Baby und Beziehung im Eimer...

    • (1) 30.05.15 - 15:18
      imeimer

      Unsere Tochter ist drei Monate alt, wir sind seit 3,5 Jahren zusammen und Ende 20.
      Eigentlich wollten wir die Babyplanung ein Jahr später beginnen, unsere Tochter war also quasi ein "Unfall", aber mein Freund hat sich sofort gefreut, als er es erfahren hat.

      Wir sind umgezogen - näher an seine Arbeit, damit er mehr Zeit hat und weniger Geld für die Fahrtkosten ausgeben muss. Ich habe viel beim Umzug und der Renovierung geholfen trotz Schwangerschaft. Mein Freund war einfach überarbeitet, überfordert usw. Da gab es schon erste Streits und ich habe während meines Urlaubs (habe 22h/Woche gearbeitet bis ich irgendwann BV bekommen habe) täglich auch mal bis zu 12 Stunden mit Renovierung verbracht. Das hat mir dann einige schmerzhafte Vorwehen eingebracht, war aber alles ok.

      Mein Freund hatte den ersten Monat Elternzeit. Er wollte mich ganz viel unterstützen und noch einiges in der Wohnung tun. Die ersten Tage hat er das auch, aber dann war er überfordert, am Ende seiner Kräfte. Nachts aufstehen, weil das Baby schreit, das ging bei ihm nicht mehr. Gut, ich hatte mich daran gewöhnt. Ich war zwar enttäuscht, dass er kaum etwas auf die Reihe bekommen hat, aber das hat leider nichts an der Situation geändert. Irgendwann habe ich mich einfach nicht mehr geärgert und versucht alleine klar zu kommen.

      Als er dann wieder arbeiten ging, wollte er abends wenigstens erstmal Zeit für sich haben und dann das Baby nehmen, im Haushalt helfen o.ä. Ist ja in Ordnung. Ich wollte keine von den Frauen sein, die ihrem Mann sofort das Baby in die Hand drücken, wenn er nach Hausr kommt.

      Dann brauchte er unbedingt den Sonntag Abend Zeit für sich ganz alleine ohne dass wir zwischendurch stören. Gut. Dann kamen andere Tage hinzu, wo er mir dann nicht helfen konnte, weil er gerade ein paar Stunden etwas anderes machen will.

      Mittlerweile nimmt er seine Tochter zwischendurch mal, maximal 30 Minuten, eher weniger. Er hält sie dann auf dem Schoß und sie schreit fast immer. Wenn ich ihm sage, dass er mal mit ihr rumgehen oder reden soll, sagt er "Sie schreit ja eh nur."

      Er schläft nicht mit uns im Bett. An den Wochenenden ist er nachts lange wach und kann dementsprechend tagsüber auch nichts tun, weil er schläft.

      Generell ist er der Meinung, dass er durch seine Arbeit genug getan hat. Er macht manchmal was im Haushalt oder fährt einkaufen, alles andere mache ich. Meine Nächte gehen meist von 22 bis 2:30 Uhr. Danach ist Stillmarathon und manchmal komme ich dann gar nicht mehr zum Schlafen. Tagsüber fahre ich einkaufen, versuche den Haushalt auf die Reihe zu bekommen, den Garten zu machen usw. Warmes Essen gibt es natürlich auch immer, wenn mein Freund nach Hause kommt.

      In der letzten Zeit sah es wirklich schlimm bei uns aus, weil ich nachts kaum Schlaf bekommen habe und diesen dann nachmittags nachholen musste. Mein Freund tut dann aber nichts, er braucht seine Freizeit. Wenn er unsere Tochter nimmt, dann putze ich.

      Ich hätte auch gerne mal eine Stunde in der Woche für mich alleine. Mein Freund lacht dann nur, schließlich bin ich ja jeden Tag zu Hause und kann machen was ich will. So ein Baby sei doch nicht so anstrengend. Und wenn ich unbedingt Schlaf brauche, dann soll ich abstillen, dann kann er sie auch mal nehmen und ihr die Flasche geben. Ich bin echt traurig, wenn er so etwas sagt. Ich habe mir so viel Mühe gegeben, damit es mit dem Stillen klappt und er wollte das auch unbedingt, weil es das Beste für das Baby ist. Ich hatte solche Schmerzen durch eine Pilzinfektion, dann kaum noch Milch als ich mit einer Gebärmutterinfektion im Krankenhaus war, doch ich habe nicht aufgegeben. Und dann sagt er sowas.

      Also, es läuft ziemlich schlecht. Ich verstehe ja, dass seine Arbeit anstrengend ist und er Erholung braucht. Ich verstehe aber nicht, warum er findet, dass das, was ich tue nichts wert ist und warum er mich so wenig unterstützt. Er gibt mir sogar noch Aufgaben, die ich erledigen soll, während er arbeiten ist. Er denkt wirklich, dass ich hier rumsitze und nichts mache.

      Ich habe sfhon vorgeschlagen eine Paarberatung zu machen, aber das will er nicht, weil wir das nicht bräuchten. Ich müsste nur endlich verstehen, dass er nach der Arbeit seine Freizeit braucht.

