Sie will einen Mann zu dem sie aufschauen kann...

    • (1) 15.04.15 - 12:19
      Freundin von früher

      Hallo,

      es geht hier nicht um meine Beziehung, sondern um eine gute Freundin und ihre Ansprüche an Männer und die Ansprüche von Frauen im allgemeinen.

      Am Wochenende habe ich eine gute Freundin besucht, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Wir kennen uns noch aus der Schule. Haben zusammen Abi gemacht. Sie hat dann studiert und ich hab eine Ausbildung gemacht. Bis etwa Ende 20 waren wir unzertrennlich. Dann haben sich unsere Wege getrennt, aufgrund unterschiedlicher Lebenssituationen. Ich lernte meinen Mann kennen, habe geheiratet und zwei Kinder bekommen. Sie ist für ein Jahr ins Ausland gegangen und hat danach etwas weiter weg eine Stelle angenommen und an ihrer Karriere gebastelt. Wir hatten in dieser Zeit zwar immer noch Konakt und sahen uns ab und zu, wenn sie in der Gegend war. Aber wir hatten keine Gemeinsamkeiten mehr. Sie die Karrierefrau und ich Hausfrau und Mutti.:-p

      Nun hat sie über Ostern ihre Familie hier besucht und wir haben uns zufällig getroffen und haben einen Kaffee getrunken. Es war vom Gefühl her wie früher. Die Nähe war sofort wieder da. Sie lud mich ein sie zu besuchen inkl. Übernachtung. Und so kam es dann zu dem Treffen.

      Sie wohnt in einem sehr noblem Viertel in einem Neubau mit Tiefgarage. Sie gab mir vorher den Code für die Tiefgarage damit ich dort parken konnte. Ich fuhr also mit meinem alten und dreckigen Ford Focus in diese Tierfgarage und parkte ihn neben die blitzblanken Nobelkarossen. Ich dachte noch bei mir, ich hätte vorher zur Waschanlage fahren sollen.#schein

      Ich kam in ihre Wohung, wir begrüßten uns und mein erster Gedanke war: Gut dass sie nicht zu uns gekommen ist. Die Wohnung war sehr edel eingerichtet und sehr sauber. Bei uns herrscht Chaos!#schwitz

      Nun, wir machten es uns gemütlich. Bestellten beim Italiener, köpften eine Flasche Wein und teilten uns eine Schachtel Zigaretten (ich rauche eigentlich gar nicht mehr). Es war ein sehr schöner Abend. Ich erzählte von meinem Job (Ich arbeite wieder), von den Kindern und unserem Alltag und sie von ihrem. Sie hat ein sehr spannendes Leben und kommt viel rum. Ich sagte ihr, dass ich sie darum beneide. Aber nicht wirklich böse. Ich gönn ihr das. Darauf sagte sie, sie würde mich um meine Familie und meine Partnerschaft beneiden. Auf ihren Topf würde irgendwie kein Deckel passen. Die guten Männer wären alle schon vergeben und in ihrer Position sei es nicht einfach jemanden zu finden, der ihren Ansprüchen genügt.

      Also sprachen wir über ihre Ansprüche. Sie will einen Mann, der ihr was bieten oder finanziell zumindest mithalten kann und sie möchte zu einem Mann aufschauen können... #gruebel Ich war etwas überrascht. Solange ich sie kenne, habe ich immer ihre Unabhängigkeit und ihre Emanzipation bewundert. Und nun das. Sie will einen Mann zu dem sie aufschauen kann...#kratz

      Ich fragte: "Hey, wo ist deine Emanzipation geblieben?" Sie sagte: "Scheiß auf die Emanzipation. Wir ticken noch wie vor 10.000 Jahren. Jede Frau möchte einen Mann zu dem sie aufschauen kann!"

