Partner hat Depressionen

    • (1) 23.03.15 - 13:11

      Hallo,

      mein Partner befindet sich gerade in einer Klinik, da er unter Depressionen leidet.
      Er hatte diese Krankheit schonmal, allerdings ist das einige Jahre her und wir kannten uns damals noch nicht. Ich weiß es nur von seinen Erzählungen und habe es als einen Teil seiner Vergangenheit abgetan. Kurz nach unserem Kennenlernen hatte er damals seine Medikamente abgesetzt. Fünf Jahre ist das nun her. Und seither führten wir ein glückliches Leben. Dieser Mann ist immer sowas von lebensfroh gewesen. Die Beziehung ist schön, er hat einen Beruf, der ihm Spaß macht, viele Freunde und seit kurzem leben wir auch in einer schönen Wohnung im Grünen. Die Krankheit galt als besiegt. Er sagte selbst, dass er sehr zufrieden und glücklich ist.

      Vor zwei Wochen klagte mein Partner dann plötzlich über extreme Kopfschmerzen und Schwindel. Es ging harmlos los und wurde dann immer schlimmer, bis wir ins Krankenhaus gingen. Dort wurde festgestellt, dass mein Partner organisch völlig gesund ist. Da wurde meinem Partner klar, dass er wieder einen sogenannten "Schub" hat, denn damals ging es wohl genauso los. Er überlegte nicht lange und ging freiwillig in eine Klinik. Dort ist er seitdem und ich sitze hier allein in unserer Wohnung, mit sovielen Gedanken und Sorgen im Kopf.

      Die ersten Gespräche mit den Ärzten ergaben, dass die Depression keine bestimmte Ursache haben muss, sondern durch irgendwelche chemischen Vorgänge im Gehirn ausgelöst werden kann. Um weiteren "Schüben" in der Zukunft vorzubeugen, soll er wohl sein Leben lang Antidepressiva nehmen und natürlich nach der Klinik, wenn er wieder "ins Leben" kann begleitend eine Therapie beginnen. So sollte er wohl wieder ein normales, glückliches Leben, wie zuvor auch, führen können.

      Aber sein Leben lang Antidepressiva? Der Mann ist erst 25 Jahre alt. Diese Medikamente haben doch auch heftige Nebenwirkungen?

      Meine Gedanken schwanken nun ständig zwischen: Es wird schon wieder alles gut und wir können mit der richtigen Medikamenteinstellung wieder so leben wie vorher auch. Ich bin für ihn da und wir schaffen das gemeinsam.

      Aber ich denke auch: Will ist das? Stell ich mir so mein Leben vor? Mit einem depressiven Mann zusammenleben? Selbst wenn er dann die Medikamente nimmt und es ihm besser geht, heißt das ja nicht, dass diese Schübe nie wieder auftreten werden und er nie mehr in die Klinik muss. Wir müssten beide mit dieser Krankheit leben und umgehen können. Kann ich das? Will ich das? Es bringt auch soviel Traurigkeit in mein Leben. Ich muss den gebuchten Urlaub stornieren. Statt Ostern fröhlich zu feiern werd ich ihn in der Klinik besuchen. Dazu kommt noch Existenzangst, weil sein Job nur befristet ist und er nun 5 Wochen oder länger fehlt. Wir haben keine Kinder, wollten aber welche. Was, wenn die Krankheit wieder auftritt, wenn Kinder da sind? Bin ich da stark genug für? Ich las auch im Internet, dass es zu Fehlbildungen am Embryo kommen kann, wenn der Mann bei der Zeugung Antidepressiva nimmt? Was, wenn mein Partner noch öfters in seinem Leben wochenlang in die Klinik muss? Wo soll ich da die nötige Kraft herbekommen, um das tapfer mit ihm durchzustehen?

      Ich bin eine gesunde, lebenslustige Frau. Möchte ich wirklich mein Leben mit einem Mann verbringen, der ständig von dieser Kranhheit bedroht ist? Ich weiß es nicht...

      Momentan bin ich weiterhin an seiner Seite, denn ich liebe ihn trotz allem. Dennoch ist es natürlich auch mein Leben und so mache ich mir schon meine Gedanken, wie es weitergehen soll.

      Vielleicht hat ja hier jemand Erfahrungen damit oder kann mir etwas Beruhigendes sagen... Vielen Dank.

