Bin ich zu hart mit meinem Mann? Ich bin echt sauer...

    • (1) 16.05.15 - 13:46

      Mein Mann hatte in der Nacht auf Donnerstag einen Autounfall, das neue Auto (1 Jahr alt) hat Totalschaden, wäre ein Beifahrer dabei gewesen, wäre der wohl tot gewesen. Mein Mann hat einige Prellungen und Schürfwunden, kam aber wie durch ein Wunder einigermaßen heil davon. Am Donnerstag hatten wir alle Hände voll zu tun, haben mit der Versicherung , unserem Anwalt und dem Bauern gesprochen, dessen Weidezaun und Apfelbaum zu schaden kam, gestern dann habe ich mit einem Nachbarn die Unfallstelle von Glasscherben usw. gesäubert, mein Mann fühlte sich dazu körperlich nicht in der Lage. Wir waren am Freitag noch mal beim Arzt, weil er starke Schmerzen hatte, der Arzt empfahl Schmerzmittel.
      Ich war zuerst einfach nur froh, dass Männe lebend rausgekommen ist, das Auto wird von der Vollkasko bezahlt, klar Verlust machen wir trotzdem, aber das ist alles tragbar, der Vater meiner Kinder lebt, das ist das wichtigste.

      Nun verkriecht sich mein Mann schon den geschlagenen Tag im Bett , jammert in einer Tour, will keine Schmerzmittel nehmen. Redet echt unmögliches Zeug, von wegen, was wäre, wenn er doch innere Verletzungen hätte oder doch einen Schädelbruch und was ich alles seinen Kindern sagen muss, wenn er seinen Verletzungen erliegen würde. Ständig ruft er die Kinder zu sich, nimmt sie in den Arm, sagt ihnen, wie lieb er sie habe, dass sie immer gut in der Schule sein sollen, als ob er im Sterben liegen würde. Ständig ruft er mich, weil er der Meinung ist, er hätte Fieber, Schüttelfrost, seine Auge sei weiter zugeschwollen usw. Ich bin bis heute Mittag da echt drauf eingegangen, habe Fieber gemessen, mir die Verletzungen angeschaut, aber es ist und bleibt so: Er hat relativ milde Blessuren, der Arztbefund liest sich undramatisch, klar er hat Schmerzen, da würden Schmerzmittel helfen, die er aber nicht nimmt.

      Mittlerweile macht er den Kindern echt Angst, ich habe ne richtige Wut auf ihn deswegen. Ich hab vorhin zu ihm gesagt, er soll die Sache tragen wie ein Mann, nicht wie eine Memme, meine Geduld ist am Ende, nu isser stinkesauer und ich auch. Er war schon immer wehleidig, ihr wisst schon, Männer haben keinen Schnupfen, Männer haben einen "Männerschnupfen"...

      Bin ich zu hart?

      • Hallo!

        Erst mal freut mich, dass ihm nichts schlimmes passiert ist. Aber sein jetztiges Verhalten geht gar nicht.

        Wir haben heute wundervolles Wetter. Schnapp Dir Deine Kinder und ab in den Zoo. Morgen auch.

        Klar hat er Schmerzen, nicht zu wenige. Ich habe mir mal bei einem Sturz die Wirbelsäule geprellt, das war etwa auf dem gleichen Level wie ein Bandscheibenvorfall. Aber gestorben bin ich natürlich nicht und nach einigen Wochen ging es auch wieder.

        Vor allem soll er aufhören,den Kindern Angst zu machen. Da wäre ich auch stinksauer.

        Ist der immer so, wenn er krank ist?

      Ich kann deinen Mann schon verstehen. Es muss ja mächtig gerumst haben und da kann einem bewusst werden, dass das Leben endlich ist und man nur um Haaresbreite dem Tod entkommen ist. Ich hatte mal einen Unfall und es hat ein paar Monate gedauert, bis ich an der Stelle vorbeifahren konnte, ohne dass sich mir die Härchen aufstellten und meine Hände zitterten. Ich hatte so einen richtigen Fluchtreflex, von der Stelle wegzukommen.