      Und jetzt grüble ich so vor mich hin und gehe unseren Bekanntenkreis durch und tatsächlich ist es so, dass, bis auf zwei Ausnahmen, die Männer dort meistens die Höhere Bildung haben. Selbst bei uns ist das so. Mein Mann ist Akademiker und ich nicht. Feunde von uns: Er Architekt - sie Bürokauffrau, er Betriebswirt - sie Erzieherin, er Ingenieur - sie Erzieherin, er Mathematiker - sie Versicherungskauffrau, Er Informatiker - sie Arzthelferin, sie Grafikdisignerin - er Dr. in Biologie usw.

      Wie seht ihr das? Brauchen wir Frauen noch immer Männer zu denen wir aufsehen können?

      Ich habe meinen Mann nicht geheiratet, weil er Akademiker ist, sondern weil er ein toller Mensch ist. Oder läuft das irgendwie unterbewusst ab?#gruebel

      • Ich persönlich möchte einfach einen Mann, den ich anziehend finde. Der ehrlich ist und der den gleichen Humor hat. Außerdem ist die gleiche 'Blickrichtung' nötig.
        Ja, ich möchte keinen Mann durchfüttern. Ich möchte mich unterhalten können und verstanden werden. Ob er jetzt aber mehr verdient, eine bessere Ausbildung hat ist mir egal.
        Wir beide haben den gleichen beruflichen Background, was natürlich perfekt ist.
        Verdienen mehr oder weniger ähnlich.
        Ich habe aber auch schon mal mehr verdient als er.
        Total egal. Uns jedenfalls.
        Klar bin ich sehr stolz auf meinen Freund und ja, ich blicke auch auf zu ihm, aber weil er so toll ist, so unfassbar witzig, loyal, ehrlich - und außerdem hat er n geilen Arsch #rofl#verliebt;-)

        Glücklichsein ist so viel Wert, so wichtig. Ich brauch keinen mit 'nem Dr.-Titel!

        Nö. Höhere Bildung ist mir nicht wichtig. Ich studiere und mir ist es wichtig mich mit meinem Freund über Gott und die Welt unterhalten zu können. Aber ob er jetzt nach dem Studium noch zwei, drei Titel anhängt und Prof wird oder ob er einfach nur ein super Kinderarzt wird der seine Arbeit liebt, das ist mir egal. Ich liebe den Menschen, wir sind auf einer Wellenlänge und wenn ein Mann nicht gerade eine geistige Nullnummer ist, dann ist es mir egal ob er studiert hat oder eine Ausbildung hat. Ich kann auch zu einem Mann aufschauen der zum Beispiel sehr geduldig ist, eine Eigenschaft die mir zum Beispiel völlig fehlt. Dann bewundere ich ihn zum Beispiel dafür, oder auch für andere Eigenschaften, wie guter Orientierungssinn #schwitz, Pünktlichkeit #schwitz, Ordnungssinn #schwitz, Diplomatie #schwitz Das sind alles Dinge die mir völlig abgehen und ich sehe zu allen Menschen auf die das beherrschen. Das hat nichts mit Bildung zu tun.

        Genauso mit Geld. Ich brauche keinen Mann der Kohle hat, das habe ich selbst genug. Aber ich brauche einen der ehrgeizig, zielstrebig seine Ziele verfolgt, der etwas erreichen will und auch erreicht, das sind Dinge die ich an Männern toll finde, nicht die Zahl auf dem Kontoauszug.

        Achja und auf meine Vorschreiberin zurück zu kommen, ein Knackarsch ist auch ganz hilfreich bei der Partnerwahl :-p;-)#schein#cool

        Ach, das gibt's auch umgekehrt: Meine Frau hat den Doktor gemacht, ich nicht, weil ich immer schon fand, dass einer reicht für uns beide. Okay, wir kannten uns schon vor den Studium, aber heute sehe ich das nicht anders.