      • Beruhigen?

        ich denke du bist sehr realistisch und fragst Dich diese Dinge zu recht.... es kann sein, dass er öfter diese "Schübe" hat, es kann sein, dass ihr ein normales Leben führen könnt. Man weiß es nicht - man weiß es aber eigentlich bei keiner Beziehung, wie lange sie gut geht.

        Ich habe für mich bereits einmal die Entscheidung getroffen, dass ich mit einem Partner mit dieser Erkrankung nicht klar komme. Die Beziehung war zwar schon 4 Jahre und auch glücklich bis zu dem auch erneuten Schub und Ausbruch der Krankheit, aber doch noch so, dass ich für mich die Entscheidung getroffen habe, ich kann und möchte das nicht mitmachen.

        Aber ihr seid noch jung, schau doch erstmal wo der Weg euch hinführt, du musst doch heute keine Entscheidung treffen. Einzig das Thema Kinder bekommen würde ich eben noch aufschieben - und erstmal schauen. Für Dich, ob Du die Kraft und den Willen hast.

        Lichtchen

        • Genauso werde ich es auch machen: Erstmal schauen, wohin uns der Weg führt. Fakt ist, dass wir uns sehr lieben und er sich sofort Hilfe gesucht hat. Damit sind die Voraussetzungen ja eigentlich sehr gut, dass wir es schaffen können. Kinder wären so oder so erst in ein paar Jahren Thema, aber wahrscheinlich mache ich mir wieder mal viel zu viele Gedanken... Jetzt ist es erstmal wichtig, dass es ihm wieder besser geht.

          Danke für deine Antwort.

      (4) 23.03.15 - 16:23

      Deine Bedenken kann ich nachfühlen (und das schreibe ich nicht nur so!), zumal so ganz frisch vereint und große Pläne, zudem noch recht jung - das Leben soll jetzt endlich anfangen und dann der große Knall!

      Als Partner muss man dabei auf sich aufpassen keine Frage, ABER dein Freund hat das Problem direkt erkannt und in Angriff genommen, nicht ausgesessen bis die Situation für Euch beide nicht mehr tragbar ist - er will Hilfe, das ist schon mehr, als Andere jemals zulassen können.

      Er ist jetzt in einer Klinik und bekommt professionelle Hilfe, warum macht Dich das jetzt so "verrückt" Du kannst an der Stelle ohnehin nichts unternehmen. Lass die Ärzte ihren Job machen, mache vielleicht einen gemeinsamen Termin, um genau im Bilde zu sein, was es für ihn und für Dich für Euch bedeutet, lass Dich aufklären! Schalte ab.

      Zitat: Ich bin eine gesunde, lebenslustige Frau. Möchte ich wirklich mein Leben mit einem Mann verbringen, der ständig von dieser Kranhheit bedroht ist? Ich weiß es nicht...

      Tja, ich hoffe das bleibst Du auch, ich hoffe es gibt keine dramatischen Wendungen in deinem Leben, die Dich in eine Depression, oder ein Trauma stürzen werden!

      Das sind Dinge die weißt Du vorher nicht, wenn es durch Umstände doch so kommen sollte, wünsche ich Dir einen Partner der Dir zur Seite steht und nicht gleich darüber nachdenkt, ob man diesen Störfaktor wirklich in seinem Leben haben möchte...

      • Da hast du natürlich vollkommen recht, danke für deine Antwort!

        Jeder würde sich einen Partner wünschen, der auch in schwierigen Zeiten an seiner Seite steht. Ich glaube, ich mache mich deshalb so verrückt, weil ich Angst habe, ein solcher Partner nicht sein zu können. Nicht etwa weil ich egoistisch bin, sondern weil ich denke, nicht stark genug dafür zu sein so etwas auf Dauer durchzumachen.

        Aber es stimmt natürlich, ich sollte mich jetzt nicht so verrückt machen. Er ist in besten Händen und hat gute Aussichten wieder ein völlig normales, glückliches Leben führen zu können. Vorhin habe ich kurz mit ihm telefoniert und die Ärztin meinte heute wohl nochmal, dass er zwar wahrscheinlich sein Leben lang Antidepressiva nehmen muss, dafür aber solche schlimmen"Schübe" nicht mehr vorkommen sollten. Das hat mich wieder ein großes Stück erleichtert gemacht.

    Ich finde Dich irgendwie.....schäbig. Man lässt seinen Partner nicht im Stich, weil er krank wird. Zumal sich Dein Partner gleich in Behandlung begeben hat.

