Hausgeburt - was kann ich dem Vater zutrauen?

    • (1) 02.05.15 - 18:53
      Baldgehtslos

      Ihr Lieben,

      Eigentlich ein Schwangerschafts oder Babyvorbereitung-Thema. Nun habe ich mir vorgenommen im Forum niemals über sensible Daten zu plaudern. Da ich eine sehr spezielle Frage habe lässt es sich nun leider nicht vermeiden - daher heute in grau.

      Ich versuche mich kurz zu fassen: Ich werde - so alles weiterhin gut geht - in 6 Wochen mein erstes Kind zur Welt bringen. Bisher sind wir davon ausgegangen, dass es eine Klinikgeburt wird. Über die Klinik (die einzige die realistisch zu erreichen ist) haben wir bisher nicht viel Gutes gehört und fühlen uns mit der Betreuung nicht richtig wohl.

      Mein Mann hat vor einer Woche vorgeschlagen das es doch eine Hausgeburt werden könnte. Eigentlich stelle ich mir das schön vor. Eigene Umgebung, nur vertraute Menschen so viel Zeit wie ich brauche... Auf der anderen Seite ist es unser erstes Kind und ich habe überhaupt keine Ahnung was mich erwarten wird. Klar, viel gelesen. Aber das ersetzt keine Erfahrung. Mein Mann ist Arzt, hat auch schon einige Zeit mit Neugeborenen gearbeitet. Er weis also schon eher was auf mich/uns zukommt. Hätte auch die Kontakte noch spontan eine Hebamme für die Hausgeburt zu organisieren.

      Die Schwangerschaft verlief bisher problemlos. Bisher gibt es keine Aussichten auf Geburtskomplikationen. Aber: Vor unangenehmen Überraschungen kann man ja nie sicher sein. Um mich zu beruhigen meinte mein Mann gestern: "Wenn alles schief läuft: Ich bringe aus der Klinik eh nen Herztonmesser und einen Tubus mit. Bis wir in der Klinik wären kriege ich das Baby schon beatmet." Für mich eine völlig absurde Vorstellung, wie mein Mann mein Neugeborenes intubiert. Hilfe! Kann der sowas in dieser Situation überhaupt? Oder ist dann auch bei ihm so viel Adrenalin im Blut, dass da was schief geht? An sich kennt er die Abläufe ja alle... aber beim eigenen Kind?!

      Bin gerade sehr hin und her gerissen. Wie würdet ihr euch entscheiden?

      • Hallo!

        Ich finde, das klingt nach den idealen Voraussetzungen für eine Hausgeburt!

        Ich gehe jetzt mal davon aus, dass dein Mann als Arzt und Mensch keiner ist, der in stressigen Situationen die Nerven wegschmeißt. Dann wird's ihm auch beim eigenen Kind nicht passieren.

        Und zu solchen Extremsituationen kommt es ohnehin ganz, ganz selten.. und eine Hebamme habt ihr auch..
        Also ich hätte da überhaupt keine Bedenken.

        Alles Gute!
        LG Claudi

        • (3) 02.05.15 - 20:20

          Nein, die Nerven verliert er nicht so schnell :-)

          Meine Bedenken gehen eher in die Richtung:
          Geht professionelles Handeln auch, wenn es die eigene Familie betrifft?
          sowie
          Falls irgendwas schief geht... Wäre es dann nicht besser, jemand Fremdes hätte falsch gehandelt? So im Sinne von: Das konnten wir nicht beeinflussen. Ich weis, doofer Gedanke. Aber irgendwie habe ich ihn trotzdem.

          Auf der anderen Seite wäre es natürlich ein wunderbar, falls alles gut geht und wir die Kleine "entspannt" daheim bekommen könnten. #verliebt

      Hallo

      Ich habe 2 von 5 Kindern daheim geboren und habe nur der Hebamme vertraut. Mein Mann ist kein Arzt und ich hätte es auch nie gemacht wenn es vorab Probleme gegeben hätte.

      Bei euch sieht es ja noch viel besser aus.b

      Eine hausgeburt ist echt eine ganz tolle Sache die ihr nie vergessen werdet. Ne klinikgeburt natürlich auch nicht ;-)

      Ich wünsche euch alles Gute .