      Dein Mann möchte vielleicht betüddelt werden und hören, wie froh ihr alle sein, dass er am Leben ist. Seine äußeren Verletzungen sind sekundär, aber psychisch muss er seinen Schock erst einmal verarbeiten. Er muss nur aufpassen, dass er den Zeitpunkt nicht verpasst, um wieder zum normalen Leben zurückzukehren. Da er zu der wehleidigen Sorte gehört, dauert es bei ihm vielleicjt etwas länger als bei pragmatisch veranlagten Menschen. Vermutlich wird er die Geschichte noch einige Zeit überall zum Besten geben und sich bedauern lassen.

      Was ich nicht in Ordnung finde, ist die Kinder derart zu verunsichern. Das würde ich ihm klar zu verstehen geben. Er darf sich ausruhen, bemitleiden und vor sich hinleiden. Aber die Kinder bleiben außen vor.

      (8) 16.05.15 - 14:25

      Hallo, die Geschichte mit dem "Männerschnupfen" ist dir ja schon aufgefallen. Bei dieser extremen Wehleidigkeit bekomme ich auch immer Wutbeulen.
      Dein Mann würde bei mir noch etwas mildernder Umstände bekommen, ich denke der Schock steckt ihm ziemlich in den Knochen. Darf man als Mann natürlich nicht so zugeben. Ich würde ihm aber verbieten, bei den Kindern seine Endzeitstimmung zu verbreiten. Ich weiß, das Prellungen uU schmerzhafter sein können( und das die Schmerzen fies strahlen können), als ein Bruch. Verweigert er allerdings die Schmerzmittel, wäre meine Geduld auch am Ende.
      "Droh" ihm doch einfach mit dem Krankenhaus, es geht ihm ja schließlich so schlecht. Dann ist hier meistens Ruhe.

      Ich vermute mal, dass es bei deinem Mann Schockreaktionen sind.
      Ich weiß, dass man tagelang, manchmal sogar wochenlang daran zu knabbern hat und sich nicht mal mehr traut Auto zu fahren.

      Hab etwas Geduld und sei froh, dass ihm nichts Dramatisches passiert ist.

      Bring ihn ins Krankenhaus.

      1. Auch Schmerzpatienten sollten behandelt werden.

      2. Es ist nie schlecht zu schauen ob doch noch was ist. Wenn nein, dann beruhigt ihn das vielleicht ein bisschen

      3. Wenn nix ist und er seine Medikamente gegen die Schmerzen nicht nimmt, dann hilft es manchmal viel besser, wenn ein Arzt jemanden die Leviten liest (und nicht der eigene Partner)

      4. Das gleiche gilt für jammern.

      5. Die können vielleicht sagen ob psychischologische Unterstützung angebracht wäre.

      LG

    Ich hatte nach einem auffahrunfall mal ein schleudertrauma.... Das war grausam! Wesentlich schlimmer als ein kind zu gebaeren!!
    Dazu schaemt er sich wahrscheinlich noch und ist geschockt!

    Er soll sich bewegen, damit die muskeln nicht noch mehr verkrampfen.

    Alles gute

    Hallo,

    ja, okay, das mit den Kindern ist nicht so cool.
    Aber ich glaube, wenn ich so einen Unfall hätte... mann, dann wäre ich wohl auch so drauf.
    Uiuiui.
    Würde mein Mann einen Motorradunfall haben und glimpflich davon kommen, würde mich neben ihn ins Bett legen und den ganzen Tag dort bleiben und nur zum Pizza bestellen aufstehen.

    LG

    (14) 16.05.15 - 21:34

    Ja du bist zu hart.

    Dein Mann sieht für mich nach "steht gehörig unter Schock" aus.

    Sei für ihn da, geht zum Arzt, nimm ihn ernst.

    Ja, und wie du zu hart bist.
    Ich bin mir sicher, würdest du als Mann posten, die Frauen hier würden dir die Hölle bereiten, wenn du so einen Beitrag über deine jammernde Frau posten würdest.
    Weil Frauen immer angemessen leiden und Männer na klar übertreiben...
    #putz
    Dein Mann hatte einen schweren Autounfall, ihm ist körperlich nicht viel passiert Aber wie jeder normale Mensch wissen sollte, hat ein Mensch, der ein derartiges Trauma durchgemacht hat, einen Schock, manchmal auch einen schweren Schock.
    Ich finde es gelinde gesagt verantwortungslos, dass du nun nur noch genervt bist und dir hier unter anderem geraten wird, ihn zu ignorieren.
    Auch würde ihn ins nächste Krankenhaus bringen, zur Kontrolle, um ihm etwas zur Beruhigung zu geben etc. Ein Schock kann sich auch noch körperlich auswirken.

