Seit wir Kinder haben ist Streit vorprogrammiert...

    • (1) 02.05.15 - 22:28

      Hallo,

      ich suche heute mal Euren Rat: Mein Mann und ich streiten seit wir Kinder haben viel häufiger. Folgende Problematiken habe ich bei uns ausgemacht:

      Thema Organisation: Wir waren (noch kinderlos) sehr freiheitsliebend, haben viel Zeit zu zweit verbracht, aber jeder ist auch seinen Hobbies nachgegangen. Jetzt müssen wir alles abstimmen und den Tag durchorganisieren. Mit vielen Absprachen brauche ich ihm aber gar nicht kommen, er möchte am liebsten nichts planen müssen. Er wirft mir vor, ich würde ihn nun immer herumkommandieren wollen und ich habe das Problem, dass ich mich nur noch als Bittstellerin sehe und mich in der Rolle überhaupt nicht wohlfühle, aber von selbst kommt meines Erachtens einfach zu wenig. Mittlerweile reagiert er gereizt sobald ich ansetze: „Könntest Du bitte…?“ Beispiel: Ich habe ihn nach der Geburt unseres Kindes beim Stillen häufig um ein Glas Wasser oder noch ein Kissen und und und gebeten. Seltsamerweise habe ich immer erst nach dem Anlegen gemerkt dass ich mir noch nicht alles in Reichweite platziert habe. Eigentlich denke ich, eine Kleinigkeit, aber er reagiert seitdem genervt auf jeglichen Wunsch von mir, geschweige denn dass er mich mal fragen würde ob er irgendwas für mich tun kann…

      Wir sind viel unterwegs und irgendwie ist es ungeschriebenes Gesetz, dass ich alles vorbereite was wir mitnehmen müssen, nebenbei die Kinder und mich fertig mache und das Haus soweit in Ordnung bringe während er nur das Auto einräumt und mit den Nachbarn quatscht. Dann beschwert er sich meistens noch wo ich so lange bleibe oder z. B. wenn was vergessen wurde. Er macht sich auch immer als erster in Ruhe fertig, während mir dann meistens nicht mehr viel Zeit bleibt und ich nebenher schauen muss was die Kinder machen, denn er ist ja dann draußen!

      Um das Ganze gerechter aufzuteilen gibt es mittlerweile oft zwei „Aufgaben“ parallel zur Wahl und ich lasse ihn den Vortritt: Wetten dass er sich die Rosine herauspickt und das wählt was eher nichts mit den Kinder zu tun hat? Wenn er sich von sich aus um die Kinder kümmert, dann aber auch sehr liebevoll und ihm fallen viele kreative Spiele ein etc. - da ist er mir um Welten voraus. Generell ist er aber oft nicht so umsichtig wenn es um mich und die Kinder geht, wie ich es mir wünschen würde, aber erwarte ich da nicht zu viel? Sind Kinder und Haushalt nicht meistens (noch) Frauensache und ich muss mich meinem Schicksal fügen, zumal ich den Kinderwunsch einen Tick mehr vorangetrieben habe #schrei?

      Das Thema ist etwas besser geworden seit wir zwei Kinder haben (ja, wir haben es gewagt…). Jetzt ist es irgendwie klarer, dass wir die Aufgaben für die Kinder untereinander aufteilen. Meistens ist jeder für ein Kind verantwortlich, zumindest am Wochenende und beim Abendritual – da gibt es nun immer weniger Streitpunkte.

      Dafür macht er gerade nur wenig im Haushalt, da „ich ja ohnehin zur Zeit zu Hause bin“. Wenn wir z. B. am Wochenende seine Verwandtschaft einladen, dann ist es mein Problem dass vorher alles ordentlich und sauber ist, was zum Essen auf den Tisch steht und gleichzeitig die Kinder betreut sind. Er findet das braucht es alles nicht und fährt in der Zeit höchstens gemütlich die letzten Besorgungen erledigen und kommt erst kurz vor knapp zurück. Ich möchte dann, dass er wenigstens den Großen zum Einkaufen mitnimmt, aber oft fragt der Papa ihn dann ob er überhaupt mit möchte und er möchte dann (oh Wunder) lieber bei Mama bleiben. Mit muss er dann aber trotzdem (ich habe ja in der Zeit gute Gründe, wenn ich das ganze Pensum schaffen möchte), finde das aber unfair gegenüber der Kinder es überhaupt zur Wahl zu stellen, wo ihm doch klar sein muss das es keine gibt und wir das bereits im Vorfeld so vereinbart hatten. So etwas macht mich richtig wütend – unser Kind ist doch kein Spielball! Ich mache mir häufig Gedanken ob wir unseren Kindern eine schöne Kindheit und ein harmonisches Zuhause geben können und mein Mann findet das alles nicht so schlimm.

