Einseitiger Kinderwunsch

Hallo,

ich habe ein riesiges Problem und finde einfach keine Lösung, mit der ich mich wirklich anfreunden kann.
Das Problem: ich wünsche mir noch ein Kind, mein Mann will keins mehr.
Das sind beides Tatsachen, die sich nicht weg diskutieren lassen.

Die Möglichkeiten die ich sehe, sind folgende: ich verlasse meinen Mann, suche mir anderen mit dem ich noch ein Kind bekommen kann.
Oder: ich versuche weiterhin mich damit abzufinden kein weiteres Kind mehr zu haben.

Möglichkeit eins scheidet aus, wir haben ein gemeinsames Kind, ich kann und will nicht die bestehende Familie zerstören um mir meinen Wunsch zu erfüllen.

Damit bleibt mir also nicht wirklich eine Möglichkeit zu entscheiden. Ich habe mich damit abzufinden, friss oder stirb.
Das versuche ich seit einem Jahr, werde dabei immer unglücklicher. Ich versuche mich anderen Dingen zuzuwenden, Job, Freunde, Hobbies. Es erfüllt mich nicht, der Kinderwunsch wird immer stärker.
Mit meinem Mann kann ich darüber nicht reden. Wenn ich es versuche, kommt nur, ER will nicht. Punkt.

Es nagt an mir, frisst beharrlich an mir herum. Ich liebe meinen Mann, weiß aber nicht, ob ich es schaffe, die Gefühle zu erhalten. Ich befürchte, wenn es zu spät ist für ein weiteres Kind, wird das immer zwischen uns stehen.

Er wusste von Anfang an, ich will mehr Kinder. Nach der Geburt wollte er davon nichts mehr wissen. Zu dem Zeitpunkt habe ich schon versucht mich damit abzufinden, es ging so einigermaßen. Im Nachhinein glaube ich, ich habe zu der Zeit gehofft, er würde seine Meinung noch ändern. Ich hatte ja Zeit.
Dann wurde ich ungeplant schwanger, der Schock und meine Angst vor seiner Reaktion waren groß. Wider Erwarten freute er sich sehr auf dieses Baby!

Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich komplett.

Leider nahm diese Schwangerschaft kein glückliches Ende, wir verloren unsere Tochter in der 26. Schwangerschaftswoche.

Die Trauer darüber ist auch nach über einem Jahr groß, ich vermisse sie unendlich! Dazu kommt aber noch, ich vermisse all das, was hätte sein können, sein sollen!
Es ist, als hätte mir diese Schwangerschaft gezeigt, wie "perfekt" mein Leben sein könnte. Nur, um es mir direkt wieder zu nehmen.

Seitdem weiß ich nicht mehr wie es weiter gehen soll. Wie werde ich den Kinderwunsch los? Mir Versuchen immer alle mit der logischen Seite zu kommen. Kinder brauchen Platz, Zeit, kosten Geld, kosten Nerven. Ich soll genießen was ich habe und glücklich sein.
Weiß ich alles. Bin ich aber nicht. Und nun?

Es gibt keine logischen Gründe für ein weiteres Kind. Ich will es einfach, es ist ein Herzenswunsch.
Allerdings gibt es auch keinen logischen Grund GEGEN ein weiteres Kind. Wir haben mehr als genug Platz, haben beide sichere Jobs mit gutem Einkommen. Mit meinen Nerven war alles ok, bis wir unsere Tochter verloren haben. Und auch da konnte ich irgendwie mit umgehen, bis mein Mann sein "Nein" unwiederruflich ausgesprochen hat.

Jetzt werde ich als psychisch labil abgestempelt ( bin ich zur Zeit auch) und jeder hat Verständnis für meinen Mann. Dass mein Unglücklichsein in erster Linie daher stammt, dass ich mich mit meinen Wünschen nicht ernst genommen fühle, spielt dabei keine Rolle.

