Hilfe: Ich benehme mich wie seine Mutter

    • (1) 13.04.15 - 22:12
      SeineMutter?

      Hallo,

      Ich glaube mein Problem erkannt zu haben, komme aber trotzdem nicht los davon. Vielleicht habt ihr eine Idee?

      WIR: Verheiratet, keine Kinder, viele gemeinsame Hobbys, ähnliche Moralvorstellungen, guter Sex, ... bis auf folgendes Problem eine glückliche Ehe.
      ER: Intelligent aber überhaupt nicht diplomatisch. Tendiert dazu sich in anstrengende Situationen zu bringen, weil er Wünsche als Forderungen, Kritik als Angriff und Vorschläge als Befehle formuliert.
      ICH: Im beruflich im beraterischen Umfeld tätig - Schwerpunkt auf Kommunikation.

      DAS PROBLEM: Ich verhalte mich zunehmend wie seine Erziehungsberechtigte und spreche ihm ganz viel Verantwortung ab. ("Sag das nicht so, damit bewirkst du doch nur...", "Formuliere das doch beim nächsten mal so:...", "Lass mich mit den Leuten reden, ich kriege das diplomatischer hin.") Mir ist klar, dass das nicht zielführend ist und ich kann es trotzdem nicht lassen. Denn unsere Freundeskreise überschneiden sich stark, ebenso wie unsere Hobbys. Wenn er Menschen durch seine "verbale Trampeligkeit" verärgert, dann betrifft es mich also mindestens indirekt.

      Wie kommte ich wieder dazu meinen Mann auch auf dem Feld der Kommunikation als erwachsenen Menschen zu betrachten? Ich will ihm nicht die Verantwortung für sein Handeln wegnehmen und tue es dennoch am laufenden Band.

      P.S.: Bücher habe ich ihm schon geschenkt - liegen bisher ungelesen in der Ecke :-(

      • Hallo, du hast es schon gemerkt: Männer kann man nicht ändern. LG und gute Nerven!

        • (3) 13.04.15 - 23:02

          Danke, die Nerven kann ich brauchen ;-)
          ...ich versuche mich aktuell gerade damit "abzufinden", dass ich ihn nicht ändern kann. Außerdem versuche ich mir dieses ständige Korrigieren, Verbessern und Umformulieren abzugewöhnen. Denn wenn ich ihn nicht ändern kann, dann sollte ich ihm auch nicht dauernd sagen wie er sich bitte beim nächsten mal Verhalten/Formulieren soll.
          Aber: Es fällt mir soooo schwer. Ich nehme es mir immer wieder vor. Und dann sind wir beim Sport. Er formuliert wieder das doof, unser Spielpartner ist beleidigt. Ich nehme meinen Mann zur Seite und sage ihm: "So, das war total bescheuert, jetzt entschuldigst du dich umgehend bei XY!" Argh...ich will so nicht sein #zitter

      Morgen.

      <<<Wie kommte ich wieder dazu meinen Mann auch auf dem Feld der Kommunikation als erwachsenen Menschen zu betrachten? Ich will ihm nicht die Verantwortung für sein Handeln wegnehmen und tue es dennoch am laufenden Band.>>>

      Da ist ein Widerspruch drin. Du bemutterst ihn, möchtest aber, dass er sich wie ein Erwachsener verhält. Ich glaube, euch fehlt ein Kind, wo du deine Mutterrolle ausleben kannst. Wenn seine Mutter schon so war/ist, warum machst du es weiter. Nimm ihn als dein Mann und nicht als dein Kind.

      <<<P.S.: Bücher habe ich ihm schon geschenkt - liegen bisher ungelesen in der Ecke :-(>>>

      Was sind das für Bücher. Würdest du Bücher lesen, die du vorgelegt bekommst und die dir vielleicht nicht gefallen. Komm wieder runter auf Parnterbasis und nicht als Ersatzmutter.

      Alles Gute.

