Gehen oder bleiben ? Selbst schwerkrank keine Unterstützung durch Mann

    • (1) 08.05.15 - 13:14

      Hallo Zusammen,

      seit vielen Wochen denke ich (schon wieder) darüber nach mich von meinem Mann zu trennen. Wir sind 7 Jahre verheiratet haben einen gemeinsames Kind 6 J. Ich hatte mich vor 3 Jahren schon mal von meinem Mann getrennt und bin sogar mit unserem Sohn für ein paar Monate ausgezogen. Vorher waren wir in einer Paarberatung, dch für mich war alles zu spät und längst entschieden. Es gab damals keinen absoluten Trennungspunkt, sondern die Summe aller Teile.

      Er ist erfolgreicher Manager und steckt seine Engerie zu 1000% in den Job. Ich bin seit Geburt schwer Lungenkrank und er hat mich mit dem Wissen geheiratet. Nur ist meiner Erkrankung in den letzten Jahren immer schlimmer geworden und er kann damit nicht umgehen. Er ist Perfektionist und Leistungsorientiert und kontrollsüchtig. So kann ich mein "Kernproblem" eigentlich zusammen fassen. Nachdem ich seine Verdrängung und mangelnde Unterstützung nicht mehr ausgehalten habe, habe ich mich getrennt.

      Es war eine schwere Zeit für mich - hat mir aber Kraft und Selbstvertrauen gegeben.

      Dann kam er mit vielen Versprechungen an (ja, wir ziehen aus der Großstadt raus// ja ich habe alles verstanden// ja ich fahre im Job zurück// ja ich habe Burnout // ja ich will dich zurück).

      Und was hab ich gemacht? Natürlich bin ich wieder zurück.

      So nun fängt seit Herbst alles wieder von vorne an:
      Nein, wir wohnen immer noch in der kleinen Wohnung mitten in der Stadt // Nein, er verdrängt meine Krankheit immer noch // Nein, er insvestiert weiter 1000% in den Job // Ja, er ist immer noch Burnoutgefährdet // Nein, er will mich nicht - bzw hat keine Energie die Zeit mit mir körperlich und geistig zu genießen.

      Er ist wieder genervt, wenn er abends heim kommt. Motzt den Kleinen an, weil er nicht "funktioniert". Sagt zu mir ich solle meine Emotionen runterfahren.

      Mir kommt es wieder so vor, als wolle er die heile Familie am Tisch sitzen haben, Ellenbogen vom Tisch, schön hergerichtet und alle strahlen den Superhelden glücklich an ... (entschuldigt den Sarkasmus)

      Ich rede mit ihm seit Wochen. Er schweigt. Wenn er sich kritisiert fühlt, schießt er zurück und macht danach sofort dicht - das große SCHWEIGEN !

      Er könne ja nicht anders. Es ist nunmal sein Job. Er ist nunmal kaputt. Er hat keine Energie mehr.

      Ich tue sehr viel für die FAmilie - halte ihm den Rücken frei und mache daheim alles. Wenn ich ins Krankenhaus muss, kümmern sich meine Eltern um den Kleinen. Ihm wird so gut wie es geht alles abgenommen.

      Ich zerbreche daran, nicht die Leistung bringen zu können, die von sich selbst und anderen erwartet. Wenn ich nicht schnell genug bin mit irgendwas aufräumen, räumt er mir hinterher. Er kontrolliert mich und engt mich ein. Das nimmt mir zusätzlich die Luft zum Atmen.
      Leider bin ich wirklich in den letzten Jahren immer schwerer krank geworden, dass ich Angst habe nur noch ein paar Jahre zu leben. Und die will ich nicht neben ihm auf der Couch verbringen und Tatort gucken, während er eh vor 21 Uhr einschläft ....

      Ich weiß nicht was ich machen soll. Hauptsächlich bin ich wegen unserem Sohn noch bei ihm.

      Ich liebe ihn ... aber mich liebe ich mehr .... ich kann nicht mehr!

      • "Ich liebe ihn ... aber mich liebe ich mehr .... ich kann nicht mehr!"

        Du hast dir selbst die Antwort gegeben - du kannst nicht mehr.

        Nach deinem Post hast du anscheinend jahrelang gekämpft, gibst alles für ihn und investierst deine Lebensenergie in eure marode Beziehung. Dass ihr euch schon einmal getrennt habt zeigt, dass schon länger etwas im Argen liegt. Ich glaube nicht daran, dass solche Wiederbelebungsversuche bereits beendeter Beziehungen lohnen.

        Wenn dein Mann nicht im Angesicht einer drohenden Trennung und auch nicht nach der bereits erfolgten Trennung bereit ist, sich tatsächlich zu ändern, dann kannst du das nicht mehr erwarten.

        Lebe nicht unglücklich die Jahre deines Lebens!