Oh man, so viel Text, eigentlich wollte ich mich kurz fassen. Vielleicht hat jemand trotzdem einen Rat für mich.

Liebe Grüße, M.

Huhu. Du schreibst leider wenig dazu warum genau dein mann kein zweites Kind möchte. Ist es ihm zu anstrengend ? Hat er angst das es wieder so endet wie die letzte ss ? Gibt es Dinge die er vllt . Noch tun möchte bevor kind nr. 2 ein Thema ist ?

Ich kann verstehen wie sehr ein unerfüllter kinderwunsch belastet. ..auch wenn viele sagen du hast doch schon eins. Kinderwunsch ist kinderwunsch .
Wenn du Weisst warum er keins möchte könntet ihr vielleicht gemeinsam die bedenken ausräumen.

Ansonsten weiss ich auch keinen Rat . Verlassen und nen anderen suchen der dir diesen Wunsch erfüllt halte ich für eine ganz schlechte Idee .
Ebenso wie der Gedanke es drauf ankommen zu lassen....stand aber auch glaub ich nicht im raum.

Vielleicht findet ihr einen guten Kompromiss ? Zweites Kind in einem Jahr .....statt zweitem kind einen hund ( hab ich schon als Kompromiss gehört ;)).....vielleicht gibt es keine Lösung wo jeder 100 % glücklich mit ist...aber vielleicht jeder zu 80 % das wäre doch schon was.

Einfach Nein sagen ist blöd...genauso blöd wie einfach doch sagen ;)

Schwierig. Allerdings ist mir eine sache aus deinem text nicht ganz klar. Du willst ihn nicht verlassen, um die familie nicht zu zerstören. Klingt nobel, aber was ist mit deinen gefühlen? Liebst du ihn noch oder nicht? Eine glückliche kindheit hat euer kind auch nicht, wenn es merkt, da stimmt was nicht, die mama ist immer nur traurig. Dann wäre es für alle besser, die sache zu beenden. Anderen "scheidungskindern" geht es auch erst seit der trennung besser, weil das hin und her, der stress und die streitereien endlich vorbei sind. Meine meinung.

Ja, ich liebe meinen Mann noch. Ich merke aber, dass mein Wunsch auch meine Gefühle beeinflusst.
Würde ich ihn nicht lieben, würde ich gehen.

Ich kann wirklich verstehen wie gross so ein wunsch sein kann....aber Weisst du , auch dein mann hat wünsche ....und die sind nicht weniger wichtig. Was bringt es dir ihn zu verlassen und vielleicht ein zweites Kind mit einem anderen zu haben ? Das ist doch auch nicht das was du dir eigentlich wünschst nehm ich an. Oder geht es nur um das kind an sich und ist nicht daran gebunden von wem es ist ?

Einen Kompromiss beim Thema kinderwunsch zu finden ist sicher das schwierigste überhaupt...aber rede mit deinem Mann und suche Lösungen als paar.

Er kann dir nicht vorwerfen einen kinderwunsch zu haben...und du kannst ihm nicht vorwerfen keinen zu haben.. ..gibt es etwas was dich genauso oder ähnlich erfüllen könnte ..gibt es etwas das ihm die bedenken nimmt ?

Wenn sonst alles in Ordnung ist halte ich verlassen wirklich für das schlechteste .

Einfach "doch" sagen funktioniert nicht. Ich kann nicht mehr ohne medizinische Hilfe schwanger werden. Schon unser zweites Kind war quasi ein Wunder.

Warum er kein Kind mehr will, hat er einmal im Gespräch mit mir begründet, seitdem blockt er jedes Gespräch ab.
Seine Gründe waren: zu wenig Geld, zu wenig Platz und mein angeschlagenes Nervenkostüm.
Wie bereits erwähnt, Gründe, die ich für vorgeschoben halte.

