Gewalt in der Schwangerschaft

    • (1) 13.05.15 - 20:28

      Hallo,

      sorry, dass ich so ein unangenehmes Thema raus krame aber ich weiß leider nicht wohin ich mich sonst, mehr oder weniger anonym, wenden kann. Es geht darum, dass mein Freund mir gegenüber Gewalttätig ist. Es war zwar nicht das erste und nicht das schlimmste mal aber für mich heftiger als vorher, da ich in der 18ten Woche schwanger bin. Es fing mehr oder weniger mit einer Kleinigkeit an, da ich mich von ihm vernachlässigt und stehen gelassen fühle, weil er sich immer mehr von mir distanziert. Er schaukelt sich dann sehr gern an etwas hoch und nimmt im nach hinein mein Verhalten, als Entschuldigung für sein Handeln. Im Streit hat er mich nicht nur ins Gesicht geschlagen, sondern, was meiner Meinung nach am schlimmsten ist, er hat mich mit dem Knie in den Bauch getreten. Ich habe keine Schmerzen ect. aber sollte ich es vllt. dennoch meiner Ärztin erzählen oder es lassen, wenn weiterhin alles in Ordnung ist? Denn die Sache ist, dass ich mich, jetzt zumindest noch nicht, von ihm trennen kann, da ich 1stens: Finanziell auf ihn angewiesen bin und 2stens: wir erst den Mietvertrag für unsere neue Wohnung unterschrieben haben, da besteht ja eine Kündigungsfrist ect. und ich kann und will mir jetzt auch nicht erst noch eine eigene Wohnung suchen müssen, sondern möchte mir endlich mein "Nest" bauen und die restliche Schwangerschaft über meine ruhe haben! Ich würde gern wissen, ob jemand von euch etwas ähnliches erlebt hat, wenn ja, gab es durch die Gewalt irgendwelche (psychischen) Spätfolgen für das Kind?

      Ich bedanke schon einmal ich im voraus.

      • Ich könnte jetzt ganz viel schreiben.

        Ich beschränke mich aber mal auf diese Fragen:

        Möchtest Du wirklich, dass Dein Kind bei einem Vater aufwächst, der bei der kleinsten Überforderung gewalttätig wird? Was wird passieren, wenn das Baby schreit und sich nicht beruhigen lässt? Wird er es dann auch schlagen oder treten?

        WILLST DU DAS?

        • Nein! Auf keinen Fall! Deshalb habe ich ja auch geschrieben, dass ich mich zumindest jetzt NOCH nicht sofort trennen kann, wobei ich ihm trotzdem schon klar gemacht habe, dass es mit der Beziehung aus ist und er sich ab sofort in ein anderes Bett legen kann! Dadurch ist er noch mehr ausgerastet und hat mir in den Bauch getreten und auch wenn er sich im nach hinein Entschuldigt hat, jetzt wieder heult und reumütig angekrochen kommt, kann er mich mal! Ihn könnte man so oder so nicht mit Kind allein lassen, weil er zu impulsiv ist! Deshalb soll mein Kind ihn, später, am besten kaum bis gar nicht kennen!

          • Deshalb soll mein Kind ihn, später, am besten kaum bis gar nicht kennen!
            -------

            Wenn es dann hoffentlich noch lebt. Du weißt schon, dass Tritte in den Bauch oder Schläge eine Fehlgeburt, Plazentaablösung und ähnlich dramatische Dinge auslösen können!? Du hast noch nicht einmal Halbzeit in der Schwangerschaft. Wenn du ihn jetzt reizt und plötzlich deinen eigenen Willen entdeckst, rastet er u. U. öfter aus oder wird noch brutaler.

            Warum machst du dir überhaupt Gedanken um den Mietvertrag? Wenn du eh nichts hast und von ihm finanziell abhängig bist, kann der Vermieter von dir sowieso nichts holen. Mich verwundert, dass du mit unterschrieben hast, obwohl du im Notfall anscheinend nicht zahlungsfähig bist. Und unter den Umständen würde dich der Vermieter wahrscheinlich auch aus dem Vertrag entlassen. Soll dein Freund alleine umziehen. Vielleicht kannst du in der alten Wohnung bleiben...

      Die Frage ist hoffentlich nicht dein Ernst, oder doch? Genauso könntest du fragen, wer schonmal den Sprung aus dem 3. Stock überlebt hat und ob du dir Sorgen machen musst, wenn du es probierst.

      Du willst dir ein "Nest" bauen und deine Ruhe, wenn du den Feind schon in deinem Bett hast?

      Mich erschreckt es, wie abgeklärt du damit umgehst und nicht völlig panisch ins nächste Krankenhaus gefahren bist, sondern erst in einem anonymen Forum um eine Ferndiagnose für das Baby bittest.

      Ich spare mir weitere Ratschläge, da du diese sowieso nicht annimmst. Du stellst finanzielle Aspekte vor die Gesundheit deines Kindes und lässt dich lieber verprügeln.

    • Wenn Du das mitmachst, ok, deine Entscheidung aber das selbe Deinem ungeborenen Kind zuzumuten ist entweder sehr feige oder sehr gleichgültig.

      Wenn Du in Deutschland lebst, werden weder Dein Kind noch Du hungern oder wird euch irgendwas fehlen.
      Ein neuer Mietvertrag ist nun wirklich kein Grund zu bleiben, zumindest meiner Meinung nach.
      Ich kann Dir nur sagen was ich machen würde - mich sofort, auf der Stelle trennen, schauen dass ich entweder ihn aus der Wohnung bekomme oder selber woanders unterkommen. Ich bin mir sicher, dass es genügend Anlauf- und Hilfsstellen gibt, solltest Du Angst vor ihm und seiner Reaktion haben.