      Aber zurück zum Thema Haushalt: Auch in der Zeit in der ich neben den Kindern noch Vollzeit gearbeitet habe war ich z. B. für seine in dieser Hinsicht peniblen Mutter Hauptanlaufstelle was ungefragte Tipps für Haushalt etc betrifft. Für jeden ist immer klar, dass die Frau für alles rund ums Haus zuständig ist. Als (außerhalb der Elternzeit) Hauptverdienerin sehe ich mich aber (zumindest nicht alleine) in der Rolle, kann mir aber auch was das betrifft, irgendwie nicht ein dickes Fell zulegen.

      Muss dazu sagen, mein Mann beschwert sich im Grunde nicht, wenn einmal etwas liegen bleibt, aber wenn wir mal wieder Streit hatten und er mir eines auswischen möchte, dann weiß er dass das mein wunder Punkt ist ala „Also, bitte, das was du Kochen nennst…“ oder ähnliches.

      Auch wenn es hier so klingt als wäre ich das Opfer und würde alles mit mir machen lassen – ich bin sicher auch kein Kind von Traurigkeit und so schaukelt sich das sicher auch mal hoch…

      Thema Finanzen – laut meinem Mann unser Hauptproblem: Es geht weder darum, dass wir Geldprobleme haben noch die ungleiche Verteilung unseres Einkommens - meine ich zumindest. Ich verdiene weitaus mehr und wir sind beide der Meinung, dass wir irgendwie selbst nach der Hochzeit mit getrennten Konten besser fahren. Natürlich übernehme ich auch die Hauptlast an Ausgaben (für die Kinder z. B. und für unseren Kredit) und gönne mir vom Rest auch mal selbst was. Mit meinem Mann teile ich die Kosten für Lebensmittel, Windeln, Versicherungen und die Betriebskosten fürs Auto und Haus. Mein Mann selbst ist sehr sparsam und kommt gut mit seinem Gehalt klar. Ich kann auch gut mit Geld umgehen, bin aber auch großzügig, vor allem was die Kinder betrifft, was meinem Mann sauer aufstößt und zwar aus dem Grund, dass wir sie nicht so verwöhnen sollten. Es hat nichts damit zu tun, dass er sich da benachteiligt fühlt o. ä.

      Ich kümmere mich aber um die Geburtstagsgeschenke etc., weil von meinem Mann zu diesem Thema nichts kommt – er sagt immer er möchte mitreden, mitentscheiden, aber im Sinne von mich bremsen und nicht um etwas schönes/geeignetes auszuwählen. Wenn ich ihn dann um seine Meinung frage, winkt er regelmäßig ab. Er findet das total anstrengend. Der Geburtstag rückt näher, ich entscheide was gekauft wird (nicht zuletzt weil mir das Thema mehr Spaß macht) und ER ob er sich beteiligen möchte und mit wie viel (so doof es klingt). Für mich ist das so auch kein Thema, allerdings nervt es mich regelmässig, dass ihm die Geschenkidee erst per se nicht gefällt, er keine anderen Vorschläge macht und aber seine Meinung dann häufig revidiert wenn es gut ankommt und viel genutzt wird. Aber wehe es erweist sich als Reinfall, das kann ich mir ewig später noch anhören. Es gibt irgendwie so einiges bei dem ich nur verlieren kann: Binde ich ihn mit ein, dann ist er genervt, "will nicht schon wieder über so etwas reden" - wenn ich einfach was kaufe, dann gibt es ebenfalls Streit.

      Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich aber auch viel außer der Reihe für die Kinder kaufe (einfach weil ich es auch so von meinen Eltern kenne) und ihm das gegen den Strich geht. Er selbst ist so aufgewachsen, dass er zu den Festtagen übertrieben viel bekommen hat, aber unterm Jahr sollte er und seine Geschwister am besten bei seinen Eltern noch Miete zahlen – sehr ambivalent also. Was das betrifft passen wir überhaupt nicht zusammen – in unserer langjährigen Beziehung war das aber auch nie ein Problem weil jeder für sich selbst sorgen konnte. Jetzt haben wir Kinder und einen gemeinsamen Haushalt für den wir gemeinsam entscheiden müssen und wir haben bisher keinen Weg gefunden, der uns da beide zufrieden macht. Hätte nie gedacht, dass wir uns daran mal die Zähne ausbeißen könten.

      Thema Schlaf: Am Wochenende darf in der Regel jeder einmal ausschlafen. Er nimmt aber dann selten zwei Kinder und wenn das Baby wach ist dann muss ich aufstehen und mithelfen. Er weckt mich dann auch oft wegen Lappalien. Generell muss ich aber sagen dass ich wohl nicht so viel Schlaf benötige – im Gegensatz zu ihm. Er schläft abends vor dem TV, geht dann aber insgesamt gerne spät ins Bett - und früh aufstehen, vor allem für die Kinder, ist für ihn dann der Horror. Wenn er nachts mal zu den Kindern soll, dann ist er oft unausstehlich und meckert nur rum, daher versuche ich das schon weitestgehend alleine zu machen, aber warum soll ich immer zurückstecken, auch wenn es mir vielleicht insgesamt leichter fällt? Ich genieße es auch mal wenn ich Ruhe habe und sehe auch nicht ein warum das ganze Wochenende schlechte Stimmung sein muss weil er abends nicht rechtzeitig ins Bett kommt.

      Er gibt auch momentan zu, dass er es mit den Kindern total anstrengend findet und hat gesagt, dass er lieber im Büro ist als bei uns zu sein, was mich sehr verletzt hat. Auch hat er mir schon an den Kopf geworfen ich sei zu einem Hausdrache mutiert. Es stimmt, dass ich ihn z. B. wenn er zu Hause ist meistens einbinden möchte und darauf bestehe auch mal Entlastung zu haben, aber seine Äußerung finde ich auch deshalb anmaßend, da er sonst alle Freiheiten genießt. Er kann jederzeit mit Freunden weggehen, macht sogar dieses Jahr mit einem Kumpel eine Fernreise der ich zugestimmt habe und er schläft auch oft außer der Reihe aus oder er kann auch hier und da was für sich machen, während ich die Kinder nehme und viel zurückstecke. Wir konnten uns z. B. vor kurzem auf kein Urlaubsziel einigen obwohl ich viel auf seine Wünsche eingegangen und für ihn(!) Angebote herausgesucht habe, aber an allem hatte er etwas auszusetzen. Von ihm kam gar nichts, folglich sind wir zu Hause geblieben. Das war praktisch MEIN Urlaub für dieses Jahr…von der verschwendeten Zeit für umfangreiche Recherchen ganz zu schweigen.

      Ich muss ganz klar sagen, dass trotz dieser langen Ausführungen das Positive in unserer Beziehung überwiegt, aber auf Dauer kann es nicht so weitergehen. Wir liegen uns wegen Kleinigkeiten in den Haaren und irgendwann geht es an die Substanz. Wir unternehmen viel alle zusammen, haben Spaß, aber wehe uns fällt die Decke auf den Kopf oder wir haben mal wieder einen Punkt wo wir einfach grundverschieden sind.

      Was (außer gemeinsamer Paarzeit) können wir im Alltag beherzigen, damit wir uns nicht ständig aufreiben? Geht es noch jemanden ähnlich?

