Umgang mit Expartner nach langer Beziehung (lang! sorry!)

    • (1) 23.04.15 - 16:36
      heute nicht

      Hallo zusammen,
      ich habe mal eine Frage an die Getrennten. Ich weiß, das gehört vielleicht eher ins Trennungsforum, aber ich möchte lieber anonym bleiben und so ein bisschen hat es ja auch mit Partnerschaft zu tun...

      Ich war mit meinem Nochmann 16 Jahre zusammen, habe mich vor einem Jahr getrennt, lebe auch seit ca. einem Jahr in einer eigenen Wohnung. Es gab vielerlei Gründe für die Trennung, am schwerwiegendsten war für mich, dass er vor allem mit sich selbst verheiratet war, sprich er hatte leicht narzisstische Züge, inkl. Abwertungen, falls man es wagte, den Herrn mal zu kritisieren. Anders gesagt, solange ich brav meinen Mund hielt, führten wir eine harmonische Beziehung, allerdings war das nun einmal auch mit einer großen Portion Selbstverleugnung verbunden und das habe ich irgendwann nicht mehr eingesehen.

      Auch die Trennung an sich verlief schließlich massiv unfair, weil von einem mit narzisstischen Zügen trennt man sich ja nicht, die sind ja bekanntlich die Größten. Tut mir leid, wenn das was gallig rüberkommt, aber ich war wirklich monatelangem regelrechtem Psychoterror ausgesetzt, der mich auch irgendwann so zermürbt hat, dass ich mir therapeutische Hilfe gesucht habe.

      Nun ist mittlerweile ein wenig Ruhe eingekehrt und wir verstehen uns seit ca. Anfang des Jahres tatsächlich ganz gut. Das habe ich mir auch gewünscht, dass wir irgendwann zu einer freundschaftlichen Basis finden, ich bin sehr harmoniebedürftig und auch kein nachtragender Mensch. Zwei Dinge geben mir aber mittlerweile etwas zu denken (übrigens würde ich mit meiner Therapeutin darüber reden, aber die ist gerade im Urlaub und außerdem interessieren mich auch sehr die Erfahrungen anderer zur Nähe-Distanz-Wahrung!)

      1. Steckte er mir irgendwann, vor wenigen Wochen, dass er eine neue Freundin habe. Gut, kann er ja haben. Ich war sogar insofern erleichtert, als dass ich mir dachte, okay, er hat nun auch die Trennung endlich überwunden und der Terror um mich hat nun definitiv ein Ende. :-)
      Jetzt ist es aber so, dass mit der neuen Freundin schon wieder "fast Schluss" ist. Nach nur drei Monaten.
      Blöd find und fand ich ohnehin, dass er die neue Beziehung direkt unserer Tochter (15) auf die Nase gebunden hat, bevor es überhaupt was ernstes wird, und jetzt ist die Kirmes schon over. Er erzählte mir dann, dass er gemerkt habe, dass er für diese Frau keine Gefühle habe.

      Irgendwie dachte ich in dieser Situation schon, als er darüber sprach, dass ich da als Ex die falsche Ansprechpartnerin bin... Habe auch nicht wirklich verstanden, was er damit von mir wollte. Sollte ich ihn trösten? Einen Rat geben? Sagen: "Ach Gefühle werden überbewertet, hab doch einfach Spaß???" Irgendwie sowas??! Habe mich dabei ein wenig komisch gefühlt. Wie hättet ihr auf eine solche Gesprächssituation reagiert?

      2. Steckt er gerade mitten im Umzug. Ich bin damals aus dem gemeinsamen Haushalt in eine eigene Wohnung gezogen. Finanzielle Unterstützung gleich 0, auch anderweitige Unterstützung gleich 0, er hat ja wegen der Trennung gebockt ;-). Vorgestern habe ich ihm beim Sperrmüll geholfen, das war auch okay, weil ein paar Sachen dabei waren, die ich damals da gelassen hatte und die er weiter benutzt hatte, nun aber keinen Platz in seiner neuen Wohnung haben. Heute habe ich in Ortsnähe zu ihm gearbeitet und er fragte mich, ob ich möglicherweise so lieb sein könnte, beim Baumarkt vorbei zu fahren, der sich in diesem Ort befindet, und Wandfarbe nachzuholen, er habe sich verschätzt und auch zeitlich komme er in Not.
      Ich habe das gemacht, bin dann zu seinem Wohnort (Umweg), dann nach Hause mit einem leichten Ärger über mich selbst im Bauch. Auch hier meine Frage: Wie hättet ihr reagiert?