        Aufschauen darf sie trotzdem manchmal zu mir, genauso wie ich oft stolz auf sie bin. ;-)

      Ich möchte auch zu meinem Mann aufschauen können aber dazu muss er nicht studiert haben oder Dr. sein.
      Er muss im Leben stehen mit beiden Beinen, Beruflich durchaus etwas aus sich gemacht haben (das kann aber z.B. auch als Handwerker sein) und ich muss mich mit ihm Unthalten können, also er sollte eine gewisse Allgemein-Bildung haben. Er sollte eine gewisse Lebenserfahrung haben, und selbstständig sein, sodass er nicht überfordert ist wenn er mal wo anrufen oder was klären/sich beschweren muss und ich möchte ihn überall mithin nehmen können und er weiß wie man sich in verschiedenen Kreisen/Sitationen angemessen verhält.

      Und jemanden der auch sagt was er will (bzw. es auch weiß) - also kein Jasager.

      Dann schaue ich zu einem Mann auf - nicht wenn er studiert hat!

    • (7) 15.04.15 - 13:08

      Ich hatte schon die unterschiedlichsten Konstellationen. Ich habe selber studiert und komme aus einem recht wohlhabenden Elternhaus. Ich hatte reiche studierte Freunde, reiche nicht studierte, arme studierte und sogar einen armen nicht studierten.

      Was ich sagen kann, ist dass ich einen Mann brauche, mit dem ich reden, mit dem ich mich austauschen und der selber interessante Dinge berichten kann, der etwas aus seinem Leben in meins hineintragen kann, sei es interessante Dinge aus dem Beruf, dem Hobby, einer bestimmten Gabe (der arme unstudierte war ein begnadeter Heimwerker und IT-Spezialist - nicht ganz unpraktisch #schein), oder sonst etwas. Und ja, durchfüttern möchte ich ihn auch nicht müssen, genauso wenig, wie ich das umgekehrt erwarte. Gut ist immer eine gewisse Augenhöhe, die allerdings nicht zwangsläufig durch die Bildung zustande kommt.

      Offensichtlich will deine Freundin ein Alphamännchen, das dann bitte neben astonomischer Gage, toll klingendem Titel, adäquatem Auto, idealer hochwertiger Wohnungebung, perfekt domestiziert und stubenrein, natürlich viel Freizeit für Frau und kulturelle Veranstaltungen und Reisen etc pp. mitbringt. Die eierlegende Wollmilchsau also. Klar, die laufen alle mit Mitte/Ende dreißig noch frei rum und warten nur noch sehnsüchtig auf eine etwas unentspannte Karriereschnickse #augen
      Neben des fragwürdigen Suchschemas kommen weitere Faktoren hinzu. Wie ist sie drauf, wie viel Ballast schleppt sie so emotional mit sich rum, ganz wichtig: wie war ihre Beziehung zum Vater (ich lege hier jeder Frau das Buch "Scheisskerle" von Herrn Koidl wärmstens ans Herz, sehr aufschlussreich!!), in wie weit kann sie sich überhaupt auf Beziehungen einlassen, in wie weit würde sie ihre Autarkie wirklich ausgegeben können und wollen, was ist mit Kindern, wie viel Verantwortung und Einschränkung verträgt sie diesbezüglich und so weiter.

      Abschließend gebe ich gerne den Tipp, auch mal abseits der Suchpfade auf die Pirsch zu gehen. Das meine ich nicht örtlich sondern die eigenen Suchparameter zu hinterfragen. Oft sind die auf dem ersten Blick etwas weniger attraktiven Männer die wirklich tollen Partner, der weniger beruflich eingespannte hat mehr Zeit für Frau und Kind, der nicht so auf seinen Sportwagen fixierte ist entspannter be ider Wahl einer Familienkutsche und mit dem kulturell nicht ganz so Aktiven kann man viel besser sonntags im Bett kuscheln. Es muss also nicht immer der Typ aus der ersten Reihe sein. Die daneben und dahinter haben oft viel mehr zu bieten.