Als unser Sohn ihn mal nach einem weiteren Geschwisterchen gefragt hat, hat er ihm erklärt, dass er sich zu viele Sorgen machen würde, dass das Baby wieder stirbt. Ob das so ist, kann ich schlecht einschätzen, mein Mann ist eigentlich ein sehr rationaler Mensch, hat aber natürlich auch sehr gelitten.

Zeit als Kompromiss, da hätte ich keine Probleme mit. Wenn mein Mann sagen würde, wir reden in einem Jahr noch mal drüber, das wäre für mich absolut ok. Klar hätte ich Angst, dass mir die Zeit davon läuft, aber wenn es dann aufgrund des Alters nicht mehr klappt, das wäre dann halt so.
Dann wäre mein Mann nicht der "Schuldige". Oh Hilfe, das liest sich irgendwie blöd, fühlt sich aber grad richtig an :-(

Einen wirklichen Kompromiss gibt es beim Thema Kind halt nicht, nur Hü oder Hott, ja oder nein.
Einen Hund haben wir, ja ich liebe ihn, aber es ist kein Ersatz für ein Kind. Das wäre auch ein weiterer Hund nicht.

Es ist alles so verfahren. Eben kam er rein und fragte mich, was los wäre. Er will es doch gar nicht hören. Wenn ich es ihm sage, wird er sauer und geht weg. Sage ich nichts, ist es auch nicht richtig.

Ich verstehe ihn ja auch irgendwie. Er möchte halt kein weiteres Kind. Das heißt aber nicht, dass er möchte dass ich unglücklich bin. Mit meinen Tränen fühlt er sich in die Enge getrieben, fühlt sich schuldig. Auch für ihn ist es eine Zwickmühle.

Ich kann mir gut vorstellen das die Begründung die er seinem Sohn gab wirklich der ausschlaggebende Punkt ist....ich kann das auch verstehen.
Ist er denn null Gesprächsbereit?
Vllt. Kannst du ihm einen Brief schreiben. ..ich glaub nur es ist wichtig das ganze ohne Vorwürfe zu machen.

Vielleicht wäre ein Kompromiss es ohne medizinische Hilfe drauf ankommen zu lassen ?!

Oder ist das komplett aussichtslos ....ich kenn mich da nicht so aus.

Ich glaube wenn ich Du wäre würde ich meinem mann einen langen Brief schreiben und hoffen das wir im Anschluss daran ein gutes Gespräch führen .

Hallo,

wenn dein Mann nach dem ersten Kind schon gemerkt hat, dass es reicht und ihr dann auch noch ein ungeplantes Kind verloren habt, glaube ich kaum, dass er seine Meinung ändert. Grundsätzlich finde ich kann man die Anzahl der Kinder schwer vor dem 1. Kind verbindlich festlegen. Man merkt doch erst durch das Kind, wie gut man sich als Elternteil fühlt und wie es sich mit den Vorstellungen vom Leben vereinbaren lässt.

Dir wird nur dir Wahl bleiben dich an dem zu erfreuen was du hast oder einen anderen Partner zu suchen.

Ein Kind zu bekommen sollte nie der Kompromiss einem Partner gegenüber sein. Das sollte jeder der Partner wirklich wollen.

Hast du denn psychologische Hilfe den Verlust des 2. Kindes zu verarbeiten? Hat denn dein Mann Recht, dass.du auch unabhängig von dem Verlust eurer Tochter labil bist?

LG

Ich versuche meinem Mann keinen Vorwurf zu machen, dass er kein weitere Kind will. Ich sehe es wie du, es ist sein gutes Recht.
Trotzdem leidet unsere Beziehung.

Ich hatte psychologische Hilfe nach dem Tod unserer Tochter, im Rahmen dieser Therapie haben wir auch an dem Thema " Kinderwunsch" gearbeitet. Das vermischt sich ja zwangsläufig.

Ob ich labil bin, ist schwer zu beantworten. Ich habe zeitlebens immer depressive Phasen gehabt, bin aber über die Jahre immer in Therapie gewesen und gut mit Medikamenten eingestellt.
Es ging mir gut.