      Ich finde es gerade sauschwierig, sowohl freundschaftlich miteinander umzugehen als auch die nötige Distanz zu wahren, weil EX ist nun einmal EX.

      Für eine gute Freundin wäre ich ohne Magengrimmen in den Baumarkt gefahren und hätte einen Umweg in Kauf genommen, aber irgendwie ist das was anderes ;-) von der Vorgeschichte mal abgesehen.

      Sorry, dass es so lang geworden ist.
      #schwitz
      P.S.: Bevor die Frage auftaucht: Nein, ich liebe ihn ganz sicher nicht mehr (auf eine beziehungstechnische, hingebungsvolle Art), trotzdem ist er mir weiterhin wichtig und ich möchte ihm auch für die vielen Jahre mit Wertschätzung begegnen.

      • finde ich beides grundsätzlich in ordnung. wenn du das gefühl hast die trennung ist auch bei ihm durch sehe ich keinen grund, warum man gewisse bereiche aus einem freundschaftlichen verhältniss ausschliessen muss. du warst als ehefrau diejenige, die ihn am besten kannte und er scheint immer noch das in dir zu sehen. ist doch okay, in einer freundschaft erzählt man sich auch derlei dinge. auch wollen männer oft keine ratschläge oder kommentare zu ihren. erzählungen hören im gegensatz zu frauen;-) also frag dich nicht warum und wieso, am ende wollte er vllt nur dass du weisst, dass das aus von ihm ausgeht und er nicht schon wieder der verlassene ist. beispiel 2 ist grosszügig von dir zumal er dir im gegenzug ja das leben schwer gemacht hatte. ich finde es toll wenn man über seinen schatten springen kann und gleiches nicht mit gleichem vergelten muss. und da du mir als eine selbstbewusste frau erscheinst kannst du das ruhig sein ohne gefahr zu laufen als naives dummchen nachtrtäglich benutzt zu werden. ich kann bestätigen, dass man sich mit dem ex auf der gleichen freundchaftsebene bewegen kann wie bei normalen freundschaften. er hatte auch seine bockzeit gebraucht aber danach konnten wir uns über partner etc unterhalten und haben uns auch mal abends getroffen. inzwischen nicht mehr, da ich weggezogen bin.
        und euer kind wird es sicher auch gut finden, wenn die eltern sich nicht behandeln wie fremde.
        LG

        Ich halte es mit meinem früheren Partner so:

        Beziehungsgeschichten werden nicht ausführlich diskutiert. Wir informieren uns, das wars aber auch. Finde ich auch der neuen Partnerin/dem neuen Partner gegenüber fair. Für die ist es ja auch nicht so einfach, wenn jemand anders so viele Jahre eine wichtige Rolle im Leben gespielt hat. Dieser jemand muss dann nicht sofort alle Details/Steitpunkte/Geschichten hören...
        Was er deiner Tochter erzählt ist in meinen Augen alleine seine Sache. Du kannst dazu ne Meinung haben, mehr aber auch nicht.

        Helfen: Ja, solange es sich richtig anfühlt. Ist ein allmähliches rantasten. Manchmal mache ich etwas und merke hinterher: Oh, das war jetzt nicht so super. Dann lasse ich es eben beim nächsten mal und habe gelernt das diese Hilfe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht stimmig ist.

        Hallo! Also ich habe auch einen sehr guten Kontakt zu meinem Exmann, auch wg unserer Kinder...ebenso verstehe ich mich mit seiner neuen Frau ( mit der ich auch Dinge alleine mache, z.B. Konzerte) sehr gut und habe auch ihren gemeinsamen Sohn wirklich sehr sehr gerne. Nach mir und bevor er sie kennenlernte, gab es noch eine andere. Er stellte sie mir vor und ich sollte ihm sagen, was ich für einen Eindruck von ihr habe, ob die was für ihn wäre :-D ...genau das gleiche war es mit seiner jetzigen Frau. Anfangs erzählte er mir sogar, was sie im Bett so machen..ach gott, wenn die das wüsste..
        Aber ich seh das alles nicht so eng, wir haben uns im guten getrennt und mögen uns immer noch..ALLE.. :-D..

      • Schwierig - ich würde das wohl davon abhängig machen WIE schwer er mir die Trennung gemacht hätte - war das primär gekränkter Stolz oder schon boshaft?!

