Die Beziehungskrise, die keine ist.....

    • (1) 24.02.15 - 12:47
      unsicher34

      Hallo zusammen,

      ich muss mich einfach mal irgendwo ausheulen – ich glaube gerade echt, ich dreh am Rad. Dabei mach ich wahrscheinlich nur aus einer Mücke einen Elefanten… ich weiß aber nicht, wie ich es abstellen soll! Ich (34) bin seit Oktober letzten Jahres mit meinem Freund (42) zusammen, also noch nicht so wirklich lang. Und eigentlich passt es auch ganz gut mit uns; wir haben viele gemeinsame Interessen und genießen die Zeit zu zweit. Alles könnte perfekt sein, wenn in mir nicht von Monat zu Monat die Angst grösser und lähmender werden würde, dass alles ein schnelles Ende finden könnte. Warum habe ich diese Angst? Der Freund, mit dem ich zuvor zusammen war, hat mich ohne jegliche für mich erkennbare Vorwarnung nach 11 Monaten Beziehung praktisch von einer Sekunde auf die andere verlassen. Ich wäre nicht diejenige welche, das wäre ihm klar geworden, so seine Worte. Das hat mich hammerhart getroffen. Und der vor ihm ist nach nur 10 Monaten auch ziemlich plötzlich zu seiner Ex zurück, auch wenn das Ende da nicht so überraschend kam (wir waren doch sehr unterschiedlich). Diese beiden Erfahrungen haben mich scheinbar sehr geprägt. Mit meinem jetzigen Freund habe ich auch viel über sowas geredet. Er hat mir auch von seinen schlechten Erfahrungen und Fehlern erzählt; z. B. von seiner Ex-Frau, mit der er nach einem Monat bereits zusammengezogen ist und die er nach nicht mal einem Jahr geheiratet hat, um kurz darauf festzustellen, dass er und sie gar nicht zusammen passen. Wir wollten diesmal alles besser machen. Aufgrund unserer Berufe, die uns beide viel ins Ausland führen, können wir uns ohnehin nicht täglich sehen, und dann wohnen wir auch nicht in der gleichen Stadt (ca. 40 Min. voneinander entfernt). Am Anfang haben wir uns noch gesagt, dass das gut wäre, denn so hätten wir beide unsere Freiräume und würden einander nicht erdrücken, so wie uns (v.a. ihm) das in vorangegangenen Beziehungen passiert ist. Nun, es stellte sich innerhalb kürzester Zeit heraus, dass ich mit all dem, was wir uns schöngeredet hatten, doch nicht zurechtkomme! Ich wünsche mir mehr Zeit mit ihm, und bis vor kurzem hatte ich das Gefühl, ihm ginge es auch so. Er sagte mir oft, dass er sich so richtig dran gewöhnen könne, mich immer um sich zu haben… dass ich schon da wäre, wenn er nach Hause kommt (ich habe seinen Wohnungsschlüssel und er meinen)… Ich glaube, irgendwann hat auch er alle guten Vorsätze über den Haufen geworfen, denn er sucht schon lange nach einer Wohnung zum Kauf, und Mitte Januar hatte er eine Wohnung gefunden, die seinen Vorstellungen ziemlich gut entsprach. Sie gefiel auch mir sehr gut, und er fragte mich, ob ich zu ihm ziehen würde, wenn er sie kaufen sollte (sie würde im Sommer fertig werden). Ich war überglücklich in dem Moment, denn tief in meinem Herzen hatte ich mir nichts anderes gewünscht!

      Doch dann kam ihm ein anderer Käufer zuvor, und es wurde nichts aus der Wohnung. Seitdem ist meine Gefühlswelt ein Alptraum geworden! Sicher, er war auch verärgert und enttäuscht, aber ich glaube, es hat ihn nicht annähernd so getroffen wie mich! Der Traum vom Zusammenziehen ist einfach so ersatzlos gestrichen worden. Und eine andere Wohnung dieser Art zu finden, wird wohl sehr schwierig sein, weil er da sehr konkrete Vorstellungen hat. Wisst Ihr, es wäre alles gut, wenn es diese andere Wohnung nie gegeben hätte. Aber dass es diese Aussicht gab und dass sie nun weg ist, macht mich fertig. Ich habe ihm das auch schon gesagt, und er meinte, es würde ihn nicht so schwer treffen, weil die Wohnung dann doch nicht hundertprozentig so perfekt gelegen hätte, wie er es sich erträumt hatte, und dass es sicher für etwas gut gewesen wäre… Und dass ich ja auch zu ihm in seine Mietwohnung ziehen könne, irgendwann, falls wir das wollen würden… auch wenn das sicher komisch für mich wäre, weil er da ja mit einer anderen Frau gewohnt hat…