      Danke an alle, die meine Ausführung bis hierhin gefolgt sind…

      • (2) 02.05.15 - 23:07

        Hallo,
        -

        sorry dass ich nix konstruktives schreiben kann - aber kommt mir bekannt vor. Neben einem "typisch Männer" stoßen mir bei deiner Beschreibung zwei Sachen sauer auf: du Hauptverdienerin (warum eigentlich - Frauen orientieren sich doch eher nach oben) und der Kinderwunsch, der eher von dir vorangetrieben wurde. Bei mir ging es nach dem zweiten Wunschkind bergab, weil ich fand, dass unser Anteil im Familienleben und sonstige Aufgaben nicht gerecht geteilt waren - sprich - ich hab immer mehr gearbeitet (und mehr verdient), konnte aber trotzdem nachts nicht liegen bleiben - nach langen Autofahrten - ich am Steuer - musste ER sich ausruhen und ich die Kinder bespaßen, Unter der Woche hatte er die Kinder betreut - und am Wochenende frei - wie jede Hausfrau, so sagte er - nur dass er seinen Job nicht wie jede Hausfrau erledigt hat - sprich ich war für alles zuständig. Aktuell suche ich gerade eine Wohnung - die Kinder wollen zum Glück mit. Dir kann ich nur raten: sieh mal genauer hin. Was du tust und warum. Fühlst du dich auch sonst für alles und jeden verantwortlich? Pass auf dass du kein drittes Kind am Rockzipfel hast!

        • Eines möchte ich einmal klarstellen: Ich habe kein Problem damit Hauptverdienerin zu sein und mein Mann auch nicht. Wir haben uns während des Studiums kennen- und lieben gelernt. Er verbindet mit seinem Job bestimmte Ideale, hat die kleine Kanzlei mit aufgebaut. Da ist das Gehalt doch zweitrangig. Er arbeitet aber dabei genauso viel wie ich, daher sehe ich aber auch das Thema Kinder und Haushalt gleichberechtigt bei uns beiden.

          Wir sind beide Juristen, aber in ganz unterschiedlichen Branchen. Ich arbeite in einer großen renommierten Kanzlei und habe mir mittlerweile überregional einen Namen gemacht. Soll ich meinen Partner weniger lieben weil ich objektiv "erfolgreicher" bin?

          Ich kann selbst für mich sorgen und habe es nicht nötig mich nach "oben zu orientieren" wie Du schreibst. Ich finde es schade wenn dass das Motiv bei der Partnerwahl ist. Dass ich mich nicht ins gemachte Nest setzte, dafür braucht keiner Mitleid haben.

          In gewisser Weise verstehe ich auch, dass ich nun nicht alleine entscheiden kann wie ich z. B. das Haus einrichten möchte oder für was ich sonst MEIN! Geld ausgebe. Ich weiß dass er vieles als Verschwendung ansieht und daher als Motiv vorschiebt, er müsse sich hier ja auch wohlfühlen. Im Grunde sind wir einfach zu verschieden (nicht umsonst ist Geld häufig das Hauptstreitthema).

          Er meint, mein Konsumdenken belastet ihn und zudem ist er oft und schnell genervt von den Kindern, wofür ich wiederum kein Verständnis habe. Das sind leider unsere alles überschattende Krisen...

      Hallo,

      es ist ein mühseliges Thema in der Partnerschaft: wer macht was? Macht einer mehr als der andere? Gibt es diesbezüglich Ungerechtigkeiten, mit denen man sich, die Beziehung und seinen Alltag vermüllen kann? etc.

      Du verdienst Dein eigenes Geld. Wenn Du Entlastung willst und von Deinem Mann da nix zu erwarten ist, stell Dir eine Haushaltshilfe ein.

      Wenn er sich das recht nimmt, alleinige Freizeit zu haben, hast Du das Recht auch dazu. Dann gehst Du eben mal spontan, wenn er abends daheim ist. Wenn er keinen Hausdrachen will, sollte er Dir Deine Auszeiten ermöglichen. Du brauchst Zeit für Dich. Wenn er es nicht akzeptiert, solltest Du eure Beziehung grundsätzlich überdenken.

      Zum Thema Ausschlafen: Seit über 4 Jahren habe ich nicht mehr ausgeschlafen. Ist halt so. Dann hau ich mich am WE nachmittags hin - notfalls mit Kind.

      Ach ja: Irgendwie kam es mit beim Lesen so vor, als hättest Du Schuldgefühle, weil Du den Kinderwunsch hattest. So nach dem Motto "Ich wollte es ja so haben und bin nun selbst Schuld an der Misere". Ist das der Grund, weshalb es bei euch so läuft? Hast Du Dir einen falschen Schuh angezogen?