    Also, nach einem Autounfall neben sich zu stehen, das hat nichts mit dem berühmten Männerschnupfen zu tun.
    Dein Mann tut mir leid.

    • Stimme dir so halb zu, aber den Kindern Angst machen muss er trotzdem nicht, das ist kurzsichtig und egoistisch.

      Ich hatte jetzt die Tage mit einer viralen Meningitis zu kämpfen und mir ging es wirklich beschissenst. Ich hab mir trotzdem so gut wie möglich Mühe gegeben, den Kindern damit aber keine Angst einzujagen. Ist mir auch gelungen. ;) Man muss ja gar nicht so tun, als wäre man perfekt gesund, aber auch nicht mit einer Leidensmiene vor den Kindern sitzen und so tun, als stünde man kurz vor dem Verrecken.

      • Wenn der Mann einen Schock hat, dann kann er nix dafür. In meinen Augen ist er in einem Krankenhaus besser aufgehoben, nur ein paar Tage, denn mit wenig Verständnis der Frau und Trubel um ihn herum (zwei Kinder machen immer irgendwie Trubel) kann er nicht wieder auf den Boden der Tatsachen gelangen.
        Das hat mit egoistisch und kurzsichtig nichts zu tun.

    Danke für Eure Antworten! Ich gebe ja zu , dass die "Trag´s wie ein Mann"-Aussage etwas hart von mir war. Letztendlich weiß er aber die ganze Zeit schon, dass ihm bis auf Prellungen und Zerrungen nichts "schlimmeres" passiert ist. Warum also immer vom Sterben reden, fragte ich mich... und ihn. Heute abend, als die Kinder im Bett waren haben wir geredet. Ich habe den ganzen Tag über gemerkt, dass er gedanklich ständig beim Unfall war á la "30 cm weiter rechts gefahren und ich wär nu weg..." , klar belastet das einen , logisch. Nur bin ich da ein ganz pragmatischer Mensch, ich seh die Tatsachen und sag: Hey! Da is Mist passiert, das Auto ist Schrott, aber Du bist recht heil raus gekommen, freu Dich, dass Du nicht schwer verletzt bist!

    Als ich 19 war , hat mir einer nachts in der Stadt ´ne Knarre in´s Gesicht gehalten und versucht, mich in den Stadtpark zu zerren, ich kam heil an Leib und Seele davon, weil ich mutig war und mich wehrte und am nächsten Tag war ich froh und glücklich und hab mich gefreut, dass ich davon kam.

    Mein Mann ist da anscheinend anders.
    Wie gesagt, heute abend haben wir geredet, ich sagte ihm, was mir auf den Keks geht , dass das nicht ok ist, dass er den Kindern Angst macht, dass ich unendlich froh bin, dass ihm nichts schlimmes passiert. Er sagte, dass es ihm nicht aus dem Kopf ginge, fast "draufgegangen" zu sein. Verständlich für mich. Aber ER IST noch da, mööönsch! ich harre der Dinge die nächsten Tage und hoffe er kriegt sich ein.

    • (19) 17.05.15 - 03:25
      Schade eigentlich

      *und hoffe er kriegt sich ein.*
      Du hast es immer noch nicht gerafft.

      "Er sagte, dass es ihm nicht aus dem Kopf ginge, fast "draufgegangen" zu sein. Verständlich für mich. Aber ER IST noch da, mööönsch! ich harre der Dinge die nächsten Tage und hoffe er kriegt sich ein."

      Auch wenn ich mich wiederhole.

      DEIN MANN STEHT UNTER SCHOCK.

      Versteh das.

      https://www.mh-hannover.de/fileadmin/kliniken/psychosomatik_psychotherapie/download/Posttraumatischer_Stress.pdf

      (21) 17.05.15 - 08:49

      Hallo,

      das macht mich ein bisschen traurig, das zu lesen. Ich hatte im letzten Jahr einen sehr sehr schlimmen Autounfall. Ich bin gut davon gekommen. Andere nicht. Ich habe noch heute die Bilder im Kopf, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke.

      Ähnliche Strecken mit dem Auto zu fahren ist schlimm für micht.
      Dein Mann hat eventuell weniger Verletzungen aber das, was in seinem Kopf/Herz/Seele, wie immer man das nennen möchte, passiert ist, ist sicherlich ähnlich.
      Ich nehme an, er war zuvor ein sicherer und souveränder Autofahrer. Jetzt jetzt hat er einen Fehler gemacht und das verunsichert so stark. Ich bin seit diesem Tag nicht mehr überzeugt von meinen Handlungen, wer weiß, ob es jemals wieder so sein wird.