    Wie würdest du dich fühlen, wenn Du eine unheilbare Krankheit bekommen würdest und Dich Dein Partner daraufhin im Stich lässt, damit er seine Lebenslust weiterhin fröhlich und ungetrübt ausleben kann. Ich würde so einen Menschen als unglaublichen Egoisten bezeichnen.

    • Ich finde nicht, dass das etwas mit "schäbig sein" zu tun hat.

      Meinen Freund in der jetztigen Situation zu verlassen wäre das Letzte, was ich tun würde. Ich möchte für ihn da sein und die Sache gemeinsam mit ihm durchstehen. Dafür liebe ich ihn viel zu sehr.

      Meine Gedanken gehen mehr in die Zukunft. Was wäre, wenn es ihm nie wirklich besser gehen würde und wir immer wieder Rückschläge einstecken müssten? Wenn ich vielleicht selber nicht mehr glücklich sein kann, weil ich ihm nicht helfen kann? Wie ich es Kindern erklären sollte, warum ihr Papa den ganzen Tag weint? Wie ich den Alltag stemmen sollte, wenn er wieder wochenlang in einer Klinik ist?...

      Ich meine das doch gar nicht böse. Aber ich werde zum ersten Mal im Leben mit dieser Krankheit konfrontiert und bin sehr durcheinander. Ich habe einfach Angst davor. Wahrscheinlich mache ich mir deshalb soviele Gedanken.

      Aber nur, weil ich diese Gedanken habe, heißt das noch lange nicht, dass ich meinen Partner sofort im Stich lasse. Jetzt ist es mir sowieso erstmal wichtig, dass er wieder auf die Beine kommt und danach hoffe ich einen Weg zu finden, mit seiner Krankheit umzugehen.

      (8) 24.03.15 - 11:29

      "Wie würdest du dich fühlen, wenn Du eine unheilbare Krankheit bekommen würdest und Dich Dein Partner daraufhin im Stich lässt, damit er seine Lebenslust weiterhin fröhlich und ungetrübt ausleben kann"

      man kann das auch anders herumsehen.
      ich würde, hätte ich eine unheilbare krankheit, frei geben, damit er sein leben weiter leben kann. alles andere wäre von mir egoistisch.

Hallo, ich war auch schon mit schweren Depressionen im Krankenhaus, die durch eine Schilddrüsenkrankheit und eine Hypophysenfehlfunktion ausgelöst wurden. Und ich war sehr lange dort. Auslöser wurde auch kein wirklicher gefunden, es ging mir gut.Antidepressiva haben rein gar nichts bewirkt.

Kopfschmerzen sind kein Symptom einer Depression, ich kenne da keinen der vielen Mitpatienten, die ich kennen gelernt habe.

Schwindel wurde bei mir durch die Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen ausgelöst, das ist weg, seit ich dagegen Tabletten nehme. Kommt wieder, wenn die Dosierung zu niedrig ist.

Bitte sorge dafür, dass sich dein Freund endokrinologisch untersuchen lässt, vielleicht ist das ja ganz einfach zu beheben. Nicht nur den TSH! Es geht übrigens vielen angeblich Depressiven so.

Bestes Beispiel war eine angeblich schwer depressive 22-Jährige auf der Station. Der Ultraschall der Schilddrüse ergab Knoten. Seit der Entfernung durch eine Radiojodtherapie hüpft sie wieder fröhlich durch die Gegend, ich habe sie bei einem ambulanten Termin wiedergetroffen.

Ich weiß, das war Off Topic. Dein Freund braucht dich jetzt, du kannst ihn doch nicht jetzt im Stich lassen. Es gibt eine Menge Krankheiten, auch du wirst irgendwann das eine oder andere Zipperlein entdecken.

Grüße von der Sumatrabarbin, die von ihrem Freund trotz Krankheit und Frührente geheiratet wurde :).

  • Danke für deine ausführliche Antwort.

    Also, im Krankenhaus wurde bei meinem Freund ein großes Blutbild gemacht und mit der Schilddrüse war alles in Ordnung. Vor einigen Jahren hatte er ja bereits schonmal die Depression und da hat es genauso mit Kopfschmerzen angefangen. In der Klinik wurde er zu Beginn mit Medikamenten "ruhig" gestellt und am nächsten Tag waren die Kopfschmerzen schon viel besser... Es hängt also scheinbar wirklich mit der Depression zusammen. Zumal im Krankenhaus und auch nochmal in der Klinik zur Sicherheit in der Neurologie alles durchgecheckt wurde und es ist sonst alles in bester Ordnung. Es konnte keine andere Ursache für die Kopfschmerzen gefunden werden.

