viel erreicht und doch nicht glücklich

    • (1) 08.04.15 - 11:28
      traurigeSie!!!

      Hallo!
      Ich weiss einigen geht es viel schlechter und für viele ist es jammern auf hohem Niveau aber deshalb bin ich nicht weniger unglücklich! Im Gegenteil ich habe noch ein schlechtes Gewissen zusätzlich!

      Wir sind schon lange zusammen und verheiratet. Haben 2 Töchter die Grosse ist schon aus dem Haus die "kleine" 15. Und wir sind stolz auf die beiden!
      Wir haben ein Haus (mit viel Eigenleistung) mit Garten können uns beide ein Auto leisten. Haben gute Jobs und gesundheitlich keine Sorgen.
      Aber ich bin unglücklich mit meinem Mann.

      Als wir umgebaut haben hatten wir trotz Stress und finanzieller Sorgen immer noch uns und ein gemeinsames Ziel. Nun fehlt das alles. Wir haben uns nichts mehr zum sagen. Ihn macht es glücklich wenn er arbeiten kann und wir abends zusammen Fussball schauen. Ich hab mein Job, mein Sport meinen Freundeskreis.

      Wir haben uns auch verändert ich hab größeren Redebedarf er gar keinen mehr wie es scheint.

      Ich denk immer öfter es würde sich fürs mich nichts ändern wenn ich Single wäre und träume von einer 3 Zimmer Wohnung. Dann denk ich an all das was wir haben und halte es für falsch. Nicht das materielle sondern das was WIR zusammen geschaffen haben die gemeinsamen Erinnerungen.
      Aber reicht das für den Rest des Lebens von den schönen Erinnerungen zu leben?
      Vielleicht hat ja jemand schon ähnliches erlebt oder gedacht !?

      • (2) 08.04.15 - 11:41

        es ist nur das Materielle, was einen von einer Trennung abhält, wenn man wie du ein so sorgenfreies Leben hat. Da bin ich mir sicher.

        Hartz4 Empfänger hätten sich schon längst getrennt, wenn die Beziehung nicht mehr passt, denn da gibt's nichts zu verlieren.

        Leider, aber stimmt.

        • (3) 08.04.15 - 23:46
          traurigeSie!!!

          Danke für deine Antwort!

          Da magst wohl recht haben wobei es mir ja gar nicht um das Haus an sich sondern die vielen Erinnerungen geht die damit verbundenen sind.

      Hallo,

      Ich kann den Punkt der wirklich stört nicht erkennen. Aber ich bin natürlich auch nicht so alt wie du und habe vieles von dem was du schilderst noch vor mir.

      Warum sucht ihr euch nicht neue Ziele? Eine Patenschaft oder zusammen ferne Länder bereisen z.b. Hat man nicht immer irgendwelche Träume?

      MfG

      • (5) 09.04.15 - 07:03
        traurigeSie!!!

        Hallo luckyd!
        Mich stört das wir keine gemeinsamen Ziele mehr haben und irgendwie nicht mehr miteinander reden (können)

    Ihr habt viel erreicht und wart natürlich in den letzten Jahren auch viel beschäftigt. Hausprojekt, Kinder groß ziehen , im Job etablieren und und und.

    Das Meiste ist wohl abgearbeitet, und was bleibt - hast du jetzt. Eventuell liegt es daran? Es ist zu ruhig? Die gemeinsamen Ziele fehlen?

    Gruss
    agostea

    • (7) 08.04.15 - 23:52
      traurigeSie!!!

      Hallo agostea!
      Danke auch dir für deine Antwort
      Das stimmt schon es ist ruhig geworden, das Leben das bis dahin eher einem reissenden Fluss glich ist jetzt ein kleines Bächlein und pplätschert in geordneten Bahnen dahin.
      Aber wie bekomm ich da wieder Schwung rein von neuen Zielen mal abgesehen?

      • Es ist sicher schwierig, den Anfang zu finden. Ich glaube, ihr müsst euch "neu erfinden".