      LG

      • Danke für Eure Beiträge!!!

        Bezüglich falschen Schuh angezogen kann ich nur sagen: Da wir im Endeffekt beide die Kinder wollten habe ich kein Verständnis, dass er so häufig genervt ist. Er sagt er hätte es sich nie so anstrengend vorgestellt und ich würde ihn auch noch ständig herumdirigieren. Von sich aus bekommt er aber mittlerweile nicht mehr den Hintern hoch und das bringt mich dermaßen auf die Palme.

        Für seinen Schlafmangel oder wie er seine Freizeit als Ausgleich verbringt (eigentlich die kompletten Abende) ist er selber verantwortlich. Irgendwie ist er dennoch momentan Dauerunzufrieden. Ich habe höchstens Schuldgefühle gegenüber den Kindern wenn sie seine Launen ertragen müssen oder mitbekommen wie wir streiten.

        Selbst fühle ich mich irgendwie unter Druck gesetzt was das Thema Haushalt und Kinder anbelangt (egal um was es geht, es wird immer nur an mich herangetragen, obwohl ich beruflich sehr stark eingespannt bin, was er begrüßt und wovon er ja auch profitiert) und das Thema Finanzen: Egal was ich für uns oder die Kinder anschaffen möchte, es artet in endlosen Diskussionen aus. Wenn ich das nicht möchte und einfach Nägel mit Köpfen mache, ist bei uns dermaßen dicke Luft. Er verachet mich dann regelrecht für mein Konsumdenken. Auch eine Putzfrau lehnt ER(!) ab, selbst wenn ich sie aus eigener Tasche bezahle.

        Wie ich weiter oben schon geschrieben habe: In gewisser Weise verstehe ich auch, dass ich nun nicht alleine entscheiden kann wie ich z. B. das Haus einrichten möchte oder welches Auto wir gemeinsam fahren. Ich weiß dass er vieles als Verschwendung ansieht und daher als Motiv vorschiebt, er müsse sich hier ja auch wohlfühlen, aber eigentlich geht es ihm darum dass nichts neues herkommt. Im Grunde sind wir diesbezüglich einfach zu verschieden (nicht umsonst ist Geld häufig das Hauptstreitthema).

        Ich bin aber niemand der seine Vorstellungen begräbt damit wieder Harmonie herrscht, aber wie sollen da unsere Kinder glücklich und unbeschwert aufwachsen, wenn sich nichts ändert?

        DAS ist es was mich zermürbt - es geht nicht darum dass ich abends weg möchte und nicht kann oder dergleichen. Das kommt ja ganz schnell wieder, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind und: So einfach gestrickt bin ich nicht :-p

    Oh, da hat sich ja einiges angestaut bei dir.

    Ohne jetzt auf die ganzen "Problematiken" im einzelnen eingehen zu können: mir scheint, euch fehlt im Moment die gemeinsame Basis für eure Partnerschaft, ihr zieht nicht wirklich an einem Strang. Da sind die beschriebenen Probleme eher die Symptome.

    Vielleicht sind die Kinder die Auslöser, dass euch die Basis abhanden gekommen ist (schließlich sind sie eine grundlegende Veränderung der Balance). Vielleicht war sie aber auch vorher schon nicht so besonders groß, und ihr habt es nur nicht so gemerkt, da ihr beide sehr individuell gelebt habt, wie du schreibst?

    Vielleicht solltet ihr euch mal ganz grundsätzlich unterhalten über eure Beziehung, eure Erwartungen, eure gemeinsamen Ziele, und zwar als Einzelner, als Paar und als Familie.

    Für jede Beziehung kommt die Zeit, wo es nicht mehr genügt, dass man "so gut zusammenpasst", sondern wo man sich auch als Team begreifen muss, dass in eine gemeinsame Richtung geht. Und im Team sind Probleme eines Partners automatisch auch Probleme des Teams, die man dann auf kooperative Weise gemeinsam angehen muss.

    Du schreibst sehr reflektiert, darum hätte ich noch einen Buchtipp für dich: Die Psychologie der Intimität von Tobias Ruland. Darin geht's um genau dieses Thema, und vielleicht findet ihr euch darin wieder.

