Forum für Angehörige Psychose-Erkrankten ?

    • (1) 26.03.15 - 22:10
      psychodocotorin

      Hallo,

      vielleicht ist mein Anliegen eein wenig merkwürdig,

      aber wisst Ihr hier vielleicht ein gutes Forum wo sich Angehörige von Psychose Erkrankten austauschen können??

      Habe gegoogelt aber nichts gutes gefunden.

      LG

      • Frage am Besten Mal in der Psychiatrie nach, indem Dein Angehöriger gerade ist, die haben eigentlich immer gute Adressen!

        • (3) 26.03.15 - 22:55

          .. mein Partner ist schon seit einem Jahr aus der Klinik raus. Eigentlich ist er medikamentös gut eingestellt, aber seine Wutausbrüche (die sich immer hin auch schon gebessert haben... und NEIN, er ist nicht gewalttätig!) machen mir gerade einfach zu schaffen :(

          Und ich möchte mich irgendwo mit anderen Angehörigen austauschen ... und das los werden ... mit Familie möchte ich nicht reden, da dann zu viele auf mich einreden werden und ich mich def. nicht trennen möchte!

          • Hallo,

            Der Tipp sich an die behandelnde Klinik zu wenden ist gut, auch wenn er schon raus ist haben die eine Übersicht über sein Krankheitsbild und können die passende Selbsthilfegruppen bzw. Foren nennen.
            Auch der behandelnde Arzt könnte dir sicher weiterhelfen

            • Ich war noch gar nicht fertig... Blödes Handy.

              Kommen die Wutausbrüche von der Erkrankung oder war er schon immer ein eher aufbrausender Mensch? Denn bei ersterem würde ich meinen das er noch nicht ideal eingestellt ist.
              Familiärbedingt hatte ich selbst auch schon viel mit sowas zu tun.

              LG

              • (6) 27.03.15 - 10:37

                hey,

                Also so genau kann ich das gar nicht beantworten. Laut seinen Eltern und laut ihm war er schon immer recht aufbrausend, aller dings hat er die diagnose ja auch schon mit 17 erhalten. Jetzt ist er 32. Da ist so die Frage , war zuerst da... das kann ich nicht beantworten :/

                Er war seit dem Beginn unserer Beziehung so und er ist auch teilweise echt schwierig. Vor ein paar Monaten noch war er aggressiver, hat also zB Sachen durch die Gegend geschmissen oder so. Dann haben wir darüber geredet nachdem ich nach so einer Aktion zu meinen Eltern gegangen bin und ihm mit Trennung gedroht habe, seitdem wird er "nur noch" verbal lauter. Es ist also zwar Besserung eingetreten, und ich kann mit seiner Art zu 99% umgehen, aber manchmal bin ich ausgebrannt.

                Da war mal wieder irgendeine Banalität und er redet sich wieder in rage und spricht dann den Rest des Tages (und Anfang des nächsten Tages) nicht mehr mit mir.

                Immer denkt er, ich will ihm irgendwie schaden oder ihm was unterstellen. Dreht mir Worte im Mund rum oder wirft mir Worte vor, die ich niemals benutzt habe.

                Ich war mit dabei als er in der Klinik war und habe mit allen möglichen Äzten gesprochen. Und mir jetzt vor zu stellen, er müsste noch mal umgestellt werden, ist der absolute Horror für mich. Die Zeit war echt anstrengend :(

                • Hmm.. Schwierig, weil diese Art dann teilweise vielleicht wirklich einfach seine Art sind. Ich muss ja eingestehen das, wenn ich in Rage bin sickc schon mal das ein oder andere durch die Gegend fliegen, den Gegenständen tut es ja nicht weh und es regt mich ab.

                  Ich kenne es dennoch selbst vom Familienangehörigen so das er sehr viel ruhiger geworden ist durch die Medikamente. Immer wenn sie zu schwach wurden, hat man bemerkt das er sich verändert hat.
                  Letztendlich war er aber irgendwann soweit selbst zu erkennen wann er sich verändert, wann er sich verändert... Ich weiß nicht wie weit dahingehend dein Mann ist.
                  Auf jeden Fall solltet ihr im guten Kontakt mit dem behandelnden Psychiater bleiben.
                  Vielleicht würde ihm nebenbei auch eine Psychotherapie helfen, um auch den Umgang mit seiner Erkrankung zu verarbeiten.
                  Ich kenne es selbst das zwar sehr viel mit Medikamenten usw. angegangen wird, aber das zwischenmenschliche was den Betroffenen Patienten natürlich auch sehr belastet auf der Strecke bleibt beim Psychiater, die sind dafür ja auch nicht zuständig.
                  Ängste vor der eigenen Erkrankung und die Ohnmacht darüber damit richtig umgehen zu können können ihn natürlich auch soweit belasten das es zu Wutausbrüchen etc. Kommt.

          (8) 27.03.15 - 07:34

          Wurden die Wutausbrüche in den letzten Monaten wieder stärker oder ändert sich sein Verhalten während dieser Wutausbrüche auf einmal merklich? Dann ist es nämlich durchaus möglich, dass er neu eingestellt werden muss.