        Setzt euch doch mal zusammen und philosophiert darüber, "was wäre wenn". Sprecht doch mal darüber, was jeder eigentlich schon immer gerne mal machen würde, es aber noch nicht umsetzen konnte?

        Vielleicht hilft es, einfach mal aus dem Alltagsmuster auszubrechen? Den Urlaub mal wo ganz anders zu verbringen, einen Tanzkurs machen (irgendwas feuriges, Samba oder so), Fallschirmspringen.....etc.pp.

        Grundsätzlich denke ich aber, ist es wichtig, die Jetzige - gar nicht mal so unkomfortable Situation - geniessen zu lernen. Zu akzeptieren, dass es jetzt eben ein neuer Lebensabschnitt ist, der durchaus auch schön sein kann. Er bietet Luft zum durchatmen zum Beispiel.

        Ich denke, wenn du deinen BLick auf die dinge ein klein wenig veränderst, dann kommt die Action von ganz allein.

        Wie sieht dein Mann denn die Situation?

        Gruss
        agostea
        #tasse

        • (9) 09.04.15 - 07:37
          traurigeSie!!!

          Guten Morgen agostea!
          Mein Mann findet es gut so wie es ist.
          Dein Vorschlag vom zusammen setzen und träumen was wäre wenn find ich toll.

          Aber genau das ist es was er nicht mehr macht/braucht!

          Das haben wir oft gemacht in jungen Jahren wenn das Haus, wenn die Kinder... und jetzt sind uns offensichtlich die Wenns ausgegangen.
          Beim antworten auf eine andere Antwort ist mir klar geworden das es eigentlich gar nicht um ein konkretes Ziel geht sondern viel mehr um die Tatsache das man (n) so hat man den eines darüber redet!
          Das ist es was mir fehlt und ihm leider nicht!
          Lg traurige Sie

          • Das ist natürlich für dich grade blöd, dass dein Mann offenbar keine Defizite hat. Andererseits natürlich auch wieder gut, dass er zufrieden ist.

            Dann würde ich vorschlagen, dass du definitiv etwas für dich suchst. Dann konzentriere dich auf dich. Gehe raus in die Welt, mach was.

            Das sorgt auch zu Hause für neuen Gesprächsstoff.

            Hast du denn Vorstellungen, Wünschè, Dinge, die dich interessieren?

            Auf jeden Fall würde ich nicht ausharren, wenn es mich unzufrieden macht. Da wirst du für dich aktiv werden müssen. Was ja nichts schlechtes ist, davon mal abgesehen. Und vielleicht hängt sich den Mann "mit dran", wenn er merkt: Huch! Da geht ja was!

            • (11) 09.04.15 - 08:03

              Du bist aber fit am frühen Morgen, danke für deine prompte Antwort!
              Das wäre auch mein Plan in der Hoffnung wie du schreibst er macht mit.
              Den wenn nicht bin ich wieder an dem Punkt an dem es kein Unterschied mehr macht ob ich verheiratet bin oder Single!
              Klingt hart aber fühlt sich so an!

              • Ich turne schon seit 5 Uhr in der Gegend rum, von daher bin ich morgens immer "parat" *gg*

                Ich denke, der Schlüssel ist, mit sich selbst im Reinen zu sein. Das geht nur, wenn man zum einen Dinge akzeptieren kann und zum anderen Dinge eben aktiv ändert.

                Ich finde gut, was unten die Userin geschrieben hat, die in einer ähnlichen Situation wie du steckt:

                Dass sie sich noch eine Deadline von 3 Jahren gibt, um dann die Situation erneut zu überprüfen. Vielleicht solltest du das auch tun? Dir eine persönliche Deadline setzen. Bis zur Deadline versuchst du aktiv etwas zu verändern. Was auch immer, dir wird da sicher was einfallen. Danach machst du ein Update der Lage.

                Und dann - siehst du weiter.

Hay,

oh das Thema kenne ich aus meiner Familie auch. Man hat nun Zeit für Sich und merkt, dass man auf der Stelle tritt :-( wenn du magst, können wir uns gerne austauschen.