    Ja, ich weiß, dass er mich braucht und ich werde für ihn da sein.

    Das ist toll, dass dein Mann dich trotz Krankheit geheiratet hat-so soll es auch sein. :-)
    Ich hoffe, ich kann auch so stark sein und mit meinem Freund durch dieses dunkle Tal gehen...

    • Hallo, beim großen Blutbild sind keine Schilddrüsenwerte dabei, nur so zur Info. Bei mir hat erst der 9. Arzt die richtigen Werte bestimmt. Bitte lasst euch die Werte und Berichte in Kopie geben, du kannst mich gerne nochmal anschreiben. Er braucht dich jetzt, wenn sie in mit Benzodiazepinen abgeschossen haben, kann er das nicht alleine. Aus leidvoller Erfahrung kenne ich mich damit aus. LG

Hallo!

Deine Gedanken kann ich schon irgendwie verstehen.

Mein Mann ist auch depressiv, allerdings ist der Unterschied zwischen guten und schlechten Phasen nicht so gravierend, wie bei deinem Mann. So richtig gut geht es ihm nie, trotz Antidepressiva. Aber er ist auch nicht so konsequent, in die Klinik zu gehen, sich medikamentös anders einstellen zu lassen, Psychotherapie zu machen etc.
Aber trotzdem ist er mein Mann und ich liebe ihn. Wenn ich ihn wegen der Depression verlassen würde, dann würde ich ihn nicht wirklich lieben. Es gab Phasen, in denen ich am Ende meine Kraft war, weil er nicht bereit war, zum Arzt zu gehen und es ihm wirklich schlecht ging. Ich habe ihm da auch mal gesagt, dass er handeln MUSS, weil ich nicht weiß, wie lange ich das noch packe (auch wegen unserer Kinder).
Nun nimmt er wenigstens die Antidepressiva... Das reicht letztendlich nicht, aber ihm geht es deutlich besser als vor Beginn der Therapie.

Deinem Mann ging es 5 Jahre prima UND er ist bereit, bei einem depressiven Schub in die Klinik zu gehen. Das sind die besten Voraussetzungen dafür, dass es ihm einen großen Teil der Zeit gut geht. Ja, es ist nicht schön, dass du den Urlaub stornieren und ihn statt dessen in der Klinik besuchen musst. Ja, es ist nicht schön, dass diese Schübe immer wieder kommen können - aber die Symptome können auch über viele viele Jahre nicht oder kaum aufteten und ihr lebt diesbezüglich ein unbeschwertes Leben.
Und...auch du kannst schwer krank werden, vielleicht sogar lebensbedrohlich. Auch du kannst irgendeine chronische Erkrankung bekommen, die dein/euer Leben massiv beeinträchtigt. Überlege, was du dir in der Situation von deinem Partner wünschen würdest.
Sorge aber auch gut für dich, triff dich mit Freunden, führe dein Hobby weiter etc. Auch das kann dazu beitragen, mit der Situation zurechtzukommen!

Alles Gute!
LG Silvia

  • Vielen Dank für deine Antwort! Sie hat mir sehr geholfen. :-)

    Wie schon gesagt, werde ich gerade zum ersten Mal in meinem Leben wirklich mit dieser Krankheit konfrontiert. Meine Gedanken sind wohl einfach ganz normale Ängste, die ich habe und mit denen ich erstmal lernen muss umzugehen. Doch zwischen diesen Gedanken und dem Gedanken, meinen Mann tatsächlich zu verlassen, liegen Welten. Ich weiß, dass ich das gar nicht tun könnte. Dafür liebe ich ihn zu sehr. Meine Ängste gehen mehr in Richtig, was ich tun würde, falls es sich nicht bessert, falls ich selbst darunter nur noch leiden würde, etc. Aber deine Antwort zeigt, dass es auch andere Paare gibt, bei denen es funktioniert und die trotz Krankheit zusammenhalten.

    Alles Gute für euch!

    • Hallo!
      Deine Ängste sind normal! Es ist auch vollkommen in Ordnung, dass du Bedenken und Ängste hast.
      Die hat letztendlich jeder, der mit irgendeiner neuen/schweren Erkrankung bei sich selber, des Partners oder eines anderen wichtigen Menschen konfrontiert wird.