      Aber ich kann es nicht so pragmatisch sehen! Ich bin unendlich traurig, weil ich jetzt wieder vor dem Ungewissen stehe, und mein Gehirn hat das ganze scheinbar als „Krise“ verarbeitet. Es ist, als hätten wir entschieden zusammenzuziehen, und dann hätte er einen Rückzieher gemacht (hat er ja nicht – aber für mich fühlt es sich trotzdem so an!). Seitdem beobachte ich auch voller Argwohn sein Verhalten, und ich bilde mir ein, dass es sich verändert hätte. Ich weiß, dass er jetzt drei sehr arbeitsintensive Monate vor sich hat, und von Kunden von früh bis spät belagert wird, und wahrscheinlich deshalb auch öfter etwas abwesend ist, aber so sehr ich mit mir auch verhandle, mein Kopf will keine Einsicht haben, dass alles gut und normal ist. Mein Gefühl sagt, wir haben eine Krise, und ich bin jede Sekunde alarmiert, weil ich ständig denke, dass sich seine Gefühle für mich verändert haben. Es geht so weit, dass ich neulich aus heiterem Himmel vor ihm in Tränen ausgebrochen bin. Er sagte mir, ich solle mir doch nicht so viel Stress machen, und dass alles gut wäre; er würde es mir sagen, wenn dem nicht so wäre. Nur leider fällt es mir so schwer das zu glauben… Dieses Gefühl in mir ist so viel stärker als jede Vernunft! Ich denke sehr oft „Ach, wäre ich doch so bedürftig wie seine Ex-Frau, dann hätten wir auch schon zusammen gewohnt!“ Das habe ich ihm nie gesagt, denn ich weiß, dass es ein kranker Gedanke ist, aber ich denke ihn trotzdem (sie wohnte damals bei ihrem Ex, als er sie kennenlernte, und er hat sie und ihre Tochter praktisch „errettet“). Ich habe große Angst, dass ich alles zwischen uns kaputt mache, wenn ich mich noch länger so verhalte. Es heißt ja immer, dass alles, was uns passiert, uns stärker macht, aber die beiden vorhergehenden Beziehungen haben eher das Gegenteil in mir bewirkt.

      Ich war deshalb auch schon in Therapie und mir wurde eine Anpassungsstörung diagnostiziert, aber geholfen hat mir das auch nicht wirklich. Mit meiner Angst nerve ich nicht nur andere zu Tode, sondern mache auch mein Leben nicht lebenswert. Ich weiß, dass Ihr mir da auch nicht helfen könnt. Niemand kann in die Glaskugel blicken und sagen, ob eine Beziehung bestehen bleiben wird oder nicht. Aber es würde mir sehr helfen, mich mit jemandem austauschen zu können, dem es vielleicht schon genauso gegangen ist.

      LG die verunsicherte 34

      • (2) 24.02.15 - 12:57

        Anpassungsstörung hört sich nach einer Bagatelle an... ist es leider nicht... das was dich so verunsichert, spielt sich in Deinem Kopf ab!! Es gibt auch gute Therapeuten, vielleicht kommt es nochmal auf einen Versuch bei Dir an . Dein Text ist sehr "konfus" leider... versuch einfach mal nur für dich mal aufzuschreiben, was genau passiert ist (also nur Fakten!), dann wirst du sehen, dass nichts passiert ist.

        Übrigens, letztens hab ich gelesen, etwas nicht zu bekommen, kann ein ungeahnter Glücksfall sein im Leben... es hat also sicherlich einen guten Grund, warum der andere Mann damals gegangen ist;-)). Alles Gute für Dich, Joana

        (3) 24.02.15 - 13:15

        Du Arme, lass dich mal drücken!