        Willst du jetzt hören, dass er sich ändern und alles wieder gut wird?

        Ich sage dir nur, dass diese Situation wahrscheinlich deine Krankheit noch verschlimmert. Suche dir Halt, wo du ihn wirklich bekommst und nicht bei einem Mann, der mit sich selbst genug zu tun hat.

        Ich wünsche dir alles Gute! Aber denke auch an dein Kind. Er ist noch so jung und braucht dich die nächsten 10 Jahre sehr intensiv. Hättest du als Kind gerne unter jemandem gelebt, der kontrollsüchtig ist und will, dass du funktionierst? Ich nicht. Ich hätte schon als kleines Kind gegenüber so jemanden eine tiefe Verachtung aufgebaut. Oder denkst du, dein Sohn hat eine überaus enge und liebende Beziehung zu seinem Vater?

        (4) 08.05.15 - 13:50

        Hallo.

        Dir geht es überhaupt nicht gut dabei. Also mach das, was du vor drei Jahren schon mal gemacht hast. Trenn dich, aber endgültig. Er wird sich nicht ändern. Er ist von euch beiden genervt. Also, was spricht dagegen, ihn zu verlassen. Liebe hin oder her, aber wenn sie einen kaputt macht, dann bringt diese Liebe nichts.

        Alles Gute und viel Kraft.

        LG

      • (5) 08.05.15 - 15:16

        Hallo,

        du hast den Schritt schon einmal gewagt und es versucht.
        Mehr geht nicht und nun musst du an dich, deine Gesundheit und an dein Kind denken.
        Im Grunde hast du dich bereits entschieden, denke ich.

        Glaube mir, das deine Lebensqualität und Lebensfreude wiederkehren wird, wenn du
        ein Problem weniger an der Backe hast, was dich unter Druck setzt. Er ändert sich nicht mehr. Ändere du etwas.

        Deinem Sohn ist damit auch nicht geholfen. Eine lieblose Beziehung bekommen schon die Kleinsten mit. Oder unterliegst du der romantischen vorstellung, das der Jung in so einer Beziehung sich geborgen fühlt.

        Selbst wenn es nur noch wenige gute Jahre für dich und deinen Jung bedeuten, dann ist dem so und dein Sohn wird sich sicher lieber an eine starke liebevolle Mutter erinnern, als an ein zerrüttetes Elternhaus mit einer Mutter, die unglücklich....ja auf was eigentlich wartet.

        Gerade wenn man schwer krank ist, sollte man sein Leben so schön wie möglich gestalten und auch leben. Ist das in der Situation nicht mehr möglich, mach dir klar, das du es verdienst, dein Leben ein Stück lebenswerter wird.
        Unter Umständen wirst du dich auch erholen, weil das derzeit an deinen Kräften zehrt
        und so was ist nie gut, für eine angeschlagenen Gesundheit.

        Denke an dein Kind und vor allem an dich.
        Dein Mann wird es nicht tun......

        LG
        tina

        (6) 08.05.15 - 15:16

        Ich danke Euch für eure Worte.
        Ja mir gehts nicht gut an seiner Seite. Ohne ihn fühle ich mich besser.

        Aber er beteuert immer wieder wie sehr er mich liebt. Und mir müsste es neben ihm gut gehen. Doch ist es keine Partnerschaft auf Augenhöhe .. es kommt mir vor wie ein Gefängnis.

        Habe ich tatsächlich einen "richtigen" Grund zu gehen? Wie begründe ich es meiner Familie? Vor drei Jahren hat sie mich fallen lassen. In dieser Krise steht sie etwas mehr hinter mir. Aber sie trauen es mir nicht zu, dass ich es alleine schaffe....

      • Hallo Mikki,

        mir scheint es so als ob nicht nur dein Mann sondern auch du akut bournoutgefährdet seid.

        Wenn dein Mann ein erfolgreicher Manager ist dann sollte doch ein bisschen Geld für eine Lebensverschönerung da sein, oder?

        Zuertmal würde ich dir empfehlen dein Leben zu erleichtern, gönn dir ne Putzfrau und ggf. auch Wäsche- und Bügelservice. So sparst du kraft für andere Dinge bzw. kannst ein bisschen regenerieren.

        Wenn du ein bisschen aufgetankt hast kannst du ja mal schauen ob ihr euch wohnlich verbessern könnt.

        Er will/kann nicht wegziehen? - Dann such euch doch eine schöne Wohnung in der Nähe, ggf. was größeres mit Garten. Auch hier gewinnst du wieder ein Stück Lebensqualität.

        Wenn du dann mit Unterstützung, die dir mmn. absolut zusteht, das gemeinsame Leben wieder auf Vordermann gebracht hast und es dir wieder besser geht dann würde ich die Situation nochmal neu bewerten. Wahrscheinlich wird dein Mann die Veränderungen spüren und auch unbewusst besser drauf sein.