Bis mich der Tod unseres Kindes aus der Bahn geworfen hat.

Eine wirkliche Wahl habe ich nicht. Mir bleibt "nur", mich an dem zu erfreuen, was ich habe.
Aber ich weiß nicht, wie ich den Wunsch nach einem weiteren Kind aus dem Kopf und vor allem aus dem Herzen bekomme.
Mein Mann wird seine Meinung nicht ändern, da bin ich mir auch sehr sicher.

Noch kurz zu deinem " nervenkostüm"

Eine depressive Episode ist nicht zwingend unvereinbar mit Nachwuchs . Das Weisst du sicher aber selbst . Es War mir gwrade nur wichtig. ..weil viele sofort oh je rufen wenn das Wort labil fällt.
Labil ist sehr relativ :)
Und am labilsten sind manchmal die, die sich selbst gar nicht so sehen
.du bist eine reflektierte Frau und hast wohl eine der schlimmsten Krisen durchlebt die es für eine Frau gibt. ....du bist in meinen Augen nicht komplett labil ...höchstens etwas gebeutelt.

Wer wäre das nicht....

Hi

Ich käme auch nicht damit klar und ich hab mich getrennt und es nicht bereut.Mein Mann davor war zu Ego das wollte ich nicht mehr.

So oder so wirst Du mit Ihm nicht mehr glücklich weil es immer zwischen Euch steht.

Es ist verständlich das Du im schlechten Zustand warst und bist!.

Vielleicht soll es mit Ihm nicht sein.Wirf deinen Traum nicht weg klar kann man nicht sagen ob es noch mit Jemanden Neuen klappt aber auszuschließen es es nicht.Siehe bei mir.

Dein Sohn braucht Dich und das Glücklich!

Ich würde ihn auch vor die Wahl stellen und genau erklären Warum.

Alles Liebe Dir

Kann es sein, dass Dein Mann Angst vor einer weiteren Fehlgeburt hat? Angst davor, dass er nicht damit fertig wird? Und dass es auch Dich wieder aus der Bahn werfen könnte? Worunter ja auch euer Sohn leiden würde - und sich schon darunter gelitten hat. Ich kann Deinen Mann schon verstehen und finde ihn sogar vernünftig.

In meinen Augen gibt es noch mehr Gründe gegen ein weiteres Kind. Du erwähnst eure sicheren Jobs - einer von euch müsste den dann ja aufgeben - zumindest eine Zeitlang. kann es sein, dass Dir Dein Job und Dein dadurch strukturierter Tagesablauf Stabilität verleiht? Die Du ja unbedingt brauchst? Oder kann es sein, dass Dein Mann so denkt?

Allerdings sind Wünsche, wie Kinderwünsche, oft nicht kontrollierbar. Um alles gut abzuwägen, könnten ihr das Thema mit einem Gynäkologen, der den Verlauf einer weiteren Schwangerschaft einschätzen kann, besprechen.

hallo,

ich kann dich einerseits verstehen, mir ging es ähnlich aber manchmal weiß man eben vorher nicht, was auf einen zukommt wenn man ein kind bekommt und hat es sich anders vorgestellt. ich finde das völlig in ordnung und das kann jedem passieren.

wenn dein mann also nicht will, hast du keine chance, das klingt jetzt erstmal hart.

wenn du ihn verlässt muss ich sagen, finde ich dich ziemlich egoistisch! also ebenso egoistisch wie du vielleicht deinen mann ansiehst.

ich würde dir raten, dankbar zu sein für das was du hast. einen mann mit dem du zurecht kommst, bis auf das eine, 2 vermutlich wunderbare kinder! andere menschen haben noch nicht mal das und schaffen es dennoch ihrem leben etwas freude abzugewinnen. es gibt so vieles wofür du dankbar sein könntest. dass du in einer privilegierten situation bist, einfach weil du in einem land lebst indem momentan kein krieg herrscht und man sich recht sicher fühlen kann. du wirst aufgefangen wenn dir etwas zustösst durch unser sozialsystem.