      Lg

    • (5) 02.05.15 - 20:42

      Auf den ersten Blick hört sich das ziemlich perfekt an, dennoch wäre ich vorsichtig.

      Zu Hausgeburten muss man stehen, das ist nicht jedermanns Sache. Ich finde, der Wunsch dazu sollte aus dir selbst kommen, nicht durch eine spontane Idee entstehen.
      Dann Hausgeburtshebammen sind meist etwas speziell, sie sind es gewohnt, selbst Entscheidungen zu treffen, haben manchmal etwas eigene Ansichten. Ob das mit einem Arzt harmoniert, der gerade Vater wird? Kann gut sein, dass da zwei Welten aufeinander treffen.
      Normalerweise sucht man sich die Hebamme für die Hausgeburt auch recht frühzeitig aus. So könnt ihr euch kennenlernen, sie kennt die Schwangerschaft ganz genau, du vertraust ihr und kommst mit ihrer Art und Weise zurecht,... So kurz vor der Geburt ist das schon alles sehr knapp, so manches Kind kommt ja auch ein paar Wochen früher. Hausgeburshebammen sind auch oft ziemlich ausgebucht, sie können ja nicht beliebig viele Geburten betreuen und besonders viele davon gibt es auch nicht. Kann sein, dass euch die guten Kontakte nichts nützen.

      Allerdings kann ich deine Abneigung gegen eine Klinikgeburt voll verstehen, ich wollte das auch nicht und habe ebenfalls über eine Hausgeburt nachgedacht. Beim ersten Mal habe ich mich nicht getraut, beim zweiten Mal bewusst dagegen entschieden, weil ich meine Wohnung nicht über Wochen bitzblank halten wollte. Außerdem wollte ich Platz, ein wirklich großes Bett, und eine riesengroße Badewanne für zwei, nicht organisieren müssen... Deshalb sind dann meine beiden Kinder im Geburtshaus auf die Welt gekommen, was ein wirklich guter Kompromiss war. Wäre das vielleicht etwas für dich?

      Ich habe gerade vor zwei Tagen einen Bericht gesehen, das es fast unmöglich ist eine Hebamme zu finden, die noch Hausgeburten durchführt - einfach weil in den letzten Jahren die Versicherungstarife explodiert sind.

      Mit anderen Worten, es wäre schon ein außergewöhnlicher Glücksfall wennDu überhaupt eine Hebamme findest, die Hausgeburten betreut ( eigentlich braucht man 2 Hebammen!) und dann müssen die am Entbindungstermin auch verfügbar sein.

      Ich denke ein sechster im Lotto ist wahrscheinlicher, sorry, aber das hättest Du Dir Carl. 7 Monate eher überlegen müssen.

      Pina

    Hi,

    Ich finde ihr habt perfekte Vorraussetzungen für eine vernünftige Krankenhaus Geburt. Ein klar denkender Arzt als man an deiner Seite, er ländlich dich wunderbar begleiten und Entscheidungen treffen damit die Geburt so angenehm wie möglich für dich verläuft.

    Ob das Zimmer gemütlich ist oder nicht, ist echt egal wenn du in den Wehen liegst, wichtig ist dass du dich auf den verlassen kannst, der dich begleitet.

    Hausgeburten finde ich verantwortungslos. Es sind so oft Kleinigkeiten die entscheidend sind. Nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff ist da kleine Gehirn nicht richtig funktionsfähig und das kann so schnell passieren. Das Baby bleibt stecken, platzenta löst sich zu schnell ab, was auch immer. Unter heftigen wegen transportiert zu werden ist eine Qual. Ich wurde es nicht tun.

    Bei mir war es auch nur eine "Kleinigkeit" die nicht optimal lief, wäre ich aber zu Hause wäre ich wahrscheinlich verblutet- meine platzenlasse hat sich nach der Geburt nicht ganz abgelöst. Dementsprechend hat sich die Gebärmutter nicht zusammengezogen und ich hab nicht aufgehört zu bluten, ordentlich bluten. Innerhalb weniger Augenblicke war ich in der OP, die Blutung wurde gestoppt, mir ging es gut. Weil ich im Krankenhaus war....

    Überleg es dir ganz gut, ganz ganz gut.

    K

    Mein Mann war mit Geburten auch bewanderter als ich als unsere Tochter kam. Kann ich echt empfehlen :-), unaufgeregte Begleitung ist viel wert.
    Nutze diese Chance doch einfach.