      PS. Ich wollte auch immer erst nur Karriere. Und wenn Familie, dann erst Mann, dann Haus, dann Kind(er). Was ich bekam, war Job, Kind, keinen Mann. Jetzt habe ich einen, der selber schon zwei hat und wir Patchworken glücklich. Seine Eltern sind keine Akademiker, aber liebenswerte, bodenständige Menschen. Er ist selber Akademiker, hat einen sehr guten Job aber keine weiteren Karriereambitionen, was uns zeitigen Feierabend und freie Wochenenden beschert. Er hat keine ausufernden, zeitraubenden Hobbies, ist sehr belesen und was Wirtschaft, Geld und Zahlen angeht unschlagbar. Wir akzeptieren und lieben unsere Kinder und die den anderen und genießen unser Familienleben. Vor zehn Jahren hätte ich mir dieses Szenario nicht mal denken können. Jetzt finde ich es ziemlich toll #verliebt

      Hallo,

      die Situation, das Phänomen, das du da beschreibst, ist sozialwissenschaftlich schon ganz gut beschrieben/beackert...deine Freundin ist repräsentativ, guckst du z.B. hier

      http://www.welt.de/wissenschaft/article1709424/Was-Karriere-Frauen-falsch-machen.html

      Was die Partnersuche anbelangt, was wir am anderen attraktiv finden...da sind wir von den Rollenbildern unserer Eltern und Großeltern nicht wirklich weit weg (die haben uns ja auch erzogen und damit geprägt!).

      Die sogenannte Gleichberechtigung der Frau...nur an der Oberfläche nach meiner Einschätzung, darunter..."alte", klassische Geschlechterrollen.

      Wenn ein Paar kinderlos ist, berufstätig, dann können wir uns noch leicht vormachen, es gäbe die klassische Rollenverteilung nicht mehr...das ändert sich an dem Tag, wo dieses Paar Eltern wird! Was dann passiert, nennen die Soziologen "Retraditionalisierung".

      Insofern? Viele Frauen wollen sicher noch den Mann, zu dem sie aufsehen können - das bedeutet ja, dass sie sich irgendwie "unter" ihm verorten, wie soll man sonst aufsehen? ;-) - aber er soll eben auch noch zur Augenhöhe in der Lage sein UND auch noch eher "weiche" Eigenschaften und Fähigkeitn haben, Kochen, Waschen, Saubermachen, KInder erziehen, Einfühlung, Sensibilität etc.

      Die Frauen sollen klassische Fraueneigenschaften haben, aber auch tough sein, selbstständig, ökonomisch unabhängig, eine eigene Meinung etc.

      Aus meiner Sicht ist für viele heute die Partnersuche komplizierter als noch in der Generatioin unserer Eltern. Die Erwartungen und Ansprüche sind sehr hoch.

      Schwer ist es auf jeden Fall für akademische Frauen und arbeitslose Männer bzw. Männer mit Berufen mit geringem sozialen Status.

      • (9) 15.04.15 - 13:26

        Mir haben es meine Eltern nicht so vorgelebt. Ich kenne meinen Vater nicht. Meine Mutter ist Realschullehrerin und war immer alleinerziehend.

    Bei mir ist es nicht so, ich habe Abitur, mein Mann einen ganz normalen Hauptschulabschluss. Danach haben wir beide eine normale Ausbildung gemacht, er arbeitet als Metallfacharbeiter, ich im kaufmännischen Bereich.

    Meine Eltern haben es mir aber schon so vorgelebt, meine Mutter war Grundschullehrerin, mein Vater hat TVs repariert.

    Ich brauche das nicht, einen Mann mit dem man angeben könnte.

    Mein Mann und ich stehen auf einer Stufe. Ich möchte keinen Mann, zu dem ich aufschauen muss/kann. Da würde ich mich einfach nicht wohlfühlen. Genauso möchte ich keinen Mann, der weit unter mir steht. Ich bin Akademiker, mein Mann hat "nur" Fachabi. Er hat von uns beiden aber den weit besseren Job und ist auch um einiges intelligenter. Es gibt genug Beispiele, wo Akademiker nicht immer Intelligenzbestien sind. Ich finde diese Bildungsgrad-Denke einfach nur dämlich.