LG

  • (14) 09.04.15 - 07:42

    Hallo patchwork!
    Sehr gerne weil es immer gut tut mit jemand zu "reden" der in der selben Situation steckt!
    Lg traurige Sie

Hast du es ihm schon mal gesagt, dass es dir fehlt, miteinander einfach mal zu quatschen? Unternehmt ihr auch mal kleine Sachen gemeinsam?

Mein Mann und ich leben jeden Tag für sich, ohne großartig Ziele zu haben oder je gehabt zu haben. Wir haben keine großen Reisen gemacht oder ein Haus gebaut/umgebaut, nur mal eins gekauft. Wir haben keine Kinder, keine gemeinsamen Hobbys und um die Meerschweine kümmere ich mich meistens auch alleine. Die wollte ich ja haben.

Mal von - in deinen Augen wahrscheinlich - kleinen Dingen abgesehen, haben wir zusammen nicht wirklich viel geschaffen. Aber was wir haben, ist eine wunderbare Beziehung. Wie viele Paare können das nach über 10 Jahren noch sagen. Und was ist der Schlüssel? Ich interessiere mich für ihn, er interessiert sich für mich. Wir haben Respekt voreinander. Wir lieben uns. Und wir können über jeden Mist reden und gemeinsam lachen. Setze dir doch mal diese kleinen Ziele, damit du diese Ehe nicht aufgeben musst. Sage ihm, dass dir gemeinsame Gespräche fehlen. Sucht euch zur Not ein gemeinsames Hobby oder geht in eine Paartherapie. Oder gestaltet den Garten neu. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die zu Zielen werden können. Und sei es abends mal gemeinsam auf der Couch zu liegen und eine gute Serie zu gucken (ist jedenfalls bei uns so).

Ihr habt viel erreicht, aber du beschreibst deine Ehe eher wie ein Großbauprojekt als eine liebevollen Beziehung. Überlege bitte mal, was ich damit meine. Lerne, dich auch an kleinen Dingen zu erfreuen. Glaube mir, alleine in einer 3-Zimmer-Wohnung zu sitzen, ist doch auch blöd.

  • (16) 09.04.15 - 07:17

    Hallo!
    Danke für deine Antwort!
    Entgegen deiner Einschätzung kann ich mich an kleinen Dingen sehr freuen.
    Mir geht es auch gar nicht um das große Ganze sondern wie du beschreibst um eine tolle Beziehung.
    Vielleicht ist mir das Fehlen der Ziele aufgefallen weil man (n) mit Ziel auch darüber reden kann. Wenn du verstehst was ich meine.
    Was das wohnen in der 3 Zimmer Whg angeht sicher ist es auch nicht schön, aber jetzt wohn ich mit Mann allein in einem Haus. Und das nicht mal weil die kids weg bzw ständig auf Achse sind, sondern weil ich mit Mann genau so viel Ansprache habe wie ohne! Und das finde ich noch viel blöder!

    Für eine Paartherapie ist er nicht zu haben, leider! Du hast auch recht mit meiner Beschreibung sie wirkt distanziert und genau das ist es mir fehlt die Nähe.

    Und ich weiss nicht wie oder wo ich diese wieder her bekommen soll!
    Lg traurige Sie

So ungewöhnlich finde ich das nicht.

Die Kinder sind groß, das Projekt Haus abgeschlossen. Jetzt kehrt Ruhe ein. Aber da fehlt natürlich auch was.

Ihr habt im Moment einfach keine gemeinsamen Ziele mehr....aber das kann man ja ändern.

  • (18) 09.04.15 - 07:48

    Hallo zubbeline!
    Auch dir danke für deine Antwort
    Mir ist beim schreiben hier klar geworden das mir gar nicht so sehr ein Ziel fehlt sondern das reden darüber und miteinander. Und das finde ich sehr schwer wieder zu finden!

    Vor allem weil meinem Mann der Ist-Zustand gefällt und er von Therapie nichts hält!