      Jeder reagiert anders, Dein Mann hat vielleicht ganz andere Dinge, die jetzt in seinem Kopf ablaufen. Er braucht sicherlich phsychologische Hilfe (es muss nicht gleich eine Traumatherapie über 6 Monate sein, mir hat erstmal auch ein langes Gespräch mit einem Heilpraktiker geholfen).

      Auch die Ängste vor eventuellen Verletzungen müssen ausgeräumt werden und sind eventuell ein Symptom für das, was er in seinem Kopf an Ängsten hat.

      Lass ihm Zeit!

      Ich bin so froh, dass mein Mann mir Zeit gelassen hat und mir auch heute noch zuhört, wenn ich darüber sprechen muss.

      febe

      • (22) 18.05.15 - 19:33

        Wenn er über den Unfall spricht, höre ich ihm zu, mir ist klar, dass so eine Erfahrung traumatisch ist, dass man sich seiner Sterblichkeit bewusst wird , sich drüber Gedanken macht, was wäre gewesen, wenn...

        Was ich jedoch nach wie vor nicht abkann ist diese Jammerei und dieses Verweigern von Schmerzmitteln. Ich bin da einfach anders gestrickt und beiß auch mal die Zähne zusammen.

        Ich habe mit ihm gesprochen, habe ihn gefragt, ob es ihm vielleicht helfen würde, mit einem Psychologen zu sprechen. Er hat es nicht ausgeschlossen, will drüber nachdenken.

    Warum bist Du seine Frau, wenn Du derart gefühllos bist?

    Gruß

    Manavgat

    Na, hoffentlich bist du nicht irgendwann krank. Dein Mann ist mit dir wirklich arm dran. Du unterstellst ihm praktisch, er sei absichtlich so, um dich zu ärgern. Und wenn Madame eine klare Ansage gemacht hat, was ihr auf den Keks geht, dann funktioniert der Mann wieder 2 Tage nach dem Unfall.

    Wäre interessant zu erfahren, was du dir erwartest, wenn du z. B. an Krebs erkrankst, operiert wurdest und eine Chemo erfolgreich abgeschlossen hast. Du bist erst einmal geheilt. Hoffentlich jammerst du deinem Mann nicht die Ohren voll vor jeder Kontrolluntersuchung jedes Jahr, dass du Angst vor einem neuen, positiven Befund hast. Er darf dann erwarten, dass du um das Krankenbett tanzt, weil du ja geheilt und dem Tod von der Schippe gesprungen bist.

    Man,,man...man....deinen Thread hätte mal ein Mann verfassen sollen, der sich beklagt über die schwangere Frau, die vor sich hinleidet wegen div. Schwangerschaftswehwehchen......dem wäre aber gehörig das Fell über die Ohren gezogen worden......Frauchen hat's ja mit den Hormonen, was Mann zu verstehen und zu tolerieren hat....

    • Naja... ich sag mal so... ich war auch schon krank, sehr schmerzhaft krank (z.B. Rippenbruch, danach Lungen- und Rippfellentzündung mit KH-Aufenthalt; KH-Aufenthalt wegen Pneumothorax mit Drainage) , aber dieses Jammern liegt mir einfach fern...

      Mein Mann ist da das Gegenteil, er liegt bei einem Schnupfen flach, verlangt Pflege und Kamillentee wenn ich bei ähnlicher Konstitution noch Kinder, Haushalt und Job wuppe. Ich bin gerne bereit, meinem Mann bei zu stehen , wenn er infolge dieses Unfalls seiner Sterblichkeit bewusst wurde, seine Gedanken darum kreisen, was wäre geschehen wenn, diese Vorstellungen machen mir ja auch Angst, da muss man drüber reden können, da bin ich als seine Partnerin zur Stelle, ohne Frage.
      Aber ich bin nicht dafür zu haben, ihn für blaue Flecken zu beweinen , ihn immer wieder zu versichern, dass er ganz sicher durchkommen wird, in meinen Augen will er Aufmerksamkeit, die kriegt er zuhauf, aber genervt bin ich trotzdem.

      So richtig beurteilen kann das wohl nur, wer ihn kennt.

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