        Denn beim zweiten Fall würde ich ihm ganz gepflegt sagen dass er sich sich um seinen Kram selbst kümmern soll da er Dir ja auch nur Steine in den Weg gelegt hat. Vermutlich würde ich noch drastischer Antworten wenn ihr kein Kind hättet - aber diesem zuliebe würde ich eine kleine Faust in der Tasche machen.

        Meinem Exverlobten (ich trennte mich) habe ich auch noch geholfen die neue Wohnung zu renovieren - und er mir. Weil wir die ganze Zeit anständig miteinander umgegangen sind.

        Du fühlst Dich aber ja offensichtlich unwohl mit Deinem Engagement - also reduziere das und gut ist!

        LG, katzz

        • (6) 23.04.15 - 19:07

          Danke Katzz (euch anderen natürlich ebenfalls), aber du hast es so ein wenig auf den Punkt gebracht.
          Was er gemacht hat, war schon eindeutig boshaft.
          Ich wusste ja vorher, das wird ein harter Weg, mich von ihm zu trennen, weil er bei Kritik schon regelmäßig ausgeflippt ist.
          Ich muss da noch einmal in mich gehen.

          Tatsächlich möchte ich weiterhin eine gute Kommunikation aber eigentlich weniger eine so private.
          Ich erzähle ihm z.B. so gut wie gar nichts mehr von mir, privat.

          Auch wenn es da eh nicht viel zu erzählen gibt gerade #rofl
          Aber selbst wenn ich mich neu verlieben würde, hätte ich kein Bedürfnis, mit ihm darüber zu sprechen.
          Kann durchaus das Argument nachvollziehen, das hier eine vorbrachte, dass er mich weiterhin als Vertrauensperson ansieht.

          Trotzdem ist mir das alles irgendwie zu "eng". Und zu sehr in sein Leben einbinden lassen möchte ich mich auch nicht.

      Wo ist das Problem einfach NEIN zu sagen?

      Ela

      • (9) 24.04.15 - 11:29

        Klingt total absurd... Aber das frage ich mich jetzt auch.
        Ich nehm deine Frage mal in eine Sitzung mit, wenn ich darf. #hicks

        • Hi du! Ich denke in einer guten freundschaftlichen Beziehung isses ja keine Frage sich gegenseitig zu helfen. Nur so ganz trifft das bei euch irgendwie ja nicht zu. Denn er hat früher nichts getan und hielt sich für Gott aber wenn er jetzt Hilfe braucht bist du da? Würde er dir heute helfen was meinst du? Sonst würde ich tatsächlich ein wenig abwägen oder einfach mal nein sagen! Fällt sicherlich nicht immer leicht aber schadet manchmal auch nicht, zwinker

          Gruß Ela

    "Wie hättet ihr auf eine solche Gesprächssituation reagiert?"

    Ich: "Du, ich denke, dafür bin ich jetzt die falsche Ansprechpartnerin, erzähl das jemand anderem, ok?"

    "Wie hättet ihr reagiert?"

    Ich: Ich habe meinem Ex die Küche in der neuen Wohnung geputzt (Grundreinigung), sowie das Bad. Das habe ich getan, damit er endlich endlich aus unserer da noch gemeinsamen Wohnung ausziehen konnte... Ein Schelm, wer Böses denkt. :-) Auch später haben wir einander hier und da geholfen. Aber das war immer ein Abwägen, klar. Wann geht das zu weit, nachher denkt er, es besteht Interesse, oder er nutzt einen aus... Muss man immer wieder im Einzelfall schauen, denke ich.

    Ich kann deine Gedankengänge also nachvollziehen und würde an deiner Stelle einfach von Situation zu Situation schauen, was da gerade wirklich passiert. Mein Ex hat mir hier und da mal ausgeholfen, aber wir haben auch jüngere Kinder miteinander, da macht es Sinn, an einem Strang zu ziehen. Ich habe ihn auch mal zum Bahnhof gefahren, wenn die Zeit drängte und er es eilig hatte etc. Wie du sagst, man war lange ein Paar, man hatte eine Verbindung, die schon auch etwas bedeutet hat. Das geht nicht immer einfach so ZACK zu kappen.
    Du musst halt für dich schauen, wann bei dir eine Grenze erreicht ist, und ich würde auch immer sehr kritisch auf das schauen, was ich da für den Ex leiste.

    Bei uns hat sich das alles mittlerweile erledigt, denn ich bin weit weg gezogen. Kleine und grosse Gefallen gibt es nun nicht mehr. Aber Kommunikation, meistens ganz okay, und das ist notwendig, einfach wegen der Kinder. Das werden mitunter längere Telefonate, allerdings ohne Geplänkel, sondern Fakten die eben ausgetauscht werden.