    Hallo!

    Ich habe ein Kind im GBH und eines Zuhause entbunden. Alles ohne Arzt übrigens.Deshalb gibt es von mir in der Regel eines großes PRO für Hausgeburten.

    In deinem Fall würde mich aber das Fehlen der Hebamme sehr stören. Hast du jetzt schon eine? Oder willst du dir spontan eine suchen? Auch, wenn du "Beziehungen" hast, bist du sicher, dass sie eine Hausgeburt begleiten will und darf. Das mit den Versicherungen ist ein enorm großes Problem.

    Unsere Hausgeburt war sehr, sehr spontan entschieden, aber ich hatte die Hebamme schon seit Beginn der Schwangerschaft und sie war flexibel genug, dann eben zu uns zu kommen und dem Kind auf die Welt zu helfen. Nur war sie damals auch noch dafür versichert. Wenn ich sie nicht gekannt hätte und sie erst zwei Wochen vor Entbindung ins Boot gestiegen wäre, wäre das alles nicht so entspannt gelaufen. (Eine zweite Hebamme saß die ganze zeit in der Nähe, war aber nicht nötig.) Ein Arzt, auch ein angeheirateter, der sich einmischt, hätte mich gestört.

    Meinem Mann hätte ich so oder so keine andere Funktion als die des "braven Helferleins" zugemutet. Mehr hätte ich auch gar nicht gewollt. Zum Glück ist er kein Arzt und hat sich damit sehr zufrieden gegeben, das heiße Wasser ranzuschleppen und so.

    Gruß

    Hallo!
    Ich habe mein 1. Kind ambulant geboren, wäre gerne aber auch da schon Zuhause geboren (hatte aber keine Hebi dafür).
    Meine Kinder 2-4 sind dann mit einer sehr guten Hebamme Zuhause geboren. 2 Geburten Nr.2 und 4. waren sorar ziemlich schwierig und laut Hebi im Kh Saugglocke//Einleitung gewesen, aber mit viel Zeit und Ruhe Zuhause konnten wir dennoch schöne Geburten Zuhause erleben.
    Im Kh greifen sie halt sofort ein, obwohl es auch ohne geht.
    Mein Mann hat keine medizinische Ahnung.
    ABER Du als Frau mußt dahinter stehen, nicht Dein Mann. Wenn das so ist, ist Zuhause 1000mal schöner, als KH!
    Lg Sportskanone

    Die einzige Frage, die du dir stellen mußt: Wie stehst DU zu Hausgeburten?
    Im Grunde ist es egal, wie erfahren dein Mann ist.
    Sollte etwas schief gehen, wird er sich (und du ihm womöglich auch) die größten Vorwürfe machen.

    Ich würde niemals eine Hausgeburt machen, die Angst, daß etwas schief gehen könnte, ist da viel zu groß.
    Ich fühle mich sicher, wenn viele Ärzte da sind und vor allem ein OP, wenns wirklich schnell gehen muß.

    lg

    Ich hatte eine völlig komplikationslose Schwangerschaft und hatte überlegt, zur Entbindung in ein Geburtshaus zu gehen. Im Nachhinein bin ich froh, es nicht gemacht zu haben. Die Geburt war sehr gut und es gibt absolut nichts Negatives zu berichten, aaaaaber: Unter der Geburt brauchte ich dringend einen Wehentropf, weil einfach nichts mehr gescheit vorwärts ging. Soweit ich weiß, darf eine Hebamme den zu Hause nicht geben, oder? Zudem hatte man in der Klinik schon die Schere in der Hand, als ich dann - gottlob - doch von selbst riss. Auch schneiden darf eine Hebamme zu Hause wohl nicht.

    Ich würde also aufgrund des Kindswohles immer eher in eine Klinik oder doch zumindest in ein Geburtshaus gehen (wobei man auch von dort nicht selten in die Klinik gebracht wird).

    Zudem bleibt zu bedenken, dass der Vater zwar jetzt noch ganz cool ist, das wird sich unter der Geburt aber schnell ändern. Die mit einer Geburt verbundenen Geräusche, Gerüche, etc. können sicherlich auch einem Arzt zu schaffen machen. Egal, was er bislang schon so alles gesehen hat - dabei geht es um seine Frau und sein Kind!

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