          Sprich mit ihm in Ruhe und nehmt zusammen Kontakt mit seinem behandelnden Arzt auf, der kann sowohl Dir als auch ihm zum aktuellen Problem weiter helfen. :-) Wenn Dein Partner mitbekommt, wie sehr Dir die Wutausbrüche zu schaffen machen, ist er doch sicher bereit, Dich zu unterstützen.

          • (9) 27.03.15 - 10:39

            hallo,

            eigentlich wurden sie weniger bzw leichter. Seit einem großen Knall wo ich kurz zu meinen Eltern gezogen bin hat er sich sehr gebessert und zurück genommen.

            Aber ja, sein Verhalten ändert sich währenddessen sehr :(

            Ich traue mich nicht ihm das jetzt noch mal zu sagen, das mit den Wutausbrüchen. Wel dann kommt von ihm "ich hab mich ja gebessert".

            Hat er ja auch, aber trotzdem sind solche Zustände teilweise unhaltbar.

            Vielleicht merkt er gar nicht so wie sehr mich das manchmal belastet... ich glaube, ich werde es ansprechen am Wochenende. Danke.

            • (10) 27.03.15 - 12:47

              "Vielleicht merkt er gar nicht so wie sehr mich das manchmal belastet... ich glaube, ich werde es ansprechen am Wochenende. Danke."

              Das würde ich Dir auch raten. Sprich in Ruhe mit ihm, bleib bei Deinem Empfinden, sag ihm, Du brauchst da selbst Hilfe. Es geht nicht darum, ob er sich gebessert hat. Es geht darum, dass Du mit seinem Verhalten nicht klar kommst. Das sollte er schon ernst nehmen, genauso ernst, wie Du ihn und seine Psychose nimmst. So, wie Du ihm beigestanden hast, kann er Dir jetzt auch beistehen. Und zusammen könnt ihr Ärzte oder Klinik kontaktieren und um Rat/Hilfe/Adressen bitten.

        Es ist schon ungewöhnlich, wenn ein gut eingestellter Patient mit einer ehemaligen Psychose Wutausbrüche hat, die von der Erkrankung kommen soll. Aber die Psychologie ist natürlich auch nicht allwissend und es kann nicht ausgeschlossen sein. Ich würde Euch empfehlen, dass ihr auf jeden Fall mit seinem Psychiater/in sprecht bezüglich der Medikamente und der Wutausbrüche und das er die Wutausbrüche auch einmal als Thema mit in seine Therapie nimmt-denn eigentlich gehören Wutausbrüche nicht zum Bild einer Psychose. Es kann auch gut sein, dass sich einfach noch etwas anderes bei ihm entwickelt hat und da würde es Euch sicherlich helfen, wenn er Unterstützung bekommt. Und vor Allem solltet ihr auch unbedingt mit dem Psychiater sprechen, weil die Wutausbrüche genauso gut eine Nebenwirkung von einem der Medis sein könnte.
        Hast Du schon mal ein paar Termine bei einer Therapeutin gehabt, ich denke, das würde Dir auch gut tun können und dort könntest Du alles mal los werden und mit Sicherheit hätte sie auch ein paar gute Adresse für Kontakte! Nicht, weil ich denke, dass Du ein Problem hast, sondern weil Angehörige von Menschen, die psychisch erkrankt sind, häufig dann mit der Situation besser umgehen können. Einfach weil dann nicht die Familie einem erzählt "trenn dich, habe ich Dir ja gleich gesagt,...", sondern Du hast jemand unabhängiges, bei dem Du Dich einfach mal ausreden kannst und der mit Dir zusammen Wege für Dich findet, damit besser umzugehen.
        Ich wünsche Euch alles Liebe und drücke die Daumen, dass ihr das weiterhin zusammen hinbekommt!

        • (12) 27.03.15 - 10:42

          hallo,

          als die Psychose ist ja nicht ehemalig, sondern noch da... so habe ich das jedenfalls immer bei den Gesprächen verstanden. Noch einmal Medis umstellen (war bis jetzt immer mit 3 Mon Klinik verbunden) wäre für mich gerade nur schwer aus zu halten (wenn es nötig ist mache ich natürlich trotzdem mit!).

          Ich selbst vermute, oder habe beobachtet, dass wenn diese Ausbrüche sind er mir ständig irgendwelche Dinge vorwirft. Ich wolle ihm schaden, oder ich mache alles absichtlich, dreht mir Worte im Mund rum und wirft mir Worte und Formulierungen vor, die ich niemals gesagt habe. Daraufhin wird er wütend.

          Danke für deine Antwort, tat sehr gut das alles zu lesen!