      Das Leben mit einem depressiven Partner ist nicht immer einfach. Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich nicht mehr kann, aber v.a. deshalb, weil mein Mann nicht die Verantwortung übernimmt und sich grundlegend behandeln lässt (Klinik etc.).

      Aber er ist ein erwachsener Mensch und ich kann ihn nicht verändern.

      Dein Mann hat fünf Jahre lang ohne Medikamente keine starken Symptome gehabt - die Chancen stehen gut, dass es ihm mit einer adäquaten Behandlung bald auch wieder besser geht und ihre euren Alltag weiterleben könnt. Versuche, auf das Positive zu schauen, was sich verbessert etc.

      Ihr schafft das sicher!

      LG Silvia

      LG Silvia

(15) 24.03.15 - 11:30

tu dir das nicht an.
du hast nur ein leben.

(16) 24.03.15 - 18:00

Ich bin genauso alt wie dein Freund, auch depressiv und bekomme im Mai mit meinem Partner mein erstes Kind. Um mich mal kurz zu halten: Du hast schon begründete Zweifel und Sorgen. Es ist wahrlich nicht einfach diese Krankheit und eine Familie zu haben. Jedoch denke ich, dass es einfacher ist, wenn man als depressiver Mann eine Familie gründen möchte als als depressive Frau. Die Schwangerschaft war bisher die reinste Achterbahn für mich. Da ich meinem Baby nicht schaden möchte, nehme ich keine Medikamente (auch nicht nach der Geburt, weil ich stillen werde). All diese Probleme wird ein Mann nicht haben, denn er trägt das Baby nicht aus. Es könnte jedoch schwierig werden, wenn deine Hormone während der Schwangerschaft verrückt spielen und er gleichzeitig mal wieder einen Schub hat.

Ich denke, dass du dir letztens Ende nur eine Frage stellen musst: Liebe ich diesen Mann so sehr, dass ich mit ihm den Rest meines Lebens verbringen möchte und für ihn stark sein werde und kann, wenn er mich braucht?

Mein Partner kann diese Frage mit einem JA beantworten und ich bin so unglaublich dankbar ihn zu haben. #verliebt Es ist schwer mit der Krankheit, aber machbar.

Hallo Sonnenschleier,

hilf ihm erstmal durch die schwere Zeit. Es ist unglaublich wichtig für einen Kranken zu wissen, dass sein Partner hinter ihm steht und hilft natürlich ungemein bei der Genesung. Und dann sieh mal wie es weiter geht.
Ich war letztes Jahr auch wegen Depressionen in der Klinik. Mein Freund hat überhaupt nicht daran gedacht mich allein zu lassen. Ich kann mir vorstellen, dass er die gleichen Gedanken wie Du hatte, hat mir dies aber nie vermittelt. Hätte er gezweifelt und sich gegen mich entschieden, hätte ich ihn selbsverständlich in die "Freiheit" entlassen, denn ein Leben mit einem depressiven Partner ist ganz gewiss nicht leicht. Und es wird immer Phasen geben, die schwierig werden.

Aber ich kann dir sagen: Jetzt ein Jahr später sind wir so viel glücklicher als vorher. Er hat mir über so lange Zeit seine Treue bewiesen und zu mir gehalten und ich bin so unendlich dankbar für diese Liebe, dass ich weiß, wenn wir das geschafft haben, schaffen wir alles. Wenn ich jetzt noch meinen Kinderwunsch mit ihm teilen könnte wäre meine Welt perfekt. Aber da lasse ich ihm soviel Zeit wie er braucht.

Und was die Tabletten angeht: Bei mir hat erst das vierte Medikament angeschlagen, das mir dauerhaft hilft. Es lohnt sich also, sich nicht mit dem ersten zufriedenzugeben.

Nutze die Zeit, die er in der Klink ist auch für dich. Vielleicht kannst du ja sogar die eine oder andere Übung, die er dort lernt, auch für dich nutzen um ein bisschen den Kopf frei zu kriegen. Es gibt da ganz nette Spielereien, die einen wirklich entspannen.
Also durchatmen, durchhalten und abwarten. Er wird schon wieder der Alte :)

Ich wünsche dir bzw. euch alles Gute für die Zukunft
Liebe Grüße

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