      Uff. Hätte ich gewusst, dass es mal so laufen wird, wär ich erst gar keine Beziehung eingegangen. Jetzt haben wir aber ein Kind. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.

      • Wie wäre es mit einem Rückbildungskurs oder Sport um wieder in Form zu kommen? Für die eine Mahlzeit kannst Du auch abpumpen und er die Muttermilch dann warm machen. Oder ein Fläschchen mit Pulvermilch und du stillst die nächste Mahlzeit wieder. Und bald darf ja auch schon das erste Gläschen dazwischen gegeben werden.

        Und dann bist Du eben mal einen Abend die Woche nicht da und er mit Baby alleine. Dann MUSS er zusehen dass er was macht und hat gelegenheit, sein Kind überhaupt mal richtig kennen zu lernen und zu merken, dass er was machen kann.

        Im Moment bist Du ja immer da, und sobald irgendwas ist kann er Dir das Baby wieder in die Hand drücken. Wenn Du aber weg bist muss er lernen wie er klar kommt - und wenn Du ihm noch aufträgst nebenher doch schnell nich irgendwas im Haushalt zu machen wird er sich erst umschauen.

        Er muss lernen mit Kind klar zu kommen, aber das klappt eben nur, wenn Du auch mal weg bist.

        • (3) 30.05.15 - 16:45

          Ja, die Idee ist ganz gut. Ich hab nur leider den Rückbildungskurs erst im September, weil der erste zu früh gewesen wäre, ein anderer war voll und der letzte, den es hier gibt, passt von der Zeit nicht. :-(
          Vorher möchte ich keinen Sport machen, weil ich Angst um meinen Beckenboden habe. Der hat unter der Geburt ganz schön gelitten.

          Nächstes Wochenende gehe ich mit einer Freundin Essen. Da wird er allein mit unserer Tochter sein. Ich befürchte, dass er sie dann mit der Flasche total überfüttern wird. Er will ihr immer sofort die Flasche geben, wenn sie schreit, weil das so schön einfach ist. Naja, da muss ich wohl durch...

          • (4) 30.05.15 - 18:25

            " Da wird er allein mit unserer Tochter sein. Ich befürchte, dass er sie dann mit der Flasche total überfüttern wird. Er will ihr immer sofort die Flasche geben, wenn sie schreit, weil das so schön einfach ist."

            Na gut, das mußt Du dann wiederum loslassen. Wenn er sich um das Kind kümmern soll, mußt Du ihm auch zutrauen, dass er da Verantwortung übernimmt. Er wird nie alles exakt so machen, wie Du es getan hättest - und umgekehrt.

          • Jede Fom von Bewegung ist besser für Deinen Beckenboden als gar nichts zu machen. Mit diesem "schonen" machst Du eher noch mehr kaputt. Du musst ja keinen Hochleistungssport machen, eine Stunde alleine walken ist auch schon besser als nichts.

            Und was solls, dann gibt er eben einmal öfter die Flasche als Du. Davon wird das Kind auch nicht dick. Das geht dann alles wieder weg wenn es anfängt zu laufen und richtig Energie verbraucht.

            Wenn Du so überkritisch bist und immer gleich meckert wenn er die Flasche zu früh gibt brauchst Du Dich nämlich auch nicht beschweren, wenn er nicht mehr helfen will, das nervt nämlich, wenn man alles falsch macht.

            • (6) 31.05.15 - 19:47

              Naja, man soll ja die Bauchmuskeln nicht belasten, bevor der Beckenboden nicht wieder in Ordnung ist. Und fast alle Übungen etc. trainieren auch die Bauchmuskeln.
              Ich gehe viel spazieren mit Tragetuch, ich sitz ja nicht nur rum.

              Ich mecker nur, wenn er die Flasche gibt, obwohl sie nicht wegen Hunger schreit. Ich stille schließlich und da ist die Flasche nicht nötig. Und ich finde auch, dass ich meckern darf, wenn sie z.b.müde ist, aber ständig wieder aufwacht und er ihr dann alle 10 Minuten eine Flasche mit 100 ml geben will. Das ist einfach zu viel, aber ihm ist das egal, er will halt, dass sie ruhig ist.

              • Aber das muss er selber raus finden können, wann sie warum weint kann er nicht wissen, wenn er nicht vorher Gelegenheit hat, es raus zu finden.

                Und Deine Meckerei demotiviert ihn und sorgt dafür, dass er sich immer weniger zutraut, sich um die Kleine zu kümmern. Schließlich sagst Du ihm ja dabei dauernd, dass er alles falsch macht.

                Du beschwerst Dich, dass er sich zu wenig kümmert, aber wenn er sich kümmert, dann motzt Du.

                Und so dreht ihr euch im Kreis und es wird schlimmer. Und daran BIST DU AUCH SCHULD.

                Dein Freund wollte sich ja am Anfang ganz viel kümmern, hat sogar Elternzeit genommen. Und jetzt zieht er sich immer mehr zurück, will immer öfter nach der Arbeit seine Ruhe haben statt sich um sein Kind zu kümmern, oder verfolgt alleine Hobbies. Eben weil seine Motivation sich um eure Tochter zu kümmern längst weg ist durch ständige Meckerei und Nörgelei von Dir.