    • Danke Dir, da ist einiges wahres dran was Du schreibst. Momentan könnte man wirklich den Eindruck gewinnen wir bekämpfen uns und machen uns nur gegenseitig das Leben schwer.

      Viel miteinander reden wäre natürlich sehr wichtig, wir hatten aber in der ganzen Zeit erst ein wirklich konstruktives Gespräch - das war, als er selbst zugegeben hat, dass bei uns etwas gehörig schief läuft. Wahrscheinlich ist sein Leidensdruck nicht so groß und er sitzt es lieber aus. Das wird aber nichts bringen.

      Das Buch werde ich mir auch einmal ansehen, danke. Überhaupt hast Du recht, dass ich mir wirklich viele Gedanken um das Thema mache, mir vorher überlege wie ich Dinge anspreche, Regeln beherzige wie "Ich fühle mich..." statt "Du bist immer so..." (2. kommt dann meistens von meinem Mann :-p) Dennoch sehe ich natürlich vieles rein von meinem Standpunkt, mir fehlt für manches das Verständnis (die Unterschiede wie wir aufgewachsen sind spielen da natürlich auch mit rein, war aber tatsächlich vor den Kindern kein Thema). Das meiste, was bei uns für Krisen sorgt hat mit dem Familienleben zu tun: Verantwortung für die Kinder, Werte in der Erziehung und die Organisation des Alltages sind durch die vielen Diskussionen einfach wahnsinnig kräftezehrend, aber ich hoffe wir kriegen das hin. Irgendwie habe ich auch das Gefühl (oder zumindest die Hoffnung), es wird besser, wenn die Kinder älter werden, aber bis dahin müssen wir dafür sorgen, dass unsere Basis nicht komplett wegbricht.

      • Zwei Dinge noch dazu: Zum einen glaube ich nicht, dass schlechte Kommunikation das Grundübel bei solchen Problemen ist, wie das so oft behauptet wird. Klar ist es wichtig, Dinge nicht zu übertreiben und zu pauschalisieren, und generell die Regeln für ein faires Gespräch einzuhalten.

        Aber auch die schönsten Ich-Botschaften helfen nichts, wenn der Respekt und das Verständnis füreinander schon am Abbröckeln ist. Auch da ist schlechte Kommunikation (oder gar keine, oder Totlabern) eher Symptom als Ursache.

        Und zum anderen ist es meiner Erfahrung nach wirklich wichtig, solche grundlegenden Probleme, die die Basis der Partnerschaft betreffen, aktiv anzugehen und nicht darauf zu warten, dass sie sich von alleine bessern.

        Klar wird es vielleicht wieder besser, wenn die Kinder älter werden. Aber wer weiß, ob ihr es unter diesen Bedingungen solange miteinander aushaltet? Und wollt ihr den Kindern vorleben, dass ihr als Eltern ständig Stress miteinander habt? Dass es als Paar gut läuft, ist doch die entscheidende Grundlage für ein gutes und zufriedenes Familienleben.

        Darum bin ich auch ein Freund davon, sich bei solch grundlegenden Problemen, die man trotz Anstrengungen alleine nicht in den Griff bekommt, kompetente Hilfe von außen zu holen. Wäre das für euch vielleicht auch eine Option?

Hi,
ich bin deinen längeren Ausführungen hier sehr interessiert gefolgt und dachte mir, hab ich doch letztens schon mal gehört....die Klagen einer guten Freundin waren leider sehr ähnlich.
Aber zurück zu dir:
Ich finde, dass ihr zwar vorhabt, eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu führen (beide verdienen, beide kümmern sich um Kind und Haushalt), das aber letztlich von deinem Mann (aus Faulheit?) nicht durchgezogen wird. Warum z.B steht er nicht mit beiden Kindern auf und lässt dich schlafen? Kriegt er das nicht gebacken? So hast du doch gar nichts davon, während er regelmäßig ausschlafen darf. Auch, dass du schon versuchst, nachts alles alleine zu machen, finde ich sehr großzügig von dir und dein Mann scheint es nicht anzuerkennen.
Auch beim Thema einkaufen und Kind mitnehmen, finde ich, dass das gar nicht geht. Er weiß schließlich, dass du kurz Ruhe brauchst. Ich finde, dein Mann wirkt sehr unreif und hat irgendwie noch nicht ganz begriffen, was für Veränderungen stattfinden müssen, um euer Modell so zu leben.