      LG

    • Voelleicht folgende Idee: Du kennst Deinen Mann ja und weißt, was er eigentlich ausdrücken will. Anstelle ihm zu sagen "Sag das doch so, damit bewirkst Du..." würde ich das wenn überhaupt als Frage formulieren "Meinst Du das als (z.B.) Aufforderng oder Empfehlung?" oder ne Kritik/Angriff "Wirfst Du mi das jetzt vor oder ist das ein Hinweis?" Diese Fragstellungen regen ihn dazu an, über seine Formulierung aktiv nachzudenken. Erst dann wird es ihm vielleicht selbst zu blöd, ständig noch gefragt zu werden und er verwendet direkt an Formulierungen. Außerdem belehrt Du ihn damit nicht, sondern fragst "nur" nach, ob Du es richtig verstanden hast.

      Das würde ich vor anderen maximal im Notfall machen, wenn Du merkst die anderen verstehen es sonst absolut falsch. Eure Freunde sollten Deinen Mann gut genug kennen, um zu wissen wie das gemeint ist. Das sollte Dir auch nicht unangenehm sein, so ist er hält und Du hast Dich dennoch in ihn verliebt.

      Viele Grüße

      Vielleicht auf Ich - Botschaften zurückgreifen?

      "Ich könnte mir vorstellen, dass Peter sich von der Aussage ... angegriffen gefühlt hat." oder "Ich fühle mich gerade von dir herum kommandiert. Ich bin für Vorschläge oder Bitten offen, aber kommandieren lasse ich mich nicht."

      Dann ist die Botschaf übermittelt und es liegt in seiner Entscheidung, ob er die notwendigen Schlüsse daraus zieht.

      LG

      • Was sind denn genau die "notwendigen" Schlüsse"? Dass der Mann sich so verhält, wie es die TE in der Situation für angemessen erachtet?

        • Dass er wahrnimmt, dass seine Äußerungen bei dem Betroffenen anders ankommen als er sie wohlmöglich gemeint hat.

          Ob ihm das egal ist oder er das richtig stellt ist seine Entscheidung.

          Ein normaler Mensch hat ja nicht zum Ziel Freunde und Partnerin zu vergraulen und wird dann wohl aktiv.

          Wäre es ihm egal, muss die TE sich eben überlegen, ob sie mit diesem Hauklotzverhalten leben will.

          LG

    Du hast Deinem Mann also Bücher gegeben, damit er sich mal lernt zu benehmen...sehr gut^^. Und Du maßregelst Deinen Mann vor anderen , auch nett. Warum hältst Du es für eine relevante Information, dass Du "Kommunikationsberaterin" bist? Soll das irgendwie untermauern, dass Du weißt wie man es richtig macht?

    Wenn man sich Deinen Beitrag und die Antworten so durchliest, dann geht es nicht darum wie Du aufhören kannst eine Nervensäge zu sein, sondern wie Du es schaffst, dass sich Dein Mann Deinen Vorstellungen entsprechend verhält ohne das er es mitbekommt.
    Und wie kommst Du zu der Annahme, dass sich ein erwachsener Mensch ständig diplomatisch verhalten muss? Und warum betrifft es Dich denn indirekt? Weil Du etwas für richtig empfindest, muss das noch lange nicht für andere so gelten.
    Und ist Dir schon mal in den Sinn gekommen, dass Dein Mann auch Verhaltensweisen, die Du praktizierst einfach hinnimmt, weil das eben zu einer Partnerschaft gehört, den anderen zu akzeptieren. Also wäre es nicht zielführender zu Fragen: "Wie werde ich ein entspannter Mensch?" "Wie schaffe ich es mir nicht ständig darüber Gedanken zu machen, was anderen Menschen von mir denken?"
    Ich wünsche Deinem Mann viel Geduld, denn ständig so eine nörgelnde Stimme im Ohr zu haben kann durchaus nervig sein.

    Und wenn es wirklich so schlimm ist, wie Dein Mann mit anderen Menschen umgeht, wird er das schon merken, wenn irgendwann niemand mehr mit ihm Zeit verbringen will.

    • (10) 14.04.15 - 19:36

      Du maßregelst Deinen Mann vor anderen , auch nett.

      >> Nein, eben nicht. Ich finde es schrecklich, wenn ich das tue.