                Damit treibst Du ihn nur immer weiter weg. Die ganzen guten Vorsätze und die ganze Motivation ein guter Vater zu sein sind nach ganzen drei Monaten schon weg.

      (8) 30.05.15 - 16:53

      Die erste Zeit ist immer übel, alle müssen sich ja erst neu sortieren. Aber wenn der Partner sich ausklinkt ist das einfach nur zum Kotzen, sorry.
      Mein Mann hat einmal gesagt, das ich ja so viel Freizeit hätte....am nächsten Tag habe ich ne Tasche gepackt, ihm die Kleine in den Arm gedrückt und bin 3 Tage im Hotel verschwunden...herrlich. Ich habe aber auch nicht gestillt, deswegen ging das. Er hat danach nie wieder etwas in der Richtung zu mir gesagt.

      Die Ganzen guten Vorsätze hatte ich auch in der Schwangerschaft....mein Mann hat mich dann sehr hängen lassen und die Konsequenz daraus war: Ich habe mich in meinem Alltag mit Baby alleine arrangiert, Kraft für die Beziehung hatte ich dann nicht mehr( wollte sie auch nicht mehr aufbringen). Wenn nichts mehr kommt, gibt man halt auch nichts mehr.
      So und jetzt noch was nettes über Männer: Da du stillst, kann er dir ja nicht wirklich viel abnehmen und viele Männer können mit so kleinen Würmern nichts anfangen, dafür sind sie später spitze. Sie würden das natürlich nicht zugeben. Und wenn dann Mann vorher schon kein guter Hausmann war, wird es jetzt bestimmt nicht automatisch.

      (9) 30.05.15 - 18:23

      Na, der ist ja lustig. Wenn Du es hütest, ist "ein Baby ja nicht anstrengend", aber er will es nicht hüten?

      Setz Dich durch. Ihr habt beide ein Recht auf Freizeit! Wenn die Zeit mit Baby Freizeit ist, wozu braucht er dann Freizeit ohne euch?

      Laß ihn mal einen Tag allein auf das Kind aufpassen, damit er merkt, was Du leistest!

      Na ja frag ihn doch mal wenn das mit dem BAby sooooo einfach ist und du soviel Freizeit hast wieso er das dann nicht macht und sich davor drückt!?

      Ela;-)

      (11) 02.06.15 - 13:30

      Ich glaube, eure Probleme sind gar nicht so ungewöhnlich. Aber auch nicht unlösbar.

      Dieses "du hast doch den ganzen Tag Zeit" müssen sich glaub ich viele Frauen anhören. Ich hab auch schon mal etwas in die Richtung zu hören bekommen (nicht ganz so krass, aber auch Tendenz 'man schafft doch so viel, wenn man nicht arbeitet'). Oft ist das nicht böse gemeint, sondern die pure Unwissenheit. Man kann sich manchmal auch nur schwer vorstellen, wie es mit Baby ist.

      Daher finde ich den Vorschlag, die zwei einfach mal alleine zu lassen, ganz gut. Zu deinen Sorgen, die du so angebracht hast:

      Sport machen darfst du ja trotzdem. Der Rückbildungskurs macht ja nicht in 8 Stunden deinen Beckenboden in Ordnung. Damit solltest du jetzt schon anfangen und immer weiter üben.
      Du darfst zum Beispiel Beckenboden-Gymnastik machen (gibt es auch für Nicht-Wöchnerinnen), Pilates, Yoga, Walken, Schwimmen... Nur nichts mit vielen Sprüngen oder Erschütterungen.

      Und zum Thema überfüttern: er wird schon merken, dass die Flasche nicht das Allheilmittel ist. Wenn euer Kind aus einem anderen Grund weint, wird eine Flasche nach der anderen wenig bringen und vermutlich nimmt sie die dann auch gar nicht. Aber das muss er raus finden dürfen ohne unter Beobachtung zu stehen.

      Ansonsten macht klare Absprachen. Ja, er darf nach der Arbeit 30 bis 60 Minuten für sich haben. Kann ich auch verstehen. Er will ja auch erst mal ankommen. Aber danach bekommst du auch deine Stunde.

      Sonntag ist Familienzeit. Dieses "ich brauch Zeit für mich" müssen beide Partner eine zeitlang reduzieren.

      Verstehe mich nicht falsch: ich finde es sehr wichtig, dass jeder seine Freiräume hat. Das ist wichtig und richtig. Aber genauso wie du nicht verlangen kannst, dass ihm die Zeit auf der Arbeit genug Freiraum ist, kann er nicht deine Zeit mit Baby als Freizeit anrechnen. Da musst du deutlich werden.

      Ansonsten lass dir gesagt sein: es wird besser. Die Stillabstände werden größer und irgendwann gibt es andere Nahrung. Das ist jedes Mal ein Stück Freiheitsgewinn. Die Kleinen können irgendwann auch mal kurz allein spielen und überhaupt kann man mehr mit ihnen anfangen. Dann hat auch Papa mehr Spaß mit dem Nachwuchs.

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