        Ich kenne das, nicht ganz so krass wie bei dir, aber auch ich habe starke Verlassensängste.
        Das kommt aus meiner Kindheit, mein Vater hat uns Kinder materiell mit Allem versorgt, uns aber keine Liebe, kein Zutrauen oder gar Selbstbewusstsein geben können.

        Ich habe seit wenigen Wochen einen neuen Freund, er hat das Potential Mr. Right zu sein. Ich bin sehr verliebt, er ist mir unheimlich wichtig, er liebt mich zurück, wir passen zusammen, ist super süss, aufmerksam, liebevoll, er gibt mir keinen Grund für Misstrauen.. und was mache ich? Denke mir aus, wann er mich verlässt, dass er mich irgendwann nicht mehr mag, dass ich sicher leiden werde und bla bla bla. #klatsch

        Ich versuche - momentan recht erfolgreich - mich im Zaum zu halten, das zu verdrängen, meine Beziehung und alles was sie mir an guten Dingen gibt zu genießen. Dass ich manchmal etwas bluna im Kopf bin, muss er ja nicht unbedingt wissen #rofl

        ABER: mach dir klar: ein großer großer Teil davon passiert nicht wirklich, sondern nur in deinem Kopf! Deine Erfahungen, deine Kindheit, deine Probleme prägen dich und lassen dich deine Beziehung und ihn wie durch einen Filter sehen.

        Gehe ein Schritt zurück. Mut zum Risiko. Werfe dein Herz und dein Vertrauen in den Ring. Denke dran, dir hat man schon mal sehr weh getan, und du hast es überlebt. Das würdest du dieses Mal auch! Lass deine Gedanken und dein Kopfkino nicht alles kaputt machen. Sei weniger wachsam, weniger misstrauisch, weniger mit dem Schlimmsten rechnend.
        Mag sein dass er sich verändert hat. Das kann so viele Ursachen haben, das muss garnichts mit dir zu tun haben. Vertraue darauf dass alles gut werden wird, so oder so.

        Ich weiss, nichts leichter als das, nicht wahr? #zitter Aber: nur wer etwas wagt, kann auch was gewinnen. Lass einen guten Mann nicht ziehen, nur weil du Panik schiebst. Dann hätten die anderen, die dir schon einmal weh taten, schon wieder gewonnen.

        Wenn Du so weiter machst, wirst Du ihn auch verlieren...Thema selbstverwirklichende Prophezeiung.

        Such Dir einen anderen Therapeuten oder Coach, nicht jeder paßt zu Dir und umgekehrt auch nicht, manchmal dauert es etwas, bis man den perfekten Therapeuten/Coach findet.

      • (5) 24.02.15 - 15:21

        Hallo,

        ein Freund von mir sagte mal zu mir, wenn man sich klar macht, dass JEDE Beziehung irgendwann zu Ende ist, sei es durch Trennung oder Tod, lebt es sich leichter.

        Ich habe schon Beziehungen beendet und ich wurde auch mal verlassen.
        Mit meinem jetzigen Freund will ich alt werden. Aber ich bin mir dessen bewusst, dass es auch anders kommen kann. Wenn es so wäre, dann wäre es eben so. Ändern kann ich es nicht. Mir gehört niemand und ich gehöre niemanden. Es klingt vielleicht ziemlich nüchtern, denn ich bin sehr verliebt, aber ich bin nun mal realistisch.

        Alles Gute für dich

        (6) 25.02.15 - 12:59

        Danke für Eure Antworten und vor allem für die aufmunternden Worte.

        Ich gehe ja immer noch zu meinem Therapeuten, habe aber nur selten Termine, weil ich halt so oft unterwegs bin... Aber vielleicht sollte ich mir wirklich noch einen anderen suchen, denn ich habe das Gefühl, er sieht mich als hoffnungslosen Fall.
        Ich sehe mich mittlerweile auch fast so; als wäre es zu spät, um den Chip umzuprogrammieren. :/
        Vermutlich muss ich es auch einfach aussitzen und warten bis die Krise in mir vorüber geht, und bis dahin versuchen einfach die Zähne zusammenzubeissen und zu lächeln.

        Aber es tut gut, wenn man mal ganz offen darüber reden kann, und sei es auch nur über diese Plattform!

        LG an Euch

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