mehr kinder machen nicht unbedingt glücklicher. genie´ß das was du hast und häng nicht diesem einen fixpunkt hinterher, denn davon hast weder du noch deine kinder im nachhinein etwas, wenn du die nächsten jahre daran verzweifelst, dass du nicht noch ein zwei kinder bekommst.

das ist meine meinung. mein mann wollte keine, wir haben auch zwei. ich finde wir haben einen guten kompromiss gefunden auch wenn ich früher vielleicht noch gerne ein weiteres kind gehabt hätte. andererseits gibt es momente in denen ich denke ich werde schon den beiden die da sind nicht gerecht...

lg

Da Dein Kinderwunsch sehr massiv ist, killt er womöglich Deine Ehe.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass du Deinem Mann immer (unbewußt) übel nimmst, kein weiteres Kind mehr haben zu können/wollen.

Ich selbst habe das in anderer Form hinter mir. Da war ich ca. 30 und hatte keine Kinder, hatte allerdings einen (schwachen) Kinderwunsch.
Mein damaliger Partner hatte 2 Kinder aus erster Ehe und wollte definitiv keine weiteren.
Ich habe mich dann getrennt, weil das so keine Option für mich war.

Ich habe dann meinen Mann kennengelernt und eine tolle Tochter mit ihm. Das reichte für uns auch.

Mein Ex hat dann ebenfalls eine Frau gefunden, die ihm zuliebe auf eigene Kinder verzichtet hat.

Hallo!

Bei Dir kommen mehrere Sachen zusammen:

1. Unterschiedliche Wünsche von Dir und Deinem Mann. Ihr BEIDE habt gleiches Recht eure Wünsche zu erfüllen, egal ob das jetzt tieferliegende Gründe hat oder nicht.

2. Deine Psychische Angeschlagenheit. Gerade wenn Du schon seit Jahren immer wieder mit schweren depressiven Episoden zu tun hast, darunter leiden ja auch Dein Sohn und Dein Mann - das ist ja nicht auf Dich beschränkt, viel mehr darauf, dass Du in schlimmen Phasen eher zur Belastung wirst. Da kann ich Deinen Mann durchaus verstehen, dass er nicht mit zwei Kindern und einer Frau in einer tiefen Depression da stehen will.

3. Du kannst auch natürlichem Wege nicht schwanger werden, und künstliche Befruchtungen können zu leicht weitere heftige Depressionen triggern. Schon bei stabilen Frauen leidet da das Seelenleben, weil man in kürzester Zeit von Hoffen, Bangen und tiefer Enttäuschung gebeutelt wird. Die Aussichten, dass es mal eben so beim ersten Versuch gleich klappt sind sehr gering, meistens ist das eher ein monatelanges Warten, hoffen, Hormonbehandlungen etc. bis es klappt - oder es klappt auch nie. Die Baby-Take-Home-Rate, also die Chance ein LEBENDES Kind nach hause zu nehmen, liegt pro Versuch um die 20%. Die Kinderwunschoraxen sagen Dir meistens nur die Quote einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand zu halten. Das willst Du aber sicher nicht nochmal durch machen.

Ganz ehrlich, da kommt vieles Zusammen. in Deiner Situation halte ich es für keine so gute Idee und würde Dir eher raten, Dich damit abzufinden. Dir ist ein Kind geschenkt, das ist schon mehr als viele andere Frauen haben, die auch einen großen Kinderwunsch hatten. Man kann einen unerfüllten Kinderwunsch auch erfolgreich verarbeiten und glücklich weiter leben.