        Das widerum käme sicher eurem Kind sehr zugute.

        Wenn danach immernoch nichts klappt oder dein Mann sich verweigert, z.B. den Geldhahn zudreht oder etwas änlich unsinniges dann würde ich weitere Optionen prüfen.

        Wichtig auch hier, der Ton macht die Musik. Arbeite mich Ich-Botschaften, sag ihm was dir helfen würde und erläuter ihm, dass es letztendlich ihm und besonders auch seinem Kind helfen würde. (Bitte so ein Gespräch nicht mit Schuldzuweisungen führen, das führt nur in Sackgassen)

        Viel Erfolg

        • Danke auch dir für deine Worte.

          Es sind alles gute Ratschläge, die wir auch vor drei Jahren in der Paartherapie besprochen haben.

          Thema Geld: Wir haben schon immer getrennte Konten. Ich bekomm eine kleine Erwerbsunfähigkeitsrente. Zahle davon den KiGa und meine Sachen die ich so brauche. Zahle kleine Einkäufe unter der Woche.

          Er zahlt die Wohnung ab - sein Eigentum und besorgt die Wochenendeeinkäufe und zahlt Urlaube usw.

          Aus der Wohnung will er nicht raus, da er sie erst vor ein paar Jahren gekauft hat. Wir wohnen mitten in einer teuren Gegend. Er hat nur 10 Minuten ins Büro. Er will da keine Kompromisse eingehen (ETW vermieten und rausziehen hatten wir besprochen. Ich hatte Möglichkeiten von kleinen Reihenhäusern, Erdgeschosswohungen rausgesucht - war für ihn alles nix)

          Reinigungskraft kommt einmal im Monat für das Grobe - er weiß davon nichts. Zahle ich heimlich selbst. Auch darüber hatten wir im Vorfeld gesprochen. Er ist zu "geizig" und sagt: "das bisschen Haushalt mach ich eben am Wochenende"

          "Lebensverschönerung" haben wir nur im Urlaub. Hier gab es auch schon die Situation, dass wir stornieren mussten, weil ich nicht Flugtauglich war. Hab letztes Jahr im Sommer 5 Wochen in der Klinik verbracht und bin fast an einer Sepsis verstorben. Ich hab gedacht da ist er nochmal ein Stück aufgewacht ... aber leider ist der "Schock" schnell verpufft ...

          Wir reden in der Beziehung sehr respektvoll und höflich miteinander (meistens) und üben auch das "Paargespräch" in der Ich Botschaft ... alles erlernt ;) es wird viel gesagt und doch wird nichts getan ..

          Er sagt ja selber, dass wir wissen wo unsere Probleme sind und wir haben ein schweres Paket zu tragen, aber selbst er weiß nicht weiter .. fühlt sich aber unfähig was zu ändern.

          Ich habe das Gefühl eine Zumutung zu sein und auch teilweise unser Kind funktioniert nicht nach seinen Vorstellungen .. wir haben so viel probiert ...

          Seine letzten Worte im letzten ernsten Gespräch: "Ich habe keine Lösung für dich."

          tja .. nun bin ich auch sprachlos ...

          • (9) 08.05.15 - 17:41

            Das macht mich richtig traurig und ich versteh es nicht, also deinen mann, den versteh ich nicht und deine familie.
            Bist du dir sicher, dass sie dich wieder fallen lassen wuerden?
            Kannst du zur kur? Mal raus alleine (mit kind)? Sehen ob es dir dann besser geht und du es vielleicht doch alleine schaffst?
            Hat dein mann schreckliche angst dich zu verlieren, kann damit nicht umgehn und versteckt sich hinter der arbeit?
            Ich hoffe du findest einen weg! Alles gute!!

      (10) 08.05.15 - 18:02

      Hallo,
      Meine Mutter ist auch sehr schwer Lungen krank.
      Sie ist seit ein paar Jahren mit einem Mann zusammen der sich ähnlich (fast genauso) verhält wie du es von deinem Mann beschreibst.
      Ihr geht Wort wörtlich die Luft aus...
      Seit sie mit ihm zusammen lebt geht es ihr sehr viel schlechter.

      Ich kann dir nur Raten zu gehen.

      Was hat dein Sohn davob wenn du wegen ihm bei seinem Vater bleibt und dabei zusieht wie es seiner Mutter immer schlechter dabei geht??
      Geh und bleib weg, selbst wenn er sich ändern will, wird er es nicht tuen solange du an seiner Seite bleibst.
      Glg

      (11) 09.05.15 - 16:17

      Kein Wunder, dass deine Lungenerkrankung schlimmer geworden ist, wenn er dir die Luft atmen nimmt.
      Vielleicht kannst du besser durchatmen, wenn du ohne ihn lebst.

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