    Lg traurige Sie

(19) 08.04.15 - 16:32

Naja was heißt hier Jammern auf hohem Niveau, ich finde daa jetzt nicht auf hohem Niveau, sondern ziemlich alltäglich. Alleine in meinem Freundeskreis kenne ich drei Paare, denen es genauso geht, Kinder soweit groß, Haus gebaut, gut Jobs und ja auch jeder hat sein Auto, aber die Frauen sind trotzdem unglücklich, weil die Liebe abhanden gekommen ist.
Im Kollegnkreis geht es auch einigen Männern so, mit der Frau ihres Lebens ein Haus gebaut/gekauft, Kinder kurz vor dem Teenager Alter, Geld genügend oder ausreichend vorhanden, aber mit der Frau nd sie nicht mehr glücklich, weil es keine wirklichen Gemeinsamkeiten gibt, außer die Kinder.
Einige davon trennen sich, andere bleiben in der Ehe, weil sie Angst vor der finanziellen Situation haben, die sich zwangsläufig aus einer Trennung ergeben würde (obwohl viele soviel verdienen, dass sie locker nochmal von vorne anfangen könnten, um sich etwas ganz anders aufzubauen).

Also ich kann dich verstehen und vieles nachvollziehen, irgendwie, aber Jammern auf hohem Niveau, nein das finde ich absolut nicht, sondern das ist wirklich alltäglich.
Unter Jammern auf hohem Niveau verstehe ich etwas anderes und zwar ein weiteres Beispiel, eine Freundin .... zwei gesunde Kinder, großes haus, zwei Autos und ein extra Cabrio für den Sommer, riesigen Garten, beide haben studiert und gute Jobs, d.h. sie arbeitet zur Zeit nicht, da das Gehalt vom Mann "ausreicht". So meine Freundin jammert jetzt, dass sie nicht mehr so oft shoppen gehen kann wie früher, da sie für vormittags keinen Babysitter findet (nachmittags passen die Großeltern zweimal in der Woche auf, aber in der Zeit geht sie zum Sport) oder dass sie nicht mehr fünfmal im Jahr in Urlaub fahren, sondern nur noch dreimal #bla #gaehn

  • (20) 09.04.15 - 07:28

    Guten Morgen!

    Auch dir danke für deine Antwort
    Da hast du recht mit deinem Beispiel, das ist jammern auf Luxus Niveau.

    Aber ich empfinde es bei mir eben so wenn ich hier les was es alles für Probleme gibt bzw hab die Erfahrung gemacht wenn ich im Freundeskreis versucht hab darüber zu reden. Könnte aber auch daran liegen das die alle noch kleiner Kinder haben und das Leben das ich jetzt hab wie ein Traum erscheint!

    Du schreibst sie halten aus in einer Ehe in der was fehlt. Geht das wirklich auf Dauer?

    Ich mein jeder hat seine Gründe etwas zu tun oder nicht zu tun (Trennung)

    Ich für mein Teil denk mir nur soooo alt bin ich noch nicht der Vorrat an Erinnerungen könnte nicht reichen!

    Dabei geht es mir gar nicht ums finanzielle eher darum meinen/unseren Lebenstraum aufzugeben. Ist das nicht egoistisch? Nur weil ich nicht zufrieden bin?

    • (21) 09.04.15 - 13:47

      "Ist das nicht egoistisch? Nur weil ich nicht zufrieden bin?"

      Mich darfst du das tatsächlich nicht fragen, denn ich bin gegangen, als ich (mehr als) unzufrieden war.
      Ob ich "unseren" Lebenstraum aufgegeben habe, oder nur meinen (denn mein Traum war, eine heile Familie zu haben, sich niemals scheiden zu lassen), sei mal dahin gestellt, denn ich bin mir nicht so sicher, ob es auch sein Lebenstraum war, oder er einfach nur noch froh war, jemanden an seiner Seite zu haben.

      Allerdings habe ich (für meine heutige Meinung) früh (mit 23) das erste (ungeplante) Kind bekommen und wir haben daraufhin geheiratet. So 100% sicher war ich mir mit der Entscheidung leider nie und wäre die Schwangerschaft nicht gewesen, hätte ich mich schon vorher getrennt.
      Aber jung und unerfahren denkt man eben, dass man es doch nochmal versucht und alles gut wird. Und ja, ich war dann auch die nächsten Jahre "glücklich", aber wohl eher wegen meinen kind, so war man von allem anderen abgelenkt. Das zweite Kind, drei Jahre später war ein Wunschkind. Doch nach der Geburt wurde alles schlimmer, man merkte, dass die Liebe (war es das jemals?) nicht mehr vorhanden war, wir hatten nichts, aber auch gar nichts mehr gemeinsam.