      Wenn du schon nicht an Dich denkst, dann denke wenigstens an Dein Kind. Du sagst, dass es nicht das erste Mal war, es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Wenn das Kind dann da ist, könntest Du damit Leben wenn er das Kind auch so schlägt?! Es wäre einfacher jetzt den Schlussstrich zu ziehen, statt zu warten bis das Kind da ist - dann wird es immer schwieriger.

      Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut!

      Wie kann man nur mit so einem Mann in so eine Situation ein Kind bekommen??
      Willst du, dass er mit deinem Kind auch so umgeht??
      Sowas macht mich absolut fassungslos...

      Ich an deiner Stelle würde warte bis ich alleine bin, ein paar Sachen packen und sofort zur Polizei und dann in ein Frauenhaus.

      Beim Arzt wäre ich nach einem Tritt in.den Bauch schon längst gewesen...

      Guten Abend,

      zunächst würde ich mir Unterstützung suchen. Sprich mit Deiner Ärztin über Anlaufstellen für solche Problematiken, wo man Dich beraten kann, wie Du am besten vorgehen kannst.

      Wenn Du Dich jetzt sofort nicht trennen willst oder kannst, dann distanziere Dich zumindest schonmal innerhalb der Wohnung von ihm. Getrennte Schlafzimmer wären ein Anfang, wenn ich Dich richtig verstehe, schlaft Ihr schon getrennt. Und für ein weiteres Zusammenleben wäre MEINE Bedingung, dass er sich aktiv um seine Aggressionen kümmert. Woher kommen die, wie kann man die abbauen, was kann man machen, damit das nicht mehr passiert?
      Dabei hilft Dir z.B. das Jugendamt, aber auch andere Stellen - siehe oben.

      DAS wäre das MINDESTE, was ich verlangen würde. Er soll zusehen, dass er das in den Griff kriegt, ganz schnell, sonst bist Du weg. Punkt.

      Alles Gute Dir und Deinem Kind!

      • Danke dir!

        Sorry, aber ich kann diesen Rat überhaupt nicht nachvollziehen.

        Es ist doch viel zu gefährlich mit einem Schläger in einer Wohnung weiterhin zu wohnen, auch wenn man in getrennten Zimmern schläft.

        Sie ist schwanger, sie wird hilfloser, der Typ rastet aus, wenn er sich kritisiert und zurückgewiesen fühlt. Sie würde ihn noch nicht mal mit dem Kind alleine lassen. Und da gibst du den Rat, es doch irgendwie wieder miteinander zu versuchen, wenn er denn seine Agressionen in den Griff bekommen hat?

        Und wenn er es nicht schafft, dann ist sie weg?

        Dir ist schon klar, dass sie dieses nicht schaffen schmerzhaft dann am eigenen Leib erfahren würde und sie oder ihr Kind das vielleicht nicht überleben?

        • Kann ich auch nicht verstehen.. Er hat ihr in den Bauch getreten. Da gibt es meiner Meinung nach keine Wahl.. Sie muss sofort die räumliche Trennung herstellen, um sich und das Kind (!) zu schützen..

          Naja, wenn sie einen Anlaufpunkt hat, dann kann sie ausziehen. Wahrscheinlich sollte sie das sogar. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Daher unter anderem mein Rat, sich zu allererst Beratung und Unterstützung zu suchen, BEVOR sie Hals über Kopf verschwindet.

          Therapie dann, wenn sie ein Zusammenleben überhaupt für möglich und erstrebenswert hält - vielleicht ist das ja der Fall. Wissen wir, woher seine Aggressionen rühren? Also, ich nicht.

          Immerhin ist der Mann der Vater ihres Kindes. Vielleicht sind es 'wirklich nur' zeitweise Aussetzer, und er hat evtl ein eigenes Interesse daran, diese in den Griff zu kriegen.
          Vielleicht reagiert er aber auch extrem allergisch darauf, wenn sie mit seinem Kind im Bauch auf und davon ist - als anderes mögliches Extrem jetzt. Würde ich auch nicht riskieren wollen.

          Deshalb wäre MEINE Prioritätenliste: Zunächst Beratung. Dann entscheiden: Trennung? Oder Therapieversuch? Oder beides? Wie weiter mit dem Kind? Und so.
          Wissen wir hier alle nicht, aber es gibt Leute, die dafür ausgebildet sind.

          Schönen Abend Dir!

          • Meine Prioritätenliste würde mit dem dem Schutz des Lebens meines Kindes beginnen..

            Und das ist, wenn er ihr bereits in den Bauch getreten hat, in Gefahr. Akut.

            Eine Anlaufstelle wäre ein Frauenhaus, wenn sie sonst nirgends hingehen kann.

            Dass er völlig austickt, wenn sie die räumliche Trennung herbeiführt, ist vielleicht auch zu befürchten. Da sprichst du einen wichtigen Punkt an.

            Daher am besten schnell beraten lassen und handeln..

            Eine ganz schlimme Situation..

            Warum ist es wichtig zu wissen, woher seine Aggressionen rühren?

            Ist dann ein Tritt in den schwangeren Bauch weniger gefährlich?

            Nein, wirklich. Ich finde es unmöglich hier nicht dazu zu raten sofort auszuziehen, zum eigenen Schutz und zum Schutz des Babys.

            Auch wenn sie keine direkte Anlaufstelle hat, gibt es ja für genau solche Fälle Frauenhäuser.

Top Diskussionen anzeigen