          • Gerne, es freut mich, wenn es Dir gut tat!
            Als ich gerade den ersten Absatz las, da dachte ich, dass Du es falsch verstehen musst, dass die Psychose noch da ist, denn ich kenne es nur so, dass Psychosen "geheilt" entlassen werden bzw. die Psychose ruhen muss um entlassen zu werden. So ist es auf jeden Fall bei meiner Arbeitsstelle...(es sei denn natürlich die Behandlung wird abgebrochen)
            Als ich dann Deinen zweiten Absatz las, dachte ich nur "ohje..", denn das was Du beschreibst ist absolut klassisch psychotisch. Jetzt ist halt nur die Frage, glaubt er das in dem Moment wirklich, dass Du ihm schaden möchtest oder hat sich sein Verhalten in ihn überfordernden Situationen(bspw. Streit) manifestiert und es ist nur eine Überreaktion und er weiß eigentlich dass er Unrecht hat und es ist für ihn nur gerade das Ventil, zu behaupten Du wollest ihm schaden.

            Oh, ich kann Dich echt verstehen, das ist so schwierig in den Situationen das auszuhalten, weil Du Dir wahrscheinlich total hilflos vorkommst, wenn er da überzeugt ist und Dir Dinge unterstellt, die Du nie so gesagt/gemeint hast... Es ist eine so schwierige Situation, auf der einen Seite will man natürlich ihn nicht noch mehr "anstacheln" auf der anderen Seite, will man sich schließlich auch verteidigen und das klären... Wenn Du es hinbekommst, dass ihr gemeinsam mit seinem Arzt sprechen könnt, dann nimm das unbedingt als Gelegenheit genau das, was Du gerade geschrieben hast zu besprechen. Wenn er das nicht will, dann solltest Du für Dich schauen, wie Du dafür sorgen kannst, dass Deine psychische Gesundheit stabil bleibt und da würde ich wirklich mich an eine Therapeutin wenden oder Therapeut. Denen kannst Du natürlich auch noch viel mehr erzählen und beschreiben, als mir jetzt gerade über die paar Zeilen und die können Dir dann einen viel besseren Rat geben, weil sie es besser einschätzen können. Ganz davon abgesehen, dass ich keine Therapeutenausbildung habe.
            OffTopic:
            Achja und auch wenn es nicht Deine Frage ist, aber ich kann Dich gut verstehen, dass Du bei ihm bleibst, denn ich würde meinen Mann solange es geht auch bei einer psychotischen Erkrankung nicht verlassen und vergiss die Sprüche von anderen-die müssen Dein Leben ja nicht mit ihm leben. Ich finde es, solange es Dir gut geht, super, dass Du für ihn da bist!

            • (14) 27.03.15 - 13:21

              "Jetzt ist halt nur die Frage, glaubt er das in dem Moment wirklich, dass Du ihm schaden möchtest oder hat sich sein Verhalten in ihn überfordernden Situationen(bspw. Streit) manifestiert und es ist nur eine Überreaktion und er weiß eigentlich dass er Unrecht hat und es ist für ihn nur gerade das Ventil, zu behaupten Du wollest ihm schaden."

              Ich denke zweiteres ist der Fall, denn ich bin eigentlich eine der wenigen Personen zu denen er Vertrauen hat. Außerdem hat das ja weder Hand noch Fuß was er da behauptet und ist auch ziemlich einfach zu widerlegen, gibt er danach auch oft zu ...
              Während der Zeit des zusammenlebens habe ich mittlerweile gelernt rhetorisch darauf zu reagieren (oder eben nicht zu reagieren). Ich versuche also kaum mich zu verteidigen, weil ich weiß, es gibt ja keinen Grund dafür. Nur manchmal platzt mir auch der Kragen... oder ich bin einfach frustriert, weil er sich dann ins Bett verzieht und nicht mehr mit mir redet.

              Er kam heute morgen nach der Arbeit übrigens wieder zu mir und hat sich entschuldigt, und wollte dann noch mal erklären was genau ihn wütend gemacht hat. In meinen Augen immer noch eine Kleinigkeit (er isst nachts immer - ich sollte aber seinen Teller etc. nicht mehr weg räumen. Gestern hat er sich dann beschwert dass ich es stehen lassen würde).

              Schön, dass Du mich da verstehen kannst!
              Viele schütteln dann de3n Kopf. Aber es ist ja nicht so, als wäre unsere Beziehung schlecht, im Gegenteil. Es ist die perfekte Mischung aus ergänzen und übereinstimmungen. er ist mein katalysator, ich bin sein ruhepol. Und ich kenne ja seine Lebensgeschichte (drogenindizierte Psychose) und wenn er deshalb noch Probleme hat, dann nehme (und liebe) ich ihn auch mit diesen Problemen. Solange es für mich nicht unaushaltbar wird, finde ich das völlig in Ordnung.

              Ich bin schließlich auch nicht Fehlerfrei #schein#schein

Frag direkt in der Klinik nach oder beim sozialpsychiatrischen Dienst eurer Stadt. Die haben Anlaufstellen, Ansprechpartner etc, bzw können dir da Stellen nennen, die dir weiter helfen.

Auch ich würde darüber nachdenken, wenn die Wutausbrüche von der Erkrankung herrühren, dass dein mann ggfs. neu eingestellt werden muss.

L G

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