    Ich kenne auch genug Beziehungen, wo Frau eher auf Mann herabschaut und wo beide Partner kein Problem damit haben. Im Gegensatz dazu kenne ich wenige Beziehungen, wo die Frau wirklich auf den Mann hinaufschaut. Vielleicht liegt das aber auch an der Gegend, wo ich wohne. In der DDR waren Frau und Mann mehr oder weniger gleichberechtigt, auch Bildungsunterschiede wurden nicht so hervorgehoben wie heute. Vielleicht liegt es an unserer Erziehung, dass die wenigsten Ostfrauen Ü30 einen Mann zum Aufschauen brauchen - keine Ahnung.

    Rein von der Evolution her würde ich aber sagen, dass eine Frau sich gerne große, kräftige und intelligente Männer sucht, die mehr und besseres Futter ranbringen können. Umgekehrt sucht sich Mann gern eine Frau, die ein gebärfreudiges Becken und großes Brüste hat, damit das Kinderkriegen leichter vonstatten geht. So blöd das auch klingt, aber ich glaube, dieses bei vielen Menschen die Partnersuche immer noch nach diesem Prinzip funktioniert, um den besten Nachwuchs zu bekommen.

    • (12) 15.04.15 - 13:28
      Freundin von früher

      "ch kenne auch genug Beziehungen, wo Frau eher auf Mann herabschaut und wo beide Partner kein Problem damit haben."

      Das find ich heftig. Ich hoffe nicht und habe auch nicht das Gefühl, das mein Mann auf mich herabschaut.

Hallo,

mir ist Bildung schon wichtig. Nicht, damit ich zu meinem Mann aufschauen kann, sondern damit wir uns über bestimmte Themen unterhalten können.

Ich möchte keinen Mann zum Aufschauen. Ich möchte noch nichtmal einen Mann zum Anlehnen, zum Beschützen zum.... was auch immer große starke Männer können müssen. Ich möchte die berühmte Beziehung auf Augenhöhe. Ich möchte Partnerschaft, Freundschaft, Leidenschaft, all das. Mal schaue ich zu ihm auf, mal er zu mir, aber meistens ist es ausgeglichen.

So will ich das haben und so empfinde ich meine Beziehung. Ob ich nun ein Fehler der Evolution bin, ist mir dem Grunde nach egal.

Viele Grüße!

  • (14) 15.04.15 - 13:33
    Freundin von früher

    " mir ist Bildung schon wichtig. Nicht, damit ich zu meinem Mann aufschauen kann, sondern damit wir uns über bestimmte Themen unterhalten können."

    Bildung finde ich auch wichtig. Die Frage ist nur, ob die Berufsausbildung auch etwas über die Allgemeinbildung sagt.

    Ich bin keine Akademikerin. Behaupte aber, dass mein Mann mir bei vielen Themen nicht das Wasser reichen kann. Umgekehrt natürlich genauso.

    Mein Großvater war Hausmeister. War aber sehr belesen und gebildet. Es gab kein Thema bei dem er nicht mitreden konnte.

Ich möchte einen Partner auf Augenhöhe, hinaufschauen möchte ich nicht, so bin ich nicht gestrickt. Bildungsniveau sollte gleich sein.

Aber ich denke es gibt genügend Frauen, die so ticken und was zum aufschauen und bewundern brauchen.

Ja, aufschauen zu einem Mann will ich schon können, aber für mich hat das weniger mit dem Bildungsgrad zu tun.
Bei uns bin ich zB die Akademikerin, mein Mann hat die Mittlere Reife und seine Berufsausbildung und ich kann ganz und gar zu ihm aufschauen bzw habe nicht das Gefühl, dass er mir in irgendwas nachsteht, weder was die Bildung angeht, noch in anderen Dingen.