    Ich denke, du bist auf einem richtigen Weg. Hör da auf deinen Bauch, grenze dich notfalls ab, dann wird das schon mit der Zeit gut laufen.

    L G

    White

Morgen.

Ich kann jetzt mal von mir erzählen. Mein Ex war/ist auch so einer wie deiner. Wir sind jetzt neun Jahre getrennt und sechs Jahre geschieden. Wir haben drei gemeinsame Kinder. Die Trennung ging von mir aus, da ich auch aus deinen genannten Gründen es nicht mehr ausgehalten habe (auch hatte er ein Alkoholproblem). Habe auch seit gute neun Jahren einen neuen Partner. Die Anfangstrennungszeit war furchtbar, da er mir immer wieder seine neue Eroberung präsentieren musste, obwohl mich das null interessiert. Er hatte vielleicht gedacht, er kann mich damit eifersüchtig machen. Aber da liegt er falsch. Durch unsere gemeinsamen Kinder bestand auch noch mehr Kontakt als ohne Kinder. Er benutzte die Kinder, um nicht ganz aus meinem Leben zu treten und sich überall einzumischen. Als ich schwanger wurde, bedrohte er mich sogar (zumindest habe ich es als Drohung aufgefasst). Aber da habe ich die Notbremse gezogen und ihn schriftlich gebeten, mich in Ruhe zu lassen. Was die Kinder angeht nur noch über Anwalt. Wütend wurde er noch mal richtig, als ich nach drei Jahren nach Unterhalt für die Kinder mal nachfragte und er keine Anstalten machte. Also alles über den Anwalt und Gericht und das hat ihn wütend gemacht. Es kamen Beschimpfungen und Beleidigungen. Ich nutze ihn aus, zieh ihm das Geld aus der Tasche. Die Kinder zogen sich auch mehr und mehr zurück, da sie merkten, er habe kein Interesse an IHNEN sondern mehr wollte er mich kontrollieren. Auch da hieß es, ich manipuliere die Kinder, klar mit 15 und 16. Auch heute nach neun Jahren ist noch so viel Spannung zwischen uns, dass ein normaler Umgang gar nicht möglich ist. Also block ich alles ab, wenn er mal wieder zu viel Nähe sucht (über die Kinder versteht sich). Er lebt in einer Beziehung und ich hoffe ja da, dass er sich da konzentriert und Abstand gewinnt. Er muss noch so viel verletzten Stolz haben, dass er nicht abschließen kann. Und ich denke mal, er wird es immer versuchen. Aber ich habe komplett den Kontakt abgebrochen. Nur noch über Anwalt.

<<<Ich finde es gerade sauschwierig, sowohl freundschaftlich miteinander umzugehen als auch die nötige Distanz zu wahren, weil EX ist nun einmal EX.>>>

Ich denke mal, dass aus deinen genannten Gründen gar kein vernünftiges Miteinander möglich ist. Er wird eure Tochter dafür benutzen, in deinem Leben präsent zu bleiben. Da ist auch verletzter Stolz als Verlassener. Jetzt muss du selbst für dich abschätzen können, ob du es weiter so machen lässt oder ob du generell sagst, gar kein Kontakt. Eure Tochter ist in dem Alter, wo sie mit ihrem Vater alles alleine regeln kann.

<<<Ich habe das gemacht, bin dann zu seinem Wohnort (Umweg), dann nach Hause mit einem leichten Ärger über mich selbst im Bauch. Auch hier meine Frage: Wie hättet ihr reagiert?>>>

Hätte er das gleiche für dich getan. Mit Sicherheit nicht. Da kommt in meinen Augen wieder deine Gutmütigkeit raus. Dir ging es doch nicht gut dabei, warum dann machen. Er hat erreicht, was er erreichen wollte. Du hast was für ihn getan. Und solange du noch was für ihn tust, wird er keinen Abstand gewinnen und du ärgerst dich, weil du den Abstand möchtest. Ich hätte es nicht getan.

Im ganzen schätze ich deine Situation so ein, dass er versucht, dich noch zu kontrollieren und zu bestimmen. Wertschätzung ist das eine, aber Ausnutzung/Rache das andere. Und ich könnte jetzt noch weiter gehen mit meinen Fantasien. Er versucht dich wieder in seinen Bann zu ziehen und dann kann er dich abservieren, um sein Ego aufzupuschen. Aber das ist jetzt mein Kopfkino. Wie weit er gehen würde kannst nur du alleine wissen.

Alles Gute und finde den richtigen Weg.

LG

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