Viele haushaltsorganisatorischen Sachen, wie Geschenke und Kleidung besorgen, machen wir Frauen oft lieber, von daher finde ich das nicht schlimm, wenn es den Mann nicht stört. Wer aber selbst keine eigenen Vorschläge bringt, darf gar nichts meckern. Vielleicht helfen euch in manchen Situationen klare, kurze Regeln wie: Wer kauft, entscheidet und der andere darf nicht meckern. Beim nächsten Geburtstag ist der andere dran. Oder, ich such dieses Jahr den Urlaub aus, du nächstes Jahr. Ohne Einmischung.
Auch der obige Vorschlag mit einer Putzfrau, die vlt. auch ab und zu für euch kocht, ist gut! So habt ihr da vlt. weniger Streitpunkte.
Kochen für die ganze Verwandtschaft nach einer Woche Vollzeit arbeiten? NEVER! Catering oder Essen gehen. Such dir selbst Wege dich zu entlasten.

Vielleicht helfen euch aus Auszeiten ohne Kinder?
Und ja, verabschiede dich von dem gedanken, ich wollte ja die kinder. Sie sind jetzt da und ihr habt beide die Verantwortung.

LG!

  • Ich glaube meinem Mann, dass er sich wohl überfordert fühlt - es ist also für mich was anderes als Faulheit. In letzter Zeit war sehr viel los bei uns: Hausbau, eigene Firma (meines Mannes), dann das zweite Kind, aber ich hatte bis dato auch Vollzeit gearbeitet und viel mit dem Haus organisiert, daher kann ich die extreme Belastung nicht so sehr nachvollziehen, müsste ich ja dann auch empfinden. Beim nachts aufstehen z. B. helfen bei mir zwar sicher die Hormone mit, daher war ich mir immer unsicher ob ich mehr verlangen kann als ich bekomme bzw. ich fände es schön wenn mehr von ihm aus kommt, denn mit Aufgaben hin und her delegieren kommen wir beide nicht klar, wollen wir doch auf einer Augenhöhe sein.

    In meinem Freundeskreis dominieren die Männer, die sich freuen wenn die Kinder abends noch wach sind wenn sie nach Hause kommen und sie noch möglichst viel Zeit mit ihnen verbringen können. Meiner ist froh wenn sie schon schlafen und er dann seine Ruhe hat :-( Ich frage mich, warum das so ist? Ich bin jedenfalls nach einem langen Tag noch besser drauf und habe meine Kinder gerne um mich. Sollte mir das zu denken geben oder muss ich wie eine Userin weiter oben geschrieben hat seine Probleme als unsere gemeinsamen betrachten (was auch einleuchtend ist, zumal ich die Überlastung ja nicht einfach ignorieren kann)? Hilfe möchte er aber auch keine (Männer halt...)

    Jetzt hat mein aber Mann doch tatsächlich für mich überraschend beschlossen länger Elternzeit zu nehmen und dieses mal alleine und nicht wie beim ersten Kind mit mir gemeinsam. Man merkt dass er sich mit dem Thema richtig auseinandergesetzt und sich das gut überlegt hat. Das freut mich sehr und ich denke, dass er dann selbstverständlicher mit seinen Kindern umgeht und jetzt auch mehr Zeit für sie (und für mich) hat. Er wird in dieser Zeit auch den Haushalt organisieren. Bin mal gespannt ob er dann alles schafft was er sich jetzt vornimmt. Seine Mutter werde ich dann künftig auch an ihn verweisen wenn sie eingeladen werden möchte ;-)
    Ich suche währenddessen wieder etwas Zerstreuung in der Kanzlei und weiß dass meine Männer zu Hause gut klarkommen werden. #winke

    • > oder muss ich wie eine Userin weiter oben geschrieben hat seine Probleme als unsere gemeinsamen betrachten

      Unbedingt, und umgekehrt genauso. Wenn jetzt zwei Kinder da sind, ist es umso wichtiger, dass ihr als Paar eure gemeinsame Basis habt, auf die ihr aufbauen könnt (ohne eure Individualität und euren Freiraum aufzugeben). Dazu braucht es viel Verständnis füreinander und klare Absprachen. Was vorher implizit klar war, muss jetzt vielleicht auch mal explizit angesprochen werden.