      Warum hältst Du es für eine relevante Information, dass Du "Kommunikationsberaterin" bist?
      >> Weil es für mich wichtig ist zu sagen, dass ich beruflich ein besonderes Interesse an Kommunikation habe. Am Anfang unserer Beziehung haben wir es sehr genossen uns über das Thema offen und frei zu unterhalten. Im Laufe der Zeit sind wir aber immer mehr in ein "Berater"/"Klient"-Verhältniss gerutscht. Weil er eben viele Probleme hat mit denen 1:1 Klienten zu mir kommen. Und ich will dieses Verhältnis nicht. Und ich rutsche - bestimmt auch weil ich es beruflich den ganzen Tag mache - immer wieder in diese Schiene hinein.

      Und wie kommst Du zu der Annahme, dass sich ein erwachsener Mensch ständig diplomatisch verhalten muss? Und warum betrifft es Dich denn indirekt?
      >> Es betrifft mich indirekt, weil z.B. Freundinnen/Freunde so verletzt sind, dass sie sich nur noch mit mir treffen wollen, wenn er nicht da ist. Oder weil ein gemeinsamer Hobbyabend damit endet, dass er sich wieder mit anderen Sportlern streitet. Und ich dann nicht weiterspielen kann. Also fange ich wieder an zu vermitteln, verständlich zu machen und andere Formulierungen zu finden. Und damit bin ich dann wieder genau da wo ich nicht sein will.

      Ich wünsche Deinem Mann viel Geduld, denn ständig so eine nörgelnde Stimme im Ohr zu haben kann durchaus nervig sein.
      >> Genauso sehe ich das auch. Und deswegen habe ich hier um Hilfe/Ideen gebeten.

      • Hej.

        Wenn Du in der Beziehung zu Deinem Mann in die Berater-Rolle rutschst und ihn dadurch in die Klienten-Rolle bringst, brauchst Du dringend Supervision. In therapeutischen Berufen ist das vorgeschrieben, mitunter aus genau dem Phänomen, das Du beschreibst: Übertragung und Gegenübertragung. Auch als Beraterin wirst Dir das bekannt sein.

        Such Dir eine Supervisionsgruppe, wäre meine Empfehlung. Oder einen Therapeuten.

        Liebe Grüße
        Julie

Hallo!

Das ist ja wieder Einer von den Klassikern! Du versuchst ihn umzuerziehen.

Ambitioniert dein Vorhaben, du wirst auch kaum Erfolg haben.
Aus seiner Sicht versuchst du ihn zu verbiegen, er wird auch nicht einsehen
warum er jetzt so weichgespült reden soll?

Tip 1: Empfindliche Dinge regelst du

Tip 2: Gib ihm Verantwortung für bestimmte Personen/Dinge, die er dann eigenständig umsetzt.........du beobachtest nur

Tip 3: Versuche mit ihm ein bestimmtes Vorhaben zu planen , bei dem jeder von euch mind. 3 Vorschläge macht ( animation zum Nachdenken)

Tip 4: Lasse ruhig mal etwas gegen die Wand laufen, so daß er sich blamiert.... sonst wird sich nie etwas ändern!!!

Viel Erfolg! (PS. Ich war früher auch so, war bequemer)

  • "Tip 1: Empfindliche Dinge regelst du

    Tip 2: Gib ihm Verantwortung für bestimmte Personen/Dinge, die er dann eigenständig umsetzt.........du beobachtest nur"

    Der Mann der TE darf wirklich eigenständig mit anderen Menschen reden. Ist das nicht doch ein bisschen zu gewagt? Einfach seinem Partner zu erlauben mit anderen zu reden.

    Und "empfindliche Dinge" regelt die TE. Was wären denn so "empfindliche Dinge"?

    Es ist doch sehr überraschend das der Mann der TE bis heute in der Lage war zu überleben...

    Tip 4: Lasse ruhig mal etwas gegen die Wand laufen, so daß er sich blamiert.... sonst wird sich nie etwas ändern!!!
    >> Ja, irgendwie hört es sich schlüssig an. Unglaublich schwer (weil wir sehr vernetzte Freundeskreise und Hobbys haben und ich eben irgendwie "mitbetroffen" bin), aber bestimmt sinnvoll...

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