Es gibt logischerweise Gebiete, da kenne ich mich besser aus, aber in anderen weiß er viel mehr...

Irgendwie ist das nicht so wichtig.

Er ist ein so tatkräftiger, zuvorkommender, aufmerksamer und liebevoller Ehemann, Kumpel und Papa... Das ist nicht mit Gold aufzuwiegen und schon gar nicht mit einem Titel. <3 :-)

Und ich kenne so viele Dr.- und Dipl. Ing.-Vollpfosten und Sozialkompetenzversager, da finde ich andere Dinge definitiv aufschauenswerter!

Die Frauen und Männer, die sowas an Titeln und Jobs festmachen, haben für mich ein Problem.

Mit ihrem Selbstwert.

Schade für diejenigen, kann ich da nur sagen.

Und jetzt rufe ich schnell mal meinen Mann an und sage ihm, wie wunderbar er ist. :')

LG!

  • (18) 15.04.15 - 13:36
    Freundin von früher

    "Und ich kenne so viele Dr.- und Dipl. Ing.-Vollpfosten und Sozialkompetenzversager,"

    Ja, die kenn ich auch!#rofl

Ich brauche auch einen Mann, zu dem ich aufsehen kann - allerdings hat das meiner Ansicht nach nichts mit der Bildung zu tun. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele hinsichtlich ihrer Bildung gleichgestellte Paare - bei einigen haben die Frauen die höhere berufliche Bildung.

Zu meinem Mann schaue ich nicht wegen seiner Bildung oder seinem beruflichen Erfolg auf (wir sind in etwa gleichgestellt). Ich möchte zu ihm aufschauen können, weil er immer ein höflicher, zuvorkommender und hilfsbereiter Mensch ist. Er kümmert sich liebevoll um seine Tochter, seine kleine Familie bedeutet ihm alles. Seine Werte und Weltanschauung sind es, wegen derer ich zu ihm aufschauen kann.

Hi!

Hm....ich schaue nicht zu meinem Mann auf. Das überrascht mich gerade selbst, denn spontan hätte ich es vielleicht sogar bejaht. Aber wenn ich mal kurz innehalte und darüber nachdenke.....nein, ich schaue nicht zu ihm hinauf.

Ich finde ihn grossartig, er ist ein toller Mensch, aber mich finde ich ehrlich gesagt auch grossartig und ich bin genauso toll:-). Er kann viele Dinge besser als ich, ich kann andere Dinge besser als er. Gestern hat er erfolgreich einen Vortrag gehalten, das Feedback der Hörerschaft und des Veranstalters waren super....bei sowas bin ich stolz auf ihn und freue mich für ihn. Aber zu ihm aufschauen? Nein, ich glaube nicht.

Manchmal sehe ich ihn an und schmelze vor mich hin, weil ich ihn unglaublich süss oder sexy finde. Aber bewundere ich ihn?

Manchmal wundere ich mich über ihn.....bewundern...hmm...nein, ich glaube nicht. Er hat meinen vollsten Respekt dafür, dass er auch nach der Arbeit nochmal mit mir bei der Stallarbeit mitanpackt. Ich staune oft über seine stoische Ruhe und seine Geduld, wenn die Kinder des Vermieters voll aufgedreht um ihn herumtollen...manchmal neide ich sie ihm auch.

Aber das hat allen nichts zu tun mit "zu ihm aufsehen".

Wir haben übrigens ungefähr die gleich hohe Ausbildung, er geht arbeiten, ich bin Hausfrau und ich hätte ihn definitiv auch geheiratet, wenn er einfacher Maurer geworden wäre. Ich heirate einen Menschen, nicht einen Beruf. Wir haben eine sogenannte "klassische Rollenverteilung" aber wir funktionieren als Team. Auch wenn sich unsere Aufgabenfelder und auch unsere Fähigkeiten unterscheiden sind wir gleichwertig und gleichberechtigt. Hier sieht keiner rauf und keiner runter.

