidung in Betracht zu ziehen.
    Vielleicht ist es dann leichter für mich, klar zu sehen und denken

    • Eine räumliche Trennung hat was für sich..... -

      Scheidung ist teuer.

      mach Dir einen Plan - mit oder ohne Kind - aber auf jeden Fall - ohne "diesen" Mann - irgendwann

      • Bei der Planung bin ich schon länger, da ich mich ja theoretisch schon entschlossen hatte. Diese Dinge brauchen auch leider ihre Zeit ( vor allem beruflich )

        • Inwieweit entscheidet Deine berufliche Laufbahn über Deine private?

          Bist Du finanziell von Deinem Mann abhängig? Bekämmest Du Unterstützung (temporär) was Kinderbetreuung angeht (Familie/ Tagesmuter/ Hort oder ähnliches)?

          Möglicherweise ist es für einen Selbst von Vorteil einfach mal von der Klippe zu springen. Jahrelanges Grübeln ist Selbstverleugnung.... - und zwar auf die fiesete Art. Je jünger Dein Zwerg ist, desto leichter ist es für das Kind.

          Spring!

          • Ich denke auch, je jünger unsere Tochter, um so besser für sie.
            Wir haben sie bis jetzt nur alleine betreut und Babysitter wollte mein Mann nicht.
            Wir haben keine Familie in der Nähe.
            Beruflich bin ich im Schichtdienst und muss mich bestimmt umorientieren.
            Bis vor kurzem habe ich noch gedacht, dass es organisatorisch klappen könnte, wenn wir uns beide weiterhin kümmern.
            Mein Mann hat dann gesagt, dass er im Falle eines Falles weg ziehen würde.
            Darüber war ich sehr schockiert und wieder eine Verletzung mehr für mich.
            Auch wenn es wahrscheinlich nur ein Druckmittel war / ist.

Ich würde euch zu einer Paarberatung raten.Das Diakonische Werk und auch die Caritas beraten sehr gut.Die Leute die dort arbeiten haben eine dementsprechende Ausbildung.Google mal....Dort habt ihr die Möglichkeit euch unter Anleitung auszusprechen und euch darüber klar zu werden, ob es weiter geht oder nicht.Mein Gefühlsleben hat sich nach der Geburt unseres Kindes stark verändert.Ich wollte mich auch trennen.Wir sind an eine sehr gute Beraterin geraten, die uns neue Wege aufgezeigt hat.Nur mal so als Denkanstoß...

Ein totes Pferd kann man nicht reiten.... sorry, ist leider so.

Es scheint als hast du innerlich abgeschlossen, dann kann es auch nicht funktionieren.

Vielleicht habt ihr durch eine räumliche Trennung eine Chance…. du brauchst Zeit für dich, zum nachdenken.

(22) 09.02.15 - 20:49

Hallo,

vielleicht würde es euch helfen wenn ihr etwas räumlichen Abstand zueinander gewinnen könntet?

Dann wird euch vielleicht wieder bewusst, was ihr am jeweils anderen und dem zusammenleben mögt und hoffentlich dann vermisst.

Ich drück mal alle Daumen!

fekoko

  • (23) 09.02.15 - 21:01

    Danke für Deine Antwort.
    Das wird nur gehen, wenn wir ausziehen und uns jeder eine Wohnung nehmen.
    Allerdings hat mein Mann gesagt, dass er dann nicht in der Nähe bleiben will.
    Ich hoffe aber, dass er sich dann doch um unsere Tochter kümmern will und es nicht ernst gemeint hat.

    • (24) 09.02.15 - 21:20

      ...also ich kenne ja deinen Mann nicht, aber ich vermute gaaanz stark das er es gesagt hat weil er in dem Moment überfordert war.
      Klar, kein schöner Zug, aber ich finde es gibt hat auch mal Situationen wo man erst redet und dann denkt.
      Trag es ihm nicht nach!

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