Ja, es kann sein, dass er Angst hat. Mit mir spricht er allerdings nicht darüber.
Unsere sicheren Jobs habe ich deshalb erwähnt, weil es uns eine (soweit möglich) sichere Zukunft ermöglicht. Unsere finanzielle Situation ist absolut zufriedenstellend und wäre es auch mit einem weiteren Kind noch. Trotz Elternzeit und damit verbundenen Einkommenseinbußen.
Außerdem liebe ich meinen Job, ich würde definitiv nach spätestens zwei Jahren wieder einsteigen. Letztes Mal war ich bereits nach einem Jahr bereits glücklich wieder stundenweise arbeiten zu gehen.

Mit einem Gynäkologen habe ich gesprochen, es gibt bei mir kein größeres Risiko als bei jeder anderen Frau. Das die letzte Schwangerschaft schief gegangen ist, war schlicht und ergreifend Pech, so besch***en das auch ist.

Ich möchte hier eigentlich auch gar keine Anleitung "wie überrede ich meinen Mann". Das wird nicht funktionieren, er will definitiv kein Kind mehr, warum auch immer.

Was ich möchte, ist eine Möglichkeit damit umzugehen. Ich werde kein weiteres Kind bekommen. Weil mein Mann es so möchte. Weil es vernünftig ist.
Das hilft mir leider nicht, mit meinen Gefühlen fertig zu werden. Die meinetwegen unvernünftig sind. Das macht sie aber leider nicht weg. Noch nicht einmal kleiner.

Ich bin mir absolut sicher, dass ich ein weiteres Kind schaffen würde. Ja, ich würde manchmal jammern, ich wäre manches Mal überfordert - so wie es die meisten anderen Mütter auch sind.
Ich weiß auch nicht, ich erhoffe mir irgendwo, dass mich die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema irgendwann dazu führt, dass mein Kopf mein Herz zum schweigen bringt.

Meine psychische Erkrankung ist seit mehreren Jahren nicht mehr akut. Auch meine Reaktion auf den Tod unseres Kindes wurde vom Psychologen als "normal und angemessen" bezeichnet, steht also nicht wirklich in einem Zusammenhang mit meiner Erkrankung.
Auch die künstliche Befruchtung wird von meiner Gynäkologin nicht als großes Problem gesehen. Meine Unfruchtbarkeit hat Gründe, die man "einfach umgehen" kann, da will ich aber jetzt auch gar nicht weiter drauf eingehen.

Denn, auch hier noch einmal: ich habe Verständnis für meinen Mann. Ich will ihn nicht überreden.

Ich will mich mit der Situation abfinden. Ich schaffe es nur leider nicht. Auch mit Hilfe der Therapie im letzten Jahr ist der Wunsch nicht kleiner geworden.

Mein Wunsch ist nicht rational zu begründen. Leider hilft mir die ganze Rationalität auch nicht dabei den Wunsch kleiner werden zu lassen.

Liebe M.,

kann es sein, dass Dein Kinderwunsch eine andere Problematik maskiert, Projektionsfläche für die unbewältigte Trauer bzgl des schlimmen Verlustes Eures Kindes ist...?
Dass das Thema andere Probleme, Sehnsüchte usw in Eurer Partnerschaft repräsentiert, Unzufriedenheit, Machtverhältnisse, Ängste der pot. Überforderung Deines Mannes eine Rolle spielen?
Was ist mit Paarberatung oder einer Familienaufstellung? Nicht meckern, wenn noch nicht probiert... ;o)

Ich wünsche Dir viel Kraft und wachheit beim Erkenntnisweg...!!!

LG!!!

Genau das ist die Angst, die ich habe: dass es immer zwischen uns stehen wird und ich es ihm (entgegen der Vernunft) zum Vorwurf machen werde.

Aber trenne ich mich, verliere ich meinen Mann und ob mein Kinderwunsch sich erfüllt steht in den Sternen.
Ich zerstöre meine Familie, mache meinen Mann unglücklich und meinen Sohn.