Grüsse

serdes

Zunächst finde ich es schon etwas verwunderlich, in welchen Klischees Du lebst. Karrierefrau vs. Mutti.
Gibt's nicht was dazwischen oder besser: beides?

Zu Deiner Frage: ich (und auch alle Frauen, die ich kenne) will einen Partner, der mir ebenbürtig ist. Mit dem ich auf der selben Wellenlänge liege, mich über ähnliche Interessen austauschen kann. Ich möchte nicht zu ihm aufsehen, sondern mit ihm auf gleicher Stufe stehen. Ich sehe eine Partnerschaft als etwas Gleichwertiges, nicht als Über-Unterordnungsverhältnis.

Und ich denke, mein Mann hat mich deshalb geheiratet, weil ich kein kleines Dummchen bin, was zu Hause hockt, sich die Nägel lackiert und zu ihm aufblickt, sondern weil wir auf der gleichen Stufe stehen, uns gegenseitig unterstützen und helfen.

  • (22) 15.04.15 - 13:59

    "Zunächst finde ich es schon etwas verwunderlich, in welchen Klischees Du lebst. Karrierefrau vs. Mutti."

    Ich bin nicht nur Mutti. Ich arbeite wieder und mache nebenbei noch eine Weiterbildung. Aber es gab eine Zeit, als meine Kinder noch klein waren, da war ich Hausfrau und Mutti.

    • Dagegen ist nichts zu sagen. Die Zeilen in Deinem Posting lesen sich aber wirklich sehr schubladenhaftig: Mutti hat mal Ausgang und fährt mit ihrem alten Auto in die große weite Welt und staunt über die High-Tech-Wohnung der Karrierefrau...

      Bei dem Lesen des Textes mußte ich wirklich grinsen... ;-)

Ich könnte mir vorstellen, daß hier das "aufschauen" mit "respektieren" gleichgesetzt wird. Unterwürfigkeit nein, gegenseitiger Respekt auf jeden Fall.

Heute möchte keine Frau 3 Stufen unter ihrem Manne stehen und ihn um Taschengeld anbetteln. Das gibt Magengeschwüre - spätestens wenn man sowas bei urbia postet, wird man auf DIN A5-Größe gefaltet und als Looser ohne Selbstbewustsein ins 18 Jahrhundert katatpultiert.

Ich denke, Deine Freundin sucht jemanden, der ihr das Wasser reichen kann. Und dies ist auch absolut in Ordnung. Nicht nur, daß Deine Freundin mehr als unzufrieden wäre, hätte sie einen Höhlentroll (zwar handwerklich begabt aber kommunikationsunfähig) zu Hause, der Mann wäre auch mehr als frustriert, sobald ihm klar würde, daß die Frau, die er an den langen blonden Haaren in seine Höhle abschleppte, ihm intellektuell weit überlegen ist. Vom monetären Bereich wollen wir mal garnicht sprechen. Es gibt jedenfalls recht wenig Männer, die damit umgehen können, wenn das Konto der Frau fetter ist, als das eigene - soviel ist sicher.

Ich persönlich unterliege nun dem Umstand immer zu Männern (egal ob eigener oder die anderer Damen) aufschauen zu dürfen.... - dies ist bei 155cm nahezu unumgänglich, handelt sich aber um eine rein geographische Angelegenheit ;-).

Es gibt solche und solche. Meine Mutter hatte immer Akademiker als Partner und hat versucht, mir einzutrichtern, dass man sich "nach oben" orientieren soll.

Ich selbst kenne Paare, wie Du sie kennst, sie Krankenschwester, er Ingenieur usw.
Aber ich kenne mehr Paare wie:

- sie CTA - er Schornsteinfeger
- sie Zahntechnikerin - er Klempner
- sie Buchalterin - er Schlosser

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