      Ich habe weitere 1,5 Jahre gebraucht um mich endgültig zu trennen. Ich war gerade mal Ende zwanzig und wollte so, nicht den Rest meines Lebens verbringen.
      Die Trennung war hart, für beide, ABER das beste was uns passieren konnte. Ich habe später einen Mann kennengelernt, der alles hatte, was ich gesucht habe, der mich so liebt wie ich bin, den ich neben meinen Kindern bedingungslos liebe, der mich liebt, der die Kinder liebt, als wären es seine. Der vom Leben die gleichen Erwartungen hat und die gleichen Ziele verfolgt, mit dem ich auch sehr gut alleine Zeit verbringen kann und das alles immer noch nach zehn Jahren.
      Mein Ex hat eine Frau kennengelernt, sehr schnell nach der Trennung, mit der er nun seid 11 Jahren glücklich ist und seid 7 jahren verheiratet ist. Auch hier scheint alles zu klappen.
      Ich würde sagen, es geht und allen, seit der Trennung und seitdem die schlimme Phase nach der Trennung vorbei ist, um einiges besser. Wir sind glücklich und angekommen.

      Ich würde heute vieles anders machen, aber damals war man jung und glaubte, dass alles gut werden würde, wird es aber nicht von alleine.

      Naja meine Story bringt dich jetzt wohl nicht weiter, aber ich will dir nur sagen, höre auf das, was dich glücklich nicht und nicht die anderen.

      • (22) 10.04.15 - 10:37

        Hey!
        Danke für deine Antwort! Sie hat mir schon was gebracht allerdings waren das jetzt weniger Gedanken zum Erhalt der Ehe ;-)

        • (23) 10.04.15 - 15:48

          Nur bei mir war es bei meinem Ex Mann von Anfang an nicht die große Liebe, leider. Gemerkt oder gewusst habe ich es von Anfang an, aber immer gedacht, das kommt noch und dann die Schwangerschaft, Heirat....habe ich gedacht, SO ist die große Liebe, dabei war mir da schon (unbewusst) klar, dass die richtige Liebe anders ist.
          Ja ich weiß, das war alles ehr naiv von mir und unfair den ungeborenen Kindern und meinem Ex gegenüber, aber, darf ich es aufs damalige Alter schieben?

          Wahrscheinlich nicht, aber ein anderer Grund fällt mir nicht ein, warum ich nicht ehr die Notbremse gezogen habe.

          Du liebst deinen Mann, oder hast ihn mal sehr geliebt. Ich würde versuchen, die Ehe zu retten.

(24) 09.04.15 - 09:24

Hallo du,

dein Text hätte so ähnlich von mir sein können, nur bin ich wahrscheinlich etwas jünger. Ich bin 40, wir sind 17 Jahre verheiratet und haben 3 Kinder.

Wir haben auch all das geschafft, was ich mir in jungen Jahren gewünscht habe: Abbezahltes Haus, gute Jobs, drei gesunde Kinder. Wenn man unsere Familie von Außen betrachtet denkt man sich nur: Was will man mehr?

Das Absurdeste überhaupt, ist: Mit meinem Mann war es am Anfang unserer Ehe alles andere als einfach. Wir heirateten jung, noch völlig unreif, zogen erst nach der Hochzeit zusammen. Für mich begannen dann sehr schlimme Jahre...teilweise war es so, wie in dem Film "Der Feind in meinem Bett". Einfach schrecklich. Mein Mann hat mich zwar nicht geschlagen..das war aber auch das einzige, was er nicht gemacht hat. Ich bekam dann schnell die beiden jüngsten Kinder...dann kam der Umbau des Hauses...wir beide am Anschlag...die ersten 5 gemeinsamen Ehejahre waren traumatisch. Ich kam dann in der Folgezeit zu Kräften und in weiteren 5 Jahren durchlebte ich einige Lebenskrisen, die zwar jedes Mal schlimm, aber auch notwendig waren, mich wachsen ließen. Auch mit meinem Mann wurde es erträglicher und entspannter.