Da belasse ich es lieber wie es ist und versuche weiter mich damit abzufinden. So ist zumindest nur einer unglücklich.

Ich kann deinen Mann verstehen.

Du bist psychisch labil, schonmal ein grosser Punkt der absolut gegen ein weiteres Kind spricht. Es wird nicht leichter.

Er wollte absolut kein 2. Kind, du wurdest doch schwanger, was bei richtiger Verhütung schonmal erschwert ist.
Dieses Kind hast du auch noch verloren.
Er freute sich auf das Kind.

Ich glaube dein Mann hat einfach nur Angst. Angst das du zerbrichst. Eben weil du psychisch labil bist und um euer Kind trauerst. Er selbst trauert auch noch, er hat Angst das es noch einmal passiert.
Er hat Angst das du durch deine Psyche überfordert bist mit 2 Kindern oder das du aufgrund deiner Psyche an einem weiteren Verlust zerbrichst.

Ich glaube eine Behandlung deiner psychischen Probleme sollten an erster Stelle stehen und wenn er nicht will musst du das lernen zu akzeptieren. Auch dabei kann die Therapie helfen.
Ich sehe bei dir dringenden Handlungsbedarf

alles gute

Ich habe eine Therapie gemacht, aufgrund des Todes unserer Tochter. Dabei haben die Psychologin und ich auch versucht aufzudröseln, was hinter meinem Kinderwunsch steckt.
Mit der Trauer um meine Tochter hat es nur wenig zu tun. Vielmehr hat mir die Schwangerschaft mir gezeigt, wie groß der Wunsch noch ist!
Die Therapeutin hat mir auch mehr oder weniger bestätigt, dass es sich bei mir um einen "normalen" Kinderwunsch handelt und ich letzten Endes nur selbst entscheiden kann, ob ich darauf verzichten kann. Da ist zumindest nichts, was sie weg therapieren könnte.

Aber du hast schon recht, das Thema steht (mittlerweile) bei uns für viele andere Dinge... Eine Eheberatung, Paartherapie oder wie auch immer man es nennen will, steht bei uns an. Ich habe auch irgendwo noch die Hoffnung, dass es hilft.

Ich befürchte auch, dass ich meinem Mann immer übel nehmen werde, dass ich wegen ihm auf diesen großen Wunsch verzichtet habe.
Wäre ich noch kinderlos, es wäre kein Thema für mich, ich würde definitiv gehen!
Aber so?

Meine biologische Uhr tickt, wenn ich gehe, steht es in den Sternen ob sich mein Kinderwunsch noch erfüllt. Ich verliere meinen Mann, mache ihn und meinen Sohn unglücklich.
Bleibe ich, kann ich weiterhin versuchen mich damit abzufinden und selbst wenn ich es nicht schaffe, ist zumindest nur einer unglücklich.

Ich spreche meinem Mann nicht das Recht ab, sich gegen ein weiteres Kind zu entscheiden.
Ich will es ja akzeptieren, versuche jetzt seit mittlerweile einem Jahr mich damit abzufinden oder besser noch anzufreunden.

Ich lenke mich ab, Job, Freunde, Hobbies... Aber es funktioniert nicht.

Mich interessiert, wo in meinen Worten du Indizien für behandlungsbedürftige psychische Probleme siehst?
Wie gesagt, vor dem Tod unseres Kindes war ich jahrelang stabil. Eine Garantie, dass keine depressive Episode mehr kommt, kann ich natürlich nicht geben. Aber mal ehrlich, dass kann doch auch kein gesunder Mensch, oder?!?

Und auch hier nochmal: ich akzeptiere den Entschluss meines Mannes.

Und einfach noch, weil es mir ein Bedürfnis ist: ich habe meinem Mann das ungeplante Kind nicht untergejubelt! Bei mir gab es Bedingungen, die eine Empfängnis extrem erschwert haben und wir haben verhütet!

Vater bleiben könnte ist dir klar?

Den braucht er ja auch oder?