      > Jetzt hat mein aber Mann doch tatsächlich für mich überraschend beschlossen länger Elternzeit zu nehmen

      Das sind doch gute Nachrichten, auch wenn es nur ein paar Wochen sind! Es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung, gemeinsam.

      Das freut mich für euch.
      #winkelmann

an den meisten Stellen Deiner Schilderung, ploppte über meinem Kopf eine Sprechblase auf mit der Innschrift,"...das kenne ich doch irgendwo her...!!!"

Ich denke das ganz viele Dinge die Du beschreibst "normal" und häufig in einer Beziehung sind. Ich denke ihr 2 Erwachsenen solltet was so manche Dinge angeht ein wenig mehr aufeinander zugehen. Das Thema Kindererziehung ist nun mal ein heikles Thema jeder Elternteil möchte das beste für seine Kinder. Dann müsst ihr Kompromisse eingehen. Anders wird es nicht gehen.

Das Thema Schlafen kenne ich genau so, meistens lasse ich ihn schlafen, jedoch schicke ich meine 2 Kinder auch mal ins Bett zu ihm am Wochenende damit er mal merkt wie nervig das ist und da ich auch arbeite wie er, haben beide das Recht auf ein bisschen Ausschlafen.

Zum Thema Haushalt kann ich nur sagen:

Mein Mann hat sich mal beschwert im Erziehungsurlaub (mein Kind war sehr unruhig und hat viel geschriehen) wie es denn daheim aussehen würde. Ich musste letztes Jahr für längere Zeit in eine Klinik und er war dann ganz plötzlich alleine mit den 2 Jungs. Sein Tag sieht wie folgt aus: aufstehen, anziehen, ins Bad, ins Geschäft, heim kommen, duschen, hin legen, Frau fragen wann das essen fertig ist, schlafen gehen.
Ich arbeite Vollzeit und hab die 2 Kids noch zu versorgen und den Haushalt...
Dann hing plötzlich alles an ihm das gejammer und gemotze kannst Du dir vielleicht vorstellen, aber nach einer Woche haben sie sich super eingewöhnt weil er ja musste. Natürlich hat er es nicht so gemacht wie ich aber er hat sein bestes gegeben und den Kindern ging es gut, das war die Hauptsache. Vielleicht solltest Du auch mal übers Wochenende ihn einfach mal mit einem Kind alleine lassen wenn das geht. Fahr zu einer Freundin, das würde euch gut tun.

Ein Tipp wäre:

Streiten ist okay, aber bitte mit Respekt! wenn man persönlich wird und sich gegenseitig entwertet hilft das niemandem. Denkt an eure Kinder die spüren diese Spannungen sehr.
Kompromisse eingehen von beiden Seiten wenn man nicht einer Meinung ist, sonst kommt ihr da nicht weiter.

Ich wünsch euch alles gute

  • Danke! Ich denke/hoffe, wir kriegen das hin.

    Er hat inzwischen nachgedacht und möchte von sich aus 2 Monate Elternzeit alleine nehmen, d. h. ich gehe nun früher wieder arbeiten und er bleibt mit den Kindern alleine zu Hause. Mich hat es gefreut, dass er das nun in Angriff nehmen möchte und ich denke, es wird allen gut tun.

    Vielleicht war es bislang auch viel Unsicherheit (zwei Kleinkinder gleichzeitig zu beaufsichtigen ist ja oft kein Kinderspiel), aber man wächst an seinen Aufgaben.

    Wenn ich mal für kurze Zeit alleine los musste, dann kam von ihm bewundernd "Wie schaffst Du das bloß immer alles?" Das tut unheimlich gut und fördert das Verständnis füreinander.

    Vielleicht sind das Allerweltsprobleme, aber es hat sich einiges angesammelt und gerade für das Thema "Konsum", was ja die komplette Lebensführung betrifft, finde ich es schwierig Kompromisse zu schließen. Seltsam, wenn ich mich für das eigens verdiente Geld rechtfertigen muss wofür ich es ausgeben möchte. Die Kinder erben schon trotzdem noch genug.

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