Die letzten Jahre fühle ich mich einfach gut mit mir selber...Streitereien mit meinem Mann können mich schon lange nicht mehr erschüttern. Ich genieße mein Leben, meine Kinder und stecke eigentlich voller Neugier und Lebenslust. In den letzten 2 Jahren merke ich auch, dass mein Mann gewachsen ist. Verbale Ausraster oder Demütigungen gibt es eigentlich gar keine mehr.

Eigentlich müsste ich jetzt also rundumglücklich und stolz sein, dass ich das alles ausgehalten habe und jetzt sogar die Lorbeeren einfahren darf. So ist es aber nicht. Auf der Familienebene bin ich glücklich, keine Frage. Aber, was meine Partnerschaft angeht, kann ich das nicht sagen. Auch wenn mein Mann heute zu mir "netter" ist denn je, die letzten Jahren sind wohl nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Ich weiß nicht, ob ich meinen Mann noch liebe. Dann kommt noch dazu, dass in den letzten Jahren mehr und mehr mein Interesse an Sex erwacht ist, während mein Mann noch nie der leidenschaftliche Liebhaber war. Er kann Sex nicht viel abgewinnen, hat ganz selten Lust. Das war schon zu Beginn unserer Ehe so.

So habe ich verstärkt im letzten Jahr immer wieder das Gespräch gesucht, denn ich habe gemerkt, dass ich mich zunehmen von meinem Mann distanziere, dass wir uns entfremden. Auch meinen Frust bezüglich unseres Liebeslebens habe ich immer wieder angesprochen. Mein Mann hört sich das alles an - passieren tut jedoch nichts. Gar nichts.

Ich bin jetzt immer wieder am Ringen...was will ich eigentlich? Sollte mir das Leben, so wie es jetzt ist, eigentlich nicht reichen? Soll ich unser Familienleben, das für die Kinder wirklich schön ist, zerstören? Und das "nur" für eine Chance? Die Chance einen Mann kennenzulernen, der liebevoll und achtsam ist, der gerne Zeit mit mir verbringt, der mich begehrt und Lust auf Sex mit mir hat? Für mich wäre das in einer Partnerschaft sehr wichtig, keine Frage...nur habe ich gerade das Gefühl, dass der Preis, den ich für diese Chance zahlen müsste, sehr hoch ist.

Bei mir sind die Kinder aber auch jünger. Mein Ältester ist gerade 14, mein Jüngster 8. Ich habe jetzt einen Deal mit mir selber ausgemacht :-). Ich gebe mir und meinem Mann noch 3 Jahre...und dann möchte ich noch einmal ehrlich hinsehen und mich entscheiden. Und diese Fantasie...mit der Wohnung...die habe ich auch :-D. Im Moment gibt es sogar eine schöne, bezahlbare Wohnung in meinem Wunschort...und schon gehen die Gedanken wieder auf Reise...

Ich verstehe dich also zu gut! :-D

Liebe Grüße

  • (25) 10.04.15 - 06:35

    Eigentlich müsste ich jetzt also rundumglücklich und stolz sein, dass ich das alles ausgehalten habe und jetzt sogar die Lorbeeren einfahren darf.

    ------------------------------------

    #schock, das ist nicht dein Ernst? In welchem Jahrhundet lebst du?

    Wie kann man stolz darauf sein, auf eine Ehe mit einem Mann, der ausser dich zu schlagen wohl alle Facetten der Demütigung aufgefahren hat, mit dem du so gut wie nie Sex hast und heute "netter" ist #zitter

    Warum noch 3 Jahre warten? Was soll sich in dieser Zeit ändern? Eigentlich hast du dich doch schon entschieden. Wenn du nämlich auf den richtigen Zeitpunkt wartest lass dir eines gesagt sein - der kommt nie.

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